Triggerpunkte selbst behandeln - Richard Finn - E-Book

Triggerpunkte selbst behandeln E-Book

Richard Finn

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Beschreibung

Schmerzen auf den Punkt gebracht! Leiden Sie wie die Mehrheit der Deutschen regelmäßig unter Nackenverspannungen oder Rückenproblemen? Gehören akute oder chronische Muskelschmerzen in anderen Körperbereichen zu Ihrem Alltag? Schuld daran können die sogenannten Triggerpunkte – schmerzhafte, verkürzte und schlecht durchblutete Bereiche im Muskelgewebe – sein. Physiotherapeut Richard Finn zeigt Ihnen, wie Sie diese gezielt angehen und Ihre Beschwerden dauerhaft loswerden können! Leicht verständlich erklärt er, wie Triggerpunkte durch falsche Haltung, Überdehnung oder Überlastung der Muskeln entstehen, welche anderen Leiden – wie Kopfschmerzen, Taubheitsgefühle oder Arthritis – damit zusammenhängen und was Sie dagegen tun können. Mit seiner innovativen 4-Schritte-Methode, die sich nicht nur auf die Triggerpunkte fokussiert, sondern auch die Wirbelsäule, Nerven und sanfte Bewegungen miteinbezieht, lassen sich mehr als 50 unterschiedliche Beschwerdebilder von Kopf bis Fuß effektiv und nachhaltig selbst behandeln, wie zum Beispiel: • Rückenschmerzen • Nackenschmerzen • Tennisarm • Sodbrennen • Knieschmerzen Zusätzlich gibt er Tipps, wie Sie durch den Einsatz von Faszientools und speziellen Massagetechniken Ihren Heilungsprozess optimal unterstützen und Rückfällen aktiv vorbeugen. Also legen Sie los und befreien Sie sich von Ihren Schmerzen!

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 154

Veröffentlichungsjahr: 2023

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RICHARD FINN

TRIGGERPUNKTE

SELBST BEHANDELN

RICHARD FINN

TRIGGERPUNKTE

SELBST BEHANDELN

Mit der 4-Schritte-MethodeSchmerzen in Nacken,Rücken, Hüfte und Kniedauerhaft lindern

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.

Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Für Fragen und Anregungen

[email protected]

Wichtige Hinweise

Dieses Buch ist für Lernzwecke gedacht. Es stellt keinen Ersatz für eine individuelle medizinische Beratung dar und sollte auch nicht als solcher benutzt werden. Wenn Sie medizinischen Rat einholen wollen, konsultieren Sie bitte einen qualifizierten Arzt. Der Verlag und der Autor haften für keine nachteiligen Auswirkungen, die in einem direkten oder indirekten Zusammenhang mit den Informationen stehen, die in diesem Buch enthalten sind.

Ausschließlich zum Zweck der besseren Lesbarkeit wurde auf eine genderspezifische Schreibweise sowie eine Mehrfachbezeichnung verzichtet. Alle personenbezogenen Bezeichnungen sind somit geschlechtsneutral zu verstehen.

1. Auflage 2023

© 2023 by riva Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Türkenstraße 89

80799 München

Tel.: 089 651285-0

Fax: 089 652096

Die englischsprachige Originalausgabe erschien 2020 bei Rockridge Press, einem Imprint der Callisto Media, Inc., unter dem Titel Trigger Point Therapy Made Simple: Serious Pain Relief In 4 Easy Steps. © 2020 by Rockridge Press, Emeryville, California. All rights reserved.

