Tore. Titel. Triumphe. Oder mehr? - Christoph Dum - E-Book

Tore. Titel. Triumphe. Oder mehr? E-Book

Christoph Dum

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Beschreibung

Worum es Fußballmannschaften geht ist weitgehend klar: Mit Toren zum Sieg und mit Siegen zu Titeln. Das verschafft Prestige, bringt Geld und macht die Fans glücklich. Doch was macht Erfolg für das Spiel selbst aus und wer feiert, wenn der Fußball gewinnt? Dieses Buch wurde ursprünglich als Seminararbeit für eine Lehrveranstaltung an der Universität Salzburg, Fachbereich Kommunikationswissenschaft, erstellt. In Buchform veröffentlicht soll sie eine Hilfestellung für alle sein, die sich generell wissenschaftlich mit Fußball befassen. Anhand eines geschichtlichen Streifzugs wird zunächst die Relevanz deutlich gemacht und dargelegt, warum Fußball auch für die Wissenschaft so interessant geworden ist. Zum Anknüpfen von Fußball an die Welt der Wissenschaft wird dann ein moderner Kulturbegriff erklärt in dem der Fußball seine theoretische Verortung findet. Diese Aufbereitung von Fußball für wissenschaftliche Arbeiten kann auch für jede weitere Auseinandersetzung mit Fußball im wissenschaftlichen Kontext herangezogen werden. Mit diesem Buch an ihrer Seite wird es fußballbegeisterten Studentinnen und Studenten leicht fallen, ihr Lieblingsthema an der Uni gut strukturiert aufzubereiten. Allen anderen Fußballfans kann dieses Werk das Bewusstsein für das schöne Spiel schärfen und aufzeigen, um welch kulturellen Schatz es sich dabei auch für die Gesellschaft handelt. Welchen Teilaspekt des Fußballs auch immer eine wissenschaftliche Arbeit behandelt, auf das Grundgerüst dieser Arbeit kann bei Fußballthemen aufgebaut werden. Auch die angewendete Methode zur Auswertung qualitativer Leitfadeninterviews ist eine in der Wissenschaft sehr geläufige, wie in der Arbeit ausführlich beschrieben wird. Ich (geb. 1986) habe vielseitige Interessen, zwei meiner größten Leidenschaften sind Fußball und Textgestaltung. Nachdem ich bei ersterer schnell zur Einsicht kam, dass ich das runde Leder besser als liebste Freizeitbeschäftigung ansehen sollte, entwickelt sich das Verfassen von Texten immer mehr vom reinen Hobby zum Beruf bzw. vielmehr zur Berufung. Inmitten meines engagierten Alltags auf dem zweiten Bildungsweg, nunmehr als spätberufener Student, gründete ich 2017 unter der Bezeichnung "ChrisTEXT" mein Unternehmen - ein Service für professionelle Textgestaltung. Am liebsten schreibe ich natürlich frei von der Leber, weshalb nicht nur Aufträge abgewickelt, sondern auch immer wieder Blog-Beiträge oder - eben wie hier - Bücher veröffentlicht werden.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
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Seitenzahl: 53

Veröffentlichungsjahr: 2018

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Tore. Titel. Triumphe. Oder mehr?

Tore. Titel. Triumphe. Oder mehr?Impressum

© 2018 ChrisTEXT by Christoph Dum

A-5771 Leogang, Sonnberg 27

www.ChrisTEXT.at

Hinweis:

Einige Abschnitte dieser Arbeit handeln von Fußball in geschichtlichem und damit männerdominiertem Kontext bzw. von Fußball als durch kommerzielle Gesichtspunkte gekennzeichnete „Populärkultur“, wobei es sich aufgrund in der Arbeit angeführter Kriterien und Definitionen im Abgleich mit den aktuellen Gegebenheiten um Fußball als Männersport handelt. Nicht der Lesbarkeit wegen, sondern weil eine geschlechterneutrale Formulierung in solchen Abschnitten illegitim und schlicht unrichtig wäre, ist in manchen Passagen nur die im jeweiligen Zusammenhang gemeinte männliche Form genannt. Selbstverständlich werden in dieser Arbeit aber alle wissenschaftlichen Standards der geschlechterneutralen Sprache sehr bewusst und nach bestem Wissen und Gewissen eingehalten.

