Tatwaffe Messer - Karl Painer - E-Book

Tatwaffe Messer E-Book

Karl Painer

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Beschreibung

Richtig vorbereitet • 300 Schritt-für-Schritt-Fotos • Abwehr mit Alltagsgegenständen • Erste Hilfe Angriffe mit Messern und Stichwaffen nehmen immer mehr zu, von Attentaten bis zu nächtlichen Konflikten oder Überfällen. Wie verteidigt man sich gegen solche Angriffe und Bedrohungen? Auch der in Kampftechniken nicht Trainierte kann sich und andere mit Alltagsgegenständen wie Schirmen, Jacken, Schuhen und legalen Verteidigungswaffen wie Pfeffersprays schützen. In zahlreichen Schritt-für-Schritt-Fotos werden die nötigen Techniken und Bewegungsabläufe gezeigt, die selbst der Untrainierte in kurzer Zeit erlernen kann. Auch wie sich der erfahrene Kampfsportler mit bestimmten Techniken gegen einen Messerangriff erfolgreich zur Wehr setzen kann, wird in zahlreichen Schritt-für-Schritt-Bildern gezeigt. Ein eigenes Kapitel widmet sich der Ersten Hilfe bei Stich- und Schnittwunden, wenn andere oder gar man selbst durch einen Messerangriff verletzt worden ist.

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Seitenzahl: 159

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Karl Painer

TATWAFFE

MESSER

VERTEIDIGUNG GEGEN STICHWAFFENATTACKEN

Leopold Stocker VerlagGraz – Stuttgart

Umschlaggestaltung: Werbeagentur Rypka GmbH. A-8143 Dobl

Titelbilder: Vorderseite: istock.com/chaiyapruek2520 ;

Rückseite: links und rechts: Ernst Angerbauer, Mitte: Werbeagentur Rypka GmbH.

Bildnachweis: Alle Abbildungen stammen, so nicht anders angegeben, dankenswerterweise vom Autor. Die Illustrationen wurden realen Situationen nachempfunden und von Werbeagentur Rypka GmbH. gestaltet.

Der Inhalt des Buches wurde vom Autor und vom Verlag nach bestem Wissen überprüft; eine Garantie kann jedoch nicht übernommen werden. Die juristische Haftung ist daher ausgeschlossen.

Wir haben uns bemüht, bei den hier verwendeten Bildern die Rechteinhaber ausfindig zu machen. Falls es dessen ungeachtet Bildrechte geben sollte, die wir nicht recherchieren konnten, bitten wir um Nachricht an den Verlag.

Bibliographische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliographie; detaillierte bibliographische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Hinweis:

Dieses Buch wurde auf chlorfrei gebleichtem Papier gedruckt. Die zum Schutz vor Verschmutzung verwendete Einschweißfolie ist aus Polyethylen chlor- und schwefelfrei hergestellt. Diese umweltfreundliche Folie verhält sich grundwasserneutral, ist voll recyclingfähig und verbrennt in Müllverbrennungsanlagen völlig ungiftig.

Auf Wunsch senden wir Ihnen gerne kostenlos unser Verlagsverzeichnis zu:

Leopold Stocker Verlag GmbH

Hofgasse 5 / Postfach 438

A-8011 Graz

Tel.: +43 (0)316/82 16 36

Fax: +43 (0)316/83 56 12

E-Mail: [email protected]

www.stocker-verlag.com

ISBN 978-3-7020-2015-6

eISBN 978-3-7020-2069-9

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk und Fernsehen, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger jeder Art, auszugsweisen Nachdruck oder Einspeicherung und Rückgewinnung in Datenverarbeitungsanlagen aller Art, sind vorbehalten.

