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Willkommen im The Cage! Begleite eine Gruppe von Freunden durch die Höhen und Tiefen ihrer ausgelassenen Sex- und Liebesabenteuer in der BDSM-Szene. Lazar Thornton liegt das Dom-sein im Blut. Er ist Eigentümer und Betreiber des The Cage, eines florierenden Erotik-Shops, in dem auch seine engsten Freunde häufig anzutreffen sind: Bran, Max, Otto und die stets extravagante, heißblütige Miss Dré. Doch selbst die besten Freunde haben unterschiedliche Vorlieben – im Leben wie im Spiel. Mit seiner gut gelaunten, lockeren Art ist Lazar sowohl als Dom als auch als Lehrer sehr gefragt, aber vor der Liebe ist er bisher immer davongelaufen. Bis Ben Owen, ein ziemlicher Neuling in der Szene, blauäugig und lernbegierig daherkommt und Lazar diesem Sub alles beibringen möchte, was er weiß. Doch trotz der Offenheit, die für eine funktionierende Dom/Sub-Beziehung erforderlich ist, spricht keiner von beiden über Gefühle. Ben leidet unter der Ungewissheit, ob seine Liebe erwidert wird, da er sich seines Platzes in Lazars Leben nicht so sicher ist, wie er es gerne wäre. Lazar wird lernen müssen, das Herz seines Subs so gut zu lesen wie seine Gedanken, wenn er Ben wirklich in seinem Leben behalten möchte.
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Seitenzahl: 393
Veröffentlichungsjahr: 2019
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Inhalt
Zusammenfassung
Widmung
Prolog
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
Biographie
Von Catt Ford
Besuchen Sie Dreamspinner Press
Copyright
Von Catt Ford
Willkommen im The Cage! Begleite eine Gruppe von Freunden durch die Höhen und Tiefen ihrer ausgelassenen Sex- und Liebesabenteuer in der BDSM-Szene.
Lazar Thornton liegt das Dom-sein im Blut. Er ist Eigentümer und Betreiber des The Cage, eines florierenden Erotik-Shops, in dem auch seine engsten Freunde häufig anzutreffen sind: Bran, Max, Otto und die stets extravagante, heißblütige Miss Dré. Doch selbst die besten Freunde haben unterschiedliche Vorlieben – im Leben wie im Spiel.
Mit seiner gut gelaunten, lockeren Art ist Lazar sowohl als Dom als auch als Lehrer sehr gefragt, aber vor der Liebe ist er bisher immer davongelaufen. Bis Ben Owen, ein ziemlicher Neuling in der Szene, blauäugig und lernbegierig daherkommt und Lazar diesem Sub alles beibringen möchte, was er weiß. Doch trotz der Offenheit, die für eine funktionierende Dom/Sub-Beziehung erforderlich ist, spricht keiner von beiden über Gefühle. Ben leidet unter der Ungewissheit, ob seine Liebe erwidert wird, da er sich seines Platzes in Lazars Leben nicht so sicher ist, wie er es gerne wäre. Lazar wird lernen müssen, das Herz seines Subs so gut zu lesen wie seine Gedanken, wenn er Ben wirklich in seinem Leben behalten möchte.
Für L, weil du meine Hand gehalten und mich auf dem ganzen Weg ermutigt hast.
ER HATTE auch zuvor schon in diese Schaufenster gesehen. Nicht die Nase an die Scheibe gedrückt und reingestarrt, nur im Vorbeigehen einen flüchtigen Blick reingeworfen. Genau wie alle anderen auf dem vollen Bürgersteig, die so taten, als schauten sie nicht hin. Er wandte dem The Cage den Rücken zu, verdrehte sich aber das Genick. Drinnen funkelten und glänzten die verführerischen Gerätschaften seiner schmutzigen Sexfantasien unter den Lichtern, als wollten sie ihn herbeiwinken. Er brauchte nur einzutreten.
Ben hatte eigentlich nie jemanden reingehen sehen, aber es waren immer Kunden im Laden. Der Schimmer einer Bewegung oder die Art, wie das Licht von einem Schatten unterbrochen wurde, sagte schon alles.
Die Ambivalenz der Menge auf der Straße verschaffte den Mutigen, die tatsächlich einzutreten wagten, eine gewisse Anonymität.
Dies war kein schmuddeliger Kramladen für geheime Laster in irgendeiner versteckten Seitengasse. Das The Cage war schick, elegant und modern. Große Schaufenster gewährten verführerische Einblicke in das, was einen drinnen erwartete.
Die Fassade des Gebäudes war aus poliertem schwarzem Granit mit einem Hauch von Glitzer in seinen dunklen Tiefen. Die Doppeltüren in modernem Design bestanden aus mattschwarzem Metall. Reihen von horizontalen Fenstern erlaubten heimliche Blicke auf das, was drinnen vor sich ging, gaben jedoch nichts preis.
Der Türgriff war kühl und solide unter seinen Fingern. Er holte tief Luft. Wenn er jetzt nicht reinging, fand er vielleicht nie wieder den Mut dazu.
Die Wände waren schwarz und die Decke mindestens sechs Meter hoch. Rote Neonlichter schlängelten sich durch das Innere, übergossen den schwarzen Fußboden mit blutrotem Schein. Schaufensterpuppen, gekleidet in Leder und Bondage-Zubehör, posierten auf einem hohen Sims entlang der Rückwand. Rote, nach oben gerichtete Strahler verwandelten sie in sinistre Gestalten voll bedrohlicher Verheißung. Er stellte sich vor, sie wären lebendig und starrten ihn hinter ihren Masken hervor abschätzig an.
„Willkommen im The Cage.“
Er drehte sich um und sah sich einer Gruppe von fünf Männern gegenüber. Nein, Moment mal, vier Männern und einer … Dragqueen? Mit den zwanzig-Zentimeter-Absätzen ihrer schenkelhohen Dominastiefel war sie größer als alle anderen. Ihre Haut schimmerte wie poliertes Ebenholz. In ihrem Catsuit aus schwarzem Lackleder war sie selbstbewusst, stark, faszinierend. Der perfekt sitzende Catsuit ließ eine verführerisch androgyne Figur erkennen. Ihre Brust war unverfroren flach und ihre Taille schlank. Sie drehte sich leicht zur Seite, wie um zu verhindern, dass er ihren perfekten, drallen Knackpo übersah. Als Ben auf ihren Hintern starrte, lächelte sie spöttisch.
Ein weißer Mann mit kahlrasiertem Kopf und schwarzer Streberbrille stand neben ihr. Er war weniger formell gekleidet als die anderen, in schwarze Cargohosen und ein T-Shirt. Sein schwarzer Nietenledergürtel gab keinen Aufschluss darüber, welche Seite der Peitsche er bevorzugte.
Ein zweiter Mann, ungefähr Anfang Fünfzig, in anthrazitfarbenem Anzug, weißem Hemd und schwarzer Krawatte, hielt eine nicht angezündete Zigarre zwischen den Zähnen, was die tiefen Falten zwischen seiner Nase und den Mundwinkeln betonte. Er kaute heftig auf der Zigarre herum und Ben wandte hastig den Blick von ihm ab.
Ein hochgewachsener, muskulöser Mann in engen Lederjeans lehnte an einer Vitrine. Ein Netzshirt bedeckte die Ledergurte, die sich über seiner behaarten Brust kreuzten. Seine Augenbrauen waren dicht und sein dunkles Haar modisch gestylt. Der Musketier-Bart gab seinem Gesicht etwas Teuflisches. Er warf Ben einen kurzen Blick zu und beobachtete dann wieder die Menge draußen.
Der letzte Mann kam hinter dem Ladentisch hervor und Ben stockte der Atem.
