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Tassie – die grüne Insel „under Down Under“– ist ein häufig unterschätzter Bundesstaat Australiens. Selbst bei hartgesottenen Australien-Urlaubern steht Tasmanien nur selten auf dem Reiseplan und ist daher noch immer ein Geheimtipp. Bei Naturbegeisterten und Wanderfreunden sowie bei Weinliebhabern steht die Insel hoch im Kurs. Nirgendwo sonst hört man die Ruhe so laut. Die abwechslungsreiche Landschaft bietet ein einmaliges Erlebnis für Groß und Klein. Ein besonderes Highlight ist die einzigartige Tierwelt. Schnabeltiere, Wombats und Wallabys sind die ständigen Begleiter und eine Begegnung mit dem Tasmanischen Teufel vergisst man niemals wieder. Tasmanien ist der Ort, um sich zu erden und die Seele baumeln zu lassen. Historische Ortschaften der Kolonialzeit, schneeweiße kilometerlange Strände, azurblaues Wasser, tiefgrüne Regenwälder, gigantische Höhlensysteme, kristallklare Bergseen und die sauberste Luft der Erde garantieren nicht nur einen perfekten Urlaub, sondern ein lebensveränderndes Erlebnis.
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Seitenzahl: 159
Veröffentlichungsjahr: 2024
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Anke Fietzek
TASMANIEN
TASMANIEN
IMPRESSUM
Tasmanien – Australien
50 Tipps abseits der ausgetretenen Pfade
Anke Fietzek
© 2025 360° medien
Nachtigallenweg 1 I40822 Mettmann
360grad-medien.de
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Redaktion und Lektorat: 360° medien
Satz und Layout: Marc Alberti
Gedruckt und gebunden:
LD Medienhaus | Hansaring 118 | 48268 Greven | ld-medienhaus.de
Bildnachweis: siehe Seite 256
ISBN: 978-3-96855-488-4
Hergestellt in Deutschland
360grad-medien.de
Anke Fietzek
TASMANIEN
Australien
VORWORT
Tasmanien, der einzige Inselstaat Australiens, wird oft als Meisterwerk Gottes bezeichnet. Malerische Natur, soweit das Auge reicht. Schroffe alpine Landschaften, satte grüne Regenwälder, weitläufige Ebenen, traumhafte Seen und unberührte, kilometerlange weiße Sandstrände, an denen das kristallklare Wasser zum Schwimmen einlädt, wechseln sich ab. Dazu kommt die spezielle und einzigartige Tierwelt, die einen überall begleitet. Wo sonst kann man in fast jedem Flusslauf ein Schnabeltier entdecken, Beutelteufel beobachten, große Schwärme Rabenkakadus bewundern und mit Seehunden schwimmen? Die Ruhe ist hier so laut wie an keinem anderen Ort. Perfekt, um zu entschleunigen, sich zu erden und sich auf die wirklich wichtigen Dinge zu fokussieren. Ein Reset für Körper und Geist.
Die Tasmanier lieben und leben ihre Natur. Im Sommer surfen, im Winter Skifahren. Die Sommertemperaturen liegen meist zwischen 17 und 23 Grad. Im tasmanischen Winter von Juni bis August steigt das Thermometer nur selten über elf Grad. Im Hochland sind dann die Straßen oft wegen Schnee und Eis nicht befahrbar. Egal zu welcher Jahreszeit: Auf schnelle Wetterumschläge sollte man immer vorbereitet sein, vor allem bei Wanderungen.
Die sattgrünen Regenwälder finden an der Westküste die besten Voraussetzungen mit Niederschlagswerten von durchschnittlich 2400 Millimetern. Regen macht einen Teil der Magie Tasmaniens aus. Wasserfälle stürzten tosend über Felswände, der Nebel hängt an den Bergkuppen und in den Wäldern. Die Sonne bahnt sich nur langsam ihren Weg hindurch. Kleine Kängurus und Wombats lecken das kühle Nass von den Pflanzen und die Vögel baden in den Pfützen. Eine besondere Atmosphäre, die es zu bewundern gilt, wenn sie hinter ihrem silbernen Schleier erwacht.
