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Jeder hat schon einmal von den Berichten über die Bergung eines abgestürzten außerirdischen Raumschiffs nahe Roswell im US-Bundesstaat New Mexico im Juli 1947 gehört. Aber die meisten Menschen haben keine Ahnung davon, dass zum Zeitpunkt dieses Ereignisses auf dem Militärstützpunkt bei Roswell das einzige Atombombengeschwader der Welt - die 509. Bomb Group - stationiert war. Nur ein Zufall?
Sind vielleicht außerirdische Lebensformen, die die Ereignisse auf der Erde im Blick hatten, auf diesen unheilvollen Zustand aufmerksam geworden? Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Atombombengeschwader in Roswell und dem berichteten Absturz eines UFOs ganz in der Nähe? Verfolgten die Piloten dieses UFOs vielleicht das atomare Wettrüsten der Supermächte in der gefährlichen Zeit des Kalten Krieges? Und beobachten sie auch heute noch amerikanische und russische Atomwaffenstellungen?
UFOs und Atomwaffen liefert alarmierende und manchmal auch schockierende Antworten auf diese Fragen.
Die meisten Menschen sind sich der Verbindung zwischen UFOs und Atomwaffen in keiner Weise bewusst, dabei ist diese doch bemerkenswert gut dokumentiert. Die im Rahmen des Gesetzes zur Informationsfreiheit (»Freedom of Information Act«) freigegebenen Unterlagen der amerikanischen Luftwaffe, des FBI und der CIA zeigen ein überzeugendes und immer noch anhaltendes Muster von UFO-Aktivitäten in der Nähe amerikanischer Atomwaffenstellungen.
Zudem handelt es sich bei diesen mysteriösen Eindringversuchen nicht um lange zurückliegende Ereignisse, die sich auf die Zeit des Kalten Krieges beschränken. Die Beweise zeigen stattdessen, dass es zahlreiche und immer wieder vorkommende Zwischenfälle in der Nähe von Raketenstellungen gab und gibt. Der jüngste derartige Zwischenfall ereignete sich im Oktober 2012.
Interessanterweise gehen die UFO-Aktivitäten manchmal über reine Überwachungsoperationen hinaus und es kommt zu direkten Eingriffen in die strategischen Waffensysteme.
In den vergangenen 30 Jahren hat der renommierte Forscher Robert Hastings UFO-Zwischenfälle in Verbindung mit Atomwaffen untersucht und dabei mit mehr als 150 aktiven und früheren Angehörigen der US-Luftwaffe - von Piloten bis Offizieren im Rang eines Colonels - ausführliche Gespräche geführt. Diese Menschen waren Zeugen außergewöhnlicher Begegnungen mit UFOs in der Nähe von Atomwaffendepots. Ihre erstaunlichen Schilderungen werden hier veröffentlicht.
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Veröffentlichungsjahr: 2015
Dieses Buch ist den vielen couragierten Menschen gewidmet, die sich trotz der fortwährenden Geheimniskrämerei der US-Regierung beim Thema UFOs und trotz der Tatsache, dass sie von der Öffentlichkeit häufig lächerlich gemacht werden, bereit erklärt haben, ihre Geschichten zu erzählen. Die amerikanischen Bürger, aber auch alle anderen, sind ihnen zu Dank verpflichtet.
Vor allem Dan Wilson möchte ich für seine unermüdliche Unterstützung bei meinen Recherchen danken. Ein Dank geht auch an Brian Ally für seine wichtigen Beiträge zur zweiten Auflage dieses Buches und an Bob Salas, der mutig die Wahrheit gesagt und so viele andere Veteranen veranlasst hat, die Fakten auf den Tisch zu legen.
Laut Aussage eines inzwischen freigegebenen Dokuments der US Air Force näherten sich im November 1975 mehrere UFOs unweit der Air-Force-Basis Malmstrom, Montana, einigen Atomraketensilos, in denen mehrere Interkontinentalraketen des Typs LGM-30 Minuteman gelagert waren, und schwebten sogar darüber. Nach Auskunft der Männer vom Wachdienst, die diese Sichtungen meldeten, flog ein Objekt so tief, dass die »Scheibenform« deutlich zu erkennen war. 1› Hinweis
Dieser alarmierende Zwischenfall ist lediglich die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs. In Wahrheit wurden laut anderen Dokumenten und laut der Aussage ehemaliger Militärangehöriger bereits 1945 UFO-Aktivitäten in der Nähe von Einrichtungen, die mit Atomwaffen in Verbindung stehen, gemeldet, und diese Aktivitäten wurden bis zum heutigen Tag ununterbrochen fortgesetzt. So weit mir bekannt ist, kam es im Juli 2013 zur jüngsten Sichtung eines UFOs in der Nähe eines Langstreckenraketensilos.
UFOs, die Atomwaffen ausspionieren? Man kann sich fragen: »Warum nur?«
Die Herstellung von Kernwaffen zählt zu den wohl wichtigsten Entwicklungen auf internationalem Gebiet in den vergangenen 70 Jahren. Der Einsatz von Atombomben durch die USA gegen Japan im August 1945 führte maßgeblich zum abrupten Ende des Zweiten Weltkriegs. In den darauf folgenden Jahrzehnten begründete der ideologische Konflikt zwischen Kapitalismus und Kommunismus bis zum Ende des Kalten Krieges im Jahr 1991 eine verhängnisvolle nukleare Pattsituation zwischen den USA und der UdSSR, die die Menschen weltweit in ständiger Angst um ihr Überleben hielt.
Diese Furcht war durchaus berechtigt. Hiroshima und Nagasaki hatten gezeigt, welch zerstörerische und entsetzliche Wirkung eine einzelne Atombombe hat. Als dann Anfang der 1950er-Jahre die um vieles verheerenderen Wasserstoffbomben getestet und stationiert wurden, waren die Bürger sämtlicher Nationen mit der Erkenntnis konfrontiert, dass mit dem nächsten Krieg möglicherweise die nukleare Vernichtung der menschlichen Zivilisation einhergehen könnte.
Während dieser angespannten Phase verfolgten beide Supermächte eine Strategie, die als beiderseitige Bereitschaft zum nuklearen Gegenschlag bezeichnet wurde und mit der sie drohten, im Falle eines Angriffs ihr gesamtes Atomwaffenarsenal gegen den Gegner und damit zwangsläufig gegen den ganzen Planeten einzusetzen. Bei einem solchen Schlagabtausch wären Tausende von Atombomben in einer wahren Zerstörungsorgie gleichzeitig explodiert.
Diese grässliche Sachlage blieb offenbar nicht unbemerkt. Obwohl die meisten Menschen absolut nichtsahnend sind, ist der Zusammenhang zwischen unbekannten Flugobjekten und Nuklearwaffen inzwischen gründlich dokumentiert. Freigegebene Akten der US Air Force, des FBI und der CIA liefern über Jahrzehnte hinweg ein überzeugendes gleichbleibendes Muster der UFO-Aktivitäten in der Nähe amerikanischer Atomwaffensilos. Hunderte solcher Sichtungen – viele davon durch Radaraufzeichnungen bestätigt – fanden in unmittelbarer Umgebung von Forschungslaboren, Anlagen zur Herstellung von spaltbarem Material, Testgeländen, Raketenabschussanlagen, Bomberstützpunkten und Atomwaffensilos statt.
Ein früher Vermerk des FBI, der das Datum 31. Januar 1949 trägt, verweist auf die wiederholte Sichtung von »fliegenden Scheiben, fliegenden Untertassen und Feuerbällen« schon im Dezember 1948 über oder in der Nähe von Los Alamos, New Mexico – dem Ort, an dem die ersten Atomwaffen entwickelt wurden. In der Mitteilung wird hervorgehoben: »Diese Angelegenheit wird von den Nachrichtenoffizieren sowohl der Army als auch der Air Force als topsecret eingestuft.«2› Hinweis
Der Autor ist aufgrund dieser Dokumente sowie anderer Beweise der Überzeugung, dass ein glaubhafter Zusammenhang besteht zwischen der Entwicklung von Nuklearwaffen Mitte der 1940er-Jahre und der seither weltweit registrierten Zunahme von UFO-Sichtungen. Darüber hinaus liegt wahrscheinlich einer der Gründe, weshalb die US-Regierung versuchte, ihr umfangreiches Wissen über das UFO-Phänomen geheim zu halten, in ihrer Befürchtung, eingestehen zu müssen, dass unbekannte Beobachter, die technisch weit überlegene Flugobjekte steuern, unsere Atomwaffen systematisch überwacht und sich, wie Sie erfahren werden, gelegentlich auch daran zu schaffen gemacht haben.