Dieser Mann war groß, über ein Meter achtzig, und ganz in glänzend schwarzes Leder gekleidet. Sein schwarzes Haar war glatt nach hinten frisiert. Breite Schultern verjüngten sich zu schmalen Hüften. Die Ärmel seines T-Shirts spannten um seine muskulösen Oberarme und seine Hände waren groß und kräftig. Sein gut aussehendes Gesicht wirkte streng, doch seine leicht nach oben gebogenen Lippen deuteten auf einen Sinn für Humor hin. Die Grübchen, die sich auf seinen Wangen bildeten, verwandelten sein höfliches Lächeln in etwas Raubtierhaftes.
Seine gebieterische Haltung ließ Bens Herz vor Furcht und gespannter Erwartung heftig pochen. Von der ganzen imposanten Gruppe, der er sich gegenübersah, war dieser Mann der Alpha. Er stolzierte mit der Selbstsicherheit eines Löwen auf Ben zu, umgarnte ihn mit seinem Blick.
„Was?“, fragte Ben schwach.
„Ich sagte, kann ich dir helfen?“
Oh Scheiße. Oh bitte. Ja.
„WIE GEHT es dir?“
„Die Schmetterlinge in meinem Bauch haben sich gerade in Geier verwandelt.“
„Bist du sicher, dass du das durchziehen willst?“
Ben merkte, dass er mit dem Fuß wippte und hörte auf. Er stand auf und sah Lazar in die Augen. „Ja. Legen wir los.“
Lazar legte Ben die Hände auf die Schultern. „Du kannst es dir immer noch anders überlegen.“
„Entweder ganz oder gar nicht.“ Ben grinste.
„Solange du dich dabei nicht übernimmst. Rollenspiel, Exhibitionismus und Travestie in einer Session ist ganz schön viel auf einmal, selbst für einen Sub mit jahrelanger Erfahrung.“
„Ich lerne schnell.“
„Und?“ Lazar zog die Augenbrauen hoch.
„Ich habe einen tollen Dom.“
„So gefällst du mir.“ Lazar schmunzelte und ließ ihn los. „Dein Safeword für heute Abend?“
„Rot für Stopp, gelb für gib mir ’ne Minute und grün für mehr.“
Lazar lachte noch mal. „Ich wüsste nicht, dass ich was von ‚grün‘ gesagt hätte, aber hoffentlich kriege ich dich dazu, um mehr zu betteln.“
Bens Pulsfrequenz schnellte bei diesen Worten in die Höhe. Betteln … „Das schaffst du doch immer“, murmelte er.
„Wir haben besprochen, was wir machen wollen, aber vielleicht lege ich noch ein paar Überraschungen drauf.“
Ben schnappte nach Luft bei dem boshaften Funkeln, das bei diesem Lächeln in Lazars Augen trat. „O-kay …“
„Das wird ein Spaß.“ Lazar legte die Arme um Ben. „Du weißt, wie du mich stoppen kannst, wenn’s dir zuviel wird.“
„Ja, das weiß ich“, sagte Ben mit mehr Zuversicht.
„Du machst das schon.“ Lazar ließ ihn los. „Jetzt gehst du aber besser, damit du deinen großen Auftritt hinlegen kannst.“
„Stimmt.“
„Komm nicht zu spät, Boy.“
Die Session hatte begonnen.
Vor dem Weggehen blickte Ben sich ein letztes Mal um. So wie jetzt, mit respekteinflößender Miene und ganz in Leder gekleidet, wirkte Lazar fast wie ein Fremder. Es erinnerte Ben an ihre erste Begegnung und er überlegte sich zweimal, ob er das wirklich durchziehen sollte. Doch dann zwinkerte Lazar ihm zu.
Ben schlüpfte hinaus in die Seitengasse, machte die Tür zu und lehnte sich dagegen, um einmal tief durchzuatmen. Hinter ihm wurde der Riegel vorgeschoben. Er konnte immer noch weglaufen oder es sich anders überlegen. Nichts zwang ihn dazu, das hier durchzuziehen.
Nichts als sein eigenes Verlangen.
„WO SIND denn die fleißigen Bienchen?“, fragte Max mit seiner tiefen, rauen Stimme.
„Hab‘ sie früher gehen lassen, damit sie feiern können. Pride Week. Echt super.“ Lazar schüttelte resigniert den Kopf. „Jetzt dürfen wir hier allein die Stellung halten.“
„Ich glaube nicht, dass du dir unseren Stundensatz leisten kannst“, schnaubte Otto und wandte sich wieder den Schaufenstern zu. Die Menschenmenge draußen hielt einen Großteil des Lichts ab. „Touristen, die auf einen Nervenkitzel aus sind.“
„Ja, wenn sie denn auch was kaufen würden“, sagte Lazar. „Schaufenstergucker blockieren bloß die Tür.“
„Weil die meisten von deinen Kunden viel zu schüchtern sind, um sich durch eine Menschenmenge zu drängeln, Darling.“ Miss Dré blickte nicht mal von dem Spiegel auf, den sie benutzte, um ihre Wimperntusche aufzufrischen.
„Ja, schade, dass sie so zurückhaltend sind.“ Lazar lachte und rollte die Schultern. Heute früh hatte er vor seinem Laden eine öffentliche Flogging-Demo veranstaltet, bei der Bran die Peitsche schwang, angefeuert von einer riesigen Zuschauermenge. Doch als Brans Schultern schlapp machten, war Lazar für ihn eingesprungen. Daher die Muskelverspannungen. Der Sub, der sich als Freiwilliger zur Verfügung gestellt hatte, war zufrieden mit seinem rechtmäßigen Besitzer nach Hause gegangen, begleitet von spielerischen Klapsen diverser Doms aus dem Publikum auf seinen geröteten, von Leder-Chaps umrahmten Arsch. Die Demo hatte zur Folge gehabt, dass Kunden in Scharen ins The Cage strömten und der Umsatz war mehr als zufriedenstellend gewesen.
Brans Zähne schimmerten weiß in seinem gebräunten Gesicht, als er lächelte. „Ich bin inzwischen wieder fit und der Pranger steht immer noch da draußen bereit. Ich könnte rausgehen und mir einen Freiwilligen kapern.“
Sein Körper war imposant, sein kräftiger Hals betont von einem breiten, mit Furcht einflößend spitzen Nieten besetzten Halsband.
„Der Bär geht auf die Jagd. Du brauchst nur in dieser Aufmachung da rauszugehen und schon liegen sie dir im Umkreis von ein paar hundert Metern alle zu Füßen.“
„Ein paar hundert Meter?“ Bran knackste unheilverheißend mit den Fingerknöcheln. „Versuch’s mal mit Meilen. Mein Können als Dom –“
„Ach, sei doch still, Darling. Es heißt Gay Pride Week, nicht S&M Pride Week.“ Miss Dré tänzelte zu Bran, beugte sich vor und peilte mit ihren zum Küssen gespitzten Lippen sein Gesicht an. „Wie viele weibliche Subs, die auf der Suche nach einem Bären wie dir sind, sollen da draußen schon rumlaufen?“
„Wenn sie wüssten, dass ich hier bin, würden sie sich von einem Haufen Tunten nicht fernhalten lassen.“ Bran versuchte sich von ihr loszumachen, doch Miss Dré hakte einen rotlackierten Fingernagel durch den Ring an seinem Brustharnisch, kam ihm noch näher und drückte ihm ein Küsschen auf die Wange. „Ihr Heteros seid ja so süß in eurem Wahn.“
Bran schlang ihr einen Arm um die Taille. „Für dich könnte ich ja mal eine Ausnahme machen.“
Miss Dré schmiegte sich an ihn. „Träum weiter, Darling.“
„Die Berge erschallen vom Klang der Musik“, stellte Otto fest.
„Ich habe keine Ahnung vom Bergsteigen, aber ich hätte nichts dagegen, mal auf den hier zu klettern. Meinst du, du könntest mich verkraften?“ Sie kratzte mit den Nägeln über die eindrucksvolle Beule in Brans Lederhose.