Obwohl Tasmanien in den letzten Jahren wiederholt international ausgezeichnet wurde als eines der Top-Ten-Reiseziele dieser Erde, gilt es dennoch als Geheimtipp. Selbst bei Urlaubern, die schon mehrfach nach Australien gereist sind, findet die Insel nur selten Platz im Reiseplan.
Der unterschätzte Bundesstaat ist wie eine Zwischenwelt zwischen Realität und Traum. Einige Ausblicke lassen einem den Atem stocken, denn es ist einfach zu schön, um wahr zu sein. Tasmanien ist wie ein kleines Neuseeland mit der Tierwelt Australiens, und es ist nicht selten, dass man an einem Tag alle vier Jahreszeiten erlebt – auch im Sommer. Die Insel ist immer für eine Überraschung gut. Eines ist sicher: Es ist ein magischer Ort mit netten Menschen, der es einem nicht leicht macht, zurück in den Alltag aufzubrechen. Das perfekte Reiseziel für Soloreisende, Familien, Aktiv- und Genussurlauber. Aber es ist nicht nur eine Reise. Ein Aufenthalt in Tasmanien ist ein lebensveränderndes Erlebnis – und ganz nebenbei atmen Sie hier die nachweislich reinste Luft dieses Planeten.
Anke Fietzek
INHALTSVERZEICHNIS
WILLKOMMEN IN TASMANIEN
TOP TEN DER SEHENSWÜRDIGKEITEN
KURIOSES & BESONDERHEITEN
Hobart und der Süden
1.Kunanyi/Mount Wellington: beste Aussicht und Wanderungen auf Hobarts Hausberg
2.Salmon Ponds: die Anfänge der Forellenzucht in Australien
3.South Arm Peninsula: ein vergessener Ort
4.Wild Ocean Tasmania: Wildtier-Bootstouren
5.Port Arthur Lavender: Genuss mit allen Sinnen
6.Huonville: Lebensqualität pur
7.Palawa Kipli: traditionelle Bushtucker-Touren der tasmanischen Aborigines
8.Faszinierendes Naturwunder: Hastings Caves State Reserve
9.End of the Road: die südlichste Straße im Land der Kängurus
10.Melaleuca: der abgelegenste Ort Tasmaniens
11.Die Insel, das Meer und Du: Urlaub auf Satellite Island
Ostküste
12.Historisches Richmond: Heimat der ältesten Brücke Australiens
13.Bicheno: spuckende Felslöcher, feenhafte Frackträger und spektakuläre Aussichten
14.Douglas-Apsley National Park: Pst! Es ist ein Geheimnis!
