Über allem ein Engel - Connie Albers - E-Book

Über allem ein Engel E-Book

Connie Albers

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Beschreibung

Von der Geburt bis zum Lebensende erleben wir viele Situationen, in denen die Kraft der Engel erfahrbar wird. Engel begegnen uns im alltäglichen Leben, wenn wir uns für ihre Anwesenheit öffnen. Manchmal müssen wir allerdings genau hinschauen, um sie zu erkennen. Nicht immer haben die Engel in diesen Geschichten Flügel, da dürfen es auch menschliche Engel sein, die in den unterschiedlichsten Lebenssituationen zur Stelle sind und ihre Begleitung anbieten. Sei es in Todesgefahr, wie in der Geschichte vom Wellenreiter oder sei es die leise Stimme, die uns etwas zuflüstert wie in der Geschichte vom Zaubergarten. Nehmen wir ein besonderes Kind an als Geschenk Gottes wie in der Geschichte vom Herzöffner und haben wir Mitgefühl mit dem alten Engel, der seine Flügel verloren hat. Vielleicht finden wir aber auch in einem Winkel unseres Herzensgartens wieder zu mehr Leichtigkeit und Lebensfreude wie in der Geschichte vom Spielmann. Viele Geschichten sind selbst erlebt oder haben einen wahren Kern. Durch die Umwandlung ins Märchenhafte, Erzählerische verlieren sie ihren Schrecken und sind heilsam. Unser Leben gleicht in vielem einer Heldenreise, die darin gipfelt, dass das Gute über das Böse siegt. Trotz ihrer Leichtigkeit täuschen die Erzählungen nicht über Wert, Inhalt und Tiefe hinweg, sondern wirken ebenso wie Metaphern direkt auf das Unbewusste In allen Erzählungen geht es um Hoffnung, Mitgefühl, Heilung und Neuausrichtung. Wir dürfen darauf vertrauen, dass wir von guten Mächten begleitet sind. Hören wir auf die leise Stimme unserer Intuition wird uns bewusst, dass wir jederzeit liebevoll geführt, beschützt und unterstützt werden. Das Buch gliedert sich in vier Abschnitte, so dass es auch für die Arbeit in Gruppen und Kreisen eingesetzt werden kann. 1. Reise ins Leben 2. Magische Begegnungen 3. Wunder auf dem Weg 4. Der Schatz am Ende des Regenbogens

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Seitenzahl: 90

Veröffentlichungsjahr: 2025

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Inhaltsverzeichnis

Der Zaubergarten

Herzöffner

Sternenjunge

Ich bin bei dir

Die Gartenengelin

Die Märchengabel

Mathildes Schatz

Vergiss-mein-nicht

Begegnung im Sturm

Wellenreiter

Josefine

Schneekönigin

Wunder gibt es immer wieder

Träume weben

Die Lebensweberin

Der Engel, der seine Flügel verloren hat

Mein Engel

Engelsegen

Über dieses Buch

Über die Autorin

Nachwort

Und plötlick inmitten allen Stünme von Zweifel und Ungewissheit enscheint din ein Engel und bringt din deine uenlonengeglaubte Lebensfneude junüch.

I

Reise ins Leben

Eine Kindheit voll Liebe

gehört zu den

größten seelischen Schätzen!

(Connie Albers)

Ventnauen

Geborgen bist du!

Die Weichheit

und Liebe

zu Beginn

deines Lebens

machen dich

unverwundbar -

Rüstzeug

für ein

gelungenes Leben.

Der Zaubergarten

Es war einmal vor langer, langer Zeit ein kleines Engelwesen. Der liebe Gott hatte ihm passende Eltern ausgesucht, bevor er es auf die Erde schickte.

Es waren kluge Menschen, sie besaßen ein großes Haus, hatten genug Arbeit und Geld, liebten Tiere und litten keinerlei Not. Hier würde die kleine Engelseele ein wunderbares Zuhause finden.

