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Es ist wohl eine der schwersten Prüfungen für den Menschen, das eigene Kind zur Unzeit zu verlieren. Dieses Buch, verfasst von einer betroffenen Mutter, wird Sie ein Stück weit auf dem steinigen Weg der Trauer begleiten. Es enthält bewegende Gedichte, wertvolle Ratschläge, aber auch persönliche Ansichten über die Trauer und den Tod, die zum Nachdenken anregen. Die dazugehörigen, ausdrucksstarken Illustrationen geben dem schweren Thema eine gewisse Leichtigkeit und werten die Texte auf. Ein schweres Trauma sollte begleitet werden, die Trauer muss gelebt werden, dies sollte selbstverständlich wie eine tägliche Mahlzeit sein.
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Seitenzahl: 56
Veröffentlichungsjahr: 2016
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Für meine Kinder, wo immer sie sind.
Vorwort: Man muss Trauer aushalten können
Mit all deinen Stärken und Schwächen
Verloren
Und dann dieser Moment in dem es „ Rumms“ macht in deinem Leben!
Stille
Begreifen
Der letzte gemeinsame Weg
Wie fühlt sich Trauer an?
So leer...
Besonders
Was soll ich dir schenken?
Als ich Gott fragte
Das Lineal
Alles braucht Zeit
Dein Tod
Du bist da
Trauer ist wie Heimweh
Erste Weihnacht
Sehnsucht nach dir
Familie
Unendlich
Deine Zeichen
Ist da wer?
Nie mehr!!!!
Dein Tod, mein Kind
Den Weg finden
Stein auf Stein
Millionen Tränen
Schicksal
Seelenlicht
Nach einem Jahr
Für immer
So lange schon
Wiedersehen
Wo bist du?
Der Ort
Und was passiert dann?
Geschwistertrauer
Bleibende Schäden
Momentan
Der Traum
Tanz den Regenbogen
Wer verherrlicht hier sein Kind?
Bruchteile
In meiner Erinnerung
Gewohnheiten
Wüstenerfahrungen
Mein Herz
Funkenstaub
Gwieß/Gewiss
Diese Geburtstage
Es tat so gut, deine Stimme zu hören.
Sarahs Zimmer
Das Blatt
Hiesiges Moidl
April
Ich bitt de recht schai!
Kleines Lied
Zermürben
Was machst du heute?
Trauer ist eine Behinderung
Sternenduft
Rück ein Stück
Mein Leuchtturm
Freund
Vergangene Tage
Weihnachten die Zweite
Über den Autor
Die Trauer um ein verlorenes Kind kann man nicht heilen wie eine Krankheit. Sie will begleitet werden. Begleitet von verständnisvollen Menschen, die nicht so leicht aufgeben und trotzdem spüren, wann es Zeit ist, sich zurückzuziehen. Dies erfordert viel Feingefühl, denn der Trauernde ist meist nicht in der Lage, seine Wünsche mit Nachdruck zu äußern.
Gemeinsam schweigen können, den anderen weinen sehen, oftmals die gleichen Gespräche wiederholen, dies sind Eigenschaften, die ein Begleiter mitbringen sollte. Niemals kann ein Mensch, der nicht Gleiches erlebt hat, genau wissen, wie der Trauernde sich fühlt. Es ist genauso, als ob man sich vorstellen sollte, wie ein Vollrausch ist, obwohl man selbst noch nie einen Tropfen Alkohol getrunken hat. Das Trauma um den Verlust eines Kindes sitzt so tief, dass es meist mehrere Jahre dauert, bis wenigstens der erste Schock überwunden ist. Immer wieder kommen die mit dem Tod des Kindes erlebten, aber auch die dazuphantasierten Bilder hoch. Nur stückweise gibt das Gehirn Erinnerungen preis, sonst würde es den Trauernden total überfordern. Wieder und wieder erlebt der Hinterbliebene die Todesstunde des Kindes.
Unsere Kinder erlebten diesen Moment nur einmal, aber wir kauen ihn immer und immer durch. Wir haben ja überlebt, sind zurückgeblieben mit diesem Schmerz, mit all den Erinnerungen und Gefühlen.