15.Bay of Fires: ein richtig „heißes“ Reiseziel
16.Ben Lomond: spektakuläre Alpenstraße zum abgelegenen Juwel
17.Pyengana: Wasserfälle, Käse und ein biertrinkendes Schwein
Launceston und der Nordosten
18.Flinders Island: das bestgehütete Geheimnis Australiens
19.Narawntapu National Park: die „Serengeti“ Tasmaniens
20.Tamar Island Wetlands Centre: Naturschutzgebiet mit Feuchtbiotop
21.Hollybank: Adrenalinkick garantiert beim Treetop Adventure
22.Platypus House am Beauty Point: Kloakentiere hautnah
23.Zenith Destillery: Boutique-Brennerei mit einer einzigartigen Ginbalance
24.Geschichtsträchtiges Derby: Mountainbike-Mekka Australiens
25.Little Blue Lake: magischer Ort und einzigartiges Fotomotiv
Norden und Nordwesten
26.Deloraine: Natur, Kunst, Kultur und Geschichte
27.Liffey Forest Reserve: Wanderung zu den Liffey Falls
28.Trowunna Wildlife Sanctuary: Schutz für die endemische Tierwelt
29.Mole Creek: Höhlentour zu Australiens größter Glühwürmchenpopulation
30.Tassie Tiger Bar: eine Hommage an den Tasmanischen Tiger
31.Hive: informatives Besucherzentrum in Ulverstone
32.Rocky Cape National Park: die schönsten Badestrände
33.The Nut: Tasmaniens Pendant zum Uluru
34.Tarkine Drive: Zeitreise nach Gondwana
35.Keenaook/Cape Grimm: hier atmet man die sauberste Luft der Welt
36.King Island: wo die Ampeln nur mittwochs funktionieren
Westküste
37.Corinna Wilderness Village: Entschleunigung auf hohem Niveau
38.Historisches Waratah: Schnabeltiersichtung ist garantiert
39.Cradle Mountain National Park: mystische Bergwelt
40.Mount Field National Park: Park für alle Jahreszeiten
41.Strathgordon: wo die Zivilisation endet und die Natur übernimmt
42.Queenstown: neunzig Kurven bis zur Pionierstadt
43.Gordon River Cruise: entspannt durch die Wildnis
44.West Coast Wilderness Railway: historische Eisenbahnfahrt durch die Wildnis
45.Zeehan: West Coast Heritage Centre und Wanderung zum alten Minentunnel
Central Highlands und Midlands
46.Walls of Jerusalem National Park: gigantische „Mauern”
47.Pine Lake Walk: zu Gast bei den seltensten Bäumen Tasmaniens
48.Lake St Clair: der tiefste Süßwassersee Australiens
49.Ross: kleines Dorf mit großer Geschichte
50.Oatlands: historische Sandsteingebäude und exzellenter Whisky
REGISTER
Bildnachweis
Farbenprächtige Moose überziehen die Felsen am Pine Lake
Hinweise:Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsneutrale Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform beinhaltet keine Wertung.
WILLKOMMEN IN TASMANIEN
Die Insel liegt 250 Kilometer vor der australischen Südküste am östlichen Rand des Indischen Ozeans. Durch die Überflutung der Bass-Straße vor etwa 12.000 Jahren trennte sich Tasmanien von dem heutigen Festland. Diese isolierte Lage ist verantwortlich für die Entwicklung der einzigartigen Flora und Fauna. Tassie ist ungefähr so groß wie die Schweiz. Von Westen nach Osten sind es 315 Kilometer und von Norden nach Süden 286 Kilometer. Durch die überschaubare Größe lässt sich die Insel auch bei einer kurzen Reise gut erkunden. Wer eine längere Australien- oder Neuseelandreise plant, sollte Tasmanien nicht links liegen lassen.
Tasmanien umfasst fünf unterschiedliche Regionen. Hobart und Umgebung, auch das Southern Edge genannt. Northern Forage, das nördliche Futter – die Nordküste ist das Mekka für Feinschmecker. Der Great Eastern Drive führt seine Besucher an der romantischen Ostküste entlang, das Hochland bildet das Herzstück des Eilands und wird als Heartlands oder Central Midlands benannt. Und natürlich die Western Wilds: Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich hier um den wilden Westen.
Blick auf die Waterfront in Hobart
Es leben 552.000 Menschen auf der Insel, 222.000 davon in der Hauptstadt Hobart im Süden und 84.000 in Launceston im Norden. Die Insel kann von allen großen Städten auf dem Festland mühelos erreicht werden. Täglich gibt es Direktflüge von Melbourne, Sydney und Brisbane nach Hobart und Launceston. Mehrmals pro Woche auch von Perth, Adelaide und der Gold Coast. Die Flugzeit ab Melbourne beträgt eine Stunde, von Sydney und Adelaide aus circa zwei. Die Fähre Spirit of Tasmania verkehrt täglich zwischen Melbourne und Devenport.