So unglaubwürdig diese Behauptung auch erscheinen mag, sie beruht dennoch auf überzeugenden, dokumentierten Daten, die von einer Gruppe engagierter UFO-Forscher im Laufe von vier Jahrzehnten zusammengetragen wurden. Hunderte routinemäßig freigegebene Dokumente der US-Regierung sowie viele andere Akten, die von Forschern durch den Freedom of Information Act (FOIA) mühsam losgeeist wurden, stellen eine eindeutige Verbindung zwischen UFOs und Atomwaffen her. Darüber hinaus haben sich nach und nach zahlreiche ehemalige Militärangehörige dazu durchgerungen, ihre Verwicklung in den einen oder anderen mit UFOs verbundenen Zwischenfall auf amerikanischen Atomwaffenstützpunkten zu bestätigen. Einige dieser Berichte sind der Öffentlichkeit zwar schon seit Jahren bekannt, doch viele andere werden in diesem Buch zum ersten Mal veröffentlicht.
In den vergangenen 41 Jahren habe ich selbst mehr als 140 ehemalige Angehörige des US-Militärs bezüglich ihrer Verwicklung in diese Fälle interviewt. Diese Männer – die vom Oberst a. D. bis zum ehemaligen Mannschaftsdienstgrad reichen – beschreiben außergewöhnliche Begegnungen, die offensichtlich Bedeutung für die nationale Sicherheit haben.
Zu den von mir befragten Veteranen der Air Force zählten Männer, die hochrangige Positionen innehatten, darunter ein Stützpunktkommandant, ein stellvertretender Basiskommandant sowie drei Staffelkommandeure, die in diesem Buch alle namentlich genannt werden. Die Zeugenaussagen dieser Informanten liefern zugegebenermaßen anekdotische, keine wissenschaftlichen Beweise. Dennoch werden sie – manchmal schweren Herzens – von denjenigen geliefert, die früher von der US-Regierung mit der Bedienung dieser Massenvernichtungswaffen und ihrer Sicherheit betraut waren. Und als solche haben sie alle die strengen Hintergrunduntersuchungen und Persönlichkeitstests bestanden, die durchgeführt werden, um ihre psychologische Stabilität und Zuverlässigkeit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einschätzen zu können.
Neben meinen Quellen von der Air Force habe ich zahlreiche Veteranen der US Army und der US Navy interviewt, die ebenfalls von UFO-Vorkommnissen über Atomwaffensilos oder Testgebieten berichteten.
Gewiss werden UFO-Skeptiker die Wahrhaftigkeit der Aussagen meiner Quellen in Zweifel ziehen. Ihnen entgegne ich mit der Frage: Was gewinnen meine Informanten dadurch, dass sie mit ihren Enthüllungen an die Öffentlichkeit gehen? Unterschiedliche Meinungsumfragen haben ergeben, dass in etwa die Hälfte der Amerikaner grundsätzlich Zweifel an der Existenz von UFOs hegt. Leider stoßen Menschen, die von einer Sichtung berichten – von jenen, die behaupten, ein UFO über einem Atomwaffensilo schweben gesehen zu haben, ganz zu schweigen –, in unserer Gesellschaft allzu häufig auf Ungläubigkeit oder werden gar der Lächerlichkeit preisgegeben. Aus diesen und anderen Gründen fällt es schwer, sich vorzustellen, dass jemand mit seinem Wissen über ein mit Atomwaffen in Verbindung stehendes UFO-Ereignis freiwillig an die Öffentlichkeit geht, es sei denn, diesem Menschen liegt es so sehr am Herzen, die Tatsachen auf den Tisch zu legen, dass er den Spott, dem er unweigerlich ausgesetzt sein wird, in Kauf nimmt.
Was die Verlässlichkeit eines Zeugen anbelangt, so besteht die weit legitimere Frage darin, inwieweit sich meine Quellen korrekt an ihre häufig Jahrzehnte zurückliegenden Erlebnisse erinnern können. In vielen Fällen konnten sie sich, wenn sie mir den Vorfall beschrieben, entweder an entscheidende Punkte nur vage erinnern – wie zum Beispiel an das genaue Datum, die Bezeichnung des betreffenden Raketenstandorts, die Namen von Kollegen, die ebenfalls Zeugen der UFO-Sichtung waren, und so weiter –, oder sie erwähnten diese gar nicht. Deshalb lautet die Frage: Kann sich irgendjemand glaubhaft an ein Erlebnis erinnern, das vor Jahren oder Jahrzehnten stattgefunden hat?
Ich denke, entscheidend ist in diesem Fall die Art des jeweiligen Erlebnisses. Handelt es sich um eine ziemlich gewöhnliche oder aber um eine schockierende und lebensverändernde Erfahrung? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Mann vom Wachdienst auf einer Atomwaffenbasis sich nicht daran erinnern würde, was er am Morgen seiner UFO-Sichtung zum Frühstück gegessen hatte, aber ich bin überzeugt, dass er sich – mit einem nachvollziehbaren Maß an Korrektheit – an das große, leuchtende, scheibenförmige Objekt erinnern wird, das sich lautlos mit hoher Geschwindigkeit näherte und fünfzehn Meter über dem Raketensilo schwebte, bei dem er postiert war.
Kurz gesagt: Trotz des Fehlens mancher spezifischer Fakten bleiben Art und Intensität dieser Erfahrungen dem Zeugen gewiss auch nach langer Zeit noch im Gedächtnis haften. Deshalb behaupte ich, dass das in diesem Buch Dargestellte eine verlässliche, wenn auch unvollständige Zusammenfassung dessen ist, was in dem jeweiligen Fall stattgefunden hat. Selbstverständlich sind sämtliche Geschichten, selbst jene, die von Historikern geschrieben werden, immer nur Annäherungen, und das trifft auch auf das vorliegende Buch zu.
Gegenwärtig sind die extremen Spannungen des Kalten Krieges überwunden, und sowohl die USA als auch Russland sind derzeit – vertragsgemäß – im Begriff, ihre Atomwaffenarsenale abzubauen. Nichtsdestoweniger sind auf beiden Seiten des Atlantiks noch immer riesige Mengen Nuklearwaffen gelagert und können jederzeit gezündet werden. Deshalb bleiben unsere Massenvernichtungswaffen eine Bedrohung für die Zukunft der Menschheit wie auch für die Umwelt und die Erde überhaupt. Die wichtigste Frage, die in diesem Buch gestellt wird, lautet, ob irgendjemand oder irgendetwas unbekannter Identität und Herkunft unsere Atomwaffen regelmäßig überwacht und sich gelegentlich daran zu schaffen gemacht hat. Und wenn ja, mit welcher Absicht dies geschah.
1
Das Phänomen
Seit Ende der 1940er-Jahre sind zahllose Bücher über unbekannte Flugobjekte veröffentlicht worden. Manche waren aufschlussreich, manche dogmatisch, andere einfach nur albern. Zwar wurden viele ernste Anstrengungen unternommen, das UFO-Phänomen zu erkunden und zu verstehen, doch allzu häufig wurden vorgefasste, unbewiesene Vorstellungen als feststehende Tatsachen präsentiert und als das letzte Wort zu diesem Thema dargestellt. Diese Neigung zu Übertreibungen und voreiligen Schlussfolgerungen trifft sowohl auf diejenigen zu, die die Existenz von UFOs generell abstreiten, als auch auf jene, die unkritisch behaupten, jede Schauergeschichte sei ein Blick ins Unbekannte. Leider war bisher unter UFO-Skeptikern und UFO-Verfechtern eine Vorverurteilung gleichermaßen die Regel, wenn es darum ging, das Phänomen zu bewerten.
Eine vorherrschende Tendenz ist die Vereinfachung. Das Leben scheint wenig zu bieten, was wirklich eindeutig und unkompliziert ist, doch viele Autoren und Leser halten allem Anschein nach beharrlich daran fest, dass dies beim Thema UFOs der Fall ist. Es wäre zwar erfreulich, berichten zu können, dass alle Daten in eine bestimmte Richtung weisen, doch das ist nun einmal nicht der Fall. Das UFO-Phänomen verstehen zu lernen ist ein Entwicklungsprozess, und das letzte Kapitel ist noch immer nicht geschrieben. Deshalb kann dieses Buch im besten Fall als Fortschrittsbericht bezeichnet werden.
Ich behaupte nicht, die Existenz von UFOs im strengen wissenschaftlichen Sinn zu beweisen, sondern versuche vielmehr darzulegen, dass das UFO-Phänomen real und einzigartig und es deshalb wert ist, ernsthaften wissenschaftlichen Untersuchungen unterzogen zu werden. Insbesondere untersuche ich alarmierende Informationen, die aus ehemals geheimen Akten der US-Regierung hervorgehen und darauf hindeuten, dass einige wenige Menschen in herausragenden Positionen möglicherweise Erkenntnisse über das UFO-Phänomen besitzen, die weit über jene der begabtesten Wissenschaftler und der scharfsinnigsten Laien hinausreichen.
