Strandleben - Ben Bertram - E-Book
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Strandleben E-Book

Ben Bertram

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Beschreibung

Kennt ihr dieses wunderschöne Gefühl, glücklich zu sein? Ich bin es und das Tolle dabei ist, dass es mein Lieblingsmensch ebenfalls ist. Gemeinsam genießen wir nicht nur unsere Zweisamkeit, sondern auch das Leben auf Sylt - die unterschiedlichen Facetten der Insel und das Strandleben sowieso. In den letzten Wochen habe ich einige Freundschaften geschlossen und mich dazu entschieden, mein Glück mit anderen Hunden zu teilen. Ich möchte einem ganz besonderen, neuen vierbeinigen Kumpel Freude schenken und Zeit mit ihm verbringen. Allerdings sind in den letzten Wochen auch einige andere Dinge passiert. Ich habe Einbrecher verjagt, das Meer ist zu meinem Freund geworden und eine Feier hat es für mich auch gegeben. Ben hat sie für mich am Strand organisiert. Aber mehr verrate ich jetzt nicht! Ich kann euch doch schließlich nicht die ganze Spannung nehmen. Nur eine Sache möchte ich noch kurz verraten, und dann lasse ich euch in Ruhe lesen: „Es ist ein wahnsinnig tolles Gefühl herauszufinden wer man wirklich ist!“

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Inhaltsverzeichnis

Das Ende der dunklen Jahreszeit

Einbrecher?

Gerettet!

Kaffee und Hühnchensticks

Lieblingsmensch

Auf und davon

Mein Freund das Meer

Plötzlich anders!

Verboten

Besuch

Wer braucht schon einen Kater?

Ferien

Back to the Roots

Hundestrand

Weckdienst

Schattenmann

Abendgebet

Bergsteiger unter sich

Hinauf zu Uwe

Ein Wald?

Bens Geheimnis

Abfahrt

Futterabgabe

Milo

An den Strand?

Unsere Idee

Meine Feier

Kurzes Schweigen

Leseprobe aus: Sylt, ich komme!

Leseprobe aus: Leinen los!

Strandleben

Jake, Sylter Inselhund -

Von Ben Bertram

Alle Rechte vorbehalten!

Nachdruck, Vervielfältigung und Veröffentlichung - auch auszugsweise - nur mit schriftlicher Genehmigung des Autors!

Im Buch vorkommende Personen und die Handlung dieser Geschichten sind frei erfunden und jede Ähnlichkeit mit lebenden Personen ist zufällig und nicht beabsichtigt.

Text Copyright © Ben Bertram, 2017

Impressum:

Text:

Ben Bertram

Alsterdorfer Straße 514

22337 Hamburg

E-Mail: [email protected]

Covergestaltung:

Ben Bertram

Motivbild:

© Ben Bertram

Korrektorat / Lektorat:

Monika Dress / Iris Orwat

Das Ende der dunklen Jahreszeit

Obwohl die Zeit mit Ben großartig war und ich meine Heimat Sylt auch bei Kälte und Regen toll fand, sehnte ich mich nach Sonne - nach Wärme und blauem Himmel. Danach, keine nassen und kalten Pfoten mehr zu bekommen.

Ich wollte die Farbenpracht der Insel endlich auch in anderen Facetten erleben und hatte auch keinen Bock mehr darauf, nach einem Spaziergang trocken gerubbelt zu werden, oder mich zum Aufwärmen in meine Decke kuscheln zu müssen.

Auch Ben erging es wie mir. Er sagte es zwar nicht, trotzdem war es mir bewusst, da er immer häufiger einen sehnsuchtsvollen Blick auf die wunderbaren Sommerfotos warf, die unsere Wohnung verzierten. In den letzten Tagen hatte er sogar Fotoalben aus dem Schrank geholt und blätterte unaufhörlich in ihnen herum. Meistens hockte er sich dabei auf den Fußboden und ließ mich daran teilhaben.

Es gab Fotos von Orten, an denen ich bisher noch nicht war. Zum Glück noch nicht, da ich sie so, wie sie von meinem Herrchen auf den Bildern festgehalten wurden, erleben wollte. Sylt hatte Farben und Gegenden zu bieten, die es wahrscheinlich nirgendwo sonst auf der Welt gibt.

Selbst wenn es sie irgendwo geben würde, würde dieser Ort nicht mit meiner Heimat mithalten können. Ich musste über meinen Gedanken lachen. Der Sylt-Virus hatte mich voll erwischt und ich war mir sicher, dass es keinen schöneren Ort für mein Zuhause geben konnte.

