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Wenn nur noch Streit den Ehealltag prägt, dann kann eine Trennungszeit helfen, sich klar zu werden, wie es weitergehen soll. Auch aus rechtlichen Gründen drängt sich allenfalls eine Trennung auf, wenn eine Seite gegen den Willen der anderen die Scheidung verlangt. Was immer der Grund ist: Wer sich trennen will, hat viel zu regeln. Die Autoren Simon Mettler und Michael Bucher zeigen in diesem Ratgeber, welche Bereiche betroffen sind: Kinder, Finanzen, Arbeits- und Wohnsituation. Er erklärt, was man — bei aller Hoffnung auf eine Versöhnung — auch im Hinblick auf eine allfällige Scheidung beachten sollte. Und er hat ein besonderes Augenmerk auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder. Sein Buch weist den Weg zu einer Lösung, die allen Beteiligten gerecht wird.
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Seitenzahl: 120
Veröffentlichungsjahr: 2024
6., vollständig überarbeitete Auflage, 2024
© 2005 Beobachter-Edition, Zürich
Alle Rechte vorbehalten
www.beobachter.ch
Herausgeber: Der Schweizerische Beobachter, Zürich
Lektorat: Käthi Zeugin
Reihengestaltung und Umschlag: Frau Federer GmbH
Satz: Bruno Bolliger
Herstellung: Bruno Bächtold
Druck: CPI Books GmbH, Ulm
ISBN 978-3-03875-496-1
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Die Autoren
Michael Bucher ist Fachanwalt SAV Familienrecht, Mediator SAV und Collaborative Lawyer clp Schweiz. Er ist spezialisiert auf Familien- und Erbrecht.
Simon Mettler ist Rechtsanwalt, Mediator SAV und Collaborative Lawyer clp Schweiz. Seine Spezialgebiete sind das Familien- und das Erbrecht.
Dank
Verlag und Autoren danken Rechtsanwalt Daniel Trachsel. Er verfasste während vieler Jahre die Beobachter-Ratgeber zu den Themen Scheidung und Trennung, die zahlreichen Menschen eine wertvolle Hilfe auf dem Weg zu einem fairen, einvernehmlichen Auseinandergehen waren.
Inhalt
Vorwort
1 Überlegungen vor der Trennung
Innehalten und Klarheit gewinnen
Den eigenen Standort bestimmen
Finanzielle Überlegungen
Beziehungspause oder Vorstufe zur Scheidung?
Warum nicht gleich die Scheidung?
Wege zur Lösung des Konflikts
Bleiben Sie im Gespräch
Gute Wege: Mediation, CLP, gemeinsame Rechtsberatung
Der Weg über den eigenen Anwalt
Das Gericht muss entscheiden
Diese Unterlagen benötigen Sie
Schutz vor bösen Überraschungen
Wichtige Belege sammeln
Bankvollmachten und Kreditlimiten prüfen, Vermögen sichern
Häusliche Gewalt
Angst vor einer Entführung der Kinder
In Kürze «Überlegungen vor der Trennung»
2 Die Kinder in der Trennungszeit
Kinder im elterlichen Konflikt
Die Kinder aus dem Streit heraushalten
Die Kinder in die Lösung einbeziehen
Reaktionen der Kinder
Schuldgefühle und Loyalitätskonflikte
Wenn die Kinder den Kontakt abbrechen
So helfen Sie Ihren Kindern
Bei wem leben die Kinder?
Elterliche Sorge bei beiden Eltern
Die Obhut und die Betreuung
Gemeinsam die beste Lösung finden
Wenn das Gericht entscheiden muss
So gelingt die Umsetzung der Betreuung
Fördern Sie den Kontakt zum anderen Elternteil
Bei Problemen: Auflagen und Beschränkungen des Gerichts
In Kürze «Die Kinder in der Trennungszeit»
3 Wohnung und Hausrat
Wer bleibt in der Wohnung?
Wenn Sie sich nicht einigen können
Rechte und Pflichten der Seite, die in der Wohnung bleibt
Gedanken zur neuen Wohnung
Schutz für die Familienwohnung
Wie werden Möbel und Hausrat aufgeteilt?
Tipps für die faire Aufteilung
In Kürze «Wohnung und Hausrat»
4 Unterhalt
Worum geht es beim Unterhalt?