Neben den freigegebenen Dokumenten präsentiere ich auch Zusammenfassungen meiner Interviews mit ehemaligen Angehörigen des US-Militärs, die direkte und persönliche Erfahrungen mit dem UFO-Phänomen gemacht haben. Diese Personen liefern nicht nur Fakten, die meine These einer Verbindung zwischen UFOs und Atomwaffen untermauern, sondern ermöglichen darüber hinaus Einblicke in die Gründe, weshalb unsere Regierung die Existenz von UFOs seit Jahrzehnten beharrlich leugnet.
Was können wir gegenwärtig also über das UFO-Phänomen feststellen? Zwar gibt es offenkundig mehr Fragen als Antworten – das scheint ein dauerhafter Zustand zu sein –, doch es wäre wünschenswert, eine Bestandsaufnahme vorzunehmen, was bewiesene Tatsachen sind und was nicht, was naheliegend, aber noch schwer fassbar und schließlich was – im Rahmen unseres gegenwärtigen Verständnisses von der Beschaffenheit und Funktionsweise des Universums – zumindest denkbar ist.
Welcher Art diese geheimnisvollen Flugobjekte in Wahrheit auch immer sein mögen, die Einstellungen gegenüber UFOs unterscheiden sich dramatisch und reichen von höhnischer Ablehnung bis hin zum leidenschaftlichen Glauben an ihre Existenz. Obwohl Nuancen die Ansichten jedes Menschen einzigartig machen, können die Grundeinstellungen – von skeptisch bis mystisch – folgendermaßen zusammengefasst werden:
Es gibt keinerlei Beweise für die Existenz von UFOs, sie existieren lediglich in der menschlichen Fantasie.
Es liegen einige Beweise vor, dass es UFOs gibt, aber sie sind wenig überzeugend.
Es liegen aussagekräftige Beweise vor, dass es UFOs gibt, und einige davon sind recht überzeugend.
Es liegen klare Beweise vor, dass es UFOs gibt, aber es bleiben viele Fragen über ihre Beschaffenheit offen.
Es gibt UFOs, die vom Menschen dank fortschrittlicher Technologie hergestellt wurden; diese Technologie wurde entweder vom Elektronikgenie Nikola Tesla oder von den Nazis während des Zweiten Weltkriegs entwickelt.
Es gibt UFOs, und es handelt sich dabei zweifellos um extraterrestrische Raumfahrzeuge.
Es gibt UFOs, und es handelt sich dabei zweifellos um interdimensionale Raumfahrzeuge.
Es gibt UFOs, und es handelt sich dabei zweifellos um Zeitmaschinen.
Es gibt UFOs, und es handelt sich dabei zweifellos um Projektionen, die von einer übermenschlichen Intelligenz geschaffen wurden.
Es gibt UFOs, und es handelt sich dabei zweifellos um ein Werk des Teufels.
Es gibt UFOs, und es handelt sich dabei zweifellos um ein Werk der Engel.
Es gibt UFOs, aber der Mensch wird nie begreifen, worum es sich dabei wirklich handelt.
Kurz gesagt, fast jeder hat eine Meinung zum Thema UFOs, und die meisten liegen irgendwo innerhalb dieses Meinungsspektrums. Es ist jedoch wichtig festzuhalten, dass ein großer Unterschied darin besteht, ob man einfach eine Meinung hat oder ob diese tatsächlich fundiert ist. Dieses Prinzip gilt für alle Themen, einschließlich jenes der UFOs. Das müssen sowohl die überzeugten Skeptiker als auch die leidenschaftlichen Befürworter im Gedächtnis behalten.
Darüber hinaus besteht das Problem der Wahrnehmung bestimmter Fakten. In Woody Allens Komödie Der Stadtneurotiker gibt es eine scharfsinnige Szene, in der ein unglückliches Paar seinen jeweiligen Psychiater aufsucht und sich beklagt. Er: »Wir haben kaum noch Sex – vielleicht drei Mal die Woche.« Sie: »Wir haben ständig Sex – drei Mal die Woche.« Die gleichen Fakten, unterschiedliche Wahrnehmungen. Häufig sehen wir die gleichen Dinge unterschiedlich. Das ist auch bei UFOs der Fall. Über die offenkundige Aufteilung in Skeptiker und Befürworter hinaus bestehen innerhalb dieser beiden Lager, wenn es darum geht, die Daten zu interpretieren oder die eigene Position zum Thema zu rechtfertigen, breit gefächerte Meinungen bezüglich der relativen Glaubwürdigkeit des einen oder anderen Falles oder der einen oder anderen Theorie.
»Glauben Sie an UFOs?« Diese einfache Frage fällt unter die gleiche Kategorie wie »Glauben Sie an Gott?« oder »Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?« Mit anderen Worten: Glaubt man daran, dass diese Dinge real sind? Allein durch die Fragestellung wird impliziert, dass es keine Beweise für die Existenz von UFOs gibt und dass das Thema einzig und allein eine Frage des Glaubens ist. Das ist aber einfach nicht der Fall.
Mit diesem Buch werden zwei Arten von Beweisen hinsichtlich des UFO-Phänomens präsentiert: wissenschaftliche und anekdotische Beweise. Sie sind jeweils in ihrem eigenen Kontext valide und liefern wertvolle Einblicke in dieses kontroverse Thema. Doch am Ende muss der wissenschaftliche Beweis das letzte Wort haben, wenn es darum geht, das Wesen eines unbekannten Phänomens zu bestimmen.
Wissenschaftliche Beweise sind von Natur aus empirischer Art, das heißt, sie basieren auf überprüfbaren Erfahrungen oder wiederholten Beobachtungen. Die empirische Evidenz des UFO-Phänomens kann grundsätzlich nicht durch Experimente verifiziert werden, eine Tatsache, die auch für andere, etabliertere Felder der Wissenschaft gilt. So können zum Beispiel viele der von Astronomen beobachteten Phänomene gemessen, analysiert und kategorisiert, aber im Labor nicht wiederholt werden. Nichtsdestoweniger gelten die Daten hinsichtlich dieser Phänomene als valide, objektive Informationen. In ähnlicher Weise gibt es empirische Daten, die zusammengenommen die physikalische Realität von UFOs überzeugend belegen.
So wurden zum Beispiel seit Ende der 1940er-Jahre von militärischen und zivilen Fluglotsen in buchstäblich Hunderten von Fällen unbekannte Flugobjekte, die mit einer Geschwindigkeit von Hunderten oder gar Tausenden Stundenkilometern dahinflogen, dann plötzlich stoppten und in der Luft schwebten, von Radargeräten erfasst. Gleich darauf beschleunigten die Objekte, nahmen ihre hohe Geschwindigkeit wieder auf und setzten ihren Flug fort. Bei anderen Radaraufzeichnungen machte das UFO, das wieder mit hoher Geschwindigkeit flog, plötzlich eine 90-Grad-Wende oder sogar eine 180-Grad-Kehrtwendung, ohne das Tempo zu verringern und ohne dass das Fluggerät dabei Schaden nahm. In diesem Buch werden einige dieser Fälle solcher von Radarschirmen erfassten UFOs präsentiert.
Es muss festgehalten werden, dass unsere eigenen Starrflügler – ob Flugzeuge amerikanischer, russischer oder jeder anderen Herkunft – einfach nicht in der Lage sind, diese atemberaubenden aerodynamischen Kunststücke zu vollführen. Genau genommen können diese mit unserem aktuellen Wissen über aerodynamische Prinzipien nicht erklärt werden. Die von UFOs genutzte Technologie neutralisiert mithilfe von Methoden, die erst noch geklärt werden müssen, die Kräfte der Erdanziehung und der Trägheit und ermöglicht dem Fluggerät, mit einer Geschwindigkeit zu fliegen und Manöver zu vollführen, von denen man bis jetzt nicht einmal zu träumen gewagt hat.
