Tiroler Radlbuch - Brigitte Fitsch - E-Book

Tiroler Radlbuch E-Book

Brigitte Fitsch

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Beschreibung

Radlparadies Tirol! Brigitte Fitsch und Fritz Pellet präsentieren in dieser vollständig überarbeiteten und erweiterten Neuausgabe 80 attraktive Radtouren in ganz Tirol. Von Kurzrunden für Neulinge und gemütlichen Familienausflügen über leichte Mountainbiketouren bis hin zu anspruchsvollen Herausforderungen für Konditionsstarke – in diesem Buch ist sowohl für Anfänger:innen als auch für Profis das Richtige dabei. Bei der Auswahl der Touren haben die Autoren nicht nur auf den sportlichen Anreiz geachtet, sondern auch viel Wert auf das Kennenlernen von Land und Leuten gelegt. So finden sich neben genauen Wegbeschreibungen zu jeder Tour Hinweise zu besonderen kulturellen, landschaftlichen oder kulinarischen Highlights. Auch die Planung mehrtägiger Radtouren fällt durch Informationen über die Kombinationsmöglichkeiten der einzelnen Routen leicht. Dieser praktische Ratgeber macht Lust, die wunderschöne Tiroler Natur auf dem Fahrrad – ob mit oder ohne Motor – zu erkunden! • 80 abwechslungsreiche Radtouren für jedes Niveau • zahlreiche Geheimtipps abseits verkehrsreicher Straßen • familiengerechte Tourenziele • GPX-Files aller Touren zum Download • viele stimmungsvolle Fotos

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

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Seitenzahl: 373

Veröffentlichungsjahr: 2023

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Tiroler Radlbuch – Übersicht

A1 Rund ums Ehrwalder Becken

A2 Durch den Riedboden nach Mittenwald

A3 Haller Stadtbummel

A4 Erkundungen in Kufstein

A5 St.-Johann-Puzzle

 

  1 Schnuppertour ins Lechtal

  2 Durch den Naturpark Tiroler Lech

  3 Dörfertour im oberen Lechtal

  4 Rad(-kul)tour von Holzgau nach Elmen

  5 Auf König Ludwigs Spuren

  6 Durchs Tannheimer Hochtal

  7 Seentour in der Zugspitzarena

  8 Rund um den Thaneller

  9 Entdeckungsreise durchs Stanzertal

10 Auf der Via Claudia durchs Obere Gericht

11 Durchs Zwetschkenparadies

12 Wallfahrt zur Kronburg

13 Stippvisite in Imsterberg

14 Panoramafahrt rund um den Venet

15 Durch die Imster Schlucht

16 Durchs Gurgltal zum Fernsteinsee

17 Auftakt zum Pitztal-Trail

18 Huckepack zu den Steinböcken im Pitztal

19 Rund um den Tschirgant

20 Ötztaltrail für Genussradler

21 Nach Umhausen und drum herum

22 Längenfelder Talbodenrunde

23 Durch Föhrenwald und Apfelgärten

24 Lockruf aufs Mieminger Plateau

25 Besinnlich zum Badesee Mieming

26 Frühlingserwachen im Inntal

27 Von Inzing nach Telfs und auf Umwegen zurück

28 Durchs Gaistal zum Seebensee

29 Auf Ludwig Ganghofers Spuren

30 Grenzerfahrung bei Mittenwald

31 Unterwegs in der Olympiaregion Seefeld

32 Fünf-Seen-Runde

33 Von Kematen nach Inzing – einmal anders

34 Von Innsbruck nach Kematen

35 Sellrainer Höhenrunde

36 Bella Vista – Rangger Köpfl

37 Übers westliche Mittelgebirge

38 Entdeckungsreise durch Innsbruck

39 Mit Weitblick übers östliche Mittelgebirge

40 Landpartie ins Stubaital

41 Auf Umwegen nach Navis

42 Zeitreise im Gschnitztal

43 Über den Lärchenwiesenweg ins Obernbergtal

44 Oh, Martha!

45 Von Innsbruck in die Kristallmetropole Wattens

46 Von Berg zu Berg

47 Gnade dir in Gnadenwald

48 Von Wattens über den Badesee Weißlahn nach Schwaz

49 Fitnesstest Loassattel

50 Tratzbergrunde

51 Rund ums Rofangebirge

52 Von Jenbach nach Rattenberg

53 Auf Nebenstraßen ins Zillertal

54 Über den Kerschbaumer Sattel

55 Alpbachtaler Höhenrunde

56 Zimmermoos-Runde

57 Von Brixlegg zu den Reintaler Seen

58 Radlerparadies Angerberg

59 Wild und schön!

60 Übers Plateau von Bad Häring nach Kufstein

61 Kletterei beim Juffinger Jöchl

62 Sightseeing am Inn entlang

63 Von Niederndorf auf den Erlerberg

64 Ausritt ins bayrische Alpenvorland

65 Panoramatour Niederndorfer Berg

66 Vom Walchsee nach Kössen

67 Unterwegs im Kaiserwinkl

68 Kaiserliche Panoramatour

69 Wo die Kühe baden gehen

70 Von Söll zum Hintersteiner See

71 Rundfahrt um die Hohe Salve

72 Windautal

73 Unterwegs im Spertental

74 Rund um Kitzbühel

75 Auf dem Skulpturenradweg ins Salzburgische

Unterwegs im Oberen Gericht

Vorwort

Eigentlich sind heutzutage Online-Plattformen das Medium der Wahl, wenn man auf der Suche nach einer Tourenbeschreibung ist. Wozu also einen Radtourenführer in Buchform erwerben?

Unsere für dieses Buch durchaus subjektiv zusammengestellte und persönlich sorgfältig erprobte Auswahl an Vorschlägen für unser Lieblingsradrevier Tirol bringt ein differenziertes Bild der Tiroler Radlandschaft zu Papier und aufs Handy. Aber auch unsere Tourentipps allein sind kein Garant für einen gelungenen Radausflug für jedermann/-frau. Sie liefern aber mit Informationen, die über den reinen Wegverlauf und die Höhenmeter hinausgehen, eine gute Planungshilfe. Und eine gute Planung bzw. Vorbereitung eines Radausflugs ist schon ein guter Anfang. Wenn Sie sich wie wir zur Kategorie der Genussradler zählen („schnell genug, um in absehbarer Zeit ein Ziel zu erreichen, aber langsam genug, um viel Interessantes am Wegesrand zu entdecken“), werden Sie auf jeden Fall fündig werden, egal, ob Sie einfachere oder konditionell anspruchsvollere Touren im Visier haben. Denn Kriterium dafür, dass eine Tour hier im Führer aufgenommen wurde, ist ein großteils naturnaher Streckenverlauf möglichst abseits vom motorisierten Verkehr durch eine interessante, abwechslungsreiche Landschaft. Strecken mit Radfahrverbot und knifflige Singletrails oder Querfeldein-Abkürzungen gibt es hier keine, auch haben wir uns bemüht, von Fußgängern stark frequentierte Wege weitgehend auszusparen. Wir sind hier in Tirol wahrlich verwöhnt mit vielfältigen Freizeitangeboten; dass auch attraktive Verkehrswege für Radfahrer:innen in den letzten Jahren zugenommen haben, ist eine Entwicklung, die wir mit Freude zur Kenntnis nehmen!

Inzwischen bietet jede Region Tirols ein vielfältiges Angebot für Radfahrer:innen, ob nun für gemütliche Radwander:innen mit oder ohne E-Bikes oder sportlich ambitionierte Freizeitsportler:innen. Auch der leidige Streit um die Benutzung von Forst- und Feldwegen ist vielerorts durch das Tiroler Radwegmodell beigelegt. In manchen Orten sind Radfahrer:innen aber immer noch sehr wenig bis gar nicht ins Verkehrsgeschehen eingebunden. Für uns als passionierte Radler:innen war und ist es sehr spannend, die Entwicklung einer fahrradfreundlichen Infrastruktur in Tirol mitzuverfolgen. Erfreulicherweise wird immer mehr auch von der öffentlichen Hand darauf reagiert, dass Radfahren nicht nur eine ökologische und gesunde, sondern durchaus auch für alle leistbare und für jedes Alter attraktive Freizeitbeschäftigung ist. Investitionen in diese Richtung kommen also einem Großteil der Bevölkerung zugute!

