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Contemporary Asian Cuisine im Duc-Style für Zuhause! • Exklusive Einblicke in die Küchen des Kultkochs The Duc Ngo – inkl. Signature-Gerichte • The Duc Ngo – feste Größe in der internationalen Gastroszenemit regelmäßigen TV-Auftritten u.a. bei Kitchen Impossible und The Taste • Contemporary Asian Cuisine: chinesisch-französisch bis japanisch-mediterran • Über 80 Original-Rezepte aus Ducs Restaurants, wie dem 893 Ryōtei, Kuchi, Madame Ngo & Funky Fisch • Von easy bis ambitioniert: Bun Cha Hanoi, Tuna Tataki & mehr So kocht The Duc Ngo: Die Geheimnisse aus der Kantstraße Ob vietnamesisch-französische Brasserie, japanisches Izakaya oder koreanisches Streetfood: Der Berliner Spitzenkoch & Multigastronom The Duc Ngo ist einer der kreativsten Köche Deutschlands. Seine Küche verbindet authentische asiatische Aromen und Rezepte mit modernen Einflüssen und den überraschenden Duc-Twists. Dieses besondere Kochbuch bringt die unverwechselbaren Gerichte aus Ducs Restaurants zu dir nach Hause: vom legendären Lachs-Tiradito aus dem 893 Ryōtei über Pho Bo Tai aus dem Madame Ngo bis zum Yang Yum Chicken aus dem NKP. Neben raffinierten Rezepten gewährt der Spitzenkoch inspirierende Einblicke in seine Küchenphilosophie und verrät dir, wie du mit einfachen Tricks unfassbar leckere Aromen auf den Teller zauberst! Die Kultgerichte von Starkoch The Duc Ngo zum Nachkochen!
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Seitenzahl: 161
Veröffentlichungsjahr: 2025
Äußerlich wirkt Duc, als ob ihn nichts aus der Ruhe bringt, innerlich aber ist er ein kulinarischer Unruheherd! In seiner Art, Perfektion in die Authentizität zu bringen, ist er einzigartig. Was Duc macht, ist bis zum Ende durchdacht, er nimmt uns mit auf Reisen, ohne dafür ein Flugzeug besteigen zu müssen.
Seine Gerichte geben einem aber nie das Gefühl, eine Variation, sondern das Original genießen zu dürfen. Duc und seine Küchen sind oft vertraut, authentisch, dabei stets innovativ und inspirierend.
Ich bewundere ihn und verbeuge mich vor seiner Fähigkeit, Geschmack so perfekt und doch voller Emotionalität und Einzigartigkeit auf den Teller zu bringen. Einfach Duc-Style!
Tim Mälzer
Duc ist als klassischer Migrant mit seiner Familie aus Vietnam geflohen und über Umwege nach Deutschland gekommen – heute ist er einer der einflussreichsten Köche und Gastronomen Deutschlands! Als ich 2016 zum ersten Mal zu Gast im »893 Ryotei« war, konnte ich meinen Augen nicht trauen, es entpuppte sich als eines der spektakulärsten und zukunftsorientiertesten Restaurants der Neuzeit. Ich erwischte mich dabei, ein bisschen neidisch zu werden. Inzwischen sind Duc und ich Freunde und ich erlebe ihn als einen immer freundlichen, zuvorkommenden Familienmenschen, der die Intention hat, sein Umfeld, seine Familie, Freunde und Gäste glücklich zu machen. Besucht ihn in einem seiner Restaurants, wenn ihr in Berlin seid, und werdet ebenfalls glücklich!
Frank Rosin
Gastronomischer Tausendsassa, Alleskönner, Stilikone und Freund. Und was schätzt man gleichermaßen an Gastronomen und Freunden? Zuverlässigkeit. Tag und Nacht ist er erreichbar und die Speisen in seinen Restaurants enttäuschen nie. Duc erschafft Orte, an denen man sich zwangsläufig über den Weg läuft, statt sich zu verabreden. Endlich deine DNA für zu Hause, vereint in diesem Buch. Ich werde aus dem Nachkochen gar nicht mehr herauskommen. Danke, Duc!
Max Strohe
Duc steht für Qualität, Leidenschaft, familiären Zusammenhalt, unternehmerischen Instinkt und beeindruckende Gelassenheit.