Ein Ort zum Wohlfühlen
Naturliebhaber kommen voll auf ihre Kosten. 40 Prozent der Gesamtfläche machen Nationalparks, Naturreservate und Schutzgebiete aus. Von leichten Wanderungen, auch gut für Familien geeignet, bis hin zu sehr anspruchsvollen Mehrtagestouren, nur für erfahrene Wanderer geeignet, bleiben keine Wünsche offen. Eine von zwei unberührten Wildnisgebieten der Welt, das UNESCO-Weltnaturerbe „Tasmanian Wilderness“ sowie eine fantastische Tierwelt warten hier entdeckt zu werden. Auf rund 2800 Kilometer Wanderwegen lässt sich das gut machen. Es gibt auch geführte und organisierte Tourenanbieter, denen man sich anschließen kann.
Neben der atemberaubenden Natur bietet der kleine Staat außerdem für Geschichte- und Kunstliebhaber jede Menge Abwechslung. Museen, Festivals, Märkte und historische Stätten, die an die grausame Zeit als Gefängnisinsel erinnern, können besichtigt werden. Die aktive Künstlerszene hat eine lange Tradition und wird oft von der Natur inspiriert.
Einige der besten Weine werden hier produziert. Es gibt unzählige Weingüter, die ihre Besucher mit Verkostungen der edlen Tropfen und exzellentem Essen verwöhnen. Diese finden sich entlang der regionalen Weinstraßen. Perfekt passt hierzu der beste Käse Australiens aus den lokalen Käsereien. Tassie ist außerdem bekannt für seinen besonderen Whiskey. In den letzten Jahren finden sich auch immer mehr Gin- und Wodka-Brennereien. Teilweise handelt es sich um sehr kleine Unternehmen, die ausschließlich lokal beliefern, wohingegen andere in die große weite Welt exportieren. Tasmanien ist auch bekannt als Apple Isle, die Apfel-Insel, und bietet natürlich auch vorzüglichen Cider an. Ein Besuch in der ältesten Bierbrauerei „Cascade Brewery“ des Landes ist ein Muss.
Seafood und lokale Produkte erfreuen sich größter Beliebtheit bei internationalem Publikum. Einige Besucher kommen jährlich zurück, ausschließlich um Austern und den nur hier vorkommenden riesigen Flusskrebs zu essen. Der Food and Wine Trail führt Selbstfahrer zu den Highlights der Szene. Bei der sogenannten Paddock to plate Experience (von der Weide auf den Teller) bieten lokale Erzeuger Einblick in ihre Produkte, die dann erntefrisch zubereitet serviert werden. Einige bieten auch Kochkurse an. Auf dem Salamanca Market in Hobart bietet der deutsche Auswanderer Michael aus Nürnberg die letzte Bratwurst vor der Antarktis an. Immer gut gelaunt erzählt er gerne von seinen Anfängen auf Tassie.
Hier gedeihen die besten Rebsorten
Die unberührten Wasserwege machen Tassie zu einem Angelparadies. In über 3000 Seen und unzähligen Flüssen tummeln sich wilde Forellen. Von September bis März ist Saison. Eine Lizenz kann man vor Ort erwerben.
Unterwegs im Port Davey Marine Reserve
Aber auch sportlich kann Tasmanien punkten: Der Golftourismus nimmt einen hohen Stellenwert ein, denn Tassie ist Heimat der vier besten Golfplätze in ganz Australien. Barnbougle Dunes, Barnbougle Lost Farm in Bridport sowie Cape Wickham und Ocean Dunes auf King Island. Insgesamt gibt es 65 Plätze. Zahlreiche Mountainbikeparks lassen die Herzen von Offroad-Fans höherschlagen. Fahrräder können selbst mitgebracht oder ausgeliehen werden.