„Hey!“, schrie Bran auf und sprang weg von ihr. „Steck‘ die Klauen weg, Prinzessin.“
„Für dich immer noch androgyne Scheiß-Supermodel-Diva.“ Miss Dré presste sich theatralisch den Handrücken an die Stirn. „Bei dir könnte sogar eine Dame einen Ständer kriegen, aber ach! Unsere Liebe ist zum Scheitern verdammt. Es ist eine Tragödie.“
„Ja, zu schade, dass Shakespeare längst Wurmfutter ist. Der hätte euch ein tolles Happy End schreiben können.“ Lazar kicherte über Brans unbehaglichen Gesichtsausdruck. Ganz ehrlich, manche Heteros waren einfach zu leichte Beute und Miss Dré hatte ein großartiges Gespür dafür, wie weit sie gehen konnte.
Missmutig sagte Max: „Wenn ihr hier schon ständig über Happy Ends redet, könntet ihr wenigstens mal eins liefern. So viele schöne Spielsachen und keiner, an dem man sie ausprobieren kann.“
„Du meinst, Lazar sollte ein paar willige Subs anheuern, die in den Ecken rumstehen und warten, bis man reinkommt und irgendwelchen Scheiß an ihnen ausprobiert? Das ist mal eine Idee.“ Otto nickte beifällig.
Max grinste. „Es ist eine tolle Idee! Das würde so richtig Laufkundschaft bringen, meinst du nicht, Laz?“
„Aber klar doch. Wahrscheinlich müsste ich gegen haufenweise Polizisten ankämpfen, die mich verhören wollen, weil ich Sex gegen Geld anbiete.“
„Scheiß auf die Bullen.“ Max‘ Lächeln verblasste.
„Oh nicht doch, ich mag die“, sagte Lazar. „Ich bin sicher, auf die entfällt mindestens ein Drittel meiner Umsätze.“
„Du meinst, die kommen hier rein?“ Miss Dré fasste sich an die Brust. „Wie kommt es, dass ich dann nie da bin? Ich liebe Männer in Uniform!“
„Sie kommen normalerweise nicht in Uniform zum Einkaufen hierher, Miss Dré“, schnaubte Lazar belustigt. „Ich seh’s schon vor mir: San Franciscos blaue Brigade geht in der Mittagspause in voller Montur auf die Suche nach Spielsachen und sammelt sich dann hier im Laden.“
„Wäre besser für die Figur als eine Donut-Pause“, sagte Bran. „Ich könnte ein bisschen mit ihnen trainieren. Wenigstens mit den Mädels.“
„Das sind alles Lesben, Darling.“ Miss Dré klimperte mit den Wimpern.
„Das Gesetz der Wahrscheinlichkeit spricht dagegen“, meinte Otto. „Wenn sie maskulin aussehen, dann wahrscheinlich nur deshalb, weil das in ihrem Metier für sie von Vorteil ist.“
„Gott, du oller Ingenieur! Man könnte meinen, er erstellt mathematische Formeln für die abgegebene Impulskraft in jedem Peitschenhieb, den er austeilt“, spottete Max.
„Tu‘ ich ja.“ Otto schob seine Brille hoch. „Masse mal Geschwindigkeit ist gleich Impuls. Sagen wir mal, du nimmst einen Flogger mit dünnen Lederriemen und vergleichst ihn mit einem mit breiteren Riemen. Die Energie, die sich von meinem Arm auf den Rücken des Subs überträgt, verteilt sich bei breiteren Riemen über eine größere Fläche. Ergo kann ich mehr reinlegen und er hält länger durch.“
„Wenn man die Art des Leders weglässt, ob die Riemen geflochten oder glatt sind, die Toleranz des Subs, wie du gerade in Form bist, ob du am Abend zuvor Überstunden gemacht hast …“
„Selbstverständlich gibt es eine Formel für jede dieser Gleichungen, Lazar. Jede Variable kann berechnet werden, und …“ Otto zückte sein iPhone und begann zu tippen.
„Darling! Ich hole mir einen Stift, damit ich das aufschreiben kann.“ Miss Dré hielt sich die Hand vor den Mund, um ein zartes Gähnen zu verstecken. „Vielleicht bringt dir deine Theorie ja mal einen Nobel-Hobel Preis ein.“
„Vielleicht sollte sie das.“ Otto starrte Miss Dré an.
„Na toll, jetzt entwirft er einen Doktoranden-Kurs in der Arithmetik des Sadomasochismus“, sagte Lazar.
Bran sagte mit der Stimme der Vernunft: „Eine Menge Leute könnten so einen Kurs gut gebrauchen. Zu viele Amateure.“
Die Glocke über der Tür bimmelte und die Männer blickten auf. Bran und Max warfen einen flüchtigen Blick auf den Neuankömmling und wandten sich lachend ab.
Lazar rief: „Kann ich dir helfen?“
Der Neuankömmling stand da wie festgewachsen und sperrte den Mund auf vor Staunen. Seine Augen waren groß und rund hinter den Gläsern seiner Brille. Der junge Mann, der eine Schlabberjeans und ein T-Shirt mit der Aufschrift „I like to be watched“ trug, schien sich versehentlich in den Laden verirrt zu haben. Lazar gefiel, was er sah. Wie ein urtümlicher Trommelschlag begann ein besitzergreifendes Wort in seinem Inneren zu pochen. Meins.
Nach einer Minute des Schweigens ging der Neuankömmling hinter einer Vitrine in Deckung.
„Oh, ist der niedlich“, kicherte Miss Dré. „Laz, Liebes, mach den Mund zu. Deine Zunge schleift auf dem Fußboden.“
„Was für ein Normalo“, lispelte Bran spöttisch. „Ist wahrscheinlich aus Versehen hier reingestolpert.“
„Wahrscheinlich neu in der Szene.“ Max gähnte. „Ich wette, der sucht einen Anfänger-Plug.“
„Hey, verschreckt mir hier nicht die zahlende Kundschaft“, sagte Lazar.
„Wir sind zahlende Kundschaft.“ Max fuchtelte mit seiner unangezündeten Zigarre herum. „Ich lasse sogar jede Menge Kohle hier liegen.“
„Jeder muss mal irgendwo anfangen.“ Lazar leckte sich die Lippen und folgte dem jungen Mann mit den Augen, obwohl von ihm gerade nur sein zerzauster brauner Wuschelkopf zu sehen war. „Vielleicht sollte ich ihm helfen, sich was auszusuchen.“
„Da-damm-dada.“ Miss Dré summte den Hochzeitsmarsch. Ziemlich falsch.
„Kein Wunder, dass ihr Dragqueens immer Play-back singt. Dein Gejaule ist ja nicht zum Aushalten!“ Max hielt sich die Ohren zu.
„Das war Absicht. Ich kann singen!“ Mit blitzenden Augen ging Miss Dré auf Max los, doch ihre Retorte ging in einem lauten Krachen und dem Klirren von splitterndem Glas unter.
Lazar zuckte zusammen und rief: „Hey, alles in Ordnung?“
„Ja“, kam die atemlose Antwort. „Ich glaube, ich hab‘ was kaputtgemacht.“
„Was du nicht sagst.“ Lazar stolzierte zum Tatort und fand den jungen Mann auf allen Vieren vor, Hintern in der Luft. Sein einer Fuß steckte in einem Pappkarton fest und er tastete blindlings auf dem Teppich herum und versuchte, die Glasscherben einzusammeln. Seine Brille lag ein Stück weiter weg.
„Was für ein hübscher Anblick.“ Otto schob seine Brille hoch und starrte auf die runden Backen unter der straff gespannten Schlabberjeans.
„Du hast dir doch nichts getan, oder?“
„Nein, nur deiner Ware.“ Wegen seiner Körperhaltung klang die Stimme des jungen Mannes dumpf. „Tut mir wirklich leid.“
„Stopp! Keine Bewegung!“
Der junge Mann erstarrte sofort und blinzelte zu Lazar auf.