Gedankenversunken lag ich an der Stelle des Sofas, die bereits seit meiner Ankunft, zu meinem Stammplatz geworden war. Damals, als ich diese vier Wände zum ersten Mal betreten hatte, lag genau auf diesem Platz, eine ebensolche Decke, wie Ben sie auch für mich in seinen Wagen gelegt hatte. Mir war sofort klar, dass dieser Platz mein Rückzugsort werden sollte und ich fand noch immer, dass mein Herrchen damals eine gute Wahl getroffen hatte.

Mein Blick war jetzt aus dem Fenster gerichtet, und ich beobachtete die Wolken dabei, wie sie in einem schnellen Tempo an unserem Balkon vorbeiflogen.

Ob sylter Wolken wohl besser schmeckten, als die Wolken an anderen Orten? Nachdenklich sah ich zu meinem Herrchen. Wie ich darauf gekommen war? Warum ich überhaupt darüber nachdachte, ob Wolken schmecken? Ich hatte keinen Schimmer, vermutete allerdings, dass es daran lag, dass ich inzwischen zu einem genauso hoffnungsvollen Träumer wie Ben geworden war.

„Sylter Wolken schmecken.“ Als wenn mein Herrchen mich verstanden hatte, kam prompt eine Antwort. Zufrieden rollte ich mich zusammen und schloss die Augen. Einmal mehr hatte das Leben mir bewiesen, wie besonders dieses WIR war.

Als meine braunen Schlappohren vorsichtige und leise Schritte vernahmen, wusste ich, dass sich auch in wenigen Sekunden das Sofa bewegen würde. Also, natürlich lediglich die Sitzkissen, da Ben sich neben mich setzen würde.

Okay, ich hatte es nicht nur ausschließlich an den Bewegungen erkannt. Mein ausgeprägtes Zeitgefühl für unsere Rituale, war ebenfalls daran schuld.

Es war jetzt die Zeit für meine Ohren. Jeden Abend gegen 20 Uhr wurde ich zur „Cremeschnitte“. Seit Wochen war es bereits so, da ich diese dusselige Ohrspitzenkrankheit hatte. Leider hatte ich sie, wie viele andere griechische Straßenhunde auch. Nachdem wir damals einige Tage dieses Ebenolzeugs benutzt hatten, wurden sie jetzt zum Glück nur noch mit Melkfett eingerieben. Allerdings störte es mich nicht mehr. Es gehörte zu meinem Leben dazu, und es gab durchaus schlimmere Dinge. Ja, die gab es allerdings. Viele musste ich in meiner Vergangenheit als Straßenhund erleben. Gegen all diese Sachen, war Ohren eingecremt zu bekommen, wie ein Leben auf dem Ponyhof.

Vielleicht sogar, wie reiten auf einem Einhorn. Ich amüsierte mich, da ich noch nie ein Einhorn gesehen hatte. Manchmal glaubte ich sogar, dass es gar keine gab. Allerdings hielt ich es wie Ben. Wenn man an etwas glaubt, wird man es irgendwann auch erleben. Außerdem war Träumen erlaubt.

Erst neulich hatte ich in meinem Traum ein rosafarbenes Einhorn getroffen. Ein niedliches Wesen war es, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass es in einem coolen blau auf mich zugekommen wäre.

Ach ja - die Ohren! Ich war schon wieder in meine Wunschwelt gerutscht und hatte dadurch vergessen, Ben meine Schlappohren zu präsentieren. Nein, es nervte mich wirklich nicht. Ganz im Gegenteil, es war ein cooles Ritual, da wir anschließend immer direkt in unsere Kuschelphase übergingen.

Mach schon. Wie lange soll ich die Lauschlappen denn noch so halten? Irgendwie war Ben abgelenkt.

„Gleich kleiner Mann. Sei mal kurz leise.“

Leise? Hast du 'nen Knall? Ich hab gar nix gesagt und zu denken wird ja wohl noch erlaubt sein.

„Gleich, Jake. Hör doch mal.“ Gebannt hatte Ben seinen Blick zum Fernseher gerichtet.

Tagesschau. Ja und? Ist mal wieder etwas Schlimmes passiert? Ach nö. Kein Krieg und kein Anschlag .Bitte nicht schon wieder. Auch wenn ich nicht immer alles kapierte, worüber in der Tagesschau berichtet wurde, hatte ich durchaus geschnallt, dass es viel zu viele Idioten auf der Welt gab.

„Hast du das gehört?“ Ben strahlte vor Freude.

