The Gilded Cuff - Lauren Smith - E-Book

The Gilded Cuff E-Book

Lauren Smith

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Beschreibung

Jede Leidenschaft hat ihren Preis ... Die Journalistin Sophie Ryder verfolgt Emery Lockwoods Geschichte seit langer Zeit. In den Tiefen seiner Augen lag stets etwas, dem sie nicht widerstehen konnte. Nun, da sie sich ganz sicher ist, dass er den Schlüssel zur Lösung einer Reihe von Entführungen in der Hand hält, setzt sie alles daran, ihn kennenzulernen. Auch wenn es bedeutet, sich tief in die verführerische Welt des "Gilded Cuff" zu wagen, einem luxuriösen BDSM-Club an der Goldküste von Long Island und Emerys persönlichem Spielplatz. Von dem Moment an, in dem Sophie seine dunkle, sinnliche Domäne betritt, weiß der dominante Emery Lockwood, dass er diese verlockende Schönheit unterwerfen und besitzen muss. Sophie verlangt jedoch mehr von Emery als nur Leidenschaft: Sophie will seine Vergangenheit. Und das ist etwas, das er ihr nicht geben wird - unter keinen Umständen. Aber mit jedem weiteren Moment, den er mit Sophie verbringt, spürt Emery, wie seine Kontrolle nachlässt und es nur eine Frage der Zeit ist, bis er sich nicht nur ihrem Körper, sondern auch ihrem Herzen und ihrer Seele ergibt ... Teil 1 der "Surrender"-Reihe von USA Today-Bestsellerautorin Lauren Smith.

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Lauren Smith

Surrender: The Gilded Cuff

Aus dem Amerikanischen ins Deutsche übersetzt von Julia Weisenberger

© 2015 by Lauren Smith unter dem Originaltitel „The Gilded Cuff (The Surrender Series #1)“

© 2020 der deutschsprachigen Ausgabe und Übersetzung by Plaisir d’Amour Verlag, D-64678 Lindenfels

www.plaisirdamour.de

[email protected]

© Covergestaltung: Sabrina Dahlenburg (www.art-for-your-book.de)

© Coverfoto: Shutterstock.com

ISBN Print: 978-3-86495-475-7

ISBN eBook: 978-3-86495-476-4

Dieses Werk wurde im Auftrag von Hachette Book Group, Inc. vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30161 Hannover.

Die Personen und die Handlung des Romans sind frei erfunden. Etwaige Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Begebenheiten oder lebenden oder verstorbenen Personen wären rein zufällig.

Für Kaylan. Ohne dein Licht ist die Welt dunkler geworden.

Danksagung

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11

Kapitel 12

Kapitel 13

Kapitel 14

Kapitel 15

Kapitel 16

Kapitel 17

Kapitel 18

Kapitel 19

Kapitel 20

Kapitel 21

Epilog

Autorin

Danksagung

Ich möchte Aimee, Laurie und Jeanne danken, meinen wunderbaren Betaleserinnen, und den Ladys des White Car Book Club, die mich daran erinnert haben, dass Bücher zu Diskussionen anregen und Spaß machen sollten.

Und den Mitgliedern meines Straßenteams der Lauren Smith’s League – ihr seid wundervoll und inspiriert mich jeden Tag zum Schreiben mit eurem Enthusiasmus und dadurch, dass ihr meine Geschichten genießt.

Danke an Amanda und meine Eltern, meine verlässlichen Unterstützer, die mir immer dabei helfen, meine Träume Realität werden zu lassen.

Zuletzt danke ich meiner großartigen Lektorin Lauren Plude, die mein Leben verändert hat, als sie sich in die „Surrender“-Serie und deren Bad-Boy-Helden verliebt hat.

Kapitel 1

Emery Lockwood und Fenn Lockwood, die acht Jahre alten Zwillinge von Elliot und Miranda Lockwood, wurden zwischen 19 und 20 Uhr vom Familienanwesen auf Long Island gekidnappt. Die Entführung ereignete sich während einer Sommerparty, die von den Lockwoods ausgerichtet wurde.

– New York Times, 10. Juni 1990

Long Island, New York

Das ist das absolut Dümmste, was ich jemals getan habe.

Sophie Ryder zog den Saum ihres kurzen Rocks ein paar Zentimeter tiefer. Er war immer noch viel zu kurz. Aber sie hätte nichts tragen können, was ihrem üblichen bescheidenen Kleidungsstil entsprach. Nicht für den Besuch eines elitären und geheimen BDSM-Clubs an der Goldküste von Long Island. Sophie war noch nie in einem Club gewesen, ganz zu schweigen in einem dieser Art. Sie hatte den schwarzen Minirock und das rote Schnürkorsett von ihrer Freundin Hayden Thorne geliehen, die Mitglied des Clubs war und wusste, was man tragen sollte.

The Gilded Cuff. Das war der Ort für diejenigen, die ihren Kink genossen und es sich leisten konnten, dafür zu bezahlen.

Sophie seufzte. Das Gehalt einer Journalistin reichte nicht, um für so was aufzukommen, wie es die Leute um sie herum trugen, und sie fühlte sich definitiv weniger sexy in ihren praktischen, schwarzen, flachen Schuhen, die nur an der Spitze etwas funkelten. Jeder in diesem Zimmer strahlte Sinnlichkeit aus, während die Leute in ihren Armani-Anzügen und Dior-Kleidern an ihr vorbeistrichen. Sie bemühte sich, ihnen nicht zu nah zu kommen. Ihre kultivierten Stimmen hallten von den rauen grauen Steinwänden wider. Sie fühlte sich unwohl dabei, wie ungezwungen sich die Leute um sie herum berührten und mit Blicken und leichten Liebkosungen neckten. Selbst als sie geduldig in der Reihe wartete, erfasste sie ein nervöses Kribbeln, das ihr durch die Brust in den Magen hinabfuhr. Zur einen Hälfte lag das an der sinnlichen Energie ihrer Umgebung, zur anderen an der Story, die ihre Karriere befeuern würde, wenn sie nur herausfinden könnte, nach wem sie suchte, und rechtzeitig sein Leben retten könnte. Der Herausgeber bei der Zeitung in Kansas, für die sie schrieb, hatte ihr eine Woche Zeit für die Recherche gegeben. Aber sie wusste nicht, wie lange sie hatte, um das Leben eines Mannes zu retten, der in diesem Moment irgendwo in diesem Club war. Sie schluckte schwer und versuchte, ihre Gedanken zu ordnen.

Sie folgte der Menge und schloss sich einer Warteschlange an, die zu einem einzelnen Tisch aus Walnussholz mit vergoldeten Kanten führte. Dort stand eine Frau in einem maßgeschneiderten grauen Anzug, unter dem sie eine rote Seidenbluse trug. Sie überprüfte Namen und strich sie mit einem Federkielstift von einer Liste. Sophie kämpfte darum, ihren hektischen Herzschlag und das Flattern rebellischer Schmetterlinge in ihrem Magen unter Kontrolle zu bringen, als sie endlich den Tisch erreichte.

„Ihren Namen, bitte.“ Die Frau sah über breite, schwarzumrandete Brillengläser. Sie wirkte wie eine Mischung aus sexy Bibliothekarin und strenger Anwältin.

Ein Hauch Panik erfasste Sophie. Sie hoffte, ihre Insiderquelle hatte gehalten, was sie versprochen hatte. Nicht jedermann konnte in diesen Club. Man musste von einem bereits angenommenen Mitglied als Gast eingeladen werden.

„Ich heiße Sophie Ryder. Ich bin Gast von Hayden Thorne.“ Als sie den Namen ihrer neuen Freundin erwähnte, lächelte die Frau sofort mit einem warmen Leuchten in den Augen.

„Ja, natürlich. Sie hat angerufen und erwähnt, dass Sie kommen würden. Willkommen im Gilded Cuff, Sophie.“ Sie nahm eine kleine glänzende Broschüre und reichte sie ihr. „Hier sind die Clubregeln. Lesen Sie sie sorgfältig, bevor Sie hineingehen. Kommen Sie zu mir, wenn Sie Fragen haben. Sie können auch jeden ansprechen, der ein rotes Armband trägt. Das sind unsere Clubbeobachter. Wenn es Ihnen zu intensiv wird und Sie in Panik geraten, sagen Sie ‚rot‘ und das Spiel oder die Szene wird sofort unterbrochen. Das ist das allgemein bekannte Safeword. Jeder Dom im Innenbereich sollte es respektieren. Falls nicht, bekommen sie es mit unseren Beobachtern zu tun.“

„Okay.“ Sophie holte Luft und versuchte, nicht daran zu denken, welche Art von Szene sie dazu bringen könnte, ein Safeword zu benutzen. Das hier war wirklich das Dümmste, was sie jemals getan hatte. Ihr Herz klopfte in einem hektischen Rhythmus, als ihr Bedenken kamen. Sie sollte gehen … Nein. Sie musste zumindest ein paar Minuten bleiben. Ein Leben könnte auf dem Spiel stehen, ein Leben, das sie retten konnte.

„Eins noch. Ich muss wissen, ob Sie eine Dom oder eine Sub sind.“ Die Frau strich sich mit dem Ende ihres Federkielstifts unter dem Kinn entlang, während sie Sophie abwägend betrachtete.

„Eine Dom oder eine Sub?“ Sophie kannte die Worte. Dominant und submissiv. Sie waren Teil der BDSM-Welt, eines Lebensstils, von dem sie so wenig wusste. Sophie war definitiv keine Dominante. So bezeichnete man die dominanten Frauen in einer D/S-Beziehung. Sie verspürte gar keinen Drang danach, ihren Bettpartner auszupeitschen.

