Beschreibung

Sie ist sexy. Sie ist tough. Und sie jagt paranormale Wesen. Medina Thompson ist acht Jahre alt, als sie alles verliert. Von einer Pflegefamilie zur nächsten abgeschoben, wird aus ihr ein von Gewalt gezeichneter junger Mensch. Zwölf Jahre nach dem brutalen Mord an ihrer geliebten Grandma und ihrem Bruder Ross erfährt sie endlich, warum die beiden sterben mussten. Sie stellt sich ihrem Schicksal und tritt das Erbe ihrer Großmutter an: Die Jagd auf das Übernatürliche ... Die ersten sechs Episoden der Fantasy-Thriller-Reihe als Sammelband! Jetzt als eBook: „THE HUNTER: Staffel 1, Episode 01-06“ von Katja Piel. dotbooks – der eBook Verlag.

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Seitenzahl: 312

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Über dieses Buch:

Medina Thompson ist acht Jahre alt, als sie alles verliert. Von einer Pflegefamilie zur nächsten abgeschoben, wird aus ihr ein von Gewalt gezeichneter junger Mensch. Zwölf Jahre nach dem brutalen Mord an ihrer geliebten Grandma und ihrem Bruder Ross erfährt sie endlich, warum die beiden sterben mussten. Sie stellt sich ihrem Schicksal und tritt das Erbe ihrer Großmutter an: Die Jagd auf das Übernatürliche …

Die ersten sechs Episoden der Fantasy-Thriller-Reihe jetzt als Sammelband!

Über die Autorin:

Katja Piel wurde 1972 in Kelkheim geboren und lebt heute mit Mann und Kind in Rodgau. Sie ist seit 15 Jahren in der IT-Branche tätig. Erst vor einem Jahr hat sie das Schreiben für sich entdeckt. Zunächst mit Kindergeschichten für ihren Sohn und nun mit Fantasy-Romanen.

Mit der Mystery-eBook-Serie THE HUNTER schlug Piel im Mai 2012 ein neues Kapitel auf. Die kurzweiligen Episoden, die ideal geeignet sind, um sie unterwegs zu lesen, wurden von der Autorin zunächst im Self-Publishing-Verfahren veröffentlicht. Ab Oktober 2012 gibt es die Serie exklusiv bei dotbooks.

Die Website der Autorin: thehunterebooks.wordpress.com

Die Autorin im Internet: www.facebook.com/1TheHunter

***

Neuausgabe Oktober 2012

Die Einzelbände dieser Reihe wurden bereits 2012 unter dem jeweiligen Einzeltitel von der Autorin im Self-Publishing-Verfahren veröffentlicht.

Copyright © der Originalausgaben 2012 Katja Piel

Copyright © der Neuausgabe 2012 dotbooks GmbH, München

Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.

Redaktion: Elsa Rieger

Titelbildgestaltung: Nicola Bernhart Feines Grafikdesign, München

Titelbildabbildung: Claus-Gregor Pagel

ISBN 978-3-943835-82-3

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Wenn Ihnen dieses Buch gefallen hat, empfehlen wir Ihnen gerne weiteren Lesestoff aus unserem Programm. Schicken Sie einfach eine eMail mit dem Stichwort THE HUNTER an: [email protected]

Besuchen Sie uns im Internet:

www.dotbooks.de

Katja Piel

THE HUNTER

Staffel 01 | Episode 01-06

Inhalt

Staffel 01 | Episode 01: Medinas Fluch

Staffel 01 | Episode 02: Medina und die tanzenden Vampire

Staffel 01 | Episode 03: Dämonenblut

Staffel 01 | Episode 04: Blind Date mit dem Tod

Staffel 01 | Episode 05: Der Teufel schreibt E-Mails

Staffel 01 | Episode 06: Hexensabbat

Lesetipps

THE HUNTER:

Staffel 01 | Episode 01: Medinas Fluch

PROLOG

„Wir sollten uns wohl auf was gefasst machen“, wisperte Robin seinem Partner zu, nachdem sie aus dem Auto gestiegen waren und wachsam zum Haus gingen. Die Schultern des jungen Beamten zitterten und er räusperte sich unterdrückt.

