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An der Nordsee spürt Marc die Frau auf, die seine Fotos gestohlen hat. Doch was Ava ihm über die Gründe dafür erzählt, schockiert ihn. Während er noch versucht, das ganze Ausmaß ihrer Geschichte zu erfassen, erreicht ihn ein Anruf aus Lübeck, wo Svenja sich in seinem Haus verbarrikadiert hat. Besorgt macht er sich sofort auf den Weg zu ihr. Aber eigentlich, ganz eigentlich möchte er lieber zurück nach Berlin, um seine quirlige Nachbarin Nika wiederzusehen …
In diesem Teil des Romans geht es um folgende Tropes:Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Veröffentlichungsjahr: 2026
Nora Amelie
Roman Teil 2
An der Nordsee spürt Marc die Frau auf, die seine Fotos gestohlen hat. Doch was Ava ihm über die Gründe dafür erzählt, schockiert ihn. Während er noch versucht, das ganze Ausmaß ihrer Geschichte zu erfassen, erreicht ihn ein Anruf aus Lübeck, wo Svenja sich in seinem Haus verbarrikadiert hat. Besorgt macht er sich auf den Weg zu ihr. Aber eigentlich, ganz eigentlich möchte er lieber zurück nach Berlin, um seine quirlige Nachbarin Nika wiederzusehen …
In diesem Teil des Romans geht es um folgende Tropes:
Forced Proximity
#Metoo
Revenge
Trauma & Healing
Exes to Friends
Neighbors to Lovers
Teil 2 des spannenden Gegenwartsromans mit aufregenden Typen, selbstbewussten Frauen und schwarzen Vögeln. Tiefgang und ernste Themen, Humor und Romantik inklusive. Der finale Band LOVELY erscheint in Kürze in deinem bevorzugten E-Book-Shop.
Hinweis zum Cover: Das Cover wirkt, als würde sich hinter hellblauen Stofffalten das Bild eines Männermodels verbergen. Sein Gesicht wird nur durch die großen Lettern des Romantitels sichtbar.
Mit weit geöffneten Fenstern gleitet Marc durch die Straßen Berlins, fährt schließlich auf die Autobahn und drückt aufs Tempo.
Es ist ruhig um diese Zeit. Stadtauswärts ist wenig Verkehr, und als er den Berliner Ring hinter sich gelassen hat, teilt er sich den Highway fast nur noch mit Brummis. Das typische Bild, wie er es auch sonst erlebt, wenn er mal über Land unterwegs ist. Doch heute stört es ihn nicht. Vielmehr nutzt er die Tatsache, dass er Zeit hat und nicht rasen muss, um es sich im Flaggschiff eines seiner Favoriten auf dem Aktienmarkt gemütlich zu machen.
Der Tesla ist eine Wucht! Die hellen Sitze, die fehlende Mittelkonsole und der auf dem Armaturenbrett vorherrschende Minimalismus sorgen für ein großzügiges Raumgefühl. Ein Gefährt, in dem selbst hochgewachsene Männer wie Marc ausreichend Platz für ihre Beine finden. Der riesige Touchscreen, zentral im Armaturenbrett platziert, ist natürlich gewöhnungsbedürftig. Wo in normalen Fahrzeugen Hebel, Schalter und Knöpfe sitzen, steuert man hier alle Bedienelemente über den Bildschirm. Wäre das sein eigenes Auto, würde er wohl Stunden damit verbringen, alles auszuprobieren. Aber da es das nicht ist, begnügt er sich mit den wesentlichen Funktionen.
Während er dem Klang des Soundsystems lauscht, beschleunigt er auf die erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Schade, dass er den Wagen nicht ausfahren kann. Vernünftig ist das schon, erst recht vor dem Hintergrund seines ökologischen Fußabdrucks, auf den er schon eine Weile akribisch achtet. Aber es mindert auch ein bisschen den Spaß, den er sich von dieser Tour erhofft.
Allerdings ist Spaß ja nicht der Grund für seinen Ausflug. Vor allem hofft er auf Erkenntnis und ... Ja, worauf eigentlich noch? Dass Ava van Kelk sich bei ihm entschuldigt? Das Ganze zu einem fürchterlichen Missverständnis erklärt? Hmmm, er weiß es gar nicht so genau. Ungeschehen lässt sich die Sache ja nicht mehr machen. Sinnt er vielleicht auf Rache? Will er einfach nur sein Recht? Oder ärgert es ihn, dass die Vergangenheit ihn einzuholen droht? Lässt sich der durch die Veröffentlichung seiner Fotos drohende Imageschaden überhaupt noch abwenden? Wirklich Zeit, darüber nachzudenken. Sonst steht er nachher vor der Bilderdiebin und hat so gar keinen Plan ...
