Thüringen – ReiseMomente - Wolfgang Leichsenring - E-Book

Thüringen – ReiseMomente E-Book

Wolfgang Leichsenring

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Beschreibung

Mehr als ein Jahr lang begibt sich der „hoteluntaugliche“ Reisejournalist Wolf Leichsenring mit seinem Wohnmobil auf eine Entdeckungsreise in dem kleinen Bundesland. Während der Rundtour lernt er, wie schnell man in diesem zentral gelegenen Bundesland an Grenzen stoßen kann. Bekannte touristische Magneten wie Erfurt, Weimar, Jena oder auch Gotha durchleuchtet der wissbegierige Globetrotter ebenso wie eher unbekanntes Terrain. Oder wer hat bereits schon einmal die „Schätze“ in Renthendorf, Pößneck, Niederroßla bzw. Vacha gehoben? Als passionierter Wanderer durchstreift er immer mal wieder auf Schusters Rappen die bewaldeten Hügel- und Bergregionen, nicht nur die des Thüringer Waldes. Als Genussmensch kommt bei dem Autor Kulinarisches gleichfalls nicht zu kurz, vom typisch thüringischen Schnellverzehr im Brötchen bis zum mehrstündigen Luthermahl. Wie auch bereits über seine früheren Touren auf anderen Kontinenten oder im europäischen Ausland ermuntert der Weltenbummler zum persönlichen Nachschauen und lässt den Leser an den einzigartigen Eindrücken seiner rund 2000 Kilometer umfassenden Thüringentour teilhaben.

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Seitenzahl: 153

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Wolf Leichsenring

Thüringen

40

MIKROABENTEUER

ZUM ENTDECKEN UND GENIESSEN

IMPRESSUM

Thüringen

40 MIKROABENTEUER ZUM ENTDECKEN UND GENIESSEN

Wolf Leichsenring

© 2024 360° medien

Nachtigallenweg 1 I 40822 Mettmann

Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlags unzulässig. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Über­setzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung sowie Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Der Inhalt des Werkes wurde sorgfältig recherchiert, ist jedoch teilweise der Subjektivität unterworfen und bleibt ohne Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität.

Redaktion und Lektorat: Christine Walter

Satz und Layout: Marc Alberti

Gedruckt und gebunden:

Druck- und Verlagshaus Mainz GmbH I Süsterfeldstraße 83 I 52072 Aachen

www.verlag-mainz.de

Bildnachweis: siehe Seite 256

ISBN: 978-3-96855-464-8

Hergestellt in Deutschland

360grad-medien.de

Wolf Leichsenring

Thüringen

40

MIKROABENTEUER

ZUM ENTDECKEN UND GENIESSEN

Vorwort

Wie könnte ein erster spontaner Gedanke in Verbindung mit Thüringen lauten? „Thüringer Bratwurst“ äußern die meisten Befragten, gefolgt von „Thüringer Klößen“ und nach kurzem Nachdenken vielleicht auch noch „Wartburg“ und „Martin Luther“.

Doch das waldreiche und teilweise gebirgige Bundesland hat mehr zu bieten. Oder hätte es mich sonst, in meinem Wohnmobil rollend, wandernd und Fahrrad fahrend rund 18 Monate lang auf Recherchetour ausgehalten und dabei rund 250 Sehenswürdigkeiten in annähernd 80 Ort- und Landschaften aufgespürt? Etwas Magnetisches muss mich angezogen haben, nicht nur die „Wurst“.

Meine Rundtour von Nordhausen bis Eisenach folgt dabei einer vorher zwar grob geplanten, im Detail jedoch erst vor Ort fixierten Route. Einfacher ausgedrückt: Zunächst erforschen wir das nördliche Thüringen (nördlich der A4) bis nach Altenburg im östlichen Landeszipfel, anschließend die südlichen Regionen (südlich der A4) zurück bis an die westliche Landesgrenze zu Hessen. Unzählige Gespräche mit Einheimischen haben unterwegs dabei geholfen, versteckte touristische Schätze zu entdecken.

Diese Schatzsuche war aufregend und beruhigend zugleich. Aufregend in der Erwartung, was sich hinter einem Hinweis, einer eventuellen Beschilderung oder einem einfach „Um-die-Ecke-Schauen“ verbirgt. Beruhigend, weil diese Erkundungsform in Gegenden führte, die abseits ausgetretener Pfade wohl nur recht selten von Touristen aufgesucht werden.