© Copyright by Leopold Stocker Verlag, Graz 2022

Layout: Werbeagentur Rypka GmbH, A-8143 Dobl

INHALT

Danksagung

VORWORT

Statistiken über Delikte mit Stichwaffen

Österreich

Deutschland

Tatwaffe Messer – Fallbeispiele

Bedrohungen und Attacken mit dem Messer

Die unvorhersehbare Attacke

Die vorhersehbare Attacke

Die Bedrohung

Opferbrieftasche

Die Nothilfe

Faktoren von Stichwaffenattacken

Gefährlichkeit und Können des Angreifers

Das Motiv

Die Waffe

Die Verfassung des Angreifers

Das eigene Können

Die Flucht

Zusammenfassung

Wesentliches zur Selbstverteidigung

3S-Regel

Die vier Distanzen

Weite Distanz

Mittlere Distanz

Nahdistanz

Bodenkampf

Die Messerhaltung

Unvorhersehbare Angriffe

Fallbeispiele

Training der natürlichen Reflexe

Erlaubtes und unerlaubtes Führen einer Waffe

Vorhersehbare Angriffe, Bedrohung und Nothilfe

Die Bizepskontrolle

Die Bereitschaftsstellung

Techniken gegen Stich- und Schnittangriffe

Techniken von anderen

Bedrohung und Nothilfe

Fallbeispiele

Verteidigung mit (Behelfs-)Waffen

Alltagsgegenstände

Einige (freie) Verteidigungswaffen

Pfefferspray

Schusswaffe

Messer

Schlagstock und große Taschenlampe

Elektroschocker, Taser

Rechtliches

Stichschutzwesten

Alltagsgegenstände zur Selbstverteidigung

Regenschirm

Jacke

Schirmkappe

Wurfgegenstände

Gürtel

Weitere hilfreiche Gegenstände

Erste Hilfe

Schnelle Kontrolle nach Vorfällen

Sofortmaßnahmen

Erstversorgung der Verletzung

Tourniquet

Besonders gefährdete Körperstellen

Zeitspanne bis zum Eintritt des Todes

Der Überlebenswille

Grundlegendes zum Training

Training vs. Realität

Miteinander und nicht gegeneinander

Faktor Adrenalinausstoß

Realitätsnahes Training

DANKSAGUNG

Mein Dank geht an Hubert Wörndle und Ernst Angerbauer von der Krav-Maga-Akademie, Nico Prosser und David 1902.

VORWORT

In den Corona-Lockdowns 2020 und 2021 hatte ich wenig zu tun und hing so, wie wohl der Großteil der Menschen, zuhause herum und verbrachte viel Zeit – es waren meist 8 bis 9 Stunden täglich – im Internet. Ich sah Tausende von Videos an, meist zur Thematik Kriminalität, und analysierte diese auch. Besonders fiel mir dabei auf, dass die Attacken mit Messern bzw. Stichwaffen trotz Lockdowns vermehrt vorkamen. So ergab es sich, dass ich ein umfangreiches Wissen anhäufte und die Daten zu Stichwaffen sammelte und archivierte. Ich bin der Meinung, dass man nur, wenn man wirklich sieht, was so im realen Leben vor sich geht, lernen kann, was tatsächlich Sache ist – und ich sehe mich als wohl ewig Lernender.

Ich hasse es daher, wenn ich als „Experte“ bezeichnet werde, da ich dabei immer an den „Experten“ der amerikanischen Polizei denken muss, der in Schulen unterwegs gewesen ist, um vor der Gefährlichkeit von Schusswaffen zu warnen. Es gibt auch ein tolles Video dazu, wo man sieht, dass er sich bei einer seiner Infoveranstaltungen dann selbst in den Fuß geschossen hat. Ich denke dabei aber natürlich auch an so einige Meister und Alleswisser, die jederzeit den großen „Experten“ raushängen lassen. Es gibt Tausende von Experten für schon alles, was ich so sehe, wenn ich das Internet durchforste. Ich bin einfach einer, der darüber informiert, was ich so von gewissen Dingen halte, und der Erlebnisse aus seinem reichen Erlebnisschatz zum Besten gibt, die für andere eventuell lehrreich sein können.