Leise klapperte die Haustür im Wind. Es grollte in der Ferne, ein Sommergewitter zog auf, und die schwüle Luft roch nach elektrischen Teilchen. Die Sonne war noch nicht untergegangen, sie stach, aber die schweren Äste der Trauerweide spendeten etwas Schatten.

Matt blickte den Kollegen finster an, zog die Dienstwaffe aus dem Holster, und stieß die Tür mit dem Fuß auf.

„Muss ich das nicht immer“, murmelte er zur Antwort und wischte sich den Schweiß von der Stirn.

Robin legte die Hand auf Matt Wilsons Arm und zog ihn wieder zurück ins Freie.

„Matt, ich bleibe am Eingang.“

„Was soll das heißen? Du bist mein Partner, verfluchte Scheiße!“ Er blickte ihn ärgerlich an. „Also gut, mach Meldung. Ich brauche Verstärkung. Dir ist klar, dass du dafür Ärger mit mir kriegst?“

Robin schnaufte, schlurfte mit hängenden Schultern zum Auto zurück und setzte einen Funkspruch ab.

Matt bezog mit entsicherter Waffe seinen Posten vor dem Haus und sah stirnrunzelnd in den Himmel. Fuck! Vor einigen Minuten waren sie noch auf Streife gewesen und jetzt stand er hier mit einem ängstlichen Partner, dem die Knie schlotterten: Robin Damasto – ein Rookie, neu im Departement, und noch lange nicht so erfahren wie er.

Das Thompson-Haus wurde von der alten Lady Mary-Beth, ihrer kleinen Enkelin Medina und ihrem zwölfjährigen Bruder Ross bewohnt. Mary-Beth kümmerte sich in dem Viertel um Hilfsbedürftige und passte auf, dass die Kinder nicht in die Drogenprobleme ihrer Eltern gerieten. Jeder achtete sie. Niemand würde zulassen, dass ihr etwas passiert.

Mittlerweile waren die Wolken dunkler geworden und tauchten den Abend in  gespenstisches Licht. Blitze zuckten über das Haus hinweg, der Donner rollte  langsam näher.

In dem Moment traf die Verstärkung ein. Matt hatte die zwei noch nie vorher gesehen, es waren Detectives in Zivil.  Ein Mann und eine Frau. Er stellte sich mit Detective Johnson vor und seine Kollegin Detective Simmon. Abgehetzt wollte Johnson wissen, was Matt wisse.

Matt erklärte ihm, dass sie das Haus nicht betreten hatten, die Tür aber angelehnt vorgefunden hatten.

„Okay, Officer … “ Abwartend sah Johnson in an.

„Wilson. Officer Matt Wilson. Im Auto ist mein Kollege Robin Damasto.“

„Officer Wilson. Wir sichern den unteren Bereich und betreten das Haus zuerst. Sie gehen dann nach oben. Kein Laut. Wir wissen nicht, was dort vor sich geht, verstanden? Meldung im äußersten Notfall bei Angriff und Lebensgefahr. Alice?“

Die kleine, schmächtige Frau nickte, zog ihre Dienstwaffe, entsicherte sie und ging voraus.

Als Matt den Flur betrat, umfing ihn bereits der metallische Geruch von Blut. Sein Herz klopfte heftig und er spürte, wie ihm die Brust enger wurde. Ein beklemmendes Gefühl beschlich ihn, da es im Haus unangenehm still war. Schützend hielt Matt die Waffe vor sich und huschte vom Flur ins Wohnzimmer. Die Einrichtung passte zu der alten Frau. Er hatte sie als starke und liebenswerte Persönlichkeit in Erinnerung. Sie war immer elegant gekleidet, trug jedoch nie zu dick auf, um trotzdem vertrauenserweckend zu erscheinen. Auf ihrem faltigen Gesicht war stets ein Lächeln zu finden und ihre Augen strahlten Ruhe und Verständnis aus.

Hier würde er nichts finden, alles war aufgeräumt und sauber. Kein Blut. Auf ein Zeichen des Detectives betrat Matt die Treppe. Sie lag der Haustür gegenüber. Er erreichte den obersten Absatz und fand sich vor einer Wand wieder. Ein Flur führte von da nach beiden Seiten des oberen Stockwerkes.