Die Menschen hier sind immer zu haben für einen kleinen Plausch. Interessiert und neugierig fragen sie nach Deutschland und erkundigen sich über die Familie. Schnell sitzt man zusammen im Pub oder am Lagerfeuer und lauscht den teils sehr wilden Geschichten. Deutsche Urlauber machen oft große Augen, wenn nach dem Gehalt gefragt wird. Im Gegensatz zu hier ist das nämlich kein Tabu. Völlig offen erzählt dein Gegenüber auch alles über sich. Ein toller Job und guter Verdienst werden hier neidlos gefeiert. Die herzliche Gastlichkeit und Hilfsbereitschaft auf Tasmanien sind herausragend. Fast jeder hier ist auf die Hilfe seines Nachbarn angewiesen, zumindest in den ländlichen Gegenden.
TOP 10
DER SEHENSWÜRDIGKEITEN IN TASMANIEN
1Hobart: Die im Süden gelegene Hauptstadt vereint das Kolonialerbe mit einer hippen Kunst- und Kulturszene und moderner Architektur. Eingebettet zwischen Kunanyi/ Mount Wellington und dem Derwent River ist die Festivalstadt Anziehungspunkt für Reisende aus der ganzen Welt, so ankern auch große Kreuzfahrtschiffe im Hafen. Jeden Samstag eröffnet der Salamanca Market in Hobart seine Tore. Auf über 300 Ständen finden sich lokale Produkte, Handwerk, Kunst und alles, was das Herz begehrt. Es handelt sich um einen der wohl schönsten Märkte auf dieser Welt, was nicht zuletzt der wunderschönen Lage geschuldet ist. Auch der Hobart Farm Gate Markt jeden Sonntag ist ein Besuch wert. salamancamarket.com.au, hobartcity.com.au und hobartandbeyond.com.au
2Mona: Nur 13 Kilometer vom Central Business District Hobart liegt das weit über die Grenze Australiens hinaus bekannte Museum of Old and New Art. Es handelt sich um die größte private Kunstsammlung weltweit. Wer jetzt von einem öden Museum ausgeht, liegt falsch. Schon die extravagante Architektur ist einen Besuch wert. Die Ausstellungen werden teils kontrovers diskutiert, denn einige der Stücke sind sehr provokant oder sexuell anzüglich. Wer einen guten Sinn für Humor mitbringt, neugierig ist und nicht leicht zu schockieren ist, wird hier einen großartigen Tag erleben. Das Restaurant bietet exzellentes Essen. mona.net.au
3Cradle Mountain-Lake St Clair National Park: Unumstritten das Highlight und Wahrzeichen von Tassie. Jährlich kommen circa 200.000 Besucher aus der ganzen Welt, um die einzigartige Silhouette des Berges zu fotografieren, zu wandern und die Tierwelt in freier Wildbahn zu erleben. Obwohl es die Hauptattraktion der Insel ist, gibt es vieles zu entdecken, was nicht auf der To-do-Liste der Touristenströme steht. Die meisten haken den Park bei einem Tagesauflug ab. Näheres in Tipp 39. parks.tas.gov.au/explore-our-parks/cradle-mountain
4Bruny Island: Bruny Island umfasst zwei Inseln. North Bruny und South Bruny, wobei die meisten Attraktionen auf der Südinsel zu finden sind. Die Insel ist bekannt für die einmalige Landschaft, Tierwelt und ihre außergewöhnliche Kulinarik. Hier gibt es das erste Drive-Through Austern-Restaurant der Welt. Eine Schokoladenfabrik, die Imkerei mit dem bekannten Bruny Island Honey und Bruny Island Cheese and Beer runden das Erlebnis „Essen“ ab. Natürlich müssen die Speisen auch entsprechend begleitet werden werden und das gelingt bestens in der südlichsten Weinkellerei Aus-traliens, Bruny Island Premium Wines, oder im Bruny Island House of Whisky. Abends lassen sich unzählige Zwergpinguine beobachten und mit viel Glück bekommt man eines der besonderen weißen Kängurus zu sehen. brunyisland.org.au