„Was fällt dir ein, die Glasscherben mit bloßen Händen aufzuheben? Lass das!“
„Aus, Fiffi! Sitz, mach Männchen!“ Miss Dré kam zu ihnen rüber geschlendert und zwinkerte dem Jungen zu. „Oooh, ein hübsches Kerlchen! Nanu, Miss Dingsda, ohne Brille bist du ja … huch! Ich wag’s kaum zu sagen, schön!“
„Lass das Glas fallen“, befahl Lazar geduldig. „Auf den Boden. Sofort.“
„Er ist ein ganz helles Köpfchen“, schniefte Max.
„Er ist nur nervös“, sagte Lazar.
Der junge Mann schielte mit zusammengekniffenen Augen nach den Männern, die um ihn herumstanden.
„Er meint, dass du die Glasscherben vorsichtig wieder auf den Teppich legen sollst, bevor du dich noch schneidest“, erklärte Otto langsam, als hätte er einen Fünfjährigen vor sich.
Lazar verlor die Geduld. Er packte den Jungen am Bund seiner Jeans und verpasste ihm einen schallenden Klaps auf den Hintern. „Lass das Glas liegen und steh auf.“
Endlich ließ der Junge die Glasscherben fallen und rappelte sich hoch. Er versuchte, sich aus Lazars Griff zu winden, aber vergeblich. „Es tut mir wirklich leid. Ich bezahle das, was immer es auch war.“
Lazar schüttelte ihn, ohne seinen Griff um den Jeansbund des Jungen zu lockern. „Wir sind quitt. Ich hätte die leere Schachtel nicht rumstehen lassen sollen.“
Der Junge schaute auf seinen Fuß, der immer noch in der Schachtel steckte, und wurde rot. „Tut mir leid. Ich bin vermutlich nicht gerade die Anmut in Person.“
Da Lazar kein plausibler Grund einfiel, den Jungen noch länger festzuhalten, ließ er ihn los. „Miss Dré? Könntest du bitte den Staubsauger holen?“
Miss Dré fuchtelte dramatisch mit den Händen in der Luft herum. „Frauenhände ruhen nie. Warum ich?“
„Ich habe grade ein neues Dienstmädchen-Kostüm reinbekommen“, sagte Lazar.
„Darling! Wo ist es? Das muss ich unbedingt anprobieren.“
Lazar gab Dré die gewünschte Auskunft und rief ihr noch nach: „Vergiss den Staubsauger nicht!“
„Du mich auch“, tönte es zurück. „Warum ist das hier hinten so ein Saustall?“
„Musste den Kram aus dem Keller holen, um Platz für den Miet-Dungeon zu machen. Hatte noch keine Zeit zum Aufräumen.“ Lazar erhob die Stimme, sodass sie ihn hören konnte.
„Gib mir wenigstens einen Hinweis, damit ich nicht den ganzen Abend hier drin bin“, rief Miss Dré.
„Als ich ihn zum letzten Mal gesehen habe, stand der Staubsauger drüben beim Kreuz.“
„Na, vielen Dank! Hier gibt’s ja nur drei Kreuze.“
„Immerhin sind die alle zusammen“, brüllte Lazar zurück.
Der Junge schlang sich die Arme um die Taille und beäugte Lazar scheu.
„Da hast du Dré ja eben ganz schön drangekriegt“, sagte Max.
„Diplomatie, Max. Man muss seine Kundschaft kennen. Apropos …“ Lazar näherte sich dem Jungen, rückte ihm in einer Weise auf die Pelle, von der er wusste, dass sie auch einen weitaus erfahreneren Mann nervös machen würde. „Was suchst du denn? Vielleicht kann ich dir helfen.“ Letzteres sagte er mit tiefer, verführerischer Stimme.
Der Junge wich rasch einen Schritt zurück, offensichtlich ohne daran zu denken, dass sein Fuß immer noch in einer Schachtel steckte, rannte gegen eine weitere Vitrine und ging erneut zu Boden. Er kam hoch, entschuldigte sich bei einer aufblasbaren Sexpuppe und errötete dann, als die Männer vor Lachen brüllten.
Lazar deutete auf die Brille des Jungen. „Da liegt dein Nasenfahrrad, du Trampeltier.“
„Hat jemand eine Kammerzofe gerufen? Oder wenigstens ein extrem schwules Dienstmädchen?“ Miss Dré, als französisches Dienstmädchen mit rüschenbesetzter weißer Schürze kostümiert, kam mit dem Staubsauger in der Hand hereingeschwebt. „Wie sehe ich aus?“ Sie stelzte vorbei wie ein Model auf dem Laufsteg und posierte dann mit grazil vorgeschobener Hüfte vor dem Fenster. Dabei handhabte sie den schweren Staubsauger so mühelos, als wäre er ein Modeaccessoire.
„Hinreißend“, sagte Lazar. „Mann, du hast echt endlos lange Beine. Bran, in diesem Outfit musst du sie unbedingt fotografieren. Wenn ich so ein Bild an der Wand hängen habe, verkaufen sich die Dinger wie warme Semmeln.“
„Wie bist du bloß so schnell aus diesem Catsuit rausgekommen?“ Otto streckte die Hand aus, um den Stoff ihres Rocks zu befingern.
Miss Dré schlug ohne zu zögern seine Hand weg. „Babypuder vor dem Anziehen. Macht schnelle Kostümwechsel kinderleicht. Profitipp, Jungs. Ehrenwort!“
„Du siehst sagenhaft aus. Kann’s kaum erwarten, dich zu fotografieren“, sagte Bran.
„Ich bringe ein Ensemble erst so richtig zur Geltung, Darling, nicht?“ Dré strich das kesse Röckchen mit einer Hand glatt und nahm eine andere Pose ein.
„Du könntest jeden billigen Fetzen teuer aussehen lassen“, räumte Max ein.
Der Staubsauger landete mit Gepolter auf dem Boden und Dré stürmte mit ausgebreiteten Armen auf Max zu. „Darling! Das war wahrscheinlich das Netteste, was du in deinem ganzen Leben je gesagt hast! Du verdienst einen Kuss als Motivation zu größeren und besseren Dingen.“
Max ließ den Kuss über sich ergehen und warf Dré ein reumütiges Grinsen zu. „Superfox. Vielleicht komme ich sogar mal zu deiner Show, wenn du mich gratis reinlässt.“
„Oh, du Schlingel, du weißt aber, wie man einer Frau ein Kompliment macht! Er ist bereit, sich gratis meinen Auftritt anzugucken.“ Miss Dré kehrte zu ihrem Staubsauger zurück.
Der junge Mann kauerte immer noch halb unter der Sexpuppe und blinzelte ohne seine Brille.
„Oh, seht mal, er will mit Puppen spielen. Vielleicht weiß er nicht, dass sie nicht echt sind. Wie heißt du, Schätzchen?“
„Äh, ich bin, äh, Ben. Ben Owen.“ Der Junge streckte Dré die Hand entgegen.
Eine weitere Lachsalve schlug ihm entgegen. „Ben, der Bengel! Was für ein toller Name für einen Sub!“, krähte Bran.
„Ben Bückdich wäre besser.“
„Sehr originell, Max. Und das wird er schon tun, wenn’s nach mir geht.“ Lazar hob die Brille auf und reichte sie dem Jungen. Er wartete, bis Ben sie aufgesetzt hatte, und sagte dann: „Halt‘ dich mit einer Hand an meiner Schulter fest und steh ganz still, meinem Laden zuliebe.“ Da Ben sich nicht rührte und ihn nur anstarrte wie gelähmt, packte Lazar die Hand des Jungen und legte sie sich auf die Schulter. Dann ging er in die Hocke, schnappte sich den Fuß, der in der Schachtel steckte, und hob ihn hoch. Er riss die Schachtel weg, ließ den Fuß los und richtete sich so schnell wieder auf, dass Ben das Gleichgewicht verlor und in ein Gestell voller Lederjeans torkelte. Das Gestell kippte um und Ben ging mit zu Boden und verschwand unter einer Flut von Leder.
