Trennung - Simon Mettler - E-Book

Trennung E-Book

Simon Mettler

0,0
19,00 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Wenn nur noch Streit den Ehealltag prägt, dann kann eine Trennungszeit helfen, sich klar zu werden, wie es weitergehen soll. Auch aus rechtlichen Gründen drängt sich allenfalls eine Trennung auf, wenn eine Seite gegen den Willen der anderen die Scheidung verlangt. Was immer der Grund ist: Wer sich trennen will, hat viel zu regeln. Die Autoren Simon Mettler und Michael Bucher zeigen in diesem Ratgeber, welche Bereiche betroffen sind: Kinder, Finanzen, Arbeits- und Wohnsituation. Er erklärt, was man — bei aller Hoffnung auf eine Versöhnung — auch im Hinblick auf eine allfällige Scheidung beachten sollte. Und er hat ein besonderes Augenmerk auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kinder. Sein Buch weist den Weg zu einer Lösung, die allen Beteiligten gerecht wird.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 120

Veröffentlichungsjahr: 2024

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



6., vollständig überarbeitete Auflage, 2024

© 2005 Beobachter-Edition, Zürich

Alle Rechte vorbehalten

www.beobachter.ch

Herausgeber: Der Schweizerische Beobachter, Zürich

Lektorat: Käthi Zeugin

Reihengestaltung und Umschlag: Frau Federer GmbH

Satz: Bruno Bolliger

Herstellung: Bruno Bächtold

Druck: CPI Books GmbH, Ulm

ISBN 978-3-03875-496-1

Zufrieden mit den Beobachter-Ratgebern? Bewerten Sie unsere Ratgeber-Bücher im Shop:

www.beobachter.ch/buchshop

Mit dem Beobachter online in Kontakt:

www.facebook.com/beobachtermagazin

www.x.com/BeobachterRat

www.instagram.com/beobachteredition

Download-Angebot

Die Berechnungen, Muster und Checklisten in diesem Ratgeber finden Sie auch unter www.beobachter.ch/download (Code 0352). Sie können sie herunterladen und an Ihre Situation anpassen.

Die Autoren

Michael Bucher ist Fachanwalt SAV Familienrecht, Mediator SAV und Collaborative Lawyer clp Schweiz. Er ist spezialisiert auf Familien- und Erbrecht.

Simon Mettler ist Rechtsanwalt, Mediator SAV und Collaborative Lawyer clp Schweiz. Seine Spezialgebiete sind das Familien- und das Erbrecht.

Dank

Verlag und Autoren danken Rechtsanwalt Daniel Trachsel. Er verfasste während vieler Jahre die Beobachter-Ratgeber zu den Themen Scheidung und Trennung, die zahlreichen Menschen eine wertvolle Hilfe auf dem Weg zu einem fairen, einvernehmlichen Aus­einandergehen waren.

Inhalt

Vorwort

1 Überlegungen vor der Trennung

Innehalten und Klarheit ­gewinnen

Den eigenen Standort bestimmen

Finanzielle Überlegungen

Beziehungspause oder Vorstufe zur Scheidung?

Warum nicht gleich die Scheidung?

Wege zur Lösung des Konflikts

Bleiben Sie im Gespräch

Gute Wege: Mediation, CLP, gemeinsame Rechtsberatung

Der Weg über den eigenen Anwalt

Das Gericht muss entscheiden

Diese Unterlagen benötigen Sie

Schutz vor bösen Überraschungen

Wichtige Belege sammeln

Bankvollmachten und Kreditlimiten prüfen, Vermögen sichern

Häusliche Gewalt

Angst vor einer Entführung der Kinder

In Kürze «Überlegungen vor der Trennung»

2 Die Kinder in der Trennungszeit

Kinder im elterlichen Konflikt

Die Kinder aus dem Streit heraushalten

Die Kinder in die Lösung einbeziehen

Reaktionen der Kinder

Schuldgefühle und Loyalitätskonflikte

Wenn die Kinder den Kontakt abbrechen

So helfen Sie Ihren Kindern

Bei wem leben die Kinder?

Elterliche Sorge bei beiden Eltern

Die Obhut und die Betreuung

Gemeinsam die beste Lösung finden

Wenn das Gericht entscheiden muss

So gelingt die Umsetzung der Betreuung

Fördern Sie den Kontakt zum anderen Elternteil

Bei Problemen: Auflagen und Beschränkungen des Gerichts

In Kürze «Die Kinder in der Trennungszeit»

3 Wohnung und Hausrat

Wer bleibt in der Wohnung?