5Bonorong Wildlife Sanctuary: Face to face mit der Tierwelt Australiens. In diesem Schutzgebiet dreht sich alles um die Rettung verletzter oder verwaister Tiere sowie die Erhaltung von in einigen Teilen des Landes bereits ausgestorbenen Arten. Tasmanische Teufel, Wombats, Schnabeligel, Kakadus, Wombats und Possums kommt man hier sehr nahe. Über 1000 ehrenamtliche Helfer, verteilt über den ganzen Staat, halten die Wildtierrettung am Leben. Bei einem Picknick inmitten von Kängurus lässt es sich wunderbar entspannen. bonorong.com.au
6Port Arthur: Historikerherzen schlagen hier höher, obwohl die Geschichten hinter den 30 Ruinen von Port Arthur auf der Tasman Peninsula alles andere als erfreulich sind. Sie erinnern an die brutale Zeit der Sträflingskolonie. 12.500 Häftlinge verbüßten zwischen 1830 und 1877 hier ihre Strafe. Ein Einblick in die harten Bedingungen des Arbeitslagers bekommt man bei einer Tour. Die Felsen und das Meer waren die besten Gefängnismauern. Die historische Stätte gehört zum Weltkulturerbe und ist besonders geschützt. Extra Tipp für den besonderen Kick: die 90-minütige After Dark Ghost Tour über das Gelände. portarthur.org.au
7Maria Island: Die autofreie Insel erreicht man mühelos mit der Fähre ab Triabunna. Obwohl die Anreise so leicht ist, ist es, als ob man die Welt hinter sich lässt. Das gesamte Eiland ist als Nationalpark geschützt und bietet nur einer begrenzten Anzahl von Besuchern Zugang. Eine Vorbuchung ist unbedingt nötig. Wichtige geschichtliche Zeugnisse, geologische Besonderheiten wie die berühmten Painted Cliffs, fantastische Ausblicke und eine reiche Tierwelt erwarten die Besucher. Bitte Verpflegung mitbringen. Fahrräder können gemietet werden. Bootstouren mit East Coast Cruises. encountermaria.com.au
8Wineglas Bay: Die Bucht wird regelmäßig zu den Top Ten-Stränden dieser Welt gezählt. Wer den bekannten Ausblick genießen möchte, sollte etwas Kondition mitbringen, um zu dem Lookout zu gelangen. Wer nicht sehr früh am Morgen dort ist, wird sich eine Weile in die Schlange einreihen müssen, um sein Foto zu schießen. Wer den Menschenmassen entkommen möchte, plant eine Tagesexkursion ein und besucht die Bucht zu Fuß. Achtung: Hin und zurück müssen jeweils 800 Stufen bewältigt werden. Leichter geht es bei einem Rundflug mit Freycinetair oder der Wineglas Bay Cruise. wineglassbay.com
9Overland Track: Einer der bekanntesten Mehrtages-Wandertracks ist der Overland Track. Er führt über 65 Kilometer alpines Gelände durch den Cradle Mountain-Lake St Clair National Park im Westen der Insel. Man sollte fünf bis sechs Tage dafür einplanen. Da es auf der kompletten Strecke weder Einkaufs- noch Einkehrmöglichkeiten gibt, muss das gesamte Equipment mitgenommen werden. Unterwegs stehen einige einfache Hütten oder Zeltplätze zur Verfügung, die im Voraus gebucht werden müssen. Den Track darf man ausschließlich mit einer Genehmigung begehen. Teilweise sind diese schon zwei Jahre im Voraus ausgebucht. Wer sich nur auf das Wandern und Genießen konzentrieren will, nimmt an einer geführten Tour teil. Hier muss man nur seinen Tagesrucksack selbst tragen, der Rest wird zum Nachtlager geliefert. tasmania.com/things-to-do/hiking-walking/overland-track
