Um glücklich zu sein, muss man ziemlich schlau sein - S. Amon - E-Book

Um glücklich zu sein, muss man ziemlich schlau sein E-Book

S. Amon

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Beschreibung

In diesem Buch werden Alltagsfragen aus spiritueller Sicht betrachtet und beantwortet. Das Ganze geschieht mit einer gehörigen Portion Humor und Lockerheit. Es soll helfen, das eigene Leben etwas leichter zu nehmen und angenehmer gestalten zu können. Dabei ist die spirituelle Tiefe genauso beeindruckend, wie die Lebenserfahrung, die mit einfließt. Das Beste ist aber, dass für jede einzelne Frage immer nur eine Seite zur Verfügung steht. Somit ist kein Platz für ausschweifende Erklärungen und Kurzweil beim Lesen garantiert.

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Seitenzahl: 78

Veröffentlichungsjahr: 2019

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Gewidmet: Meiner Püppi

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Meine Suche nach Gott

Erwachen

Und nun?

Die Fragen

Nachwort

Fragen, die es nicht geschafft haben

Gedankenfetzen

VORWORT

In einem Gespräch vor einigen Jahren, welches ich mit meinem Bruder führte und in dem es wie so oft um Gott und die Welt ging, sagte er beiläufig zu mir: „Weißt Du was? Die Menschen sind zu blöd für diese Welt.“

Nun hatte ich schon immer eine ausgeprägte Gabe, Menschen zuzuhören. Egal, was sie sagen. Selbst, wenn sie nichts sagen, höre ich trotzdem zu. Ich höre hin.

Das ist eine Mischung aus Hineinhören und Heraushören, die mich schon immer fasziniert hat.

Der Gegenüber offenbart sein Innerstes oft auf eine Art und Weise, die mich (von seiner Seite unbewusst) ganz tief blicken lässt. Jeder Mensch ist gern ehrlich. Weil er etwas „abladen“ kann. Und diese Ehrlichkeit lese ich unter anderem neben seinen Befindlichkeiten heraus.

Zurück zur Äußerung meines Bruders.

Als er das sagte, hatte ich augenblicklich das Gefühl: Scheiße, da ist was dran.

Dieses unterschwellige Gefühl verfolgt mich seit diesem Tag. Eigentlich schon solange ich denken kann.

Mittlerweile biegt mein momentanes Hiersein auf eine imaginäre Zielgerade ein.

Da kam mir der Gedanke:

Was hinterlasse ich?

Ist es nicht immer die Frage, was wir der nächsten Generation hinterlassen?

Habe ich überhaupt etwas zu hinterlassen, zu sagen, was für irgendwen wichtig oder von Bedeutung ist? Etwas zum Lachen?

Ich habe keine außergewöhnliche Lebensgeschichte und auch mein Geltungsdrang hält sich wirklich in Grenzen.

Aber ich habe etwas gesehen und erlebt, durchschaut und verstanden, was durchaus erhaltens- und mitteilenswert ist.

Ich habe mir große Mühe gegeben, das alles zu verstehen. Und die soll nicht vergebens gewesen sein, es wäre wirklich schade darum.

Ich empfinde das Erlebte und Erfahrene durchaus als Privileg.

So entstand die Idee zu diesem Büchlein. Mir schwebte etwas vor, wie meine Antworten auf kleine aber wichtige Fragen.

Die Fragen wurden mir so oder ähnlich in Chats, persönlichen Gesprächen oder schriftlich in Vorbereitung auf dieses Büchlein gestellt.

Zu einem kleinen Teil sind es auch Fragestellungen, die mich selbst auf meinen Reisen genau so bewegt haben.

Wegen meiner selbst auferlegten Beschränkung auf eine Seite pro Antwort war es unumgänglich, extrem zu vereinfachen und herunter zu brechen. Da sollte jedes Wort stimmen. Aber genau das hat mich so sehr gereizt. Die Antworten sollten auch zwischen zwei Haltestellen des ÖPNV passen.

Kurz, knapp, einleuchtend und klar. Hilfreich und einfach, plausibel und verständlich. Hoffentlich bewegend.

Damit die, die eintauchen wollen und können, ein reicheres, angenehmeres, selbstbestimmtes und leichteres Leben haben.