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Übersetzung: Kristina Flemm

Redaktion: Ulrike Reinen

Umschlaggestaltung: Karina Braun

Umschlagabbildung: Shutterstock/Master1305, Evgenia.B

Illustrationen im Innenteil: © Charlie Layton

Bilder im Innenteil: S. 8 Shutterstock/Master1305; S. 38 Shutterstock/VGstockstudio; S. 54 Shutterstock/Liza888; S. 80 Shutterstock/Stasique; S. 112 Shutterstock/VikaJpeg; S. 138 Shutterstock/Johnstocker Production; S. 164 Shutterstock/Africa Studio

Layout: Katja Muggli

Satz: Daniel Förster

eBook: ePUBoo.com

ISBN Print 978-3-7423-2330-9

ISBN E-Book (PDF) 978-3-7453-2119-7

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-7453-2118-0

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.riva-verlag.de

Beachten Sie auch unsere weiteren Verlage unter www.m-vg.de

Für meine geliebte Frau Carol. Seit 35 Jahren ist sie meine ständige Begleiterin und Gefährtin. Sie spendet mir Trost, gibt mir einen Tritt in den Allerwertesten und unterstützt mich spontan bei vielen verschiedenen Projekten – und sorgt dafür, dass ich geliebt werde.

INHALT

Einleitung

1 GRUNDLAGEN UND METHODEN

Triggerpunkte – die Grundlagen

Was ist Triggerpunkttherapie?

Massagetechniken

Die richtigen Werkzeuge

Weitere Behandlungsmethoden

Tipps und Tricks

2 KOPF UND GESICHT

3 NACKEN UND SCHULTERN

4 ARME UND HÄNDE

5 BRUST, RÜCKEN UND BAUCH

6 HÜFTE UND OBERSCHENKEL

7 UNTERSCHENKEL UND FÜßE

Zusätzliche Informationen

Quellen

Dank

Über den Autor

Einleitung

Es ist drei Uhr nachts und Sally wälzt sich im Bett hin und her. Sie hat so starke Rückenschmerzen, dass sie nicht schlafen kann. Jetzt ist kein Arzt oder Therapeut wach, der ihr helfen könnte, und Medikamente scheinen kaum etwas zu bewirken. Sie liegt leidend im Bett, während die friedlich schlafende Gestalt neben ihr laut schnarcht. Was soll Sally jetzt tun?

Vielleicht waren Sie schon einmal in Sallys Situation. Nichts ist so frustrierend wie die Einsamkeit, wenn man Schmerzen empfindet, ohne Hoffnung auf Hilfe. Das Ziel dieses Buchs besteht darin, Ihnen Hoffnung zu geben und die Fähigkeiten und Techniken zu vermitteln, die Sie benötigen, um Schmerzen zu lindern. Es gibt so viele unterschiedliche Behandlungsmethoden, die Sie selbst zu Hause durchführen können.

Für manche von Ihnen ist es möglicherweise der erste Schritt auf der Reise zur Schmerzlinderung. Andere arbeiten vielleicht schon länger auf dieses Ziel hin. Wo auch immer Sie sich auf diesem Weg befinden – Sie werden in diesem Buch Material finden, das Ihre Reise beschleunigt. Das Buch enthält sowohl Grundlagen als auch neue Ideen, die wichtige Hilfsmittel für die Lösung Ihrer Aufgabe sein werden.

Meine Reise begann, als ich beim Radfahren von einem Auto angefahren wurde. Es folgten jahrelange Schmerzen und anschließend jahrelanges Lernen, was gegen die Schmerzen half und warum. Meine Reise hin zur Schmerzlinderung nahm viele Wendungen. Von einigen der Besten erhielt ich Medikamente, Spritzen und Massagen. Im Verlauf der Reise wurde ich selbst Therapeut für myofasziale Triggerpunkttherapie, Dozent und Autor auf diesem Gebiet. Ich habe schon Angehörige vieler verschiedener Gesundheitsberufe unterrichtet, Texte veröffentlicht und bin in Radio und Fernsehen aufgetreten. Einfach gesagt: Vermutlich kenne ich Ihre Schmerzen aus erster Hand. Vermutlich habe ich sie auch schon erfolgreich behandelt.