Matt wendete sich nach links und lauschte den Dielen, die protestierend knarzten, als er über sie hinwegging. Schließlich stand er vor einem Zimmer, das wohl Mary-Beth gehört haben musste. Da die Tür sperrangelweit aufstand, konnte er direkt auf ihr großes Bett schauen.

„Gottverdammt!“, entfuhr es ihm und er verzog das Gesicht. Er stellte sich ans Fußende des Bettes und starrte auf etwas hinunter, das einmal ein Mensch gewesen war.

Mary-Beth lag auf dem Rücken, die Arme seitlich ausgestreckt. Ihr Leib war bis zum Schambein geöffnet und klaffte hässlich auseinander. In ihren aufgerissenen Augen spiegelte sich Todesangst wider. Matt vermeinte fast, die hilflosen verzweifelten Schreie aus ihrem halbgeöffneten Mund hören zu können.

„Verfluchte Scheiße!“, stammelte er und unterdrückte den Würgereiz, bis ihm die Tränen in die Augen schossen. Eiskalte Finger schienen sich um sein Herz zu pressen, als er den Jungen sah.

In dessen Kehle klaffte ein riesiges Loch, aus dem nur noch langsam Blut herausquoll. Auch seine Brust war brutal aufgerissen worden, so als hätte jemand durch den T-Shirt-Stoff nach seinem Herzen gegriffen und es entnommen.

Matts Knie wurden weich, Schweiß bedeckte sein Gesicht und rann ihm den Rücken hinab. Mit ausgetrockneter Kehle schluckte er hart. Der Anblick des malträtierten Jungen schockte ihn, er sank zu Boden, und das Adrenalin, das ihn die ganze Zeit durchflutet hatte, verlor seine Wirkung. Tief atmend versuchte er sich zu beruhigen, seinen Kopf wieder klar zu bekommen. Das zu tun, was von ihm erwartet wurde. Seine Gefühle hielten ihn jedoch noch weitere Minuten auf dem Teppich, er war nicht fähig aufzustehen. Betroffen kniff er die Augen zu und atmete gleichmäßig ein und aus, bis er sich wieder unter Kontrolle hatte.

In dem Moment sprang etwas auf ihn zu und hämmerte mit kleinen Fäusten auf ihn ein. Sein Herz hatte einen Moment ausgesetzt, er urinierte in die Uniformhose.

„Verdammt!“, rief er und bekam eine Faust zu fassen. Panisch versuchte sich das Wesen aus seinem Griff zu befreien und schrie und spuckte. Biss ihn sogar in den Arm. Matt erblickte ein kindliches Gesicht und er ließ die Faust los.

„Medina?“, flüsterte er. „Ganz ruhig, jetzt wird alles gut. Alles wird gut …“, murmelte er und zog den kleinen Körper an sich, um ihn zu wiegen und zu beruhigen. Langsam wurde das Kind ruhiger, um schließlich den Kopf an seine Schulter zu lehnen.

„Robin, fordere den Coroner und einen Krankenwagen an. Ich komme jetzt mit einer Überlebenden raus“, erklärte er mit gebrochener Stimme eilig durchs Funkgerät. „Und sag den Detectives Bescheid“, fügte er hinzu.

1.

Er lag auf einem Messingbett. Die Arme waren an der abschließenden Querstange des Betthauptes über seinem Kopf angekettet, die Fußgelenke links und rechts am Lattenrost unter der Matratze.  Er hatte die Augen aufgerissen. Darin der typische Ausdruck, der zeigte, dass er kurz vor einem Orgasmus stand. „Ja, oh ja. Bist du heiß, Babe“, stöhnte er und sein Körper wand sich unter ihr. Sein Kopf lehnte zwischen den Armen am Betthaupt, Schweißperlen liefen ihm von der Stirn in die Augen, dann über die Wangen. Einige sammelten sich auf der Nasenspitze, um in einem großen Tropfen auf seine Brust zu fallen. Mit kreisenden Bewegungen trieb sie ihn weiter an. Doch plötzlich stand sie auf und zog sich seelenruhig an. Bevor er richtig mitbekam, was sie vorhatte, schlüpfte sie in ihre Stiefel und verließ die Wohnung. Nicht ohne vorher das Geldbündel von der Kommode in ihre Hosentasche zu stopfen. Er schrie ihr irgendetwas nach, aber sie konnte die Worte nicht mehr hören, obgleich sie wusste, dass er wohl ziemlich sauer sein musste.