Da das Radar auf physikalischen Prinzipien basiert und mithilfe der Emission und Reflexion von Radiowellen ein physikalisches Objekt aufspüren kann, können die Daten, die von militärischen oder zivilen Fluglotsen aufgezeichnet wurden, als empirische Beweise betrachtet werden. Und als solche können sie quantifiziert und analysiert werden. Die Radarerfassung eines Militärjets oder eines Passagierflugzeugs wird gewöhnlich als empirischer Beweis seiner Position, seiner Geschwindigkeit und Flugrichtung akzeptiert; eine Höhenradarmessung gilt als empirischer Beweis für die Höhe, in der sich dieses Flugzeug befindet. Wäre das nicht der Fall, dann wäre angesichts der vielen Tausend ständig in der Luft befindlichen Flugzeuge keine moderne militärische und zivile Luftfahrt möglich. Und so waren Radaraufnahmen bisher zweifellos die empirischste Methode, um die physische Präsenz und die außergewöhnlichen, häufig absolut verblüffenden Fähigkeiten von UFOs nachzuweisen.
Trotz der von Skeptikern unternommenen Bemühungen, diese eindeutigen UFO-bezogenen Radaraufzeichnungen als fragwürdig darzustellen – da sie angeblich auf wetterbedingte Phänomene, Fehlfunktionen oder Interpretationsfehler zurückzuführen seien –, bestätigen die eindeutigen Belege in Hunderten von Fällen die Existenz unbekannter Raumfahrzeuge, die in unserer Atmosphäre operieren und jedem kommerziellen oder militärischen Flugzeug weit überlegen sind. Viele Radaraufzeichnungen der US Air Force und der Federal Aviation Administration (FAA) können inzwischen einer wissenschaftlichen Prüfung unterzogen werden. In einigen Fällen stehen neben den schriftlichen Berichten auch die Originalradaraufzeichnungen zur Verfügung.
Weitere empirische Daten, die die physische Realität des UFO-Phänomens bestätigen, stammen von den treffend bezeichneten Fällen von »Landungsspuren«. Sorgfältig gesammelte Bodenproben und andere Beweise belegen in Tausenden von Fällen rund um den Globus die Existenz einer anomalen physischen Präsenz, die im Labor nachgewiesen werden kann.
Der weltweit führende Experte für Spuren von UFO-Landungen ist Ted Phillips. Sein wegweisendes Buch Physical Traces Associated with UFO Sightings (Physische Spuren in Verbindung mit UFO-Sichtungen), 1975 vom Center for UFO Studies (CUFOS) veröffentlicht, ist aufgrund seiner Klarheit und Gründlichkeit bemerkenswert. Im Vorwort schrieb Dr. J. Allen Hynek, Direktor von CUFOS:
Fälle von physischen Spuren können als jene UFO-Ereignisse definiert werden, bei welchen eindeutige physische Veränderungen in der unmittelbaren Umgebung des Ortes einer UFO-Sichtung dokumentiert wurden: Spuren und Veränderungen am Boden, Vegetationsschäden, Rückstände und/oder entdeckte Gegenstände sowie vorübergehende Veränderungen an den Oberflächen von Gebäuden und Fahrzeugen. All dies wird unter dem Oberbegriff »Gefährliche Begegnungen der Zweiten Art« zusammengefasst, bei welchen ein gemeldetes UFO mit der unmittelbaren Umgebung, mit belebter oder unbelebter Materie, in Kontakt gekommen ist. 3› Hinweis
Phillips selbst stellt fest: »Da die Bodenveränderungen im Gegensatz zu den UFOs – von denen ja lediglich der Sichtungsbericht der Zeugen bleibt – vermessen, fotografiert und untersucht werden können, ist diese Art von Bericht besonders wichtig. UFOs stehen zur Laboruntersuchung nicht zur Verfügung, die physischen Spuren dagegen schon.« 4› Hinweis Eine umfassende Darstellung der Untersuchung physischer Spuren würde den Rahmen dieses Buches sprengen, doch der interessierte Leser kann auf Phillips’ Website mehr über seine Forschungen erfahren.
Die zweite Kategorie der in diesem Buch dargestellten UFO-Beweise gilt häufig ebenfalls als offiziell, auch wenn sie anekdotisch ist. Inzwischen stehen Tausende von Seiten freigegebener Dokumente der US-Regierung zur Prüfung zur Verfügung, die seit Mitte der 1940er-Jahre gesammelt wurden und ein anhaltendes, außergewöhnlich starkes heimliches Interesse unserer militärischen und zivilen Führung am UFO-Phänomen belegen. Dieses behördliche Interesse reicht bis in die höchsten Ebenen des Pentagons und der Geheimdienste. Zugleich wurde es vor der Öffentlichkeit mithilfe von Geheimhaltungsbestimmungen, Desinformationstaktiken und anderen undurchsichtigen Tricks gezielt geheim gehalten.
Zwar ist dieses Beweismaterial nicht empirischer Art, aber es bestätigt dennoch – ohne jeden Zweifel – die Bedeutung, die dem UFO-Phänomen von der amerikanischen Regierung über die Jahrzehnte hinweg beigemessen wurde. Ein Überblick über die freigegebenen Akten zeigt, dass sowohl das Militär als auch die Geheimdienste UFOs seit Langem als absolut real – in physischem Sinne – und als eine mögliche Bedrohung der nationalen Sicherheit betrachten. Angesichts der Tatsache, dass sich eine Reihe von Dokumenten auf provokante UFO-Aktivitäten im Umkreis von hochsensiblen Atomwaffenstandorten beziehen, einschließlich Raketenabschusseinrichtungen und Lagerstätten für Raketensprengköpfe und Bomben, ist diese Besorgnis absolut verständlich. Demzufolge ist die behördliche Vertuschung des Phänomens schon allein aus diesem Grund durchaus erklärbar.
Die in den Dokumenten beschriebenen, mit Atomwaffen in Verbindung stehenden UFO-Übergriffe wurden durch die Aussagen einiger Personen, die während eines oder sogar mehrerer solcher Vorfälle vor Ort waren, auf dramatische Weise ans Licht der Öffentlichkeit gebracht. Und tatsächlich nehmen meine Interviews mit diesen ehemaligen Raketenstartoffizieren der US Air Force, Mitgliedern von Teams für die Raketenzieleinrichtung und – wartung sowie mit Bewachungspersonal von Raketensilos einen großen Teil dieses Buches ein.
Angesichts der Tatsache, dass Informationen, die aus persönlichen Berichten stammen, per definitionem subjektiv sind, muss die von zahlreichen UFO-Skeptikern geäußerte berechtigte Kritik hinsichtlich der Grenzen der menschlichen Wahrnehmung sowie unserer Neigung zu Fehlinterpretationen bei der Wiedergabe der Beobachtung außergewöhnlicher und unbekannter Vorkommnisse bei der Analyse von Sichtungsberichten, einschließlich der in diesem Buch dargestellten, ernst genommen werden.
Abgesehen davon halte ich die Berichte meiner Informanten für überprüft und glaubwürdig. Zwar gibt es in den Aussagen Einzelner manchmal Lücken und Widersprüchlichkeiten, doch insgesamt wiesen diese Zeugen auf eine bemerkenswerte und vielleicht beunruhigende Realität hin, die bisher vor der Öffentlichkeit erfolgreich geheim gehalten wurde.
Meiner Meinung nach liefert eine unvoreingenommene Prüfung dieser persönlichen Berichte sowie der freigegebenen Dokumente eine Fülle von überzeugenden anekdotischen und – gelegentlich – empirischen Beweisen, die die objektive Realität des UFO-Phänomens untermauern, welches also weder Naturphänomenen, den Fehlidentifikationen von Menschen gebauter Fluggeräte noch irgendwelchen Scherzen zuzuschreiben ist.
Die Tatsache, dass es zahllose Sichtungen unbekannter Flugobjekte gegeben hat, steht außer Frage. Was strittig ist, das ist die Art dessen, was da beobachtet wurde. Bei den meisten UFO-Sichtungen – etwa 95 Prozent – handelt es sich um falsch identifizierte, von Menschen hervorgerufene oder natürliche Phänomene sowie um einige Scherze und die eine oder andere Halluzination. Das stellen nur wenige der namhaften Forscher in Frage. Doch wenn man einen repräsentativen Querschnitt der übrigen fünf Prozent der Sichtungen objektiv untersucht, von welchen viele durch Radaraufnahmen verifiziert wurden, dann wird klar, dass sehr viele UFOs einfach nicht unter diese Kategorien fallen. In Wahrheit gab es seit Mitte der 1940er-Jahre bis heute weltweit buchstäblich Tausende – wenn nicht gar Hunderttausende – UFO-Sichtungen, zu welchen die prosaischen Erklärungen einfach nicht passen.
Ich stelle die große Zahl ungelöster Fälle als breites Spektrum dar, weil verschiedene Forscher unterschiedliche Kriterien anwenden, um zu entscheiden, ob eine bestimmte Beobachtung »ungeklärt« ist. Doch der Versuch, UFO-Sichtungen zu quantifizieren, ist von sich aus grundsätzlich eine beängstigende und möglicherweise unlösbare Aufgabe. Leider gibt es selbst nach etwa 70 Jahren der Sichtungsmeldungen noch kein verlässliches internationales System zur Erfassung von Berichten, und diejenigen, die von der einen oder anderen Forschungsorganisation erfasst werden, werden selten ausgewertet, und zwar deshalb, weil die Zahl qualifizierter Ermittler weltweit so gering ist.