Genussvolle Fahrt über den Erler Berg

Die Schönheit der Tiroler Landschaft und die kulturellen Besonderheiten unseres Lebensraums kennenzulernen, das macht per Rad besonders Spaß. Jederzeit kann man sein Gefährt anhalten, um ein Detail am Wegesrand näher und mit Muße zu betrachten. Für jede:n, die/der die Augen offen hält, gibt es auf jeder Ausfahrt Interessantes zu entdecken! Neben herrlichen Bergkulissen, duftenden Heuwiesen, malerischen Ortskernen, idyllischen Wiesenwegen, kunstfertigen Marterln und manchmal zum Schmunzeln anregenden Wegweisern sind es vor allem auch Begegnungen mit Menschen, die einen Radausflug zu etwas Besonderem machen: Menschen, die ebenfalls per Rad ihr Freizeitglück suchen, Ortsansässige, die bereitwillig mit Tipps zum besten Gasthaus oder einer Wegvariante weiterhelfen oder einfach nur zu einem kurzen „Ratscher“ aufgelegt sind. Wer offen für derlei Begegnungen ist, wird in jeder Hinsicht mehr erfahren!

Wir wünschen allen Radlern und Radlerinnen, die in Tirol unterwegs sind, viele schöne Erlebnisse!

Brigitte Fitsch und Fritz Pellet

Wie finde ich die passende Radtour?

„Der Zufall begünstigt nur den vorbereiteten Geist.“ Louis Pasteur

Übersichtstabelle

Mit Hilfe der Übersichtstabelle sind die Fakten zu jeder Tour auf einen Blick ersichtlich. Die Angaben zur Tourenlänge und den zu erwartenden Anstiegen sind gerundete Werte. Zeitangaben sind bewusst ausgespart, da zu viele Faktoren die Dauer einer Runde beeinflussen: Das Bedürfnis nach kurzen oder längeren Stopps zum Schauen, zum Sich-Orientieren, zum Verschnaufen, zum Fotografieren oder zum Einkehren ist genauso individuell verschieden wie konditionelle Voraussetzungen. Diese lassen sich zwar mit einem E-Bike ausgleichen, aber auch der elektrische Rückenwind verleiht einem eingefleischten Couch-Potato noch keine Flügel!

Ausgangspunkt/Anfahrt

Wo immer dies möglich ist, beginnen unsere Touren an einem Bahnhof. Die Radmitnahme funktioniert in den Regionalzügen inzwischen ziemlich problemlos, wenn es auch zu Stoßzeiten in den Ferien oder am Wochenende im Radabteil eng werden kann. Für Railjet und Co. ist eine Reservierung für das Fahrrad notwendig! Viele Postbusse haben Radträger montiert, in einigen touristischen Gebieten verkehren zusätzlich Busse mit Radanhängern, auf denen auch E-Bikes problemlos transportiert werden können.

Fast alle unsere Vorschläge sind Rundtouren, deren Ausgangspunkt am Ende der Route ohne Umwege wieder erreicht wird.

Klassifizierung

Zur groben Einschätzung der fahrtechnisch zu erwartenden Schwierigkeit sind die Touren in drei Kategorien (einfach, mittel, schwer) klassifiziert. In Anbetracht der Tatsache, dass ein großer Teil der Tourenradler:innen heutzutage per E-Bike unterwegs ist, sind die Länge der Tour und die zu bewältigenden Anstiege nicht mehr die Kriterien für die Schwierigkeit. Auch eine kurze Tour kann durch steile Abfahrten und/oder grobschottrige Wegabschnitte sehr herausfordernd sein und deshalb mit Stufe 3 klassifiziert sein! Im Gegenzug dazu erfordert eine lange Runde auf großteils asphaltierten Wegen mit dem E-Bike zwar auch etwas Ausdauer, setzt aber keine besondere radlerische Erfahrung voraus. Details zu den einzelnen Punkten sind aus der Tourentabelle, dem Höhenprofil und der Wegbeschreibung ersichtlich. Nach wenigen gefahrenen Touren wird jede:r für sich entscheiden können, was ihrem/seinem Level entspricht.

A Anfängertouren: besonders, aber nicht nur für ungeübte Radler:innen geeignet

1

keine fahrtechnischen Herausforderungen sind zu erwarten

2

für durchschnittlich sportliche Radler:innen gut zu bewältigen

3

für ambitioniertere Tourenradler:innen mit etwas Erfahrung gut zu schaffen

Anfängertouren

Um Radneulingen die Suche nach einer für sie geeigneten Tour zu erleichtern, haben wir fünf kurze, flache und abwechslungsreiche Runden über Tirol verteilt an den Anfang gestellt. Unsere Anfängertouren sollen helfen, den „inneren Schweinehund zur Schnecke zu machen“, und gleichzeitig verhindern, dass sich stattdessen ein Muskelkater breitmacht. Ob eine Radtour Spaß macht, hängt nämlich bei weitem nicht von der Länge der Fahrstrecke ab!

Radtransport mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist inzwischen vielerorts möglich

Pitztalradweg bei Plangeross

Höhenprofil

Das Profil der Tour gibt Auskunft über das Ausmaß und die Verteilung der zu erwartenden Anstiege und Abfahrten. Mit ein wenig Erfahrung kann man so aus dem Tourenprofil den voraussichtlichen Kraftaufwand besser abschätzen. Die Schattierung informiert zusätzlich darüber, ob mit Schotter (weiß) oder Asphalt (grau) zu rechnen ist. Mit Hilfe der Nummern im Profil lassen sich markante Punkte besser auf der Tourenskizze lokalisieren. Bei den Anfänger- und anderen flachen Touren haben wir auf das Höhenprofil verzichtet.

Tourenskizze – analog und digital

Das wichtigste Instrument, um sich ein Bild von der angepeilten Radtour zu machen, ist neben dem Höhenprofil die Tourenskizze. Sie ist schon bei der Planung für die grobe Orientierung hilfreich und kann auf einen Blick darüber Auskunft geben, was in Worten oft nur umständlich zu erklären ist. Die abstrahierte Darstellung lenkt den Blick auf das Wesentliche. Die angeführten Zahlen sind Querverweise auf das Profil, weitere Symbole für den Ausgangspunkt, die Fahrtrichtung, Gasthöfe und andere Attraktionen am Weg runden die Info ab.

Tipp: Wer sich schon vor der Tour die Orte einprägt, durch die die Route führt, wird sich auf der Fahrt wesentlich leichter und schneller orientieren können, weil relevante Wegweiser genutzt werden können!

Mit dem im Buch abgedruckten QR-Code können Sie sich den GPS-Track zu jeder Tour auf Ihr Smartphone laden und unterwegs auch knifflige Details in der Routenführung besser einsehen. Dazu benötigen Sie lediglich einen GPX-Viewer (idealerweise auch offline verfügbar), der einmal am Gerät installiert werden muss (z. B. OsmAnd, zu finden im Google Play-Store).

Wegverlauf

Die Beschreibung des Wegverlaufs einer Tour ist eine Gratwanderung. Erfahrene Kartenleser:innen werden die Beschreibung zum Wegverlauf kaum brauchen, um sich orientieren zu können. Andererseits lassen sich auf einem kleinen Kartenausschnitt eine verwinkelte Wegführung durch einen Ort oder der Zustand des Weges kaum zeigen. Wir haben uns bemüht, unsere Tourenvorschläge so detailliert wie notwendig und so kurz wie möglich mit Informationen auszustatten. Die Mischung aus zur Orientierung hilfreichen Fakten und subjektiv erlebten Eindrücken vom Wegverlauf ist vielleicht etwas holprig zu lesen, lässt sich aber auf wenig Platz kaum besser bewerkstelligen. Markante Punkte sind im Text fett gedruckt.