Nach einem Zwischenstopp in Hamburg, wo Marc den Tesla nachlädt und die Pause dazu nutzt, ein paar E-Mails zu bearbeiten, trifft er pünktlich zum Sonnenaufgang in St. Peter Ording ein. Während seiner Studienzeit sind sie häufig hierher gekommen. Nirgends sonst in Deutschland gibt es eine solche Kultur motorisierter Sonnenanbeter wie hier. Aber da das nächtliche Parken auf dem Strand verboten ist, suchten sie schon damals nach einer Alternative und fanden sie in den Anliegerstraßen nahe der Strandüberfahrt. Dort lässt er den Tesla jetzt auch stehen und macht sich zu Fuß auf ans Wasser.
Als Kind war die Ostsee sein Zuhause. Wirklich fasziniert aber hat ihn immer die andere Seite, die Nordsee. Das Wattenmeer, die Halligen, Ebbe und Flut. Kaum etwas ist so beeindruckend wie die Fahrt von einem Koog zum nächsten und die beängstigende Vorstellung, wie sehr die Nordsee wohl wüten muss, bevor die Fluttore der Deiche geschlossen werden.
Die Kooge an der Westküste sind Land, das man dem Meer abgerungen hat und nur durch meterhohe Schutzwälle, die Deiche, davor bewahren kann, wieder unterzugehen. Mehr als zweihundert davon gibt es und nicht wenige von ihnen sind besiedelt. Doch immer dann, wenn man eines der Fluttore passiert, die die hoch aufgeschütteten Wälle oft nur für eine Fahrbahnbreite zerschneiden, wird einem die Gefahr bewusst, in der die Bewohner dieser Siedlungsräume leben. Die Kooge würden spätestens bei Sturm vollaufen wie eine Badewanne, wenn es Deiche und Fluttore nicht gäbe.
In St. Peter Ording allerdings kann man diese Gefahren fast ausblenden. Der Strand ist weitläufig und wiegt gerade Urlauber, die sich mit den Gezeitenströmungen nicht auskennen, in trügerischer Sicherheit.
Marc läuft auf den Deich, bleibt stehen und holt tief Luft.
Lange her. Erst hielt ihn der Jobwechsel in Atem, dann der Umzug. Er könnte also fast froh darüber sein, dass sich die Bilderdiebin so weit in den Norden zurückgezogen hat. Sonst stünde er jetzt nicht hier.
Zum wiederholten Male denkt er über seine Strategie nach, Ava van Kelk zur Rede zu stellen. Viel weiß er nicht über sie. Adam behauptet, dass sie noch sehr jung ist, kaum älter als zwanzig. Vermutlich macht sie in Husum ihre Ausbildung. Nur, warum geht jemand, der beinahe noch ein Kind und in Hamburg zu Hause ist, so weit raus aufs Land? Vermietungsagenturen gibt es doch wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Dass Daniel sie überhaupt gefunden hat ...
In den sozialen Medien scheint sie jedenfalls nicht zu existieren. Was schon sehr merkwürdig ist. Gefühlt haben heute alle jungen Leute mindestens einen Instagram-Account. Wo ist ihrer?
Glücklicherweise ist Daniel ein Ass in Recherche. Seine oft völlig absurden Suchalgorithmen haben ihn zu einer Agentur geführt, in der die Kelk offenbar für die PR-Arbeit zuständig ist. Dennoch gibt es einen letzten Rest Unsicherheit darüber. Denn die zwei Pressemeldungen, die er gefunden hat, sind nur mit ihrem Nachnamen gezeichnet. Den vollen hat sie vermutlich bewusst nicht verwendet. Ein Wunder, dass Daniel sie gefunden hat. Dieses junge Ding scheint sich bestens aufs Tarnen und Täuschen zu verstehen.
Na, warum wohl?
Marcs Lippen verziehen sich zu einem wissenden Grinsen. An ihrer Stelle hätte er sich auch verkrochen, um nicht erwischt zu werden.
Langsam wandert er durch die Dünen Richtung Autostrand. Um diese frühe Stunde gibt es nur vereinzelte Spaziergänger, sehr wahrscheinlich eingefleischte Sonnenanbeter. Das Übernachten am Autostrand ist verboten. Wer seinen Urlaub hier verbringen will, kommt morgens gegen halb acht, wenn der Parkplatz öffnet, und verschwindet vor zweiundzwanzig Uhr, wenn er wieder schließt. Den Rest des Tages verbringt man in gemütlicher Runde vor dem Wohnmobil, beim Kitebuggyfahren oder Beachvolleyball. Schon eine sehr spezielle Spezies, diese Leute. Es soll sogar welche geben, die seit Jahrzehnten im Urlaub nichts anderes tun, als morgens auf den Strandparkplatz zu fahren und abends wieder runter.