Nichtsdestoweniger tauchen ständig Berichte von »UFO-Sichtungen« auf – beinahe täglich irgendwo auf der Welt. Wenn ich, sehr konservativ gerechnet, davon ausgehe, dass es sich bei einem von hundert dieser Berichte tatsächlich um ein UFO gehandelt hat, dann bleiben noch immer sehr viele aerodynamisch anomale Fluggeräte, die ständig in unserer Atmosphäre operieren.
Wie kann es sein, dass angesichts dieser Lage die Existenz echter UFOs – als eigene Einheit – bis heute nicht als unbestreitbare Tatsache bewiesen wurde? Dafür gibt es mehrere Gründe, einschließlich der vier im Folgenden genannten:
Erstens ist die Erscheinung des UFO-Phänomens frustrierend unvorhersehbar und flüchtig und entzieht sich daher während der Beobachtung der systematischen Überprüfung. Deshalb schließt das Fehlen eines öffentlich zugänglichen UFOs – entweder intakt oder zumindest dessen Wrackteile – eine umfassende wissenschaftlich akzeptable Analyse aus, obwohl diese »Objekte« wiederholt gesichtet und in vielen Fällen sogar dokumentiert wurden.
Folglich bleibt das, was da genau am Himmel beobachtet wurde, unbewiesen. In Wahrheit hat sich das UFO-Phänomen trotz zahlloser untersuchter Fälle und Folgeanalysen in erster Linie durch Laienforscher, aber auch durch einige wenige Wissenschaftler all die Jahre einer allgemein akzeptierten Erklärung entzogen, weil der unstrittige physische Beweis fehlt, der eine mögliche Theorie stützen könnte. (An anderer Stelle weise ich in diesem Buch auf die Möglichkeit hin, dass die US-Regierung bereits im Geheimen im Besitz solcher physischer Beweise ist. Doch auch wenn dies der Fall sein sollte, bleibt das Problem öffentlich zugänglicher und somit wissenschaftlich verifizierbarer Beweise der Existenz von UFOs ungelöst.)
Zweitens beschäftigen sich Wissenschaftler paradoxerweise im Allgemeinen, abgesehen von wenigen Ausnahmen, nicht mit der Untersuchung von UFO-Sichtungen. Eine gründliche Erörterung dieses ungeklärten Phänomens findet sich im Kapitel »Sie nennen es Wissenschaft«, deshalb will ich hier nicht näher darauf eingehen, sondern lediglich feststellen, dass es selbstverständlich ist, dass man das, was man nicht untersuchen will, auch nicht verstehen kann.
Drittens wird nach wie vor alles, was mit UFOs zu tun hat, sowohl in wissenschaftlichen Kreisen als auch in der Öffentlichkeit mit Hohn und Spott überzogen. Diese kontraproduktive und zerstörerische Einstellung findet man zum Beispiel seit den 1940er-Jahren bis heute in den Medienberichten, in denen diejenigen, die melden, »fliegende Untertassen« oder »UFOs« gesichtet zu haben, nicht wirklich ernst genommen werden. UFO-Beobachter werden sofort lächerlich gemacht oder zumindest durch eine sarkastische oder alberne Darstellung als naiv oder schlichtweg dumm vorgeführt. Angesichts dieser Atmosphäre der allgemeinen akademischen und öffentlichen Verachtung kann man sich leicht erklären, warum diejenigen, die UFOs gesichtet haben, es häufig vorziehen, den Mund zu halten. Zwar könnte man Aristoteles zitieren: »Dem wohlgesinnten Menschen muss die Wahrheit wichtiger sein als das, was die Leute denken.« Fakt ist jedoch, dass die meisten Menschen ungern zur Zielscheibe des Gespötts werden und ihre UFO-Sichtung deshalb lieber verschweigen.
Abgesehen von tendenziösen Medienberichten über UFOs herrscht auch auf persönlicherer Ebene häufig die gleiche abschätzige Denkweise vor, zum Beispiel bei privaten Gesprächen unter Personen, von welchen einer ein seltsames Flugobjekt gesichtet hat und davon berichtet, und anderen, die dieses Objekt nicht gesehen haben. Selbstverständlich wird die Reaktion unterschiedlich ausfallen, abhängig von der Einstellung der Person, die informiert wird. Doch wenn Meinungsumfragen einen groben Hinweis liefern, dann wird jeder Zweite, wenn er mit einem Bericht über eine UFO-Sichtung konfrontiert wird, laut loslachen oder zumindest nicht eben positive Gedanken über den Berichterstatter hegen. Das hängt wahrscheinlich zum Teil mit dem Widerstand des Menschen gegenüber allem Neuen und Unbekannten zusammen. Unsere natürliche Reaktion auf Unbekanntes besteht, wenn es bedrohlich erscheint, darin, ängstlich zurückzuschrecken. Ist dieses Unbekannte dagegen nicht bedrohlich, sondern lediglich außergewöhnlich, dann neigen offenbar sehr viele Menschen dazu, die Sache einfach ins Lächerliche zu ziehen.
Viertens wird die US-Regierung wie alle anderen Regierungen der Welt, falls UFOs tatsächlich Raumschiffe aus einer anderen Welt sind – was viele glauben –, in jedem Fall versuchen, diese Tatsache so lange wie möglich geheim zu halten, selbst wenn für die Menschheit keine unmittelbare Bedrohung besteht. All diejenigen, die diese Aussage anzweifeln, finden im vorliegenden Buch eine ausführliche Darstellung der Gründe für diese vorhersagbare Vorgehensweise der Politik – wie einem recht bemerkenswerten freigegebenen Dokument sowie den veröffentlichten scharfsichtigen Bemerkungen einer ehemaligen CIA-Führungskraft zu entnehmen ist.
Wenn an dieser Behauptung der anhaltenden Geheimniskrämerei etwas dran ist, dann hat dies zur Folge, dass keine der maßgebliche Persönlichkeiten, die über UFOs Bescheid wissen, deren Existenz einräumen wird, außer in Fällen unerwarteter Entwicklungen, die sich ihrer Kontrolle entziehen. Folglich haben UFO-Skeptiker, ob Wissenschaftler oder Laien, einstweilen keinen behördlich vorgegebenen Grund, das Thema als der ernsthaften Beachtung und des Respekts für würdig zu erachten.
Alles in allem haben diese vier Faktoren – die flüchtige, unberechenbare Eigenschaft des UFO-Phänomens; die anhaltende Gleichgültigkeit, wenn nicht gar Feindseligkeit der Wissenschaft diesem Phänomen gegenüber; die Neigung vieler Menschen, das Thema ins Lächerliche zu ziehen, und schließlich die beharrliche Leugnung der Existenz von UFOs seitens der Regierung – leider zu der Auffassung geführt, dass es wenig zu untersuchen oder ernsthaft zu diskutieren gäbe. In dieser unsicheren Atmosphäre muss jeder von uns unabhängig voneinander seine eigenen Schlussfolgerungen über das UFO-Phänomen ziehen. Diese Schlussfolgerungen können recht scharfsinnig oder absolut unrichtig sein, abhängig von der bereits bestehenden Einstellung diesem Thema gegenüber und abhängig davon, inwieweit uns die verfügbaren Beweise bekannt sind. Das ist der aktuelle, traurige Stand der Dinge hinsichtlich des UFO-Phänomens.
Pseudoskeptiker, das heißt sogenannte »Wahrheitsfinder«, behaupten, es gebe keine echten Beweise von UFOs, die man untersuchen könne. Und sie vertreten die Ansicht, diejenigen Sichtungsberichte, die keine Täuschungen sind, könnten mit der Beobachtung der Venus, von Meteoren, Wetterphänomenen, Wetterballons, Versuchsflugzeugen und so weiter erklärt werden. Darüber hinaus argumentieren sie, dass die visuelle Wahrnehmung des Menschen unzuverlässig sein kann, wenn er versucht, die Beobachtung eines außergewöhnlichen Ereignisses zu interpretieren, und diese damit eine korrekte Einschätzung behindert.