Zahlreiche Köche – und noch mehr Nicht-Köche – haben längst Bücher veröffentlicht. Warum also musste man so lange auf eines von ihm warten? Von jemandem, der die Küchen dieser Welt mit so viel Gefühl und Können verbindet wie kein anderer?
Für mich ist er der Gastronom, zu dem ich am meisten aufschaue. Dieses Buch ist mehr als überfällig – es ist das Spiegelbild eines Menschen, der lieber handelt als redet.
Roland Trettl
Duc ist ein kulinarischer Wirbelwind, seine Küche glänzt stets mit den besten Produkten, intensiven Aromen und ist absolut finessenreich. Seine Restaurants sind immer cool, voller Zeitgeist und geprägt von herzlichem Service.
Großartiges Sushi im »893«, beste Fischküche im »Funky Fisch«, All-day-Asia im »Kuchi« und natürlich – ein Leben ohne den »Dreierlei Schweinebauch« und das »Bun Bo Nam Bo« aus dem »Madame Ngo« möchte ich mir nicht vorstellen müssen!
Tim Raue
KUCHI
893 RYOTEI
MORIKI
GOLDEN PHOENIX
BURBANK
MADAME NGO
FUNKY FISCH
NGO KIM PAK
GRUNDREZEPTE
Dieses Buch ist deine Eintrittskarte in mein kulinarisches Universum! Ich nehm dich auf den folgenden Seiten mit in meine Welt, die sich 24/7 ausschließlich um gutes Essen und natürlich um die Orte dreht, an denen wir es genießen können. Denn als Gastronom geht es mir darum, Restaurants zu erschaffen, wo wir nicht nur satt werden, sondern es noch so viel mehr zu erfahren und zu erleben gibt – Gemeinschaft, Unterhaltung, ein Gefühl von zu Hause sein und natürlich spektakuläre Gerichte, die überraschen und gleichzeitig die Tradition, in der sie verwurzelt sind, respektieren.
Deshalb habe ich es mir auch nicht leicht gemacht, die Restaurants und Gerichte auszuwählen, die ich dir in meinem ersten Buch vorstellen möchte. Sie sind ein Auszug der beliebtesten Gerichte, die so in meinen erfolgreichsten Läden jeden Tag serviert werden. Ich wünsche mir, dass du in diesem Buch einen guten Eindruck von der Vielfalt meiner Küche bekommst. Manche Gerichte – wie Guy Shabu Shabu aus meinem ersten Restaurant »Kuchi« oder Bun Bo Nam Bo, ein lauwarmer Nudelsalat aus dem »Madame Ngo«, den meine Tante früher immer für uns gekocht hat – sind echte Klassiker, andere wiederum wie der Crispy Ebi Salada aus dem »893 Ryotei« stehen noch gar nicht so lange auf der Karte, haben sich aber recht schnell zu absoluten Favourites entwickelt.
Die Leute fragen mich immer nach meinem Erfolgsrezept. Für mich ist das ganz einfach: Sei so authentisch wie möglich, aber versuche immer, deine eigene Handschrift reinzubringen! Und das gilt sowohl beim Kochen, als auch in der Rolle als Gastronom. Eine meiner wichtigsten Erkenntnisse war, dass du kulinarische Tradition – also über Generationen hinweg weitergegebene Rezepte und Zubereitungsmethoden, die tief in der Kultur, Geschichte und Geografie einer Region verwurzelt sind – nicht besser machen kannst, du kannst sie nur anders machen. Und genau das versuche ich jeden Tag aufs Neue.
Eine weitere Sache, die mich ausmacht und meine Herangehensweise prägt: Ich lasse mich grundsätzlich von meinem Bauchgefühl leiten. Und zwar im wörtlichen Sinn. Ich habe nordvietnamesische und chinesische Wurzeln, kam von Hanoi nach Hongkong und schließlich nach Berlin. Reiste nach Moskau, London und New York, einmal um die Welt und wieder zurück. Überall dort habe ich gekocht und vor allem gegessen. Pho, Kimchi, Sushi, Currys, Fischgerichte – das Rückgrat der panasiatischen Küche – sie alle sind Teil meiner kulinarischen DNA, sie sind mein »Herzensessen«. Ich wollte sie schlichtweg in Deutschland in derselben Authentizität und Ursprünglichkeit haben, wie in ihren Herkunftsländern! So hat alles angefangen.
