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Die Familie ist ein Hort der Liebe, Geborgenheit und Zärtlichkeit. Wir alle sehnen uns nach diesem Flucht- und Orientierungspunkt, der unsere persönliche Welt zusammenhält und schön macht. Das wichtigste Bindeglied der Familie ist Mami. In diesen herzenswarmen Romanen wird davon mit meisterhafter Einfühlung erzählt. Die Romanreihe Mami setzt einen unerschütterlichen Wert der Liebe, begeistert die Menschen und lässt sie in unruhigen Zeiten Mut und Hoffnung schöpfen. Kinderglück und Elternfreuden sind durch nichts auf der Welt zu ersetzen. Genau davon kündet Mami. »Sei schön brav, Kleines, bis ich wiederkomme. Ich bringe dir auch etwas Schönes mit«, versprach der fünfunddreißigjährige Daniel Lohner und strich seinem Töchterchen über das schwarzgelockte Haar. »Ich will aber nichts haben«, protestierte Anke heftig. »Du sollst hierbleiben und mit mir spielen. Nie hast du Zeit für mich.« Die Kinderaugen schauten unendlich traurig drein. Über die Wangen kullerten Tränen. Daniel beugte sich rasch nieder und hob die Kleine auf seinen Arm. Ihre Gesichter waren dicht voreinander, und er blickte sie liebevoll an. »Ich möchte auch viel lieber bei dir bleiben. Aber das geht nicht. Ich muß schließlich Geld verdienen, denn sonst würden wir alle verhungern. Schau, ich bin ja bald wieder da. Dann werde ich auch mit dir spielen. Das verspreche ich dir.« Er drückte sie ganz fest an sich und gab ihr einen herzlichen Kuß. Behutsam stellte er sie auf die Beine. »Du hast ja deine Mama, die sich mit dir beschäftigt.
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Seitenzahl: 117
Veröffentlichungsjahr: 2015
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»Sei schön brav, Kleines, bis ich wiederkomme. Ich bringe dir auch etwas Schönes mit«, versprach der fünfunddreißigjährige Daniel Lohner und strich seinem Töchterchen über das schwarzgelockte Haar.
»Ich will aber nichts haben«, protestierte Anke heftig. »Du sollst hierbleiben und mit mir spielen. Nie hast du Zeit für mich.« Die Kinderaugen schauten unendlich traurig drein. Über die Wangen kullerten Tränen.
Daniel beugte sich rasch nieder und hob die Kleine auf seinen Arm. Ihre Gesichter waren dicht voreinander, und er blickte sie liebevoll an. »Ich möchte auch viel lieber bei dir bleiben. Aber das geht nicht. Ich muß schließlich Geld verdienen, denn sonst würden wir alle verhungern. Schau, ich bin ja bald wieder da. Dann werde ich auch mit dir spielen. Das verspreche ich dir.«
Er drückte sie ganz fest an sich und gab ihr einen herzlichen Kuß. Behutsam stellte er sie auf die Beine. »Du hast ja deine Mama, die sich mit dir beschäftigt. Gewiß weiß sie viele lustige Spiele.«
»Mama hat auch nie Zeit für mich«, beklagte sich Anke mit einem schiefen Seitenblick auf die junge Frau, in deren Augen es ärgerlich aufflammte. »Sie ist nie da und…«
»Nun werde nicht unartig«, unterbrach Nadine sie ungehalten. »Du bist doch viel lieber bei Frau Klant, die dich stets abwechslungsreich beschäftigt.«
»Omi Klant ist auch lieb und schimpft nicht wie du.«
Nadine stieß ein gekünsteltes Lachen aus. »Kein Wunder, denn sie ist ja die Haushälterin und…«
»… nicht verantwortlich für die Erziehung«, warf Daniel rasch ein und bedachte seine Frau mit einem seltsamen Seitenblick.
