Verlag: Books on Demand Kategorie: Gesellschafts- und Liebesromane Sprache: Deutsch Ausgabejahr: 2016

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Sicherung: Wasserzeichen

E-Book-Beschreibung Unendliche Begierde - Don Ramirez

Saskia hat sich in Don's Herz festgesetzt. Nach seiner Trennung von Anita verliebt er sich in seine beste Online-Freundin. Nach dem ersten realen Treffen versucht Saskia ihm beizubringen, dass sie nur Freundschaft möchte. Don flüchtet sich in Abenteuer und lernt dabei Sarah kennen. Doch zwischen Saskia und Don soll noch mehr geschehen.

Meinungen über das E-Book Unendliche Begierde - Don Ramirez

E-Book-Leseprobe Unendliche Begierde - Don Ramirez

#ZwischenLiebeUndLust

#1 Unerwartete Lust

ISBN 978-3735719225

#2 Temperamentvolle Leidenschaft

ISBN 978-3734769986

#3 Unendliche Begierde

ISBN 978-3738640915

#4 Abenteuer Verführung

Januar 2017

#5 Herrische Spiele

Januar 2018

#6 Lustvolle Unterwerfung

Januar 2019

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Prolog

Hallenfete

Rückblick

Die Bedienung

Ein neuer Freund

Zwei Freundinnen

Ein Messeflirt

Die Anhalterin

Die Arschloch-Theorie

3 Girls – 2 Boys

Weihnachtsfeier

Das benutzte Bett

Das Saskia-Double

Einkaufszentrum

Fünf Sekunden

Verrücktes Abenteuer

Funkstille

Glitzer auf der Nase

Das laute Bett

Versautes Wiedersehen

Heimlich verliebt

Heimlich geliebt

Der Fleck auf dem Sofa

Der wilde Ritt

Bettsucht

Rotes Abenteuer

Mein Sexmonster

Geiler Sonntag

Familienausflug

24 Stunden

Urlaubsstimmung

Geiler Geburtstag

Auf dem Balkon

Im Wohnzimmer

Shooting im Farmhaus

Unter der Decke

Wilde Nacht

Die neue Wohnung

Quickie in der Badewanne

Ohne Vorwarnung

Heisse Küsse

Heisse Haut

Heisse Begierde

Rote Dessous

Um Haaresbreite

Die süsseste Versuchung

Garfield

eXistenZ

Wrong turn

Vorwort

"Wenn die Sehnsucht so groß wird, dass dir dein Herz jede Sekunde neu zerspringt"

Don Ramirez

Er ist fertig! Der dritte Teil meiner erotischen Autobiografie. Diejenigen, denen bereits die ersten zwei Teile gefallen haben, werden diesen Teil bereits erwarten.

Sollte dieses jedoch der erste Teil meiner Serie für dich sein, so kannst du diesen, ohne die ersten Bücher zu kennen, lesen. Um mein Leben zu verstehen, solltest du die beiden anderen Teile nicht vernachlässigen.

Ich bringe wie immer die Dinge auf den Punkt. Ob nun beim Sex, bei Enttäuschungen oder der Liebe. Ich schreibe direkt, für manche ist es zu derb, andere mögen diesen Stil.

Manchmal begegnen einem Menschen im Leben, die das Herz nie wieder gehen lassen möchte. Jahrelang wartet man unter Umständen auf dieses eine Zeichen, dieses eine Treffen und kann es kaum fassen, wenn es eintritt.

In dieser langen Zeit erlebte ich trotzdem aufregende Dinge, habe ich mir doch nach meiner ersten Beziehung geschworen, das Leben zu genießen. Mit diesem Buch begleitest du mich dabei, wie ich zwischen Lust und Sehnsucht pendle, weil ich tief im Herzen immer an diese eine Person denke.

Besonderer Dank gilt auch bei diesem Buch wieder meiner Lektorin und den Testleserinnen, die mir immer wieder dabei helfen, dass die (meisten) Fehler beseitigt werden und die mir ein Feedback vor der Veröffentlichung geben.

Ich wünsche dir nun viel Spaß beim Lesen!

Dein Don

Mach's mit! Kondome schützen.

Auch wenn nicht in jedem Erlebnis das Wort Kondom fällt, ich verhüte mit und das solltest du auch!

Saskia, dieses Buch ist für dich.

Dezember 2015

Prolog

Der Wecker klingelt.

Ich öffne langsam die Augen und streife mit meiner Hand über das Kissen, bis ich den Wecker spüre und ihn ausschalte. Kurz überlege ich, welcher Tag heute ist.

Es ist Freitag.

Kein üblicher Freitag, der einem sowieso schon ein Lächeln über das Gesicht zaubert, weil das Wochenende naht. Es ist ein ganz besonderer Freitag, der Freitag meines Lebens.

Ich spüre, wie mich das Glücksgefühl überrollt und bin schlagartig wach. Motiviert von meinen Endorphinen springe ich auf und mache mich auf den Weg zum Badezimmer. Auf dem Flur fällt mein Blick auf den gepackten Rucksack.

Heute wird dein Tag. Endlich wird sie wieder in deinen Armen liegen und sie wird danach nicht mehr ohne dich sein wollen.

Im Badezimmer stelle ich das Wasser in der Dusche auf 39° ein und streife meine Boxershorts ab. In Gedanken bin ich schon bei Saskia, die sich genauso auf das Treffen freuen wird. Während das heiße Wasser unaufhörlich herunter prasselt, fange ich an »There is nothing I won't do, I can't keep my hands off you« zu summen. Das Lied von Special D. war bei unserem Treffen in den Charts und seitdem verbinde ich es immer mit Saskia.