Als ich 1996/97 aus London zurückkam, war ich voller Inspirationen, die ich in den leckersten Suppenläden der Stadt in mich aufgesogen habe, wo man am Tresen sitzt und direkt in die riesigen Töpfe voll dampfender Brühen für Ramen schauen kann. Zusammen mit meiner Liebe zur japanischen Küche allgemein und meiner Lust an immer wieder neuen Herausforderungen entstand die Idee zum »Kuchi« – der Rest ist Geschichte. Jahrelang fuhren meine Familie und ich zum Essen ins Dong Xuan Center – ein vietnamesischer Großmarkt – in Berlin-Lichtenberg. Nur dort gab es in den Neunzigern Gerichte, vor allem Suppen, die super authentisch gekocht wurden und nach zu Hause schmeckten. Also habe ich beschlossen, dass es ab jetzt Pho in erstklassiger Qualität auch in meinem Kiez in Charlottenburg geben sollte. Die Idee zum »Madame Ngo« war geboren. Als Ort zum Essen, Reden und Zusammensein für meine Familie.
Ich glaube, wer einmal eines meiner Restaurants betreten hat, spürt, dass man bei uns – bei meinen Mitarbeitenden und mir als Team – etwas »Echtes« bekommt. Etwas, das mit Herz, Passion, Können, aber auch durch harte Arbeit entstanden ist. Eben etwas, das mehr möchte, als nur den Bauch füllen und einem Trend zu folgen. Heute sehe ich mich als Meister der Geschmackserlebnisse, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Ich wünsche mir, dass meine Vision vom Essen, das einem nicht nur ein »Wow!« entlockt, sondern auch Familie, Freunde und vielleicht sogar Fremde zusammenkommen lässt und sie durch eine besondere kulinarische Erfahrung verbindet, ebenso für dich spürbar wird, wenn du unsere Gerichte in deiner Küche kochst und bei dir zu Hause servierst.
The Duc Ngo
Ich sehe mich als Meister der Geschmackserlebnisse, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Wer mich kennenlernen will oder erfahren möchte, wie ich so ticke, muss eines wissen: Ich lasse nicht sehr schnell Leute nahe an mich ran, schon gar nicht in mein Herz – aber wenn du drin bist, bist du drin. Deshalb hab ich mein ganzes Business, ja mein Leben, nur mit Menschen aufgebaut, denen ich zu 100 % vertrauen kann. Meine Familie, meine Freunde, meine Geschäftspartner – sie sind das Herzstück meiner Company, ohne sie könnte ich niemals auf die Weise arbeiten, wie ich es tue.
Die ersten Partner, Verbündeten und Vertrauten sind mein Bruder The Anh und mein Cousin Phay, mit ihnen eröffnete ich vor ungefähr 25 Jahren mein allererstes Restaurant, das »Kuchi«. Das war die Grundlage für all meine weiteren Läden – mittlerweile sind es insgesamt 22, die ich eröffnet habe. Die beiden, so wie der Rest meiner Family, waren und sind meine Basis, mein unerschütterliches Back-up. Dafür braucht es keine große Erklärung. Sie sind da, wenn ich sie brauche, und ich kann mich immer auf sie verlassen. Nach unserem gemeinsamen Start mit dem »Kuchi« ließen sie mich ziehen und ich konnte weiter mein Ding machen. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar.
Dann ist da noch Hyunjung Kim, Künstlerin, Designerin, der kreative Kopf hinter all unseren Restaurants (hier mit ihrem Mann Seung Jun Pak). Sie entwickelt jedes Konzept mit großer Liebe zum Detail, webt die Geschichte darum und sorgt – ich glaube, das kann ich so sagen – für diese besondere Stimmung, die bei uns herrscht. Jedes Gesamtkonzept ist auf seine Art authentisch und auf den Punkt, ohne sich eines Klischees zu bedienen. Deshalb fühlen sich die Gäste bei uns so wohl. Durch Kim hab ich vor vielen Jahren einen ganz anderen Zugang zur Kunst und all dem Schönen bekommen, das war eine unglaubliche Inspiration für mich und mein Leben. Sie sagte: »Wann wird etwas zu Kunst? Dann, wenn du ihm Bedeutung verleihst. Schönheit reicht nicht.« Unsere Läden sind deshalb nicht nur hübsch anzuschauen und man kann dort gut essen, durch Kims Arbeit haben sie eine ganz andere Tiefe bekommen. Die Läden wurden kosmopolitischer und das empfanden auch Gäste so, die aus Paris, New York und Mailand zu uns kamen.