Unterhalt während einer Beziehungspause
Arten von Unterhaltsbeiträgen
Wie lange ist der Unterhalt geschuldet?
Auswirkungen auf eine spätere Scheidung
Wie wird der Unterhaltsbeitrag berechnet?
Der Bedarf – wer braucht wie viel?
Speziell: der Bedarf beim Betreuungsunterhalt
Einkommen – wer verdient wie viel?
Wenn ein hypothetisches Einkommen angerechnet wird
Überschuss – wie wird er geteilt?
Berechnung des geschuldeten Unterhalts
Alternierende Obhut, neue Partnerschaft und Patchworksituation
In Kürze «Unterhalt»
5 Vermögen, Altersvorsorge und Erbrecht
Was geschieht mit dem ehelichen Vermögen?
Der Güterstand spielt eine wichtige Rolle
Ist eine Gütertrennung sinnvoll?
Ein Inventar verhindert Streit
Wer haftet für welche Schulden?
Was passiert mit den Steuern?
Trennung und Altersvorsorge
AHV und IV
Pensionskasse
Säule 3a und Lebensversicherungen
Trennung und Erbrecht
Den Nachlass neu ordnen
In Kürze «Vermögen, Altersvorsorge und Erbrecht»
6 Das Trennungsverfahren
Trennung ohne Gericht
Schriftliche Vereinbarung über das Getrenntleben
Gerichtliche Genehmigung der Trennungsvereinbarung
Wenn das Gericht entscheiden soll
Das Verfahren vor dem Eheschutzgericht
Wie läuft die Verhandlung ab?
Die Rechte der Kinder im Trennungsverfahren
Welches Gericht ist zuständig?
Was kostet das Gerichtsverfahren?
Kein Geld für Anwalt und Gericht?
In Kürze «Das Trennungsverfahren»
7 Nach der Trennung
Diese Aufgaben stehen nach der Trennung an
Rechtskraftbescheinigung einholen
AHV- oder IV-Renten neu berechnen lassen
Versicherungen überprüfen
Aufenthaltsrecht für ausländische Eheleute
Wenn das Geld nicht reicht
Anspruch auf Arbeitslosentaggelder
AHV, IV und Ergänzungsleistungen
Prämienverbilligung bei der Krankenkasse
Sozialhilfe und Unterstützungsbeiträge
Wenn die Alimente nicht bezahlt werden
Betreibung einleiten
Inkassohilfe und Alimentenbevorschussung
Schuldneranweisung verlangen
Sicherheitsleistung und Arrest
Strafantrag stellen
Was gilt, wenn sich die Verhältnisse ändern?
Bei aussergerichtlicher Vereinbarung zum Unterhalt
Bei einem gerichtlich festgelegten Unterhaltsbeitrag
Wenn die Kinderbetreuung geändert werden soll
Keine Konflikte auf Kosten der Kinder
Pflicht zur Zusammenarbeit
Richtiges Verhalten bei der Übergabe
Das Ende der Trennungszeit
Wieder zusammenziehen
Die Trennung mündet in die Scheidung
In Kürze «Nach der Trennung»
Anhang
Checkliste: Unterlagen
Muster für Trennungsvereinbarungen
Nützliche Links und Adressen
Beobachter-Ratgeber
Vorwort
Haben Sie und Ihr Partner, Ihre Partnerin sich auseinandergelebt oder dominieren Streitigkeiten das Eheleben, kann eine Trennung als einziger Ausweg erscheinen. Dieser Ratgeber soll Ihnen helfen, Ihren Standort zu bestimmen und Klarheit für die weiteren Schritte zu gewinnen.
Wenn Sie sich beispielsweise fragen, wer bei der Trennung in der Wohnung bleiben darf, wie die Betreuung der Kinder geregelt werden soll oder wie die Unterhaltsbeiträge zu berechnen sind, werden Sie hier Antworten finden.
Strittig geführte Trennungen, insbesondere vor Gericht, sind ausnahmslos destruktiv für die ganze Familie. Aus Überzeugung plädieren wir daher für eine einvernehmliche, eigenverantwortliche Lösung. Es liegt an Ihnen und Ihrem Ehemann, Ihrer Ehefrau, nach einer Trennung eine neue Beziehungsebene zu finden, die für die gesamte Familie tragfähig ist. Dieser Ratgeber wird Sie auf dem Weg dorthin begleiten und unterstützen.