Wenn Sie sich nicht einigen können

Rechte und Pflichten der Seite, die in der Wohnung bleibt

Gedanken zur neuen Wohnung

Schutz für die Familienwohnung

Wie werden Möbel und Hausrat aufgeteilt?

Tipps für die faire Aufteilung

In Kürze «Wohnung und Hausrat»

4 Unterhalt

Worum geht es beim Unterhalt?

Unterhalt während einer Beziehungspause

Arten von Unterhaltsbeiträgen

Wie lange ist der Unterhalt geschuldet?

Auswirkungen auf eine spätere Scheidung

Wie wird der Unterhaltsbeitrag berechnet?

Der Bedarf – wer braucht wie viel?

Speziell: der Bedarf beim Betreuungsunterhalt

Einkommen – wer verdient wie viel?

Wenn ein hypothetisches Einkommen ­angerechnet wird

Überschuss – wie wird er geteilt?

Berechnung des geschuldeten Unterhalts

Alternierende Obhut, neue Partnerschaft und Patchworksituation

In Kürze «Unterhalt»

5 Vermögen, Altersvorsorge und Erbrecht

Was geschieht mit dem ehelichen Vermögen?

Der Güterstand spielt eine wichtige Rolle

Ist eine Gütertrennung sinnvoll?

Ein Inventar verhindert Streit

Wer haftet für welche Schulden?

Was passiert mit den Steuern?

Trennung und Altersvorsorge

AHV und IV

Pensionskasse

Säule 3a und Lebensversicherungen

Trennung und Erbrecht

Den Nachlass neu ordnen

In Kürze «Vermögen, Altersvorsorge und Erbrecht»

6 Das Trennungsverfahren

Trennung ohne Gericht

Schriftliche Vereinbarung über das Getrenntleben

Gerichtliche Genehmigung der Trennungsvereinbarung

Wenn das Gericht entscheiden soll

Das Verfahren vor dem Eheschutzgericht

Wie läuft die Verhandlung ab?

Die Rechte der Kinder im Trennungsverfahren

Welches Gericht ist zuständig?

Was kostet das Gerichtsverfahren?

Kein Geld für Anwalt und Gericht?

In Kürze «Das Trennungsverfahren»

7 Nach der Trennung

Diese Aufgaben stehen nach der Trennung an

Rechtskraftbescheinigung einholen

AHV- oder IV-Renten neu berechnen lassen

Versicherungen überprüfen

Aufenthaltsrecht für ausländische Eheleute

Wenn das Geld nicht reicht

Anspruch auf Arbeitslosentaggelder

AHV, IV und Ergänzungsleistungen

Prämienverbilligung bei der Krankenkasse

Sozialhilfe und Unterstützungsbeiträge

Wenn die Alimente nicht bezahlt werden

Betreibung einleiten

Inkassohilfe und Alimentenbevorschussung

Schuldneranweisung verlangen

Sicherheitsleistung und Arrest

Strafantrag stellen

Was gilt, wenn sich die Verhältnisse ändern?

Bei aussergerichtlicher Vereinbarung zum Unterhalt

Bei einem gerichtlich festgelegten Unterhaltsbeitrag

Wenn die Kinderbetreuung geändert werden soll

Keine Konflikte auf Kosten der Kinder

Pflicht zur Zusammenarbeit

Richtiges Verhalten bei der Übergabe

Das Ende der Trennungszeit

Wieder zusammenziehen

Die Trennung mündet in die Scheidung

In Kürze «Nach der Trennung»

Anhang

Checkliste: Unterlagen

Muster für Trennungsvereinbarungen

Nützliche Links und Adressen

Beobachter-Ratgeber

Vorwort

Haben Sie und Ihr Partner, Ihre Partnerin sich auseinandergelebt oder dominieren Streitigkeiten das Eheleben, kann eine Trennung als einziger Ausweg erscheinen. Dieser Ratgeber soll Ihnen helfen, Ihren Standort zu bestimmen und Klarheit für die weiteren Schritte zu gewinnen.

Wenn Sie sich beispielsweise fragen, wer bei der Trennung in der Wohnung bleiben darf, wie die Betreuung der Kinder geregelt werden soll oder wie die Unterhaltsbeiträge zu berechnen sind, werden Sie hier Antworten finden.