Sie mochte Kontrolle, ja, aber nur wenn es um ihr Leben ging und um das, was sie tun musste. Im Bett? Da hatte sie immer von einem aggressiven Mann geträumt, der sich nahm, was er wollte, und ihr gab, was sie brauchte. Nicht, dass sie jemals so einen Mann gehabt hatte. Bisher war jede Begegnung im Schlafzimmer eine verblüffende Lehrstunde in Enttäuschung gewesen.

Auf einmal lächelte die Frau erneut, als ob sie Sophies Gedanken gelauscht hätte. „Sie sind definitiv nicht dominant.“ Amüsement umspielte ihre Mundwinkel. „Ich habe das Gefühl, Sie würden einen aggressiven Partner genießen.“

Woher in aller Welt … Sophie bebte. Vor ihrem inneren Auge blitzte das Bild eines Mannes auf, der sie auf die Matratze drückte und erbarmungslos in sie stieß, bis sie vor Lust explodierte. Hitze schoss ihr in die Wangen.

„Ahh, und da ist die Sub. Hier, nehmen Sie das hier.“ Die Frau fing Sophies Handgelenke ein und legte weiche Ledermanschetten darum. In das Leder war ein rotes Satinband eingenäht. Die Frau am Tisch band Sophies Handgelenke nicht zusammen, sondern stellte lediglich sicher, dass sie dafür ausgerüstet war, wenn sie einen Partner im Innenbereich finden sollte.

Das Gefühl der Riemen um ihre Handgelenke machte sie ein wenig nervös und aufgeregt. Wieso fühlte sie sich bereits jetzt gefesselt und gefangen? Sie lagen eng an, schnitten aber nicht ihre Blutzirkulation ab. Sie waren wie ein eng anliegendes Collier. Sie wollte daran ziehen wie an einer zu engen Halskette, weil sie nicht daran gewöhnt war.

„Die sagen den Doms da drin, dass Sie eine Sub sind, aber noch niemand Anspruch auf Sie erhoben hat und Sie ein Neuling in diesem Lifestyle sind. Andere Subs tragen ebenfalls Manschetten, manche wiederum nicht. Es hängt davon ab, ob sie derzeit mit einem bestimmten Dom zusammen sind und ob dieser Dom es wünscht, seinen Besitz anzuzeigen. Da Sie mit niemandem zusammen sind, sagen die roten Bänder allen, dass Sie neu sind und sich gerade erst an diesen Lebensstil gewöhnen. Die Dominanten erkennen daran, dass sie Sie mit Vorsicht behandeln und um Erlaubnis fragen müssen, bevor sie etwas tun oder versuchen zu tun. Die Beobachter werden Sie genau im Auge behalten.“

Erleichterung erfasste Sophie. Gott sei Dank. Sie war nur hier, um ihre Story zu bekommen. Ein Teil ihres Jobs beinhaltete, dass sie Informationen zusammensammelte, wie auch immer ihr dies möglich war, und dabei tat, was notwendig war. Doch sie wusste nicht, ob sie bereit wäre, die Dinge zu tun, die vermutlich hinter den schweren Eichentüren stattfanden. Aber für ihre Story würde sie vermutlich etwas tun müssen, was sich außerhalb ihrer Komfortzone befand. Das war bei einer Recherche für einen Artikel über eine Kriminalsache wohl normal. Natürlich ging es heute Abend weniger um ein Verbrechen als um ein Opfer – und dieses Opfer war die Antwort auf alles, was sie jahrelang unter Mühen gelernt hatte. Außerdem war sie sich sicher, dass er in Gefahr war.

Als sie mit ihrem Verdacht zur ortsansässigen Polizei gegangen war, hatte man sie ignoriert und mit den üblichen Beschwichtigungen abgespeist, dass man ständig ein wachsames Auge auf ihren Bezirk hätte. Aber sie hatten nicht wie sie die Muster gesehen. Sie hatten nicht Tausende von Artikeln über Verbrechen gelesen und das bemerkt, was sie entdeckt hatte. Irgendwo in diesem Club hing das Leben eines Mannes an einem seidenen Faden, und sie würde ihn retten und die Story des Jahrhunderts bekommen.

„Die Handschellen, bitte.“ Ein muskulöser Mann griff nach ihren Handgelenken, als sie die Tür erreichte, die tiefer in den Club führte. Er trug einen teuren Anzug mit einem roten Armband um den Oberarm, aber seine kräftige Statur wurde von diesem Aufzug eher noch unterstrichen statt verdeckt. Sie war überrascht. Sie hatte erwartet, dass die Männer in schwarzem Leder und die Frauen vollkommen nackt herumlaufen würden – umgeben von Ketten, Peitschen und dem ganzen Krimskrams.

Der Mann sah auf ihre Handgelenke, dann in ihr Gesicht. „Du kennst das Safeword, kleine Sub?“

„Rot.“

„Braves Mädchen. Geh rein und habe Spaß.“ Sein Mund verzog sich zu einem breiten Lächeln, das genauso schnell wieder verschwand.

Sie erwiderte es und neigte den Kopf zu einem kleinen Nicken, als sie an ihm vorüberging.

Sie ging durch die offene Tür und betrat eine andere Welt. Hier gab es keinen Kerker mit Wänden voller Eisenketten, stellte Sophie fest, sondern das Gilded Cuff war das genaue Gegenteil von dem, was sie erwartet hatte.

Musik und Dunkelheit beherrschten den Club und überwältigten ihre Sinne. Sie hielt abrupt inne, und ihr Herz hüpfte in einem kleinen Anfall von Panik, weil sie nichts um sich herum sehen konnte.

Der Kerker und die Schreie, mit denen sie gerechnet hatte, waren nicht da. War das typisch für eine BDSM-Umgebung? Ihre ursprüngliche Recherche hatte sie eindeutig in die Irre geführt. Normalerweise war sie nie unvorbereitet, und The Gilded Cuff hatte sie eindeutig überrascht. Jedes Szenario, das sie in ihrem Kopf durchlaufen hatte, wirkte auf einmal dumm und ineffektiv. Dieser Ort und diese Leute waren nichts von all dem, was sie sich vorgestellt hatte, und das machte ihr größere Angst als die Handschellen. Unvorbereitet zu sein, konnte einen umbringen. Das war eine Lektion, die sie auf die harte Tour gelernt hatte, und sie hatte die Narben, um es zu beweisen. Sie hielt den Flyer mit den Regeln, den ihr die Frau am Tisch gegeben hatte, immer noch in der Hand, und jetzt zeigte sich ein Hauch von Schweiß auf der glänzenden Oberfläche des Papiers.

Ich hätte mir das vermutlich mal genauer ansehen sollen. Was, wenn ich aus Versehen eine Regel breche?

Sie wollte auf keinen Fall Ärger bekommen oder, noch schlimmer, rausgeworfen werden und keine Gelegenheit erhalten, das zu tun, weswegen sie hergekommen war. Es wäre vielleicht ihre einzige Chance, den Mann zu retten, der zu ihrer Obsession geworden war.

Sophie ging durch einen großen Raum, in dem mehrere rubinrote Vorhänge hingen, die durch Seile zurückgehalten wurden und zugezogen werden konnten, um neugierige Blicke von den großen Betten dahinter abzuwehren. Nur die Geräusche, die durch die Gardinen drangen, gaben ihr einen Anhaltspunkt, was dahinter vonstattenging. Ihr Körper reagierte darauf, und sie fühlte sich erregt, obwohl sie sich vorgenommen hatte, über den Dingen zu stehen. Um sie herum saßen Menschen auf Sofas, die in einem gotischen Stil gehalten und mit Brokat überzogen waren. Alte Porträts hingen an den Wänden – gebieterische Bilder von wunderschönen Männern und Frauen aus früheren Zeiten, die kühl aus ihren Rahmen herabblickten. Sophie hatte das Gefühl, sie wäre in eine andere Epoche und an einen anderen Ort geraten, der weit weg war von den ruhigen Straßen der kleinen Stadt Weston an der Nordküste von Long Island.

Der langsame Rhythmus einer Bassgitarre und der heisere Gesang einer Sängerin legten sich wie eine erotische Decke um Sophie, als ob sie sich in einem dunklen Traum voller sich bewegender Schatten und Musik befände. Sie atmete tief ein und eine Mischung aus Sex und teurem Parfüm verführte sie. Die Welt draußen verblasste in ihrem Geist wie eine Fata Morgana. Jemand stieß von hinten gegen sie und versuchte, an ihr vorbeizukommen, um tiefer in den Club zu gelangen. Die plötzliche Bewegung riss sie zurück aus der Trance und aus dem dunklen Zauber des Clubs.

„Entschuldigung!“, sagte sie hastig und trat aus dem Weg.

Als ihre Augen sich an das schummrige Licht gewöhnt hatten, manifestierten sich windende Körper. Die Geräusche einer sexuellen Begegnung bildeten ein seltsames Zusammenspiel mit dem Lied, das gerade gesungen wurde. Tiefe Röte bedeckte Sophies Wangen und erhitzte ihr komplettes Gesicht. Ihre eigenen sexuellen Erfahrungen waren ungelenk und kurz gewesen. Die Erinnerungen an diese Nächte waren unwillkommen, ungemütlich und leidenschaftslos. Bei der Erinnerung daran fühlte sie sich wie eine Fremde in ihrer eigenen Haut. Sie hob das Kinn und konzentrierte sich erneut auf ihr Ziel.

