8,99 €
Was sieht, fühlt, erlebt ein Baby? Wie spürt es seinen Hunger? Wie nimmt es einen Sonnenfleck an der Wand, die Augen seiner Mutter, das Fließen der Zeit, den Raum seines Zimmers wahr? Wann fängt es an, »ich« zu denken? Die Entwicklung eines Kleinkinds – Szenen aus seinem Alltag von der sechsten Woche bis zum vierten Lebensjahr.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2015
Mehr über unsere Autoren und Bücher:
www.piper.de
Meiner Frau Nadia
Übersetzung aus dem Amerikanischen von Gabriele Erb
ISBN 978-3-492-97039-6 Dezember 2015 © Daniel N. Stern, M. D. 1990 Titel der amerikanischen Originalausgabe: »Diary of a Baby«, Basic Books, New York 1990 Deutschsprachige Ausgabe: Piper Verlag GmbH, München/Berlin 1991 Redaktion der deutschen Ausgabe: Ingrid Veblé-Weigel Covergestaltung: Cornelia Niere, München Covermotiv: Getty Images Datenkonvertierung: CPI books GmbH, Leck
Einführung Die Entfaltung der Wirklichkeit im Leben eines Kindes
Dieses Buch ist das persönliche Tagebuch eines Kindes, das Joey heißt. Ich habe es erfunden, weil ich Antworten auf Fragen finden wollte, die wir uns alle über das Innenleben des Kleinkindes stellen. Was – meinen Sie – geht beispielsweise in Ihrem Kind vor, wenn es Ihnen unverwandt ins Gesicht blickt, oder wenn es die Stäbe seines Kinderbettchens oder gar etwas so Simples wie einen Sonnenstrahl an der Wand betrachtet? Was empfindet es, wenn es hungrig oder traurig ist oder gestillt wird, oder wenn Sie gerade ganz nah mit ihm schmusen? Wie ergeht es ihm, wenn es von Ihnen getrennt ist?
Seit mehr als zwanzig Jahren beschäftige ich mich mit solchen Fragen und versuche Antworten zu entwickeln. Dabei habe ich viel Zeit mit Kleinkindern verbracht: als Vater von fünf Kindern ebenso wie als Kinderpsychiater, wenn ich Kinder im Hinblick auf die Beziehung zu ihren Eltern therapiere. Als Entwicklungspsychologe habe ich darüber hinaus Kinder beobachtet und empirisch untersucht.
Anfangs glaubte ich, daß man das kindliche Erleben durch einen rein intellektuellen Ansatz erforschen könnte. Ganz allmählich wurde mir jedoch bewußt, daß mein Interesse an diesem Thema nicht auf Neugier beruhte. Es waren die Anfänge, denen ich auf die Spur kommen wollte, weil sie mich zum eigentlichen, zum innersten Wesen der menschlichen Natur führen sollten: Schließlich sind wir alle einmal Kinder gewesen. Jeder von uns hat ganz bestimmte Vorstellungen von bestimmten Babys und von dem, was frühe Kindheit eigentlich bedeutet. Niemand ist deshalb davor gefeit, einem Säugling, mit dem er zufällig zusammentrifft, den er versorgt oder wissenschaftlich beobachtet, bestimmte Gedanken, Gefühle oder Wünsche zuzuschreiben. Ja, in Gegenwart eines solchen Winzlings sind wir geradezu zwanghaft bemüht, das Innenleben speziell dieses Kindes zu erfinden.
Wie stark wir von diesem Drang beherrscht werden, wurde mir klar, als ich Eltern im Umgang mit ihren Kindern beobachtete. Ich belauschte ihre ganz alltäglichen Plaudereien, das, was wir alle ohne zu überlegen zu Babys sagen. »Aha« – sagen sie dann etwa – »das gefällt dir, nicht wahr?« Oder (in sehr überzeugtem Ton): »So, das Grüne magst du also nicht?« Oder gar: »Ich weiß ja, daß du es eilig hast, mein Kleiner. Ich beeile mich ja schon!« Oder (mitfühlend): »Jetzt ist alles wieder gut, ja?« Mit Hilfe solcher Interpretationen wissen Eltern, wie sie sich weiter verhalten und was sie fühlen und denken sollen. Man könnte sogar sagen, daß die gesamte Elternrolle mehr oder weniger von solchen Deutungen abhängt. Auch Forschung und klinische Praxis und die ganze spätere Entwicklung des Kindes hängen von solchen Deutungsmustern ab.
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!