In 40 Kapiteln werde ich in diesem Buch über meine „Ausbeute“ berichten in Form von Beschreibung von Sehenswertem, Ausleuchten von Hintergründen oder Ergänzungen durch ausschmückende Begebenheiten. Die einzelnen Kapitel stehen dabei stets unter einer thematischen Überschrift.

Dringend ans Herz legen möchte ich Thüringenreisenden den Erwerb der regionalen Gästekarten (zum Beispiel Weimar Card) Diese Tourist Cards sind oft nicht nur preiswert, sondern gewähren für die nicht nur regionalen Sehenswürdigkeiten oft freien Eintritt oder Preisnachlässe.

Zu guter Letzt: An einem Buch wie dem vorliegenden sind normalerweise mehrere Institutionen bzw. Personen beteiligt. Somit wird es Zeit, Dank zu sagen. Herzlich bedanken möchte ich mich bei allen touristischen Institutionen für die Unterstützung durch zahlreiche Hinweise. Mein besonderer Dank gilt Frau Heike Lerch-Jankovicz für die vielen Fotos, die sie on tour gemacht hat und die wir in diesem Buch veröffentlichen.

Und nun auf in ein Bundesland voller pittoresker Impressionen, historischer Vielfalt sowie faszinierender, künstlerischer und handfester Delikatessen.

Wolf Leichsenring

Mühlhausen

Inhaltsverzeichnis

WILLKOMMEN IN THÜRINGEN

TOP 10 DER SEHENSWÜRDIGKEITEN IN THÜRINGEN

KURIOSES UND BESONDERHEITEN

IM NORDWESTEN THÜRINGENS

  1.Roland – ein Oppositionssymbol: Nordhausen

  2.In Ruhe genießen: Heilbad Heiligenstadt und Worbis

  3.Frühjahrsputz im Himmel: Eichsfeld, Ohmgebirge, Berg Sonnenstein

  4.Begrenzt bis grenzenlos: Schifflersgrund

  5.Luthers ungeliebte Brüder: Mühlhausen

  6.Hier ist alles Wurst: Mühlhausen

  7.Gruppenbild mit Mittelpunkt: Bad Langensalza, Nationalpark Hainich, Hütscheroda, Creuzburg, Niederdorla

  8.Gotha adelt: Gotha

  9.Freudige Erinnerungen – vielleicht: Bad Tabarz, Drei Gleichen, Wechmar

10.Vive la joie – Es lebe die Freude: Erfurt I

11.Bemerkenswert Nachdenkliches: Erfurt II

12.Nie wieder: Erfurt III, Buchenwald

13.Annähernd vier Kleinigkeiten: Sömmerda, Bilzingsleben, Heldrungen, Oldisleben, Bad Frankenhausen, Sondershausen

14.Der Rotbärtige als Mysterium: Bad Frankenhausen, Kyffhäuser

IM NORDOSTEN THÜRINGENS

15.Goethe und Schiller kennt ja jeder: Weimar I

16.Weimars verschwiegenere Ecken: Weimar II

17.Wem die Glocke schlägt: Apolda

18.Von Hunden, Elefanten und einer gewichtigen Frage: Apolda, Niederroßla, Heichelheim

19.Damit man es besser sehen kann: Jena I

20.Zwistigkeiten: Jena II

21.Nicht nur von der feinen Art: Bürgel, Bad Köstritz, Eisenberg

22.Von Karten und Knöpfen: Altenburg, Schmölln

IM SÜDOSTEN THÜRINGENS

23.Vom Uranbergbau zur Bundesgartenschau: Posterstein, Ronneburg, Gera, Zeulenrodaer Meer, Greiz

24.642 und keine 99 Luftballons: Renthendorf, Triptis, Neustadt a. d. Orla, Pößneck