Nadine zuckte unbehaglich zusammen. Rasch erklärte sie: »Ich werde mich während deiner Abwesenheit mehr denn je um Anke kümmern und uns schon die Zeit vergnügt vertreiben.«
»Das möchte ich auch nicht anders hoffen. Man darf sich manches erlauben, aber kein Kind vernachlässigen.« Daniel blickte auf seine Armbanduhr. »Für mich wird es höchste Zeit, daß ich zum Flughafen komme, denn sonst verpasse ich noch mein Flugzeug.« Er verabschiedete sich kurz, stieg in seinen Wagen und brauste davon.
»Papi winkt nicht mal«, maulte Anke.
»Du hast doch gehört, daß er es eilig hatte«, belehrte Nadine sie ungeduldig. »Geh sofort zu Frau Klant. Ich habe etwas Dringendes zu erledigen.«
»Spielst du nicht mit mir?« wollte Anke enttäuscht wissen.
»Später.« Sie ergriff die Kleine bei der Hand und führte sie zur Terrasse, wo Marianne Klant gerade die Blumen in den Kübeln begoß. »Nehmen Sie sich doch bitte einstweilen des Kindes an.«
»Sehr gern, gnädige Frau«, erwiderte die Haushälterin. Sie wandte sich herzlich der Kleinen zu. »Wollen wir gemeinsam die Blumen gießen?«
Begeistert klatschte Anke in die Hände. »Ja, ja, Omi Klant.« Sie hüpfte um sie herum.
Nadine runzelte unwillig die Stirn. Wie oft hatte sie der Kleinen schon eingeschärft, die Haushälterin nicht Omi zu nennen, weil sich das nicht gehörte. Sie war schließlich nicht verwandt mit ihnen, sondern nur eine Angestellte. Anke ließ sich jedoch nicht beirren, und da es ihr Vater wohl in Ordnung fand und ihr nicht verbot, vermochte Nadine in dieser Hinsicht nichts auszurichten.
So gab sie ihre erfolglosen Bemühungen schließlich auf, zumal es für sie um so bequemer war, Frau Klant zu jeder Zeit mit der Aufsicht der Kleinen zu betrauen. Nur so war es ihr möglich, ihren Neigungen ungestört nachzugehen, ohne daß jemand auch nur das geringste ahnte.
Bald sollte Daniel jedoch alles erfahren. Seine längere Geschäftsreise ins Ausland war für sie die beste Gelegenheit, alles zu regeln und ein ganz neues Leben zu beginnen. Auf sie wartete eine glänzende Zukunft, in der kein Wunsch mehr nur ein Traum sein würde. Sie brauchte nur zu sagen, was sie wollte, und würde es schon bekommen. Es kostete sie nur eine bindende Zusage, die sie nach reiflichen Überlegungen zu geben bereit war.
Schon hielt Nadine den Hörer in der Hand und wählte eine altvertraute Nummer. Und nachdem sich der Angerufene meldete, rief sie erfreut aus: »Fabian, es ist so weit. Ich werde in dein Haus umziehen und die Scheidung einreichen. Danach bin ich frei für dich. Für dich ganz allein. Für mich ist der Zeitpunkt zum endgültigen Bruch mit der Vergangenheit denkbar günstig, denn Daniel ist zu einer längeren Geschäftsreise nach Südamerika abgeflogen. Ich muß heute nur noch dringende Einkäufe erledigen. Wirst du mir einen Lastwagen schicken, der alles abholt?«
»Nein. Du wirst dein jetziges Eigentum zurücklassen und auch keine Kleider mitbringen, die du künftig ohnehin nicht mehr tragen wirst«, erklärte der millionenschwere Fabian Feldner. »Ich kaufe dir alles, was du brauchst und haben möchtest. Du sollst schicke Modellkleider tragen, die dich noch schöner machen, als du ohnehin bist. Künftig wirst du nur an meiner Seite repräsentieren. Man wird mich um dich beneiden, denn du bist die schönste Frau der Welt. Und ich begehre dich wie sonst nichts in meinem Leben. Laß auch deinen Wagen dort. Ich schicke dir einen neuen, ein ganz exklusives Modell.«