So erlebt auch jeder Trauernde seine Trauer anders. Deshalb gehen so viele Partnerschaften nach dem Tod eines Kindes auseinander. Der eine Partner ist in dem Moment am Boden zerstört, während der andere sich gerade mal für eine Weile aus dem Sumpf der Trauer hochgezogen hat. Einer schwebt in melancholischer Erinnerung, der Andere ist stinkwütend und würde gerne einen Schuldigen für den Tod seines Kindes finden, den er zur Verantwortung ziehen könnte. Einer möchte Fotos im Zimmer, schaut sich Kindervideos an und möchte das Zimmer unberührt lassen, der andere übertönt den Schmerz mit lauter Musik, viel Arbeit oder auch Stille und Einsamkeit. Der eine braucht Rituale, der Andere findet das gerade unmöglich. Fast jeder Trauernde macht mehrere Phasen durch. Es wiederholt sich, strömt wellenartig auf uns ein.
Nach einiger Zeit geht es uns manchmal auch gut. Dann schämen wir uns ein wenig dafür, obwohl wir das gar nicht sollten.
Es ist ein unendlich langer Weg, den wir hier gehen müssen, obwohl wir uns diesen nicht ausgesucht haben.
Dies bringt uns manchmal zum Verzweifeln. So ist es nicht wunderlich, wenn uns oftmals die Kraft fehlt, auch noch den Schmerz des Partners mit zu tragen, gemeinsam auszuharren, obwohl man genau weiß, dass es nie wieder so sein wird, wie es einmal gewesen ist.
Auf meinem bisherigen Lebensweg durfte ich mehrmals Menschen kennen lernen, die ihr Kind verloren haben. Alte und junge Menschen, die den Verlust ihrer Kinder, die in verschiedenem Alter verstorben sind, betrauerten. Manche begleiteten mich mehrere Jahre, oder sind heute noch Freunde.
Aber nur einmal traf ich eine ältere Dame, die ihre Tochter durch einen tragischen Unfall verlor, die mir sagte: „ Jetzt, nach 30 Jahren ist es gut!“
Vielleicht ist das so, weil sie nicht mehr lange zu warten hat, bis beide wieder vereint sind?
Es wäre mein Wunsch, dass auch wir eines Tages sagen können:
„Alles ist gut!“
So möchte ich Sie mit diesem Buch ein Stückchen begleiten. Begleiten auf Ihrer Reise, von der Sie nicht wissen können, wann genau diese enden
wird. Beim Lesen begleiten Sie mich ein Stück auf meinem Pfad.
Mit all Deinen Stärken und Schwächen,
so wie Du warst,
einfach perfekt, ein wunderbarer Mensch!
Lächeln, wie das Abendrot,
du wunderbarer Mensch!
Gute Laune wie ein Ozean,
du wunderbarer Mensch!
Hilfsbereit, wie nie gesehen,
du wunderbarer Mensch!
Herz, wie ein Gewittersturm,
du wunderbarer Mensch!
Lachen, einem Sommer gleich,
du wunderbarer Mensch!
Liebe, wie Gebirgsmassiv,
du wunderbarer Mensch!
Wärme, 1000 Sonnen gleich,
du wunderbarer Mensch!
Mal Mädchen und mal Chaosqueen,
du wunderbarer Mensch!
das Loch, das blieb wird nie gefüllt,
du wunderbarer Mensch!
Wir werden Dich immer vermissen!
PBMO
Wir haben unser Kind verloren! Verloren – wie geht denn das? Haben wir es etwa in unserer Hosentasche bei uns getragen und da war ein Loch drin? Oder haben wir es, wie einen Regenschirm, im Bus liegen lassen? Wie eine Handtasche im Restaurant? Dann könnten wir ja zum Fundbüro gehen und es als vermisst melden. Der ehrliche Finder bekäme seinen Finderlohn und alles wäre paletti.
Unser Kind ist uns abhanden gekommen. Ich denke, dass trifft die Sache schon eher.
Etwas oder Jemand hat es uns abhanden kommen lassen. Einfach mitgehen lassen, geklaut also. Oder hat es uns gar nicht gehört?
Hergestellt wurde es von uns persönlich, da war niemand dran beteiligt. Wir haben es gewartet und gepflegt. Wir haben uns die größte Mühe damit gegeben, dem Kind Intelligenz zu vermitteln. Wir haben ihm innere Werte gegeben, es getröstet, Wunden verpflastert, es aufgerichtet und zu einem wirklich vorzeigbaren Menschen erzogen. Aber jetzt ist es weg.
Fortgenommen von einer höheren Macht. Einfach so, ohne vorher zu fragen!
Wie finden wir denn das?