Durch die Ledermanschetten an ihren Handgelenken fühlte sie sich verwundbar. Jeden Augenblick konnte ein Dom kommen, die Dinger zusammenbinden und sie in eine dunkle Ecke ziehen, um ihr wahre Leidenschaft zu zeigen. Die Vorstellung ließ ihren Körper zum Leben erwachen, wie sie es nicht für möglich gehalten hatte. Jede Zelle in ihr schien sich nach einer Begegnung mit einem Fremden an diesem Ort der Sünde und der Geheimnisse zu sehnen. Sie fuhr mit den Fingerspitzen über die Rückseiten der samtigen Sofas, und bei der etwas raueren Textur des Stoffes fragte sie sich, wie er sich an ihrer bloßen Haut anfühlen würde, während sie unter einem harten, männlichen Körper ausgestreckt wäre.

Die drückend sinnliche Dunkelheit, die sich am Rand ihrer eigenen Kontrolle entlangschlängelte, war zu viel. Es gab eine gedimmte Lampe nicht weit entfernt, und Sophie ging dorthin, angezogen von dem Versprechen von Beruhigung. Licht war sicher – man konnte sehen, was geschah. Es war die Dunkelheit, die sie nervös machte. Wenn sie nicht erkennen konnte, was um sie herum vorging, war sie verwundbar. Es gab kaum genug Licht, um zu sehen, wohin sie unterwegs war. Sie musste sich beruhigen, ihre Mitte wiederfinden und sich daran erinnern, weshalb sie hier war.

Ihr Herz trommelte einen wilden Rhythmus gegen ihre Rippen, als ihr klar wurde, wie leicht es jedem der starken, muskulösen Doms in diesem Club fallen würde, eine Hand in ihr Korsett zu schieben und das zu finden, was sie dort verborgen hatte, ein Objekt, das ihr über die letzten Jahre sehr ans Herz gewachsen war.

Sie legte die Hand über die Kopie des alten Fotos. Sie wusste, dass es ein Risiko wäre, es hervorzuholen, aber sie konnte sich nicht gegen den Drang wehren, einen raschen Blick zu wagen, den ihr das schummrige Licht ermöglichen würde.

Vorsichtig faltete sie das Foto auseinander und schürzte die Lippen, als sie das Gesicht des achtjährigen Jungen darauf betrachtete. Es war das Abbild aus der Kindheit des Mannes, den sie heute Abend treffen wollte.

Das schwarz-weiße Foto war vor fünfundzwanzig Jahren auf der Titelseite der New York Times gewesen. Der Junge trug Fetzen am Leib, und blaue Flecken waren auf seinem engelsgleichen Gesicht zu sehen. Seine gequälten Augen blickten in die Kamera. Ein blutiger Schnitt zog sich von seinem Kinn bis zu seinem Hals. Mit geweiteten Augen hielt er eine dicke Wolldecke umklammert, während ein Polizist ihm die Hand entgegenstreckte.

Emery Lockwood. Der einzige Überlebende des berühmt-berüchtigtsten Kidnappings in der Geschichte Amerikas seit dem des Lindbergh-Babys. Und heute Abend war er irgendwo im Gilded Cuff.

Im Lauf des letzten Jahres war sie von diesem Foto wie besessen geworden und hatte es immer wieder angesehen, wenn sie Bestärkung brauchte. Er war entführt worden, hatte aber überlebt und war entkommen, während so viele andere Kinder über die Jahre hinweg nicht so viel Glück gehabt hatten. Sophie steckte ein Kloß im Hals, und Splitter unsichtbaren Glases gruben sich in ihre Kehle, als sie versuchte, ihre eigenen schrecklichen Erinnerungen abzuschütteln. Ihre beste Freundin Rachel, der Spielplatz, der Mann in dem grauen Van …

Das Foto war stellenweise zerknittert und die Ränder waren abgenutzt. Der Trotz auf Emerys Gesicht hatte sie angezogen wie nichts sonst in ihrem Leben. Dazu strahlte er noch eine Intensität aus, die ihr Angst machte. Sie musste ihn sehen, mit ihm reden und ihn und die Tragödie, die er überlebt hatte, verstehen. Sie fürchtete, es könnte einen weiteren Anschlag auf sein Leben geben, und sie musste ihn warnen. Es wäre nicht fair, wenn er sterben würde, nach allem, was er überlebt hatte. Sie musste ihm helfen. Aber es war nicht nur das. Es war die einzige Möglichkeit, wie sie die Schuldgefühle mindern konnte, die sie empfand, weil sie nicht in der Lage war, den Mann zu fangen, der ihre Freundin verschleppt hatte. Sie musste mit Emery sprechen. Obwohl sie wusste, dass es Rachel nicht zurückbringen würde, war sie davon überzeugt, dass ein Treffen mit ihm ihr dabei helfen könnte, damit abzuschließen.

Mit einem gezwungenen Achselzucken entspannte sie sich und konzentrierte sich auf Emerys Gesicht. Nachdem sie jahrelang Entführungsfälle studiert hatte, war ihr etwas Wichtiges bei einer bestimmten Art davon aufgefallen – eine Tendenz des Täters, Verhaltensweisen zu wiederholen. Als sie angefangen hatte, Emerys Fall und Hunderte von Artikeln und Polizeiberichten darüber durchzusehen, hatte sie es gefühlt. Dieses Prickeln am Rande ihres Bewusstseins, das sie warnte, dass das, was vor fünfundzwanzig Jahren begonnen hatte, noch nicht vorüber war. Sie war nicht in der Lage gewesen, Rachel zu retten, aber sie würde Emery retten.

Ich muss. Sie schuldete es Rachel, sich selbst und jedem, der einen Menschen an die Dunkelheit, das Böse verloren hatte. Schuldgefühle hatten sie innerlich aufgefressen, aber als sie Emerys Gesicht auf diesem Foto gesehen hatte, hatte es sie daran erinnert, dass nicht jedes entführte Kind starb. Ein Teil von ihr, den sie bewusst tief in ihrem Herzen vergraben hatte, war davon überzeugt, dass ein Gespräch mit ihm, seine Geschichte zu hören, die alten Wunden ihrer eigenen Vergangenheit, die nie zu heilen schienen, lindern würde. Und im Gegenzug könnte sie vielleicht diejenige sein, die seine Entführung aufklären und ihn von einer Bedrohung retten würde, von der sie überzeugt war, dass sie immer noch existierte.

Sie war nicht die mutigste aller Frauen – nicht von Natur aus –, aber die Suche nach der Wahrheit verlieh ihr immer dieses zusätzliche Quäntchen Mut. Manchmal hatte sie das Gefühl, dass sie, wenn sie hinter einer Story her war, die Person wurde, die sie sein sollte: selbstbewusst genug, um das Böse in der Welt zu bekämpfen. Nicht das gequälte Mädchen aus Kansas, das seine beste Freundin an einen Pädophilen verloren hatte, als es sieben Jahre alt gewesen war.

Sophie hätte gerne ein Interview in einer weniger intimen Umgebung geführt und mit mehr Kleidung. Aber Emery konnte man einfach nicht erreichen – er mied die Presse, weil er es offenbar hasste, dass sie ihn dazu bringen wollten, seine Geschichte zu erzählen. Sie machte ihm deswegen keine Vorwürfe. Seine Story noch einmal zu durchleben, könnte traumatisch für ihn sein, aber sie hatte keine Wahl. Wenn das, was sie vermutete, wahr war, brauchte sie Details, von denen sie überzeugt war, dass er sie der Polizei verschwiegen hatte, denn sie könnten der Schlüssel dazu sein, herauszufinden, wer ihn entführt hatte und warum.

Sie hatte in seiner Firma angerufen, aber die Vorzimmerdame hatte sich geweigert, sie durchzustellen. Vermutlich wegen seiner „Keine Presse“-Regel. Dank Hayden wusste sie, dass Emery kaum das Lockwood-Anwesen verließ, aber ein paar Mal im Monat zum Gilded Cuff kam. Dies hier war die einzige Möglichkeit, wie sie ihn vielleicht erreichen konnte.

Emery führte die Firma seines Vaters von dem großen Gebäude aus, das sich auf dem Lockwood-Anwesen befand und umgeben von den dichten Wäldern der Goldküste von Long Island war. Besucher waren nicht erlaubt und er verließ das Haus nur in Begleitung seiner privaten Wachtruppe.

Sophie schob das Foto zurück in ihr Korsett und sah in die Gesichter der Doms, die an ihr vorbeigingen. Mehr als einmal fiel deren Blick auf die Ledermanschetten an ihren Handgelenken und sie studierten besitzergreifend ihren Körper. Ihr Gesicht wurde wieder heiß angesichts ihrer Musterung. Immer wenn sie mit einem Dom Blickkontakt hatte, runzelte er die Stirn und sie sah sofort zu Boden.

Respekt. Ich muss mich daran erinnern, die Doms zu respektieren und ihnen nicht in die Augen zu sehen, außer sie befehlen es mir. Sonst würde sie auf einer Bank enden und den Hintern versohlt bekommen. Ihr Korsett schien zu schrumpfen, sodass es ihr schwerfiel, zu atmen, und Hitze erfasste sie von Kopf bis Fuß.