Als die zukünftige Mutter eines Tages spürte, dass in ihr etwas heranwuchs, bekam sie große Angst. Sie war nicht mehr ganz jung aber doch noch jung genug, um ein Kind großzuziehen.

Dem Vater erging es ähnlich. Sie hatten doch gerade so ein herrliches Leben. Sie konnten reisen, wohin sie wollten, waren frei und unabhängig und jetzt sollte ihr Traum von der ungebundenen Sorglosigkeit jäh zerstört werden.

Da tauchte ganz unverhofft ein kleiner Mensch auf und durchkreuzte ihre Pläne. Wollten sie dieses Kind überhaupt? Konnten sie ihm all das geben, was ein Kind zu seiner Entwicklung brauchte?

Selbst hatten sie ihre Kindheit nicht als sonderlich glücklich empfunden. Nun sollten sie, obwohl sie es selbst nicht erfahren hatten, Geborgenheit im Elternhaus und Liebe an ein kleines Wesen weitergeben. Würde dieses Kind nicht auch ihre Beziehung stören?

Womöglich würde es sich zwischen sie drängen, fordernd und rücksichtslos Aufmerksamkeit wünschen?

Viele Tage und Nächte dachten sie darüber nach, ob die Verantwortung für ein kleines Menschenkind sie nicht überfordern würde, da der Einsatz doch sehr hoch war und sich am Ende möglicherweise nicht einmal auszahlen würde.

Was, wenn sie dieser Aufgabe nicht gewachsen wären?

Solche und ähnliche Gedanken quälten das Paar. Es malte sich ein Schreckensszenario nach dem anderen aus und kam schließlich zu dem Schluss, dieses Kind könne alles ruinieren und das Leben von Grund auf verändern.

Ein kleiner Zweifel aber hatte sich im Herzen der Frau eingenistet.

Ganz klein und so zart wie der Flügelschlag eines Schmetterlings zwar, aber er kitzelte und brachte sie zum Nachdenken.

Sie wollte ihn fortwischen, wie man ein lästiges Insekt fortwischt. Doch dieser kleine Zweifel war hartnäckig.

Ob er aus der Seele des ungeborenen Wesens sprach oder ob der liebe Gott selbst noch einmal ein Zeichen gab, wer weiß?

Schließlich, als nach einigen Wochen die Zeit langsam knapp wurde, da man das Kind wieder zurückschicken konnte und der Zweifel immer stärker an ihr nagte, machte sie sich auf den Weg zum Zaubergarten.

Was sie wohl dort wollte im Zaubergarten?

Nun, sie hatte ihre Freundin, die weise Eule, die im nahegelegenen Wald wohnte, um Rat gebeten.

Und diese hatte ihr vom Zaubergarten der guten Fee erzählt, der allerdings nicht ganz leicht zu finden war.

So gut sie konnte, beschrieb sie ihr den Weg und flatterte die ersten Meter noch vor ihr her. Danach war die junge Frau auf sich allein gestellt. Sie war losgezogen, ohne ihren Mann in ihren Plan einzuweihen. Lange Zeit würde sie unterwegs sein, um dorthin zu kommen.

Nach der Wegbeschreibung der klugen Eule, musste sie zunächst durch ein dichtes Gestrüpp.

Fast hätte sie den Weg verloren, der völlig zugewachsen und kaum mehr zu sehen war. Da hüpfte plötzlich ein kleiner Hase vor ihr her.

„Lieber Hase," fragte sie ihn, „bin ich noch auf dem richtigen Weg zum Zaubergarten?"

Der kleine Hase, der bei seinen Artgenossen nur Muthase genannt wurde, weil er vor nichts und niemanden zurückschreckte, nickte eifrig.

„Ja, ja, klar", nuschelte er zwischen seinen großen Vorderzähnen hindurch.

„Hier bist du richtig. Aber pass auf, da vorne kommt ein großer Fluss, den du überqueren musst. Die Brücke ist vor vielen Jahren zerbrochen und ich fürchte, du wirst schwimmen müssen, falls dir niemand zu Hilfe kommt."