Ich stimme zwar zu, dass Augenzeugenberichte hinsichtlich der Details eines beobachteten Vorfalls häufig falsch sind, doch gewöhnlich sind sie in Bezug auf die grundlegenden Tatsachen recht präzise. So können zum Beispiel die Aussagen vieler Augenzeugen einer Kollision zweier Autos in der Frage, wer schuld war, wie weit die Autos nach dem Zusammenstoß geschleudert sind etc., voneinander abweichen. Doch sämtliche Zeugen werden berichten, dass zwei Autos in den Unfall verwickelt waren, nicht mehr, und keiner wird behaupten, dass eines der Autos vom Himmel gefallen ist. Mit anderen Worten: In der Regel werden Augenzeugen die Hauptelemente eines beobachteten Ereignisses ungeachtet seiner Art zuverlässig beschreiben.
In ähnlicher Weise weichen die Berichte vieler Augenzeugen, die ein ungewöhnliches Flugobjekt gesichtet haben, hinsichtlich der Details wie Form, Größe, Farbe, bautechnischer Einzelheiten oder Entfernung voneinander ab. Nichtsdestoweniger werden sich die Beobachter über die wesentlichen Merkmale des Objekts fast immer einig sein. Je nach Einzelfall werden alle berichten, dass das UFO allem Anschein nach scheibenförmig (beziehungsweise dreieckig oder zylindrisch) war. Vor allem wenn von einer Scheibe berichtet wird, erzählen manche Beobachter möglicherweise, dass das UFO rund oder zigarrenförmig war, weil sich eine Scheibe – abhängig von ihrer Richtung zum Beobachter – visuell in eine dieser Formen verwandeln kann. In jedem Fall wird niemand berichten, einen fliegenden Elefanten gesehen zu haben.
Darüber hinaus wird keiner der Beobachter sagen, das Objekt hätte einen geraden, direkten Kurs verfolgt, wenn das UFO plötzlich im Zickzack geflogen war oder eine Neunziggradwende vollführt hatte. Deshalb liegen – entgegen den Aussagen der sogenannten »Wahrheitsfinder« – verlässliche Stammdaten im Zusammenhang mit Sichtungsberichten vor, die genutzt werden können, um einen Datenbestand für weitere Untersuchungen aufzubauen.
Ich könnte hier auch darauf hinweisen, dass Skeptiker und »Wahrheitsfinder«, wenn sie das Argument der fehlerhaften Wahrnehmung vortragen, um UFO-Sichtungen abzuqualifizieren, die vielen Fälle meist praktischerweise schlicht und einfach ignorieren, in denen Radargeräte, manchmal mehrere Radargeräte gleichzeitig, das beobachtete Objekt erfassten.
In diesen Fällen wurde festgestellt, dass die Radaraufzeichnungen – die empirisch, nicht anekdotisch sind – die große Genauigkeit der Zeugenberichte häufig bestätigten, was den beschriebenen Kurs des UFOs, seine plötzlichen Manöver dieser oder jener Art und seine relative Geschwindigkeit anbelangt. Zwar kann die Bedeutung dieser unabhängigen Bestätigung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden, doch UFO-Skeptiker würden diese angesichts ihrer untermauernden Aussage am liebsten übersehen oder irgendwie diskreditieren. Die verzerrte Logik lautet manchmal folgendermaßen: »Wir wissen alle, dass es keine UFOs gibt, deshalb müssen physische Beweise ihrer Existenz fragwürdig sein.« Diese Art von Selbsttäuschung wird gegenwärtig als der »wissenschaftliche und rationale« Lösungsansatz für das Problem dargestellt, was sie aber eindeutig nicht ist.
Ein weiterer Einwand der Skeptiker hinsichtlich der Verlässlichkeit der UFO-Sichtungsdaten lautet, dass die menschlichen Emotionen, beispielsweise Angst oder Besorgnis, den Bericht eines Beobachters über ein Ereignis, das er für bedrohlich oder beunruhigend hielt, verzerren kann. Skeptiker behaupten, dass sogar das Staunen die Genauigkeit eines Berichts über eine UFO-Sichtung beeinflussen kann.
Zwar entspricht all dies in gewissem Maße der Wahrheit, doch ich halte an meiner Meinung fest, dass dieser Einwand nicht vorgebracht werden kann, um die Grundaussagen eines Berichts gänzlich abzutun. Darüber hinaus sind die meisten Zeugen von UFO-Sichtungen lediglich neugierig, nicht etwa durch das Gesehene verängstigt oder eingeschüchtert. Deshalb ist dieses spezielle Argument der Skeptiker in der großen Mehrzahl der Fälle gar nicht zutreffend.
Allerdings gibt es bei UFO-Sichtungen gewisse Faktoren, die die Genauigkeit der Berichte zumindest in mancher Hinsicht möglicherweise beeinträchtigen können. So sind zum Beispiel die Größe und die Distanz häufig schwer einzuschätzen, weil sich die Form von echten UFOs fast immer von herkömmlichen Flugzeugen unterscheidet. Dagegen können die meisten Menschen ein kommerzielles Flugzeug von einem militärischen Kampfjet selbst aus einiger Entfernung unterscheiden. Weil die normale Größe und Form des jeweiligen Flugzeugtyps bekannt ist, kann man die Entfernung zum Flieger in etwa einschätzen.
Doch da die meisten UFOs als Scheiben, Kugeln, Dreiecke oder Zylinder beschrieben werden – ohne vertraute Kennzeichen wie zum Beispiel Flügel, Außentriebwerke oder Leitwerk –, herrscht häufig Unklarheit darüber, ob man ein kleines Fluggerät aus der Nähe oder ein riesiges aus großer Entfernung beobachtet.
Ein weiterer Faktor, der die Genauigkeit eines UFO-Berichts beeinflussen kann, stellt die vorgefasste Meinung dar. Die Populärkultur hat die Vorstellung der Massen, was ein UFO ist oder sein sollte, so sehr geprägt, dass eine unvoreingenommene Einschätzung eines ungewöhnlichen Flugobjekts erschwert wird.
Es mag zwar zutreffen, dass viele Menschen, wie Skeptiker versichern, ihre Beobachtung eines unbekannten Flugobjekts sofort als Sichtung eines außerirdischen Raumfahrzeugs interpretieren – dank der verbreiteten kulturellen Konditionierung, die ein UFO als solches kennzeichnet. Doch es ist ebenfalls wahr, dass sehr viele andere Menschen, insbesondere diejenigen, die nicht an die Existenz von UFOs glauben, die Möglichkeit, dass sie tatsächlich eine »fliegende Untertasse« gesehen haben, automatisch von sich weisen, selbst wenn dies der Fall war. Für diese Menschen bedroht ein solch unerklärliches Erlebnis sogleich ihre psychologische Wohlfühlzone, weil es mit einem Mal und völlig unerwartet ihre persönlichen Ansichten über die Realität in Frage stellt. Deshalb beschreiben diese Menschen ihre eigene Sichtung mit ganz anderen Begriffen trotz der Möglichkeit, dass sie genau das gesehen haben, was sie zu sehen glaubten – eine fliegende Scheibe, egal, woher sie gekommen sein mag.
Deshalb sollten UFO-Skeptiker hinsichtlich dieses speziellen Arguments nicht unhinterfragt behaupten dürfen, die UFO-freundliche kulturelle Konditionierung sei wesentlich oder einzig und allein für die weltweit große Zahl von Berichten über scheibenförmige Fluggeräte mit sehr fortschrittlichen aerodynamischen Flugeigenschaften verantwortlich. In Wahrheit könnte man als Gegenargument anführen, dass die Zahl der echten Sichtungen beträchtlich ansteigen würde, wenn die vielen UFO-Skeptiker, die sich weigerten, ihren eigenen Augen zu trauen, ehrlich darüber berichtet hätten, was sie beobachtet haben!
Ich würde sogar behaupten, dass man das, was sich bei UFO-Sichtungen, bei welchen einige – aber mit Sicherheit nicht alle – skeptische Beobachter betroffen waren, genau genommen als blinde Weigerung eines wahren, wenn auch ungeklärten anomalen Ereignisses charakterisieren kann. Darüber hinaus scheint hinreichend bewiesen zu sein, dass Wissenschaftler ebenso anfällig für dieses irrationale Verhalten sind wie jeder andere Mensch auch, allerdings haben sie vielleicht mehr Erfahrung als der Durchschnittsbürger, ihr Erlebnis mit vermeintlich vernünftigen Worten wegzuinterpretieren.