Männer und Frauen – Submissive, wenn sie nach den Ledermanschetten an ihren Handgelenken ging –, die noch weniger trugen als sie, balancierten Tabletts mit Gläsern zu Doms auf den Sofas. Vor mehreren Doms knieten deren Subs mit gesenkten Köpfen.

Ein Mann auf einer Récamiere in der Nähe beobachtete sie unter gesenkten Lidern hervor. Vor ihm saß eine Sub und er streichelte über ihr langes blondes Haar. Die Augen der Frau waren halb geschlossen, ihre Wangen vor Lust gerötet. Die kobaltblauen Augen des Doms musterten Sophie. Nicht mit sexuellem Interesse, sondern offenbar mit reiner Neugier, so wie ein gesättigter Berglöwe einen fetten Hasen betrachten würde, der seinen Weg kreuzte.

Sophie riss ihren Blick von dem rothaarigen Dom und seinen hypnotisierenden Augen los. Der Club war fast zu viel für sie. Halsbänder, Leinen, manchmal Pfosten, an denen Ketten hingen, und ein riesiges Kreuz, alles war vorhanden und Teil der Fantasiewelt, die mitten in diesem Glitzer und Glanz früherer Zeiten erschaffen worden war.

Sie schob sich an ineinander verschlungenen Körpern und teuren Möbeln vorbei und sah mehr, das sie faszinierte. Der Club selbst bestand aus diesem einen großen Raum, von dem mehrere Flure abgingen. Hayden hatte ihr am Morgen den Grundriss des Gebäudes erklärt. Egal, in welchen Flur man ging, man musste zurück in den Hauptraum, um den Club zu verlassen. Perfekt für die Sicherheit. Ein kleiner Seufzer der Erleichterung entkam ihren Lippen. Wie intensiv lebte ein Mann wie Emery Lockwood diesen Lebensstil? Würde sie ihn in einem der privaten Zimmer finden oder wäre er Teil einer öffentlichen Szene wie die, die sie gerade miterlebte?

Sie war fast halb durch den Raum gekommen, als ein Mann sie am Arm packte und zu sich herumwirbelte. Ihr Mund öffnete sich, bereit, das Wort „rot“ zu rufen, aber als sie seinen Blick erwiderte, erstarrte sie und der Schrei erstarb in ihrer Kehle. Er hob ihre Handgelenke und betastete das rote Band in ihren Ledermanschetten. Seine grauen Augen waren so silbern wie Mondlicht und zeigten offenes Interesse. Sophie versuchte, sich aus seinem Griff zu befreien. Er hielt sie fest. Die Lust, die sich in ihrem Körper langsam aufgebaut hatte, flammte heiß und scharf auf. Sie könnte das Safeword benutzen. Das wusste sie. Aber nach einem tiefen Atemzug zwang sie sich, sich zu entspannen. Teil des Jobs heute Abend war, sich unter die Leute zu mischen, um Emery zu finden. Das konnte sie nicht tun, wenn sie weglief und beim ersten Kontakt nach Hilfe schrie. Es wäre klüger, das hier ein wenig weiterlaufen zu lassen. Vielleicht könnte sie später diesen Dom nach Emery fragen, wenn sie ihn nicht bald fand. Für Sophie war die Vorstellung schlimmer, Emery nicht zu erreichen, als alles, was dieser Mann versuchen könnte, mit ihr anzustellen.

„Ich sehe deine Manschetten, kleine Sub. Ich werde dir nicht wehtun.“

Sein rostrotes Haar fiel ihm über die Augen und er warf den Kopf zurück: Kraft, Macht, Dominanz. Er strahlte reine Männlichkeit aus. Ein geborener Dom. Er war die Art von gut aussehendem Mann, den sie als Teenager angehimmelt hätte. Verdammt, selbst jetzt, mit vierundzwanzig Jahren, könnte sie wegen ihm dahinschmelzen. Sein Blick grub sich in sie. Ihr Magen verkrampfte sich wegen der plötzlichen Anspannung, aber sie musste Emery finden. Mit diesem Mann mitzugehen, wäre vielleicht die beste Möglichkeit, an Informationen zu kommen.

Er zog an ihren Handgelenken und führte ihren Körper damit dicht an seinen, während er sie hungrig ansah. „Ich brauche eine Sub ohne Herrn für einen Wettbewerb. Heute Nacht hast du Glück, Süße.“

Kapitel 2

Elliot und Miranda Lockwood waren in Gesellschaft von anderen während der Zeit, in der die Entführung vermutlich stattgefunden hat. Die Zwillinge wurden zum letzten Mal in der Küche ihrer Nanny Francesca Espina (54) gesehen, die die Jungen zum Abendessen in die Küche gerufen hatte.

– New York Times, 10. Juni 1990

Sophie hatte kaum Zeit, wegen des kräftigen Griffs des Doms um ihr Handgelenk zu protestieren, da zog er sie bereits quer durch den Raum zu einer Gruppe, die sich um ein Sofa an der Wand versammelt hatte. Sie hätte „rot“ sagen und das Spiel aufhalten können, das er geplant hatte, damit sie weiter nach Emery suchen konnte, aber das Wort erstarb auf ihren Lippen. Die Leute drehten sich zu ihr um. Belustigung funkelte in ihren Augen.

Die Aufmerksamkeit der Menge beruhigte Sophie nicht im Geringsten. Sie war die Beute in einem sogenannten Wettbewerb in einem BDSM-Club. Sie suchte unter den Anwesenden nach Emery und betete, sie hätte das Glück, ihn zu finden. Wenn nicht, würde sie ihr Safeword benutzen und sich von diesem Mann und seinem „Wettbewerb“ lösen.

Er hielt sie fest und grinste die Zuschauer düster an. „Ich habe eine Neue gefunden. Sie ist perfekt.“

Sophie ruckte wieder an ihrem Handgelenk und kam nicht frei. Sie unterdrückte ein Keuchen, als er ihr prompt mit der freien Hand auf den Hintern schlug. Sie sah wieder über die Menge und versuchte, Emerys vertrautes Gesicht zu finden. Er musste hier irgendwo sein.

Die meisten Clubmitglieder waren näher gekommen, um sie und diesen Dom zu beobachten.

„Steh still und senk den Kopf“, befahl er.

Zu ihrer eigenen Verblüffung gehorchte sie sofort. Nicht, weil sie sich normalerweise stets fügte, wenn jemand sie herumkommandierte, sondern weil etwas in ihr auf den Befehlston reagierte, den er benutzte. Er wirkte wie ein Mann, der es genießen würde, sie zu bestrafen, und sie kannte sich gut genug mit dem Lebensstil aus, um zu wissen, dass sie niemals über einer Spanking-Bank enden wollte, selbst wenn die Vorstellung etwas in ihr zum Leben erweckte.

„Bring sie her, Royce.“ Eine kühle, tiefe Stimme erklang, die sich wie Whiskey anfühlte und über ihre Haut streichelte – etwas rau, mit einer süchtig machenden Schärfe darin. Als dieser Mann sprach, verstummten die murmelnden Stimmen um sie herum und Stille senkte sich über die Gruppe.

Die Menge um sie und den Mann, Royce, teilte sich. Ein weiterer Mann, der auf einem blauen Brokatsofa saß, beobachtete sie. Seine großen Hände ruhten auf seinen Oberschenkeln. Die Finger trommelten einen ungeduldigen, stakkatoartigen Rhythmus. Royce schubste Sophie nicht besonders sanft, sodass sie auf den Knien vor diesem Mann landete. Sie reagierte instinktiv, riss die Arme hoch, um sich wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Ihre Handflächen landeten auf seinen Schenkeln, ihre Brust drückte gegen seine Knie.

Mit einem leisen Geräusch entwich die Luft aus ihren Lungen. Ein paar Sekunden lang kämpfte sie darum, wieder zu Atem zu kommen, während sie Halt suchend an dem Fremden lehnte. Die ausgeprägten Muskeln unter seiner schwarzen Hose bewegten sich und spannten sich unter ihren Händen an, und sie riss sie von ihm, als ob sie sich verbrannt hätte. Sie war ihm regelrecht in den Schoß gefallen. Die Hitze seines Körpers wärmte sie und neckte sie mit seiner Nähe. Hastig senkte sie den Kopf und legte ihre Finger auf ihre eigenen Oberschenkel, wartete ab. Es benötigte jeden Funken Willenskraft, um sich auf ihre Atmung zu konzentrieren.

Sie sah immer noch nicht in sein Gesicht und konzentrierte sich stattdessen auf seine teuren schwarzen Schuhe und den exakten Schnitt seiner dunklen Hose. Dann glitt ihr Blick höher, bemerkte das weiße Hemd und die schmale, blutrote Krawatte, die er trug. Sie war unter dem obersten Knopf seines Hemds, den er gelöst hatte, gelockert. Auf einmal hatte sie das Bedürfnis, auf seinen Schoß zu kriechen und seinen Hals mit Küssen zu bedecken, um ihn zu schmecken.

„Heb deinen Blick“, befahl die Stimme.

Sophie holte tief Luft, erlaubte ihr, sie zu füllen, bis ihr fast schwindlig war. Und dann sah sie auf.

Ihr Herz machte einen Sprung und ihr Gehirn hatte einen Kurzschluss.

Emery Lockwood, der Star ihrer dunkelsten Fantasien, die sie in den Stunden kurz vor dem Morgengrauen tief in ihrem Herzen vergrub, sah auf sie hinab. Raubtierhafte Neugier schimmerte in seinem Blick. Er fing sie mit einer magnetischen Anziehungskraft, einem Hauch von Geheimnis ein. Sie war in den unsichtbaren Fesseln eines Zauberspruchs gefangen, der sich um ihren Körper und ihre Seele gewunden hatte.