10Cataract Gorge Reserve: Nach einem kurzen Spaziergang aus dem quirligen Stadtzentrum von Launceston, der zweitgrößten Stadt des Staates, findet man sich in einer 65 Millionen Jahre alten Schlucht wieder. Sofort fängt einen diese idyllische Ruhe ein, sogar wenn viele Menschen hier sind. Es gibt Wanderwege, um die Natur zu erkunden, einen Swimmingpool, eine Hängebrücke und sogar einen Retro-Sessellift mit einer Spannweite von 308 Meter, was ihn weltweit einzigartig macht. Im historischen Stillwater Restaurant in einer ehemaligen Mühle kann man den Lunch einnehmen und dabei die vielen bunten Pfaue, die über das Gelände laufen, beobachten. discovertasmania.com.au/regions/
launceston-and-north/cataract-gorge
KURIOSES & BESONDERHEITEN
IN TASMANIEN
Grausame Ausrottung der Urbevölkerung: Als die Landverbindung zum Festland durch den steigenden Meeresspiegel verschwand, waren die Aboriginal People auf der Insel für die nächsten 10.000 Jahre von ihren Stämmen isoliert und entwickelten dadurch eigene Jagdmethoden und Lebensweisen. Als die Europäer auf der Insel ankamen, schätzte man das Volk der Palawa auf 4000 bis 5000 Menschen. Die Ureinwohner wurden stets als friedlich, freundlich und sehr hilfsbereit beschrieben. Sie gaben ihr Wissen an die Neuankömmlinge weiter, was deren Überleben in der Einsamkeit sicherte. Die Frauen der Aboriginal People wurden aufgrund ihrer Gutmütigkeit als Sklaven benutzt und die weißen Männer vergriffen sich immer öfter an ihnen. Entflohene Sträflinge schlachteten Eingeborene regelrecht ab. Das „gute Verhältnis“ der Inselbewohner kippte endgültig 1804, nachdem Soldaten des 102. Regimentes eine Gruppe Ureinwohner beim Jagen einer Känguruherde – vermutlich aus Angst – kaltblütig abgeschossen haben.
Als 1816 die zivilisierte Besiedelung der Insel anfing, und über eine Million Schafe auf Tasmanien ankamen, wurden großflächige Weiden für die Tiere geschaffen, was zur Folge hatte, dass die Ureinwohner ihre üblichen Wanderrouten und somit ihre Jagdgebiete nicht mehr nutzen konnten. Fortan dienten ihnen die Hütten der Schafhirten als Lager, was denen nicht sonderlich gefiel. 1820 wurden 13 von ihnen durch Speere der Ureinwohner getötet was den „Black War“ zur Folge hatte, der bis 1834 andauerte. Die Briten forderten vier tote Aborigines für jeden getöteten Schafhirten. Es wurden Kopfgelder ausgelobt und die Medien starteten ihre Hetzkampagne gegen den „schwarzen Mann“, ohne die Gräueltaten der Europäer zu erwähnen. So reduzierte sich die Anzahl der Ureinwohner zusehends. Mit der Operation „Black Line“ im Jahr 1830 versuchte man die verbliebenen Ureinwohner aufzuspüren. 5000 Soldaten und Siedler durchkämmten die Insel von Norden nach Süden, konnten aber lediglich zwei Männer ausfindig machen. Es wurden Ghetto-Dörfer auf den Inseln errichtet, wo die Ureinwohner von weißen Predigern zum guten Glauben erzogen wurden, und natürlich wurden weiterhin unzählige von ihnen abgeschlachtet, bis letztendlich am 8. Mai 1876 Truganini, die letzte reinblütige Tasmanierin, in Hobart verstarb. Stolz verkündete man die Ausrottung des unliebsamen Volkes in nur 72 Jahren.