25.Stege der Wünsche: Seitenroda, Kahla, Ulstädt-Kirchhasel, Rudolstadt

26.Märchenhaftes: Bad Blankenburg, Saalfeld, Saalburg

27.Thüringer Dreigestirn: Schwarzatal, Schwarzburg

28.Turmgeschichten: Burgk, Bad Lobenstein, Probstzella

29.Spielarten: Sonneberg, Eisfeld, Hildburghausen

30.Nicht aus der Puste geraten: Lauscha, Masserberg, Frauenwald

IM SÜDWESTEN THÜRINGENS

31.Ziegen, Zwerge, Zweitwohnung: Ilmenau, Gräfenroda, Geraberg

32.Von verschiedenen Waffen: Stützerbach, Suhl

33.Begegnung mit einer berühmten Theaterfamilie: Meiningen

34.Genuss muss erlaubt sein: Schmalkalden

35.Von Fall zu Fall: Trusetal, Friedrichroda

36.Kuren mit Stil: Bad Berka, Bad Liebenstein, Bad Salzungen

37.Grenzen überwinden: Vacha, Geisa

38.Inszenierungen: Kranichfeld, Arnstadt, Bad Liebenstein-Steinbach

39.Helle und dunkle Ein- und Aussichten: Eisenach I

40.Alles dreht sich um Junker Jörg: Eisenach II

REGISTER

BILDNACHWEIS

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf eine geschlechtsneutrale Differenzierung verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform beinhaltet keine Wertung.

Weimar – Stadtschloss

Willkommen

IN THÜRINGEN

Wenn es um seine Größe geht, zumindest um die geografische, steht Thüringen mit gut 16.000 Quadratkilometern von den 16 Bundesländern bzw. Stadtstaaten erst an Position elf. Ungeachtet der drei eigenständigen Großstädte Berlin, Hamburg und Bremen sind nur noch Schleswig-Holstein und das Saarland kleiner als Thüringen. Diese statistischen Angaben sagen indessen nichts über die „Größe“ des Bundeslandes hinsichtlich seiner Attraktivität aus. Es ist mehr als erstaunlich, was das „kleine“ Thüringen mit seinen gut zwei Millionen Einwohnern (Stand: Dezember 2022) auf diesem Feld zu bieten hat.

Das Land grenzt immerhin an fünf weitere Bundesländer: Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Bayern und Hessen. Quasi sternförmig laufen die unterschiedlichen Verkehrsverbindungen auf den Freistaat zu, seien es zum Beispiel die Autobahnen A4 (Ost-West-Achse: Dresden – Frankfurt), die A9 (Nord-Süd-Verbindung: Berlin – München) oder die A38, A71 bzw. A73. Keine dieser beispielhaften Städte ist mehr als 400 Kilometer von der Landeshauptstadt Erfurt entfernt. Und selbst die nördliche Stadt Flensburg in Schleswig-Holstein bringt es nur auf wenig über 500 Kilometer.

Hügellandschaft bei Renthendorf

Bahntechnisch wird die Anbindung nach Erfurt auch die „schnelle Mitte Deutschlands“ genannt. Fahrtzeiten zwischen 2,5 bis drei Stunden (ab München) oder bis zu rund zwei Stunden (ab Dresden oder Berlin) können problemlos mit denen im Auto konkurrieren.

Eigentlich galt Thüringen vor der Wende 1989/1990 nie als stark industrialisierte Region. Das hat sich seither zwar ein wenig verändert. Doch auch heute noch sind, von einigen Ausnahmen abgesehen, kleinere Betriebsgrößen mit breiter Streuung in der Fläche eher charakteristisch. Als wesentliche Wirtschaftsbranchen stößt man heute überwiegend auf Fahrzeugbau, Mikroelektronik, Informationstechnik, Optik, Optoelektronik sowie Jagd- und Sportwaffenproduktion. Die das Land einst so prägende Spielwarenindustrie zählt sicherlich nicht mehr dazu. Hingegen hat sich die Lebensmittelindustrie in den letzten Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftszweig Thüringens entwickelt.

Burg Niederroßla a. d. Ilm

Demgegenüber entwickelt sich der Tourismus zu einem stetig wachsenden Wirtschaftsfaktor. Mit mehr als durchschnittlich (Stand: 2022) 10.000 Gästeankünften pro Tag erreicht man schnell die Gesamtzahl von 3,5 bis vier Millionen pro Jahr.