Stich- und Schneidewaffen

STATISTIKEN ÜBER DELIKTE MIT STICHWAFFEN

Österreich

Gemäß der österreichischen Kriminalstatistik für 2020 wurden 2.936 Delikte mit Stichwaffen zur Anzeige gebracht. Davon waren 29 Tötungsdelikte, was ein Anstieg zu 2019 ist, wo „nur“ 23 Morde mit Stichwaffen begangen wurden. Es gab 2019 insgesamt 2.469 angezeigte Delikte. 2018 waren es 2.249, 2017 2.481 und 2016 2.530. Zehn Jahre zuvor, also 2009, gab es nur 1.751 angezeigte Delikte.

Einige Daten möchte ich noch zu 2020 erwähnen. Am häufigsten wurde eine Stichwaffe für eine Gefährliche Drohung eingesetzt, nämlich 1.010-mal, 254-mal bei einer Nötigung, 261-mal bei einer Körperverletzung, 454-mal bei einer Sachbeschädigung, 267-mal bei einem Raub, 30-mal bei Widerstand gegen die Staatsgewalt, 11-mal bei einer Vergewaltigung und 270-mal gab es einen Verstoß gegen das Waffengesetz.

Das Tatmittel Messer wurde 2021 3.015-mal für kriminelle Delikte eingesetzt. Es gab zum Beispiel 496 Körperverletzungen, 1.027 Gefährliche Drohungen, 267 Nötigungen und 248 Raubüberfälle, bei denen eine Stichwaffe eingesetzt wurde. Im Vergleich wurde 2021 795-mal eine Schusswaffe und 1.182-mal eine Hiebwaffe (Stock, Hämmer, Äxte, Schwerter, Baseballschläger …) bei kriminellen Delikten eingesetzt.1 Eingegangen in die österreichische Statistik von 2020 ist auch ein guter Bekannter von mir. Nämlich Franz G. aus Graz, er wurde mit 43 Jahren, am 10. November 2020, von einem 56-Jährigen im Streit erstochen. Es war eine nichtige Streiterei um eine Frau, welche zu der Bluttat führte. Franz hatte eigentlich den Tatort, das Wohnhaus des Täters, bereits verlassen, kehrte dann aber doch nochmal zurück und wurde im Stiegenhaus mit einem Küchenmesser (28 cm lang) durch einen Bauchstich verletzt. Franz starb kurz darauf im Krankenhaus. Der Täter wurde später (er hatte 19 Vorstrafen) zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ich widme dieses Buch Franz. G, meinem ehemaligen Türsteherkameraden Günter L., der an der Türe erschossen worden ist, und meinem ehemaligen Jagdkommandokameraden Bert N., der im Sicherheitseinsatz im Irak entführt und ermordet worden ist. Weiters widme ich das Buch allen im Dienst von Messern und anderen Waffen verletzten Securitypersonen, Polizisten, Militärs und Einsatzkräften. Dieses Buch soll natürlich auch den privaten und an Sicherheit interessierten Menschen Gefahren bewusstmachen und vor allem zeigen, wie man mit Tätern mit Stich- und Schnittwaffen umgeht.

Deutschland

Aber zurück zu Statistiken: Da ich hoffe, dass sich für dieses Buch auch Interessenten aus Deutschland finden, möchte ich ein paar Daten von dort anführen.

Erst ab 1. Jänner 2020 wird das Phänomen „Messerangriffe“ bundesweit in der PKS (Polizeilichen Kriminalstatistik) erfasst. Vor dem Hintergrund der zu beobachtenden Anstiege von Straftaten unter Verwendung des Tatmittels „Messer“ hat sich die IMK (Innenministerkonferenz) auf ihrer 208. Sitzung vom 6. bis 8. Juni 2018 dafür ausgesprochen, als Grundlage für eine valide und verbesserte Darstellung der Kriminalitätslage und der daraus resultierenden Handlungserfordernisse Messerangriffe zukünftig bundeseinheitlich statistisch zu erfassen. Ja, die Bürokratie lässt sich bei gewissen Dingen oft Zeit.

