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Tauchen am Niederrhein - Der Tauchführer Niederrhein ist das ideale Nachschlagewerk für alle Sporttaucher, die sich für die heimischen Gewässer am Niederrhein interessieren. >Wo liegen die besten Tauchplätze? >Wie kommt man dahin? >Was kann man dort entdecken? Der Autor, Holger Ucher, nimmt 27 Gewässer unter die Lupe und berichtet detailliert von der Entstehungsgeschichte bis zur heutigen Infrastruktur. - Alles was der Sporttaucher über die heimischen Seen wissen muss.
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Seitenzahl: 70
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Für
Tawan Georg & Phupa Johannes -
die leider nie selbst die Schönheit der Unterwasserwelt erfahren durften.
Der Autor:
Holger Ucher wurde 1978 in Nettetal geboren. Nach seinem Fachhochschulabschluss erlernte er den Beruf des Bankkaufmanns. Heute arbeitet er als Personalentwickler für ein internationales Unternehmen in den Niederlanden.
Bereits mit 16 Jahren kam Holger Ucher durch die Liebe zum Lesen zum Schreiben. Mit 22 Jahren machte er die Ausbildung zum Open Water Diver und bildete sich bis zum Divemaster weiter.
Neben seinen Lieblings-Tauchgebieten in Thailand, hegt Holger Ucher eine Vorliebe für die niederrheinischen Baggerseen und legt dabei den Fokus auf die Entstehungsgeschichten der künstlichen Gewässer.
Der Niederrhein
Gewässer am Niederrhein
Adolfosee
Auesee
Blaustein-See
Blauer See
Großer See Bösinghoven
Dahmensee
Elfrather See
Eyller See
Fühlinger See
Geldener Heidesee
GochI
Goch III
Hitdorfer See
Großer Kaarster See
Königshüttesee
Großer Krämersee
Kleiner Krämersee
Löwensee
Tenderingssee
Reeser Meer
Venekotensee
Wankumer Heidesee
Widdauen I
Widdauen II
Wisseler See
Xantener Nordsee
Xantener Südsee
Tabellen
Anhang: Quellennachweis
Der Niederrhein liegt im westlichen Zipfel des Landes Nordrhein-Westfalen. Eine eindeutige geographische Grenze des Niederrheins zu seinen Nachbarlandschaften gibt es nicht.
Die Region Niederrhein wird durch die im Westen angrenzenden Niederlanden, im Osten durch das benachbarte Ruhrgebiet und im Süden durch das beginnende Bergische Land samt der Eifel eingegrenzt.
Kerngebiet des Niederrheins sind die Kreise Kleve, Wesel, Viersen, Heinsberg, der Rhein-Kreis Neuss sowie die Städte Krefeld, Duisburg und Mönchengladbach.
Im weiteren Sinne zählt man auch noch Düsseldorf, die rheinnahen Teile des Kreises Mettmann und der Stadt Leverkusen, sowie nördliche Stadtteile von Köln hinzu.
Namensgeber der Region ist der Rhein. Der Rhein gilt als eine der meist befahrenen Wasserstraßen der Welt und ist hier am Niederrhein am breitesten. Er ist die Lebensader der Region und prägt das typisch flache Land, mit seiner grünen Natur und den geschichtsträchtigen Städten.
Die Gewässer am Niederrhein werden nach zwei Typen unterschieden – natürliche und künstliche Seen.
Natürliche Seen sind tektonische Becken (z.B. Königssee/ Bayern), Vulkanische Seen (z.B. die Maare in der Eifel) und abgeschnittene Flussschlingen (z.B. Altarme des Rheins).
Tektonische Becken und Vulkanische Seen kommen am Niederrhein nicht vor. Es gibt jedoch Altgewässer (Altarme des Rheins), welche durch Begradigung des Flussbettes entstanden sind. Zu nennen sind hier der Altrhein Bienen, der Grietherorter Altrhein sowie der Altrhein Xanten. Die Altrheine sind alle sehr nährstoffreich und weisen nur eine geringe Tiefe auf. Sie stehen unter Naturschutz und sind FFH-Schutzgebiete. Tauchen ist hier untersagt.
Künstliche Seen sind durch den Abbau von Rohstoffen wie z.B. Kies, Sand, Braunkohle und Torf entstanden.
Am Niederrhein, insbesondere in der Region Maas-Schwalm-Nette, wurde bereits im 15. Jahrhundert mit dem Torfstich begonnen. An Stellen mit hohem Grundwasserstand wurde der Torf mit einem scharfen Spaten gestochen oder aus den damaligen Sumpfgewässern heraus gefischt. Der Torfstich dauerte Jahrhunderte lang an und endete erst Mitte des 19. Jahrhunderts.
Die Namen Venn (z.B. Poelvennsee) und Bruch (z.B. Hinsbecker oder Glabbacher Bruch), mit denen Seen heute bezeichnet werden, sind altdeutsche Wörter für „sumpfiges Gelände“.
Durch Eutrophierung besteht der Seegrund der Torfseen größtenteils nur aus Faulschlamm. Das Wasser ist dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Tauchen ist in Torfseen leider nicht möglich.
In der Niederrheinischen Bucht wird bei Hambach und Garzweiler seit den 80er Jahren Braunkohle abgebaut. Die Abtragungen dauern hier noch bis 2045 an und werden nach Fertigstellungen zu den größten Seen in Deutschland gehören. Der Tagebausee Hambach wird mit einer Seefläche von 4.000ha zu den zehn größten Seen in Deutschland gehören und mit einer Tiefe von ca. 400m sogar der tiefste See Deutschlands werden. Heute ist am Niederrhein mit dem Blaustein-See bei Eschweiler bereits ein Tagebausee zum Tauchen frei gegeben. Er gilt bzgl. seiner Versieglung des Untergrundes als Prototyp für die noch folgenden Tagebauseen.