Unverkennbar verbunden ist Thüringen mit dem weltbekannten Reformator Martin Luther und der Wartburg in Eisenach, gleichfalls wie mit den unsterblichen Poeten Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller. Das Kyffhäusergebirge, auch „der kleine Bruder des Harzes“ genannt, mit seinem 81 Meter hohen Denkmal (Statuen von Kaiser Wilhelm I und Kaiser Barbarossa) ist ebenso in aller Munde wie der Rennsteig. Nicht minder bekannt ist die Hauptstadt Erfurt mit der eindrucksvollen Krämerbrücke. Diese Beispielliste für „touristischen Magnetismus“ ließe sich noch erheblich erweitern.

Wer Städtereisen bevorzugt, von A (wie Altenburg oder Arnstadt) bis Z (wie Zeulenroda-Triebes oder Ziegenrück), ein Stadtbummel durch die rund 120 Kommunen lohnt sich immer. Denn es gibt erheblich mehr touristisch verheißungsvolle städtische Ziele als nur die immer wieder genannten wie Erfurt, Weimar, Gotha, Jena oder auch Meiningen.

Ziegenrück: Wanderhinweis

Neben Auto, Bahn oder öffentlichem Personennahverkehr bieten sich zur Erkundung des Bundeslandes mehr als ein Dutzend Radfernrouten an. Besonderes Augenmerk verdienen hierbei die Radwanderwege an oder entlang der zahlreichen Flüssen wie Saale, Unstrut, Ilm oder Werra.

Radeln um die ca. 170 Seen erweist sich gleichfalls als Hochgenuss. Zu den wohl 20 schönsten gehören u. a. der Stausee Hohenfelden, die Talsperre Schmalwasser, der Bleilochstausee oder aber auch der Haselbacher See.

Den Wanderern hingegen darf die Auswahl unter den knapp 8000 Kilometer Wanderwegen nicht immer ganz leichtfallen. Als besonders bemerkenswert ist diesbezüglich zu nennen der wohl bekannteste, in etwa 170 Kilometer lange „Rennsteig“, ein Höhen- oder Kammweg (zwischen 200 bis 970 Meter Höhenprofil) mit Start in Eisenach, OT Hörschel und Ziel in Blankestein an der Saale – oder umgekehrt. Auf dem „Lutherweg“ können u. a. auf einer West- bzw. Südschlaufe gut 1000 Kilometer erwandert werden. Nicht vergessen wollen wir das gut ausgebaute ungefähr 1600 Kilometer lange Loipen- und Skiwanderwegenetz.

Diese und viele weitere Wandermöglichkeiten verbinden in der Regel auch die vielfältigen Sehenswürdigkeiten. Wandern Sie doch einfach einmal zu den UNESCO-Welterbestätten (Wartburg, Nationalpark Hainich, jüdisch-mittelalterliches Erbe in Erfurt, Bauhausstätte Weimar, Klassisches Weimar), zu den mehr als 400 Burgen, Burgruinen oder Schlössern oder einfach hinauf auf Thüringens höchsten Berg, den Schneekopf mit 978 Meter Höhe. Erholen können Sie sich anschließend problemlos in einem der knapp 20 Heilbäder und Kurorte oder gut 1200 Beherbergungsstätten aller Art.

Bad Blankenburg: Burg Greifenstein

Top 10

DER SEHENSWÜRDIGKEITEN IN THÜRINGEN

1Krämerbrücke Erfurt: Thüringens Landeshauptstadt ist mehr als nur eine Reise bzw. einen mehr oder minder ausgedehnten Stadtrundgang wert. Der Begriff „Furt“ weist auf einen Übergang über den Fluss Gera hin. Heute überqueren die Besucherströme den Fluss eher auf der weltbekannten „Krämerbrücke“, einer 120 Meter langen historischen Brücke, bebaut mit rund 60 schmalen Häuschen. Beim Schlendern durch die Straßen und Gassen des Stadtzentrums stößt man automatisch auf den von prachtvollen historischen Gebäuden eingerahmten Fischmarkt. Er repräsentiert sicherlich einen der sehenswertesten Orte der Stadt neben Domplatz, Synagoge (UNESCO-Weltkulturerbe) und der Festung Petersberg. erfurt-tourismus.de/sehenswertes/kraemerbruecke