Zusatzinfos/Infokästen

Die wenigsten Radler:innen, die sich einen Tourenführer besorgen, werden ihn wohl dazu nutzen, um möglichst schnell von A nach B zu gelangen oder neue Trainingsreviere auszumachen.

Zu einer schönen Radtour gehört deshalb mehr als nur ein gut markierter Weg. Ein netter Rastplatz, ein gemütliches Gasthaus oder eine interessante Besonderheit am Weg lassen einen Ausflug zu einem Erlebnis werden, an das man gerne zurückdenkt. Manchmal ist es auch eine bestimmte Information vorab, die die Aufmerksamkeit für Kleinigkeiten unterwegs schärft, die man sonst nicht wahrgenommen hätte. Die sehr subjektiv gewählten Zusatzinfos sind in diesem Sinn zu verstehen, der Verweis auf einschlägige Homepages kann z. B. aktuelle Öffnungszeiten oder Eintrittspreise liefern.

Kombinationsmöglichkeiten

Wir haben die Touren bewusst so angelegt, dass sie sich miteinander kombinieren lassen und sich so eine deutlich anspruchsvollere Tagestour oder vielleicht sogar eine Mehrtagestour ergibt.

Warum also nicht einmal ein Radl-Wochenende oder gar einen Radlurlaub in einem Teil Tirols verbringen, den man noch nicht so gut kennt? Übernachtungsmöglichkeiten sind in unserem touristisch bestens ausgestatteten Land überall auch kurzfristig zu finden, die Anreise lässt sich meist sogar mit der Bahn oder dem Postbus organisieren. Ein paar Beispiele seien hier vorgeschlagen:

•  Für Genussradler:innen sehr zu empfehlen sind das Lechtal und die angrenzenden Gebiete im Außerfern. Die im Buch vorgestellten Touren 1 bis 6 lassen sich sehr gut miteinander kombinieren bzw. je nach Anspruch verkürzen oder verlängern. Praktisch ist mitunter auch der Radtransport mit den Postbussen.

•  Das mittlere Oberinntal (Touren 10 bis 13) hat viel mehr an Attraktionen zu bieten, als man vermuten würde. Kombiniert mit Abstechern aufs Mieminger Plateau, ins Gurgl- oder Ötztal (Touren 19 bis 26) eröffnet sich ein wahres Radl-Eldorado.

•  Noch weniger Höhenmeter erwarten Radler:innen im Unterinntal. Dabei muss man sich nicht mit dem Inntalradweg begnügen. Das Zillertal wartet mit malerischen Weilern und Nebensträßchen auf, das Plateau mit den Reintaler Seen ist viel weniger hoch über dem Inntal, als man glauben würde. Und weil’s so schön ist, lassen wir uns im Osten durch die Staatsgrenze nicht einbremsen und erkunden auch unsere bayrische Nachbarschaft (z.B. Touren 52, 53, 57, 58, 60 und 61)!

Radtrasse der Via Claudia beim Schloss Fernstein

•  Der Kaiserwinkel, also das Gebiet um St. Johann und Kössen, wird nicht umsonst alljährlich von tausenden Radsportbegeisterten besucht. Auch hier lassen sich viele Tourenvorschläge (z. B. Touren 66 bis 69) wunderbar miteinander kombinieren, ganz nach Lust und Laune!

Danksagung

Zu guter Letzt möchten wir uns ganz herzlich bei unseren Radlfreund:innen bedanken. Sie haben uns ermutigt und motiviert, die Überarbeitung des Tourenbuches in Angriff zu nehmen, sie haben zwischen Sommer 2021 und 2022 exemplarisch Touren getestet, uns auf Unstimmigkeiten aufmerksam gemacht und unsere Recherchen mit ihren persönlichen Tipps bereichert. Danke an Ilse und Manfred Kraml, Barbara und Michael Kuhn, Sibylle Kurze, Martina Mayr, Monika Mores, Carol und Franz Prantner, Judith und Florian Rabl sowie Siglinde und Martin Steiner.

A1

Rund ums Ehrwalder Becken

Imposanter Blick auf die Zugspitze von Lermoos aus

Das Ehrwalder Becken ist ideal für gemütliches Radfahren: gut ausgeschilderte, ebene und glatte Wege, herrliches Panorama rundherum und prächtige Natur zum Greifen nahe. Unser Tourenvorschlag ist nur eine Möglichkeit, das Becken zu umrunden, es gibt zahlreiche Alternativen und man sollte sich einfach treiben lassen! Keine Angst, richtiggehend verirren kann man sich hier nicht, die umgebenden Bergspitzen erleichtern die Orientierung.

Ausgangspunkt: Bahnhof in Ehrwald |Tourenlänge: 11 km |Anstiege: ca. 50 Hm

Bemerkenswertes: Heimatmuseum in Ehrwald |Bademöglichkeit: siehe Tipp!

Einkehrtipps: diverse Gastbetriebe im Zentrum von Ehrwald, das Walters beim Biberhof-Camping, WAS cooking (Schmitte) in Biberwier

Wegbeschreibung: Von der östlichen Seite des Bahnhofs in Ehrwald hinunter zur Tankstelle an der Hauptstraße. Diese nach schräg rechts überqueren, um auf dem Radweg der Loisach entlang ein Stück ins Moos hineinzuradeln. Bei der nächsten Abzweigung nach links und im Zickzackkurs des Feldweges zwischen Wiesen und malerischen Heustadeln, stets die Gipfel der Zugspitze und der Sonnenspitze vor Augen, erst noch flach, aber zum Schluss dann doch kurz merklich ansteigend hinauf zum Ortszentrum von Ehrwald, wo man vielleicht einen Abstecher zum belebten Kirchplatz in Erwägung ziehen sollte. Unsere Route verläuft nun ein kurzes Stück auf der Hauptstraße, aber vor dem Restaurant Grüner Baum geht’s wieder über den Kirweg hinunter ins Moos. Beim „Haus im Moos“ dann nach rechts auf einem schmäleren Wiesenweg weiter zwischen den Wiesen Richtung Biberwier hin. Wir streifen den Ortsteil Weidach und radeln nach rechts hinüber zur Loisach und dieser entlang zum Weiler Schmitte. Dort kreuzen wir die L391 und fahren weiter auf dem Via-Claudia-Radweg am Campingplatz vorbei (Achtung, hier nicht den Schildern Lermoos folgen) nach Biberwier. Bei der Weggabelung, wo der Radwegweiser nach links zeigt, fahren wir aber rechts um einen Hügel herum, hinter der Kirche vorbei und kommen so über ein schmales Gässchen zur Kreuzung der L71 mit der L391. Hier wählen wir die Straße Richtung Lermoos. Aber schon nach ca. 100 Metern verlassen wir diese wieder, und bei den letzten Häusern von Biberwier biegen wir nach links vom asphaltierten Weg auf einen Schotterweg ab, der uns am Rand des Beckens nach Lermoos hinüber bringt. Erst bei den Häusern von Lermoos ist der Weg wieder asphaltiert, und bevor er unter der Terrasse eines Hotels verschwindet, rollen wir wieder hinunter zum Talboden. Bei der Einmündung in den Moosweg rechts einbiegen. Bei der nächsten Weggabelung rechts und nach der Brücke über einen kleinen Bach links und immer dem Bachlauf folgend zum Radweg, der am Ufer der Loisach in Richtung Bahnhof Ehrwald führt. Bei der nächsten Brücke sollte man aber die Seite wechseln, um direkt zur am Anfang der Runde passierten Kreuzung bei der Tankstelle zu gelangen und so geradeaus zum Ausgangspunkt zu kommen.

Autofreies Radlerglück im Erwalder Moos

Tipp: Wer Lust auf mehr bekommen hat und auch bereit ist, ein bisschen kräftiger in die Pedale zu treten, kann auf dem gut bezeichneten Radweg von Biberwier aus zu den Loisachquellen und zum idyllisch gelegenen, relativ warmen Mittersee weiterradeln und dort sogar baden (ca. 100 Höhenmeter, vier Kilometer). Die Rückfahrt am Weißensee vorbei auf der Autostraße verläuft dafür ausschließlich abwärts!