Viele Menschen suchen sich professionelle Hilfe, um mit ihren Schmerzen zurechtzukommen. Manchmal ist es ein Teil der Reise, verschiedene Fachleute aufzusuchen (vor allem um sicherzugehen, dass die Schmerzen nicht von einer ernsthaften Erkrankung verursacht werden). Man muss sich aber auch selbst um die eigene Behandlung kümmern. Wenn man selbst aktiv wird, erzielt man die größten Erfolge. Ich habe es schon erlebt, und in diesem Buch zeige ich, was für mich und für viele andere funktioniert hat, welche die Methoden angewendet haben, die ich erklären werde. Dieses Buch konzentriert sich darauf, was effektiv ist – auf Methoden, die tatsächlich funktionieren. Sie können Ihren Schmerzen ins Auge blicken, sie verstehen und mit ihnen fertigwerden. Jetzt haben Sie eine echte Chance. Ergreifen Sie sie!

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GRUNDLAGEN UND METHODEN

Was sind Triggerpunkte? Wie entstehen sie? Wie kann etwas so Kleines derart starke Schmerzen verursachen? In diesem Kapitel erhalten Sie alle wichtigen Informationen über Triggerpunkte und deren Therapie. Sie erfahren, wodurch Ihre Schmerzen ausgelöst werden und wie die in diesem Buch vorgestellten Techniken wirken. Zusätzlich bekommen Sie grundlegende Werkzeuge an die Hand, um die Triggerpunkttherapie selbst zu Hause anzuwenden – geeignete Massagetechniken, nützliches Equipment und sogar mentale Herangehensweisen.

Triggerpunkte – die Grundlagen

Ganz einfach ausgedrückt, ist ein Triggerpunkt ein empfindlicher Punkt oder eine Verhärtung in einem Muskel. Das war’s! Das wissen viele Menschen. Aber damit Sie die Techniken in diesem Buch anwenden können, müssen Sie ein bisschen mehr erfahren. Sehen Sie sich also an, wie Triggerpunkte entstehen und Schmerzen verursachen.

Was sind Triggerpunkte?

Um ein bisschen mehr ins Detail zu gehen – ein Triggerpunkt ist ein Bereich, wo sich die Teile des Muskels, die sich zusammenziehen, verkürzt haben. Unsere Muskelfasern verkürzen und dehnen sich ständig, wenn wir uns bewegen, aber sie sollten nicht permanent verkürzt bleiben. Bei Triggerpunkten scheint die Verkürzung genau unter dem Nerv aufzutreten, der dem Muskel das Signal gibt, sich zu verkürzen. Er ist nirgendwo sonst verkürzt – auf beiden Seiten der Verhärtung werden die Muskelfasern wegen der erheblichen Verkürzung in der Mitte sogar gedehnt.

Das macht es für Fachleute wie mich einfach, diese Stellen zu finden. Ich streiche mit den Fingern über die Muskelfasern oder drücke sie zwischen den Fingern zusammen und suche so nach einem gespannten Bereich, der einen gedehnten und verkürzten Muskelstrang kennzeichnet. Anschließend bewege ich meine Finger entlang des Strangs, und Volltreffer! Eine Verhärtung oder ein »Knoten« wartet nur, dass ich endlich darauf drücke.

Diese Knoten verursachen myofasziale Schmerzen – Schmerzen, die mit den Muskeln oder Faszien – dem Bindegewebe, das Muskeln umgibt – zusammenhängen. Lange wusste die Wissenschaft nicht genau, warum Triggerpunkte so empfindlich sind. Doch wir bekamen eine bessere Vorstellung, als Jay Shah, ein Arzt an den National Institutes of Health, 2008 eine Mikrodialyse des Inneren von Triggerpunkten durchführte – das heißt, er untersuchte Flüssigkeit, die aus dem Zentrum mehrerer Triggerpunkte stammte. Dort fand er eine Reihe von Stoffen, die bekanntermaßen bei Entzündungen eine Rolle spielen, was erklärt, warum die Stelle so empfindlich ist.

Was verursacht Triggerpunkte?

Das ist eine gute Frage, die wir noch nicht ganz beantworten können. Triggerpunkte wurden noch nicht gründlich erforscht, denn obwohl Muskeln die Hälfte unseres Körpergewichts ausmachen, gibt es kein medizinisches Fachgebiet, das sich nur auf Muskeln konzentriert. David G. Simons, der Pionierarbeit für die Triggerpunktforschung leistete, bezeichnete Muskeln sogar als »Waisenorgan«.

