Tödlicher Racheplan - Michael Aulfinger - E-Book

Tödlicher Racheplan E-Book

Michael Aulfinger

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Beschreibung

Weißt Du wer neben Dir wohnt? Einen perfiden Racheplan hat sich Manfred ausgedacht. Ein schreckliches Geheimnis treibt ihn an. Alles setzt er zur Verwirklichung der Rache ein, an dessen Ende der Tod stehen soll. Dafür bezieht er sogar das Haus direkt neben seinem Ziel, um es noch besser ausspähen zu können. Doch dann kommt es anders...

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Seitenzahl: 82

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Michael Aulfinger

Tödlicher Racheplan

 

 

 

Dieses ebook wurde erstellt bei

Inhaltsverzeichnis

Titel

Einzug

Überraschung

Rache

Impressum neobooks

Einzug

Tödlicher

Racheplan

Michael Aulfinger

Impressum

© 2018 Michael Aulfinger

www.michaelaulfinger.de

Facebook: www.facebook.com/MichaelAulfingereBook/?skip_nax_wizard=true

E-Mail: [email protected]

Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV: Michael Aulfinger

Anschrift:

Michael Aulfinger

Carl-Diem-Straße 18

78120 Furtwangen

Cover: Michael Aulfinger

Lektorat: MichaelAulfinger

Der Inhalt des Buches ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

ISBN eBook: 978-3-7380-3282-6

Rache trägt keine Frucht. Sich selbst ist sie die fürchterlichste Nahrung; ihr Genuß ist Mord und ihre Sättigung das Grauen. (Schiller, Wilhelm Tell)

Der Umzugswagen fuhr davon. Der kleine Mann blieb allein zurück. Allein mit seinen Habseligkeiten. Er wandte sich um, und betrat das grau gestrichene Mittelreihenhaus. Jenes Haus welches für ihn alleine eindeutig zu groß war. Aber so hatten sich die Dinge gefügt, und so hatte er es eigentlich gewollt und geplant. Denn nur dieses bestimmte Haus wollte er haben. Kein anderes kam dafür in Frage. Er wollte es unbedingt selbst bewohnen, um seinen absurden Plan ausführen zu können. Jenen Plan, den jeder andere – wenn jemand überhaupt davon wüßte – als krank und pervers bezeichnet und abgelehnt hätte. Aber das war ihm egal. Denn es ging nur um sein Ziel. Und sein Ziel wollte er unbedingt erreichen. Dafür würde er alles tun. Kurzum gesagt lebte er nur noch dafür. Hierfür hatte er all seine vorherigen Kontakte abgebrochen, und viel Geld ausgegeben. Auch wenn es für andere das vielleicht nicht wert war.

Ihm war es das.

Der kleine Mann, der Manfred Ohleg hieß, trat nun in sein Haus, und räumte die Kisten weg. Niemand störte ihn.

Niemand verfing ihn in ein Gespräch.

Niemand half ihm.

Als er aus dem Gartenhaus heraus trat, hörte er unvermittelt eine Stimme, welche einem Bariton glich.

„Guten Tag. Sind sie der neue Nachbar?“

Manfred erkannte auf der anderen Seite der Hecke den Rufer. Es war ein gutaussehender Mann in den besten Jahren. Er war aber nicht allein erschienen. Im Hintergrund hielt sich seine Frau auf. Sie bestach sogleich durch ihre Schönheit. Kurze blonde Haare betonten ihre schöne weibliche Figur, die jedem Mann sicherlich das Wasser im Munde zusammen laufen ließ. Jedem, außer Manfred. Denn er verspürte zur Zeit keinerlei Ambitionen, sich nach dem weiblichen Geschlecht zu sehnen. Denn andere niederen Instinkte bestimmten allein sein Denken und Handeln.

Das Nachbarpaar war aber nicht allein erschienen. Zwei Kinder stellten sich schweigend auf die Zehenspitzen, um mit neugierigem Blicke den neuen Nachbarn zu mustern.

Was war das für ein Mensch?

„Ja der bin ich. Manfred Ohleg.“

Manfred war zwar zuerst wenig erfreut, über den trennenden Gartenzaun angesprochen zu werden, aber, dann hielt er es auf einem Mal doch nicht für so eine schlechte Idee. Mal sehen, sprach er zu sich, was sich daraus an Gelegenheiten ergeben konnte.