Die sanften, engelsgleichen Züge des Jungen waren da, versteckt unter der Oberfläche des Mannes vor ihr. Er war der verstörend sinnlichste Mann, den sie jemals gesehen hatte. Seine hohen Wangenknochen, die vollen Lippen und die Adlernase waren Teile des Gesichts eines Mannes Anfang dreißig. Aber seine Augen in der Farbe von Muskat und umgeben von langen dunklen Wimpern, für die jede Frau töten würde, waren noch dieselben wie die des verletzten Achtjährigen auf ihrem Foto. Obwohl sie sehen konnte, dass sie in den zwei Jahrzehnten voller Trauer härter geworden waren.

Er war maskuline Perfektion, abgesehen von der dünnen, fast unsichtbaren Narbe, die an seiner kantigen Kieferlinie entlanglief. Selbst nach fünfundzwanzig Jahren trug er immer noch die Zeichen seines Leidens. Jede Zelle ihres Körpers sehnte sich danach, ihren Mund auf seinen zu pressen, fieberhaft Küsse von seinen Lippen zu stehlen. Ihre Fingerspitzen juckten mit dem Bedürfnis, über die Narbe auf seinem Gesicht zu streicheln, die Schmerzen wegzustreichen, die er hatte durchleben müssen.

„Kennst du die Regeln unseres Spiels?“, fragte Emery.

Als er redete, hielt sein Blick sie an Ort und Stelle wie einen Schmetterling, der unter einer Nadel hinter Glas gefangen war. Mit zitternden Händen schürzte sie die Lippen und versuchte, ruhig und gesammelt zu wirken. Es war nahezu unmöglich. Die Hitze seines intensiven Blicks wurde nur stärker, während sich seine Mundwinkel zu einem langsamen, verruchten Lächeln hoben. Oh, der Mann wusste genau, was für eine Wirkung er auf sie hatte!

Emery beugte sich vor, nahm ihr Kinn in die Hand und hob ihr Gesicht, bis sie ihn ansah. Ihre Haut brannte köstlich dort, wo er sie berührte. Er zog sie an, wie der Mond die Gezeiten beherrschte, verlangte Hingabe und Gehorsam mit dem Versprechen auf etwas Großartiges, etwas, das sie nicht verstehen konnte. Ihre Sinne waren in voller Bereitschaft, seine Berührung, seinen Geschmack zu erforschen. Wie ein kleiner Fisch, der in einer Strömung gefangen war, wurde sie ins tiefe Wasser gezogen und konnte sich nicht dagegen wehren. In jeder anderen Situation wäre sie nicht so aus dem Gleichgewicht gewesen, hätte sich nicht in dieses seltsame Spiel ziehen lassen, von dem sie fühlte, dass es gleich stattfinden würde. Aber hier, in dieser dunklen Fantasie des Gilded Cuff, wollte sie nicht von ihm wegsehen.

„Die Regeln sind wie folgt: Ich gebe dir ein Kommando, du gehorchst. Ich muss dich in weniger als zwei Minuten kommen lassen. Ich darf nicht mehr tun, als deinen Körper dort zu berühren, wo er bedeckt ist. Nicht zwischen deinen Beinen und auch nicht deine bloßen Brüste. Du siehst mir in die Augen und tust, was immer ich sage, solange meine Befehle die Grenzen der Regeln nicht überschreiten. Wenn du kommst, gewinne ich, wenn nicht, gewinnt Royce.“

Sophie kämpfte darum, klar zu denken. Auf keinen Fall hätte sie irgendwo anders dieser Sache zugestimmt, aber in dem Club war es die Art von Spiel, das die Doms eben abhielten … die Art Spiel, die Emery spielte, und er wollte es mit ihr durchführen. Ein Hauch Lust durchfuhr sie und ließ ihre Klit pulsieren. Wie könnte sie ablehnen?

„Ich bitte um Erlaubnis, sprechen zu dürfen.“

„Du wirst mich Sir oder Master Emery nennen.“

„Sir“, wiederholte Sophie sofort. Sie wollte sich selbst treten. Sie hatte doch genug über diesen Lifestyle gelesen, dass sie sich daran hätte erinnern müssen, ihn formell anzusprechen. Aber so, wie er sie ansah – wie etwas, das er auffressen wollte –, konnte sie nicht gänzlich rational bleiben.

„Erlaubnis erteilt.“ Emerys Stimme senkte sich zu einem sanfteren Ton, und Zufriedenheit ließ seine Augen wärmer wirken.

„Was passiert mit mir, Sir? Nur einer von Ihnen kann gewinnen.“

Royce wechselte einen Blick mit Emery. „Die kleine Sub ist klug. Na, Emery, was denkst du?“

Beide fokussierten sich wieder auf sie. Sie benötigte ihren gesamten Mut, um nicht wegzusehen.

„Eine Bestrafung durch den, der verliert. Aber in welcher Form? Mit dem Flogger?“, schlug Royce vor.

Sophie zuckte zusammen.

„Keine Peitschen“, erwiderte Emery, der ihre winzigste Reaktion zu bemerken schien. Er fuhr sich über das Kinn, auf dem sich die ersten Bartstoppeln breitmachten. Dadurch wirkte er etwas rau und erinnerte sie an die Männer daheim in Kansas.

Die Anspannung in der Menge schien zu steigen, als weiter über die Bestrafung diskutiert wurde. Emery sah sie immer noch an und entschlüsselte scheinbar das Rätsel, das sie darstellte. „Sie ist neu. Warum kein Spanking?“, murmelte er sanft.

Das erregte ihre Aufmerksamkeit. Ihre Klit erwachte zum Leben und pulsierte im Rhythmus ihres Herzschlags. Der unbequeme Schmerz in ihren Knien wurde für den Moment von dieser neuen Ablenkung überdeckt. Sofort blickte sie auf Emerys große, fähige Hände. Sie konnte förmlich fühlen, wie seine breite Handfläche ihren Hintern schlug …

Probleme. Sie steckte bis zum Hals in Problemen.

„Definitiv ein Spanking.“ Emery lächelte. „Meine liebste Form der Bestrafung. Es wird eine Enttäuschung werden, wenn du in meinen Armen kommst und ich Royce das Vergnügen überlassen muss, seine Hände auf deine Haut zu legen.“

„Arroganter Bastard“, kam es von Royce. „Sie könnte dir auch widerstehen. Ich wette, sie ist weitaus weniger submissiv, als sie aussieht, und ausgehend von ihrer Kleidung viel zu gehemmt, um vor anderen zu kommen. Wenn ich gewinne, schuldest du mir deine beste Kiste Bourbon.“

Ihre Knie schmerzten. Es war wie kleine scharfe Nadeln, die durch ihre Haut und tief in ihre Knochen stachen. Sie verlagerte ihr Gewicht, versuchte, das eine mehr zu belasten als das andere und dann hastig zu wechseln, aber es half nichts. Auf keinen Fall würde sie es länger auf den Knien aushalten.

Emerys braune Augen funkelten angesichts der Herausforderung. „Blödsinn! Wenn sie kommt, und das wird sie, schuldest du mir deine beste Kiste Scotch.“

Während die Männer hin und her stritten, setzte sich Sophie nach hinten auf ihre Knöchel. Ihre Knie schmerzten höllisch. Als ob Metallstäbe zwischen die Knochen in ihre Muskeln getrieben würden.

Scheiß drauf. Ich stehe auf. Sie stand unsicher auf und seufzte erleichtert, als das Blut wieder in ihre Beine floss.

Die Leute um sie herum keuchten auf. Beide Männer hörten auf zu streiten und wandten sich ihr mit wütenden Blicken zu. Es war nicht die Art von brutaler Wut, die ihr bereits begegnet war, nicht wie bei den Mördern, die sie für ihre Kriminalstorys interviewt hatte. Diese Wut machte Angst, bestand aus reinem Hass. Sie umgab diese Kriminellen wie eine Aura. Sie war von der Art, wie wirklich gute Menschen sie nie empfanden, weil sie die Seele verschlang und das Herz schwarz werden ließ, bis nur noch eine Killermaschine zurückblieb.

Bei Royce und Emery allerdings war es nur wie die Wut eines Elternteils oder eines Mentors gegenüber seinem Schützling, der eindeutig eine direkte Anweisung missachtet hatte. Sie kannte das Ergebnis. Bestrafung. Sie konnte es auf ihren Gesichtern sehen, und es machte beide an. Verdammt, es machte auch sie an.

„Du hattest nicht die Erlaubnis, dich zu erheben.“ Emery sprach langsam, als ob er versuchte, zu entscheiden, ob er ihr eine Gelegenheit geben sollte, sich zu entschuldigen, oder einfach direkt zur Bestrafung übergehen sollte.

Selbst als sie den Mund öffnete, wusste sie, dass das eine schlechte Idee war. „Meine Knie haben wehgetan. Das ist kein Teppich, es ist Stein. Harter Stein.“

Emerys Mund stand offen. Die Leute um sie herum traten zurück.

Royce war lange still, dann brach er in lautes, schallendes Gelächter aus. Er beugte sich vor, die Hände auf die Oberschenkel gestützt, und rang nach Atem. „Verdammt, das wird lustig werden.“

„Lustig“, murmelte Emery und schüttelte den Kopf. „Wieder auf die Knie, bis wir uns entscheiden, was wir mit dir tun sollen.“

„Ja … Nein danke, Sir“, widersprach Sophie. „Ich bleibe auf den Füßen, bis Sie fertig sind.“

Er kam auf die Beine, und bevor sie reagieren konnte, hatte er sie zu der Menge umgedreht und vornübergebeugt.