Bis dahin haben Länder, welche Zahlen zu Messertaten an das BKA (Bundeskriminalamt) geliefert haben, Messerangriffe unterschiedlich definiert. Einige haben das Tatmittel Messer auch erfasst, wenn es zwar mitgeführt, aber nicht eingesetzt worden ist, also in der Hosentasche geblieben ist. Niedersachsen z. B. hat Stichwaffen registriert, wenn das Mitführen für eine mögliche Strafe relevant ist, z. B. bei Ladendiebstahl. Baden-Württemberg hat auch strafbare Handlungen erfasst, die im Zusammenhang mit einem Messer gestanden sind. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Tatmittel Messer in den aufgeführten Fällen nicht unbedingt zur Anwendung gekommen sein muss. Bremen dagegen hat mitgeteilt, dass die Stichwaffe schon registriert worden ist, sobald sie als Waffe eingesetzt worden ist, auch bei einem Versuch. Hierbei muss der Einsatz gegen Personen stattgefunden haben. In Nordrhein-Westfalen ist eine Stichwaffe nicht statistisch erfasst worden, wenn sie lediglich mitgeführt worden ist. Ausgenommen davon seien Straftaten im Sinne des Waffenrechts. In Sachsen, Thüringen und Rheinland-Pfalz haben die Daten gar nicht aus der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik gestammt, sondern aus Abfragen in Datenbanken der Polizei. Dort lässt sich nach Worten wie „Messer“, „Stichwaffe“ oder „stechen“ suchen.

Nun ein paar Zahlen. 2017 zählte man in Niedersachsen 3.757 Fälle, bei denen eine Stichwaffe eine Rolle spielte, 2018 waren es 3.754.

In Berlin wurden 2018 2.795 Straftaten mit Messern begangen, laut Berliner Polizei der höchste Wert seit Beginn der Auswertungen 2009. Zum Vergleich: 2013 waren es noch 2.512 Taten. Auch prozentuell betrachtet, belegt die Kriminalstatistik der Berliner Polizei den Anstieg der Messergewalt: 2009 wurden in 6,7 Prozent aller erfassten gefährlichen und schweren Körperverletzungen Messer als Tatmittel verwendet – 2018 bereits in 8,4 Prozent. Bei Raubüberfällen lag der Anteil 2009 bei 13,6 Prozent, 2018 bei 17 Prozent.

In Thüringen waren es 2013 noch 703 Angriffe mit Messern, 2018 waren es 986 Angriffe. Vier Angriffe wurden als Mord gewertet, zwölf als Totschlag.

In Baden-Württemberg gab es 2014 5.534 Messerstraftaten, 2018 waren es 6.073. Als Tatmittel „Messer“ gelten in dieser Auswertung auch Ahle, Bajonett, Butterflymesser, Dolch, Haushalts- oder Küchenmesser, Klappmesser, Spring-/Fallmesser, Stilett und Taschenmesser. „Im Fünfjahresvergleich wird deutlich, dass die Fälle der Gewaltkriminalität unter Verwendung des Tatmittels Messer um 24,6 Prozent angestiegen sind“, sagte ein Sprecher des Ministeriums für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg. „Hierbei fällt insbesondere der Anstieg zwischen den Jahren 2014 und 2016 um 32,5 Prozent auf. Darüber hinaus stiegen im Fünfjahresvergleich die gefährlichen und schweren Körperverletzungen im Zusammenhang mit dem Tatmittel Messer um 34,0 Prozent an und Fälle der Straftaten gegen das Leben um 23,6 Prozent.“

2013 gab es in Hessen 865 Körperverletzungs- und Tötungsdelikte mit Messern, 2018 waren es 1.212 Fälle.