Marc zückt sein Smartphone und schießt ein paar Bilder vom Sonnenaufgang hinter der Strandüberfahrt und dem dramatischen Himmel darüber. Durch die im Licht glitzernden Wasserflächen ziehen sich hier und da gräulich wirkende Sandbänke. Die Sonne hat einen zartrosa Schleier über alles gelegt.
In vollen Zügen atmet er die würzige Luft und beobachtet den Rückzug des Wassers – gerade setzt Ebbe ein. Dann läuft er wieder zu seinem Wagen und macht sich an die letzte Etappe des Wegs. Wegen des schöneren Ausblicks nimmt er die längere Strecke in Kauf, vorbei an Osterhever und über die Landstraße. Die führt direkt am Watt entlang.
Gegen halb acht parkt Marc den Tesla am Husumer Binnenhafen, um sich auf die Suche nach einem Café zu begeben, in dem er in aller Ruhe frühstücken kann. Ava van Kelks Agentur befindet sich ganz in der Nähe. In zwei Stunden wird er sich dort einfinden und sie um eine private Unterredung bitten. Er ist sicher, dass sie ihn sofort erkennt. Schließlich hat sie seine Fotos gestohlen. Da darf man wohl davon ausgehen, dass ihr sein Gesicht vertraut ist. Es wird ein Schock für sie sein, wenn er plötzlich vor ihr steht. Er rechnet sogar damit, dass sie versucht zu flüchten. Was natürlich der Beweis schlechthin dafür wäre, dass sie sich schuldig fühlt.
Nachdenklich betrachtet er das Treiben im Hafen. Es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Leute, die zur Arbeit eilen. Solche, die vorab noch schnell was zu erledigen haben. Und ältere Paare auf Einkaufstour. Einige Händler sind dabei, ihren Ständen den letzten Schliff zu verpassen. Bis am späten Vormittag Touristen die Straßen bevölkern, ist es noch eine Weile hin. Insofern unterscheidet sich Husum wenig von Marcs Heimatstadt Lübeck. Aber anders als in Lübeck, das wie eine Insel von Wasser umgeben ist, fließt es hier direkt ins Stadtzentrum hinein. Oder auch nicht. Hängt ganz von den Gezeiten ab. Die Ebbe hat ihren Höhepunkt noch nicht ganz erreicht. Aber schon liegen die wenigen Boote abseits des verbliebenen Rinnsals im Hafenbecken auf dem Schlick. Für die Husumer ein gewohntes Bild, für Marc ein faszinierender Anblick, der ihm erneut ein paar Fotos wert ist.
Nach einem ausgiebigen Frühstück, das er dazu nutzt, Börsenkurse und Nachrichten zu checken, gibt er die Adresse von Avas Agentur in seine Navigationsapp ein und lässt sich zu Fuß durch die schmalen Straßen dirigieren. Vor einem unscheinbaren, mehrstöckigen Gebäude hält er schließlich inne. Hier also hat sie sich verkrochen. Als wenn die sauber verputzte Fassade über den Mist, den sie verzapft hat, hinwegtäuschen könnte. Was sie wohl gerade tut? In einem Meeting sitzen und Löcher in die Luft starren? Oder vor dem Bildschirm hocken und kalt gewordenen Kaffee schlürfen? Vielleicht aus einer Tasse mit irgendeinem sinnentleerten Spruch?
Er weiß nicht, warum er sich diese Frau vorstellt, als passe sie überhaupt nicht in die heutige Zeit. Als sei sie langweilig und stinkkonservativ und mit weiteren unerfreulichen Charakterzügen geschlagen. Könnte an ihrem Namen liegen. Nicht an Ava, aber an diesem in seinen Ohren altmodisch klingenden van Kelk. Das ist in Holland üblich, aber hier wirkt es wie gewollt und nicht gekonnt. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass er nicht wahrhaben mag, dass jemand, der ihm mit seinem Handeln das Leben schwermacht, charmant zu nennen wäre. Er ist zornig auf die Bilderdiebin, wütend, hochgradig verärgert. Und selbst wenn sie auf den ersten Blick alle seine Vermutungen ad absurdum führen sollte, wird sie einen schweren Stand bei ihm haben, solange die Sache mit den geklauten Fotos nicht aus der Welt ist. Und dass das dauert, ist jetzt schon abzusehen.
Marc streckt die Hand aus und betätigt den Klingelknopf der Gegensprechanlage. Eine Frauenstimme meldet sich und fragt, was sie für ihn tun könne. Auf seine knappe Erklärung ertönt ein Summer. Mit Schwung drückt er die Haustür auf.