Natur pur am Fuß der Zugspitze: Im gesamten Bereich des Ehrwalder Beckens fließen von den umgebenden Hängen Wasserläufe zusammen, die früher größtenteils im Moor versickerten. Heute erfolgt die Entwässerung zum Teil über die zahlreichen Entwässerungsgräben, die in die regulierte Loisach münden. Die Gräben wurden in der Vergangenheit gegraben, um eine leichtere Bewirtschaftung der nassen Wiesen zu gewährleisten. Heute vermindert sich die Zahl der gemähten Flächen immer mehr, was zu einer vermehrten Verbuschung führt. Trotz dieses Umstandes findet man im zentralen Teil des Feuchtgebietes noch ein Übergangsmoor und Pfeifengraswiesen, kleine bewaldete Hügel ragen über die ebene Moorfläche hinaus.

A2

Durch den Riedboden nach Mittenwald

Karibikblaue Isar bei Scharnitz

Kurze, annähernd flache Rundfahrt ohne Autoverkehr mit Erweiterungspotenzial. Die Landschaft zwischen Scharnitz und Mittenwald ist ein Naturparadies mit zwei interessanten Gesichtern und viel Platz zum Verweilen und Spielen. Perfekt für heiße Sommertage oder einen Ausflug mit Kindern!

Ausgangspunkt: Bahnhof Scharnitz |Tourenlänge: 15 km |Anstiege: 50 Hm

Erweiterungsmöglichkeiten:

•    Kinderspielplatz und diverse Sportmöglichkeiten beim Sportplatz Riedboden

•    Zugang zur Geisterklamm (www.alpenwelt-karwendel.de/leutascher-geister-klamm-mittenwald)

•    Geigenbaumuseum im malerischen Ortszentrum von Mittenwald (www.geigenbaumuseum-mittenwald.de/)

Einkehrtipps: griechisches Restaurant Saloniki beim Sportplatz am Riedboden und zahlreiche bodenständige Wirtshäuser in Mittenwald

Wegbeschreibung: Vom Bahnhof in Scharnitz kurz entlang der Geleise Richtung Seefeld und bei der Einmündung in die Querstraße rechts hinüber zur Hauptstraße. Diese überqueren und an der Raiffeisenbank vorbei auf dem Schanzweg zur Isar hin. Dort auf der markierten Radroute weiter, unter der Umfahrungsstraße durch und über die Isar. Im Wald über die „grüne Grenze“ Richtung Mittenwald. Vorbei am Radlerparkplatz auf dem Isarweg durch den lichten Kiefernwald mit einfachem Zugang zu den Schotterbänken am Flussufer, wo es sich lohnt, einen ersten Stopp einzulegen und die Gedanken mit dem türkisgrünen Wasser treiben zu lassen.

Der Isarweg mündet kurz vor dem Sportplatz im Ried in den Weg durch den Riedboden, auf dem wir später zum Ausgangspunkt in Scharnitz zurückkehren. Vorerst geht es aber weiter Richtung Mittenwald, vorbei am Sport- und Kinderspielplatz und einem einladenden griechischen Restaurant.

Wem es nach noch mehr echt bayrischem Ambiente ist, dem schlagen wir hier eine kurze Rundfahrt durch Mittenwald vor: Vom Sportplatz dem Sträßchen weiter bis zur Brücke über die Isar folgen und gleich danach in den markierten Radweg nach links einbiegen. Durch eine Wohnsiedlung gelangen wir zur Hauptstraße, überqueren auf dieser wieder die Isar und biegen nach ca. 100 Metern nach rechts in den Mühlenweg ab. Beim Haus Rosenwirth links in die Straße Beim Birnbaum einbiegen. Weiter über den Mauthweg zur Albert-Schrott-Straße. Vor einem kleinen Parkplatz dann links zur Hauptstraße und dort abermals links zum Dekan-Karl-Platz, wo wir rechts abbiegend ins malerische Zentrum von Mittenwald eintauchen (Geigenbaumuseum). Bei der Kirche wieder links zum Ortsteil Gries hin. Dort an der überdimensionalen Geige rechts vorbei und über die Frühlingsstraße durch eine Siedlung zum Ferchenseeweg.

Damit sich die Rundfahrt durch Mittenwald schließt, biegen wir hier wieder links ab und kommen so beim Gasthaus zur Römerschanz zurück zur Hauptstraße, wo wir nach rechts einbiegen, um zur Brücke über die Isar zu gelangen. Nach der Brücke gleich rechts in die Siedlung und auf dem schon vom Beginn der Tour bekannten Weg zum Sportplatz und weiter zum Riedboden.

Für den Rückweg vom Riedboden nach Scharnitz geht’s diesmal durch eine parkähnliche Landschaft. Nach der Weggabelung mit dem Isarweg schlängelt sich der breite Schotterweg annähernd flach nach rechts weiter zwischen blumenreichen, naturbelassenen Magerwiesen und knorrigem Baumbestand. Ein winziger Weiher mit Bankl lädt nochmal zu einem Stopp ein, bevor die Runde wieder in den Isarweg mündet und auf der gleichen Route wie am Beginn durch Scharnitz zurück zum Ausgangspunkt führt.

Mittenwald – ein Städtchen mit bayrischem Flair

A3

Haller Stadtbummel

Oberer Stadtplatz im mittelalterlichen Hall

Der Reiz der größten Altstadt Westösterreichs ist unbestritten, aber das pittoreske Kleinod hat auch ein lebendiges, zeitgenössisches Antlitz. Wir nähern uns dem historischen Zentrum vom Inn her, passieren aber auch bedeutende Produktionsstätten und herausragende moderne Bauten, die mit Hall eng verbunden sind. Ein erstklassiger Kaffee in netter Atmosphäre ist uns auch sicher!

Ausgangspunkt: Bahnhof Hall in Tirol |Tourenlänge: 10 km |Anstiege: 50 Hm

Bemerkenswertes: wunderbare Altstadt, bemerkenswerte Familienbetriebe mit interessanter Geschichte und Bauwerke des „neuen“ Hall

Einkehrtipps: Restaurant Geisterburg in der Agramgasse, Flos coffee & bagels – kleines, aber feines Café in der Krippgasse

Wegbeschreibung: Vom Bahnhof in Hall den Radwegweisern Richtung Norden durch die Bahnhofstraße folgen, die Bundesstraße überqueren und links der Tankstelle ein kurzes Stück geradeaus weiter. Dann nach links zuerst in die Kugellagergasse, dann in die Fassergasse abbiegen. Bei der Bushaltestelle Brixner Straße nochmals links in die gleichnamige Straße abbiegen, um von hier dann durch das architektonisch interessante, moderne Betriebsgelände der „Ur-Haller“ Verpackungsfirma Dinkhauser (www.dinkhauser.com/170-jahre-menschen-und-geschichten/) zur Triendlstraße zu kommen. Dort treffen wir auf das nächste Haller „Markenzeichen“: Die Produktionsstätte der Firma Hörtnagl, ein Familienbetrieb mit über 150 Jahren Firmengeschichte und Marktführer in der Herstellung von erstklassigen Wurst -und Fleischwaren aus regionalen Zutaten, ist erst 1996 von Innsbruck hierher übersiedelt (www.hoertnagl.at). Unglaubliche 15.000 Frankfurter werden täglich hier erzeugt! Bevor uns der Appetit übermannt, geht’s aber den Radwegschildern folgend parallel zur Innsbrucker Straße weiter. Dort, an der Hauptstraße, befinden sich die Haller Röhrenwerke (https://trm.at), die 1947 vom Sohn des berühmten Architekten Clemens Holzmeister gegründet wurden und heute ein absolut innovativer und international agierender Betrieb sind.