Getaucht wird am Niederrhein größtenteils in so genannten Baggerseen und Kiesgruben.
Im Gegensatz zur Torfgewinnung ist die Gewinnung von Kies und Sand ein noch recht junger Geschäftszweig und die dadurch entstanden Baggerseen ebenfalls um viele Jahre jünger, als die vor Hunderten von Jahren entstanden Torfseen. Nichtsdestotrotz ist die Kies- und Sandgewinnung bereits heute ein vielfach rentableres Geschäft als die Torfgewinnung jemals war.
Am Niederrhein leisten heute ca. 50 Unternehmen mit bis zu 45 Millionen Tonnen ein Zehntel der bundesdeutschen Kies- und Sandproduktion. Ungefähr 3.300 Menschen sind bei den niederrheinischen Kies- und Sandbaggereien und 22.000 im vor- und nachgelagerten Bereich der Kies- und Sandindustrie beschäftigt. Mit rund 240 Millionen Euro Jahresumsatz ist die Kiesindustrie zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige am Niederrhein heran gewachsen.
Kies ist zwar ein nicht nachwachsender Rohstoff, der nicht unbegrenzt zur Verfügung steht und die Rohstoffgewinnung bedeutet ebenfalls auch einen großen Eingriff in die Natur, jedoch entstanden durch umfangreiche Rekultivierungsmaßnahmen auch wertvolle Lebensräume für viele Tier- und Pflanzenarten. Pflanzen wie Wasserhahnenfuß, Kammlaichkraut, Wasserpest und Armleuchteralgen gedeihen in den zahlreichen Baggerseen prächtig. Die schnell entstandene Unterwasservegetation wurde zur Kinderstube für viele Fische, wie Rotauge, Karpfen, Barsch und Hecht.
Die neu geschaffenen Seen fungieren als biologische Klärwerke und das Grundwasser weist in den meisten Seen nahezu Trinkwasserqualität auf.
Ideale Bedingungen für gute Sichtweiten und ein heimisches Tauchvergnügen.
Info
31ha groß,
12m tief,
Bojenpflicht
Der Adolfosee ist ein ca. 31ha großer und max. 12m tiefer Baggersee, welcher durch den Sand- und Kiesabbau, zwischen Ende der 60er bis in die 80er Jahre, entstand. In der Anfangsphase wurde der See im Volksmund „Lago Laprello“, nach dem Kieswerk Laprell, gennant. Seinen heutigen Namen erhielt er nach seinem Besitzer Dr. Adolf Freiherr von Büllesheim aus Ratheim, der zu dieser Zeit Bundestagsabgeordneter für den Kreis Heinsberg war. 1973 wurde der See von der Familie Spies von Büllesheim an den Angelverein Ratheim, welcher für den Fischbesatz sorgte, verpachtet. Die Uferbepflanzung mit Gehölzarten wurde in der Folgezeit erfolgreich von den Mitgliedern des Angelvereins Ratheim in Eigeninitiative durchgeführt. Heute sind die Uferbereiche als Landschaftsschutzgebiete ausgewiesen. Bereits 1985 war die Rekultivierung abgeschlossen und der See als Naherholungsgebiet erschlossen.
Kosten
Tageskarte 8,- EUR,
Flaschenfüllung 10l 4,- EUR
Durch die Bewirtschaftung des Ratheimer Angelvereins gilt der See heute als ausgesprochen fischreich. Große Hechte, Zander, Barsche, Rotaugen, Schleien und kapitale Welse gibt es hier zu sehen. Teichmuscheln und Geweihschwämme sind ebenfalls zu finden und an den verkrauteten Uferzonen haben sich Teichfrösche angesiedelt. Der Untergrund ist hügelig und die Sichtweiten liegen zwischen zwei bis zehn Metern. Peter Hilgers führt die ansässige Barakuda Tauchbasis, welche über eine Füllstation, überdachte Umkleidemöglichkeiten, Küche, WC und ausreichend Bänke zum An- und Ablegen der Ausrüstung verfügt.
Im See wurde eine Vielzahl an Attraktionen versenkt. Unter anderem kann man hier bei seinen Tauchgängen auf einen ca. 2 Meter großen Hai, einen Karussell-Hubschrauber, ein Krokodil und ein Autowrack treffen. Der See liegt in unmittelbarer Nähe zur Rur und die Sichtweiten werden stark durch den örtlichen Niederschlag bestimmt. Der See verfügt über ein ausgeprägtes Pflanzenwachstum. Manche Uferzonen sind regelrecht von der Wasserpest so zugewuchert, dass kein durchtauchen möglich ist.
Vier gesprengte aber nicht abgetragene Bunker des Westwalls sind aus dem Zweiten Weltkrieg erhalten geblieben und als Inseln im Adolfosee zu sehen. Sie erheben sich wie Eisberge aus dem See und geben ein ungewöhnliches Bild ab.
Fische
Sichtweite
Füllstation
WC
Ja
Ja
Anschrift:
Ziegelweg, 41836 Hückelhoven
(Stand 2014 – Quellen siehe Anhang)
Info
165ha groß,
17m tief,
Der Auesee bei Wesel liegt direkt am Rhein und ist ein beliebtes Naherholungsgebiet für Surfer, Segler, Taucher, Schwimmer, Spaziergänger, Radfahrer und Angler. Er ist heute 165ha groß und max. 17,5m tief. Der See wurde zwischen 1963 bis 1993 durch die Firma Hülskens GmbH & Co. KG ausgehoben. Hier wurden anfangs mit Seilbagger, danach