***

Ihre verschmierten Lippen verzogen sich zu einem Grinsen, als sie ihre Autotür fernöffnete, sich auf den glatten Ledersitz sinken ließ und den Motor startete. Schwungvoll fuhr sie aus der Parklücke und hob den Po an, um an ihre Zigaretten zu kommen. Mit der anderen Hand schaltete sie in den ersten Gang, klopfte sich eine aus der Packung und zündete sie an.Wen interessiert schon dieser Penner, ging es ihr durch den Kopf, als sie mit quietschenden Reifen losfuhr.

Genüsslich rauchte sie ihre Zigarette, schnippte die Asche aus dem offenen Fenster und erreichte bald eine Landstraße, die selten befahren wurde. Der Wind spielte mit ihren langen Haaren, streichelte ihre nackten Arme und kühlte sie ab. Es war früh am Abend, noch nicht ganz dunkel und die schwüle Luft ließ alles an ihr kleben. Sie kramte das Geld aus ihrer Hosentasche heraus, das sie dem Typen von der Kommode geklaut hatte. Die Banknoten waren ineinander verknittert, so dass sie immer wieder nach unten auf ihren Schoß schauen musste.

Plötzlich riss sie die Augen auf und stieg auf die Bremsen. Der Wagen drehte sich einmal um die eigene Achse und kam schließlich zum Stehen. Zitternd klammerte sie sich am Lenkrad fest und starrte durch die zerbrochene Windschutzscheibe ins Dunkel. Es bestand kein Zweifel, dass sie jemanden überfahren hatte. Angst kroch in ihre Glieder. Trotzdem müsste sie aussteigen und erste Hilfe leisten. Aber sie saß wie versteinert hinter dem Steuer, nicht fähig, Herr der Lage zu werden. Da klopfte es energisch am Seitenfenster. „Miss? Alles in Ordnung, Miss?“

Langsam drehte sie den Kopf und nickte mechanisch.

„Nicht erschrecken! Ich öffne jetzt die Tür. Ich werde Ihnen nichts tun, einverstanden?“

Wenig später stand sie am Straßenrand, lehnte sich gegen den fremden Mann und blickte starr auf ihr Auto.

„Ich habe schon die Polizei verständigt und einen Krankenwagen gerufen. Sie werden gleich da sein.“ Es war eine männliche, sehr ruhige und angenehme Stimme. „Wie ist Ihr Name, Miss?“, fragte er.

2.

Kopfschmerzen haben schon manche Menschen um den Verstand gebracht. Erst recht, wenn man gerade wach wird und die Stiche wellenförmig hinter dem Augapfel beginnen und sich bis zum Hinterkopf vorarbeiten.

Medina stöhnte gequält und rollte sich zur Seite, weil sie gewohnheitsgemäß eine Flasche Wasser neben dem Bett suchte. Aber ihre Hände griffen ins Leere und langsam kapierte sie, dass dies nicht ihr Zuhause war. Verschreckt rollte sie sich wieder auf den Rücken und blickte sich im Zimmer um. Der kargen Einrichtung und dem merkwürdig hohen Bett nach zu urteilen, befand sie sich in einem Krankenzimmer. Sogleich kam die Erinnerung wieder.

Ihr brummte der Kopf, al sie sich aufsetzte und in ihrem Mund sammelte sich Speichel. Entmutigt sank Medina wieder auf die weiche Matratze zurück.

„Shit!“, fluchte sie murmelnd.Wie spät ist es überhaupt?Ein Blick aus dem Fenster reichte. Es war dunkel, also entweder Abend oder Nacht. Als sie den Kopf in die andere Richtung drehte, entdeckte sie die Tür und war um eine Schmerzattacke reicher.

„Verfluchte Scheiße!“, schimpfte sie weiter und presste die Finger auf ihre Schläfen. Plötzlich wurde die Tür geöffnet, durch die eine kleine Person hereinhuschte. Sie kam zu Medinas Bett, lächelte und deckte sie wieder zu.

„Miss Thompson. Sie müssen sich ausruhen. Haben Sie Schmerzen?“ Medina antwortete mit einem leisen „Ja“.