Beim Kreisverkehr folgen wir den Radwegschildern zuerst in die Lorettostraße, dann durch die Unterführung der Innsbrucker Straße und der Bahnlinie. Hier können wir dank eines Graffiti-Projekts der Haller Mittelschule in die Gedankenwelt der hiesigen Teenies eintauchen. Danach folgen wir den Radwegschildern nach rechts zum Inn hin, überwinden eine etwas umständliche Barriere am Geleise zu den Gewerbebetrieben und fahren nun auf einem Schotterweg nach links direkt am Inn durch die Obere Lend (nach rechts wäre die Anbindung zum Radweg nach Innsbruck!). Zuerst geht’s dabei beschaulich auf einem Schotterweg durch die Innauen, dann auf der Nebenstraße südlich des Bahnhofs entlang zur leicht übersehbaren Unterführung nach Hall hinein (rechts führt eine überdachte Holzbrücke über den Inn zum Inntalradweg Richtung Osten).

Freiluftinhalatorium vor modernem und historischem Kurhotel

Aus der Unterführung auftauchend erblickt man schon die stattlichen Türme von Hall vor den markanten Felsen des Karwendels, die das Inntal nach Norden abschirmen. Wir radeln nach links weiter und folgen dann den Radschildern zum Münzertor. Davor nach links zum Salinenpark und nach rechts weiter auf der Busspur zum Unteren Stadtplatz. Hier gibt es eine Fußgänger-Unterführung unter der Straße durch hinüber zum an den Hang geschmiegten Teil der Altstadt. Bei der Buchhandlung Riepenhausen biegen wir nach links in die Salvatorgasse ab und tauchen so endgültig ins historische Hall ein. Bevor wir auf den verkehrsreichen Stadtgraben treffen, biegen wir im spitzen Winkel ein kurzes Stück steil aufwärts in die Ritter-Waldauf-Gasse ein, die uns zur prächtigen Pfarrkirche führt (unbedingt einen Blick hineinwerfen). Um die Kirche herum kommen wir zum Oberen Stadtplatz, dem Zentrum der Altstadt. Das Rathauscafé ist hier nur eine der vielen einladenden Einkehrmöglichkeiten mit Ausschank im Freien, wo man dem regen Treiben zuschauen könnte. Wir überqueren aber vorerst den Platz und gelangen über die Rosengasse in die Schulgasse mit dem Bezirksgericht und radeln von dort nach rechts aus der Altstadt heraus. Um dem Verkehr auf der hier schmalen Milser Straße auszuweichen, durchqueren wir zuerst den Stiftsgarten, dann einen Parkplatz, um schließlich am Bezirkskrankenhaus und dann an den modernen Gebäuden der UMIT, der Tiroler Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften (https://www.umit-tirol.at), vorbeizuradeln. Bald weisen uns die grünen Radschilder durch die Faistenbergerstraße ein kurzes Stück steiler aufwärts. Gleich biegen wir aber nach links in die Kaiser-Max-Straße ein (Fahrradstraße), auf der wir wieder nach Westen radeln. Am Campus-Hotel der UMIT und der Handelsakademie geht’s vorbei, bevor wir nach links in die Thurnfeldgasse abwärts einbiegen (vor der markanten, ziegelgedeckten Gartenmauer des Klosters der Kreuzschwestern). Wir passieren die Gebäude des Psychiatrischen Krankenhauses, aber auch das legendäre ParkInn-Jugendzentrum. Vorbei am noblen Parkhotel und dem Kurhaus kommen wir zum Stadtgraben. Bevor wir gegenüber wieder in die engen Gassen der Altstadt eintauchen, ist ein kurzer Abstecher nach rechts, am Kurhaus vorbei, ein Muss! Einerseits hat man von hier den besten Blick auf die beiden spektakulären Türme des Parkhotels (der zeitlose weiße Welzenbacherturm – benannt nach dem bekannten Architekten Alois Welzenbacher – und der als Kontrapunkt inszenierte moderne Glasturm der Architekten Dieter Henke und Marta Schreieck), andererseits kann man hier das Freiluftinhalatorium entdecken!

Kleine Stadt und große Zahlen: Die geschmackvollen Bauten der Haller Altstadt zeugen von der Vergangenheit als wohlhabende Stadt: Hall wurde im Mittelalter durch die Salzgewinnung zum bedeutendsten Wirtschaftsplatz Nordtirols. Die Stadt war bereits im Mittelalter ein wichtiger Warenumschlagsplatz für den Handel auf dem Inn, die landesfürstliche Münzstätte, die ab Mitte des 15. Jahrhunderts in Hall angesiedelt war, trug wesentlich zum weiteren wirtschaftlichen Aufschwung bei.

Die Hochblüte des Salzbergbaus in Hall lag im 16. Jahrhundert. Die 17.000 Tonnen Salz pro Jahr brachten den Tiroler Landesfürsten damals einen höheren Erlös, als über Silber- und Kupferbergbau erwirtschaftet wurde. Aus 1500 Metern Seehöhe gelangte die aus dem Gestein gewonnene Sole über eine acht Kilometer lange Holzrohrleitung bis zu den vier Sudhäusern in der Lend im heutigen Hofratsgarten. Dort waren allein 200 Menschen damit beschäftigt, das Holz für die Sudhäuser herbeizuschaffen. Aus einer Quelle von 1293 geht hervor, dass schon damals 2500 Baumstämme pro Woche (für 80–150 Kilogramm Salz wurde ein Raummeter Holz verheizt) aus dem Oberinntal nach Hall geflößt wurden. Im 18. Jahrhundert waren die Holzvorräte in Innnähe bis ins Engadin erschöpft, Holz wurde schließlich durch Kohle ersetzt. Der Betrieb wurde immer weniger konkurrenzfähig, aber erst 1967 gänzlich eingestellt.

Heute ist Hall eine pulsierende Kleinstadt mit großen Firmen:Neben täglich bis zu 110 Tonnen Nudeln oder 15.000 Paar Frankfurter Würstln aus Hall gehen von hier auch Rohre in die Welt, sei es, um eine Region mit Trinkwasser zu versorgen (zum Beispiel in der Region Altai/Mongolei) oder die Schneesicherheit in Schigebieten sicherzustellen.

Klostergarten der Kreuzschwestern

Auf der anderen Seite des Stadtgrabens wartet nun endlich viel Genuss auf uns: In der malerischen Agramgasse lädt die Geisterburg durch ein überwachsenes Tor in den Gastgarten des beliebten und vielbesuchten Restaurants, ein Stück weiter geradeaus in der Krippgasse gibt es im „Flos“ nicht nur den besten Kaffee, sondern ebenfalls einen besonders anheimelnden Gastgarten. Unser Tipp, um die Radlrunde durch Hall gemütlich ausklingen zu lassen!

Zurück zum Bahnhof geht’s weiter durch die Krippgasse, über den vielbefahrenen Stadtgraben drüber und geradeaus weiter (hier weist ein Radwegweiser schon auf den Bahnhof hin). Durch die Kathreinstraße, am Gymnasium der Franziskaner vorbei und bei der nächsten Kreuzung links abwärts, um gleich wieder nach rechts in die Recheisgasse einzubiegen. Über die Schweygerstraße am nächsten Haller Traditionsunternehmen Recheis-Nudeln (lesenswerte Firmengeschichte! www.recheis.com) vorbei, kurz rechts in die Fassergasse, um dann durch die Amtsbachgasse und bei der Ampel schräg rechts durch die Bahnhofstraße zum Ausgangspunkt zurückzugelangen.

A4

Erkundungen in Kufstein

Radler:innenfreundliches Kufsteiner Stadtzentrum

Mit der kleinen Stadtrunde per Rad lässt sich die „Perle Tirols“, wie sie im bekannten Kufsteinerlied besungen wird, ganz entspannt von verschiedenen Blickwinkeln kennenlernen: Die ländlich-bäuerliche Seite in Morsbach, bei der international renommierten Manufaktur Riedl schauen wir den Glasbläsern über die Schultern und auf der Festung kann man täglich der riesigen Freiluftorgel lauschen. Ob man die Tour im touristischen Stadtzentrum oder im ruhigen Stadtpark ausklingen lässt, beides ist reizvoll!

