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Das E-Paper „Tinnitus“ stellt in leicht verständlicher Sprache dar, wie ein Tinnitus entsteht, welchen Verlauf die Erkrankung nehmen kann und welche Therapieformen es gibt. In einer ganzheitlichen Betrachtung werden sowohl medizinisch-pharmazeutische Behandlungsformen als auch psycho- und bewegungstherapeutische Ansätze vorgestellt. Ein umfassendes Glossar erklärt die wichtigsten Fachbegriffe.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 36
Veröffentlichungsjahr: 2022
Dr. Eberhard Biesinger, Prof. Dr. Friedrich Bootz
23 Abbildungen
Titelei
Wie entsteht Tinnitus und welche Einflüsse hat er auf mein Leben?
Was ist Tinnitus?
Unkontrollierbares akustisches Signal
Was wissen wir über die Ursachen eines Tinnitus?
Literatur (ausgewählt) zur Tinnitus-Entstehung
Was hat es mit einer Lärmempfindlichkeit (Hyperakusis) auf sich?
Wann ist Tinnitus »chronisch«?
Definition
Praktische Bedeutung
Welche Diagnostik ist sinnvoll?
Was müssen meine Ärzt*innen von mir wissen?
Die Schilderung Ihrer Beschwerden und Anamnese
Die Frage nach der psychisch-seelischen Belastung
Wie steht es um meinen Schlaf?
Welche klinischen Untersuchungen kommen auf mich zu?
Hörprüfung
Tinnitus-Bestimmung
Messung der Mittelohrfunktion
Messung der Innenohrfunktion
Hirnstammaudiometrie (Brainstem Evoked Response Audiometry, »BERA«)
Bildgebung
Weshalb spielen die Halswirbelsäule und das Kiefergelenk eine große Rolle?
Warum sind Hausärzt*innen so wichtig?
Welche Bedeutung haben Patientenhilfe-Organisationen wie z. B. die Tinnitus-Liga?
Literatur (ausgewählt) zur Diagnostik
Welche Bedeutung haben Verarbeitungsmechanismen im Gehirn?
Welche Rolle spielt das Gehirn?
Ablenkung ist wichtig!
Tinnitus kann »gelernt« und damit chronisch werden!
Literatur (ausgewählt) zur zentralen Verarbeitung von Tinnitus
Wie beeinflusst der Tinnitus mein Leben und wie kann ich damit umgehen?
Bewertung und Aufmerksamkeit sind entscheidend!
Das Ziel: Der Tinnitus darf nicht Ihr Leben beeinträchtigen!
Die Rolle von Begleitkrankheiten
Komorbiditäten verhindern eine Gewöhnung (Habituation)
Psychologische Diagnostik und Beratung als Weg aus der Sackgasse
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Was ist zu tun bei einem neu aufgetretenen, akuten Tinnitus?
Akuttherapie beim neu aufgetretenen Tinnitus
Die lokale Applikation von Cortison
Welche Bedeutung haben Körpertherapien und Entspannung?
Bewegungstherapie
Entspannung selbst herbeiführen
Was bedeutet Ablenkung?
Aufmerksamkeitsumlenkung
Akustische Defokussierung
Welche akustischen Hilfsmittel gibt es?
Tinnitus-Geräte
Hörgeräte
»Tinnitus-Instrumente«
Das Cochlea Implantat
Helfen sog. alternative Heilverfahren?
App-unterstützte Verfahren?
Welche Bedeutung hat die psychotherapeutische Hilfe?
Habituation (Gewöhnung) anstreben!
Veränderung des Denkens über Tinnitus
Verhaltenstherapeutische Ansätze sind effektiv!
Bei ernsten psychischen Störungen: gezielte krankheitsorientierte Therapie
Ein Klinikaufenthalt
Literatur (ausgewählt) zur zentralen Verarbeitung von Tinnitus
Glossar
Weiterführende Literatur
Impressum
© chinnarach/stock.adobe.com. Stockphoto – posed by a model |
In diesem Kapitel erhalten Sie einen ersten Einblick in die Tinnitus-Entstehung und Wahrnehmung. Sie erfahren, dass Tinnitus nicht nur ein Problem der Ohren ist, sondern dass Ihr Gehirn entscheidet, ob Sie darunter leiden oder nicht!
Tinnitus oder Ohrgeräusche sind Symptome des Hörsystems, die sehr häufig spontan auftreten. Vorübergehende, nur kurzzeitig anhaltende Ohrgeräusche kennt und erlebt fast jeder Mensch. Von einem Tinnitus spricht man erst dann, wenn diese Geräusche länger anhalten und wenn sie stören oder sogar belasten. Unterschieden wird zwischen dem sehr seltenen objektiven Tinnitus und dem viel häufigeren subjektiven Tinnitus. Beim objektiven Tinnitus stammen die Geräusche z. B. vom Blutfluss im Gefäßsystem oder Muskelzuckungen. Die Quelle der Geräusche kann in diesem Fall durch spezielle Untersuchungen eindeutig festgestellt und lokalisiert werden. Am häufigsten ist der subjektive Tinnitus, bei dem keine innere Geräuschquelle zugrunde liegt.
Für das Gehirn stellt ein Tinnitus zunächst einmal ein neues, unbekanntes akustisches Signal dar. Dies ist wichtig für die Verarbeitung: Alles wofür es für unser Gehirn eine »Erklärung« gibt, kann im Verständnis eingeordnet und kontrolliert werden. Das neue, nicht nachvollziehbare Tinnitus-Signal stellt für unser Gehirn eine zunächst nicht lösbare Aufgabe dar und wird daher stärker »beobachtet«, was es dann auch den Betreffenden lauter wahrnehmen lässt und schlussendlich Ängste und Stress auslöst.
So berichten viele Betroffene, dass sie das Ohrgeräusch im Sommer nicht beachtet hatten, weil sie dachten, es sei Grillenzirpen. Erst im Winter, wenn es kein Grillenzirpen gibt, seien sie auf das fremde Signal in ihrem Kopf aufmerksam geworden und hätten sich Sorgen gemacht.
In den allermeisten Fällen entsteht ein Tinnitus durch krankhafte Veränderungen im Innenohr, seltener durch Störungen der Schallleitung im äußeren Ohr (z. B. Ohrschmalzpfropf) oder im Mittelohr und noch seltener durch Störungen im Verlauf des akustischen Nerven.
Übersicht des Ohrs.
Tinnitus kann an verschiedenen Orten im Ohr entstehen.
(© Axel Kock/stock.adobe.com)