»Bitte nicht, Fabian«, wehrte sie erschrocken ab. »Ich möchte kein unnützes Aufsehen erregen, weil mir das schaden könnte. Am besten, wir besprechen alles nachher bei dir. Einige Dinge möchte ich doch einpacken und mitbringen. Sie passen in einen Koffer.«
»Gut, einverstanden. Ich erwarte dich morgen gegen mittag. Dann wird alles zu deinem Empfang bereit sein. Im übrigen überlaß nur alles mir. Ich verständige noch heute meinen Anwalt, damit er schon mal die Möglichkeiten einer schnellen Scheidung erwägen kann. Danach wirst du ganz mir gehören.«
»Ich werde auch glücklich sein, wenn ich endlich meinen jetzigen Namen ablegen kann und Feldner heißen werde.«
»Das ist auch mein sehnlichster Wunsch. Über die Heirat unterhalten wir uns später, wenn du bei mir bist. Ich kann es kaum erwarten. Ich liebe dich, mein Schatz.«
»Ich liebe dich auch glühend, wie es nie zuvor bei einem anderen Mann der Fall war. Mein Gott, ich kann es kaum glauben, daß ich schon von morgen an für immer bei dir sein werde und endlich das Versteckspiel ein Ende findet.« Sie lachte glucksend. »Ein Traum wird wahr – wie Tausendundeiner Nacht.«
Sie beendete das Telefongespräch und lehnte sich in dem tiefen Sessel bequem zurück. Mit einem glücklichen Lächeln auf den Lippen träumte sie vor sich hin. Dabei kam es ihr gar nicht in den Sinn, wie häßlich und gemein sie sich ihrem Mann gegenüber verhielt.
Das hatte Daniel am allerwenigsten verdient, denn er war ihr stets ein liebender, fürsorglicher und aufmerksamer Ehemann gewesen. Kennengelernt hatte sie ihn im Alfred-Lohner-Exporthandel, wo sie als Fremdsprachensekretärin arbeitete. Sie war umschwärmt von den Männern wegen ihrer reizvollen Erscheinung. Ihr naturgewelltes, kastanienbraunes Haar umgab ein zartes Gesicht von ebenmäßiger Schönheit. In ihren goldbraunen Augen lag stets ein geheimnisvolles Funkeln, das jedes Männerherz betörte.
Auch wenn ihre Mittel anfangs nur bescheiden waren, wußte sich Nadine doch stets geschmackvoll zu kleiden. Alles, was sie trug, unterstrich ihre schlanke, biegsame Figur und machte sie so begehrenswert. Stets war sie sich ihres Wertes bewußt. Sie verliebte sich in den gutaussehenden Daniel Lohner, ihren Chef, und nahm beglückt seinen Antrag an. Eine Rolle dabei spielte von Anfang an allerdings auch, daß Daniel ein reicher, attraktiver Mann war.
Sie selbst war als Waise in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen und hatte die Reichen stets beneidet. Durch die Heirat mit Daniel gehörte sie zu der feineren Gesellschaft. Sie lernte schnell, wie sie sich fortan bewegen mußte und kleidete sich ausgesprochen geschmackvoll, was ihr von Natur aus gegeben war.
In dem großen Haus mit den erlesenen Möbeln fühlte sie sich auf Anhieb wohl. Sie bemühte sich, alle Räume noch behaglicher einzurichten, und erntete dafür Daniels Lob und Dank. Beide führten ein glückliches Leben, das durch die Geburt der kleinen Anke gekrönt wurde.
Anfangs beschäftigte sich Nadine viel mit der Kleinen. Als diese jedoch älter wurde und Frau Klant sie gern in ihre Obhut nahm, besuchte Nadine wieder öfter Partys und Gesellschaften. Daniel begleitete sie anfangs meistens. Dann schützte er jedoch immer öfter dringende Arbeiten vor. In seiner Firma trat eine Flaute ein und verlangte von ihm den vollen Einsatz.