Klatsch! Seine Handfläche landete auf ihrem Hintern. Es brannte, wurde aber fast sofort zu einem warmen, kribbelnden Gefühl. Ihre Beine wurden weich, und sie zitterte hilflos angesichts der schockierenden Welle von Lust, die sich in ihrem Magen aufbaute.

Der böse Blick, den sie in Emerys Richtung sandte, hatte keinen Effekt. Als er sie losließ und sich wieder hinsetzte, fuhr sie zu ihm herum. Seine verengten Augen ließen ihren Puls rasen.

„Hast du ein Safeword, kleine Sub?“, fragte Royce.

Sie zermarterte sich das Gehirn nach einem, weil sie wusste, dass es etwas sein sollte, woran sie sich erinnern konnte, wenn sie in Panik geriet. Schließlich war es das Wort, das Doms dazu bringen konnte, aufzuhören mit was immer sie taten, bevor ihr alles zu viel wurde.

„Aprikose“, entschied sie sich. Da sie hochallergisch auf die Frucht reagierte, würde sie das Wort bestimmt nicht vergessen.

Ihre ungewöhnliche Wahl für ein Safeword brachte beide Männer dazu, die Brauen zu heben. In diesem Moment hätten sie Brüder sein können. Sie spiegelten einander, wie es nur wirklich gute Freunde konnten. Sehnsüchtiger Neid schnitt durch Sophies Herz, und sie sog einen Atemzug ein, als sie an Rachel dachte.

„Wie heißt du, kleine Sub?“

„Sophie Ryder.“ Als sich seine Brauen zusammenzogen, fügte sie hastig hinzu: „Sir.“

Emery klopfte mit der Hand auf seinen Oberschenkel. „Lass uns mit dem Wettbewerb beginnen. Komm her und setz dich auf meinen Schoß, dann werde ich dir Befehle erteilen.“

Sophies Magen sank so tief, dass es sich anfühlte, als würde er auf ihre Zehen fallen. Emery lehnte sich zurück und stützte die Ellbogen auf die Rückenlehne der Couch. Er wirkte wie ein Prinz, wie der Anführer eines Rudels Wölfe, der nur auf seine Eroberung, seine Beute wartete.

Seine entspannte Haltung ließ sie sich nur hilfloser fühlen. Sie wusste, dass er sich schnell bewegen, sie einfangen und innerhalb weniger Sekunden erneut für eine Bestrafung vorbeugen könnte, wenn sie es wagen würde, sich ihm zu widersetzen. Ihre Brustwarzen zogen sich unter dem unnachgiebigen Leder des Korsetts zusammen und rieben dagegen, bis sie schmerzten. Sie ballte die Hände zu Fäusten, damit sie nicht zitterten.

Jetzt geht es los. Du kannst das. Sophie näherte sich ihm und setzte sich auf seinen Schoß. Sie rutschte herum, versuchte, eine bequeme Position zu finden, weil sie nicht in der Lage war, das Gefühl seiner starken Schenkel unter ihr zu ignorieren.

Er hob gebieterisch eine Augenbraue, als ob ihre Unruhe irgendwie gegen ihn persönlich gerichtet wäre.

„Hör auf, herumzuzappeln.“ Er sprach seinen ersten Befehl.

Sie erstarrte sofort. Ihre einzige Bewegung war, dass sich ihre Brust immer noch hob und senkte.

„Sieh mir in die Augen. Nur meine Augen.“ Seine Stimme wurde sanfter, aber ihre Rauheit strich trotzdem über sie und machte sie hungrig nach dem Versprechen, das sie in seinem Blick erkannte. Die Stimmen um sie herum verblassten, und sie glitt immer tiefer in seinen dunklen Zauber.

Er würde ein unbarmherziger Liebhaber sein. Sinnlich, ruhig. Er würde keine süßen Worte flüstern, würde keine harschen, erregenden Sätze von sich geben. Er würde sie einfach nehmen, wieder und wieder. Das Kreisen, das Zustoßen. Die sanfte Stille, die von unregelmäßigen Atemzügen unterbrochen würde, das Streicheln rauer Hände über ihre empfindliche Haut. Alles, was eine vernünftige moderne Frau nicht von einem Mann im Bett wollen sollte. Er würde in allen richtigen Arten animalisch sein.

Sie war noch nie mit jemandem wie ihm zusammen gewesen, würde es vermutlich nie wieder sein, und der Gedanke stieg ihr zu Kopf. Dieser Macht, dieser elektrisierenden sexuellen Kontrolle ausgeliefert zu sein und sich ihm vollkommen hinzugeben … Ihr Mund war auf einmal trocken, und ihr Puls ähnelte einem Morsecode, der um Hilfe bettelte, während sie versuchte, etwas wie Ruhe zu empfinden. Wäre sie in der Lage, ihm zu geben, was er wollte? Ihm zu erlauben, sie durch die dunkle Lust zu führen, die sie so häufig überwältigte, wenn sie keine Möglichkeit hatte, sie zu befriedigen? Ja … mit ihm könnte sie sich fallen lassen, und die Unsicherheit darüber, was passieren würde, wenn sie es täte, war Teil der Erregung, die ein regelrechtes Feuer in ihren Adern entzündete.

Seine Hände legten sich um ihre Hüften. Die Finger streichelten langsam hin und her und neckten sie über ihrem Minirock. Wie würde es sein, seine Hände auf ihrer bloßen Haut zu spüren? Wenn seine Finger sie zwischen ihren Beinen erforschen würden?

„Sag mir, was dir gefällt, Sophie.“ Emery beugte den Kopf vor, bis seine Stirn ihre berührte, den Blick immer noch mit ihrem verbunden.

Sie schluckte. Ihr Mund war auf einmal so trocken wie die Wüste Gobi.

„Was würde es brauchen, damit du die Kontrolle verlierst? Willst du hart gefickt werden? Wie verzweifelt? Oder gefällt es dir, die Hände gefesselt zu haben, mit dem Gesicht nach unten auf einem großen Bett, weicher Stoff unter deinem Bauch, meine Härte über dir, in dir?“ Sein erotisches Flüstern war so sanft, so leise, dass niemand um sie herum hören konnte, was er zu ihr sagte. Die Bilder, die er malte, waren wild, farbenprächtig und doch verschwommen – wie eine seltsame Mischung aus Van Gogh und Monet. Süß und sinnlich, dann dunkel, exotisch und kaum verständlich. Emery war auf ganz eigene Weise ein Künstler, ein Maler von erotischen Worten und Bildern.

„Ich würde dich langsam, ganz langsam nehmen, sodass du jegliches Zeitgefühl verlieren würdest. Du würdest dich nur auf mich konzentrieren, darauf, dass mein Schwanz zwischen deine Schenkel gleitet und dich in Besitz nimmt.“ Seine Worte waren leise und wohlüberlegt, als ob er Jahre damit verbracht hätte, über sie nachzudenken. Aber da sie ein bisschen atemlos klangen, begriff sie, dass sie nicht die Einzige war, die darauf reagierte.

Das erste Kribbeln zwischen ihren Schenkeln war unausweichlich. Sie wand sich ruhelos auf seinen Beinen, obwohl er befohlen hatte, dass sie sich nicht bewegen solle.

Sein Atem strich über ihre Lippen. „Oh Gott“, murmelte sie.

Er lächelte, ohne zu blinzeln, und leckte sich über die Lippen. Sie wollte diese Zunge in ihrem Mund spüren, wie sie sich mit ihrer eigenen verband. Sie sehnte sich nach seinen Händen auf ihrer nackten Haut.

„Bitte …“, stöhnte sie.

Seine Hände fuhren von ihren Hüften zu den Außenseiten ihrer Oberschenkel und übten dabei fast keinen Druck aus. Das machte es noch schlimmer. Die Andeutung seiner Berührung, das Versprechen eines Drucks, den sie sich ersehnte. Sophie wollte, dass er seine Finger in ihre Haut grub, ihre Beine auseinanderhielt und tief in sie stieß.

„Hol tief Luft“, befahl er.

Sie gehorchte. Ihr Herzschlag schien von ihrer Brust auszustrahlen, bis ihr Puls so kräftig durch ihren ganzen Körper pochte, dass sie hätte schwören können, Emery müsste ihn durch ihre Haut hindurch spüren, wo immer er sie berührte. Das Pulsieren zwischen ihren Schenkeln stach jetzt fast – ihre Lust war so groß, seine Wirkung auf sie so intensiv.

„Wenn ich dich nehme, in welcher Stellung auch immer, wirst du es mögen. Ich werde dich über ein Sofa beugen.“ Er strich in kreisenden Mustern mit einem Finger über die Außenseite ihres Oberschenkels. „Ich werde dich gegen eine Wand drücken.“

Sie wand sich mit leisen, keuchenden Atemzügen und versuchte, ihre Hüfte an seinen Schoß zu pressen, aber er hielt sie fest. Sie schrie fast vor Frustration auf, weil er ihr das versagte, was ihr Körper verzweifelt brauchte.

