Strap-on und 9 weitere erotische Kurzgeschichtent - B. J. Hermansson - E-Book

Strap-on und 9 weitere erotische Kurzgeschichtent E-Book

B. J. Hermansson

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  • Herausgeber: LUST
  • Kategorie: Erotik
  • Serie: LUST
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2021
Beschreibung

Heißer Rollentausch und hemmungsloser Sex!Madeleine möchte neuen Schwung in ihr Sexleben mit Max bringen. Da kommt ihr die Idee, einen Strap-on zu tragen. Ein Schwanz, den sie sich umschnallen kann, um Max zu ficken. Madeleine nimmt all ihren Mut zusammen und erzählt Max von ihrer Idee – und Max ist interessierter als zunächst gedacht...Die Kurzgeschichten-Sammlung enthält:Strap-on Das Rollenspiel: Räuber und GendarmBabysitter Der FremdeDILFValentinParanormalMittsommertraumKlappe, Action, Sex!Das Kollektiv-

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Seitenzahl: 204

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B. J. Hermansson

Strap-on - Erotische Novelle und 9 weitere erotische Kurzgeschichten

 

Lust

Strap-on - Erotische Novelle und 9 weitere erotische Kurzgeschichten ÜbersetztLUST Translators OriginalStrap-on and 9 other sensual erotic storiesCoverbild/Illustration: Shutterstock Copyright © 2019, 2021 B. J. Hermansson und LUST All rights reserved ISBN: 9788728019641

 

1. Ebook-Auflage, 2021

Format: EPUB 3.0

 

Dieses Buch ist urheberrechtlich geschützt. Kopieren für gewerbliche und öffentliche Zwecke ist nur mit Zustimmung von LUST gestattet.

Strap-on - Erotische Novelle

Maximilian Alexander Forsberg, einunddreißig Jahre alt, geboren und aufgewachsen in Enskede bei Stockholm. Arbeitet als Verkäufer. Er ist die personifizierte Männlichkeit. Ein Adonis. Ein Eros. Ein Muskelberg. Mindestens dreimal pro Woche macht er Muskeltraining im Fitnessstudio. Mindestens zweimal macht er Lauftraining für die Kondition. Er guckt Fußball und trinkt Bier, manchmal lacht er, manchmal erhebt er die Stimme mit deutlichen, gekonnten Zwischenrufen für die Spieler – er macht den Sport seit Kindertagen und hat viele, viele Spiele, Strafen und Torecken hinter sich. Er guckt am liebsten Actionfilme. Er hört Indiemusik. Er isst immer mindestens zwei Hamburger, wenn wir auf unserem Balkon grillen. Manchmal geht er mit seinen Freunden oder Kollegen aus. Ab und zu liest er eine Biografie über eine historische Person, oft über Frauen. Er mag Routinen und Muster. Und mich.

Kaum jemand spricht ihn mit seinem vollständigen Namen an. Das passiert nur, wenn jemand in seiner Familie über etwas empört ist, womit er zu tun hat und das sie nicht abgesegnet haben. Wir sind jetzt seit fünf Jahren zusammen.

Wir kennen uns über Tinder. Wir haben uns ein paar Tage lang geschrieben. Er verwendete keine Emojis, wie ich es tue, aber irgendwas an ihm ließ mich trotzdem an ihn glauben. Wir trafen uns in einer Bar. Es war das erste Mal, dass wir uns sahen. Schon da verfiel ich ihm vollkommen, wie eine Furie. Er trug ein schwarzes T-Shirt, das über seiner Brust und seinem angespannten, gut trainierten Bauch spannte. Eine moderne, etwas gebleichte und nach neuester Mode kaputte Jeans mit Löchern über den Knien. Dazu ein Paar weiße, offenbar noch nie getragene Sneaker. Stilsicher, klare Farben, nichts, was besonders auffiel. Die Haare mit Wachs zur Seite gekämmt, dunkel wie seine buschigen Augenbrauen. Selbst die Augen passten farblich. Die Nase weder groß, noch klein, sondern genau dazwischen. Ich konnte es nicht festmachen, aber ich war gebannt und es gefiel mir gut. Der rechte Wangenknochen. Sein Lächeln war so natürlich wie seine Umarmung zur Begrüßung. Ich saugte den Duft von Minze und einem Parfüm in mich auf, das ich bei mehreren meiner modisch interessierten Bekannten gerochen hatte. Max, stelle er sich vor.