„Okay, das war‘s.“ Lazar packte Ben am T-Shirt und zerrte ihn mit einem Ruck auf die Füße, ohne das Reißgeräusch zu beachten. „Du bist eine Gefahr für dich selbst und für mein Inventar. Hoch mit dir und raus aus meinem Laden!“ Er schubste den Jungen in Richtung Eingangstür.
„Aber ich hab‘ doch gesagt, dass ich’s bezahle. Ich wollte nichts kaputtmachen! Ehrlich!“
Das bestürzte Gesicht des Jungen ließ Lazar innehalten. „Traust du dir zu, den Kleiderständer aufzustellen und die Hosen wieder dranzuhängen, ohne noch mehr Schaden anzurichten?“
„Die Hosen sind nicht zerbrechlich“, entgegnete der Junge tapfer.
„Dann mach.“ Lazar verschränkte die Arme vor der Brust und nahm eine drohende Haltung an. „Aber ein bisschen plötzlich.“
„Also, kleines Mäuschen, wirst du dich für ihn bücken?“, fragte Dré.
„Falls ihr wissen wollt, ob ich schwul bin – ja, bin ich.“ Der Junge hielt inne und warf einen Blick auf die Männer, die ihn beobachteten.
„Das könnt ihr unter euch ausmachen.“ Bran schlenderte zum Ladentisch zurück und stützte die Ellbogen drauf.
„Hey, ein Arsch ist ein Arsch.“ Max neigte den Kopf ein bisschen, um einen besseren Blick auf Bens Hintern zu haben. „Zum Draufhauen oder zum Ficken.“
Bens Augen weiteten sich und er schaute schnell zu Lazar.
Lazar schüttelte leicht den Kopf.
„So gehorsam, nicht? Der Traum eines jeden Dom.“ Dré begann zu summen und machte den Staubsauger an, fuhr damit über den Teppich, bis sie alle Glasscherben erwischt hatte. Dann verschwand sie nach hinten.
„Was meint ihr, als was kommt sie als nächstes raus?“, fragte Otto.
„Kann man nie wissen. Das ist das Genie von Miss Dré.“ Lazar zuckte die Schultern.
„Wenn Du mir bitte einfach sagen würdest, was ich dir schulde, dann verschwinde ich von hier, bevor ich noch mehr Mist baue“, sagte Ben.
Lazar wandte sich ihm zu. Ben stand gerade an einer freien Stelle, wo er unmöglich etwas umschmeißen konnte. „Mal sehen, du hast eine Lava-Lampe zertrümmert und ich weiß nicht mal, wie du das geschafft hast. Niemand kriegt eine Lava-Lampe kaputt. Ich werde einen Dampfreiniger für den Teppich bestellen müssen –“
„Trocknet der denn nicht von selbst? Auf diesen Teppich sind schon schlimmere Sachen verschüttet worden“, sagte Bran.
Lazar sah ihn finster an. „Giftige Flüssigkeit aus einer Lava-Lampe …“
„Die Flüssigkeit in einer Lava-Lampe ist nicht giftig. Das wäre nicht leg…“ Otto verstummte abrupt, den Mund noch geöffnet, als Lazar ihn mit einem zornigen Blick zum Schweigen brachte.
„Okay, dann eben brennbar. Das hier ist ein Ladengeschäft. Unschuldige Kunden kommen hier rein und erwarten Sicherheit. Der Teppich muss professionell gereinigt werden. Dann wäre da noch der Verschleiß an dem Kleiderständer und den Hosen. Und dann warst du natürlich mit der aufblasbaren Puppe intim, also wirst du die kaufen müssen. Es wäre unhygienisch, wenn ich sie an jemand anderen verkaufen würde. Ich würde sagen, das macht alles in allem so runde fünfhundert.“
Der junge Mann wurde blass. „Ich … ich … so viel Geld habe ich nicht. Kann ich es vielleicht abarbeiten?“
„Er will es abarbeiten“, teilte Otto Miss Dré mit, die gerade zurückgekommen war, diesmal als Glinda, die gute Hexe verkleidet. Sie trug ein bauschiges, paillettenbesetztes rosa Ballkleid und hielt einen Zauberstab in der Hand.
„Wie schön, Darling!“, rief Dré. „Tänzle diesen Weg entlang …“
„Wenn du so tänzeln könntest …“ Otto gab seine beste Groucho-Imitation, komplett mit Augenbrauenwackeln und imaginärer Zigarre.
„Stehenbleiben!“, brüllte Lazar, als Ben auf die Tür zusteuerte. „Bleib … einfach stehen. Du tust dir womöglich weh, wenn du dich bewegst. Was wolltest du hier eigentlich kaufen?“
„Einen – einen Butt-Plug.“ Ben bekam einen knallroten Kopf.
„Hab‘ ich doch gleich gesagt“, raunte Max.
„Was für einen wolltest du denn?“, fragte Lazar.
„Gibt’s da verschiedene?“ Ben drehte leicht den Kopf und schielte aus dem Augenwinkel nach der bunten Auslage.
„Gehst du nicht ins Internet? Ihr jungen Leute hockt doch angeblich ständig vor dem Computer“, sagte Otto.
„Ich – doch, schon – aber …“
„Ha!“, rief Dré vergnügt. „Sein Hintern ist hungrig und will gestopft werden. Und ich werde seinen Wunsch wahr werden lassen.“ Sie klopfte dem Jungen mit ihrem Zauberstab auf die Schulter.
„Was ist das?“ fragte Ben und starrte den Zauberstab an.
„Das ist mein Zauberstab. Der beweist, dass ich eine Fee bin“, sagte Miss Dré. „Ich kann dir einen Wunsch erfüllen, aber du musst die roten Schuhe tragen, damit er wahr wird.“ Sie hob ihr Kleid und gab den Blick auf rote, paillettenbesetzte Stilettos frei.
„Ich finde, sie braucht keinen Zauberstab, um zu beweisen, dass sie zauberhaft ist“, murmelte Max. Otto nickte zustimmend.
„Ich glaube nicht, dass ich die tragen möchte.“ Ben schluckte vernehmlich. „Bei meinem Pech würde ich mir wahrscheinlich den Fuß brechen.“
„Gutes Argument. Aber wenn du diesen Arsch voll kriegen willst …“ Miss Dré zwinkerte Ben zu und senkte die Stimme zu einem Flüstern herab. „Ich vermute, der Inhaber dieses feinen Etablissements wäre daran interessiert, dir dabei zu helfen.“ Sie streichelte den Zauberstab mit den Fingerspitzen. „Und vielleicht könntest du dir dabei gleich noch was anderes stopfen lassen.“
Fasziniert sah Ben ihr beim Herumspielen mit dem Zauberstab zu. „Den steckst du dir in den Arsch?“
Selbst Max lächelte über diese Frage. „In diesem Grand Canyon würde sie das kleine Ding da nicht mal spüren.“
„Habt Ihr mich gerade eine Schlampe genannt, Sir?“ Miss Dré richtete sich zu ihrer vollen Größe von ein Meter achtundneunzig auf und starrte Max geringschätzig von oben herab an.
„Wenn der Schuh passt …“
„So lange es ein Manolo Blahnik ist, immer her damit.“ Miss Dré kicherte.
Der Junge wirkte jetzt sogar noch verängstigter.
Lazar beschloss, die Bühne zu übernehmen – obwohl das in Anwesenheit von Miss Dré eine ziemliche Herausforderung war. Er nahm ihr den Zauberstab weg und zeigte ihn dem Jungen. „Siehst du, wie dünn und fein der ist? Das ist ein Stab, den man jemandem in die Harnröhre schieben kann. Ein ganz einzigartiges Gefühl. Interessiert? Du hast was davon gesagt, dass du deine Schulden abarbeiten willst.“
„Du steckst mir das Ding da nicht in den Schwanz“, sagte Ben trotzig.