„Thomas Schneider. Dies ist meine Ehefrau Daniela. An unseren Beinen räkeln sich unsere Tochter Jennifer und der Sohn Torben.“

„Angenehm sie kennen zu lernen. Ich wünsche uns eine gute Nachbarschaft.“

„Das wünschen wir uns auch,“ antwortete der Vater. Bevor er jedoch weiter sprechen konnte, kam ihm seine Frau zuvor.

„Wo ist denn ihre Familie? Die würden wir auch gerne kennenlernen. Es würde mich freuen, mich mit ihrer Frau zu unterhalten.“

„Daraus wird nichts,“ entgegnete Manfred mit einem schweren Schlucken. „Ich habe keine Familie.“

„Ach, sie wohnen ganz alleine hier, in dem großen Haus?“ Thomas beugte sich etwas vor.

„Ja,“ war Manfreds kurze Antwort, welche ihm immer noch schwerfiel. Mehr vermochte er nicht zu sagen. Seine Gegenüber spürten es, so dass eine kurze Phase des Schweigens eintrat. Daniela war die Erste, welche die Worte wieder fand, und die Initiative ergriff.

„Wissen sie was? Bei dem schönen Wetter hatten wir heute Abend vor zu grillen. Kommen sie doch einfach 19.00 Uhr vorbei. Dann brauchen sie nicht für sich alleine etwas zubereiten. Ihre Küche ist doch sicherlich noch nicht eingerichtet, oder?“

„Oh, danke für die Einladung. Aber ich kann sie nicht annehmen. Wir kennen uns doch noch gar nicht richtig. “

„Genau deshalb sollten sie ja kommen. So lernen wir uns bei Wurst und Fleisch besser kennen. Ein Bierchen gibt es natürlich auch. Na, was sagen sie?“ Thomas ließ nicht locker.

Manfred zierte sich noch ein wenig, aber schließlich gab er dann doch nach. Es konnte nicht schaden, zusätzliche Informationen zu erfahren. Schließlich war er eingeladen worden. Mit keinem Wort hatte er sich aufgedrängt. Die Rolle des schüchternen und bescheidenen Zeitgenossen spielte er für seine Ansprüche gut.

„Also gut. Vielen Dank für die Einladung. Ich komme gerne.“

Es schellte. Daniela öffnete die Tür, und führte den Gast durch die Räume auf die Terrasse, wo der Hausherr dabei war die Grillkohle anzuheizen.

„Hallo. Schön das sie kommen konnten. Die Kohle dauert noch eine Weile. Wollen sie ein Bier?“

„Ja bitte.“

Als Thomas Schneider ihm ein Bier gereicht hatte, hielt er ihm seine Flasche zum Zuprosten hin.

„Prost. Wollen wir uns nicht duzen? Ich bin Thomas.“

Manfred fühlte sich ein wenig überfahren, doch gab er nach einem Moment des Zögerns sein Einverständnis.“

„Gerne. Ich bin Manfred.“

Während die Grillkohle allmählich die Farbe wechselte, bei der sie die nötige Hitze erreichte, schlenderten die beiden Männer durch den kleinen Garten. Am Ende stand auf der rechten Seite ein neues Gartenhaus. Davor lag Spielzeug verschiedenster Art auf dem Rasen verteilt. Auf der linken Seite befand sich ein Karnickelstall mit zwei Bewohnern, die ständig hin und her hüpften.

Zuerst sprachen die Männer über Gartenarbeit und anfallende Arbeiten als Hausbesitzer. Dann rief Daniela zum Essen. Als sie damit fertig waren, und die Kinder wieder zum Spielen gingen, wechselte das Gesprächsthema. Daniela war äußerst neugierig, und es war ihr unmöglich, diesen Charakterzug im Zaun zu halten.

„Bist du wirklich alleine in dem Haus.“

„Ja.“

„Geschieden?“

„Ja,“ log Manfred.

„Oh, das tut mir leid. Wie lange ist es denn schon her?“

„Noch gar nicht so lange. Deshalb zog ich ja auch alleine in dieses Haus. Die Kinder sind bei der Mutter geblieben.“ Das war eine Lüge, doch störte es ihm wenig.