2Grenzmuseum Schifflersgrund: Das Museum liegt auf dem ehemaligen Grenzstreifen der früheren innerdeutschen Grenze zwischen Thüringen und Hessen in der Gemeinde Asbach-Sickenberg. Als erstes Grenzmuseum nach Überwindung der deutschen Teilung wurde es am ersten Jahrestag der Wiedervereinigung, also am 3. Oktober 1991 eingeweiht. Zusätzlich zum rein musealen Betrachtungsbereich mit Grenzzaun, Beobachtungsturm, Kontrollstreifen und Kolonnenweg gilt es als Denkmal, Erinnerungsort, Begegnungsstätte und Lernort an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Mediathek, Bibliothek, Videothek, Bildarchiv mit historischen Aufnahmen sowie ein Pressearchiv erweitern und bereichern das informativ pädagogische Spektrum. grenzmuseum.de

3Monumentalbild: Im Panorama Museum in Bad Frankenhausen kann man Werner Tübkes (1929–2004) beindruckendes Werk bestaunen: 75 Szenen und mehr als 3000 Personen aus den Bauernkriegen (1524/1525), mehr als 1700 Quadratmeter bemalte Leinwand, 14 Meter hoch, 123 Meter Umfang, ein Bilddom der Superlative, die „Sixtina des Nordens”. panorama-museum.de/de/monumentalbild.html

4Der Kyffhäuser: Lediglich auf rund 12,5 Kilometer Länge und 5,5 Kilometer Breite erstreckt sich eines der kleinsten Mittelgebirge Deutschlands. Und doch steckt es voller Naturschönheiten, historischem Schwergewicht und nicht zuletzt Mysterien. Geschichtsträchtig und von weithin sichtbar hoch oben auf einem Berg bei Bad Blankenburg entdeckt man mit dem Kyffhäuserdenkmal zwei historische Schwergewichte: Kaiser Wilhelm I (1797–1888) und Kaiser Barbarossa (1122–1190). In Stein gemeißelt bilden sie auch heute noch, der eine zu Pferd, der andere auf seinem Thron, einen nicht zu übersehenden Anziehungspunkt in der weitläufigen Burganlage mit Aussichtsturm und Burgmuseum. kyffhaeuser-denkmal.de

5Weimar und Weimarer Klassik: Die weltberühmten Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) und Friedrich Schiller (1759–1805) verbrachten jeder eine mehr oder minder lange Zeit ihres Lebens in dieser idyllischen Stadt. Museen (zum Beispiel Goethehaus und Schillermuseum) und andere Denkmäler (zum Beispiel Statue vor dem Weimarer Theater) erinnern an diese beiden weltberühmten Persönlichkeiten. Sie repräsentieren am deutlichsten die Periode der „Weimarer Klassik“. Doch damit wäre Weimar nur unvollständig beschrieben. Die beiden Poeten waren natürlich auch eingebettet in eine „geistige Umwelt“, in entsprechende „literarische Gesellschaften“. Kurz gesagt, man stößt hier auf eine ganze Reihe von „Schön- und Weltgeistern“. Es ist wohl nicht übertrieben, dass die kleine Provinzstadt am Ufer der Ilm sich zu einem Mittelpunkt deutscher Kulturgeschichte entwickelte. weimar.de

6GlockenStadtMuseum in Apolda: Eindringlich hörbar schlagen die Glocken in dem 1952 gegründeten Glockenmuseum. Vor den Augen und in den Ohren der Gäste wird die gesamte Kulturgeschichte der Glocke aufgeblättert, von den Anfängen bis in die Gegenwart. Wissenswertes über die Technologie des Glockengießens ergänzt den Rundgang, ebenso wie Exponate zum Glockenschmuck, zur Glockenmusik, zu Läutearten und -ordnungen. Und das Beste: Die meisten dieser mehr als 100 klingenden Ausstellungsstücke können angeschlagen werden. Da kommt man mit einer geschlagenen Stunde wohl nicht ganz aus. Neugierig geworden? glockenmuseum-apolda.de

7Jena: Jena gibt sich den leuchtenden Beinamen „Stadt des Lichts“. Warum? Stolz weist man auf die seit über 150 Jahren entsprechende Kompetenz zu diesem Thema hin. Für den rein optischen Weitblick bietet sich eine Besteigung der drei markanten Stadttürme an: Rathaus, Stadtkirche St. Michael, Jentower. Erweitert man das Spektrum auf optisch-mental, kommt man schnell zu der wohl bekanntesten Jenaer Persönlichkeit der Stadt: Carl Zeiss, der mit seinen Fernrohren, Mikroskopen und Erfindungen zur Fotografie Weltruhm erlangte. Nicht nur das Deutsche Optische Museum legt hiervon Zeugnis ab. jena.de