Ausgangspunkt: Bahnhof Kufstein |Tourenlänge: ca. 10 km |Anstiege: ca. 50 Hm

Bemerkenswertes: beeindruckende Architektur im historischen Zentrum, Festung Kufstein incl. Heldenorgel (siehe Kasten) und Festspielarena, Glasmanufaktur Riedl

Einkehrtipps: Wer es rustikal mag, kehrt im Auracher Löchl in der Altstadt ein, hier soll auch das bekannte Kufsteinerlied entstanden sein. Heute noch lassen uns zünftige Trinksprüche dort schmunzeln. Viele Straßencafés am unteren Stadtplatz und am Fischergries laden ebenfalls zum Verweilen ein.

Wegbeschreibung: Vom Vorplatz des Bahnhofsgebäudes führt am westlichen Ende eine luftige Fußgänger-/Radbrücke (Zugang über Lift oder Treppe) über die Geleise zum höher gelegenen Stadtteil Zell. Schön ist der erste Blick von hier zur nun hinter uns liegenden Festung! Am Ende der Überführung in Zell gleich nach rechts weiter bis zur Pfarrkirche, dort links vorbei und geradeaus unter der Bundesstraße durch. Danach leiten uns schon große Wegweiser nach rechts Richtung Morsbach weiter. Hat man dann auch noch die Autobahn unterquert, landet man ganz unvermittelt in einem ländlichen Idyll. Die kleine Sebastianskapelle lädt mit einem Bankerl im Schatten zu einer ersten Verschnaufpause. Nachdem der bäuerlich geprägte Weiler durchquert ist, folgen wir einem asphaltierten Weg nach links auf die Wiesen hinaus, wo man über friedlich weidende Kühe hinweg wieder auf die Festung blickt. Nach dieser kurzen, ländlich angehauchten Schleife gelangen wir unter der Autobahn durch wieder zurück nach Zell. Geradeaus die L211 überqueren und nach dem Friedhof nach links zur Wallfahrtskirche Maria Hilf. Wir fahren um das barocke, kleine Gotteshaus rechtsherum und gelangen am Fuß des Zeller Bergs entlang schließlich nach einer kurzen Abfahrt durch eine schmale Unterführung für Fußgänger und Radler direkt zum Inn hinunter. Ein kurzes Stück hier auf dem Radweg flussabwärts, dann über die Radlbrücke auf die andere Innseite. Schließlich dort immer auf der Innpromenade dem Fluss entlang, bis wir direkt an den Festungsberg stoßen. Hier biegen wir nach rechts ab, überqueren die vielbefahrene Straße nach der Bushaltestelle (Fuß- und Radwegübergang) und werden hier schon von den Wegweisern der Glasmanufaktur Riedl empfangen. Diesen folgen wir auf der Weissachstraße stadtauswärts (tlw. Radmarkierungen am Boden) bis zum stylisch gestalteten Riedl-Komplex. Hier kann man nicht nur im Shop einkaufen, sondern sich auch in einer Ausstellung über Geschichte und Fakten des Glasmachens informieren und sogar den Glasbläsern direkt über die Schulter schauen. Ein wirklich lohnender Stopp!

Für den Weg zurück radeln wir von hier noch 100 Meter weiter auf der Weissachstraße, bis uns links der Ludwig-Weinold-Weg an den Rand einer Siedlung bringt. Von hier geht’s nun ca. 1,5 Kilometer mehr oder weniger geradeaus zuerst über einen kleinen Wiesensteig zurück Richtung Stadt. Dieser Steig mündet im Siedlungsgebiet in den Locherweg, weiter geht’s in die Jahnstraße und schließlich in die von Bäumen gesäumte Maximilianstraße (Radachse 1). Kurz nach einer Weggabelung mit denkmalgeschütztem Baum und Trinkbrunnen geht’s dann nach links etwas abwärts direkt ins Zentrum. Davor biegen wir aber bei der nächsten Gelegenheit nochmals nach rechts ab, um dann gleich zwischen den mondänen Gebäuden von Landesmusikschulen, Stadtarchiv und FH am schönen grünen Stadtpark/FH-Campus vorbei zum Kreisverkehr am Franz-Josef-Platz zu gelangen. Wir drehen eine Runde im Kreisverkehr und gelangen nach wenigen Metern auf der Hans-Reisch-Straße auf den Oberen Stadtplatz. Zahlreiche beeindruckende Gebäude rahmen den Platz ein, von dem aus man zur Festung aufsteigen oder zum quirligen Unteren Stadtplatz abfahren kann (Fußgängerzone, Radfahren im Schritttempo erlaubt). Dort am unteren Ende (wo man auch geradeaus direkt über den Inn zum Bahnhof zurück gelangen könnte) zweigt links die touristisch rustikale Römerhofgasse mit Batzenhäusl und Auracher Löchl ab oder rechts der Durchgang durch das Stadttor/Bastei hinaus zum Fischergries und zum Radweg am Inn. Auf diesem radeln wir noch bis zur Radlbrücke bei der Kufsteinarena, überqueren hier den Inn und gelangen flussaufwärts mit schönen Ausblicken über den Inn, auf die Altstadt und zur Festung wieder zur Bahnhofsbrücke. Nach der Radweg-Unterführung geht’s scharf rechts direkt zum Bahnhofvorplatz hinauf.

Die Festung Kufstein hoch über Stadt und Inn

Die Kufsteiner Heldenorgel: Die Heldenorgel, auf der jeden (!) Tag um zwölf Uhr ein Organist die 4.948 Pfeifen und 46 Register zum Klingen bringt, incl. das „Lied vom guten Kameraden“, ist seit über 90 Jahren ein Teil der Identität dieser Stadt. Im Sommer 2022 ist wieder einmal eine Diskussion darum entbrannt.

Nach der völkischen Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten hat man die Zweckbestimmung des Instrumentes nach dem Zweiten Weltkrieg geändert. Die aktuelle Version geht auf Ex-Bürgermeister Dr. Siegfried Dillersberger zurück: „Ursprünglich zum Gedenken der Opfer des Ersten Weltkrieges errichtet, gedenken wir heute beim täglichen Spiel der Opfer aller Kriege und Gewalt und wollen diese Freiorgel als Mahnmal für den Frieden und die Völkerverständigung verstanden wissen.“

So hehr diese Worte sind, so wenig ging diese Änderung der ursprünglichen Bestimmung mit einer historischen Aufarbeitung einher. Besucher:innen der Festung erfahren nichts über die problematische Geschichte. Sosehr Kufstein in den letzten Jahren Anstrengungen im Bereich der Vergangenheitsbewältigung unternommen hat, so sehr bleibt die Heldenorgel ein blinder Fleck, der anzugehen ist – besser jetzt als später, denn Verschweigen war noch nie eine zukunftsträchtige Strategie, meint Dr. Franz Gratl, Sammlungsleiter der Musiksammlung der Tiroler Landesmuseen.

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St.-Johann-Puzzle

Imposante Radlbrücke bei Litzlfelden

Die kurze Runde um St. Johann ist an sich schon sehr abwechslungsreich, sie lässt sich aber – wie viele andere Touren in diesem Führer auch – an allen Ecken ganz einfach und nach Lust und Laune wie ein Puzzle ausbauen.

Ausgangspunkt: Bahnhof St. Johann |Tourenlänge: 15 km |Anstiege: 50 Hm

Kombinationsmöglichkeiten: siehe Tipp!