„Hört euch das an! Die Kleine denkt, sie hat einen Schwanz!“, lachte Miss Dré.
„Oh, sie hat einen. Verdammt! Er! Er hat einen. Dré, hör auf, mir meine Pronomen zu versauen.“ Lazar machte einen Schritt auf den Jungen zu. Angst und Erregung umwaberten ihn wie Nebelschwaden und Lazars Lippen verzogen sich zu einem lüsternen Lächeln. Er kratzte mit den Fingernägeln über die verräterische Beule in der Jeans des Jungen. Als Ben vor seiner Berührung zurückzuckte, begann Lazars Schwanz steif zu werden.
„Es würde mir nicht im Traum einfallen, dir deine Pronomen zu versauen, Laz. Unser Schneeflöckchen hier ist eine andere Geschichte. Er bringt mich auf Touren“, sagte Miss Dré mit kehliger Stimme.
„Lazar meint, wenn du dir von ihm diesen Stab in den Schwanz stecken lässt, sind deine Schulden damit beglichen“, sagte Max unverblümt.
„Also bei dir, Darling, wäre ein ganz anderer Mechanismus nötig, um ihn hochzukriegen.“ Miss Dré tippte Max mit dem Finger auf die Nasenspitze und lachte, als er sie finster anschaute.
„Ich glaube nicht, dass ich das möchte“, sagte Ben schwach.
„Du willst also keinen Fummel anziehen und den Stab willst du auch nicht. Sieht fast so aus, als lässt du nach, Laz. Seit wann legt der Sub die Bedingungen fest?“ Bran kicherte.
„Wir verhandeln gerade. Stimmt‘s, Ben?“ Lazar kam einen Schritt näher und schnüffelte. Er grinste, als Ben sich zurücklehnte.
„Ich dachte, vielleicht könnte ich hier saubermachen oder Kartons auspacken oder den Müll rausbringen.“
„Ich habe kein Interesse an Reinigungsarbeiten. Die kriege ich gratis. Denkst du etwa, du bist der einzige Sub, der hier reinkommt und auf Almosen aus ist?“ Plötzlich kam ihm ein Gedanke und Lazar wandte sich an die anderen Männer. „Ich habe eine Idee.“
„Er ist berühmt für seine Ideen“, sagte Otto zu Ben.
„Bran, sperrst du bitte die Tür zu?“
„Mach ich.“ Der große Mann schloss die Eingangstür ab und drehte das Schild auf „Geschlossen“.
„Haltet ihr mich jetzt als Geisel?“ Offensichtlich versuchte Ben trotzig zu klingen, doch Lazar hörte das Zittern in seiner Stimme. „Das ist illegal.“
„Wie so gut wie alles, was Spaß macht“, sagte Miss Dré. „Raus damit, Laz. Ich bin ja so gespannt auf deine Idee.“
„Was wir hier haben“ – Lazar pirschte um den Jungen herum, musterte seine schlanke Gestalt von Kopf bis Fuß und wünschte sich dabei, einen Laserblick zu haben –, „ist ein Mann, der eine Schuld zu begleichen hat. Ihm wurden verschiedene Möglichkeiten dafür angeboten, doch die Bedingungen passen ihm nicht.“
„Kommen wir mal in die Puschen.“ Max schaute auf die Uhr. „Du hast bereits zugegeben, dass du Lazar hier Schadenersatz und Schmerzensgeld schuldest.“
„Schmerzensgeld?“ Jetzt machte Ben einen Schritt zurück. „Ich glaube, ich bin hier derjenige, der …“
„Du kannst Mad Max nicht austricksen. Er ist Rechtsanwalt, also versuch’s nicht mal“, erklärte Otto.
„Du hast das Geld nicht. Ich will eine Entschädigung. Folglich haben wir einen mündlichen Vertrag. Einverstanden?“
Ben biss die Zähne zusammen. „Ja.“
„Nun, dann musst du was tun“, hielt Otto ihm entgegen.
„Wohl schon“, sagte der Junge mürrisch. „Aber diese ganzen Sachen will ich alle nicht.“
„Willst du nicht?“ Lazar trat noch einen Schritt näher. „Ich glaube, das willst du doch. Ich glaube, du willst es so unbedingt, dass ich es riechen kann.“
Der Junge erwiderte seinen starren Blick eine Zeitlang wie hypnotisiert, dann schaute er weg. „Nein, will ich nicht.“
„Sieh mich an.“
Der Junge trat von einem Fuß auf den anderen.
„Sieh mich an, sage ich!“ Lazars Stimme durchschnitt die Stille wie ein Peitschenknall und der Junge hob langsam den Kopf und begegnete Lazars Blick. „Die Wahrheit. Ich will die Wahrheit.“
Ben erschauerte, dann öffnete und schloss er mehrmals den Mund. Er schluckte. „Ich will – etwas.“
„ENDLICH!“ BRAN riss triumphierend die Arme hoch. „Können wir jetzt mal weitermachen, Laz? Das geht hier ja langsamer voran als eine Seifenoper im Nachmittagsprogramm.“
„Vielleicht werden die deshalb gerade alle abgesetzt“, sinnierte Otto. „Davon habe ich gelesen.“
„Nein, das liegt daran, dass in keiner davon ein Star wie moi mitspielt!“
„Jetzt macht sie wieder einen auf Miss Piggy.“ Max‘ Mundwinkel zuckten.
„Oooh, Sado-Maso-Muppets“, quiekte Miss Dré. „Das gefällt mir!“
„Das ist doch mal eine Idee“, sagte Otto. „Wenn man Kinder damit in Berührung bringen würde, solange sie noch klein sind, gäbe es weniger Vorurteile gegen Fetisch.“
„Dann wär’s aber kein Fetisch mehr“, sagte Max. „Es muss was Verbotenes an sich haben, damit es wirklich was bringt.“
Lazar hob eins von Bens Handgelenken an, um seine kümmerlichen Lederarmbänder aus der Nähe zu begutachten, und kicherte. Erbärmlich. Die Hand des Jungen zitterte leicht unter seiner Berührung.
„Darling, ist er ein Mode-Masochist?“ Miss Dré schnalzte missbilligend mit der Zunge. „Jämmerliche Möchtegerns.“
„Meinst du, dass er sich masochistisch den Launen der Mode unterwirft oder dass er lediglich die Insignien trägt, ohne damit ein echtes Verlangen bekunden zu wollen?“, fragte Otto.
„Du nimmst immer alles so wörtlich, Süßer.“ Miss Dré tätschelte Ottos Glatze. „Schreibst du gerade an einem Sex-Handbuch für Teenager?“
„Lass das.“ Otto schlug ihre Hand weg, grinste jedoch verlegen. „Ihr müsst eben sagen, wann ihr Witze macht.“
„Na schön, Boy, wie sieht’s aus?“, fragte Lazar gebieterisch. „Bist du neugierig oder willst du nur den Look?“
Sofort wurde Ben wieder feuerrot im Gesicht und begann sich zu winden.
„Antworte, oder ich schmeiß‘ dich hochkant hier raus und dann kriegst du nie, was du willst.“
„Soll das heißen, du würdest mich den Plug kaufen lassen?“
„Nein, das soll heißen, dass ich dir geben werde, was du wirklich willst.“ Lazar wusste, wie man einen Sub nur mit seiner Stimme zum Bibbern brachte, und er hatte den gewünschten Effekt auf den Jungen.