Michael Bucher und Simon Mettler
Januar 2024
Innehalten und Klarheit gewinnen
Wo stehe ich in unserer Ehe? Was verspreche ich mir von einer Trennung? Kann unsere Ehe noch gerettet werden? Nehmen Sie sich Zeit für eine Standortbestimmung.
Die Gründe, die eine Trennung (oder eine Scheidung) schliesslich als einzigen Ausweg erscheinen lassen, sind vielfältig. Eines ist klar: Es ist Ihr freier Entschluss, ob Sie im gemeinsamen Haushalt bleiben oder – auch ohne Zustimmung Ihres Partners, Ihrer Partnerin – eine Trennung einleiten.
Den eigenen Standort bestimmen
Gerade weil es sehr einfach ist, eine Trennung einseitig zu erwirken, lohnt es sich, vor einem derart einschneidenden Schritt innezuhalten und den eigenen Standort zu bestimmen. Gehen Sie den Gründen nach, die Sie zu einer Trennung bewegen, und analysieren Sie auch Ihre eigene Rolle. Eine Trennung ist ein intensiver und in der Regel länger dauernder Ablösungsprozess, bei dem Sie die Folgen für die ganze Familie sorgfältig abwägen sollten.
Hilfe annehmen
Sind Sie mit der Frage konfrontiert, ob eine Trennung der richtige Weg ist, fällt der Entscheid oft nicht leicht. Es ist keine Schande, hier Hilfe von aussen in Anspruch zu nehmen.
Tipp | Profis konsultieren Es lohnt sich, Unterstützung von ausgebildeten Fachleuten zu suchen. Den Freundinnen und Bekannten, zu denen Sie im ersten Moment vielleicht eher den Weg finden, fehlt die nötige Unabhängigkeit. Adressen von Eheberatungsstellen finden Sie im Anhang.
Eine unabhängige, kompetente Fachperson kann Ihnen womöglich auch helfen, die aus dem Lot geratene Ehe zu retten. Verstrickt in ihrem Paarkonflikt, nehmen Eheleute die Situation kaum mehr objektiv wahr. Im Teufelskreis von Streitereien und Schuldzuweisungen wird oft nur noch reagiert. Eine Fachperson kann Ihnen in dieser Situation helfen, neue Perspektiven zu entwickeln.
Unterstützung kann aber auch hilfreich sein, wenn bereits feststeht, dass es zur Trennung kommen wird. Sie können für sich allein oder auch gemeinsam mit Ihrer Ehefrau, Ihrem Gatten eine Therapie in Anspruch nehmen, um Vergangenes aufzuarbeiten und den getrennten Weg in eine neue Zukunft zu ebnen. Ein Psychologe kann Sie auch darin unterstützen, die Kommunikation während der Trennungszeit aufrechtzuerhalten. Dies hilft oft, Konflikte zu vermeiden oder erfolgreich zu meistern.
Wenn ein Partner fremdgeht
Hat sich der Ehemann, die Ehefrau einer neuen Freundin, einem neuen Partner zugewendet, ist die Gefahr besonders gross, dass der Konflikt ausser Kontrolle gerät. Während die eine Seite sich innerlich bereits von der Beziehung abgelöst hat, hatte der Partner, die Partnerin diese Möglichkeit noch nicht. Verletztheit sowie ein Gefühl der Verlassenheit sind die Folge.
Dieses Ungleichgewicht ist eine der häufigsten Ursachen für eine schwierige, destruktive Trennungszeit. Es ist daher ausserordentlich wichtig, dass Sie und Ihr Ehemann, Ihre Frau sich die nötige Zeit einräumen, damit Sie beide das Scheitern der Ehe innerlich verarbeiten können.
Finanzielle Überlegungen
Ob es zu einer Trennung kommt oder nicht, ist ein ganz persönlicher Entscheid, den Ihnen niemand abnehmen kann. Sie können ihn besser fällen, wenn Ihnen sämtliche Entscheidungsgrundlagen bekannt sind – je genauer, desto besser. Machen Sie sich auch ein möglichst exaktes Bild über die finanziellen Konsequenzen. Eigentlich könnten es sich viele Ehepaare gar nicht leisten, auseinanderzugehen.
Hinweis | Teure Trennung Zwei Haushalte kosten bis zu 40 Prozent mehr als einer. Damit wird die Trennung – und später die Scheidung – zu einem bedeutenden Armutsrisiko, vor allem für Familien mit Kindern.