Äh … Nein … Ich habe geträumt. Was ist passiert? Habe ich etwas Tolles verpasst? Es konnte nur was Schönes gewesen sein, da mir mein Herrchen ansonsten nicht dieses Dauergrinsen auf seinem Gesicht präsentieren würde.

„Das Wetter, Jake, wir bekommen Wetter.“

Was redest du denn für ein wirres Zeugs? Wir bekommen Wetter? Wir haben jeden Tag Wetter. Leider nur kein Schönes. Kopfschüttelnd sah ich zu meinem Herrchen.

„Ab morgen wird es gut. Der Frühling kommt. 18 Grad haben sie angesagt und dazu noch strahlenden Sonnenschein.“

Und das glaubst du denen? Schau mal raus, du naives Kerlchen. Es weht wie verrückt und der Himmel ist voller schwarzer Wolken. Okay, es ist auch schon dunkel draußen. Aber Wolken sind dort trotzdem reichlich. Noch immer kopfschüttelnd, amüsierte ich mich darüber, dass Ben den Wetterfuzzis auch heute wieder vertraute.

Einbrecher?

Verschlafen war mein Blick. Allerdings nicht so verschlafen, dass ich Ben in seinem Bett hätte übersehen können.

Hey. Wo bist du denn? Für einen Toilettengang war mein Herrchen schon viel zu lange weg. Ich hatte ihn zwar nicht aus dem Bett steigen sehen, wartete nun aber inzwischen seit fast drei Minuten darauf, dass er wieder hineinhüpfen würde.

Oder bin ich einfach zu schlaftrunken? Meine Neugier hatte inzwischen meine Müdigkeit besiegt. Mühevoll quälte ich mich von meinem Kissen hoch, streckte mich kurz und stieg anschließend mit meinen Vorderpfoten auf das Bett.

Wusste ich es doch. Das Bett ist leer. Wo ist denn der Kerl? Er wird ja wohl hoffentlich nicht ohne mich die Wohnung verlassen haben. Noch immer hasste ich es, alleine sein zu müssen. Zum Glück musste ich es nur äußerst selten, da mein Herrchen von Zuhause aus seine Arbeit verrichten konnte. Auch wenn ich mir eigentlich sicher war, dass Ben nicht gegangen wäre, ohne sich von mir zu verabschieden, kroch ein wenig Angst in mir auf.

Würde Ben unter der Dusche stehen, hätte ich den Wasserstrahl längst vernommen. Trotzdem machte ich mich auf den Weg ins Bad, wo meine Vermutung bestätigt wurde. Leer war es. Also nicht komplett leer, aber zumindest von meinem Menschen war nichts zu sehen.

Scheiße. Ben … Hey … Wo bist du? Mach keine Witze mit mir. Ich habe Angst. Sag was! Ich habe keine Lust, irgendein blödes Versteckspiel zu spielen.

Leider bekam ich keine Antwort. In unserer Wohnung herrschte Stille. Leider keine angenehme, sondern eine beängstigende Stille, die mir einen unangenehmen Schauer bescherte.

Dann erkannte ich die offenstehende Balkontür.

Einbrecher. Ja, ganz bestimmt hatten sich böse Menschen, vielleicht sogar Räuber, in unsere Wohnung geschlichen! Zu meiner Angst, mischte sich ein schlechtes Gewissen. Immerhin war ich ein Hund und hatte nichts davon mitbekommen. Es war meine Schuld, dass irgendwelche Verbrecher hier eingedrungen waren. Ja, es lag an mir, dass mein Herrchen von diesen Menschen entführt wurde.

Und nun? Was mache ich jetzt? Dass ich Ben aus den Klauen der Verbrecher befreien musste, war mir natürlich bewusst. Eine Idee, wie ich es anstellen konnte, hatte ich leider noch nicht.

Vielleicht hilft es, wenn ich mich hinsetzte? Eventuell muss ich mich dabei auch noch am Kinn kratzen? Ben tat es auch immer. Zumindest immer dann, wenn er an einem Buch schrieb und neue Einfälle brauchte.

Schnell setzte ich mich auf den Fußboden und versuchte, meine Beine zu sortieren. Es war gar nicht so leicht, mit einer der Pfoten an das Kinn zu gelangen.

Mit nur zwei Händen, ist es bestimmt viel einfacher. Da muss man nicht so viel sortieren, sich nicht so konzentrieren. Ihr Menschen habt es echt in vielen Dingen sehr viel einfacher als wir Vierbeiner. Noch immer war es mir nicht gelungen, das Kinn zu erreichen. Dafür ärgerte ich mich inzwischen über mich selbst. Darüber, dass ich zu blöd war, mich am Kinn zu kratzen. Allerdings noch viel mehr darüber, dass ich noch immer keine Idee hatte, wie ich Ben befreien konnte.