Nach kurzem Schweigen hob und senkte sich die Brust des Jungen, als hätte er Mühe, die Sprache wiederzufinden. „Woher weißt du, was ich will?“
„Ich weiß es.“
„Okay.“
Die Kapitulation versetzte Lazar einen Adrenalinschub, der ihm direkt in den Schwanz fuhr. Er konnte fast das Knirschen hören, als seine wachsende Erektion seine Lederjeans dehnte. Zu sehen, wie die Widersetzlichkeit aus diesem schlanken Körper schwand, steigerte nur sein Verlangen, Anspruch auf Ben zu erheben. Dies war nur der erste Schritt und er wusste, dass der Junge sich auch weiter erbittert gegen ihn zur Wehr setzen würde, selbst wenn Ben glaubte, jetzt wäre das Schlimmste vorbei.
„Meine Herren, wir haben endlich einen Vertrag. Jetzt müssen wir die Details ausarbeiten. Wie lautet dein Safeword?“
„Safeword?“
„Wie kann man nur einen Laden wie diesen betreten, ohne vorher die nötigen Recherchen anzustellen?“, rief Otto empört.
„Sie können eben nicht alle so sein wie du, O.“ Max gab Otto einen Puff gegen die Schulter.
„Kosenamen!“, krähte Miss Dré. „Sag deiner besseren Hälfte lieber nichts davon, dass Max dich angebaggert hat.“
Otto grinste und schob seine Brille hoch. „Ja, Sherm wird womöglich eifersüchtig. Als ob.“
„Besten Dank auch“, grummelte Max.
„Ich habe ein paar Storys gelesen.“ Ben verschränkte die Arme vor der Brust.
„Storys.“ Bran verdrehte die Augen und blieb weiter auf Distanz.
„Was hängst du denn da bei der Tür rum?“ Miss Dré deutete mit dem Finger auf Bran. „Hast du Angst, wir könnten auf dich abfärben?“
„Wie geil kann das schon sein? Ich bin hetero, schon vergessen?“ Bran zuckte seine muskulösen Schultern. „Trotzdem ist es immer ein Vergnügen, Lazar in Aktion zu sehen.“
Lazar schnippte vor Bens Gesicht mit den Fingern, um seine Aufmerksamkeit zurückzurufen. „Okay, Boy, wir halten es ganz einfach. ‚Rot‘ ist dein Safeword. Das bedeutet ‚Stopp‘. Gelb heißt ‚mach langsam‘. Ich gönne dir eine Pause, wenn du ‚gelb‘ sagst, aber das sagst du besser nur, wenn du wirklich eine brauchst.“ Lazar leckte sich die Lippen. Wenn er dicht genug vor ihm stand, blitzten Bens Nippel verführerisch durch das T-Shirt, das er vorhin zerrissen hatte. Er packte den Jungen noch mal am T-Shirt, wobei er den Riss absichtlich vergrößerte, und zerrte ihn zu einer Auslage mit Fesseln. „Erst mal brauchen wir anständige Handfesseln, damit ich dich kontrollieren kann. Sonst demolierst du mir auch noch die andere Hälfte von meinem Laden.“
„Ich habe nicht den halben Laden demoliert!“ Ben warf einen Blick auf die Gummipuppe, die immer noch ein bisschen schief stand. „Ich bin ein bisschen ungeschickt, wenn ich nervös bin.“
Mit Bedacht hob Lazar eins von Bens Handgelenken, nahm das dünne Lederband zwischen die Finger und riss es mittendurch. Bens Augen weiteten sich und er begann zu zittern.
„Die hier gefallen mir.“ Miss Dré deutete auf die Auslage. „Elegant wie Abendhandschuhe.“
„Kann nie schaden.“ Lazar nahm die Ledermanschetten aus der Auslage und riss das Preisschild ab. Als er mit den Riemen und Schnallen fertig war, umschloss schwarzes Leder den Arm des Jungen vom Ellbogen bis zum Handgelenk. „Gib mir die andere Hand.“
Ben gehorchte schweigend und ließ sich die Manschette umschnallen. Dann starrte er seine Arme an und ballte versuchsweise die Hände zu Fäusten.
„Ich glaube, das gefällt ihm!“, kicherte Miss Dré.
Geschickt verband Lazar die D-Ringe an den Handgelenken miteinander und fesselte Ben so die Hände vor dem Körper. Er hakte den Finger durch einen Ring und schleppte den Jungen zum Ladentisch. „Fall bloß nicht auf den Hintern.“
„Soll ich das Licht dimmen?“, fragte Bran. Er nickte in Richtung der Zuschauermenge, die sich vor dem Fenster versammelt hatte.
Nach einem raschen Blick auf das knallrote Gesicht des Jungen sagte Lazar: „Nein, lass es an. Ich glaube, es gefällt ihm.“
„Nein, tut es nicht!“, protestierte Ben.
„Irreführende Werbung also.“ Max deutete auf den Slogan auf seinem T-Shirt. „Besorg dir mal besser ein neues T-Shirt.“
„Ja“, stimmte Lazar zu. „Wir finden bestimmt was Besseres für dich zum Anziehen.“
Der Junge zuckte zusammen, als Lazar das T-Shirt hinten auseinanderriss und die Überreste an seinen Armen entlang gleiten ließ, bis sie von seinen gefesselten Handgelenken herunterhingen.
„Oh, Fuck“, murmelte Ben.
„Das kann und wird arrangiert werden.“ Der Junge war gut gebaut, schlank, aber straff, mit breiten Schultern, schmalen Hüften und einem Arsch, der zum Ficken einlud. Tolle Nippel hatte er auch. Lazar konnte es kaum erwarten, sie zu malträtieren.
„Willst du mich jetzt ficken?“, quiekte der Junge.
„Nur, wenn du ganz lieb drum bettelst.“
Das schien den Jungen zu beruhigen und Lazar hätte wetten mögen, dass Ben sich gerade schwor, nicht zu betteln. Das war natürlich ein Teil des Vergnügens – sie soweit zu kriegen, dass sie ganz scharf darauf waren.
„Meine Herren, dieser junge Mann hat sich einverstanden erklärt, die Schäden an meinem Laden und meinen Waren in Naturalien zu begleichen. Ich habe eigene Pläne, aber ihr seid alle Freunde und treue Kunden und ich bin für Vorschläge offen. Jeder von euch kann einen Wunsch äußern, und ich werde sie benutzen, um die Träume dieses Boys wahr werden lassen.“
„Und um denen da eine Show zu bieten.“ Bran deutete noch mal mit dem Kopf in Richtung Fenster.
„Das ist mein Job. Aus Fantasien Realität zu machen.“ Lazar grinste. „Ladies first. Dré?“
„Er ist so hübsch. Ich würde ihn wirklich gern schick machen und schminken. Ein Umstyling! Jeder mag so was, wie im Fernsehen.“
„Den Teil wirst du übernehmen müssen“, sagte Lazar.
„Mit Vergnügen. Du wirst hinreißend aussehen, Prinzessin. Vertrau mir.“
„Kann’s kaum erwarten“, brummte Ben.
„Wenn man sich während der Gay Pride Week nicht aufbrezeln kann, wann dann?“ Miss Dré berührte ihre Tiara.
„Max?“
„Du kennst mich. Peitsche.“ Max stach mit seiner unangezündeten Zigarre in die Luft und deutete auf die größte, schwärzeste Peitsche im Regal.
In Bens Augen war das Weiße zu sehen, als er einen flehenden Blick in Lazars Richtung warf.
Lazar schüttelte leicht den Kopf. „Das wäre vielleicht ein bisschen viel für sein erstes Mal, Max, aber ich werde sehen, was ich tun kann. Bran?“
„Paddle auf den Arsch. Hier draußen, wo jeder zugucken kann.“
Lazar lächelte den Jungen an. „Mit diesem T-Shirt hast du ein ziemliches Eigentor geschossen. Du siehst ein bisschen blass aus. Alles okay?“
„Ich will wirklich nicht den Hintern versohlt kriegen, wo alle es sehen können.“
„Du nimmst, was ich dir gebe, Boy, und zwar gern. Und du fängst besser an, mich Sir zu nennen.“
„Ja, Sir.“ Der Junge ließ den Kopf hängen und weigerte sich, zu der Menschenmenge vor dem Fenster hinzuschauen.