Aus einem Glas wurden zwei und ehe der Abend vorüber war, stand ich auf allen Vieren im Bett meiner Wohnung und wurde schön von ihm von hinten genommen. Ich kam nicht nur einmal, sondern dreimal bei unserer ersten intimen Begegnung. Ich genoss es bis ins Letzte und war selig, ihn getroffen zu haben, obwohl ich wegen seiner fehlenden Emojis Zweifel gehabt hatte. Ich war so dankbar. Mein ganzer Körper klang wie eine Fanfare der Glücksseligkeit. Es fühlte sich an, als hätte ich seit Jahren nicht so gut gefickt. Obwohl ich gerade etwa eine Woche vorher Sex gehabt hatte. Aber den Typen, Karl, hatte ich in diesem Moment vergessen. Er war viel zu eitel gewesen, um sich zu entspannen und die Hemmungen fallen zu lassen, und um der Lust freien Lauf zu lassen. Es war ein One-Night-Stand gewesen. Mit Max war es anders. Das hier würde der Anfang von viel mehr sein.

Ich spürte es.

Vor zwei Tagen haben wir unser fünfjähriges Jubiläum gefeiert. Fünf Jahre. So lange sind wir schon zusammen. So lange ist unser erstes Date her, unser erster Fick – unser erstes Treffen. Unsere Beziehung funktioniert wirklich gut. Ich würde sogar darauf bestehen, dass sie gut funktioniert. Wir kennen die Gewohnheiten des anderen. Wir lachen über die Sprüche des anderen. Wir können über Schwieriges und Einfaches reden. Manchmal kabbeln wir uns, aber nicht viel. Wir vögeln, und der Sex ist gut. Er ist echt gut. Ich kann nichts anderes darüber sagen, wirklich nicht.

Aber es gibt doch etwas, das mir fehlt.

Etwas, das wir brauchen, und das weder Max noch ich bisher gefunden zu haben scheinen. Ich habe inzwischen schon sehr lange darüber nachgedacht. Habe versucht herauszufinden, worum es geht – was eigentlich fehlt. Denn wie gesagt, wir sind glücklich miteinander. Alles ist gut. Ich sollte eigentlich nicht klagen. Aber wenn das Gefühl da ist, das das Gegenteil sagt, kann ich es nicht einfach wegschieben. Das Gefühl, dass mich einsehen lässt, dass ich mich doch ein wenig selbst belüge. Irgendwas ist da. Und egal, wie groß oder klein es ist, es ist wie eine große Wolke, die immer und immer weiter wächst, und die meine Gedanken dazu bringt, sich auszubreiten und alles infrage zu stellen. Ich will nicht, dass es so ist. Ich will nicht, dass alles gut zwischen uns ist. Ich will es verdammt noch mal richtig toll haben. Ich will, dass wir uns jeden Tag lieben, wenn wir zusammen sind. Und vor allem, und das ist mir mit der Zeit immer klarer geworden, will ich, dass unser Sex heiß ist und voller wunderbarer, süßer Magie. Ich will so ficken, dass es nicht nur einen Orgasmus gibt, sondern ein ganzes Prachtwerk. Ein Feuerwerk. Ein Sturm. Ein Meer der Lust, in dem ich baden will und mir und ihm die Säfte vom Leib lecken. So will ich es haben. Aber Max? Er mag es traditionell. Er mag mich von hinten vögeln. Manchmal darf ich ihn auch reiten. Aber mehr gibt es nicht. Und ich will es nicht auf ihn schieben, überhaupt nicht, es gehören schließlich immer zwei zu einer Beziehung. Aber ich vermisse die Abwechslung. Wir beide vermissen sie. Das glaube ich wirklich.

Wir hängen im Alltagstrott fest. Im Alltäglichen. Im Alltag. Für … immer? So muss es nicht sein. Eine Beziehung kann sich natürlich mit der Zeit verändern, aber trotzdem gut sein. Aber sie soll nicht ausebben und vollkommen ihren Dampf verlieren! Das finde ich nicht, und ich glaube auch nicht, dass es so sein muss. Man muss sich nur trauen. Sich trauen, Neues zu probieren. Sich an neue Gefühle, neue Methoden, neue … Utensilien wagen.