Seit 12 Jahren sind Micky Rosen und Alex Urseanu an meiner Seite, die beiden Super-Gastronomen haben mit ihren Hotels, Restaurants und Bars die deutsche und europäische Gastroszene maßgeblich geprägt. Unser gemeinsamer Weg startete in Frankfurt mit dem »Moriki«, mittlerweile sind wir bei sechs gemeinsamen Läden und ein Ende ist nicht in Sicht. Von den beiden durfte ich ganz viel übers Gastgebersein lernen: Sei großzügig, spendabel, bring Liebe und Wertschätzung in alles, was du tust. Das war für mich von unschätzbarem Wert und ich hab das mitgenommen in die Art, wie ich heute meine Läden führe. Daneben haben sie mir gezeigt, dass Zusammenhalt auch entsteht, wenn man einfach gemeinsam feiert …
Meine Familie, meine Freunde, meine Geschäftspartner – sie sind das Herzstück meiner Company, ohne sie könnte ich niemals auf die Weise arbeiten, wie ich es tue.
Ohne sie läuft überhaupt nichts, sie sind die Fab Three unseres Unternehmens:
Meine beiden Küchendirektoren Daniel Feldsmann und Masao Watari. Die beiden bringen auf ihre Art ganz unterschiedliche Qualitäten mit, die den Geschmack unseres Essens prägen.
Daniel hat seine Ausbildung in der klassischen deutschen Küche gemacht, kam dann für ein Fine-Dining-Konzept zu uns und heuerte nach ein paar anderen Stationen wieder in unserem Team an. Zum Glück, denn seitdem hat er sich zu einem gewissenhaften Küchendirektor entwickelt. Er war einer, bei dem man sofort gemerkt hat, dass er Bock hat, mehr zu machen. Er ist kreativ, super organisiert und egobefreit; er macht alles möglich, damit die Gäste happy sind.
Masao ist unser Spezialist für die japanische Küche, in Japan hat er eine jahrelange Ausbildung genossen. Er ist einer der besten Fischfiletierer, die ich kenne. Dank seines feinen Schnitts bekommt er bessere Stücke, die einen anderen Geschmack liefern. Das kriegst du nicht so einfach hin, aber Masao bringt diese Exaktheit und Echtheit in unsere Gerichte, für die wir bekannt sind.
Die dritte im Bunde ist Jana Kämpfer. Sie ist gelernte Restaurantfachfrau und eine unverzichtbare Größe in unserem Team. Sie bringt nicht nur alles mit, was du in Sachen Restaurantmanagement wissen musst, sondern auch für das ganze Drumherum wie passende Weine oder den Personalbereich ist sie top. Daneben steuert sie auf jeden Fall das Herz und den Humor bei.
Ich bin den dreien so dankbar, dass sie seit 20 Jahren an meiner Seite sind und ich durch ihre Unterstützung so vieles abgenommen bekomme. Tag für Tag stehen sie draußen in den Läden, sie kümmern sich um Eröffnungen und federn Ausfälle ab. Ich rechne es ihnen hoch an, dass sie trotz ihrer vielen Aufgaben immer noch aktiv mitarbeiten und gestalten. Wir kennen uns ohne Worte – sie wissen, was ich will, ich weiß, was sie brauchen. Das ist der größte Schatz, den man als Unternehmer haben kann.