Das Innere des Hauses ähnelt den Vorräumen einer Rechtsanwalts- oder Steuerkanzlei. Hell erleuchtet, spärlich dekorierte Wände und statt irgendwelcher Möbel eine Vielzahl von Türen in alle Himmelsrichtungen. Eine davon steht offen. Von dort schaut ihm erwartungsvoll eine Frau hinter einem zu hoch geratenen Tisch entgegen, den man mit viel Wohlwollen als Verkaufstresen bezeichnen könnte. Wenn es überhaupt einer sein soll.
»Was kann ich für Sie tun?«
»Ich suche Ava van Kelk«, wiederholt er sein Anliegen.
»Ava ist heute nicht im Haus. Kann ich Ihnen weiterhelfen?«
Das hat er fast erwartet. Aber sein Plan gibt durchaus einen Tag Wartezeit her. Kopfschüttelnd macht er einen Schritt rückwärts. »Danke, aber dann komme ich einfach morgen wieder.«
Die Frau äugt ihn von unten herauf an. »Sind Sie ein Freund?«
»Ein Kollege«, gibt er schlagfertig zurück. »Von früher. Wir haben uns auf einem IT-Kongress kennengelernt.« Was natürlich eine Lüge ist, aber manchmal gehts nicht anders.
Die Miene der Frau hellt sich auf. »Ja, das hat sie drauf, oder? Ich kenne niemanden, der am Computer so gut ist wie Ava. Nicht mal mein Sohn. Der sagt immer, sie sei ein echter Nerd.«
Marc lächelt freundlich. »Na, dann wissen Sie ja, dass Nerds wie sie gefragt sind.«
»Sie meinen, Sie brauchen ihre Hilfe?«
»So könnte man es sagen, ja.«
»Für was Unerlaubtes?« Bei diesen Worten senkt sie ihre Stimme und macht ein verschwörerisches Gesicht.
Die liest eindeutig zu viele Krimis, denkt Marc amüsiert. Dann aber schrillen alle seine Alarmglocken. »Das tut sie wohl öfter?«, fragt er scheinheilig. Denn warum sonst sollte ihre Kollegin auf diesen Gedanken kommen? Als Allererstes vor allem ...
Die Frau hinterm Tresen druckst ein bisschen herum. »Na ja, nee, nicht wirklich. Aber sie ist die Einzige, die man an unsere Homepage lassen kann, wenn die irgendwo hakt. Manchmal spinnt das Buchungssystem.« Sie hebt den Kopf und reckt selbstbewusst das Kinn. »Deshalb ist sie heute auch nicht hier. Sie macht Bilder für unseren neuen Imagefilm. Den gestaltet sie nämlich selbst.«
Das würde er nun nicht unbedingt als nerdig bezeichnen. Aber für diese Frau zumindest scheint das was Besonderes zu sein.
»Wann erwarten Sie sie denn zurück?«
»Gar nicht. Sie fährt hinterher gleich nach Hause. Die Tour durchs Umland kostet ganz schön Zeit.«
Okay, jetzt zählt der Überrumpelungseffekt. »Und das ist wo?«, fragt er mit einem gewinnenden Lächeln. »Ich meine: Zu Hause?«
Doch die Frau, so blauäugig sie ihm auch erscheinen mag, schüttelt den Kopf. »Das darf ich Ihnen nicht sagen.«
»Dann vielleicht die Telefonnummer?« Er zückt sein Handy und hält es ihr auffordernd entgegen.
Doch auch das bedenkt sie nur mit einem Kopfschütteln. Dann dreht sie sich auf ihrem Stuhl zur Seite, zieht eine Karte in Kopierpapiergröße aus einer Ablage und legt sie vor sich auf den Tisch.
»Das Einzige, was ich ganz offiziell weiß, ist, dass sie im Laufe des Tages hier, hier und hier anzutreffen ist.« Dabei tippt sie nacheinander auf blau markierte Punkte. »Vielleicht haben Sie dort Glück.« Sie schiebt die Karte in seine Richtung.
Marc greift danach, um sie genauer zu betrachten. Es handelt sich um einen Kartenausschnitt mit sehr kleinem Maßstab. Was es möglich machte, Straßen, Hausnummern und Zusatzinfos zu vermerken. Die blauen Punkte, auf die die Kollegin der Bilderdiebin getippt hat, findet er problemlos wieder.
»Na, immerhin etwas«, murmelt er halbwegs zufrieden.
»Das will ich meinen.« Die Frau hinterm Schreibtisch lächelt aufmunternd. »Ava fährt unseren roten Firmenwagen. Sie werden sie bestimmt erkennen.«
Marc nickt und verabschiedet sich.
Als er wieder im Auto sitzt, schaut er sich die Karte erneut an. Die Markierungen liegen nördlich von Husum. Eine sogar auf Nordstrand. Selbst wenn er Umwege fahren müsste, käme er auf weniger als hundert Kilometer. Das sollte also passen. Sicherheitshalber überprüft er die Reichweite des Tesla und stellt erleichtert fest, dass sich das Nachladen in Hamburg gelohnt hat. Bleibt nur die Frage: Wohin fährt Ava van Kelk zuerst, um ihre Bilder zu machen? Binnenland oder Küste? Was würde er tun?