Ich weiß nicht, wie ich Max das näherbringen soll. Nicht, dass ich glaube, dass er mir das übelnehmen würde. Nein, wir können über das meiste reden. Aber ich hätte gern etwas Konkretes als Vorschlag, wie wir unsere Beziehung aufpeppen können. Also beginne ich zu suchen. Ich google und besuche Internetseiten, die mit verschiedenen Tipps kommen, wie man seine Beziehung auffrischt. Das beinhaltet alles, begonnen bei Sexstellungen, dem Kamasutra, dass man die Stellung ändern soll und dass man Sex an Orten haben soll, die man normalerweise nicht für die sexuelle Befriedigung benutzt – Wortwahl des Artikels, nicht meine. Zum Beispiel im Auto, auf dem Rasenmäher, in der Hängematte, auf der Treppe. Es gibt auch Tipps für verschiedene Rollenspiele und Spielchen. Daran bleibe ich hängen. Rollenspiele? Jemand anders sein? Sich verkleiden und so tun, als ob er Arzt wäre und ich seine Patientin … nein, das klingt nicht, als wäre es etwas für mich. Noch weniger würde es Max gefallen. Aber irgendwas mit Rollen. Ich möchte weiterlesen und mehr Informationen auf dem Gebiet sammeln. Ich google weiter. Ich komme auf Seiten mit diesem und jenem. Die Tipps reihen sich aneinander. Leck so, küss so, blas so. Kauf eine Schaukel, hab Sex im Bett von Freunden, während ihr dort mit vielen Gästen eingeladen seid. Ja, es sind unendlich viele Tipps. Sex, das erotische Abenteuer, bietet eine enorme Vielfalt, die nie zu Ende zu gehen scheint.

Ich denke ein paar Tage nach. Die Gedanken umschwirren mich, ich versuche sie zu fangen und zu Ideen zu formen, die sowohl gut als auch konkret sind. Etwas, das Max und mir beiden gefallen würde. Aber ich finde nichts. Jedes Mal, wenn ich glaube, eine Inspiration zu einer guten Idee formen zu können, hebt sie ab und fliegt weg – irgendwo anders hin.

Als ich aufgegeben habe. Als ich mit etwas ganz anderem beschäftigt bin als mit potenziellen Ideen, um unser Sexleben aufzubessern – da begreife ich es.

Wie gesagt, Max ist die personifizierte Männlichkeit. Sicher in dem, was er tut. Selbstsicher. Sicher in seinen Gewohnheiten. Sicher darin, was er gut kann, wovon er selten abweicht. Denn das ist sein … Selbstgefühl? Sein Genuss? Seine Sicherheit? Und plötzlich fällt alles klar und deutlich vor mir auf seinen Platz. Rollen. Rollenspiel. Männlichkeit. Identität. Muster. Gewohnheiten. Alltag. Etwas tun, was man noch nie getan hat. Sein … wie man noch nie gewesen ist.

Was würde passieren, wenn man das ändern würde?

Was würde passieren, wenn ich meine Rolle verlassen würde?

Was würde passieren, wenn Max seine Rolle verlassen würde?

Sofort, sobald mir dieser Gedanke kommt, ist mir klar, wie man ihn umsetzen kann. Er wird zur Wirklichkeit, ich sehe Max und mich in dieser Idee den richtigen Platz finden und ich glaube zutiefst, ja, ich bin fast überzeugt, dass das hier genau das ist, was ich suche. Es brennt zwischen meinen Beinen. Der Gedanke macht mich geil. Ich schließe meine Augen und erinnere mich an meine Vorstellung. Das Neue, Spannende – Verbotene? Die Rollen werden komplett verändert. Nicht zuletzt weiblich und männlich. Und Max kommt in eine ganz neue Situation, eine neue Rolle, ein neuer Platz. Vor allem aber: ein neues Gefühl. Ich bin überzeugt, dass das für ihn komplett neu ist. Ich kann mir in meiner wildesten Fantasie nicht vorstellen, dass er so etwas schon einmal probiert hat. Niemals, niemals, niemals.