Von Januar bis September 2019 lag die Anzahl der polizeilich erfassten Straftaten, bei denen mit einem Messer gedroht wurde, in Hamburg bei 712. In 313 Fällen wurde ein Messer als Tatwaffe eingesetzt. Die Gesamtzahl der Messerdelikte in Hamburg beläuft sich im oben genannten Zeitraum somit auf 1.025. Laut des Hamburger Senats gilt auf der Reeperbahn und rund um den Hansaplatz im Stadtteil St. Georg seit Jahren ein Waffenverbot.

Erst seit dem 1. Januar 2019 zählt die Polizei in Dortmund (NRW), bei wie vielen Straftaten ein Messer eingesetzt wurde. So gab die Polizei Dortmund bekannt, dass es zwischen Januar und November 2019 zu 350 Fällen gekommen ist, bei denen ein oder mehrere Tatverdächtige ein Messer oder andere spitze und scharfe Gegenstände als Tatwaffe verwendet haben. Davon haben in 91 Fällen die Tatverdächtigen durch das Waffengesetz verbotene Messer eingesetzt. Das könnten zum Beispiel Fall- und Springmesser sein, aber auch Butterflymesser oder Faustmesser. Entscheidend ist hierbei laut Bundeskriminalamt auch die Länge der Klinge. Dies ist jedoch nicht die Art Messer, die am häufigsten bei Straftaten benutzt wurde. In 239 Fällen wurde ein einfaches Küchen- oder Taschenmesser verwendet. In 20 weiteren Fällen wurden andere Stichwaffen benutzt.

2020 sind in Nordrhein-Westfalen insgesamt 5.700 Delikte mit Stichwaffen registriert worden. Dies bedeutet einen Rückgang um 20,5 Prozent gegenüber dem Jahr 2019, als 7.200 Fälle aktenkundig geworden sind. Das geht aus einem Bericht des NRW-Innenministers an den Landtag hervor. Das kann sowohl heißen, dass mit einem Messer gedroht wurde, als auch, dass Menschen damit verletzt wurden. Als Grund für den Rückgang nannte das Innenministerium „zumindest teilweise“ die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie seit März 2020. Gewalttaten mit Messern erfordern „einen direkten Kontakt zwischen Täter und Opfer“. Diese Kontakte seien im öffentlichen und privaten Bereich im Vorjahr eingeschränkt gewesen, hieß es.

In gewissen Ländern wird auch die Herkunft der Täter genau aufgeschlüsselt. So z. B. in Baden-Württemberg, dort waren dem Innenministerium zufolge ab 2016 überproportional Flüchtlinge als Messertäter vertreten: 2016 waren es laut dem Bericht des BR (Bayrischer Rundfunk) 745 deutsche Tatverdächtige und 1.107 nichtdeutsche, darunter 588 Asylbewerber/Flüchtlinge, zitierte der Sender einen Ministeriumssprecher.5

1BMI – Bundesministerium für Inneres Österreich. Angeforderte Daten.

2Quelle: BMI Bundesministerium für Inneres Österreich

3Quelle: BMI Bundesministerium für Inneres Österreich

4In diesem Jahr hat das BMI auch die Mordversuche zu den Morden dazugezählt!

5Recherche über Google

Quelle: https://www.morgenpost.de/berlin/article226239499/Messerangriffe-in-Berlin

TATWAFFE MESSER – FALLBEISPIELE

Verfolgt man zur Zeit die deutschsprachigen Medien, so stößt man dort Tag für Tag auf Vorfälle mit Messern. Generell häufen sich Vorfälle mit Messern weltweit. In England, wo von allen europäischen Ländern das strengste Messergesetz gilt, gibt es, europaweit gesehen, die meisten Vorfälle mit Messern und scharfen Gegenständen. 2020 waren es dort 48.038, vier von zehn Morden wurden dort mit einem Messer oder einem scharfen Objekt begangen. 2019 wurde sogar der ehemalige deutsche Nationalfußballer Mesut Özil das Opfer einer Messerattacke auf Londons Straßen, wovon es ein sehr gutes Video6 gibt. In diesem Jahr erreichten die Strafdaten mit einem Messer oder einem scharfen Gegenstand in England und Wales einen Höhepunkt. Die Polizei zählte 48.524 Vorfälle. 2021 gab es „nur“ mehr 43.574.7