Er blickt zur Uhr. Elf. Im Sommer keine gute Zeit zum Fotografieren. Viel zu grelles Licht. Es sei denn, man macht Innenaufnahmen. Die profitieren natürlich von der Lichtfülle vor den Fenstern. Aber für stimmungsvolle, vielleicht sogar romantische Außenaufnahmen würde er die Morgen- oder Abendstunden wählen. Da ist das Licht sanfter, bietet mehr Spielraum und erzeugt tolle, warme Farbtöne. Ob das ein Nerd, wie diese Frau es sein soll, weiß?
Er gibt die Adresse ein, die Husum am nächsten liegt, und macht sich entschlossen auf den Weg.
Zwei Stunden später ist er kreuz und quer über Land gefahren und ziemlich am Ende mit seinem Latein. Was ja klar war, wenn man ehrlich ist. Ein rotes Auto mit Firmenkennung auf einer Fläche von mehreren Dutzend Quadratkilometern ausfindig machen zu wollen, gleicht der berühmt berüchtigten Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Das Ding kann überall sein. Rein theoretisch auch längst abgestellt, wenn diese Ava die Morgenstunden genutzt hat, um ihren Auftrag zu erledigen. Marc hätte es getan. Wegen des Lichts. Und genau genommen ist er auch ein Nerd ...
Eigentlich bleibt ihm jetzt nur noch eine Möglichkeit: Sich an der einzigen Zufahrt zur Halbinsel Nordstrand zu postieren und zu warten, ob er wenigstens hier Glück hat. Das kann allerdings dauern. Ist ja gerade erst Mittag vorbei.
In gemächlichem Tempo überquert er den Verbindungsdamm zur Halbinsel und stellt seinen Wagen auf dem kleinen Parkplatz direkt am Ende des Deiches ab. Mehrere Wohnmobile und eine Gruppe Motorradfahrer haben sich ebenfalls eingefunden. Wer nach Nordstrand will oder von der Insel kommt, dem bleibt gar nichts anderes übrig, als diesen Punkt zu kreuzen. Es sollte also ein Leichtes sein, von hier aus den Überblick zu behalten. Früher oder später wird ihm Ava van Kelk schon über den Weg fahren.
Mein Blick geht zur Uhr. Kurz nach zwei. Ich sollte langsam los. Wenn ich zum ablaufenden Wasser in Fuhlehörn sein will, muss ich mich schon fast beeilen. Schließlich wartet vorher noch ein Sack Arbeit auf mich. Und man weiß nie, wie die Urlauber darauf reagieren, dass ich ausgerechnet jetzt Fotos von ihrem Domizil machen will. Imke hat das zwar mit ihnen abgesprochen und erklärt, dass wir wegen der Bilder warten wollten, bis ringsum alles schön grün ist. Trotzdem ist das natürlich ein Eingriff in ihre Privatsphäre. Selbst wenn wir nur den Außenbereich fotografieren. Mir würde das überhaupt nicht gefallen.
Ich hole meinen Rucksack, polstere ihn mit dem Handtuch aus, das ich später garantiert noch brauche – entweder als Unterlage oder, weil ich wieder nicht anders kann, als auf nackten Sohlen durchs Watt zu laufen, und packe die Fotoausrüstung hinein. Eine Flasche Wasser, meine Lieblingschips und Schokolade dazu – fertig. Irgendwo unterwegs kriege ich bestimmt auch ein Fischbrötchen.
Inzwischen ist es leicht bewölkt. Gott sei Dank. Ein meerblauer Himmel wirkt meistens stinklangweilig. Auch wenn das den Touristen natürlich am liebsten ist. Wenn das morgens so losgeht mit dem Wetter, denken sie, es bliebe den ganzen Tag so. Aber darauf sollte man sich nie verlassen. Im Sommer muss man zwar nicht mit Sturmflut rechnen. Doch eine steife Brise und Regen sind schon mal drin.
Im Rausgehen greife ich nach meinem Fernglas, das wie immer an der Garderobe hängt. Dann starte ich in den zweiten, weitaus spannenderen Teil meines Tages.
Mein Job in der Ferienhausvermietung hat einige Vorteile. Beispielsweise gewährt mir meine Chefin Imke flexible Arbeitszeiten. Für das Fernstudium, das ich nebenher absolviere, ein Glücksfall. Imke weiß, dass ich deswegen oft schon sehr früh am Rechner sitze. Weil ich mich morgens besser konzentrieren kann. Heute ist abgesprochen, dass ich erst später zu den Häusern fahre und dann bis in den Abend hinein zu tun habe. Mittags wird das nichts mit guten Fotos. Das grelle Licht ist ungünstig. Da muss ich hinterher so viel retuschieren, dass es nervt.