Trotzdem bin ich mir aus irgendeinem Grund vollkommen sicher. Es wird ihm gefallen. Wenn er es nur wagt, sich auf mich verlässt und das Neue ausprobiert. Unsere Muster durchbrechen, seiner Männlichkeit und den dazugehörigen Normen trotzen – so werde ich ihn vorbereiten. Das müsste er mitmachen. Ich glaube sogar, dass er es mögen wird. Fast so sehr wie ich. Wenn ich das denke und die Bilder vor mir sehe, kann ich schon spüren, wie es sich bei mir anfühlt. Wie es sich an meiner Haut anfühlt. Das Material. Es ist wohl Plastik? Wird er es schmerzhaft finden? Ja, wahrscheinlich, das wird er wohl, wenn er daran noch nicht gewöhnt ist. Jedenfalls am Anfang. Ich müsste vorsichtig sein, sachte, mit sanften Bewegungen. Und mit viel Gleitmittel. Ich habe so etwas noch nie zuvor gemacht. Noch nie. Trotzdem, jetzt, wo der Gedanke da ist, erschlägt er mich mit einer solchen Wucht, so viel Sehnsucht. Eine feuchte Geilheit wächst in mir. Warum habe ich nicht schon früher daran gedacht? Warum habe ich nicht in diesen Bahnen überlegt – bis jetzt? Vielleicht war die Zeit reif. Vielleicht hat die Langeweile einen Scheidepunkt erreicht. Weitermachen oder verändern. Ich wähle das Letztere und hoffe, nein, bete geradezu, dass Max ja sagt. Dass er es versuchen will. Denn ich habe keine Zweifel: Wenn er ja sagt, wird er es keinesfalls bereuen.

*

Madeleine Emma Augustina Johansson, siebenundzwanzig Jahre alt, geboren und aufgewachsen in Linköping. Arbeitet als freie Autorin. Als ich sie mich fragt, weiß ich nicht, wie ich reagieren soll. Ich weiß weder, was ich fühle, noch, was ich denke. Ich muss den Gedanken mehrfach durch den Kopf laufen lassen, bis ich ihn vollständig verstehe.

Strap-on.

Genommen werden.

Ich.

Nein, denke ich. Nein, sage ich, nachdem ich mich schon lange auf dem Sofa gewunden habe und Madde hat ohnehin längst verstanden, was ich denke, und fühlt sich unwohl. Nein, sage ich erneut, und wische die Idee mit einer machohaften Replik weg, die genauso doof ist, wie ich mich gerade fühle. Ich weiß nicht, wieso kann ich es nicht einfach sagen? Ich kann einfach nicht ja oder vielleicht sagen. Allein der Gedanke, dass mein Nein nicht endgültig ist, fühlt sich zu riskant an. Riskant weswegen?, frage ich mich, sobald sich der Satz in meinem Kopf geformt hat. Ich spüre erneut, wie albern ich bin. Die Gedanken türmen sich in mir. Ich gehe aus dem Wohnzimmer und setze mich an den Computer, um mich abzulenken. Aber ich kann nicht aufhören, daran zu denken. Und ich frage mich die ganze Zeit: Wie würde es sich anfühlen? Echt, ich habe ja überhaupt keine Ahnung. Echt, warum sollte man eigentlich nein zu etwas sagen, wovon man überhaupt keine Ahnung hat? Ich weiß um meine Männlichkeit oder vielmehr mein Image, und dass der Versuch, ständig in die Rolle zu passen, mich mehr steuert als er sollte. Darüber mache ich mir öfter Gedanken. Ich habe bei mehreren Gelegenheiten bemerkt, dass ich daran arbeiten müsste. Davon müsste ich mich aktiv lösen, um Max zu folgen, statt seiner Männlichkeit. Oder dem männlichen Image, eher gesagt. Aber trotz dieser vernünftigen Gedanken und Erklärungen, den positiven Bildern, weiß ich nicht, wie ich zu einem Versuch stehe. Es fühlt sich so … weit weg an. Genommen zu werden.

Gleichzeitig versuche ich diesen Gedanken zu bekämpfen und gleichzeitig, ihn zu verstehen. Die Logik zu erkennen, das Positive, ihn als etwas zu sehen, was mir gefallen könnte, als etwas, das vielleicht gut und notwendig für Madde und mich wäre. Ich kann nicht umhin, zu merken, dass mit mir etwas geschieht. In mir drin. In meiner Jogginghose stellt sich langsam mein Schwanz auf. Er beginnt zu brennen und zu pulsieren. Und ich sehne mich danach, Hand an ihn zu legen und an ihm zu ziehen und mich langsam zu befriedigen, bis ich zwischen meinen Fingern explodiere. Während ich daran denke, sehe ich vor mir, wie Madde mich mit dem Strap-on penetriert.