Die Frau bedankte sich beim Muthasen und setzte ihren Weg fort. Tatsächlich erreichte sie nach zwei Stunden den Fluss, der sich schimmernd grün durch ein kleines Tal schlängelte. Ohweh! Sie schaute an sich herunter. Sie hatte ja ihr feines Kleid an und der Fluss schien ihr nicht so ganz rein zu sein.

Eine Weile lief sie am Ufer auf und ab und überlegte, wie sie wohl trockenen Fußes auf die andere Seite kommen sollte. Verzagt dachte sie ans Umkehren.

Aber es ist ja so, wenn man sehr verzweifelt ist und nicht weiterweiß und zudem noch in geheimer Mission unterwegs ist, bekommt man Hilfe zur rechten Zeit. Und so war es auch in diesem Fall.

Als sie so bitterlich von Herzen weinte spürte sie, wie jemand sie sanft an der Schulter berührte. Verwirrt drehte sie sich um und traute ihren Augen kaum.

Ein Engel in blauem Gewand stand hinter ihr und es wurde ihr ganz warm ums Herz, als sie in sein lächelndes Gesicht blickte. „Dich hat mir der Himmel geschickt!" Erleichtert atmete sie auf.

„Kannst du mir über den Fluss helfen? Ich muss ganz dringend zur Fee in den Zaubergarten."

Und der Engel, der natürlich schon Bescheid wusste, denn Engel wissen immer über alles Bescheid, nickte und ergriff ihre Hand.

Mit der anderen Hand zog er aus dem hohen Schilf ein altes hölzernes Floß hervor. Vertrauensvoll legte sie ihre Hand in die des Engels und gemeinsam überquerten sie den Fluss.

„Wie heißt du?", fragte die Frau und der Engel antwortete freundlich:

„Man nennt mich den Wellenreiter. Ich bin stets zur Stelle, wenn Menschen über den Fluss zum Zaubergarten möchten."

„Danke, lieber guter Wellenreiter!" Die Frau umarmte ihn herzlich und setzte zuversichtlich ihren Weg fort.

Siebenmal noch musste sie nach dem Weg fragen, bis sie endlich vor der alten braunen Holztür eines kleinen Häuschens stand. Sie atmete tief durch, dann klopfte sie zaghaft mit den Fingerknöcheln an die verwitterte Tür.

Fast hoffte sie, dass niemand es gehört hatte und schon wollte sie sich zum Gehen wenden, da ging die Tür auf und eine sanfte Stimme rief:

"Endlich bist du da, ich habe dich schon erwartet. Komm herein, setz dich an den Gartentisch und erzähle."

Sie war angekommen bei der weisen Fee im Zaubergarten. Müde setzte sie sich an den Tisch.

"Liebe Fee, ich weiß nicht weiter. Ich muss eine Entscheidung treffen. Bitte, gib mir einen Rat."

Und sie erzählte der weisen Fee die ganze Geschichte.

Von dem Störenfried, der sich einfach in ihr Leben mogeln wollte und ihrem Mann, der auch nicht damit umgehen konnte. Zu guter Letzt erwähnte sie den kleinen Zweifel, der so hartnäckig kitzelte und einfach keine Ruhe gab und sie schließlich hierhergeführt hatte.

Die Fee hörte aufmerksam zu, ohne sie zu unterbrechen. Als die Geschichte fertig erzählt war, forderte sie die Frau auf:

"Schau dich einfach einmal um hier. Was siehst du?" Nun, die nicht mehr ganz junge aber doch auch noch nicht so alte Frau blickte sich verwirrt um. Sie verstand die Frage nicht.

"Was soll ich sehen?" fragte sie.

Sie sagte nicht, was sie wahrnahm: Einen Garten, der sicher schon lange keinen Gärtner gesehen hatte.