Imke war schon im Bewerbungsgespräch begeistert davon, dass ich vorschlug, die Nachmittagsschichten zu übernehmen, damit die Kollegen mit Familie rechtzeitig Feierabend machen können. Wahrscheinlich hat sie schon lange nach jemandem wie mir gesucht, denn sie vergewisserte sich immer wieder, ob ich es wirklich ernst meinte. Aber nicht nur der Agentur, sondern auch mir selbst kommt diese Regelung zugute. Und weil ich mich mittlerweile als zuverlässig erwiesen hab, ist hin und wieder sogar mal eine Ausnahme drin. Wie heute, wo sie mir für den gesamten Tag das Firmenauto überlassen hat. Egal, wann ich abends zurückkomme. Hauptsache, es steht morgen früh wieder auf dem Hof. So eine kooperative Chefin muss man erst mal finden.
Entschlossen steuere ich den roten Golf durch die Stadt und nehme die Bundesstraße Richtung Norden ...
Meine Tagesplanung scheint aufzugehen. Die Gäste des ersten Objekts sind unterwegs und haben das Haus in vorbildlichem Zustand hinterlassen. Sämtliche Gartenmöbel stehen perfekt arrangiert auf der Terrasse. Ich muss nur wenig räumen, um die Bilder zu kriegen, die ich haben will. Noch ein paar nette Aufnahmen in der Totalen – fertig. Ähnlich läuft es an der zweiten Adresse. Nur die dritte, die, für die wir uns erst kurz bevor ich losmusste entschieden haben, macht ein paar Probleme. Sie ist zugeparkt, die Gäste nirgends zu sehen. Ich fotografiere zwar trotzdem, so gut es eben geht, aber zufrieden bin ich nicht. Wahrscheinlich muss ich hier auf dem Rückweg noch mal halten. Dann kann ich die Leute bitten, ihre Autos für den Moment wegzufahren, und ihnen überhaupt erst mal erklären, was es mit den Bildern auf sich hat. Imke meinte, sie hätte sie nicht erreicht.
Schade. Ausgerechnet mein Lieblingshaus. Aber das war ja klar, wenn meine Chefin so kurzfristig entscheidet, was im neuen Imagefilm zu sehen sein soll. Ihre und meine Vorstellungen von Marketing und PR sind selten deckungsgleich. Weil Imke nach Gefühl entscheidet. Während ich mich daran halte, was wir im Studium über Zielgruppen gelernt haben. Eigentlich müssten wir zwei Filme machen. Einen für die, die seit Jahrzehnten aus alter Gewohnheit herkommen. Und einen für die Jungen, für Familien und Leute wie mich. Wir wollen Spaß, Abenteuer erleben und unter uns sein. Mit organisierten Dampferfahrten zu den Halligen haben wir nix mehr am Hut. Und vor allem brauchen wir ein gutes Netz statt TV. Scheint hier oben aber nur wenige Vermieter zu interessieren. Ob man es in den nächsten Jahren schafft, das Gästeklientel zu verjüngen? Ich glaub es irgendwie nicht. Unser neuer Imagefilm ist jedenfalls kaum dafür geeignet.
Nach einem kurzen Abstecher zum Bäcker in Hattstedt, gerade noch rechtzeitig, bevor sie schließen, biege ich auf den Damm nach Nordstrand ein. Schon von Weitem kann ich sehen, dass gerade Flut ist. Die Sonne hat die Wasserfläche mit Glitzer überzogen. Aber bis Mitternacht, wenn Ebbe einsetzt, wird sich das Ganze in braunen Matsch verwandelt haben. Wasser führen dann nur noch die Priele.
Das Wattenmeer ist meine heimliche Leidenschaft. Sooft ich kann, sitze ich auf einem der Deiche und beobachte, was um mich herum geschieht. Deshalb hab ich immer mein Fernglas dabei. Eines von Swarovski und das hat weiß Gott nichts mit irgendwelchen Klunkern zu tun. Man könnte es fast als Leichtgewicht bezeichnen. Es hat ein gutes Sichtfeld und eine ausgezeichnete Nahfokussierung, so dass ich selbst Ziele in größere Entfernung wahrnehmen kann.
Eigentlich bin ich in Hamburg aufgewachsen. Aber an die Nordsee sind wir nicht oft gefahren. Meine Eltern hielten es für unnötig, mir diese magische Wasserlandschaft zu zeigen. Jetzt, da ich in Husum wohne, hole ich das alles nach. Wenn das Wetter passt, steige ich auf meine Vespa und fahre ans Meer. Mit Rucksack und Fernglas. Dann hocke ich stundenlang auf dem Deich und schaue dem Wasser beim Kommen und Gehen zu. Es gibt kaum einen besseren Ausgleich zur Schreibtischarbeit als diesen.
