Supply Chain Management in der Automobilindustrie - Andreas Berrisch - E-Book

Supply Chain Management in der Automobilindustrie E-Book

Andreas Berrisch

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Beschreibung

Diplomarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik, Note: 1,7, FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Neuss früher Fachhochschule, Veranstaltung: Logistik, Sprache: Deutsch, Abstract: Es gibt eine Vielzahl von Methoden und Ansätzen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Kaizen, Total Quality Management (TQM) oder Customer Relationship Management (CRM) sind beispielhafte Ansätze. Hierbei wird die Organisationsstruktur in unterschiedliche Einheiten gegliedert, sodass es zwischen den einzel-nen Abteilungen zu Zielkonflikten kommen kann. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, bedarf es eines ausgewogenen Zusammenwirkens der Bereiche und Abteilungen. Hieran orientiert sich das Prozessmanagement mit seiner strukturübergreifenden Sichtweise innerhalb einer Supply Chain (SC)1. Die Beteiligten eines Geschäftsprozesses orientieren sich vermehrt am Kundenwunsch und legen diesen tendenziell bedarfsgerecht aus. Dadurch können sich Performance-Steigerungen in zweistelliger Höhe ergeben2. Die Logistik hat in ihrem Ursprung zunächst die funktional ausgerichteten Transferaktivitäten Transport, Lager und Umschlag umfasst. Später ist die Koordinations- und Querschnittsfunktion als Integration der betrieblichen Funktionsbereiche mit einbezogen worden. Ab den 90er-Jahren ist vermehrt das Supply Chain Management (SCM) in den Vordergrund gerückt, das die Informations-, Material-, und Finanzflüsse integriert3. Es sind heute gerade gut funktionierende SCs, die überwiegend den Wettbewerbsvorteil sichern. Paradoxerweise zeigt eine aktuelle Studie der Universität Köln und der Unternehmensberatung McKinsey & Company, dass die Hälfte aller Versuche, die SC zu optimieren, scheitern. Das stimmt bedenklich, da ein derartiges Projekt nicht unerhebliche Kosten verursacht und Mitarbeiter bindet4. Erschwerend kommt hinzu, dass die Rahmenbedingungen im Bereich der Logistik in den letzten Jahren einen stetigen Wan-del erfahren haben. Beeinflusst wird das Wettbewerbsumfeld durch eine zunehmende Komplexität in Form von Teile-, Varianten-, Kunden- und Lieferantenvielfalt. Darüber hinaus wirken sich der technologische Fortschritt und die verkürzten Produktlebenszyklen zunehmend auf den globalen Wettbewerb aus. Dennoch lassen sich mit Hilfe der unternehmensübergreifenden Geschäftsprozessintegration ungenutzte Erfolgspotenziale erschließen.

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Veröffentlichungsjahr: 2008

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Inhaltsverzeichnis

 