1.    Einleitung – Untersuchungsgegenstand und Forschungsstand

Wer feiert, wenn der Fußball gewinnt? Diese Frage stellt der Leitgedanke dieser Arbeit schon auf dem Deckblatt. Um sich mit dieser Fragestellung wissenschaftlich zu befassen ist es eine interessanter Zugang, Fußball als Kulturgut zu betrachten. Ebendas stellt auch die Relevanz dieser Seminararbeit dar, die gleich im nächsten Kapitel ausführlich anhand von geschichtlichem Hintergrund, symbolischer Dimension, konkreter dann auch über Fankultur und Kommerzialisierung geklärt wird. Wissenschaftliche Anknüpfungspunkte dieses Themas werden in Kapitel drei gefunden, wo zunächst der Kulturbegriff an sich beleuchtet und dann die Einordnung von Fußball in diese wissenschaftliche Struktur vorgenommen wird. Auch wie Kultur und Gesellschaft in Erscheinung treten wird in diesem Abschnitt skizziert. Konkret auf den empirischen Teil dieser Arbeit bezieht sich dann wieder Kapitel 3.4., in dem das methodische Vorgehen von der Auswahl über die Erhebung bis hin zur Auswertung dargelegt wird. Die Ergebnisse der qualitativen Befragung sind im letzten Hauptkapitel aufbereitet, bevor noch ein abschließendes Fazit gezogen wird.

Im Verlauf dieser Seminararbeit soll mithilfe aussagekräftig zusammengetragener Literatur kombiniert mit neuen Erkenntnissen aus dem empirischen Teil ein geschärfter Eindruck zur Thematik entstehen, mit dem sich auch Antworten auf die wie folgt präzisierte Forschungsfrage finden lassen:

Inwiefern haben trans- und interkulturelle Aspekte des Fußballs Einfluss auf dessen gesellschaftliche Bedeutung?

Erste Antworten auf die Forschungsfrage sollten zumindest aus einer historischen Perspektive heraus bereits mit dem ersten Hauptkapitel deutlich werden, das im Anschluss an diese Einleitung folgt. Der empirische Teil dient vor allem einem Abgleich der eher historisch hergeleiteten literarischen Aufbereitung mit einer Momentaufnahme der gegenwärtigen Verhältnisse. Für die qualitativen Interviews wurde ein Leitfaden entworfen, der umgelegt auf die Gegenwart in selbige Kerbe schlägt wie die vorab zusammengetragene Literatur und der auf sehr persönliche Weise nach kulturellen Blickwinkeln im Fußball fragt.

Vorab noch zum bisherigen Forschungsstand: Kurz nach der Jahrtausendwende ist Fußball zwar bereits auf den verschiedensten Ebenen als Kulturphänomen ernst genommen worden, der kulturwissenschaftlichen und sozialgeschichtlichen Forschung wurde damals aber noch Nachholbedarf konstatiert (vgl. Herzog 2002). Daran hat sich seither einiges geändert, im deutschsprachigen Raum wohl auch angetrieben von der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland und der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz – viele auch hier zitierte Werke stammen aus dieser Zeit. Einen Wandel hat der um die Jahrtausendwende noch so skeptische Herzog aber bereits damals im Ansatz erkannt, er verwies auf die im Sommer 2000 durchgeführte kulturgeschichtliche Ausstellung „Der Ball ist rund“ im Gasometer Oberhausen, auf die Sektion „Kinder der Bundesliga: Kultur- und sozialgeschichtliche Aspekte des Fußballs in Deutschland 1900 bis 1980“ im Rahmen des 43. Deutschen Historikertages und die interdisziplinäre Tagung über „Fußball in Kunst und Kultur der Moderne“ vom 30. Mai 2000 in der Schwabenakademie Irsee (vgl. Herzog 2002). Zum Trend einer breiteren intellektuellen Auseinandersetzung mit Fußball passen auch die kulturellen Veranstaltungen des „Fußballglobus“, der als Herzstück des von der deutschen Bundesregierung initiierten und unter der künstlerischen Leitung von André Heller entwickelten Kunst- und Kulturprogramms anzusehen ist (vgl. Schiffer 2004: 16). Ein Meilenstein für die wissenschaftliche Bedeutung von Fußball ist die 2005 eröffnete Deutsche Akademie für Fußballkultur in Nürnberg. Diese Einrichtung erlangte Bekanntheit, als sie 2006 erstmals die Gewinner des „Deutschen Fußballkulturpreises“ ausgezeichnet hat. Seither winkt unter anderem originellen Sprücheklopfern aus der Welt des Fußballs für besonders geistreiche Zitate jährlich diese Anerkennung in der Kategorie „Fußballspruch des Jahres“. Ulrich Glaser ist Leiter des Nürnberger Amts für Kultur und Freizeit und als solcher Mitinitiator dieser Akademie, deren Rechtfertigung er darin sieht, dass „das mindestens 90-minütige Spiel ums runde Leder […] ein wichtiger Bestandteil der Alltagskultur im Land und Integrationsfaktor quer durch alle Schichten ist“ (vgl. Tscharnke 2004).