Nichts Wichtiges. Nur augenzwinkernde Denkanstöße, die vielleicht etwas Mut und Hoffnung geben.

Ein Angebot.

Hier ist es.

MEINE SUCHE NACH GOTT

In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts wuchs ich in einem kleinen thüringischen Dorf als ältester Sohn der Dorflehrer auf. Mein Vater sagte gern, im Dorf-Ranking kamen sie gleich nach dem Pfarrer. Und so war es auch. Ich kenne also in meiner Primärprägung nur herzliche und freundliche Menschen. Ich konnte mich in dem Dorf vollkommen frei bewegen und ging auch in anderen Gehöften selbstverständlich ein und aus. In meiner Erinnerung war ich sehr viel einfach allein unterwegs und erkundete, was es so zu entdecken gab. Es war ein Paradies für mich.

Meine Heimat war die junge DDR. Also waren auch die Lehrer angehalten, die sozialistischen Ideale zu vermitteln. Natürlich bekam ich eine gehörige Extraportion davon ab.

Und eins wusste ich ganz genau: Gott gibt es nicht.

Wer das (auch in den folgenden Jahren) behauptete, war schon mal per se blöd und unwissend.

Die Jahre gingen ins Land und der Sozialismus in die Binsen. Irgendwie sah es mein Vater kommen und erklärte mir das auch. Ich habe seine analytischen und weisen Einschätzungen immer sehr gemocht. Trotzdem brach ja in der Zeit meine kleine Welt zusammen. Ein sehr komisches Gefühl. Ich stand vor dem „Trümmerhaufen“, betrachtete ihn und so sehr ich mich auch anstrengte, ich verstand es damals einfach nicht.

Die Zeiten waren für mich sehr turbulent. Ich war Anfang 20 und hatte schon zwei Ehen hinter mir und zwei Kinder. Meine Arbeit bei der NVA (Offizier, was sonst) war beendet und es begann eine Zeit des „sich Durchschlagens“.

Ich lernte meine Frau kennen.

Von ihr war ich seit der ersten Begegnung fasziniert. Musste ich in meinen früheren Beziehungen immer um Liebe und Sex kämpfen oder betteln, überschüttete sie mich förmlich damit. Das machte sie mit einer Einfachheit, Unbekümmertheit und Selbstverständlichkeit, dass mir oft die Spucke weg blieb.

Mein zweites Paradies.

Jetzt geschahen zwei Dinge.

Wir bekamen einen Sohn.

Da ich die täglichen Abläufe und Erlebnisse mit Kindern kannte, konnte ich ihr etwas zur Hand gehen und die Entwicklung des kleinen Wesens in allen Facetten wirklich beobachten und genießen.

Das Zweite war, dass wir auf einem Wochenendseminar Harald Wessbecher kennenlernen durften.

Für mich fühlte es sich an, als würden Türen aufgerissen und eine neue Welt bekommt Raum in mir.

Diese Leichtigkeit, Brillanz, Klugheit in seinen Worten und Gedanken faszinierte mich bis in meine tiefste Seele.

Bis heute.

Im Rahmen dieses Seminars veranstaltete er mit fast 500 Leuten im Raum eine Meditation. Diese war unendlich schlecht zu verstehen aber einige Fetzen kamen bei mir an.

Diese reichten aber aus, um mir die Kassette, mp3 gab es noch nicht, zu kaufen und mich zu Hause immer wieder in diese Meditation fallen zu lassen.

Die Kernaussage war: Ich bin unbegrenzt, ewig und frei.

Nicht, dass ich mich irgendwie von außen hypnotisiert gefühlt hätte.

Überhaupt nicht. Es war eher so, dass es in mir verborgene Überzeugungen und Gefühle aus der Kindheit wieder freigelegt hat.

Ich mache es kurz.

Über Rüdiger Dahlke und Thorwald Dethlefsen (Krankheit als Weg, die ersten 100 Seiten) und weiteren Lektüren, Seminaren und immer mehr eigenen Reflektionen reifte in mir die Überzeugung:

Meine Eltern haben Mist gebaut.

Ich wollte es erst gar nicht wahrhaben. Meine Eltern? Unbestritten die Besten und Klügsten der Welt! So einen Bockmist? Wie konnten sie nur? Ich fühlte mich zutiefst betrogen.