Außerdem lassen sich Triggerpunktknoten nicht mit Standardbildgebungsverfahren wie CT (Computertomografie), MRT (Magnetresonanztomografie) oder Röntgen darstellen, weil sie winzig sind und aus Weichteilgewebe bestehen. Auch wenn Blutuntersuchungen manchmal Erkrankungen aufdecken, die Triggerpunkte begleiten, wie rheumatoide Arthritis, liefern sie uns keine Informationen über die Knoten selbst.

Dennoch wissen wir ein bisschen darüber, warum der Körper Triggerpunkte erzeugt. Aktuell geht man davon aus, dass ein gereizter Nerv dafür sorgen kann, dass sich das Zentrum des Muskels zu einem Knoten zusammenzieht. Der Bereich, wo die Reizung auftritt, schickt häufig Signale an andere Körperteile, was Schmerzen oder Taubheitsgefühle und Kribbeln verursacht. Herauszufinden, wo sich die empfindlichen Stellen befinden, ist häufig der beste Test, und man kann sie selbst ertasten – sie können sich wie ein kleines Projektil, eine Bohne oder sogar eine Murmel anfühlen.

Triggerpunkte scheinen häufig nach einem physischen Trauma wie einem Autounfall oder Sturz zu entstehen. Allgemeiner Stress scheint auch eine große Rolle bei der Verursachung und Verschlimmerung von Schmerzen zu spielen, und Menschen mit chronischen Erkrankungen entwickeln oft auch Triggerpunkte in ihren Muskeln.

Hinweis: Nicht alle Muskelschmerzen haben mit Triggerpunkten zu tun – sie können viele andere Ursachen haben, wie Geschwüre, eine Blinddarmentzündung oder Nierenerkrankung. Daher ist es wichtig, die Schmerzen ärztlich abklären zu lassen und andere Ursachen auszuschließen. Wenn die Schmerzen eine andere Ursache haben, ist eine entsprechende Behandlung nötig.

Welche Auswirkungen haben Triggerpunkte?

Menschen mit Triggerpunkten schildern sehr unterschiedlich, welche Gefühle sie auslösen. Manche beschreiben Triggerpunkte als schmerzhaft, während andere von Empfindungen wie Taubheit und Kribbeln berichten. Die Schmerzen, die von einem Triggerpunkt ausgehen, werden meist als »dumpf« und »anhaltend« beschrieben. Es ist wichtig anzumerken, dass Schmerzen eigentlich ein Sinneserlebnis und kein Gefühl sind. Ihr Verständnis von Gefühlen bezüglich der Sache sowie der eigentliche physische Input bestimmen, ob Ihr Gehirn Schmerzen ausgibt. Viele Menschen mögen das Wort »Schmerzen« nicht, finden aber kein anderes Wort, um das Gefühl zu beschreiben, das ein Triggerpunkt auslöst.

Triggerpunkte rufen oft andere physische Beschwerden hervor oder tragen dazu bei. Sie treten häufig bei Menschen mit Fibromyalgie, Arthritis, Karpaltunnelsyndrom, kraniomandibulärer Dysfunktion, Kopfschmerzen und Plantarfasziitis auf, um nur einige zu nennen. Falls Sie unter einer Form von myofaszialen Schmerzen leiden, ist es sehr wahrscheinlich, dass Triggerpunkte ein Teil des Problems sind.

Da unsere Muskeln, Faszien und Nerven alle miteinander verbunden sind, kann ein Triggerpunkt in einem Bereich auch Schmerzen in anderen Bereichen verursachen oder dorthin »übertragen«. In mehr als der Hälfte der Fälle werden mit Triggerpunkten verbundene Schmerzen an einer Körperstelle empfunden, die nicht dem Triggerpunkt entspricht. Diese Schmerzen (und Begleiterscheinungen wie Kribbeln und Taubheit) folgen meist bestimmten Mustern, je nachdem, in welchen Muskeln Triggerpunkte entstanden sind. Diese Schmerzmuster betreffen häufig mehr als einen Bereich, der von einem Spinalnerv versorgt wird. Es kann schwierig sein zu erkennen, ob das Problem von der Wirbelsäule oder dem Muskel ausgelöst wird, weshalb es wichtig ist, beide zu behandeln. Dieses Buch wird Ihnen Methoden zeigen, die sowohl die Wirbelsäule als auch den betreffenden Muskel behandeln.