Strittig geführte Trennungen, insbesondere vor Gericht, sind ausnahmslos destruktiv für die ganze Familie. Aus Überzeugung plädieren wir daher für eine einvernehmliche, eigenverantwortliche Lösung. Es liegt an Ihnen und Ihrem Ehemann, Ihrer Ehefrau, nach einer Trennung eine neue Beziehungs­ebene zu finden, die für die gesamte Familie tragfähig ist. Dieser Ratgeber wird Sie auf dem Weg dorthin begleiten und unterstützen.

Michael Bucher und Simon Mettler

Januar 2024

Innehalten und Klarheit ­gewinnen

Wo stehe ich in unserer Ehe? Was ver­spreche ich mir von einer Trennung? Kann ­unsere Ehe noch gerettet werden? Nehmen Sie sich Zeit für eine Standort­bestimmung.

Die Gründe, die eine Trennung (oder eine Scheidung) schliesslich als einzigen Ausweg erscheinen lassen, sind vielfältig. ­Eines ist klar: Es ist Ihr freier Entschluss, ob Sie im gemein­samen Haushalt bleiben oder – auch ohne Zustimmung Ihres Partners, Ihrer Partnerin – eine Trennung einleiten.

Den eigenen Standort bestimmen

Gerade weil es sehr einfach ist, eine Trennung einseitig zu erwirken, lohnt es sich, vor einem derart einschneidenden Schritt innezuhalten und den eigenen Standort zu bestimmen. Gehen Sie den Gründen nach, die Sie zu einer Trennung bewegen, und analysieren Sie auch Ihre eigene Rolle. Eine Trennung ist ein intensiver und in der Regel länger dauernder Ablösungsprozess, bei dem Sie die Folgen für die ganze Familie sorgfältig abwägen sollten.

Hilfe annehmen

Sind Sie mit der Frage konfrontiert, ob eine Trennung der richtige Weg ist, fällt der Entscheid oft nicht leicht. Es ist keine Schande, hier Hilfe von aussen in Anspruch zu nehmen.

Tipp | Profis konsultieren Es lohnt sich, Unterstützung von ausgebildeten Fachleuten zu suchen. Den Freundinnen und Bekannten, zu denen Sie im ersten Moment vielleicht eher den Weg finden, fehlt die nötige Unabhängigkeit. Adressen von Eheberatungsstellen finden Sie im Anhang.

Eine unabhängige, kompetente Fachperson kann Ihnen womöglich auch helfen, die aus dem Lot geratene Ehe zu retten. Verstrickt in ihrem Paarkonflikt, nehmen Eheleute die Situation kaum mehr objektiv wahr. Im Teufelskreis von Streitereien und Schuldzuweisungen wird oft nur noch reagiert. Eine Fachperson kann Ihnen in dieser Situation helfen, neue Perspektiven zu entwickeln.

Unterstützung kann aber auch hilfreich sein, wenn bereits feststeht, dass es zur Trennung kommen wird. Sie können für sich allein oder auch gemeinsam mit Ihrer Ehefrau, Ihrem Gatten eine Therapie in Anspruch nehmen, um Vergangenes aufzuarbeiten und den getrennten Weg in eine neue Zukunft zu ebnen. Ein Psychologe kann Sie auch darin unterstützen, die Kommunikation während der Trennungszeit aufrechtzuerhalten. Dies hilft oft, Konflikte zu vermeiden oder erfolgreich zu meistern.

Wenn ein Partner fremdgeht

Hat sich der Ehemann, die Ehefrau einer neuen Freundin, einem neuen Partner zugewendet, ist die Gefahr besonders gross, dass der Konflikt ausser Kontrolle gerät. Während die eine Seite sich innerlich bereits von der Beziehung abgelöst hat, hatte der Partner, die Partnerin diese Möglichkeit noch nicht. Verletztheit sowie ein Gefühl der Verlassenheit sind die Folge.

Dieses Ungleichgewicht ist eine der häufigsten Ursachen für eine schwierige, destruktive Trennungszeit. Es ist daher ausserordentlich wichtig, dass Sie und Ihr Ehemann, Ihre Frau sich die nötige Zeit einräumen, damit Sie beide das Scheitern der Ehe innerlich verarbeiten können.

Finanzielle Überlegungen

Ob es zu einer Trennung kommt oder nicht, ist ein ganz persönlicher Entscheid, den Ihnen niemand abnehmen kann. Sie können ihn besser fällen, wenn Ihnen sämtliche Entscheidungsgrundlagen bekannt sind – je genauer, desto besser. Machen Sie sich auch ein möglichst exaktes Bild über die finanziellen Konsequenzen. Eigentlich könnten es sich viele Ehepaare gar nicht leisten, auseinanderzugehen.