Bemerkenswertes: Reliefmodell des Kaisergebirges im Maßstab 1:10.000 im Museum St. Johann (www.museum1.at)

Bademöglichkeit: Schwimmbad in St. Johann, Planschen und Sonnenbaden an der Großache |Einkehrtipp: Gasthof Mauth

Wegbeschreibung: Vom Bahnhof gegen Westen an der Brauerei Huber vorbei zur Fußgängerzone, wo aber Radfahrer fahren dürfen. Dort nach rechts einbiegen und beim Hauptplatz vor der Kirche nach links weiter auf der Kaiserstraße zur Kitzbüheler Ache. Gleich nach der Brücke links und nun immer idyllisch der Ache entlang am Schwimmbad vorbei aus St. Johann hinaus. Bei der Einmündung der Reither Ache unter der Bundesstraße durch und noch ein Stück dem Bach entlang zur Brücke der von Oberndorf herführenden Straße. Unter der Straße durch, um gleich dahinter nach rechts zur nach Rettenbach weiterführenden Straße zu gelangen. Bei der Einmündung in eine breitere Straße wieder nach rechts auf dem begleitenden Radweg weiter. Bei einer Bushaltestelle nach links in den Weitauweg einbiegen und bis zu einer Weggabelung radeln. Dort rechts auf dem Frickingweg wieder aus dem Siedlungsgebiet auf die Felder hinaus. Bei der Einmündung in den Hinterkaiserweg nach rechts etwas abwärts und am Rand der Siedlung (noch vor den Sportstätten) nach links auf den Radweg in Richtung Kirchdorf einbiegen. Beim Weiler Bärnstetten kurz auf der Hauptstraße zurück in Richtung St. Johann. Beim Hinweisschild Mauthfeld noch vor dem Supermarkt nach links abbiegen und nun auf dem Radweg zur Großache hin und dieser entlang bis zu einer imposanten hölzernen Radbrücke, wo wir den Bach überqueren.

Am Hauptplatz von St. Johann

Geradeaus weiter, bis rechts bei einem Wiesenbach ein asphaltierter Weg in Richtung Moosen abzweigt. Ein Stück noch über freie Wiesen, aber schon nach der nächsten Häusergruppe dem Wegweiser nach links, hin zur Hauptstraße, folgen. Diese schräg nach links in den Weiler Moosen hinein überqueren. Hier führt die Radroute wieder abseits vom Verkehr auf einer schmalen, asphaltierten Nebenstraße recht beschaulich mit schönem Blick auf das Kitzbüheler Horn dahin. In Mitterndorf geht’s nach links auf einem kleinen Sträßchen über Oberhofen nach Reitham, wo wir auf den Radweg R19 treffen, auf dem wir zur Fieberbrunner Ache hinunterfahren. Nach rechts dieser entlang, vorbei am Flugplatz, Richtung St. Johann. Beim Weiler Almdorf die Ache überqueren und dort wieder dem Bach entlang. Gleich bei den ersten Häusern nach links auf der Bozner Straße zur Fieberbrunner Straße und geradeaus weiter in einem Bogen nach rechts zur Bahnhofstraße, auf der wir links einbiegend direkt zum Bahnhof zurückgelangen.

Erweiterungsmöglichkeiten: Die Runde lässt sich recht einfach noch etwas ausbauen: Im Westen auf dem Radweg über Sperten nach Oberndorf und gut beschildert über Wiesenschwang und Weiberndorf wieder zurück (insgesamt ca. sechs Kilometer mehr).

Bei der Holzbrücke nahe Litzlfelden lässt sich die Runde einfach weiter nach Kirchdorf verlängern, dort nach rechts über die Großache und dieser entlang zurück zur markanten Radbrücke (insgesamt rund vier Kilometer mehr).

St. Johanner Würstl: Authentische St. Johanner, die in Tirol an keinem Würstlstand fehlen dürfen, kann man im Gasthof Mauth, mit Gastgarten direkt am Hauptplatz in St. Johann, verkosten. Die klassischen Würstl werden seit alters her aus besten Zutaten hergestellt und in Naturdarm abgefüllt. Ganz frisch aus dem Kessel schmecken die „Mauthner“ am besten, und mit einem reschen Semmerl und einem Radler dazu als Jause auf einer Radltour sowieso!

Noch Appetit auf geistige Nahrung? Ganz in der Nähe befindet sich am Ende der Fußgängerzone gleich hinter der Dekanatspfarrkirche das Museum St. Johann. Als geistige Auftankstelle und sinnlicher Ort des Staunens bietet das Museum ein eindrucksvolles Reliefmodell des Kaisergebirges und Entdeckungsreisen mit spannenden Geschichten, zum Beispiel lernen wir hier die legendäre „Frau Emma in Europa“ oder den berühmten Pudel „Schmecks“ kennen …

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Schnuppertour ins Lechtal

Idyllisches Rieden

Die kurze und fast flache Runde vom Reuttener Becken ins Lechtal hinein ist auch für konditionsschwache Radler leicht zu meistern und so einladend, dass die Lust auf weiterführende Radlrunden geweckt wird!

Ausgangspunkt: Bahnhof Reutte |Tourenlänge: 28 km |Anstiege: 100 Hm

Schwierigkeit: 2 |Kombinationsmöglichkeiten: mit Tour 2, 5 und 6

Bemerkenswertes: Sportflugplatz und Flugzeugmuseum Höfen (https://hangar-sw.at), Naturidyll Riedener See

Einkehrtipp: Genussgasthof Kreuz in Rieden

Wegbeschreibung: Vom Bahnhof Reutte auf der Bahnhofstraße geradeaus und beim Infopoint (hier auch netter Park) nach links und weiter durch die für Radler offene Fußgängerzone ins malerische Ortszentrum. Beim Café Valier rechts abbiegen und auf einem schmalen Verbindungssträßchen weiter in Richtung zum Lech hin. Auf dem Radweg über die Brücke nach Lechaschau und gleich danach vor der Kirche nach links zum Lech hin. Wir folgen nun dem beschilderten Radweg lechaufwärts teilweise durch den Ort, teilweise durch den Auwald bis zum Sportflugplatz in Höfen. Dort wartet für Interessierte mit dem neuen Flugzeugmuseum schon eine erste Attraktion am Wegesrand.- Rechts um den Flugplatz herum, durch das Gewerbegebiet und dann ein kurzes Stück auf einem Radstreifen entlang der Bundesstraße, immer den Radwegschildern Richtung Weißenbach folgen. Schon bald schlängelt sich der Radweg als asphaltiertes Band wieder durch die Lechauen dahin. In Weißenbach selbst führt unsere Tour über eine der vielen schönen, überdachten Holzbrücken über den vom Gaichtpass kommenden Weißenbach und dann weiter am Lech entlang. Vorbei an einem auch zum Baden einladenden Baggersee führt der Radweg zur Bundesstraße. Bei der Johannesbrücke erreichen wir den Umkehrpunkt unserer Schnuppertour ins Lechtal.

Zurück geht’s auf der anderen Seite des Lechs. Kurz hinter der Brücke biegt der Radweg zurück in Richtung Weißenbach/Rieden nach links ab und führt nun wieder ein kurzes Stück mit etwas Auf und Ab durch den Auwald (Schild Naturpark Lech). Wir queren auch einige kleine Bächlein, die dem Lech zuströmen. Schließlich geht’s über eine Brücke über den Rotlech und auf einem Wiesenweg in das kleine Dorf Rieden. Hier bietet sich ein kurzer, aber lohnender Abstecher zum stillen, romantischen Riedener See, einem Naturjuwel, an. Auch die Aussicht auf eine beschauliche Rast im einladenden und weitum bekannten Genussgasthof Kreuz rechtfertigt den kurzen Anstieg. Ein detaillierter Blick auf die Brunnenfigur mit dem Hl. Florian bringt uns zum Schmunzeln!

Von Rieden schließlich über eine kleine Straße durch den Wald hinunter zur Hauptstraße, kurz vor der Einmündung die Unterführung nutzen und auf dem Radweg dem Lech entlang nach Ehenbichl. Die Orientierung zum Bahnhof zurück ist auch nicht schwierig: Die Radroute verläuft hinter Ehenbichl zuerst neben der Reuttener Straße, bei der Ortstafel Reutte biegen wir links in die Tränkesiedlung ab, radeln immer geradeaus zuerst durch die Straße Am Kanal, dann weiter der Dr.-Robert-Thyll-Straße entlang. Vor einer freien Wiese zweigt links die Anton-Maria-Schyrle-Straße ab, die uns zuerst am Wehr vorbei und schließlich wieder zur Brücke nach Lechaschau bringt. Hier nutzen wir die Unterführung, um dann auf dem schon bekannten Weg zurück zum Bahnhof zu radeln.