Was ist Triggerpunkttherapie?

Die moderne Triggerpunkttherapie verdankt ihre Existenz größtenteils einem glücklichen Zufall. Die Vorreiterin der Triggerpunkttherapie, Dr. Janet G. Travell, lehnte sich gegen eine Wand, und ein Kleiderhaken bohrte sich hinten in ihre Schulter. Ihr fiel auf, dass dies das Schmerzmuster nachbildete, das sie vorn in der Schulter erlebt hatte. Sie war entschlossen zu erklären, was sie erlebt hatte und wie man es behandeln kann. Sie befasste sich mit der Literatur über Schmerzen, und was sie entdeckte, hilft Menschen auf der ganzen Welt – und jetzt auch Ihnen! Die Triggerpunkttherapie wird in verschiedenen Disziplinen eingesetzt, wie in der Massage, Chiropraktik, Physiotherapie und auch in der konventionellen Medizin. Am wichtigsten ist aber, dass Menschen wie Sie lernen, sie zu nutzen, um sich selbst zu Hause zu helfen.

Wie funktioniert Triggerpunkttherapie?

Dem Nervensystem gefällt es, wenn man Druck ausübt – falls man es richtig tut. Die richtige Art von Druck dehnt die verkürzten Muskelfasern und sorgt dafür, dass das Gehirn natürliche Schmerzmittel freisetzt. Wenn man dies regelmäßig macht und den Bereich flexibel erhält, ist die Schmerzlinderung lang anhaltend. Atemtechniken und Bewegungsprinzipien können zusätzlich helfen, sich die Schmerzen vom Leib zu halten.

Ein Hinweis zu Medikamenten

Manche Menschen mit chronischen Schmerzen behandeln diese mit Medikamenten. Wegen der Opioidkrise (die zunehmende Zahl von Drogenabhängigen durch den Missbrauch von Opioid-Schmerzmitteln), vor allem in den Vereinigten Staaten, wird jedoch vielen bewusst, dass es wichtig ist, andere Ansätze zur Schmerzbehandlung zu verfolgen. Solch einen Ansatz halten Sie in der Hand. Wenden Sie diese Techniken an, um ohne Medikamente Schmerzen zu lindern.

Auch die Nerven in der Haut über dem schmerzenden Bereich reagieren positiv auf Druck, wenn er lange genug gehalten wird. Ist der Druck sanft, lernt das Gehirn, dass der Bereich angenehm berührt wird, und beschließt, die Spannung in dem Bereich zu senken. Intensiverer Druck sorgt dafür, dass das Gehirn die Ausschüttung von Endorphinen auslöst – ein natürliches Schmerzmittel. Auch das sorgt für eine deutliche Schmerzlinderung. Das Gehirn liebt Druck und Dehnung, und genau das werden Sie mit den Techniken erreichen, die Sie in diesem Buch lernen. Ist das Gehirn zufrieden, lassen die Schmerzen nach. So einfach ist das.

Wird der Bereich erneut gereizt oder treten die Umstände, welche die Reizung ursprünglich verursachten, wieder auf, können die Schmerzen natürlich zurückkehren – aber in diesem Buch werden Sie lernen, was Sie tun können, wenn das passiert.

Schmerzen bei der Triggerpunkttherapie?

Sie haben selbst die Kontrolle darüber, wie sich die Triggerpunkttherapie anfühlt. Ein Triggerpunkt ist berührungsempfindlich, aber Sie entscheiden, wie viel Druck Sie ausüben. Im Allgemeinen sollte das Unwohlsein, das Sie bei der Bearbeitung Ihrer Triggerpunkte empfinden, erträglich oder sogar angenehm sein. Mir wurden die Schmerzen schon als »Wohlschmerz« beschrieben.