Ich wäre ein Idiot, wenn ich es nicht probieren würde. Wenn ich all die dummen Normen und idiotischen Ideen nicht wegschieben würde – um der Neugier zu folgen.

An dem Abend haben wir Sex. Wir ficken wie immer. Kommen. Und es ist schön und gut und ja, all das. Bevor ich einschlafe, fasse ich den Entschluss.

Am nächsten Tag gehe ich selber in der Mittagspause los und kaufe einen Strap-on.

*

Als Max mir zeigt, was er gekauft hat, bin ich vollkommen außer mir. Wie so eine Vierzehnjährige. Verliebtheit, Kichern und Unsicherheit gemischt mit seliger Aufregung und Neugier. Ich bin total aufgewühlt. Geil. Kann es nicht abwarten, ihn auszuprobieren. Gleichzeitig bin ich etwas nervös – was, wenn es eine Enttäuschung wird? Was, wenn es überhaupt nicht so ist wie erwartet? Ich schiebe den Gedanken zur Seite, denn das Gefühl darüber, dass Max zugestimmt hat, überwiegt. Dass er es ausprobieren will. Irgendwo in mir drin, obwohl ich so nicht denken wollte, habe ich nicht geglaubt, dass er ja sagen würde. An diesem späten Freitagnachmittag gibt er mir das Päckchen und ich öffne es schnell. Überraschungen, Päckchen und Geduld gehen bei mir nicht gut zusammen. Aber nun bin ich glücklich. Es fühlt sich an wie ein Gewinn, etwas unglaublich Wunderbares. Die Aufregung in mir drin wächst und breitet sich in alle Richtungen aus. Ich kann mich nicht zurückhalten. Wir müssen es sofort ausprobieren. Und das beschließen wir dann auch.

*

Schlafzimmer. Es ist kurz nach sechs. Die Geilheit tropft zwischen meinen Schenkeln. Wie eine tickende Bombe nähert sie sich der Explosion. Der Orgasmus lauert schon im Augenwinkel, schon in Reichweite. Max zieht sich aus. Stückweise zieht er sich vor mir aus. Ich tue es ihm gleich. Wir nähern uns unserer Haut, ein Kleidungsstück nach dem anderen fällt zu Boden. Bald liegen sie alle in großen Haufen da, wie ein Teppich unter unseren Füßen. Max und ich stehen uns gegenüber. Ich sehe die Unsicherheit in seinen Augen. Trotzdem bezeugt sein steifer Schwanz seinen deutlichen Willen weiterzumachen. Sein Blick ist ungeduldig, abwartend, gleichzeitig geil und eventuell ein wenig ängstlich. Ich frage ihn, ob er sich sicher ist, dass wir das durchziehen, woraufhin er nickt. Ich muss ihn noch ein paar Sekunden lang in mich aufsaugen. Max. Den Mann. Meinen Mann. Er ist groß, gut trainiert, muskulös. Seine Muskeln formen seinen angespannten Körper. Seine Brustmuskeln stehen deutlich hervor. Sein Bauch ist fest. Seine Brust ist frisch rasiert. Seine Beine sind haarig. Nicht sehr, aber männlich. Seine Beine stehen fest, angespannt, gut trainiert durch viel Training, wie der Rest seines Körpers. Ich sehe ihm in die Augen. Ich sehe sein Gesicht an, nehme auch da die Details in mich auf. Ein wenig glaube ich, dass das hier gerade nicht passiert – nicht wirklich. Vielleicht ist es nur eine Vorstellung, ein feuchter Traum, aus dem ich jederzeit verwirrt aufwache und zu mir selbst sage: Aber das hat sich so echt angefühlt! Aber es ist kein Traum, es ist hier und jetzt. Wir sind Max und Madde in unserem gemeinsamen Schlafzimmer. Alle wach, alles wie immer. Aber eben doch nicht. Überhaupt nicht.

Ich will an seine Lippen. Volle, schöne, mondförmige Lippen. Ich will sie küssen. Seine Bartstoppeln werden an meiner Haut kratzen, wenn wir uns küssen – wie ich es mag. Er wird mich mit nassen Küssen übersäen, voller Spucke und Versuchung. Ich werde um mehr flehen. Flehen und bekommen. Aber zuerst muss ich mir das Zubehör anziehen, das Ding – den Schwanz.