Wo alles wild durcheinander wuchs, mit einem kleinen Seerosenteich, in dem sich muntere Goldfische tummelten. Auf dem Rasen, der auch mal wieder einen Schnitt vertragen konnte, lag buntes Spielzeug und ein Roller, achtlos fallengelassen von einem Kind, das es eilig hatte, ins Haus zu kommen. Verwelkte Blumen neben noch blühenden Rosen, eine Kräuterecke, eine graugetigerte Katze, die sich genüsslich in der warmen Sonne räkelte.

"Nun geh hinein in die Stube", forderte die Fee sie auf. "Schau dich um, was siehst du?"

Die werdende oder auch nicht werdende Mutter schaute sich auch in der Stube um.

Da lagen Zeitschriften und Schulbücher, Spielsachen und alles Mögliche wild verstreut und insgeheim schüttelte sie den Kopf über so viel Unordnung. Aber sie sagte auch hierzu nicht, was sie dachte.

Plötzlich hörte sie lautes Kinderlachen. Johlend kamen zwei Kinder die Treppe heruntergepoltert.

"Mama, Mama", rief der Junge außer Atem.

Ein kleineres Mädchen hing an seinem Arm, um ihm die Puppe zu entreißen, die er wie eine Trophäe über seinem Kopf hin und herschwenkte.

"Nun gib sie ihr wieder", sagte die gute Fee streng zu ihrem Sohn und widerwillig überließ er die Puppe seiner Schwester.

Auf einmal hatte die Ratsuchende das Gefühl, das kleine ungeborene Wesen in sich zu spüren. Hatte es sich schon bewegt? Das konnte doch gar nicht sein. Es war doch viel zu früh.

Und doch glaubte sie, ganz deutlich einen kleinen Tritt gespürt zu haben. Ganz winzig nur, fast wie der Hauch von einem Engelsflügel.

Sie musste sich setzen, mitten hinein in die ganze Unordnung. Schweigend ließ sie die Bilder auf sich wirken: Die Kinder mit den roten Backen, die sich stritten wie die Kesselflicker, das Chaos ringsumher, die Katze auf den warmen Steinen, das ganze unaufgeräumte Sommeridyll und sie fühlte sich auf einmal seltsam leicht und wohl.

"Lebe wohl, gute Fee", sagte sie und erhob sich.

"Ich danke dir für deine Geduld und dass du mir zugehört hast. Ich muss aufbrechen. Mein Mann wird sich schon Sorgen machen."

"Nun, weißt du schon, was du tun wirst?", fragte die gute Fee lächelnd, während sie ihrer Kleinen den Schokoladenmund abwischte.

Die andere holte tief Luft.

"Ich werde dir Bescheid sagen", versprach sie und machte sich auf den Heimweg, der ihr auf einmal gar nicht mehr so lang und beschwerlich vorkam. Sie konnte es kaum erwarten, nach Hause zu kommen.

Die gute Fee aber fand einige Monate später eine Karte in ihrem Briefkasten.

"Liebe gute Fee, wir freuen uns über die Geburt unseres kleinen Sohnes Angelo und bitten dich herzlich, seine Taufpatin zu werden."

Herzöffner

Vielleicht habt ihr schon einmal davon gehört, dass es bestimmte Engel gibt, die als menschliche Engel zu den Menschen auf die Erde geschickt werden.

In den meisten Fällen sind es ganz besondere Engelwesen, die der liebe Gott so liebhat, dass er für sie eine bestimmte Aufgabe bereithält. Nicht jeder Engel ist dafür geeignet und der liebe Gott wählt sehr genau aus, wen er dazu bestimmt.

Er kennt schließlich alle seine Engel im Himmel und jedes Mal, wenn ein neuer Engel hinzukommt, wird dieser zuerst auf Herz und Nieren geprüft. Das ist wichtig, denn diese Erdenengel müssen über viele Fähigkeiten verfügen.

Sie müssen lachen können, viel Humor haben. Denn damit können sie die Herzen ihrer Menschen öffnen und manche Traurigkeiten lindern.

Als Schutzengel müssen sie besonders aufmerksam sein, gut beobachten und aufpassen können, um blitzschnell zu reagieren, wenn sich ihre Menschen in einer brenzligen Situation befinden.