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1          Einleitung

1.1   Hintergrund und Forschungsinteresse

1.2   Zielsetzung der Arbeit

1.3   Aufbau der Arbeit

2          Die Automobilindustrie

2.1   Daten und Hintergrundinformationen

2.1.1        Historische Meilensteine

2.1.2        Die weltweite Bedeutung des Wirtschaftszweigs

2.1.3        Der Standort Deutschland

2.2   Aktuelle Trends

2.2.1        Preis- und Kostendruck

2.2.2        Globalisierung

2.2.3        Betriebsübergreifende Kooperationen und Zusammenschlüsse

2.2.4        Individualisierte Kundenbedürfnisse und verstärkte Kundenorientierung

2.2.5        Verkürzte Produktlebenszyklen

3          Prozessoptimierung

3.1   Abwendung von der Funktionsorientierung

3.2   Definitionen

3.2.1        Prozesse

3.2.2        Geschäftsprozesse

3.3   Ansätze der Prozessoptimierung

3.3.1        Total Quality Management

3.3.2        Lean Management

3.3.2.1       Kanban

3.3.2.2       Kaizen

3.3.3        Business Process Reengineering

4          Supply Chain Management

4.1   Grundlagen

4.1.1        Die Entstehung

4.1.2        Begriffsabgrenzung

4.1.3        Order-to-Payment-S

4.2   Der Bullwhip-Effekt als Hauptmotiv

4.3   Voraussetzungen für erfolgreiches Supply Chain Management

4.3.1        Change Management

4.3.2        Reduzierung der Schnittstellen

4.4   Aufgaben und Ziele des Supply Chain Management

4.5   Konzepte des Supply Chain Management

4.6   Querschnittsaufgaben

4.6.1        Supplier Relationship Management

4.6.2        Customer Relationship Management

4.7   Prozessoptimierungsansätze versus Supply Chain Management

5          Supply Chain Management-Handlungsempfehlung für kleine und mittlere Unternehmen

6          Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

BMW                            Bayerische Motoren Werke AG

BPR                              Business Process Reengineering

CRM                             Customer Relationship Management

Diss.                              Dissertation

ebd.                               ebenda

EDV                             elektronische Datenverarbeitung

ERP                              Enterprise Resource Planning

EU                                Europäische Union

http                               Hypertext Transfer Protocol

IC                                  Information Control

IO                                 Industrielle Organisation

Jg.                                  Jahrgang

JIS                                 Just-in-sequence

JIT                                 Just-in-time

KMU                            kleine und mittlere Unternehmen

KVP                              kontinuierlicher Verbesserungsprozess

MAN                            Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg

Mercosur                       Mercado Comun del Cono Sur

Mio.                              Millionen

Mrd.                              Milliarden

NAFTA                        North American Free-Trade Area

Nr.                                 Nummer

o. Jg.                             ohne Jahrgang

o. Nr.                             ohne Nummer

o. S.                               ohne Seitenangabe

o. V.                              ohne Verfasser

Pkw                               Personenkraftwagen

PPS                               Produktionsplanung und -steuerung

SAIC                            Shanghai Automotive Industries Corporation

SC                                 Supply Chain

SCM                             Supply Chain Management

SE                                 Simultaneous Engineering

SRM                             Supplier Relationship Management

SVW                             Shanghai Volkswagen

TQM                             Total Quality Management

VDA                             Verband der Automobilindustrie

VW                               Volkswagen

XML                             Extensible Markup Language

ZfAW                           Zeitschrift für die gesamte Wertschöpfungskette Automobilwirtschaft

ZfB                               Zeitschrift für Betriebswirtschaft

ZfbF                              Zeitschrift für betriebswirtschaftliche Forschung

Abbildungsverzeichnis

 

Abbildung 1: Die Weltautomobilproduktion 2007

Abbildung 2: Die Produktion deutscher Konzernmarken nach Regionen 2007

Abbildung 3: Die Zahlungsbereitschaft der Deutschen

Abbildung 4: Konzentrationsprozess bei den Automobilherstellern

Abbildung 5: Motivstruktur beim Autokauf

Abbildung 6: Anzahl der Rückrufaktionen von 1998-2005

Abbildung 7: Kernaussagen des Total Quality Management

Abbildung 8: Das Kanban-Regelkreissystem

Abbildung 9: Business Process Reengineering versus Kaizen

Abbildung 10: Beispielhafte Darstellung einer Supply Chain

Abbildung 11: Order-to-Payment-S in der Supply Chain

Abbildung 12: Der Bullwhip-Effekt

Abbildung 13: Von der konventionellen Produktion zum Supply Chain Management

Abbildung 14: Wirkungszusammenhänge bei Veränderungen

Abbildung 15: Mögliche Bestandteile des Relationship Management

Abbildung 16: Vom TQM zum CRM-Ansatz

Tabellenverzeichnis

 