Wenn Sie mehr Druck mögen, können Sie ein wenig stärker drücken – achten Sie aber darauf, dass Sie sich dadurch nicht verkrampfen oder die Luft anhalten. Wenn Sie dagegen ankämpfen müssen, dass Ihre Muskeln sich anspannen, weil sie sich gegen Ihre Berührung wehren wollen, oder wenn Sie atmen, als würden Sie ein Kind gebären, übertreiben Sie es vielleicht. Vertrauen Sie innerhalb dieser Richtlinien auf Ihr eigenes Urteil.

Nur eine »Kopfsache«?

Falls Sie schon einmal eine ernsthafte Verletzung oder Erkrankung hatten, ist Ihnen vielleicht aufgefallen, dass Menschen eine Woche lang oder auch ein bisschen länger sehr viel Verständnis für Ihre Schmerzen zeigen. Aber wenn Sie chronische Schmerzen haben, fragen sich die Menschen irgendwann, ob sie wirklich echt sind oder nur eine »Kopfsache«. Häufig sprechen sie es auch aus. Diese Kommentare sorgen vielleicht sogar dafür, dass Sie Ihre eigenen Wahrnehmungen anzweifeln. Und ein Arztbesuch lässt die Kritiker häufig nicht verstummen, denn wenn Ärzte nicht nach Triggerpunkten suchen, sagen sie vielleicht, alles sehe normal aus und sie könnten nicht herausfinden, was los sei.

Aber nur weil Menschen Ihre Schmerzen nicht verstehen, bedeutet das nicht, dass sie nicht echt sind. Triggerpunkte lassen sich mit Bildgebungsverfahren oder Blutuntersuchungen zwar schwer erkennen, aber sie sind das Ergebnis von spezifischen, konkreten Problemen mit den Muskeln und Nerven, die von Medizinern genau abgebildet werden können.

Dennoch haben Schmerzen auch immer eine mentale Komponente. Das Nervensystem sendet ständig Informationen ans Gehirn, damit es entscheiden kann, was zu tun ist. Der Output des Gehirns hängt nicht nur vom Input des Körpers ab, sondern auch von Emotionen, vergangenen Erfahrungen, Erwartungen und der aktuellen Einschätzung dessen, was nicht stimmt. Schmerzen sind keine Schmerzen, bis das Gehirn es sagt. Physisches Trauma sendet im Allgemeinen so viele »Gefahrensignale« ans Gehirn, dass es Ihnen mitteilt, dass Sie Schmerzen haben. Aber Sie können – und werden mithilfe dieses Buchs – dieses Verständnis nutzen, um sich selbst effektiv zu behandeln.

Brauche ich professionelle Hilfe?

Brauchen wir die nicht alle? Nein, ernsthaft – in diesem Buch geht es darum, sich um sich selbst zu kümmern. Wenn Sie chronische Schmerzen haben, nimmt Selbstfürsorge wahrscheinlich einen großen Teil Ihres Lebens ein. Sie sind häufig der beste Therapeut für sich selbst, weil nur Sie wissen, wann Sie genau die richtige Stelle treffen.

Trotzdem ist professionelle Hilfe wunderbar, vor allem wenn Ihr Therapeut sowohl eine Ausbildung als auch Erfahrung hat. Wenn Sie Hilfe finden, die für Sie funktioniert, dann sollten Sie sie nutzen.

Therapeutinnen und Therapeuten für die myofasziale Triggerpunkttherapie sind die auf diesem Gebiet am besten ausgebildeten Fachleute. Triggerpunkte sind ihre Spezialität. Sie sind die beste Wahl, ohne Ausnahme.

Masseurinnen und Masseure mit einer Ausbildung in neuromuskulärer Therapie wissen, wie man die Behandlung von Triggerpunkten in eine Massage einbezieht.