Wenn Sie sich bis jetzt nur oder fast nur um Haus und Kinder gekümmert haben, wird fast immer gefordert, dass Sie wieder in Ihren Beruf einsteigen oder Ihre bisherige Erwerbstätigkeit ausdehnen. Es gibt keine Garantie, dass Sie die bisherige Rollenteilung beibehalten können (siehe auch Seite 101).
Beziehungspause oder Vorstufe zur Scheidung?
Für die meisten Ehepaare steht in einer ehelichen Krise nicht gleich fest, ob die Trennung einen vorläufigen Charakter hat oder ob mit einer Scheidung der endgültige Schlussstrich gezogen werden soll.
Eine Trennung ist jederzeit und durch einseitigen Entschluss möglich. Es gehört zum Kernbereich der persönlichen Freiheit, dass Sie sich voraussetzungslos trennen dürfen und nicht gegen Ihren Willen in der Ehegemeinschaft ausharren müssen.
Trennung als Beziehungspause
Eine Trennung bedeutet nicht immer das Ende einer Beziehung. Es gibt auch Paare, die sich nur vorübergehend trennen, um eine Standortbestimmung vorzunehmen oder um zur Ruhe zu kommen. Beschliessen die Eheleute danach, dass sie an der Beziehung festhalten wollen, können sie jederzeit das eheliche Zusammenleben wieder aufnehmen.
Bei einer solchen Beziehungspause ist es nicht zwingend nötig, dass Sie eine Vereinbarung erstellen, um die vorläufige Trennung zu regeln. Viele Paare verständigen sich mündlich über die notwendigen Punkte dieser Beziehungspause: Der Ehemann, die Ehefrau zieht vorübergehend zu Bekannten, beide haben weiterhin Zugriff auf das gemeinsame Konto und die Kinder sieht man beispielsweise weiterhin in der ehelichen Wohnung.
Wenn sich allerdings abzeichnet, dass eine solche Pause länger dauert, kann es sinnvoll sein, wenigstens eine einfache Vereinbarung abzuschliessen (siehe Seite 134).
Trennung als Vorstufe zur Scheidung
Wollen beide Eheleute die Scheidung, ist dies auch ohne vo-rangehende Trennung jederzeit möglich. Ist eine Seite noch nicht so weit, wird es komplizierter: Möchte zum Beispiel der Ehemann (noch) nicht geschieden werden, kann die Ehefrau eine Scheidung gegen seinen Willen erst nach einer zweijährigen Trennung erzwingen. In diesen Fällen ist die Trennung eine notwendige Vorstufe zur Scheidung, denn die zweijährige Trennungsfrist beginnt erst mit der Aufhebung des gemeinsamen Haushalts zu laufen.
Der Nachweis, dass die zweijährige Trennungsfrist abgelaufen ist, kann heikel sein. Der Beginn lässt sich aber beispielsweise leicht nachweisen:
mit der Trennungsvereinbarung, die Sie aufgesetzt haben mit einer Wohnsitzbestätigung an der Adresse der neuen Wohnung mit dem Mietvertrag für die neue WohnungHinweis | Versöhnungsversuche Kurze Versuche des Zusammenlebens zu Versöhnungszwecken, die einige Tage oder Wochen dauern, unterbrechen die zweijährige Frist nicht. Leben die Eheleute allerdings wieder mehrere Monate zusammen und trennen sie sich dann erneut, beginnt die Frist von vorn.
Unterschiede zwischen der Trennung und der Scheidung
Die rechtlichen Auswirkungen einer Trennung gehen weniger weit als die der Scheidung und es gibt weniger Themen zu regeln (siehe nebenstehende Zusammenstellung).
Warum nicht gleich die Scheidung?
Es gibt persönliche und finanzielle Gründe, die für die Trennung und gegen die Scheidung sprechen – und umgekehrt. Diese sind sehr individuell. Die häufigsten finden Sie in der Zusammenstellung auf der vorangehenden Seite.
Wege zur Lösung des Konflikts
Manche Trennungen sind begleitet von verbittertem Streit und viel Ärger. Das muss nicht sein. Sie und Ihre Partnerin, Ihr Partner haben es in der Hand, auf gute Weise auseinanderzugehen.