„Ich werde Ihnen gleich etwas holen, okay?“ Während die Schwester das sagte, fühlte sie Medinas Puls und schaute dabei auf ihre Armbanduhr. Mit einem Nicken kramte sie in ihrem Kittel nach einer Taschenlampe und leuchtete in Medinas Augen. Wieder ein Nicken. Zuletzt steckte sie ihr den Fiebermesser ins Ohr, nahm das Klemmbrett vom Fußende des Bettes und trug die Werte ein. Als sie sich umdrehte, ergriff Medina ihren Arm.

„Warten Sie“, flüsterte sie. „Was …, was ist mit dem anderen Opfer? Geht es ihm gut?“ Ihre Augen schimmerten feucht, während sie die Frage stellte. Die Schwester drehte sich zu ihr um und blickte sie verständnislos an.

„Wen meinen Sie?“

Medinas Gedanken schlugen Purzelbäume. Sie will mich schonen, dachte sie panisch. All ihren Mut zusammennehmend, sagte sie: „Den ich angefahren habe.“ Ihr Herz schlug hart.

„Ich weiß nicht, von wem Sie sprechen. Sie haben niemanden angefahren. Der junge Mann, der die ganze Zeit draußen sitzt, hat Sie hierhergebracht. Ich dachte, Sie brauchen noch Ruhe, deshalb habe ich ihn noch nicht zu Ihnen gelassen …“ Weiter kam sie nicht, da Medina sie unsanft unterbrach.

„Was soll das heißen? Da muss jemand gewesen sein! Ich habe etwas gesehen und meine Windschutzscheibe ist ja wohl nicht einfach so zerbrochen, oder? Verfluchte Scheiße, Sie können mir jetzt sagen, was passiert ist. Ich erfahre es sowieso, wenn die Cops nach dem Unfall fragen.“

Die junge Schwester zog erstaunt die Augenbraue hoch, wohl aufgrund der Wortwahl, schüttelte nur sanft den Kopf und verließ das Zimmer.

„Was soll das denn jetzt? Kriegt man das so beigebracht auf eurer dämlichen Schwesternschule?“ Dann verstummte sie, weil der Mann, der sie aus dem Auto geholt hatte, eintrat.

„Alles in Ordnung mit Ihnen, Miss Thompson? Darf ich näher kommen?“, fragte er und runzelte besorgt die Stirn. Seine Stimme klang genauso sanft wie sie sie in Erinnerung hatte.

„Von mir aus“, seufzte Medina und musterte ihn verstohlen.Was ist das denn für ’n Versager, dachte sie. Sein Haar war glatt gekämmt, ohne Sinn für einen modischen Schnitt. Es war dunkel und schimmerte leicht, seine Augen waren langweilig braun, die Gesichtszüge weich, ohne jegliche Ecken und Kanten. Überhaupt war er total spießig angezogen mit seiner grauen Cordhose, dem Sweatshirt und den hellen Lederschuhen.Wieso geht er nicht heim zu seiner Frau,dachte Medina und prüfte schnell seine Ringfinger, die leer waren.Kein Wunder, wer will den schon,ging es ihr gehässig durch den Kopf. Suchend blickte er sich um, bis er einen Stuhl neben dem Schrank fand, ihn heranzog und sich darauf setzte.

„Mein Name ist Alexander Bacero. Ich habe mir Sorgen gemacht und bin mit dem Krankenwagen mitgefahren. Die Ärzte dürfen mir nichts sagen, also wollte ich warten, bis ich zu Ihnen darf.“

Ja klar, dachte sie.Willst mich wohl flachlegen,schoss es ihr durch den Kopf. „Jaja, mir geht’s gut. Man will mir nur nicht sagen, was mit dem anderen ist.“

Verwundert sah er sie an. „Mit wem?“, fragte er.

„Sagen Sie bloß, Sie spielen mit? So schwer hat es mich jetzt auch nicht erwischt“, fauchte sie ihn an. Medina spürte nun wieder die Schmerzen im Kopf und wurde  auf einmal müde.