Am Ende des Damms nach Nordstrand passiere ich den Parkplatz, bleibe auf der Hauptstraße und lande wenig später in der Nähe der Kirche, wo das Ferienhaus eines unserer Kunden steht. Da die neuen Mieter erst am Wochenende eintreffen, habe ich es ganz für mich allein und kann mir endlich ein bisschen Zeit lassen für meine Bilder.
* * *
Das Erste, was ich sehe, als ich wieder aus dem Haus trete, ist der taubenblaue Tesla auf der anderen Straßenseite. Auch wenn er vor der hohen Ligusterhecke ein wenig unscheinbar wirkt.
In Hamburg hab ich diese sauteuren Flundern häufiger zu Gesicht bekommen. Die Agentur, in der ich mein erstes Praktikum absolvierte, hat ihr Domizil in einer noblen Gegend. Und da gehören sie beinahe fest zum Straßenbild. Ich mag sie. Sind schön stylish. Aber dass ich jemals das Geld dafür hätte, mir einen zu leisten, kann ich mir nicht vorstellen. Da müsste ich nicht hin und wieder eine App verkaufen, sondern regelmäßig, und das für mehr als ein paar tausend Euro.
Zu dem Typen allerdings, der mit dem Arsch dagegen lehnt und mich unverhohlen mustert, passt so eine Rakete. Ein gut aussehender Mann. Sehr groß, schlank und der Passform seines schwarzen Shirts nach zu urteilen, treibt er regelmäßig Sport. Er hat dunkle Augen, das kann ich von hier aus erkennen. Und sein ebenfalls dunkles Haar wirkt, als hätte er noch vor wenigen Sekunden beide Hände darin vergraben. Gefällt mir besser, als wäre es mit Gel in Form gebracht.
Ich bin drauf und dran, die Kamera zu heben und ein Foto von Auto und Mann zu machen. Ich meine, er starrt mich an, als würden wir uns kennen. Irgendwie frech, find ich. Da muss er sich gefallen lassen, wenn ich Gleiches mit Gleichem vergelte.
Sekundenlang stehen wir uns schweigend gegenüber. Ich direkt an der Eingangstür des Hauses. Er vielleicht zehn, fünfzehn Meter von mir entfernt auf der anderen Straßenseite.
Dann hebe ich tatsächlich meine Kamera. Mal gucken, was passiert ...
Doch ich stutze, als ich ihn ins Visier nehme. Und meine Gedanken überschlagen sich voller Entsetzen.
Weil ... den kenne ich!
Ich kenn ihn sogar ziemlich gut!
Die Haare sind anders und er trägt jetzt Bart. Aber die Gesichtszüge, die Augen, der Blick ...
Ach du Scheiße!
Perplex lasse ich die Arme sinken, während mir das Adrenalin bis unter die Schädeldecke schießt. Mir wird heiß, dann kalt. Mein Puls beschleunigt sich, als wäre ich im Begriff, mit einer Achterbahn in die Tiefe zu rasen.
Wie hat der mich gefunden?
Ich hab die Bilder doch wieder rausgenommen. Ich hab doch wirklich alles getan, um meine Spuren zu verwischen ...
Das ist unmöglich!
Das gibt es gar nicht!
Das muss ein Irrtum sein.
Ich halluziniere! ...
Verzweifelt presse ich die Lider aufeinander in der Hoffnung, ich wäre einer Fata Morgana auf den Leim gegangen. Doch als ich sie wieder hebe, steht er noch immer da.
Nur mit Mühe kann ich den immer stärker werdenden Fluchtreflex unterdrücken.
Wenn ich jetzt losrenne, weiß er, dass ich ihn erkannt habe. Das wäre der ultimative Beweis für alles, was ich nicht zugeben will. Besser, ich versuche, cool zu bleiben. So zu tun, als würde es mich lediglich erschrecken, dass ein Fremder hier herumlungert.
Mist, verdammter! Mist! Mist! Mist! Was soll ich bloß machen?
In meinem Kopf wirbeln die Gedanken wie die Blätter auf meinem Schreibtisch, wenn ich in meiner Wohnung Durchzug mache. Alle Szenarien, die ich mir jemals zurechtgelegt habe für den Fall der Fälle, sind wie ausgelöscht. Ich hab keine Ahnung, was ich tun oder sagen soll. Ein Blackout, wie ich ihn nicht mal zu schlimmsten Prüfungszeiten erlebt habe.
Oh mein Gott! Wo ist das Loch, in dem ich mich verkriechen kann?