Plötzlich juckte mein Kinn und ich stand auf, um mich mit meinem linken Hinterbein, besser gesagt mit der Pfote, an der juckenden Stelle zu kratzen. In meiner sitzenden Haltung ging es nicht. Ein Automatismus hatte für das Aufstehen gesorgt. Ebenso, wie er dafür gesorgt hatte, dass ich mich mit dem Kratzen erleichtern konnte.

Nachdem ich mir die Erleichterung verschafft hatte, setzte ich mich beruhigt hin. Immerhin hatte ich eine Aufgabe zu erledigen. Ich musste meinem eigentlichen Plan nachgehen.

Was wollte ich tun? Tatsächlich musste ich kurz darüber nachdenken, was ich gerade machen wollte.

Ach ja. Ich wollte mich am Kinn kratzen und so auf eine Idee kommen, wie ich mein Herrchen befreien kann. Ich wollte es genau wie Ben machen, da auch er … Ich stoppte meinen Gedanken. Allerdings nur kurz.

Manchmal bin ich echt ein Depp! Hatte ich mich nicht eben am Kinn gekratzt? Klar hatte ich. Leider war mir dabei nur keine Idee gekommen.

Bestimmt liegt es daran, dass ich beim Kratzen abgelenkt war. Schnell stellte ich mich wieder hin und versuchte, meine Hinterbeine erneut so zu sortieren, dass ich mit einem von ihnen an mein Kinn herankam.

So müsste es funktionieren! Meine Pfote hatte meinen Kopf noch nicht ganz erreicht, als ich eine Idee hatte. Eine Idee? Nein! Die Idee schlechthin.

Mit meiner schwarzen Lakitzhundenase wollte ich die Witterung aufnehmen. Sonst konnte ich auch alles erschnuppern. Ganz bestimmt würde es auch bei der von den Einbrechern hinterlassenen Spur gelingen.

Ich muss auf zum Balkon. Dort werde ich die Fährte aufnehmen, und dann werden die bösen Menschen ihr blaues Wunder erleben. Aber nicht nur das. Dann werde ich Ben aus den Klauen der Bosheit befreien. Schon machte ich die ersten Schritte und Sekundenbruchteile später, hatte ich die Balkontür erreicht.

Okay, die letzten Schritte waren etwas langsamer als mein Anfangstempo. Irgendwie beschlich mich das Gefühl, dass noch jemand auf dem Balkon war. Erkennen konnte ich nichts, was aber ausschließlich daran lag, dass die Jalousien geschlossen und die Tür, lediglich einen Spalt geöffnet war.

Ich musste vorsichtig sein. Daher machte ich mich ganz klein und kroch auf allen Vieren über den Boden. Wie eine Raubkatze während der Jagd tat ich es. So, wie ich es neulich im Fernsehen gesehen hatte.

Plötzlich hörte ich leise Geräusche. Tatsächlich, da war jemand auf dem Balkon! Wahrscheinlich waren die Räuber in diesem Moment dabei, sich von unserem Balkon abzuseilen. Ben war bei ihnen. Ja, er war ihr Gefangener. Woher ich es wusste?

Ganz einfach - meine Lakritznase hatte ihn gewittert.

Inzwischen lag ich direkt vor dem Türspalt. Ein Zurück konnte und durfte es nicht mehr geben. Heute würde ich zum Helden werden. Ja, gleich konnte ich alles zurückgeben, was mein Herrchen für mich getan hatte. Er hatte mich damals gerettet, und jetzt würde ich sein Leben retten!

Ich komme. Ihr habt keine Chance. Sprungbereit saß ich vor dem Spalt der Tür und war dabei, meinen gesamten Mut zusammenzunehmen.

Gerettet!

Lang und gestreckt flog ich durch den Türspalt hindurch. Graziös wie ein Raubtier auf der Jagd. Wie ein Leopard, der sich zunächst an seine Beute herangeschlichen hat, der kurz verharrte und nun zum entscheidenden Sprung ansetzt.