In der NIMMO-Rezeptor-Tonus-Technik ausgebildete Chiropraktikerinnen und Chiropraktiker behandeln Triggerpunkte zusätzlich zu ihren Justierungen. Sie werden während ihres Studiums häufig darin ausgebildet.

Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten kennen sich im Allgemeinen mit Triggerpunkten sowie mit vielen anderen Techniken aus. Meist sind sie nicht ihr Spezialgebiet, aber manche verfügen zusätzlich zu ihrer Grundausbildung über eine spezifische Ausbildung zur Behandlung von Triggerpunkten.

Über die Massage hinaus

Es gibt auch andere effektive Methoden zur Triggerpunktbehandlung. Diese können jedoch nicht selbst, sondern nur von Fachleuten durchgeführt werden. Zu diesen Ansätzen zählen:

Beim Spray and Stretch wird der Muskel äußerlich mit einem Betäubungsmittel eingesprüht und sanft gedehnt. Es fühlt sich großartig an, bewirkt beeindruckende Ergebnisse und galt ursprünglich als Zugpferd der Triggerpunkttherapie. Ich setze diese Technik besonders gern bei Migräne ein.

Dry Needling erinnert an Akupunktur. Es werden auch dieselben Nadeln verwendet, aber statt an den Akupunkturpunkten der Traditionellen Chinesischen Medizin werden sie an Triggerpunkten eingesetzt. Diese Behandlung wird meist von Physiotherapeuten durchgeführt.

Beim Wet Needling (Triggerpunktinjektionen) injiziert ein Arzt Betäubungsmittel in Triggerpunkte. Es gibt verschiedene Theorien, wie man die Nadel einsetzen sollte. Meiner Erfahrung nach ist diese Technik nützlich, wenn die richtigen Punkte ausgewählt wurden.

Frequenzspezifischer Mikrostrom (FSM) beinhaltet die Behandlung verschiedener Gewebe mit einem elektrischen Strom, den man nicht spürt, der aber eine starke Wirkung auf Triggerpunkte haben kann. Viele verschiedene Disziplinen setzen FSM ein.

Bei der Elektrotherapie wird über eine Elektrode elektrischer Strom auf die Haut über dem Triggerpunkt geleitet. Das scheint häufig die Empfindlichkeit der Stelle zu verringern und die Flexibilität des betroffenen Muskels wiederherzustellen. Diese Methode wird hauptsächlich von Masseuren, Chiropraktikern, Akupunkteuren und Physiotherapeuten eingesetzt.

Was Sie erwarten können

Was können Sie von den Methoden in diesem Buch erwarten? Schmerzlinderung! Natürlich gibt es keine Zaubersprüche oder Wunderwaffen, die Schmerzen sofort und für immer verschwinden lassen können, aber mit einer regelmäßigen Behandlung können Sie erwarten, Ihre Schmerzen im Zaum zu halten oder zumindest zu verringern.

Bedenken Sie, dass Sie arbeiten müssen, um zu sehen, was eine Selbstbehandlung bei Ihnen und Ihren Schmerzen bewirken kann. Die Schmerzlinderung kann von kurzer Dauer sein, wenn Sie lang bestehende Triggerpunkte oder andere Erkrankungen haben, die Ihre Muskeln und Nerven immer wieder reizen. Vielleicht ist kontinuierliche tägliche Arbeit nötig, aber es lohnt sich – wenn eine bestimmte Massagetechnik Sie anfangs 30 Minuten lang von Schmerzen befreit hat, klappt es beim nächsten Mal vielleicht für 60 Minuten.

Menschen, die sich selbst behandeln, erleben häufig eine deutliche Schmerzlinderung, was ihre Funktionsfähigkeit von Tag zu Tag verbessert. Viele benötigen dabei kaum oder gar keine Medikamente oder professionelle Behandlungen. Es ist ein großer Segen für diejenigen, die wegen furchtbarer, nicht nachlassender Schmerzen in ihrem eigenen Körper gefangen waren. Menschen schätzen die Unabhängigkeit, die das Selbstmanagement von Triggerpunkten ihnen beschert.

Massagetechniken