Diese Art von Verdrehung der Tatsachen veranschaulicht zum Beispiel die »wissenschaftliche« Analyse einer ziemlich spektakulären UFO-Sichtung, die vor Jahrzehnten von einem Verkehrspiloten gemeldet wurde. Am 28. Juni 1954 begegnete eine Passagiermaschine der britischen Gesellschaft BOAC auf dem Flug von New York nach London hoch über dem Atlantik unweit von Labrador, Kanada, einem sehr seltsamen Flugobjekt. Die gesamte Crew und zahlreiche Passagiere beobachteten erstaunt, wie ein riesiges, birnenförmiges Objekt in einiger Distanz parallel zum Flugzeug dahinflog. Das unbekannte Fluggerät wurde von sechs kleinen Satellitenobjekten umkreist, die laut Aussage des Piloten, Hauptmann James Howard, einem ehemaligen Piloten der Royal Air Force, der 7500 Flugstunden aufweisen konnte, »wie Bienen um einen Bienenstock« herumschwärmten. 5› Hinweis
Nach einigen Minuten schien sich das größere Objekt in ein »riesiges Flugzeug mit Deltaflügeln« zu verwandeln, während die kleinen Objekte weiterhin darum herumschwirrten, manchmal wahllos, dann wieder in verschiedenen exakten geometrischen Formationen. 6› Hinweis Das Bodenradar in Goose Bay, Labrador, erfasste eine bizarre Ansammlung von Objekten in der Luft, und ein F-86-Sabre-Kampfjet wurde gestartet, um diese abzufangen.
Während sich der Kampfjet, der die UFOs mit seinem Radar ebenfalls erfasst hatte, der Formation näherte, verschwanden die kleineren Objekte im größeren, das sich dann schnell entfernte, bis es nach nur wenigen Sekunden nicht mehr zu sehen war.
Hier liegt uns also eine durch eine Vielzahl glaubwürdiger Zeugen bestätigte Sichtung unbekannter Objekte in präziser Formation vor, die das Flugzeug mehrere Minuten lang begleiteten – eine Tatsache, die durch verschiedene Radarerfassungen bekräftigt wurde – und die erst verschwanden, als sich ein militärischer Abfangjäger näherte.
Dieser verblüffende Fall wurde einige Jahre später im Zuge der sogenannten Condon-Committee-Ermittlung überprüft, einer von der Universität von Colorado gesponserten, angeblich wissenschaftlichen Untersuchung des UFO-Phänomens, auf die ich in einem anderen Kapitel näher eingehen werde.
Und was war das offizielle Ergebnis des Untersuchungskomitees im Fall der UFO-Sichtung über Labrador? Der Abschlussbericht gelangte zu dem Schluss, dass es sich »fast mit Sicherheit um ein Naturphänomen gehandelt hat, das so selten ist, dass offenbar weder zuvor noch danach jemals darüber berichtet wurde.« 7› Hinweis
Diese haarsträubende Erklärung – wie auch viele ähnliche, die über die Jahre von uninformierten Wissenschaftlern und Astronomen vorgetragen wurden, die trotz der Tatsache, dass sie mit einem bestimmten Fall überhaupt nicht vertraut waren, die Sichtungen von UFOs und offenkundig außergewöhnlicher Technologie zu bagatellisieren versuchten – illustriert den Stand der grundsätzlichen Weigerung, die eine echte wissenschaftliche Untersuchung des Phänomens verhindert.
(Im gleichen Stil haben zahllose wohlmeinende Psychologen die Zeugen von UFO-Sichtungen als besonders einfallsreiche Menschen mit »blühender Fantasie« abgestempelt, die angeblich außergewöhnliche Erklärungen für banale Ereignisse erfinden, um ihr ansonsten langweiliges Leben interessanter zu machen. Doch wenn dies der Fall sein sollte, wie erklären wir uns dann die vielen tausend Berichte weltweit über das panische Verhalten von Tieren bei der Anwesenheit eines gelandeten oder tief fliegenden UFOs? Handelt es sich vielleicht um Kühe mit blühender Fantasie? Viel wahrscheinlicher ist, dass sowohl Haustiere als auch wild lebende Tiere einfach auf eine plötzliche dramatische Veränderung in ihrer Umgebung reagieren – eine Veränderung, die ihnen völlig fremd ist und die sie aus irgendwelchen Gründen höchst beängstigend finden.)
Obwohl die meisten zivilen Wissenschaftler von Anfang an die mit UFOs im Zusammenhang stehenden Fakten ignoriert und völlig falsch eingeschätzt haben, hat das US-Militär schnell großes Interesse an den glaubwürdigeren Sichtungsberichten gezeigt und Besorgnis darüber an den Tag gelegt. Im Spätsommer 1947 forderte der für den Luftraum zuständige Aufklärungsdienst im Pentagon nach einer dreimonatigen landesweiten Häufung von Sichtungen dringlich einen Bericht über die »fliegenden Scheiben«, wie die Militärs sie damals nannten. (Zivile Beobachter und die Medien bezeichneten sie meist als »fliegende Untertassen«.)
Daraufhin hielt der Air-Force-Generalleutnant Nathan F. Twining, Kommandant des Air Material Command (AMC), das auf dem Wright Field, Dayton, Ohio, stationiert war, eine Konferenz mit Angestellten des Air Institute of Technology, dem Office of the Chief der Engineering Division, den Mitarbeitern verschiedener Raumfahrtlabore innerhalb der Engineering Division, die als T-3 bezeichnet wurde, sowie mit Offizieren des technischen Aufklärungsdienstes ab. Diese Gruppen verwendeten für ihre Einschätzungen jeweils Originaldaten, die ihnen vom Pentagon zur Verfügung gestellt wurden und Aussagen von militärischen Zeugen von UFO-Sichtungen enthielten.
Twining fasste die Informationen, die er von seinen Stäben für Technik und Aufklärung erhielt, zusammen und schickte ein Memorandum an Brigadegeneral George Schulgen, Leiter der Air Intelligence Requirements Division, in dem er die ursprüngliche Einschätzung des AMC über die unbekannten Flugobjekte präsentierte. Die Schlüsselabschnitte des Memorandums, das das Datum 23. September 1947 trägt und als geheim eingestuft wird, sind folgende:
Auf Anfrage von AC/AS-2 wird im Folgenden die ernsthafte Überzeugung dieses Kommandos hinsichtlich der sogenannten »fliegenden Scheiben« dargestellt …
Es ist der Auffassung, dass:
das gemeldete Phänomen real und nicht eingebildet oder fiktiv ist.
es Objekte gibt, die möglicherweise annähernd die Form einer Scheibe haben und von einer so beachtlichen Größe sind, dass sie so groß erscheinen wie von Menschen gebaute Flugzeuge.
die Möglichkeit besteht, dass manche dieser Vorfälle durch Naturphänomene wie zum Beispiel durch Meteore verursacht sein könnten.
die gemeldeten Flugeigenschaften wie zum Beispiel extreme Steigflüge, Manövrierfähigkeit (insbesondere bei seitlichen Drehungen) und Reaktionen, die als ausweichend betrachtet werden, sobald das Objekt von Zivilflugzeugen gesichtet und vom Radar erfasst oder kontaktiert wird, auf die Möglichkeit hinweisen, dass einige dieser Objekte entweder manuell, automatisch oder aus der Ferne gesteuert werden.
die Objekte gewöhnlich wie folgt beschrieben werden:
metallische oder reflektierende Oberfläche.
fehlende Kondensstreifen – außer in wenigen Fällen, in denen das Objekt offenkundig unter hoher Flugbelastung operierte.
runde oder elliptische Form, unten flach, oben kuppelförmig.
mehrere Berichte liegen vor über gut eingehaltene Formationsflüge von zwischen drei und neun Objekten.
normalerweise keine damit verbundenen Geräusche – mit Ausnahme von drei Fällen, bei welchen ein grollendes Dröhnen wahrgenommen wurde.
die Geschwindigkeit bei Tiefflügen wird gewöhnlich auf über 300 Knoten (555 km/h) geschätzt.
sich die Frage stellt, ob es mit den aktuellen amerikanischen Kenntnissen möglich wäre – vorausgesetzt, eine umfangreich, gründliche Entwicklung würde unternommen –, ein bemanntes Fluggerät zu bauen, das der allgemeinen Beschreibung des Objekts unter Punkt e entspräche und in der Lage wäre, mit Unterschallgeschwindigkeit eine Reichweite von etwa 7000 Meilen zu erlangen.
jede Entwicklung nach dem hier dargestellten Vorbild in unserem Land extrem teuer und zeitaufwendig wäre und auf Kosten aktueller Projekte erfolgen würde; deshalb sollte sie, falls durchgeführt, unabhängig von bereits geplanten Projekten in Angriff genommen werden.
folgende Punkte in Betracht gezogen werden müssen:
die Möglichkeit, dass diese Objekte heimischer Herkunft sind – das Produkt eines Hochsicherheitsprojekts, das dem AC/AS-2 oder seinem Kommandeur unbekannt ist.
das Fehlen physischer Beweise in Form von geborgenen Wrackteilen, die die Existenz dieser Objekte unzweifelhaft belegen würden.
die Möglichkeit, dass eine fremde Nation einen Antrieb, wahrscheinlich nuklear, entwickelt hat, der hierzulande unbekannt ist. 8› Hinweis
General Twining beendete sein Memorandum mit der Forderung, die Air Force möge eine Weisung zur Schaffung eines Geheimprojekts zur Untersuchung des UFO-Phänomens erlassen. Dieser Forderung wurde nachgekommen, und das Project Sign war geboren.