Hinweis | Teure Trennung Zwei Haushalte kosten bis zu 40 Prozent mehr als einer. Damit wird die Trennung – und später die Scheidung – zu einem bedeutenden Armuts­risiko, vor allem für Familien mit Kindern.

Wenn Sie sich bis jetzt nur oder fast nur um Haus und Kinder gekümmert haben, wird fast immer gefordert, dass Sie wieder in Ihren Beruf einsteigen oder Ihre bisherige Erwerbstätigkeit ausdehnen. Es gibt keine Garantie, dass Sie die bisherige Rollenteilung beibehalten können (siehe auch Seite 101).

Beziehungspause oder Vorstufe zur Scheidung?

Für die meisten Ehepaare steht in einer ehelichen Krise nicht gleich fest, ob die Trennung einen vorläufigen Charakter hat oder ob mit einer Scheidung der endgültige Schlussstrich gezogen werden soll.

Eine Trennung ist jederzeit und durch einseitigen Entschluss möglich. Es gehört zum Kernbereich der persönlichen Freiheit, dass Sie sich voraussetzungslos trennen dürfen und nicht gegen Ihren Willen in der Ehegemeinschaft ausharren müssen.

Trennung als Beziehungspause

Eine Trennung bedeutet nicht immer das Ende einer Beziehung. Es gibt auch Paare, die sich nur vorübergehend trennen, um eine Standortbestimmung vorzunehmen oder um zur Ruhe zu kommen. Beschliessen die Eheleute danach, dass sie an der Beziehung festhalten wollen, können sie jederzeit das eheliche Zusammenleben wieder aufnehmen.

Bei einer solchen Beziehungspause ist es nicht zwingend nötig, dass Sie eine Vereinbarung erstellen, um die vorläufige Trennung zu regeln. Viele Paare verständigen sich mündlich über die notwendigen Punkte dieser Beziehungspause: Der Ehemann, die Ehefrau zieht vorübergehend zu Bekannten, beide haben weiterhin Zugriff auf das gemeinsame Konto und die Kinder sieht man beispielsweise weiterhin in der ehelichen Wohnung.

Wenn sich allerdings abzeichnet, dass eine solche Pause länger dauert, kann es sinnvoll sein, wenigstens eine einfache Vereinbarung abzuschliessen (siehe Seite 134).

Trennung als Vorstufe zur Scheidung

Wollen beide Eheleute die Scheidung, ist dies auch ohne vo-rangehende Trennung jederzeit möglich. Ist eine Seite noch nicht so weit, wird es komplizierter: Möchte zum Beispiel der Ehemann (noch) nicht geschieden werden, kann die Ehefrau eine Scheidung gegen seinen Willen erst nach einer zweijährigen Trennung erzwingen. In diesen Fällen ist die Trennung eine notwendige Vorstufe zur Scheidung, denn die zweijährige Trennungsfrist beginnt erst mit der Aufhebung des gemeinsamen Haushalts zu laufen.

Der Nachweis, dass die zweijährige Trennungsfrist abgelaufen ist, kann heikel sein. Der Beginn lässt sich aber beispielsweise leicht nachweisen:

mit der Trennungsvereinbarung, die Sie aufgesetzt haben mit einer Wohnsitzbestätigung an der Adresse der neuen Wohnung mit dem Mietvertrag für die neue Wohnung

Hinweis | Versöhnungsversuche Kurze Versuche des Zusammenlebens zu Versöhnungszwecken, die einige Tage oder Wochen dauern, unterbrechen die zweijährige Frist nicht. Leben die Eheleute allerdings wieder mehrere Monate zusammen und trennen sie sich dann erneut, beginnt die Frist von vorn.

Unterschiede zwischen der Trennung und der Scheidung

Die rechtlichen Auswirkungen einer Trennung gehen weniger weit als die der Scheidung und es gibt weniger Themen zu regeln (siehe nebenstehende Zusammenstellung).

Warum nicht gleich die Scheidung?

Es gibt persönliche und finanzielle Gründe, die für die Trennung und gegen die Scheidung sprechen – und umgekehrt. Diese sind sehr individuell. Die häufigsten finden Sie in der Zusammenstellung auf der vorangehenden Seite.

Wege zur Lösung des Konflikts

Manche Trennungen sind begleitet von verbittertem Streit und viel Ärger. Das muss nicht sein. Sie und Ihre Partnerin, Ihr Partner haben es in der Hand, auf gute Weise auseinanderzugehen.