In dieser Zeit lernte Nadine zufällig den millionenschweren Fabian Feldner kennen, der sich auf Anhieb für sie interessierte. Rasch kamen sie einander näher. Fabian lud sie in sein märchenhaftes Haus ein, das auf einem riesigen Besitz lag. Es gab dort alles, was das Leben bequem machte. Einen großangelegten Swimmingpool, dazu Tennis- und andere Sportplätze sowie einen Reitstall und dergleichen.
Der dominierende Beherrscher war Fabian, der alles ausgezeichnet im Griff hatte. Seine Angestellten waren von ihm gutgeschult. Er verfügte wie selbstverständlich über die Menschen in seiner Umgebung und ließ erst gar keinen Widerstand aufkommen.
Nadine war ebenfalls seiner Persönlichkeit verfallen. Sie ließ sich von ihm verführen und einreden, daß sie zusammen gehörten. Allerdings zögerte sie die von ihm verlangte Scheidung immer hinaus. Ein kleines bißchen Unsicherheit steckte wohl doch in ihr, wie ihr Mann ihren Wunsch nach endgültiger Trennung auffassen würde. Vielleicht war es auch die Angst vor harten Auseinandersetzungen.
Bis dann jedoch der Wunsch nach noch mehr Reichtum und Luxus entschieden die Oberhand gewann. Sie wollte nur noch die günstige Gelegenheit abwarten, um alle Brücken hinter sich abzubrechen.
Dieser Zeitpunkt war nun gekommen. Jetzt hieß es nur noch, die nächsten Schritte reiflich zu überlegen. Vor allen Dingen mußte sie Frau Klant Sand in die Augen streuen, damit sie ihr nicht auf die Schliche kam und womöglich noch dazwischen funkte. Sie würde gewiß Daniel die Wahrheit sagen, wenn er zu Hause anrief. Er durfte jedoch erst etwas merken, wenn er nach der langen Geschäftsreise heimkehrte.
Vor allen Dingen mußte Nadine die Lieblingsspielsachen der Kleinen einpacken, damit sie später im Hause Feldner nicht danach jammerte. Da würde es sie nicht einmal trösten, wenn Fabian die schönsten Puppen und dergleichen für sie besorgen ließ.
Entschlossen ging Nadine ins Kinderzimmer und legte die Dinge, die sie morgen einpacken wollte, schon mal griffbereit hin. Sie konnte erst kurz vor der Abfahrt die Koffer packen, damit die anderen vollkommen überrumpelt waren.
Nachdem sie somit alles vorbereitet hatte, ging sie zu Anke und gab sich alle Mühe mit ihr. Es beruhigte sie ungemein, daß die Kleine immer wieder laut jubelte, sobald ihr ein Spielchen besonders gut gefiel. Mitunter klatschte sie sogar begeistert in die Hände.
Nadine war jedoch erst froh, als Anke im Bettchen lag und schlief. Nun konnte sie endlich ihre letzten Vorkehrungen treffen.
*
»Mama! Mama! Tinchen ist weg!« rief Anke aufgeregt und stürzte mit Tränen in den Augen auf die Mutter zu. »Ich kann sie nicht sehen.«
»Ich kann sie nicht finden, heißt das«, belehrte sie die sonst so ungeduldige Nadine sanft. »Komm mal her zu mir.«
»Ich muß Tinchen erst suchen«, wandte die Kleine hektisch ein.
»Sie ist nicht verschwunden.« Nadine griff nach Anke und zog sie auf ihren Schoß. »Ich habe die Puppe mit deinen anderen Lieblingsspielsachen in den Koffer gepackt. Ich weiß doch, wie sehr du an ihnen hängst, und daß du dich von ihnen nicht trennen würdest. Wir verreisen nämlich für eine Weile.«
Anke wurde ganz zappelig. »Zu Papi? Dann komm schnell.« Sie rutschte vom Schoß herunter und versuchte, die Mutter an der Hand zu ziehen.