„Wo denn? Auch hier in Bremen?“

„Ja, aber auf der anderen Seite der Stadt. Sie haben mein altes Haus übernommen. Ein älteres Einfamilienhaus, nichts aufregendes.“

„Siehst du die Kinder denn noch regelmäßig?“

„Oh ja. Da gibt es keine Probleme mit meiner Ex. Wir verstehen uns eigentlich immer noch, vor allem in Hinblick auf die Kinder. Das ist uns wichtig.“

Nachdem die ersten Lügen seine Lippen verlassen hatten, fiel Manfred es nicht mehr allzu schwer. Im Gegenteil. Er gewann Gefallen daran, sich Geschichten auszudenken, die andere als wahr annahmen. Er durfte eben nur nicht das Augenmaß verlieren, und übertreiben.

„Das ist ja gut für die Kinder. Scheidungskinder haben es nämlich immer schwer. Deshalb ist es wichtig, dass die ...“

Ihr Redefluss wurde unterbrochen, weil das Telefon eine ihr bekannte Melodie von sich gab. Daniela stand auf, und griff danach. Nachdem sie sich gemeldet hatte, hörte sie aufmerksam zu, um dann wie in einem Reflex ihrem Mann den Hörer zu reichen.

„Für dich. Es ist Peter.“

Thomas Schneider zuckte einen Moment zusammen. Manfred spürte sofort, dass es dem Gastgeber äußerst unangenehm war. Thomas schüttelte sogleich mit dem Kopf, und winkte mit der rechten Hand energisch ab.

„Nein. Er weiß doch genau, dass ich nicht mehr mit ihm sprechen will. Das hat sich ein für alle Mal erledigt. Ich will nichts mehr mit ihm zu tun haben. Herrgott, wann kapiert er es endlich?“

Daniela gab die unmissverständliche Botschaft an den Anrufer weiter, und legte dann auf. Ihr Gesichtsausdruck war ausdruckslos, im Gegensatz zu dem ihres Mannes, welcher größte Aufgewühltheit verriet.

Stille.

Manfred beobachtete aufmerksam dieses plötzliche Ereignis. Von diesem Peter hatte er vorher noch nie gehört. Er nahm sich vor, Auskünfte über diesen Mann einzuholen. Das war höchst interessant. Vielleicht ergaben sich aus diesem Blickwinkel her neue Optionen für seinen perfiden Plan. Für diesen Tag hatte er schon genug erfahren. Die Stimmung war auf dem Nullpunkt angelangt. Der Hausherr verkroch sich nämlich schweigend in seinem braunen Gartenmöbelsessel. Deshalb wollte Manfred sich verabschieden.

„Vielen Dank für die Einladung. Es hat sehr gut geschmeckt.“

Die Verabschiedung verlief daher frostig ab.

Als Manfred seine Haustür hinter sich verschlossen hatte, verlangte es ihn, sich einer besonderen Kiste zuzuwenden. Sie stand auf einem Haufen inmitten der anderen Umzugskartons. Langsam hob er sie an, und trug sie zum Wohnzimmertisch, der schon an dem vorgesehenen Platz stand. Mit langsamen Bewegungen und fast zitternden Händen, öffnete er den Deckel vorsichtig. Seine Befürchtungen gingen zuerst dahin, dass auf dem Transport etwas Schaden genommen haben mochte, aber sie erwiesen sich zum Glück als unbegründet. Das hätte zu all seinem Unglück noch gefehlt.

Seine Hände zitterten, als er den obersten Bilderrahmen anhob. Er wusste gar nicht mehr, wie lange er sich das Bild angesehen hatte, als er endlich aus einer Art Apathie erwachte. Er spürte, wie nasse Tropfen langsam an beiden Backen hinunter liefen. Das überraschte ihn nicht, denn es war nicht das erste Mal, dass Tränen ihren Weg suchten. Eigentlich geschah es immer und regelmäßig, sobald die Erinnerungen ihn übermannten. Er konnte nichts dagegen tun. Das wollte er auch nicht. Deshalb hatte er sich ja dazu entschlossen seinen Frust abzubauen.

Die Therapie hatte er sich zurechtgelegt und selbst verordnet.

Aber das sollte auf seine Art geschehen, welche ihm für alle Zeit Genugtuung und vor allem eine unverrückbare Befriedigung gab. Eine Befriedigung, welche ihn für den Rest seines Lebens in Ruhe schlafen ließ. Ja, sprach er zu sich. Ein ruhiger erquickender Schlaf. Das war das, was er benötigte. Wie lange war es her, dass es diesen für ihn gab?

Seit damals jedenfalls nicht.