Und doch war es so. Ich habe in absoluter Stille mehrere Tage gebraucht, das zu verstehen, zu verdauen und zu akzeptieren.

Und zu vergeben.

Ich bin ohne Gott (im Kopf) herangewachsen.

Marx, Engels, Lenin, Vati, Mutti, etc. aber ohne Gott. Mist Verdammter.

Das musste ich selbst geradebiegen. Ganz allein. Das will und muss ich jetzt wissen. Erfahren.

Die Suche beginnt.

ERWACHEN

Seit meiner Kindheit habe ich die mich umgebende Welt als etwas in sich Geschlossenes und miteinander Verbundenes wahrgenommen.

Dazu gehörte dann etwas später auch die Erkenntnis, dass ich Teil von etwas Größerem war und allein überhaupt nicht existieren könnte. Luft, Wasser, Nahrung, Leben, Ausscheidungen, Sterben usw. haben sich stets nach dem Vollzug eines Kreislaufes angefühlt.

Und so wuchs schrittweise der Wunsch in mir heran, diesen Kreislauf nicht nur in seinen einzelnen Manifestationen erkennen zu können, sondern einmal das ganze Bild betrachten zu dürfen.

Als dann das gewaltige Thema Dualität für mich immer greifbarer wurde, gab es kein Halten mehr. Es musste eine Möglichkeit geben, die Welt nicht nur in ihren dualen Erscheinungsformen wahrzunehmen und zu sehen. Ich begab mich auf die Suche nach der Einheit, nach der Vereinigung der scheinbaren Gegensätze.

Ich verstand und verstehe den Begriff Erwachen als Einheits- oder Gottes-Erfahrung. Damit meine ich nicht das tiefe Verständnis oder das Wissen, dass es so etwas geben muss, sondern ein Erlebnis, das einmal sehen und erfahren zu dürfen, so dass keinerlei persönlicher Zweifel bleibt, dass es die Einheit oder Gott wirklich gibt.

Was geschieht da?

Im Wesentlichen geschieht ein teilweiser oder kompletter Verlust der eigenen Persönlichkeit. Das bedeutet, dass sich einige oder alle Aspekte des ICH´s/Ego´s auflösen.

Hierzu gibt es verschiedene und vielfältige Schilderungen von erwachten/erleuchteten Menschen. Das reicht von einem Ego-Verlust an einer Bushaltestelle bis hin zu Siddharta Gautama alias Buddha und seinen Erkenntnissen unter dem Baum.

Im obigen wesentlichen Ergebnis sind sich allerdings alle einig.

In der Folge schildern alle eine neue, ungewohnte Sichtweise auf alles, was ihnen begegnet.

Wie hat sich das bei mir angefühlt?

So wie viele andere spirituell suchende Menschen machte ich mich kundig, mit welchen Übungen und Meditationen, Tätigkeiten oder Gedanken ich nun an mein Ziel kommen und endlich erwachen kann.

Seltsamerweise kam immer dieselbe Information:

Das geht nicht.

Wenn es geschieht, ist es Gnade.

Na toll.

Rumhocken und warten? Naja, nicht ganz.

Immer wieder und immer tiefer wuchs in mir die Erkenntnis, dass ein Erwachen, so wie ich es haben wollte, niemals eintreten kann. Und das hat einen einfachen Grund: MICH.

Mein Ego hat eine Vorstellung von etwas, was nicht vorstellbar sein möchte. Und mein Ego will etwas haben, was nicht zu haben ist.

Und so gab es nur einen Weg, ich musste mein Ego herunterfahren, zum Stillstand bringen und nicht mehr wichtig nehmen. Mit verschiedenen Meditationen und regelmäßigem Floaten (Schwebebad) bekam ich etwas Übung und eine gewisse Routine in ICH-losen Zuständen und wie ich sie herbeiführen konnte.

Und das Wichtigste dabei war, ich vergaß meinen eigentlichen Wunsch und hörte auf, danach zu streben.

Am 04.03.2007 ging ein dreitägiges Tantra-Seminar zum Thema Polyamorie mit einer Meditation zu Ende.

Eigentlich war ich von dem Seminar ziemlich enttäuscht und ließ mich in die Meditation fallen.