8Schwarzatal: Das 53 Kilometer lange Schwarzatal liegt unweit des Städtchens Bad Blankenburg, das auch das Tor zum Schwarzatal genannt wird. Das wildromantische Tal samt umliegender Berge und Hügel kann man sowohl bei Wanderungen als auch mit dem Fahrrad bestens erkunden. Als bequemere Alternative bietet sich die Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn an, ein Markenzeichen des Thüringer Waldes (25 Prozent Steigung, 1,4 Kilometer Länge). Besonders schön ist die Fahrt „oben ohne“ mit dem Cabrio-Wagen.

9Meiningen: Die „Musenstadt“ Meiningen kann sich wie kaum eine andere über ein mehr als reichhaltiges Kulturleben erfreuen, in der Vergangenheit wie in der Gegenwart. Dreh- und Angelpunkte sind dabei Schloss Elisabethenburg, das Residenzschloss seit 1692, auch „Musen-Tempel“ genannt, sowie Deutschlands einziges Vier-Sparten-Theater.

10Wartburg: Hoch oben auf dem Felsen wacht die wohl bekannteste Burg Deutschlands über die Stadt Eisenach. Eine rund 1000-jährige Geschichte charakterisiert das UNESCO-Weltkulturerbe. Nicht nur aufgrund ihrer besonderen Architektur, vor allem wegen ihrer historischen Bedeutung und der mit ihr verbundenen Persönlichkeiten gehört ein Besuch auf die Must-do-Liste eines Eisenach-Stadtbesuchs.

Kurioses und Besonderheiten

AUS THÜRINGEN UND UMGEBUNG

Luthermahl: Tafeln wie zu Luthers Zeiten, Lutherschmaus in geselliger Runde in den Lutherstuben (Katharinenstraße 31, Eisenach) mit Musik und Gaukelei wie im späten Mittelalter – so kann man diesen besonderen Abend in aller Kürze bezeichnen. Beim etwa drei bis vier Stunden dauernden Gelage werden Köstlichkeiten wie Pater noster (hausgebackenes Lutherbrot mit Griebenschmalz), Vogelweide (Wildkräutersalat), Wildgetier & Federvieh, Missionarsfleisch (Steak) serviert, „und die Nachspeis sei auf einer Kreidetafel gereicht“; dazu reichlich selbstgebrautes Bier und Met verköstigt. Und wer würde nach dem Festmahl nicht gern Luthers weltbekannter Aufforderung Folge leisten: „Warum rülpset und furzet ihr nicht! Hat es euch nicht geschmecket?“. Tun Sie sich keinen Zwang an! lutherstuben.de

Eisenach – Luthermahl

Luthers Grabplatte: Wer den Innenraum der Stadtkirche St. Michael in Jena besichtigt, wird zu seiner Verwunderung auf Luthers Grabplatte stoßen. Jena und der große Reformator ergeben auf den ersten Blick keine Verbindung. Der zweite Blick erläutert es. Die Platte sollte hier nie aufbewahrt werden, nur als provisorische Zwischenstation. Ein Kette unglücklicher Umstände ließ dieses Kunstwerk nicht an seinen eigentlichen Bestimmungsort, die Schlosskirche zu Wittenberg, gelangen. Fazit: Bekanntlich hält nichts länger als ein Provisorium. stadtkirche-jena.de/geschichte?start=4

Jena – Stadtkirche

„Der Opa von Europa“ „Gotha adelt“, allein schon dieser Titel macht neugierig auf Spurensuche in der damaligen „besseren“ Gesellschaft. Wer sind die ehemals lebendigen Repräsentanten all dieser aristokratischen Anlagen? Als Stammvater gilt Herzog Ernst I von Sachsen-Gotha (1601–1675), auch „Ernst der Fromme“ genannt. In dieser Linie folgten u. a. weitere „Ernste“ sowie „Friedriche“. Indes „Ernst der Fromme“ bleibt letztendlich die Zentralfigur des Barocken Universums. Nicht zuletzt wegen seiner Heiratspolitik wird er auch der „Opa von Europa“ geheißen.