Langsam nehme ich das Spielzeug aus dem Karton. Ich stelle meine Beine in die Gurte und führe sie zu meiner Taille, wo ich sie mithilfe des Befestigungsgürtels richtig einstelle. Ja, es ist alles aus Plastik. Kunstleder, aber kein richtiges. Das Material ist kalt, geradezu kühlend auf meiner Haut, die zu diesem Zeitpunkt schon dampft. Ich ziehe den Gurt ordentlich fest, damit er sich nicht lösen und mir über die Beine rutschen kann. Vor mir sehe ich nun nicht nur Max‘ Schwanz, der gerade in meine Richtung zeigt – hart, hungernd, gerade, appetitlich. Ich sehe auch meinen. Meinen Strap-on. Meinen Schwanz. Ein realistischer Schwanz in dunkler Farbe, nicht schwarz aber fast. Ich führe meine Hände zu ihm. Ich greife nach ihm, wie ich mir vorstelle, dass ein Mann, insbesondere Max, seinen Hammer in der Hand hält. Ich drücke zu, fasse hin, lasse meine Hände vor und zurück gleiten. Streichle. Befriedige ganz leicht. Das plastische Material, Silikon könnte es sein, wird schnell von meiner Hand gewärmt. Und Max folgt gierig jeder meiner Bewegung, aufgeregt und vollkommen konzentriert. Ich merke deutlich, wie sehr es ihm gefällt. Sehr, sehr gut. Und dieser Beweis, dieses Wissen füllt mich mit elektrischer Spannung, so ein überschäumendes Gefühl von Lust und Gier. Ich will nichts mehr, als ihn nehmen. Ich will nichts lieber, als dieses Stück, dieses Organ zu benutzen – und ihn penetrieren. Ich verwandle mich hier und jetzt in eine Frau mit männlichem Geschlecht. Eine Frau mit der Macht eines Mannes. Mein Körper ist wie seiner, aber mit meinen eigenen Sinnen.

Ich bitte Max, sich auf alle Viere in mein Bett zu stellen. Er gehorcht. Er sagt nichts, er tut es einfach. Wenige Sekunden später steht er da. In meiner ehemaligen Stellung. Er kniet da und stützt sich auf seine durchtrainierten, muskulösen Arme. Er dreht den Kopf wieder und wieder nach hinten, um sich zu vergewissern, was ich als nächstes tue. Sein praller Arsch streckt sich mir entgegen. Auch der ist durchtrainiert. Groß. Fest. Knackig. Seine Pobacken sind wie eine menschliche Frucht, die in zwei Teile geteilt wurde. Eine Frucht, die ich um jeden Preis … kosten will. Genial!, denke ich. Der Wille, die Neugier – aber auch der Vorteil. Ich nähere mich ihm mit Entschlossenheit, und ehe er reagieren kann, gerade, als sein Blick nach vorne gewendet ist, küsse ich seinen Anus mit einem nassen, hungrigen Kuss. Und noch einmal. Und noch einmal. Und noch einmal. ich küsse seinen Arsch, ich küsse die Ritze bis zur Innenseite seines Körpers. Und ich küsse seine Arschbacken, eine nach der anderen. Ich klatsche mit der Hand sogar auf die rechte Backe, während ich ihn küsse. Es klatscht, die Haut wabbelt, obwohl sie so fest ist. Ich tue es wieder. Und wieder. Härter. Fester. Und Max lehnt sich in meine Richtung, will mehr. Er atmet schwerer, die Geilheit füllt quasi seinen Atem. Ich beginne ihn zu lecken. Und kurz danach lecke ich seinen Anus mit voller Hingabe. Meine Zunge leckt seine Männlichkeit auf. Meine Zunge verteilt Spucke auf seinem Körper, seinen Arsch, seinen Arschbacken, seinen Anus. Ich lecke ihn, bis meine Spucke über seine goldene, angespannte Haut rinnt. Max stöhnt. Er sagt nichts, er stöhnt. Sein Körper, seine Lungen, seine Geilheit zeigen deutlich, dass es ihm gefällt. Dass es ihn anmacht. Dass er davon geil wird. Und das Magische zwischen Max und mir ist, dass ich davon geil werde, wenn er geil wird. Das Wissen, dass ich es bin, die ihn antörnt, erregt mich mit einer totalen und unaufhaltsamen Glut. Ich lecke schneller. Ich führe meine Zunge in ihn ein, nicht nur an der Öffnung, neckend an der Grenze – nein, ich führe die Zunge in sein Loch ein. Schmecke ihn. Küsse ihn und lecke schneller, härter, tiefer. Meine Muschi jammert und will mehr und mehr und kann auch nicht mehr warten.