Die folgenden Hinweise sollen Sie auf Ihrem Weg zur einvernehmlichen Trennung unterstützen. Denn die Erfahrung zeigt, dass gemeinsam erarbeitete Lösungen tragfähiger sind als Regelungen, die gegen den Willen einer Seite vom Gericht angeordnet werden.

Bleiben Sie im Gespräch

Das ist wohl der wichtigste Rat in einer Trennung. Versuchen Sie, den Konflikt gemeinsam und eigenverantwortlich zu ­lösen. Es geht um Ihre Familie und Ihre Zukunft – wer, wenn nicht Sie, weiss, was für Sie beide und Ihre Kinder am besten ist!

Ihr Ehemann, Ihre Frau sollte wenn immer möglich von Ihnen direkt erfahren, dass und warum aus Ihrer Sicht eine Trennung unumgänglich ist. Sie verletzen ihn oder sie unnötig, wenn Sie diesen wichtigen Entscheid via Anwalt oder Drittperson mitteilen lassen.

Optimal ist es, wenn Sie sich direkt mit Ihrem Ehemann, Ihrer Frau über die Trennung und deren Folgen einigen können. In der Regel empfiehlt es sich, die gefundene Lösung schriftlich festzuhalten. Eine gerichtliche Genehmigung ist nicht nötig, kann aber Vorteile haben (siehe Seite 136).

Tipp | Hilfe beim Gespräch Haben Sie Angst vor Gewalt oder davor, verbal «fertiggemacht» zu werden? Bitten Sie eine Person, der Sie beide vertrauen, beim Gespräch anwesend zu sein. Oder wenden Sie sich an eine Ehe- und Familienberatungsstelle (Adressen im Anhang).

Gute Wege: Mediation, CLP, gemeinsame Rechtsberatung

Wenn Sie beide eine einvernehmliche Lösung wünschen, sich aber ohne professionelle Unterstützung nicht einigen können, stehen Ihnen mehrere gute Wege offen: Im Rahmen einer Mediation oder eines CLP-Verfahrens (Collaborative Law & Practice), aber auch bei einer gemeinsamen Rechtsberatung haben Sie die Möglichkeit, Lösungen ausserhalb gerichtsüblicher Regelungen und starrer Konzepte zu erarbeiten.

Mediation

Die Mediation ist ein aussergerichtlicher Weg der Konfliktbearbeitung, bei dem eine neutrale Drittperson – der Mediatoroder die Mediatorin – ein Paar unterstützt, die Probleme rund um die Trennung in gemeinsamen Sitzungen einvernehmlich und eigenverantwortlich aufzuarbeiten und eine Lösung zu finden. Mediation ist weder Beratung noch (Ehe-)Therapie. Aufgabe der Mediatorinnen und Mediatoren ist es, ein Gesprächsklima zu schaffen, das es den Ehegatten ermöglicht, selbständig eine faire und rechtsverbindliche Lösung zu entwickeln (geeignete Adressen finden Sie im Anhang).

Collaborative Law & Practice – CLP

Das CLP-Verfahren (auch kooperative Praxis oder kooperatives Anwaltsverfahren genannt) läuft ähnlich ab wie eine Mediation. Es unterscheidet sich von dieser jedoch dadurch, dass beide Eheleute beim Verhandeln je durch einen eigenen, speziell dafür ausgebildeten Anwalt unterstützt werden, der immer auch das Wohl des gesamten Familiensystems im Auge behält.

Vorteile gegenüber der Mediation zeigen sich insbesondere bei juristisch oder wirtschaftlich komplexen Fragestellungen, aber auch, wenn eine Seite Mühe hat, die eigene Position zu formulieren und dafür einzutreten. Häufig werden beim CLP-Verfahren weitere Fachpersonen einbezogen – etwa Experten für Paare und Familien, für Kinder oder für Finanzfragen. So sind die Chancen auf eine ausgewogene Lösung häufig erheblich grösser, und oft hilft diese Zusammenarbeit, unüberwindbar scheinende Blockaden aufzuheben (CLP-Fachleute finden Sie unter www.clp.ch).

Gemeinsame Rechtsberatung

Eine weitere Möglichkeit ist, dass Sie gemeinsam eine Anwältin beziehen, die Ihnen hilft, eine Trennungsvereinbarung auszuarbeiten. Im Gegensatz zur Mediation und zum CLP-Verfahren werden dabei rechtliche Aspekte stärker gewichtet.