»Nicht zum Papi, denn er hätte uns gleich mitgenommen, wenn es ihm möglich gewesen wäre. Wir fahren woanders hin, wo es Wiesen und Wälder gibt und du genügend Platz hast, um dich auszutoben. Laß dich nur überraschen. Du wirst begeistert sein. Komm, ich mache dich gleich zurecht. Wir fahren dann los.«
Nadine hatte Frau Klant bereits verständigt, daß sie kein Mittagessen zubereiten brauchte, weil sie nicht zu Hause sein würden. Mehr hatte sie vorerst nicht gesagt.
Sie sorgte auch dafür, daß Anke an ihrer Seite blieb. Erst als sie beide fix und fertig angezogen waren, gingen sie in die Küche.
Anke rief sofort freudestrahlend aus: »Omi Klant, Mama und ich verreisen. Wo es viele Wiesen und Tiere gibt. Das ist ganz doll.« Sie hüpfte von einem Bein aufs andere.
Nadine mischte sich erklärend ein. »Wir fahren zu meinen Verwandten und bleiben dort für einige Zeit.«
Frau Klant verschlug es die Sprache. Konsterniert rief sie aus: »Aber Sie haben doch gar keine Verwandten, sind schließlich Vollwaise! Und dann so plötzlich!«
»Es hat sich halt so ergeben«, erwiderte Nadine kaltblütig. »Ich bin zufällig mit einem bisher unbekannten, verschollenen Bruder meiner Mutter zusammengetroffen. Er möchte mich unbedingt näher kennenlernen und hat mich eingeladen, mußte sich aber vorher noch mit seiner Frau besprechen. Gestern abend hat er angerufen, daß alles zu unserem Empfang bereit ist und sie beide sich ungemein freuen, wenn wir sie besuchen.«
»Demnach weiß Ihr Mann nichts davon?« argwöhnte Frau Klant.
»Nein. Er war ja schon fort, als mein Onkel anrief. Im übrigen liegt ein Brief auf seinem Schreibtisch, in dem alles ausführlich dargelegt ist.« Nadine schob Anke vor sich hin. »Sag Frau Klant auf Wiedersehen. Wir müssen los.«
Während die Kleine die gütige, sechsundfünfzigjährige Haushälterin stürmisch umarmte und sich von ihr verabschiedete, ging Nadine bereits zur Tür. Sie hielt es nicht für nötig, Frau Klant die Hand zu reichen, und rief ihr einen kurzen Abschiedsgruß von der Tür zu.
Anke winkte noch vom Hintersitz des Autos, als sie abfuhren.
Frau Klant starrte indessen dem davonfahrenden Wagen nach. Ein sechster Sinn ließ sie erahnen, daß da etwas nicht stimmte. Sie hatte sich ohnehin schon gewundert, daß Nadine stets unterwegs war, wenn ihr Mann nicht zu Hause weilte. Allerdings hatte sie ihr Kind nie mitgenommen, sondern es stets ihrer Obhut übergeben. Daß Anke sie diesmal begleitete, gab ihr zu denken. Eine unerklärliche Unruhe erfaßte sie.
Anke schaute unterdessen unablässig aus dem Wagenfenster und staunte über alles, was sie sah. Einige Male versuchte sie, der Mutter Fragen zu stellen. Als sie jedoch nur zurechtweisende Antworten erhielt, schwieg sie lieber. Sie war zudem von allem, was sich ihren Blicken bot, völlig gefesselt.
Nadine fuhr schwungvoll auf den kleineren Parkplatz nahe des Feldnerschen Hauses und hupte kurz. Dann stieg sie aus und holte auch Anke aus dem Wagen.
»Wir sind da! Wie gefällt es dir hier?« erkundigte sie sich.
Anke blieb vor Staunen der Mund offen stehen. Dennoch wirkte alles Großartige und Neue beängstigend auf sie, weil sie so etwas nicht kannte. Sie drückte sich an die Mutter an.