Der Mann am Auto richtet sich zu voller Größe auf, schiebt die Hände lässig in die Hosentaschen und kommt jetzt auf mich zu.
Ich versuche, unmerklich zurückzuweichen. Doch ich scheitere an der Eingangstür, die hinter mir ins Schloss gefallen ist. Ich konnte ja nicht ahnen ...
»Du erinnerst dich, oder?«, sagt der Typ mit ruhiger, tiefer Stimme.
Das und die Tatsache, dass er sich weiter in meine Richtung bewegt, lässt mir das Blut in den Adern gefrieren.
Ich wusste, dass das irgendwann passiert. Auch wenn Janne immer meint, ich solle mir nicht in die Hosen machen. Ich sei doch perfekt darin, Spuren zu verwischen. Sie glaube an mich.
Ja, toll! Das hilft mir jetzt auch nicht weiter. Janne ist weit weg. Während der Typ immer näher kommt.
»Du erinnerst dich«, wiederholt er. Und diesmal ist es eine Feststellung, keine Frage.
Aber woher will er das wissen? Come on, Ava, lass dich nicht einschüchtern!
Trotzig hebe ich das Kinn. »Woran sollte ich mich erinnern, hm?« Dann blicke ich die Straße hoch, um ihm zu signalisieren, dass wir nicht allein sind.
Die Wahrheit ist, ich kann vergessen, dass mir jemand zu Hilfe kommt. Die meisten Häuser hier werden vermietet. Und da die Saison gerade erst beginnt, sind kaum Urlauber da. Um diese Zeit würden sie ohnehin eher in den Strandbars abhängen.
Weil er sich weiter auf mich zu bewegt und mir nichts Schlaueres einfällt, zücke ich mein Handy und halte es ihm entgegen. »Wenn Sie nicht augenblicklich verschwinden, rufe ich die Polizei.«
Der Typ schnaubt amüsiert. »Tu das. Dann kann ich meine Anzeige gleich hier aufgeben.«
Anzeige? Meint der das ernst?
»Ich arbeite hier«, improvisiere ich. Nicht, dass der denkt, ich sei eingebrochen. Aber das wäre ihm wohl egal. So, wie der guckt, geht es um ganz was anderes. Wahrscheinlich hab ich nur gehofft, er ließe sich ablenken.
Jetzt schüttelt er mit dem Kopf. »Weiß ich.«
»Na bitte«, gebe ich zurück. »Dann hätten wir das ja geklärt.« Ich denke an die offene Terrassentür auf der Rückseite des Hauses. Meine einzige Gelegenheit zur Flucht. Leider nur nach drinnen. Dabei würde ich viel lieber mit dem Auto davonrasen und Abstand zwischen mich und ihn bringen.
»Das schon«, sagt er mit dieser tiefen Stimme. »Aber da gibt’s ja wohl noch mehr.« Dann schaut er kurz zu Boden, um den Schritt abzumessen, den er über die uns trennende Steingartenrabatte machen muss.
In diesem Moment renne ich los. Der kann mich mal mit seinem Gelaber! Ich haste quer über den Rasen zur Hausecke, greife nach der Kante, um mich daran festzuhalten, weil mich mein Schwung sonst kostbare Meter von der kürzesten Strecke abdriften ließe, und stürme schließlich die zwei Stufen zur Terrasse hoch.
Als ich mich an dem schweren Holztisch vorbeizwänge, fällt fast der Sonnenschirmständer um. Gerade noch rechtzeitig kriege ich ihn zu fassen. Leider sind das genau die drei Sekunden, die mir am Ende fehlen.
Bevor ich dem Tesla-Typen die Terrassentür vor der Nase zuschlagen kann, hebt er die Hand und hält mit aller Kraft dagegen.
»Was soll das, verdammt?«, zische ich.
Er grinst herausfordernd, ohne nachzugeben.
»Kann doch wohl nicht wahr sein«, schimpfe ich vor mich hin, während ich von innen drücke, der Türspalt aber immer größer wird. »Das ist Hausfriedensbruch!«
»Noch bin ich nicht drinnen«, gibt er zurück.
Aber es fehlt nicht mehr viel. Wahrscheinlich müsste er sich nur ein klein wenig mehr anstrengen, um mich zu überwältigen.
»Ich will nur reden«, sagt er und gibt plötzlich so weit nach, dass ich fast den Halt verliere und die Tür unsanft zufällt.
Ich kann sie verriegeln, er hindert mich nicht daran. Atemlos, weil eine Winzigkeit Anspannung von mir abfällt, lehne ich mich dagegen.
Aber wenn ich dachte, dass sich mein Problem damit in Luft auflöst, hab ich mich geirrt. Jetzt sitze ich fest. Zumindest solange, wie er mich belagert. Und es spricht so ziemlich alles dafür, dass er genau das vorhat. Es wird länger dauern ...