Naturpark Tiroler Lech: Der Lech entspringt im Lechquellengebirge nahe dem Formarinsee in Vorarlberg, ehe er über 62 Kilometer durch das Außerfern/den Bezirk Reutte fließt und bei Vils/Pinswang Österreich wieder verlässt, um nach insgesamt 264 Kilometern in die Donau zu münden. Seit 2000 gehört der Tiroler Lech dem europaweiten ökologischen Schutzgebietsnetz Natura 2000 an. Er zählt zu den letzten Wildflusslandschaften Mitteleuropas. Die Sicherung der Artenvielfalt durch Erhaltung der natürlichen Lebensräume und der wildlebenden Tiere und Pflanzen ist ein wichtiges Ziel des Schutzgebietes. Der Naturpark Tiroler Lech umfasst auf einer Fläche von 41,38 Quadratkilometern im Wesentlichen den Wildfluss Lech mit seinen angrenzenden Überflutungszonen und Auwäldern, die wichtigsten Seitenbäche sowie Teile des Bergmischwaldes. Der Naturpark Tiroler Lech ist somit das größte zusammenhängende Schutzgebiet im Talbereich Tirols. Informative Schautafeln am Lechtalradweg geben immer wieder interessante Einblicke in die Geschichte und Besonderheiten dieses Naturjuwels. www.naturpark-tiroler-lech.at

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Durch den Naturpark Tiroler Lech

Der Tiroler Lech zählt zu den letzten Wildflusslandschaften Mitteleuropas.

Die Naturlandschaft ist das Highlight dieser Tour, die so wenige Anstiege aufweist, dass man noch genug Energie zum Staunen über so manches Sehenswerte am Wegesrand übrig hat. Also: Alle Sinne auf Empfang stellen und los geht’s!

Ausgangspunkt: Johannesbrücke zwischen Weißenbach und Forchach

Tourenlänge: 23 km |Anstiege: 100 Hm |Schwierigkeit: 1

Kombinationsmöglichkeiten: mit Tour 1 und 3

Bemerkenswertes: Naturlandschaft Lechauen

Einkehrtipps: Gasthof Kreuz in Vorderhornbach, Imbiss-Stube/Metzgerei Sonnweber in Stanzach

Bademöglichkeit: Badino, Naturschwimmbad Vorderhornbach, Lechtalcamping beim Badino in Vorderhornbach

Wegbeschreibung: Beim Nordende der Johannesbrücke zwischen Weißenbach und Forchach dem Radweg nach Vorderhornbach in die Lechauen folgen. Dazu radeln wir auf der linken/nordwestlichen Uferseite auf einem schmalen Sträßchen talaufwärts. Noch vor Stanzach überqueren wir eine große, weite Lichtung mit einem glasklaren, ein Stück parallel zum Lech dahinsprudelnden Wiesenbach. Glücklich darf sich fühlen, wer hier im idyllischen Jagdhaus wohnen kann! Durch den Wald geht’s dann zur Abwechslung etwas aufwärts, aber die dazugehörende Abfahrt lässt nicht auf sich warten. Die Lechbrücke, die hinüber nach Stanzach führt, überqueren wir auf unserem Rückweg. Wir bleiben auf dem Radweg entlang des Lechs und radeln zu unserem Tourenziel Vorderhornbach, das auf einem Schwemmkegel am Eingang des Hornbachtals liegt. Dazu folgen wir dem Radweg dem Hornbach entlang etwas aufwärts, vorbei am einladenden Naturschwimmbad, das die Lechtaler liebevoll „Badino“ nennen. Hier befindet sich auch ein Campingplatz. Noch ein kurzer Anstieg, und die Straße ins Dorf hinein ist erreicht. Im Ortszentrum lädt der Gasthof Kreuz zu einer Stärkung, bevor wir über die ruhige Landesstraße, die an Wiesen mit malerischen Heustadeln vorbeiführt, zurück zur Lechbrücke rollen.

Nun auf die andere Seite des Lechs, dort rechts hinunter und auf dem Radweg dem Bach entlang nach Stanzach. Da es direkt neben dem Lech keine Brücke über den Namloser Bach gibt, müssen wir einen kleinen Umweg durch das Dorf nehmen. Der Radweg führt zur Bundesstraße hin, wo wir den Bach überqueren. Gleich geht’s hier wieder links den Radwegschildern nach zum Lech hin. Nun immer durch die Auenlandschaft flussabwärts. Noch vor der Hängebrücke bei Forchach nach rechts, am Sportplatz vorbei und durch eine Unterführung geradeaus in den Ort hinein. Im Dorf nach links den Radwegschildern folgend Richtung Weißenbach wieder aus dem Dorf hinaus (der Dorfname verweist auf die hier typischen „Forchen“, wie im Dialekt die Föhren heißen). Wenn die Dorfstraße in die Lechtalstraße einmündet, biegen wir nach rechts auf den nun die Straße begleitenden Radweg ab. Über die Johannesbrücke zurück zum Ausgangspunkt.

Ungetrübtes Radlvergnügen im mittleren Lechtal

Woher stammt die hellblaue Farbe des Lechs? Das schnell strömende, hellblautürkis bis jadegrün schimmernde Wasser verleiht dem Fluss eine besondere Schönheit. Zwei Umständen verdankt der Lech seine Farbigkeit und Reinheit:

Den niedrigen Wassertemperaturen: Die durchschnittliche Wassertemperatur des Lechs liegt bei sechs Grad, und das ist frei schwebenden Kleinstlebewesen, die andere Flüsse grün färben, zu kalt. Sie fehlen hier weitgehend.

Dem hohen Gehalt an Mineralien im Wasser: Der Lech löst aus den Steinen im Flussbett Mineralien (Magnesium-Carbonat).

Starke Regenfälle und heftige Gewitter können das schöne Bild schlagartig ändern. Schlammig braun wälzt sich der Lech danach durch das Tal!

Diese und noch viele weitere Infos rund um den Lech findet man auf www.naturpark-tiroler-lech.at.

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Dörfertour im oberen Lechtal

Landidylle bei Grießau

Während der erste Teil der Runde beschauliche Töne anschlägt, geht’s auf dem Rückweg zwischendurch auch ordentlich auf und ab. Allerdings sind die Anstiege kurz und überschaubar! Die Ortschaften im Lechtal haben ihren eigenen Charme, dem man sich nicht verschließen sollte. Also unbedingt Zeit zum Verweilen einplanen!

Ausgangspunkt: Parkplatz beim Steinmandllift in Stanzach

Tourenlänge: 32 km |Anstiege: 200 Hm |Schwierigkeit: 2

Kombinationsmöglichkeiten: mit Tour 2 und 4, Anschluss bei Grießau über Radweg an Tour 5

Bemerkenswertes: In der Martinauer Au blühen von Mitte Mai bis Mitte Juni tausende Frauenschuhe/Orchideen. Um den Bestand zu schützen, dürfen Besucher vorgegebene Wege nicht verlassen (mehr dazu unter www.naturpark-tiroler-lech.at). Naturparkhaus in Klimm mit wechselnden Ausstellungen (war 2022 wegen Baumängeln vorübergehend gesperrt)

Bademöglichkeit: Naturerlebnisbad in Vorderhornbach

Einkehrtipps: LechZeit in Klimm, Gasthof Kaiserkrone Elmen

Wegbeschreibung: Vom Steinmandllift in Stanzach auf der Hornbacher Landstraße zur Lechbrücke und gleich dahinter rechts zum Radweg hinunter, dann unter der Straße durch flussaufwärts in Richtung Vorderhornbach einbiegen. Zuerst am Lech, dann dem Hornbach entlang etwas ansteigend, vorbei am Schwimmbad von Vorderhornbach, bis die Wegweiser nach links in Richtung Martinau