Aufgrund des flüchtigen Verhaltens der fliegenden Scheiben mutmaßten einige Militäranalysten, es könnte sich bei den Objekten um radikal neue sowjetische Fluggeräte handeln, die auf der nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erbeuteten deutschen Technologie basierten. Doch angesichts des revolutionären Designs der UFOs und ihrer überlegenen Flugeigenschaften, die von denjenigen berichtet wurden, die die Scheiben im Flug gesichtet hatten, gelangten andere Analysten rasch zu dem Schluss, dass die Fluggeräte zu fortschrittlich wären, um russischer Herkunft zu sein und möglicherweise extraterrestrischen Ursprungs sein könnten.
Der Forscher Jerome Clark stellt fest, dass die extraterrestrische UFO-Hypothese (ETH) von der Air Force tatsächlich schon wenige Monate nach einer plötzlichen Häufung von Sichtungen im Sommer 1947 ernsthaft in Erwägung gezogen wurde. Er schreibt: »Als die US Air Force die über UFO-Sichtungen gesammelten Informationen formalisieren wollte, stellte sie eine Reihe von Richtlinien für ihre Aufklärungsmitarbeiter auf.« Diese bildeten im Oktober 1947 den ersten »Entwurf des Sammlungsmemorandums«. Die Aufklärungsagenten wurden wie folgt über das Problem der fliegenden Scheiben informiert:
Dieses seltsame Objekt beziehungsweise Phänomen kann aufgrund gewisser Beobachtungen als Langstreckenfluggerät beschrieben werden, das imstande ist, einen enormen Steigflug und hohe Fluggeschwindigkeiten zu erreichen, das sehr manövrierfähig und in der Lage ist, in sehr enger Formation geflogen zu werden. Zum Zwecke der Analyse und Bewertung sogenannter »fliegender Untertassen« geht man davon aus, dass das gesichtete Objekt ein bemanntes Fluggerät unbekannter Herkunft ist. Zwar bleibt die Möglichkeit russischer Herstellung, basierend auf dem perspektivischen Denken und den faktischen Errungenschaften der Deutschen, doch einige Mitglieder sind der festen Überzeugung, dass es sich bei dem Objekt tatsächlich um irgendein interplanetares Fluggerät handeln könnte. 9› Hinweis
Mit anderen Worten, gerade einmal vier Monate nach der ersten, von vielen Zeugen gemeldeten UFO-Sichtung im Bundesstaat Washington im Juni 1947 hatten Aufklärungsanalysten des US-Militärs bereits unter anderem die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass es sich bei den nicht identifizierten fliegenden Scheiben um außerirdische Fluggeräte handeln könnte. Ungeachtet der Antwort war frühzeitig klar, dass die bei diesen seltsamen Fluggeräten eingesetzte Technologie allem, was damals in den USA entwickelt wurde, weit überlegen war.
Als ob die extraterrestrische Hypothese – und ihre weitreichenden Auswirkungen – den Aufklärungsanalysten nicht schon genug zu denken gegeben hätte, wurden sie kaum ein Jahr später mit einem sehr viel dringlicheren Problem konfrontiert: nämlich mit ersten Beobachtungen, dass die mysteriösen Fluggeräte, ungeachtet ihrer möglichen Herkunft, in den gesperrten Luftraum über verschiedenen Einrichtungen zur Entwicklung von Atomwaffen eindrangen und über diesen schwebten. Beinahe über Nacht waren die UFOs zu einer Bedrohung für das wichtigste nationale Sicherheitsprogramm der USA geworden.
2
Das Spiel mit dem Feuer
In dem Science-Fiction-Klassiker Der Tag, an dem die Erde stillstand (1951) landet ein Alien in einer fliegenden Untertasse, um die Menschheit für ihre kriegerische Einstellung zu bestrafen und vor der Dummheit des Besitzes von Atomwaffen zu warnen. Obwohl das Kinopublikum es zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, war die US-Regierung bereits damals im Besitz von alarmierendem Beweismaterial: Etwas oder jemand, der weit überlegene scheibenförmige Flugobjekte steuerte, schien unsere Atomwaffenanlagen tatsächlich dauerhaft unter die Lupe zu nehmen. Es überrascht nicht, dass diese ominöse Entwicklung vom Militär auf oberster Ebene sogleich der Geheimhaltung unterworfen wurde und dass Jahrzehnte vergehen mussten, bis einige Informationen über diese Vorfälle endlich an die Öffentlichkeit gelangten.
Die verspätete offizielle Bestätigung der Verbindung von UFOs und Atomwaffen erfolgte in den 1970er-Jahren, als verschiedene Dokumente der US Air Force, des FBI und der CIA der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, entweder durch die routinemäßige Freigabe oder dank eines neuen Bundesgesetzes, nämlich des Freedom of Information Act (FOIA). Das Gesetz trat zwar schon 1966 in Kraft, doch 1974 wurde es geändert, sodass es breitere Anwendung finden konnte. Diese Gesetzesbestimmung verlangte von der US-Regierung, ihre Akten – in beschränktem Umfang – für Bürger freizugeben, die Informationen über spezielle geheime Vorfälle und Aktivitäten haben wollten. Hätte es dieses beispiellose Gesetz nicht gegeben, dann wären viele in Verbindung mit Atomwaffen stehende UFO-Sichtungen mit allergrößter Sicherheit geheim geblieben. In Wahrheit weisen die Aussagen ehemaliger Angehöriger des US-Militärs darauf hin, dass die freigegebenen Informationen nur einen geringen Teil der Gesamtdokumentation ausmachen und dass viele andere Sichtungen dieser Art weiterhin der Geheimhaltung unterliegen.
Jedenfalls belegen die Dokumente, die inzwischen freigegeben wurden, dass schon im Dezember 1948 wiederholt UFOs in der Nähe des Los Alamos National Laboratory in New Mexico beobachtet wurden. (Etwa drei Jahre zuvor hatten Wissenschaftler dieses Forschungszentrums in der Wüste nahe Alamogordo die erste Atombombe getestet; kurz darauf wurden zwei weitere Atombomben über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki abgeworfen, was zum raschen Ende des Zweiten Weltkriegs führte.) Zahlreiche UFO-Sichtungen wurden auch unweit der Sandia Base im nahen Albuquerque gemeldet, auf der die Nachfolgegenerationen von Atomwaffen entwickelt und gebaut wurden. Verschiedene Dokumente aus den späten 1940er- und frühen 1950er-Jahren bestätigen ebenfalls die Anwesenheit dieser mysteriösen Flugobjekte in der Nähe der drei Herstellungsstätten der US-Regierung für Spaltmaterial: das Oak Ridge National Laboratory in Tennessee, die Hanford Engineer Works im Bundesstaat Washington und die Savannah River Plant in South Carolina.
Es steht jedenfalls fest, dass diejenigen, die die UFOs – deren Herkunft und Absichten unklar waren – steuerten, aus welchen Gründen auch immer, großes Interesse an der Überwachung der mit dem amerikanischen Atomwaffenprogramm verbundenen Einrichtungen zu haben schienen. Selbstverständlich waren sowohl das US-Militär als auch das FBI und die CIA angesichts dieser plötzlichen und unvorhergesehenen Entwicklung äußerst besorgt.
Wie in der Einleitung bereits erwähnt wurde, berichtet ein FBI-Memorandum vom 31. Januar 1949, das dem FBI-Direktor J. Edgar Hoover zugesandt wurde, dass sich Gruppen ziviler und militärischer Aufklärer vor Kurzem getroffen hatten, um über »die Angelegenheit der ›unbekannten Flugobjekte‹ beziehungsweise der ›nicht identifizierten Luftphänomene‹, auch ›fliegende Scheiben‹, ›fliegende Untertassen‹ und ›Feuerkugeln› genannt, zu diskutieren. Diese Angelegenheit wird von hochrangigen Aufklärungsoffizieren sowohl der Armee als auch der Air Force als streng geheim eingestuft.« 10› Hinweis (Dieses Dokument zählte zu jenen etwa 1500 FBI-Dokumenten über UFOs, die Ende der 1970er-Jahre freigegeben und dem Rechercheur Dr. Bruce Maccabee zugänglich gemacht wurden.)