„Miss Thompson, da war niemand. Nur Sie. Ich versichere Ihnen …“

Medina schloss die Augen, er verstummte. Sie wartete einige Minuten und öffnete sie wieder.Mist, wann würde endlich dasSchmerzmittel kommen! Ihr Kopf dröhnte schlimmer als zuvor. Dennoch wollte sie auf der Stelle selbst überprüfen, ob sie jemanden überfahren hatte! Sie kroch aus dem Bett, schwankte einen Augenblick.

„Bleiben Sie besser liegen, Miss Thompson“, sagte Alexander und sprang auf. Über einem weiteren Stuhl am Fenster waren Medinas Klamotten drapiert, sie schlurfte darauf zu, zog das Klinikhemd aus und schlüpfte in ihre Jeansshorts, T-Shirt und Boots. Slip und BH fehlten, denn sie trug so gut wie nie Unterwäsche.

„Aber Miss Thompson!“, protestierte ihr Retter, als sie ohne ein Wort zur Tür ging und sie vorsichtig öffnete.

„Ruhe“, zischte sie Alexander an. Der Flur war leer und nur schwach beleuchtet. Ein Blick auf die Uhr an der Wand bestätigte ihr, dass es nachts war. Genauer genommen 1:15 Uhr. Glücklicherweise lag ihr Zimmer weit am Ende nahe dem Treppenhaus.

„Bin gleich zurück, bleiben Sie still“, ermahnte sie den Kerl und schlüpfte aus dem Zimmer, um mit wenigen Schritten die Stufen nach unten zu gelangen.

Nach wenigen Augenblicken hatte sie sich orientiert und wusste, wo sie war. Also ging sie die Straße weiter bis zu einer Hauptstraße, die auch um diese Uhrzeit gut befahren war und in Richtung Unfallort führte. Dort stellte sie sich an den Bordstein, hielt den Daumen hoch und wartete. Es dauerte nicht lange, als neben ihr ein Wagen stoppte und sich das Fenster öffnete.

„Sie wissen schon, dass trampen gefährlich ist, junge Lady? Wo wollen Sie denn hin?", rief ihr ein Mann mittleren Alters zu.

Medina fand ihn vertrauenswürdig, da er tatsächlich sorgenvoll klang. Und wenn nicht, wüsste sie sich zu wehren.

„Zur Wedemeyer Street. Ich habe dort gestern mein Handy verloren und wollte noch mal nachsehen.“

„Um die Uhrzeit? Da kann man doch nichts mehr sehen. Na gut, meinetwegen. Steigen Sie ein, ich muss sowieso in die Richtung.“

Sie sprachen nicht während der Fahrt, worüber Medina ganz froh war. Sie hatte keine Lust auf nette Konversation. Zehn Minuten später stand sie auch schon auf der besagten Straße und wusste nicht, was sie eigentlich hier zu suchen hatte.Als ob jetzt noch irgendwo Spuren zu sehen wären. Jetzt fand sie ihre Idee nur noch lächerlich, schlang die Arme um ihren Körper und hatte immer noch Kopfschmerzen. Ermattet setzte sie sich einfach auf den Randstein und starrte in die Dunkelheit.

Der Blitz ‒ zumindest fühlte es sich so an ‒ schoss mit einem Schlag durch ihren Kopf und schien ihre Gedanken aufzuwirbeln. Automatisch schloss Medina die Augen, der Schmerz füllte ihren Kopf aus, war kaum mehr auszuhalten. Es begann eine Szene vor ihren Augen abzulaufen. Immer und immer wieder. Wie ihre Großmutter sie und ihren Bruder in die Ecke des Schlafzimmers schob und sich schützend vor sie stellte. Sie sprach mit jemandem. Medina versuchte, hinter ihr hervorzulugen, aber Oma schob sie wieder hinter ihren Rücken.

Dann hörte der Schmerz so plötzlich auf wie er gekommen war und Medina öffnete ihre Augen. Sie wusste jetzt, was sie tun musste. Sie musste zurück! Zurück zu dem Ort, an den sie sich seit zwölf Jahren nicht zu erinnern vermochte.

3.

Als sich Medina zurück in ihr Krankenzimmer schleichen wollte, sah sie Alexander mit mehreren Schwestern im Gang stehen. Er gestikulierte mit den Händen. Medina konnte ihn nicht hören, deshalb straffte sie sich und ging näher. Den Plan, ungesehen zurück ins Bett zu kriechen, musste sie aufgeben.

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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