Ich sprang ins Licht hinein und es fühlte sich großartig an. Gleich würde ich mein Herrchen retten. Ihn aus den Händen der bösen Menschen befreien. Mit jedem Zentimeter meines Satzes, der mich weiter aus der Wohnung und auf den Balkon hinaus führte, wurde es heller. Ich verließ die dunkle Wohnung und sprang hinaus auf den Balkon. Dorthin, wo ich gebraucht wurde. Meine Landung würde gleich an dem Ort stattfinden, wo ich einige Sekunden später zum Helden werden würde. Nur zum Helden? Nein, Superman war zukünftig ein Schiss gegen mich. Ich würde zum Inselhelden aufsteigen. Aus einem Inselhund, würde DER Inselhund werden. Alle würden über mich sprechen. Noch Generationen später würden die Menschen darüber reden, wie Jake sein Herrchen gerettet hatte. Nein, nicht einfach nur gerettet. Befreit war passender. Befreit aus den Fängen einer Gangster-Gang.

Dann war es plötzlich ganz hell. Ich hatte den Balkon erreicht und konnte zur Landung ansetzen. Viel Auswahl dafür gab es nicht, da unser Balkon zwar nicht klein, allerdings auch nicht riesengroß war. Ich entschied mich für die Fußmatte, die mit einem Leuchtturm und „Moin Moin“ verziert war.

Meine Vorderpfoten hatten den ausgewählten Landeplatz bereits getroffen und ich war dabei, nun auch meine hinteren Beine darauf zu platzieren. Leicht war es nicht, trotzdem bekam ich es hin.

Leider, da dieses blöde Teil im selben Augenblick damit begann zu rutschen. Also nicht nur die Fußmatte rutschte. Ich ebenfalls, da ich mich auf ihr befand und mit meiner Landung auf ihr, für die Rutschaktion verantwortlich war.

Nein … Stopp … Ich will nicht … Autsch! Bis gegen die Balkonverkleidung war ich auf der Fußmatte, die sich in eine Art fliegenden Teppich verwandelt hatte, gerutscht.

Mist! Manno, wie dämlich bin ich eigentlich? Ich brauchte einen Moment um mich zu sortieren.

Hm … Zum Glück tut mir nichts doll weh. Erleichtert lag ich auf der Matte und begann mich zu schlecken. Eine meiner Vorderpfoten hatte ich bereits gründlich gereinigt, als mir wieder bewusst wurde, weshalb ich mich überhaupt auf dem Balkon befand.

Ben! Einbrecher … Die Räuber … Scheiße, die Gangster-Gang! Schnell sprang ich auf und drehte mich in Windeseile um die eigene Achse. Ich hatte einen Auftrag. Ben musste gerettet werden. Gerettet aus den Klauen der Bösewichte.

Nach einem kurzen Schütteln war ich endgültig bereit.

„Na, Kleiner. Bist du auch endlich wach? Übrigens, dein Auftritt war echt cool.“ Grinsend wurde ich betrachtet.

Mein Blick hing an meinem Herrchen. Wie konnte er in einer solchen Situation so cool bleiben? Ben hatte keinen ängstlichen Gesichtsausdruck. Nein, das Gegenteil war der Fall. Locker und lässig stand er auf dem Balkon und hielt einen Kaffeebecher in der Hand.

Habe ich die Idioten verscheucht? Sag schon, hattest du große Angst? Was haben sie dir getan? Mensch Ben, ich bin froh, dass die jetzt weg sind.

Stolz drehte ich mich und legte meine Vorderpfoten auf das Balkongeländer. Ich machte mich ganz lang, damit ich über die Balustrade hinweg sehen konnte. Dort unten mussten die Gangster irgendwo laufen. Weit weg konnten sie noch nicht sein, immerhin hatte ich meinen heldenhaften Auftritt gerade erst abgeliefert.

Leider war ich zu klein. Was ja nichts Schlimmes war. Auch kleine Lebewesen konnten mutig sein und Großes erreichen. Dass es so war, hatte ich eben erst bewiesen.

„Komm mal zu mir.“ Ben hockte sich auf dem Boden und breitete seine Hände aus.

Gerne. Schon machte ich mich auf den Weg. Auch wenn ich mein Herrchen selbstverständlich auch ohne Belohnung gerettet hätte, freute ich mich auf ein tolles Leckerchen.

„Sag mal, Jake, ist alles okay bei dir? Hast du dich eben in der Wohnung erschreckt? Hattest du Angst, weil ich dich einfach alleine gelassen habe? Sag mir, was los war.“ Entschuldigend, fast etwas flehend, sah Ben mich an.

Hä? Stand mein Herrchen etwa noch unter Schock? Hatte er das eben erlebte noch nicht verarbeitet? Zugegeben, es war noch nicht lange her. Allerdings war ich echt über die merkwürdigen Fragen von Ben erstaunt.

---ENDE DER LESEPROBE---