Gotha – Schloss und Park

Wer nunmehr an die heutige Europäische Union denkt, liegt gar nicht so falsch. Des Herzogs Verkupplungstalent führte zahlreiche europäische Adelshöfe zusammen. Und so kommt es, über direkte oder verzweigte stammbaummäßige Jahrhunderte hinweg, dass zum Beispiel Carl XVI Gustaf, König von Schweden, oder Albert II, Fürst von Monaco, letztendlich von jenem „Ernst dem Frommen“ abstammen. Auch in den Adern von Queen Elisabeth II, ehemalige Königin von Großbritannien, floss adliges Blut vom „Opa von Europa“. Diese Liste ließe sich noch um viele bekannte bzw. unbekannte adlige Persönlichkeiten erweitern. Gotha galt in jener Epoche eben als aristokratischer Hotspot europäischen Hochadels. gotha-adelt.de/gotha-adel-europakarte

Dunkles Kapitel in Erfurts Geschichte: Mit „Ausstattungen der besonderen Art“ haben sich in der Nazi-Zeit „Topf & Söhne“ beschäftigt, gelten sie doch als die „Ofenbauer von Auschwitz“ bzw. die „Techniker der Endlösung“. Nicht nur in Auschwitz und anderen Vernichtungslagern installierten sie Krematorien, sondern wirkten auch mit am Bau von Gaskammern, gasdichten Türen und Entlüftungsanlagen. Heute ist in dem Gebäude ein Erinnerungsort eingerichtet: Die über vier Stockwerke verteilten verschiedenen (Dauer-) Ausstellungen erinnern zum Beispiel in Form von historischen Fotografien an die Brennöfen und deren Bauzeichnungen. Auf einer weiteren Etage werden die Geschäftsbeziehungen der Firma zur SS aufgezeigt. Erschütternd sind die Räume mit Hunderten von Ascheurne. topfundsoehne.de/ts/de/index.html

Bratwurstseminar: Das Mühlhausener Bratwurstmuseum bietet diesen mehrstündigen Workshop an, bei dem man – natürlich unter fachgerechter Anleitung – Original Thüringer Bratwurst produzieren und das „Bratwurstdiplom“erwerben kann. In der Bratwurstwerkstatt sind die Rohprodukte und das Handwerkszeug bereitgestellt, um aus groben Fleischstücken und Gewürzen einen Bratwurstteig herzustellen. Feinmechanikerqualitäten sind beim nächsten Schritt gefragt: Wie bekommt man den dicken, zähen Bratwurstteig in den engen, höchst flexiblen Naturdarm? Abschließend zur Examensfeier geht es am zentralen Bratwurststand zu einer grundlegenden, politischen Fortbildung: „Es ist egal, ob arm ob reich, vorm Bratwurstrost sind alle gleich“. bratwurstmuseum.de/seminare

Mühlhausen – Bratwurstseminar

Im Nordwesten Thüringens

Nationalpark Hainich – Baumwipfelpfad

Im Nordwesten Thüringens

  1.Roland – ein Oppositionssymbol: Nordhausen

  2.In Ruhe genießen: Heilbad Heiligenstadt und Worbis

  3.Frühjahrsputz im Himmel: Eichsfeld, Ohmgebirge, Berg Sonnenstein

  4.Begrenzt bis grenzenlos: Schifflersgrund

  5.Luthers ungeliebte Brüder: Mühlhausen

  6.Hier ist alles Wurst: Mühlhausen

  7.Gruppenbild mit Mittelpunkt: Bad Langensalza, Nationalpark Hainich, Hütscheroda, Creuzburg, Niederdorla

  8.Gotha adelt: Gotha

  9.Freudige Erinnerungen – vielleicht: Bad Tabarz, Drei Gleichen, Wechmar

  10.Vive la joie – Es lebe die Freude: Erfurt I

  11.Bemerkenswert Nachdenkliches: Erfurt II

  12.Nie wieder: Erfurt III, Buchenwald

  13.Annähernd vier Kleinigkeiten: Sömmerda, Bilzingsleben, Heldrungen, Oldisleben, Bad Frankenhausen, Sondershausen

  14.Der Rotbärtige als Mysterium: Bad Frankenhausen, Kyffhäuser

1 Roland – ein Oppositionssymbol

NORDHAUSEN