Durch sie, aber auch durch alle anderen Teams – in Berlin, Baden-Baden und Frankfurt – habe ich den nötigen Freiraum, um kreativ zu sein. Aber das ist nicht das Einzige, das du als Unternehmer brauchst. Du musst Leute kennenlernen, mit ihnen schnacken; dich und das, was du tust, präsentieren. Bist du ein Eigenbrötler und konzentrierst dich nur auf deine Küche, wird es wahrscheinlich bei nur einem Restaurant bleiben. Du musst neue Gelegenheiten schaffen, sie erkennen und wahrnehmen. Klar könnte man jetzt sagen: »Der pickt sich doch nur die coolen Sachen raus«, aber ich seh das anders: Jeder und jede muss für sich das finden, was er gerne und gut macht, und dann schauen, wie er oder sie sich entwickeln und entfalten kann. Du musst deinen Platz finden in der Welt, an dem du dich wohlfühlst, dann kann Größeres entstehen.
Das ist für mich eine der schönsten Sachen der Welt, einen Ort zu haben, an den du jeden Tag gehen kannst und Leute triffst, die dir etwas bedeuten.
Mein Platz ist definitiv bei meiner Familie. Sie alle sind auf die ein oder andere Weise in meinem Unternehmen integriert. Und ohne eine Person wäre ich überhaupt nicht hier: Meine Mutter. Das sagt sie mir auch oft genug … Diese Frau hat eine krasse Geschichte hinter sich, die den Grundstein gelegt hat für alles, was uns Kindern ermöglicht wurde. Mit drei Kindern hat sie den beschwerlichen Weg der Flucht aus Vietnam auf sich genommen, um uns eine bessere Zukunft zu schenken. Aus diesem Grund gibt es ja auch »ihren« Laden, das »Madame Ngo«, wo sie jeden Tag abhängt, isst und quatscht. Das ist für mich eine der schönsten Sachen der Welt, einen Ort zu haben, an den du jeden Tag gehen kannst und Leute triffst, die dir etwas bedeuten. Super viele, die irgendwann Geld gemacht haben als Banker, Ingenieur oder Manager, träumen früher oder später von einer eigenen Bar oder einem Restaurant.
Am Ende ist es das, was wichtig ist im Leben: Gutes Essen und Gemeinschaft. Ich glaube, was das betrifft, habe ich mir einen guten Beruf ausgesucht. Klar, er mag auch manchmal schwierig sein, aber letztendlich hab ich etwas gefunden, das mich erfüllt und was mir leicht von der Hand geht. Dafür bin ich verdammt dankbar.
Wer clever kochen will, sollte sich ein Beispiel an all den klugen Menschen nehmen, die vor uns schon auf der Welt waren. Meine Mutter zum Beispiel musste sich früher was einfallen lassen, drei Kinder, wenig Geld, großer Hunger. Was hat sie gemacht? Einen Hühnerschenkel gekauft, ihn in kaltem Wasser aufgesetzt, ganz ohne Gewürze – richtig schön ausgekocht und so ging das Umami, also der reichhaltige und vollmundige Geschmack aus dem Fleisch, in die Brühe über. Zum Schluss etwas würzen, eine Handvoll günstige Reisnudeln dazu, schon werden viele hungrige Mäuler satt. Und genau darum geht es: Wie kriegst du den üppigsten, vollsten Geschmack aus den Zutaten?
Grundsätzlich kannst du dir merken: Willst du einen leckeren Fond oder eine Brühe haben, solltest du anfangs immer auf die Zugabe von Salz verzichten, so löst sich beim Auskochen das Umami in Form der Proteine aus dem Fleisch. Willst du leckeres Fleisch haben, solltest du zu Beginn etwas salzen.
Gutes Fleisch und Fisch liefern ihr natürliches Umami, in dem man sie mit ein wenig Salz oder etwas Sojasauce anbrät. Protein braucht immer Salz, um Verstärkung und Wumms zu kriegen. Die Voraussetzung ist aber, dass es gute und hochwertige Produkte sind. Keine Massenware, die mit Antibiotika, Wasser oder anderen Zusatzstoffen verunreinigt ist. Nimm lieber weniger und hol das Beste raus.
Das Umami kommt in Form der Aminosäure Glutamat natürlicherweise in vielen Lebensmitteln vor, vor allem in eiweißhaltigen Nahrungsmitteln wie Käse, Fleisch, Tomaten, Sojasauce, Seetang und manchen Gemüsesorten wie zum Beispiel (getrockneten) Tomaten oder Pilzen. In der asiatischen Küche ist Glutamat ein wesentlicher Bestandteil der kulinarischen Tradition, der den typischen Geschmack vieler Gerichte prägt und seit Jahrhunderten fest zur Kochkultur gehört. In Deutschland ist es fälschlicherweise als ungesund und schädlich verschrien, aber meiner Meinung nach ist die bewusste Verwendung von Glutamat essenziell. Glutamat boostet einfach den Geschmack eines Gerichtes krass nach vorne.