Tabelle 1: Neuzulassungen und Marktanteile von Pkw in Westeuropa

Tabelle 2: Veränderungen der Management-Denkweisen

Tabelle 3: Einstellungsänderung bei den Mitarbeitern

Tabelle 4: Definitionen des Supply Chain Management

1                   Einleitung

 

1.1            Hintergrund und Forschungsinteresse

 

Es gibt eine Vielzahl von Methoden und Ansätzen zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen. Kaizen, Total Quality Management (TQM) oder Customer Relationship Management (CRM) sind beispielhafte Ansätze. Hierbei wird die Organisationsstruktur in unterschiedliche Einheiten gegliedert, sodass es zwischen den einzelnen Abteilungen zu Zielkonflikten kommen kann. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, bedarf es eines ausgewogenen Zusammenwirkens der Bereiche und Abteilungen. Hieran orientiert sich das Prozessmanagement mit seiner strukturübergreifenden Sichtweise innerhalb einerSupplyChain (SC)[1]. Die Beteiligten eines Geschäftsprozesses orientieren sich vermehrt am Kundenwunsch und legen diesen tendenziell bedarfsgerecht aus. Dadurch können sich Performance-Steigerungen in zweistelliger Höhe ergeben[2].

 

Die Logistik hat in ihrem Ursprung zunächst die funktional ausgerichteten Transferaktivitäten Transport, Lager und Umschlag umfasst. Später ist die Koordinations- und Querschnittsfunktion als Integration der betrieblichen Funktionsbereiche mit einbezogen worden. Ab den 90er-Jahren ist vermehrt dasSupplyChain Management (SCM) in den Vordergrund gerückt, das dieInformations-,Material-, und Finanzflüsse integriert[3]. Es sind heute gerade gut funktionierende SCs, die überwiegend den Wettbewerbsvorteil sichern. Paradoxerweise zeigt eine aktuelle Studie der Universität Köln und der Unternehmensberatung McKinsey & Company, dass die Hälfte aller Versuche, die SC zu optimieren, scheitern. Das stimmt bedenklich, da ein derartiges Projekt nicht unerhebliche Kosten verursacht und Mitarbeiter bindet[4]. Erschwerend kommt hinzu, dass die Rahmenbedingungen im Bereich der Logistik in den letzten Jahren einen stetigen Wandel erfahren haben. Beeinflusst wird das Wettbewerbsumfeld durch eine zunehmende Komplexität in Form von Teile-, Varianten-, Kunden- und Lieferantenvielfalt. Darüber hinaus wirken sich der technologische Fortschritt und die verkürzten Produktlebenszyklen zunehmend auf den globalen Wettbewerb aus. Dennoch lassen sich mit Hilfe der unternehmensübergreifenden Geschäftsprozessintegration ungenutzte Erfolgspotenziale erschließen. Wie den veränderten Rahmenbedingungen entgegengewirkt werden kann, haben Innovationsführer mit der effektiven Vernetzung logistischer Prozesse vorgemacht[5]. Ganz aktuell wird die Automobilindustrie mit steigenden Benzinpreisen konfrontiert. Laut statistischem Bundesamt sind insbesondere dadurch die Kosten für das Autofahren von Mai 2007 bis Mai 2008 um 4,3 Prozent gestiegen. Das wirkt sich zunehmend auf die Autoverkäufe im Inland aus, denn bereits im Jahr 2007 wurden 9,2 Prozent weniger Neufahrzeuge in Deutschland abgesetzt als noch ein Jahr zuvor. In einer Studie der Dekra Consulting heißt es zudem, dass in Deutschland die Existenz jedes dritten Automobilhändlers gefährdet ist[6]. Nicht zuletzt deshalb ist es interessant, das Thema um SCM in dieser Branche genauer zu betrachten.