Die folgenden Hinweise sollen Sie auf Ihrem Weg zur einvernehmlichen Trennung unterstützen. Denn die Erfahrung zeigt, dass gemeinsam erarbeitete Lösungen tragfähiger sind als Regelungen, die gegen den Willen einer Seite vom Gericht angeordnet werden.
Bleiben Sie im Gespräch
Das ist wohl der wichtigste Rat in einer Trennung. Versuchen Sie, den Konflikt gemeinsam und eigenverantwortlich zu lösen. Es geht um Ihre Familie und Ihre Zukunft – wer, wenn nicht Sie, weiss, was für Sie beide und Ihre Kinder am besten ist!
Ihr Ehemann, Ihre Frau sollte wenn immer möglich von Ihnen direkt erfahren, dass und warum aus Ihrer Sicht eine Trennung unumgänglich ist. Sie verletzen ihn oder sie unnötig, wenn Sie diesen wichtigen Entscheid via Anwalt oder Drittperson mitteilen lassen.
Optimal ist es, wenn Sie sich direkt mit Ihrem Ehemann, Ihrer Frau über die Trennung und deren Folgen einigen können. In der Regel empfiehlt es sich, die gefundene Lösung schriftlich festzuhalten. Eine gerichtliche Genehmigung ist nicht nötig, kann aber Vorteile haben (siehe Seite 136).
Tipp | Hilfe beim Gespräch Haben Sie Angst vor Gewalt oder davor, verbal «fertiggemacht» zu werden? Bitten Sie eine Person, der Sie beide vertrauen, beim Gespräch anwesend zu sein. Oder wenden Sie sich an eine Ehe- und Familienberatungsstelle (Adressen im Anhang).
Gute Wege: Mediation, CLP, gemeinsame Rechtsberatung
Wenn Sie beide eine einvernehmliche Lösung wünschen, sich aber ohne professionelle Unterstützung nicht einigen können, stehen Ihnen mehrere gute Wege offen: Im Rahmen einer Mediation oder eines CLP-Verfahrens (Collaborative Law & Practice), aber auch bei einer gemeinsamen Rechtsberatung haben Sie die Möglichkeit, Lösungen ausserhalb gerichtsüblicher Regelungen und starrer Konzepte zu erarbeiten.
Mediation
Die Mediation ist ein aussergerichtlicher Weg der Konfliktbearbeitung, bei dem eine neutrale Drittperson – der Mediatoroder die Mediatorin – ein Paar unterstützt, die Probleme rund um die Trennung in gemeinsamen Sitzungen einvernehmlich und eigenverantwortlich aufzuarbeiten und eine Lösung zu finden. Mediation ist weder Beratung noch (Ehe-)Therapie. Aufgabe der Mediatorinnen und Mediatoren ist es, ein Gesprächsklima zu schaffen, das es den Ehegatten ermöglicht, selbständig eine faire und rechtsverbindliche Lösung zu entwickeln (geeignete Adressen finden Sie im Anhang).
Collaborative Law & Practice – CLP
Das CLP-Verfahren (auch kooperative Praxis oder kooperatives Anwaltsverfahren genannt) läuft ähnlich ab wie eine Mediation. Es unterscheidet sich von dieser jedoch dadurch, dass beide Eheleute beim Verhandeln je durch einen eigenen, speziell dafür ausgebildeten Anwalt unterstützt werden, der immer auch das Wohl des gesamten Familiensystems im Auge behält.
Vorteile gegenüber der Mediation zeigen sich insbesondere bei juristisch oder wirtschaftlich komplexen Fragestellungen, aber auch, wenn eine Seite Mühe hat, die eigene Position zu formulieren und dafür einzutreten. Häufig werden beim CLP-Verfahren weitere Fachpersonen einbezogen – etwa Experten für Paare und Familien, für Kinder oder für Finanzfragen. So sind die Chancen auf eine ausgewogene Lösung häufig erheblich grösser, und oft hilft diese Zusammenarbeit, unüberwindbar scheinende Blockaden aufzuheben (CLP-Fachleute finden Sie unter www.clp.ch).
Gemeinsame Rechtsberatung
Eine weitere Möglichkeit ist, dass Sie gemeinsam eine Anwältin beziehen, die Ihnen hilft, eine Trennungsvereinbarung auszuarbeiten. Im Gegensatz zur Mediation und zum CLP-Verfahren werden dabei rechtliche Aspekte stärker gewichtet.