Ich werde ihn ficken.

Jetzt ist er warm und feucht, es ist so weit. Ich halte in meinen Bewegungen inne. Stehe dich, dicht an ihm dran, mit meinem Kunstschwanz vor mir, der wie ein hungriges, glühendes Glied nach vorn zeigt. Ich frage mich erneut: Passiert das gerade wirklich? Maximilian Alexander Forsberg steht echt auf allen Vieren vor mir, Madeleine Emma Augustina Johansson, und wartet auf meinen Schwanz, wartet auf das Gefühl, genommen zu werden, dominiert, in Besitz genommen zu werden – von mir. Ja! Ja! Ja! Es passiert wirklich. Es passiert, es geschieht. Und ich bin mitten in einem Feuerwerk von nassen, wilden Fantasien, die sich in Zeit und Raum verwirklichen.

„Was soll ich machen?“, frage ich ihn, obwohl ich die Antwort kenne.

Ich will es von ihm hören. Die Macht liegt bei mir. Er ist derjenige, der bittet, er ist der, der fleht. Er ist der, der steinhart ist. Er will es, er sehnt sich genau wie ich danach, dass ich meinen Stab in ihn einführe – ihn penetriere, ficke und befriedige.

„Fick mich, Madde. Ich will deinen Schwanz spüren. Tief in mir drin.“

Er sagt Dinge, die ich in der Reihenfolge noch nie von ihm gehört habe. Sätze, von denen ich wirklich niemals geglaubt hätte, sie jemals aus seinem Mund zu hören. Ich liebe es. Die Geilheit explodiert zwischen meinen Beinen. Ich führe ein paar Finger in meine Muschi ein und befriedige mich intensiv für eine kurze Weile. Ich explodiere in einem Feuerwerk, einer Fanfare, einem Triumph der Lust. Der Orgasmus nimmt mich mit, küsst mich, macht mich komplett. Ich fahre mit unserem Spiel fort. Mein Körper kommt an den Punkt, an dem es nichts anderes als Geilheit und Rhythmus gibt und das Wunderbare, befriedigt zu werden. Ich muss mich nicht einmal selbst fragen. Ich werde das hier lieben, denke ich. Ich werde es lieben, in ihm zu kommen. Ich werde jeden Stoß genießen. Jedes Reinkommen, jeden Rhythmus. Ich bezweifle nicht im Geringsten, dass er dasselbe fühlen wird, wodurch meine Geilheit und meine eigene Lust stark und leuchtend sind. Das hier wird richtig gut.

Und dann tue ich es. Ich drücke Gleitmittel auf meine Hand. Streichle schnell über seinen Arsch, lasse einen Finger hineingleiten, lasse zwei Finger hineingleiten, lasse drei Finger hineingleiten. Max wiehert. Max ist steinhart. Max sagt ja, ja, ja. Mehr, mehr, mehr. Und ich fahre fort. Ich bedecke meinen Strap-on mit Gleitmittel. Gründlich. Ich ertränke meine Eichel in Gleitmittel, das ist das Wichtigste, dass sie ohne Widerstand hineingleitet und es nicht weh tut. Max‘ Worte werden von Stöhnen erstickt, von Jammern, Keuchen, fallengelassener Zurückhaltung, Befreiung, Stößen, Puls, Ungeduld und einem Schwanz, der explodiert und nehmen will.

Ich habe den Schwanz. Ich habe die Macht. Ich habe den Orgasmus in meiner Hand, ich kann es ihn spüren lassen – das Neue, Fremde, Erregende und hoffentlich außerordentlich Herrliche. Ich, ich, ich. Ich bin es, die es tut. Mir hat er es zu verdanken. Und dieser Gedanke, dieses Wissen, füllt mich mit dem berauschenden Gefühl der Möglichkeiten. Geben können. Und gleichzeitig bekommen. Er ist hier und jetzt von mir abhängig. Die Flamme durchstößt meinen Körper. Meine Begierde ist total.

*

„Oh! Oh! Oh! Ja! Ja! Ja! Mehr. Mmm … Vorsichtig, vorsichtig. Ja … ja … ja … Oh! JA! JA! JA!“