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Nach Wohnungsumzug hat ein Autofahrer es ständig mit vorausfahrenden Fahrschulen zu tun. Eines Tages erlebte er aber eine besonders heikle Situation mit ihnen. Dies erinnerte ihn an seine eigene Fahrschulezeit, die schon lange her ist. In Verbindung mit diesen Erinnerungen und der Notwendigkeit, pünktlich zu seinem Termin zu kommen, entsteht in seinem Kopf ein Wirrwarr aus eben diesen Erinnerungen, unglaubliche Ideenvorstellungen und das unbedingt notwendige Kopfrechnen während des Autofahrens. Die besonders heikle Situation mit Fahrschulen, die er in dieser Geschichte beschrieben hat, erlebte der Autor vor einiger Zeit tatsächlich. Daraus dann eine Satire zu keieren, war ihm ein wahrhaft wildes Vergnügen.
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Seitenzahl: 36
Veröffentlichungsjahr: 2023
Herbert Ludwig Herbst
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… und es kam schlimmer
oder
Das (mathematische) Drama von Autofahrern und Fahrschulen
Eine etwas gemeine satirische Kurzgeschichte
… und es kam schlimmer
oder
Das (mathematische) Drama von Autofahrern und Fahrschulen
Eine etwas gemeine satirische Kurzgeschichte
von
Herbert Ludwig Herbst
2023
Text: © Copyright bei Herbert Ludwig Herbst
Umschlaggestaltung: © Copyright bei Herbert Ludwig Herbst
Verlag:
Herbert Ludwig Herbst
c/o Block Services
Stuttgarter Straße 106
70736 Fellbach
Vertrieb: epubli – ein Service der neopubli GmbH, Berlin
Zieht man innerhalb eines größeren Ortes von einem Ende zum anderen um, kann es einem schon ziemlich erstaunen, wie groß die Unterschiede am anderen Ende sein können. Dabei muss man nicht einmal am anderen Ende der Welt sein. Schon an einem Ende vor dem Ende der Welt können die Unterschiede größer sein, als man sich vorstellen will. Da heißt das Stadtteil möglicherweise ganz anders, Menschen begegnen einem auf völlig unterschiedliche Art und Weise oder die Struktur der Häuser sehen plötzlich ganz anders aus. Plötzlich? Oder sahen sie nicht schon die ganze Zeit ganz anders aus? Und – wie lange schon?
Und dann die Gegend erst! So ganz neu geformt. Neue Hügel tun sich auf, manche Berge kann man jetzt aus noch größerer Nähe betrachten. Oder in noch weiterer Ferne. Man lernt neue Bauernhöfe kennen, vorausgesetzt, man will sie besuchen; es tun sich neue Erntefelder an Straßenrändern auf.
Zufälligerweise ist der Abstand von meinem neuen Zuhause zur nächsten Autobahn beinahe genauso lang wie an meinem alten Wohnort vor meinem Umzug, nämlich ganze eineinhalb Kilometer. Dass es aber eine gänzlich andere Autobahn ist, verkommt hier eher zu einer Marginalie.
Wenn ich aus den Fenstern meiner neuen Wohnung schaue, muss ich mich an neue Anblicke gewöhnen; und aktuell konstatieren, da gehören an den Fenstern innen wie außen mal wieder dringend Wasser und Fensterputzmittel verschmiert und verteilt! Auf der einen Seite schau ich direkt auf die Straße und kann, wenn ich nichts anderes zu tun habe (was jedoch selten genug der Fall ist), die Autos und LKWs zählen, die an mir vorbeirauschen. So mancher von denen rauscht wirklich, weil öfters deutlich mehr als die vorgeschriebenen 30 km/h in unserer Straße. Ist ja auch eine Durchgangsstraße. Und jede Menge Häuser um das Haus meiner Wohnung drumherum.
Oder auf der anderen Seite meiner Wohnung geht mein erhobener Blick über den Hof hinaus zur großen Scheune gegenüber. Das Beste an dieser Scheune ist, dass die gesamte Dachschräge in Richtung Süden, meiner Richtung des Blickes entgegengesetzt, mit einer Fotovoltaik-Anlage versehen ist. Mein jetziger Vermieter tut etwas für die Umwelt! Finde ich echt super!
Man merke: Bei einem Umzug in neue vier Wände muss man sich an so vieles Neues gewöhnen.
Genauso erging es mir, als ich unlängst umgezogen bin. Von einer schönen großen Dreizimmerwohnung in eine noch schönere und größere Wohnung mit jetzt vier Zimmern. Zu der Anzahl der Zimmer in der neue Wohnung muss ich zu meiner eigenen Schande gestehen, dass ich beim ersten Besichtigungstermin dieser Wohnung überhaupt nicht realisiert hatte, dass diese überhaupt vier Zimmer beinhaltete. Soweit ich mich heute erinnern kann, fiel mir das tatsächlich erst bei meinem dritten Besuch der neuen Wohnung auf.
Wer mir jetzt den guten Ratschlag auf den Weg mitgeben will, doch baldmöglichst einen Optiker aufzusuchen, um zu untersuchen, ob meine trüben Augen für die optisch wahrnehmbare Umwelt überhaupt noch angemessen eingesetzt werden können, den mag ich beruhigen. Es fiel mir bei der Anfahrt zum Besichtigungstermin dieser Wohnung sofort auf, dass es sich um ein Fachwerkhaus handelte. Das ist doch auch schon etwas.
Und es dauerte auch gar nicht lange, bis ich feststellte, die Mentalität der Menschen hier in meiner neuen Umgebung ist eine andere. Auf gar keinen Fall möchte ich hier diverse soziale Vergleiche ziehen oder gar irgendwelche gesellschaftlichen Abwertungen vom Ruder reißen. Oh nein, solches liegt mir wirklich fern! Aber im Nachhinein musste ich mit großem Erstaunen feststellen, dass ich um meine neue Wohnung herum in den ersten fünf Wochen mehr Menschen und Nachbarn kennen und schätzen gelernt hatte, als in der alten Wohnung die fünf Jahre davor. Und das soll schon was heißen! Ich gehöre eigentlich zu den recht kontaktfreudigen Menschen. Im manchmal wehmütigen Rückblick verwundert es mich noch heute, dass an meinem alten Wohnort viele der dort wohnenden Leute deutlich kontaktscheuer gewesen waren, als von mir damals zunächst erhofft.