In Ostasien zum Beispiel hatte man durch das karge Land und mangelnde Energiezufuhr nicht die Möglichkeit, Lebensmittel stundenlang auszukochen, wie wir das von der deutschen Oma mit ihrem kräftigen Eintopf oder auch von Schmorgerichten kennen. Man musste sich anders behelfen. Hier hat man die Reichhaltigkeit auch bei kürzer gekochten Gerichten durch Glutamat, Sojasauce, Fischsauce oder Fermentiertes wie Misopaste erreicht. Auch Gerichte wie Ceviche, also roher Fisch, der mithilfe von Zitrussaft »gegart« wird, sind entstanden, um den Fisch auf diese Weise vor dem Verderben zu schützen.
Wie Gerichte sich entwickelten, hat immer etwas mit der Geografie und der Not der Menschen zu tun. Du kannst Geschichte und jahrtausendealte Tradition nicht schlagen. Das ist so. Was Technik und andere Innovationen angeht, befinden wir uns gerade in einer Zeitenwende. Aber alles, was das Essen betrifft, gilt noch und wird es auch weiterhin. Am besten für uns Menschen ist immer noch die pure Natur. Wenn du einen Fisch frisch aus dem Meer ziehst, leuchten die Farben so intensiv, dass du denkst, das ist nicht echt. Das kriegt kein Farbpigment jemals hin.
Grundsätzlich ist zu Produkten und zum Einkauf für zu Hause zu sagen:
Du kannst alle Gerichte und Rezepte upgraden, indem du statt im Supermarkt auf dem Frischemarkt oder bei spezialisierten Händlern einkaufst. Frag dort nach: »Wann ist dieser Fisch gefangen worden? Wie wurde das Tier geschlachtet?«
Fisch sollte möglichst frisch verarbeitet werden, idealerweise am Tag des Kaufs – das gilt vor allem für Sashimi. Willst du den Fisch grillen, kann er durchaus auch mal im Kühlschrank gelagert werden. Frischen rohen Fisch kannst du im Kühlschrank bei 0 bis 4 °C maximal einen Tag aufbewahren. Die beste Lagerung erfolgt im kältesten Bereich des Kühlschranks, beispielsweise auf der Glasplatte über dem Gemüsefach, abgedeckt in einer Glasoder Porzellanschale.
Bei optimaler Kühlung (0 bis -2 °C, gerne auf Eis) ist eine Lagerung von bis zu zwei Tagen möglich, allerdings sollte der Fisch spätestens dann verarbeitet werden. Sobald der Fisch länger liegt, hat er keine Spannung mehr, das Fleisch kann eine matschige Konsistenz entwickeln, die Augen werden trübe und es bildet sich ein unangenehm fischiger Geruch. Schau dir das Produkt mit gesundem Menschenverstand an: Sind die Augen klar und der Geruch frisch, nur nach Wasser und Meer, kannst du ihn bedenkenlos kaufen.
Fleisch dagegen sollte, damit es richtig lecker wird, abgehangen sein. Ganz frisches rotes Fleisch schmeckt erst mal nach gar nichts, erst durch dieses »Agen« bekommt es sein Aroma durch die Reifung. Hähnchenfleisch dagegen muss immer topfrisch sein.
Frisch gekauftes Fleisch sollte eine kräftige Farbe haben, neutral riechen und fein marmoriert sein. Idealerweise stammt es aus artgerechter Tierhaltung. Wie gesagt, weniger ist in dem Fall mehr und du findest in meinem Buch und der asiatischen Küche allgemein viele Rezepte auf Gemüsebasis, die eine super Ergänzung zu Fleischgerichten sind. Nimm das Fleisch nach dem Einkaufen aus der Verpackung, tupfe es trocken und lagere es im Kühlschrank bei 0–4 °C, am besten in einem gut verschlossenen Behälter.
Bei Gemüse und Kräutern