„Ich liebe den Duft von Gehorsam am Abend. Otto?“
„Er hat reizende Nippel. Wie wär’s mit ein paar Klemmen? Oder du könntest ihn piercen!“
Bens Kopf fuhr ruckartig hoch und er starrte Lazar an.
Lazar schüttelte erneut den Kopf, obwohl er sich ein Grinsen nicht verkneifen konnte. „Oha, nicht so schnell, Professor. Keine Body-Modifications beim ersten Mal.“
„Ach ja, tut mir leid. Er ist so ein Naturtalent, da hatte ich das ganz vergessen.“
Das erleichterte Aufkeuchen des Jungen amüsierte Lazar. „Hast du’s dir anders überlegt, Bran?“
Der große Mann zuckte die Schultern. „Er wollte doch eigentlich einen Plug kaufen. Wär‘ doch schade, wenn er den ganzen Weg umsonst gemacht hätte.“
„Da ist was dran. Also, Boy, du hast sie gehört. Hast du was zu sagen?“
„Gelb?“
Lazar brach in Gelächter aus. „Du wirst es genießen, Ben. Darauf gebe ich dir mein Wort als Dom und Gentleman. Es wird Momente geben, wo du dir nicht so sicher bist, aber ich verspreche dir, bis heute Abend bist du ein weiterer zufriedener Kunde des The Cage.“
„Kann ich ihn jetzt fein machen?“ Miss Dré fasste Ben am Arm.
„Erst mal machen wir ihn nackt.“
„Hier draußen?“ Bens Stimme war wieder ein Quieken und das Erröten breitete sich über die sahneweiße Haut seiner Brust und seines Gesichts aus. „Wo es jeder sehen kann?“
„Keine Sorge, Boy, uns wird schon nicht langweilig.“ Lazar nahm eine einschwänzige Peitsche aus der Auslage. Er zeigte sie Max. „Wie gewünscht.“
Max nickte und lächelte grimmig.
„Otto, du hakst seine Handgelenke los und du und Max, ihr nehmt jeder eins. Stellt euch mit ausreichend Abstand neben ihm auf und achtet darauf, dass er nicht zappelt. Ich will nicht versehentlich einen von euch treffen.“
„Er zittert wie Espenlaub, Laz.“ Otto löste den D-Ring. Er packte ein Handgelenk und zog Bens Arm zur Seite.
Ben wehrte sich und versuchte zu türmen, doch Bran stellte sich vor die Tür und lehnte sich lässig dagegen.
Bevor Ben noch einen Schritt machen konnte, umklammerte Max sein anderes Handgelenk wie ein Schraubstock und hielt ihn fest. „Du solltest besser nicht rumzappeln, Boy. Lazar ist ein Experte an der Peitsche, aber wenn du dich bewegst, kann er schlechter zielen und verletzt dich womöglich.“
„Oh Gott, oh Gott“, wimmerte Ben. Seine Augen weiteten sich, als Lazar mit der Peitsche Achter in der Luft beschrieb, um sein Handgelenk zu lockern.
„Halt’ so still, wie du kannst, Boy, und das ist ein Befehl“, wies Lazar ihn an.
Als Lazar den Arm hob, schloss Ben die Augen.
Lazar schmunzelte, als Ben sich die Unterlippe zwischen die Zähne klemmte, doch er schwang mit ruhiger Hand die Peitsche und ließ die Schnur durch die Luft sausen. Ein perfekter Treffer. Das T-Shirt des Jungen war sowieso schon ziemlich zerfetzt, daher brauchte es nicht viel, um es ihm von einem Arm zu reißen.
Ein weiterer Knall hallte durch den Laden, doch Lazar brauchte zwei Versuche, um das T-Shirt vollends loszukriegen.
„Du lässt nach, Laz.“ Max wackelte mit der Zigarre, die zwischen seinen Zähnen klemmte.
Lazar verbiss sich, was er gern erwidert hätte, nämlich dass er dem Jungen nicht wehtun wollte. Ben im Voraus darüber zu informieren war witzlos; das würde ihm nur die Spannung verderben.
Ben blinzelte ein bisschen und schielte mit zusammengekniffenen Augen an sich hinab. Seine Haut war unverletzt, aber sein T-Shirt lag in Fetzen auf dem Boden. Er gaffte Lazar an.
Lazar hoffte, dass der Junge neugierig genug war, sich den Rest anzuschauen. Denn in Wirklichkeit war das eine Demonstration technischen Könnens, wenn er das so sagen durfte. Er ließ die Peitsche schnalzen und erwischte Bens Schlabberjeans am Oberschenkel.
Der Junge sah Lazar mit neugewonnenem Respekt an, zuckte aber immer noch jedes Mal zusammen, wenn die Peitsche auf ihn zu schnellte wie eine gierige Zunge.
Nach zehn Minuten hing Bens Jeans in Fetzen vom Hosenbund und enthüllte seine baumwollenen Boxershorts. Lazar rollte die Peitsche zusammen, hängte sie wieder an die Halterung und kam auf ihn zu. Er packte den Bund der Jeans, riss ihn langsam durch und ließ die Jeans um Bens Knöchel fallen.
„Heilige Scheiße, Sir!“, japste der Junge mit großen Augen.
Genau so ging es Lazar auch. Diesen Jungen auszupellen, war wie eine Schatzsuche. Wer hätte geahnt, dass sich unter den Schlabberjeans ein so entzückendes Bürschchen versteckte? Lazar knurrte besitzgierig, unterdrückte es aber. Nicht nötig, Ben jetzt schon wissen zu lassen, wie sehr er Lazar anturnte.
Bens Boxershorts waren vorn zeltartig ausgebeult. Durch den Stoff hindurch schnippte Lazar den Penis des Jungen hoch und ließ ihn hüpfen.
Der Junge errötete erneut und wich mit den Hüften zurück.
„Ich glaube, du magst das.“
„Ich tu‘ das nur, weil ich deine blöde Lampe kaputtgemacht habe“, sagte Ben. „Sir“, schob er hastig nach, als Lazar ihn finster anschaute.
„Okay, red‘ dir das nur weiter ein.“ Lazar lächelte selbstsicher, als Ben den Kopf schüttelte und die Augen schloss. „Du sagst ständig ‚nein‘, aber ich glaube, innerlich schreist du ‚ja‘. Nach heute Abend wirst du mich nicht mehr aus dem Kopf kriegen können.“
„Oh doch“, beharrte Ben.
Lazar lachte nur. „Das werden wir ja sehen.“
„Ja, aber wann?“ Max trommelte mit den Fingern auf dem Ladentisch herum.
Während Otto und Max den Jungen immer noch festhielten, zog Lazar ihm die Boxershorts runter. Der Junge verdrehte die Hüften und versuchte, seine Genitalien zu verbergen.
Bran schaute hinaus zu der Zuschauermenge, die sich vor dem Fenster drängte. „Das Publikum tobt. Der war gut, Laz.“
Lazar streichelte Bens steif werdenden Schwanz und verrieb den Tropfen klarer Flüssigkeit mit dem Daumen auf der samtigen Spitze. „Du kommst erst, wenn ich es dir erlaube. Verstanden, Boy?“
„Ja, Sir!“ Ben schnappte nach Luft und versuchte sich Lazars Streicheln zu entziehen. „Ich glaube nicht, dass ich – ich kann mich nicht –“
Lazar gab dem Schwanz des Jungen einen Klaps – hart genug, dass Ben vor Schmerzen zischte, aber nicht hart genug, um ihn schlaff werden zu lassen. „Bitte mich, dir zu helfen.“
„Würdest du mir – bitte – helfen, Sir.“ Ben erstickte fast an den Worten.