 

1.2            Zielsetzung der Arbeit

 

Die Arbeit ist zu einem Großteil auf theoretischer Basis angelegt und wird im gesamten Verlauf mit Unternehmensbeispielen aus dem Wirtschaftszweig der Automobilindustrie verdeutlicht. Auch wenn der Titel der vorliegenden Arbeit die Vermutung aufkommen lässt, es würde ausschließlich das SCM behandelt, so sei darauf aufmerksam gemacht, dass zusätzlich die Prozessoptimierung in ihren unterschiedlichen Facetten und bestimmten Management-Ansätzen umfassend thematisiert wird. Das SCM wird in der Praxis tendenziell von Großunternehmen umgesetzt, da sie ausreichend Macht besitzen, um Kooperationen im Zweifel zu erzwingen[7]. Doch das Wissen um SCM kann auch für kleine und mittlere Unternehmen[8] (KMU) genutzt werden, um ihre Prozesse effizient zu steuern. Denn vor dem Hintergrund sich ständig ändernder Marktbedingungen ist es gerade auch für KMU interessant und bedeutsam, diesen Ansatz mit seinen Möglichkeiten zu kennen. Die wissenschaftliche bzw. methodische Zielsetzung der Arbeit stellt sich wie folgt dar:

 

(a)    Wie ist der Status quo in der Automobilindustrie?

(b)   Welche Ergebnisse können erzielt werden, wenn die funktionsorientierte Sichtweise abgelegt und eine prozessorientierte Sichtweise eingeführt wird?

(c)    Welche Management-Ansätze neben dem SCM gibt es, um Geschäftsprozesse effizient zu steuern? Welchen Einfluss haben diese auf das SCM?

(d)   Was sollte vor der Einführung des SCM beachtet werden und welche Aufgaben und Ziele hat es?

(e)    Welche Potenziale des SCM lassen sich auch für KMU nutzen? Steht der Nutzen für diese Unternehmen in einem gesunden Verhältnis zu den Transaktionskosten? Ist es überhaupt zweckmäßig für Unternehmen dieser Größenordung, sich mit Einbindung von Lieferanten[9] und Endkunden mit SCM zu befassen?

 

1.3            Aufbau der Arbeit

 

Die Arbeit ist in sechs Kapitel gegliedert und wird nach der Einleitung mit der Vorstellung der Automobilindustrie beginnen. Eingehend werden historische Meilensteine der Automobilindustrie vorgestellt. Im Anschluss werden Daten und Hintergrundinformationen angeführt, um zu verdeutlichen, wie wichtig die Automobilindustrie weltweit und für den Standort Deutschland ist. Die Trends zeigen auf, welche derzeitigen Entwicklungen von Wettbewerbern, aber auch von der Endkundenseite, ihren Lauf nehmen. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit der Prozessoptimierung, beginnend mit der Abkehr von der funktionsorientierten Sichtweise. Weiterführend werden der Prozess- und der Geschäftsprozessbegriff definiert, bevor Management-Ansätze wie TQM, LeanManagementund BPR thematisiert werden, die u. a. auch in der Automobilindustrie hohen Stellenwert genießen und eingesetzt werden. Im vierten Kapitel wird das SCM diskutiert. Nach Erarbeitung der Grundlagen werden insbesondere die Motive, Voraussetzungen und beispielhafte Konzepte des SCM erörtert. Als das in der Literatur ausschlaggebende Motiv des SCM wird der Bullwhip-Effekt besonders hervor gehoben. Darüber hinaus werden das Supplier Relationship Management (SRM) und das CRM als Querschnittsaufgaben des SCM vorgestellt. Gemeinsamkeiten zwischen den Ansätzen der Prozessoptimierung und des SCM werden zum Ende des vierten Kapitels abgeglichen. Zur Frage, ob ein SCM in kleinen und mittleren Unternehmen sinnvoll ist, erarbeitet der Autor im fünften Kapitel eine Handlungsempfehlung. Das sechste Kapitel liefert eine zusammenfassende Betrachtung der Arbeit mit einem Ausblick.