Der Finger glitt höher, an ihrer Hüfte vorbei, ihren Oberkörper hinauf. „Mit gespreizten Armen und Beinen und gefesselt auf meinem Bett.“ Seine Fingerspitze tastete sich hinauf, über die Spitze auf ihrem Korsett. „Du wirst dich drehen und wenden wollen, aber nicht in der Lage sein, freizukommen. Du wirst meiner Gnade ausgeliefert sein, Sophie. Meiner Gnade. Du wirst betteln, und wenn ich bereit bin, werde ich dir jeden Wunsch erfüllen, während ich mir meine erfülle.“

Sie konnte nicht atmen. Sie stand zu kurz vor einem Orgasmus. Sie konnte ihn fühlen, wie einen Schatten in ihrem Körper, atmend, keuchend, darauf wartend, freigelassen zu werden. Sie war bereit. Sie wollte in seinen Armen zum Höhepunkt kommen, wollte diese Verbindung zu ihm schmieden, die sie an ihn binden würde. Es war erschreckend, schockierend und intim, aber verdammt, sie wollte es in diesem Moment mehr als alles andere in der Welt. Sie wollte es mehr als ihre Story, mehr als das Interview, mehr als das Leid aus ihrer Vergangenheit zu lindern. Sie brauchte diese Lust. Seine Lust.

Die federleichte Berührung seiner Finger. Emerys erotisches Flüstern war nun unverständlich wegen seiner Erwartung, die atemlos über ihren Nacken strich, während sie beide sich auf diese Klippe zubewegten, den Sturz auf die Erde herbeisehnten. Warum berührte er sie nicht dort, wo sie es brauchte? Der winzigste Druck gegen die Innenseite ihrer Schenkel, das rhythmische Streicheln einer Hand über ihre Klit, alles würde helfen, wenn er nur einfach …

„Aus!“ Royce’ triumphierender Ruf zerschnitt die gläserne Blase, die sie in den vergangenen zwei Minuten umgeben hatte.

Schockiertes Gemurmel der sie umgebenden Menge wurde hörbar.

„Verdammt.“ Emerys Augen wurden dunkler. Wut, aber nicht auf sie, zeigte sich in den Falten um seinen Mund. Er drückte die Lippen gegen ihr Ohr. „Du warst kurz davor, nicht wahr, Darling? So nah, dass ich dich fast so weit hatte.“ Sein Körper zitterte unter ihrem. Die kleinen Bewegungen gingen von seinen Armen und seiner Brust aus. Unter ihrem Hintern konnte sie deutlich den Druck seiner Erektion spüren. Er war dort gewesen, direkt neben ihr, hatte verzweifelt kommen wollen. Gemeinsam mit ihr. Und es war für beide nicht dazu gekommen. Zwei Minuten hatten nicht gereicht.

Sophies Beine zitterten, als die kalte Realität sie erfasste. Der Höhepunkt, den ihr Körper Emery hatte schenken wollen, verebbte im Nichts. Stattdessen vibrierte ein Zittern durch ihre Glieder, das noch schlimmer wurde angesichts der Anspannung in ihrem Körper, die noch kein Ventil gefunden hatte. Sie versuchte zu atmen, die Schultern sinken zu lassen und ihre Muskeln zu entspannen. Es würde eine Weile dauern, bis sie sich hiervon erholt hätte.

Fast so weit? Nein. Er hatte sie so weit gehabt, verschnürt wie ein Geschenk mit einer Schleife obendrauf. Sie war vollkommen sein gewesen. Ohne jede Frage.

Kapitel 3

Die Küche ist nun der offizielle Tatort, an dem die Entführung vermutlich stattgefunden hat. Dort befanden sich zerbrochene Colaflaschen, Blut und halb gegessene Sandwiches auf den Tellern der Jungen.

– New York Times, 10. Juni 1990

„Eine Kiste meines besten Bourbons?“ Emery hob den Kopf und sah Royce an, der direkt vor dem Sofa stand.

„Wenn es keine zu große Mühe macht.“ Royce’ Augen funkelten mit teuflischem Vergnügen, aber er legte in ruhiger Kameradschaft die Hand auf Emerys Schulter. „Ich komme später beim Haus vorbei und hole sie ab.“

„Ich lasse sie für dich bereitstellen“, versicherte Emery ihm, dann wandte er seine Aufmerksamkeit wieder Sophie zu. „Und jetzt, kleine Sub, sorgen wir mal für die Bestrafung.“

Ein sinnliches Schimmern tauchte in seinem Blick auf, wie das Licht eines Leuchtturms, das sich durch die Dunkelheit eines Sturms kämpfte. Jede Emotion – Tausende von ihnen – verbarg sich in seinen Augen. Sophie hatte das Gefühl, sie würde die ganze Welt innerhalb eines schnellen Lidschlags sehen … und dann war sie wieder verschwunden. Sein Blick war erneut schwer vor Lust und nichts sonst.

Ach du meine Güte. „Ich … ähm …“ Wie ungenügend Worte doch waren! Was konnte sie sagen, was ihn davon abhalten würde, sie zu bestrafen?

Emery erhob sich in einer fließenden Bewegung, Sophie immer noch in seinen Armen. Sie konnte nur einen Augenblick darüber staunen, dass ihr Gewicht ihm nichts auszumachen schien, bevor er sie durch die Gruppe von Leuten trug. In einem der Flure, die vom Hauptraum abführten, stand eine Tür auf halbem Weg offen. Er trat sie mit dem Fuß auf. Dahinter war ein vollkommen leeres Zimmer, in dem nur ein dicker Teppich lag und ein hölzernes Möbelstück stand, das sie aufgrund ihrer Recherche als eine Bank für Spanking identifizierte.

Beim Anblick des Geräts erstarrte Sophie. Ihre Gliedmaßen versteiften sich, ihre Hände ballten sich zu Fäusten. Nur ein Bruchteil ihrer Panik entstammte der Angst. Der Rest von ihr wollte äußerst dringend wissen, wie es sich anfühlte, darüber gebeugt zu werden und seine Hand auf ihrem Hintern zu spüren, bis sie aufschrie. Was ihr tatsächlich Furcht einflößte, war die Tatsache, wie sehr sie etwas so Dunkles und Sündiges erleben wollte.

Emery stellte sie auf die Füße und schloss die Tür etwas mehr, bis sie nur noch ein oder zwei Zentimeter offen stand. Jemand könnte hereinkommen und ihr helfen, wenn sie es benötigte. Trotzdem … Sophie warf einen Blick auf die Bank. Auf keinen Fall würde sie sich über das da beugen und … und … sich bei ihm gehen lassen. Sie war noch nie in der Lage gewesen, das zu tun, und bei jemandem wie ihm könnte sie nicht damit anfangen. Er war groß, blond und grüblerisch. Sie würde sich zum Affen machen, wenn sie ihm nachgab. Was würde er von ihr halten, wenn sie von einer Bestrafung angetörnt werden würde? Dass sie wie jede andere Frau in diesem Club war? Der Gedanke ließ sie erstarren.

Sie konnte nicht wie jede andere Frau für ihn sein. Sie wollte mehr sein. Sie wollte, dass er ihr vertraute, sich ihr öffnete. Ihm zu erlauben, sie kräftig übers Knie zu legen, mochte nicht der beste Weg sein, sein Vertrauen zu erlangen …

Oder vielleicht wäre er das?

Ich wünschte, ich wüsste, was ich tue. Sie fluchte innerlich. Bei Männern war sie immer ungelenk und unsicher gewesen, und jetzt schienen ihre üblichen Gefühle verstärkt, weil er eine so intensive Wirkung auf sie hatte.

„Also, es tut mir leid, aber diese ganze Szene ist nichts für mich. Ich hätte nicht herkommen sollen.“ Sie ging in Richtung Tür. Vielleicht, wenn sie sich weit genug von der Bank entfernt hatte, würde er ihre Bestrafung vergessen und sie könnte mit ihm über die Entführung sprechen. Wenn er glaubte, dass sie so viel Angst hatte, dass sie gehen wollte, könnte er vielleicht die Entschlossenheit verlieren, ihr den Hintern verhauen zu wollen, und sie hätte ihre Gelegenheit, zu sprechen.

Emery trat zur Seite und blockierte ihr damit den Weg zum Ausgang. Sie sah die Umrisse seiner gestählten Muskeln und wusste, dass er viel größer und stärker war als sie. Es beschämte sie, aber etwas in ihr begann, vor Vergnügen zu schnurren beim Gedanken an diese Stärke und Größe, wenn sie auf sie fokussiert waren, auf ihren Schutz und, noch wichtiger, auf ihr Vergnügen.

Er legte die Hand an den Übergang zwischen ihrem Hals und ihrer Schulter. Sein Daumen bewegte sich sanft hin und her an ihrer Kehle, als ob er nach ihrem hektischen Puls suchte. Seine Lippen bewegten sich, die Mundwinkel hoben sich etwas zu einem kleinen Lächeln.

Sie ertrug es nicht länger. Wenn sie nicht wegkam, würde sie ihm erlauben, sie über die Bank zu beugen, und sie würde sich ihm ergeben. Das durfte nicht passieren.

„Bitte, lassen Sie mich gehen.“ Ihre Stimme klang glücklicherweise stärker als das Wimmern in ihr, das darum bettelte, bleiben zu können, sich von ihm über die Bank beugen zu lassen und ihm zu erlauben, verruchte Dinge mit ihr anzustellen.

„Wenn du raus willst, sag dein Safeword.“ Sein scharfer Tonfall war untermauert mit einer Herausforderung. Etwas tief in ihr reagierte darauf.