Inzwischen ist Fußball zu einem bedeutenden Feld wissenschaftlicher Forschung geworden, auch an der Universität Salzburg widmet man sich dem Thema, so steht Fußballbelangen unter uni-salzburg.at/fussball auch eine eigene Rubrik auf der offiziellen Webpräsenz zur Verfügung, wo entsprechende Beiträge gesammelt werden. Wie sehr der Fußballsport die Wissenschaft beschäftigt verdeutlicht auch, dass die Debatte sehr kontrovers geführt wird: Wenngleich oft ins Treffen geführt, so wird dem Fußball seine soziale Wohltat keinesfalls durch die Bank unkritisch attestiert. Während Vinnai (vgl. 2008: 87) gar meint, dass die enorme sozialpsychologische Bedeutung in Zeiten von nie wirklich sesshaft werdenden Legionären und häufigen geldgetriebenen Vereinswechseln auf ein illusionäres Wir-Gefühl aufgebaut sei, betont Bernd Bröskamp von der Berliner Gesellschaft für internationale Kultur- und Bildungsarbeit zwar den positiven Aspekt, dass vereinsorganisierter Sport für interkulturelle Öffnung stehe, er sagt aber dazu, dass dies aus sozialen Zwängen heraus geschehe, da sonst das Potential aus ethnischen Nachbarschaften von Stadtteilen und Quartieren mangels Attraktivität nicht ausgeschöpft werden könne (vgl. Bröskamp 2011: 94).

2. Relevanz: Fußball als Kulturgut

Wenn Fußball aus einem kulturellen Blickwinkel unter die Lupe genommen werden soll, dann gebietet das zu allererst einmal den ausführlichen Bogen um dessen Geschichte zu spannen. In diesem Kapitel wird der Entstehung detailliert auf den Grund gegangen, die geschichtliche Zeitreise von Englands „Volksspielen“ bis zum „Donaufußball“ macht deutlich, wie Fußball zu seinem heutigen Status gekommen ist. Skizziert wird die große Historie dieses Spiels zunächst von seinen Ursprüngen aus, wobei auch explizit darauf eingegangen wird, wie der Fußball Deutschland und damit den deutschen Sprachraum eroberte.

Es ist jedoch nicht alleine die Geschichte, die Fußball in einem allgemeinen Verständnis zum Kulturgut erhebt. Dafür zeichnet die immense symbolische Dimension dieser Sportart verantwortlich, weshalb die wesentlichsten Ausprägungen dieser Symbolkraft, von Barcelona bis Marseille, von der Literatur bis zu Religion, ebenfalls in diesem Kapitel dargelegt werden.

In den letzten beiden Unterkapiteln kommt zunächst die Fankultur zur Sprache, dabei wird nach der historischen Entwicklung auch nochmal auf das aktuelle Image des Fußballs eingegangen und analysiert, wo die Grenzen zwischen Klischee und Wirklichkeit verlaufen. Schließlich wird dann noch der momentan wohl dominanteste Aspekt im Profi-Fußball angesprochen, jener der Kommerzialisierung. Es wird aufgezeigt, wie eine Maschinerie der Vermarktung Fußballligen mehr und mehr eine Hochglanz-Etikette verpasst, die zwar derzeit noch funktioniert, allerdings auch höchst umstritten ist – Interessenskonflikte gibt es dabei ausgerechnet mit der Basis, organisierte Fanszenen lehnen Kommerz in aller Regel ab.

2.1. Geschichtlicher Hintergrund