Abgesehen vom Grund eines Überfalles wird aus teils nichtigen Anlässen ein Messer gezogen und auch eingesetzt. „Früher wurde geprügelt, heute wird gestochen“, so der österreichische Innenminister Karl Nehammer im Frühjahr 2020 betreffs der Kriminalstatistik 2019. Immer mehr haben heutzutage ein Messer dabei. Es ist eine billige und teils legal leicht zu besorgende Waffe bzw. ein Alltagsgegenstand, den man fast überall bekommt. Bei vielen gilt es auch als Statussymbol: Wer hat das modernere, größere, teurere oder speziellere Messer?

Auch ich stellte in den letzten Jahren beim Arbeiten als Securitymann fest, dass immer mehr ein Messer mitführen bzw. mich und meine Kollegen damit auch bedrohen und attackieren. Fragt man die Messerträger, warum sie ein Messer dabeihaben, sobald sie das Haus verlassen, sagt der Großteil, weil eben alle ein Messer mithaben, habe man selbst eins zur Verteidigung gegen diese eben mit. Auch habe man so bessere Chancen gegen mehrere Angreifer, so die mehrheitliche Meinung. In einigen Kulturkreisen ist es völlig normal, Konflikte mit Messern auszutragen. So erklärte ein junger Afghane, warum er Mitte 2017 in Wien Favoriten einem Landsmann ein Messer besorgte, das anschließend im Bauch eines Tschetschenen landete, bei der Gerichtsverhandlung: „Er habe nicht gewusst, dass es in Österreich verboten sei, jemanden niederzustechen.“8

Attacke auf die Fußballprofis Mesut Özil und Sead Kolasinac in London. Der Messertäter deutet einige Schnitte zum Arm von Kolasinac an. Dieser begibt sich daraufhin in Gefahr und attackiert seinerseits den Mann. Gefährlich vor allem war dabei sein Griff nach der Messerklinge. Der Messertäter flüchtet daraufhin mit dem anderen Mann auf einem Mofa.

Vorfälle, wie eine Attacke auf einen Securitymann bei einem Supermarkt im deutschen Bremen am 13. Mai 2020, wo es um die Umsetzung von Corona-Vorschriften gegangen ist, entstehen aus nichtigem Anlass und häufen sich. Ein Mann weigerte sich, einen Einkaufswagen, dessen Benutzung damals Vorschrift war, zu nehmen, und stach im Zuge des Streites mehrfach auf den Security ein. Besonders traurig an dem Vorfall ist, dass der Täter seinen 4- jährigen Sohn dabeihatte. Der Security erlitt mehrere Stichverletzungen und wurde nur durch das Einschreiten von Zeugen vor gröberem Schaden bewahrt.

Aber es ist nicht immer ein Messer, das gewisse Leute so mit sich führen und auch einsetzen. 2017 tötete ein Somalier einen Türsteher in Bern/Schweiz mit einer kleinen Schere. Nach einer verbalen Auseinandersetzung versetzte er dem 32-jährigen Türsteher auf der Straße vor dem Club sieben teilweise tiefe Stiche in Kopf, Nacken und Brust. Der Türsteher des Clubs „Dead End“ starb drei Tage später im Spital an einer Hirnverletzung. Einer der Stiche war durch die Schädeldecke gedrungen.

Mehrere Vorfälle mit Messer prägen auch mein bisheriges Leben.