Sie wusste genug über die Beziehung zwischen einem Dom und einer Sub, um zu verstehen, dass Subs nicht machtlos waren. Sich einem Dom zu unterwerfen war deren Wahl, und diese basierte auf Vertrauen.

Emerys Herausforderung, sich ihm hinzugeben, war verführerisch; zu verführerisch, wenn sie ehrlich war. Sie hatte sich nie einem Mann ergeben wollen, aber die Vorstellung, dass sie jemand anderem willentlich erlaubte, sie zu überwältigen? Sie presste die Schenkel zusammen, und ihre empfindlichen Nervenenden meldeten sich. Könnte sie nachgeben? Macht erlangen, indem sie ihm Macht gab?

„Ich warte auf deine Antwort.“

Als Sophie zögerte, schob Emery seine Finger durch das schwarze Samtband, das die Vorderseite ihres Korsetts zusammenschnürte. Wie nebenbei zog er an einer Schlaufe, was im Gegensatz zu seinem kühlen, leidenschaftslosen Gesichtsausdruck stand, und begann damit, die Spitze zu lockern und ihr Korsett auseinanderzuziehen. Hitze legte sich über ihre Haut und vernebelte ihren Geist. Sophie betete, dass er weitermachen, dass er ihr Korsett wie in einer schrecklichen Schnulze herunterreißen und den Kopf zu ihren Brüsten neigen würde, um …

Seine Finger streichelten über die Spitze des gefalteten Fotos. Sie zuckte zurück, als sie sich daran erinnerte, wo sie das Bild verstaut hatte. Er durfte es nicht sehen. Er würde es nie verstehen.

Emerys Hand schoss vor, fing ihre Handgelenke ein und hob beide über ihren Kopf. Wie in einem langsamen Tanz manövrierte er sie zurück gegen die Wand neben der Tür. Ein muskulöser Schenkel drückte sich zwischen ihre, und er hielt ihre Handgelenke über ihr gefangen. Seine andere Hand strich wieder über ihr Korsett, zwischen ihre Brüste, und fischte das Foto heraus. Sein Daumen und Zeigefinger falteten es gekonnt auseinander, und die natürliche Neugier auf seinem Gesicht, die sich in seinen großen Augen zeigte, verwandelte sich in einen zusammengekniffenen und misstrauischen Blick.

Er ließ ihre Handgelenke los, trat mehrere Schritte zurück und starrte auf das Bild. Er war so still, dass er genauso gut aus Marmor hätte sein können – seine Augen waren dunkel vor Horror, seine gebräunte Haut inzwischen alabasterweiß.

Nach einem langen Augenblick holte er bewusst Luft und hob den Kopf.

„Woher haben Sie dieses Foto?“ Jedes plötzlich distanziert klingende Wort schien zwischen zusammengebissenen Zähnen hervorgestoßen zu werden. Er verwandelte sich vor ihren Augen – der Prinz wurde zum Biest. Wütende Verwundbarkeit erfüllte seinen Blick, zeigte das Versprechen von Vergeltung.

Ihr Magen schien nachzugeben. Sie fühlte sich, als ob sie fallen würde – dieses schreckliche Verlieren von Kontrolle, nur Sekunden davor, grauenhaft aufzuschlagen. Das war es, weswegen sie mit ihm hatte sprechen wollen, wovor sie ihn hatte warnen wollen, und sie war nicht bereit. Es würde ihn verletzen, das wieder hervorzuziehen, und sie war nicht bereit, nicht, nachdem sie sich nur Sekunden zuvor so nah gewesen waren. Die Wahrheit war, dass sie ihn nicht verlieren wollte, nicht diesen sexy, süchtig machenden Mann. Und das würde sie, wenn sie die Vergangenheit aufbringen würde. Wie alle Opfer würde er sich wieder in sich und von ihr zurückziehen, selbst wenn sie versuchte, ihm zu helfen.

„Aus der Zeitung“, antwortete Sophie atemlos.

Emery starrte sie weiter an. Seine langen, eleganten Finger krümmten sich um das Foto und zerknitterten es. „Warum hast du ein Foto von mir von vor fünfundzwanzig Jahren?“ Als Sophie den Mund öffnete, wedelte er mit der Hand. „Denken Sie sorgfältig über Ihre Antwort nach, Ms. Ryder. Gerichtsklagen sind mir nicht fremd und ich habe einen sehr, sehr guten Anwalt.“

Sophie biss sich auf die Lippe, schmeckte einen Tropfen Blut und leckte über die schmerzende Stelle, bevor sie antwortete. Sie hatte das hier Tausende von Malen geprobt, aber jetzt wusste sie nicht, wo sie anfangen sollte.

„Ich wollte in der Lage sein, Sie zu erkennen, weil ich Sie interviewen wollte. Ich bin eine freiberufliche investigative Journalistin. Ich habe mich auf Kriminalgeschichten, insbesondere auf Kidnappings spezialisiert.“ Sie wusste, dass sie einen Fehler gemacht hatte, sobald sie den Mund geöffnet hatte. Sie fühlte sich in diesem Augenblick unglaublich klein, wie eine Maus, die im Käfig eines Löwen gefangen war. Hätte sie mit dem Teil beginnen sollen, dass sie glaubte, sein Leben wäre in Gefahr? Das hätte sie wie eine Verrückte klingen lassen, und sie brauchte sein Vertrauen mehr als alles andere.

Emerys Augen wurden so dunkel wie Holz, das von Flammen erfasst und verkohlt worden war.

„Ihr seid doch alle gleich.“ Sein Ton war tödlich ruhig. Still. Die Hand, die das Foto hielt, begann zu zittern. Seine Finger hatten sich so sehr angespannt, dass seine Knöchel weiß waren. Das Zittern breitete sich aus, bis seine Schultern sichtbar bebten vor Wut.

Sophie sog einen Atemzug ein. Er zog sich nicht zurück … Er schlug zurück. Die überwältigende Flut an Schuldgefühlen, die ihr die Luft abschnitt, kämpfte mit neuer, unerwarteter Anspannung. Es sah schlecht für sie aus, das wusste sie. Die hinterlistige Reporterin, die versuchte, eine Story über den schlimmsten Moment im Leben dieses Mannes zu bekommen. Gott, sie war ein Idiot gewesen zu glauben, dass sie hier einfach reinschneien und über sein Kidnapping sprechen könnte.

Gänsehaut erfasste ihre bloßen Arme und sie spannte die Muskeln an. Trotz der Wut, die sie bei ihm spürte, schien er diesen seidenen Faden von Selbstkontrolle noch zu halten und lockerte seinen Griff. Das Foto blieb in einen kleinen Ball zusammengeknüllt, vollkommen zerstört. Als sie schluckte, fühlte es sich an, als ob Messer ihr in die Kehle schnitten.

Emery ergriff wieder das Wort, was Sophie bereits befürchtet hatte. „Sie schleichen sich in mein Leben, meine Privatsphäre ein. Sie haben keine Ahnung, was ich erleiden musste oder was geschehen ist. Mir und meinem …“ Die Worte verklangen, aber Sophie fühlte, dass er fast „Bruder“ gesagt hätte.

Ihre Augen brannten mit plötzlichen Tränen. Sein Leid war ihm deutlich ins Gesicht geschrieben, und es ließ sie an sich selbst denken, daran, wie sie sich fühlte, wenn sie sich an Rachel erinnerte.

„Mr. Lockwood …“ Sie wollte sich erklären, ihm zeigen, dass sie nur helfen wollte.

Er warf ihr das zerknüllte Foto vor die Füße. Genauso gut hätte er sie ohrfeigen können. Wäre er bereit gewesen, zuzuhören, wenn er gewusst hätte, dass sie hier war, um ihn zu retten? Aber wie sollte sie ihn lang genug dazu bringen, ihr Gehör zu schenken, um alles zu erklären?

Sie sammelte ihre innere Stärke und trat vor ihn. „Aber Sie haben überlebt. Ich glaube, die Leute wollen die Wahrheit wissen, wissen, wie stark Sie sind.“ Warum konnte er nicht sehen, was für ein Wunder seine Flucht war? Er hatte ein grauenhaftes Erlebnis überstanden und war stärker als sie. Als sie Rachel verloren hatte, war ihre Unschuld zerstört worden und ihre Welt in Stücke zersprungen.

Ein grausames Lachen löste sich von seinen Lippen. „Stark? Stark?“ Er schüttelte den Kopf und auf einmal zerriss ein wildes Lächeln seine Mimik. „Jetzt bin ich stark. Damals war ich nicht stark. Wenn ich stark gewesen wäre, wäre Fenn hier.“

Als seine Augen leer wurden, begriff Sophie, wie viel ihn dieses Eingeständnis gekostet haben musste. Er gab sich selbst die Schuld für das, was seinem Bruder zugestoßen war, dachte, Fenn Lockwoods Tod wäre ihm anzulasten. Und sie hatte seinen Irrglauben verstärkt, dass ein achtjähriger Junge in der Lage gewesen sein könnte, Kidnapper aufzuhalten. Was vollkommener Unfug war.

„Wenigstens sind Sie hier. Sie sind lebendig und führen ein gutes Leben.“ Die Worte waren leer. Sophie wusste nicht, was sie sonst sagen sollte, daher wiederholte sie das, was ihr Therapeut ihr vor all den Jahren gesagt hatte, nachdem Rachel entführt worden war.

„Es ist ein halbes Leben, nichts weiter.“ Emerys sanfte Worte schienen ihre Seele entzweizuschneiden. Er verstand es, fühlte das Gleiche wie sie, wenn nicht mehr.