In späten Teenagerjahren, ich war damals Bäckerlehrling, geriet ich mit einem Gesellen in Streit, woraufhin ich diesen mit einem großen scharfen Arbeitsmesser attackierte. Ich wollte ihn in meiner blinden Wut in den Bauch und in den Oberkörper stechen. Der Geselle rettete sich aber durch Flucht und lief davon. Ich verfolgte ihn zwar, doch er war der schnellere Läufer. Ich bin heute sehr froh darüber, dass diese Situation am Ende nur mit kleineren Verletzungen endete (nähere Schilderung des Vorfalls im Inneren dieses Buches), waren wir doch eigentlich Freunde und der Anlass des Streites nichtig, es ging um „die Ehre eines Mädchens“.

Gleiche Firma, andere Zeit. Ja, es war eine erlebnisreiche Lehrzeit in dieser Firma. Dieses Mal wurde ich von einem anderen Lehrling mit einem großen Küchenmesser attackiert. Es war damals die Zeit des Kung-Fu und des Bruce Lee und ich trat dem Messerschwinger in Kampfstellung gegenüber und wollte ihm das Messer schließlich mit der Handkante aus der Hand schlagen. In den damals so beliebten Martial-Arts-Filmen sah das meist immer spielend einfach aus. Der Lehrlingskollege stieß aber das Messer schwunghaft in einer kurzen Bewegung schlagend auf mein Handgelenk, mit dem ich ihm das Messer aus der Hand schlagen wollte. Dort öffnete sich sofort eine ca. 5 cm lange, bis zum Knochen gehende, tiefe Wunde. Schockiert starrten wir daraufhin beide auf die geöffnete, aber nicht blutende Wunde. Der Streit war daraufhin sofort vorbei und ich wurde später im Krankenhaus genäht, wo ich die Wunde als Arbeitsunfall angab.

Ich war damals in den späten Teenagerjahren mehrmals auch als Tramper unterwegs. Per Autostopp ging es da durch Südeuropa. Es war eine herrliche Zeit, geschlafen wurde im Schlafsack am Wegesrand oder am Strand. Da mir aber bereits einmal während des Schlafens jemand meinen Rucksack stehlen hatte wollen, schlief ich danach immer, bewaffnet mit einem geschlossenen Springmesser, im Schlafsack. Eigentlich idiotisch, dass das Messer geschlossen war, aber ich hatte damals noch keine Ahnung von Selbstschutz. Den Rucksack verwendete ich als Kopfpolster, gesichert am Schlafsack.

Ich schlief also mal wieder am Strand unter freiem Himmel, als ich zunächst ein Ziehen am Rucksack unter meinem Kopf spürte. Gleich darauf drückte mir aber ein Gewicht auf meinen Bauch und meine Brust. Als Nächstes waren da schon Hände um meinen vorderen Hals und versuchten, einen festen Griff an diesem zu bekommen. Rasch erfasste ich die Situation: Was ich so im Mondlicht sehen konnte, saß auf mir ein eher schmächtiger junger Mann, der mich mit beiden Händen würgte.

Der Würgegriff saß nicht gut, er raubte mir aber trotzdem den Atem. Ich drückte, soweit es möglich war, meinen Körper und meine Arme von innen gegen den Körper, der auf mir saß. Meine rechte Hand erspürte mein Springmesser, der Daumen drückte den Auslöser. Doch die Klinge konnte sich nicht richtig öffnen, also nicht einrasten, und ging nur wenige Zentimeter auf. Es war ein sich seitlich öffnendes Springmesser, das ich einst in Rom gekauft hatte. Ich spürte, dass die Klinge irgendwo im Inneren des Schlafsackes steckte. Während ich mit meinem Kinn gegen die würgenden Hände andrückte und so versuchte, den Griff nicht richtig schmerzhaft und wirkungsvoll werden zu lassen, versuchte ich, die Klinge nur mit den Fingern der rechten Hand zu öffnen und zum Einrasten zu bringen, was mir schließlich gelang. Sofort drückte ich mit dem Messer durch den Schlafsack nach oben, was sehr schwierig war, da ich nur wenige Zentimeter Platz hatte. Ich spürte, dass ich nicht nur den Widerstand des Schlafsackes durchstieß, sondern dann auf etwas traf.