Nach der Dusche ziehe ich mich an und packe meine Sachen ins Auto, um zur Arbeit zu fahren. Ich bin heute alleine in der Abteilung. Es ist der Freitag nach Himmelfahrt und ein Brückentag. Die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen haben sich Urlaub genommen.

Im Unternehmen ist nur eine Notbesetzung vorhanden. Ich verbringe die ersten Stunden des Vormittags damit, einige Produktblätter zu aktualisieren und mir die Verkaufszahlen anzuschauen. Allerdings schaue ich unweigerlich immer wieder auf die Uhr und muss an Saskia denken. Wir hatten im letzten halben Jahr kaum Kontakt miteinander, und dann ging alles in den letzten Wochen so schnell.

Sie war wieder Single und ich auf dem besten Weg dahin. Meine Freundin betrog mich, ich hatte es selbst gelesen und zudem von anderen erfahren. Sie stritt es jedoch ab.

Für mich war dieses Kapitel schon abgehakt. Ich hätte wissen müssen, dass sie nicht die Richtige war.

Ich denke nur noch an Saskia, denke daran, wie lange sie schon mein Herz im tiefsten Innern erobert hatte und dass sie nun endlich wieder Single ist. »Das Fenster ist offen«, heißt es dazu in einer amerikanischen Serie, die es zu diesem Zeitpunkt noch nicht gibt.

Ich unterbreche meine Arbeit, gehe zur Kaffeemaschine und gieße mir einen weiteren Kaffee ein. Wieder huscht ein Lächeln über mein Gesicht beim Gedanken an das bevorstehende Date. Unbemerkt schleicht sich eine Arbeitskollegin an.

»Du scheinst ja heute besonders gute Laune zu haben«, meint sie und zieht dabei ein wenig die linke Augenbraue hoch.

»Ja, heute habe ich mal richtig gute Laune«, gebe ich neckisch zurück.

»Hast wohl mit deiner Freundin ein ganzes Wochenende geplant, was?«, feixt sie zurück und stupst mich in die Seite.

Meiner Freundin trete ich dieses Wochenende nur noch ordentlich in den Arsch, denke ich und verschlucke den Kommentar.

»Vielleicht«, presse ich durch meine Lippen, drehe mich um und suche die Nähe zu meinem Arbeitsplatz.

Das Telefon hat heute noch nicht einmal geklingelt. Ich schlürfe meinen Kaffee und starre entspannt auf meinen Bildschirm. Heute Abend werde ich alles auf die eine Karte setzen. Ganz oder gar nicht.

Ich wollte Saskia für mich gewinnen, waren wir uns doch schon mal sehr nahe gewesen – und ihr hatte es gefallen. Damals bei unserem ersten Treffen verlief auch alles so überraschend. Innerhalb von zwei Tagen wurde das Date geplant und meine Erwartungen wurden mehr als übertroffen.

Heute werde ich bestimmt noch mehr von ihr spüren.

Ich werde ihre zarte, weiche Haut liebkosen dürfen, schießt es durch meinen Kopf.

Wie lange habe ich darauf gewartet? Es waren nun über drei Jahre vergangen, als wir unser erstes Treffen hatten.

»Kannst du dich bitte noch um diesen Kunden hier kümmern?«, holt mich ein Kollege in die Realität zurück.

»Klar«, antworte ich knapp.

»Der benötigt die Lieferung in der nächsten Woche, also muss das heute noch eingegeben werden. Der Auftrag muss heute noch ins Lager gehen.«

Ich blättere den Auftrag durch und seufze: Über 50 Positionen eingeben. Das dauert bis heute Nachmittag.

Blödmann, der Tag hätte so angenehm werden können.

Die Liste liegt neben dem Computer und ich beginne damit, den Auftrag einzugeben. Meine Gedanken wandern zurück, zu unserem ersten Treffen...

Hallenfete

Rückblick

Ich verstaute mein Handy und ging zurück zum Auto. Der Schlüssel steckte. Meine Hände zitterten noch immer nach dem Telefonat mit Saskia. Jedoch fühlte ich mich deutlich besser.

Der »Beinahe-Crash« auf der Autobahn hatte mich wieder zurückgeholt. Ich konnte wieder klar denken und die Vorstellung mit Saskia zu Hause ein Telefonat zu führen, beruhigte mich.

Nach dem Start des Motors legte ich behutsam den ersten Gang ein und rollte vom Parkplatz, Richtung Autobahn, um den restlichen Weg auf mich zu nehmen. Die Strecke fuhr ich völlig abwesend und beruhigt, in konstanter Geschwindigkeit. Kein Rasen, keine riskanten Überholmanöver – einfach nur heimwärts.

Vor dem Haus, in dem ich zur Miete wohnte, fuhr ich die Rampe hinab in die Garage. Nachdem ich den Wagen abgestellt hatte und gedankenversunken meinen Koffer auslud, tippte mir jemand auf die Schulter. Ich zuckte zusammen, drehte mich um und blickte in zwei blaue Augen.

»Du bist schon wieder hier?«, fragte meine Nachbarin sichtlich überrascht.

Annika wohnte direkt in der Wohnung neben mir. Ihre blonden, glatten Haare passten zu ihrer schlanken Erscheinung und den langen Beinen. Ich musterte sie. Sie trug ein Top und einen kurzen Rock.

Bist du heute wieder auf Männerfang? Du könntest mich auch direkt mit nach oben nehmen. Ich könnte dir von meinem Scheißtag erzählen und dann zeigst du mir mal dein quietschendes Bett, sprudelten meine Gedanken im Kopf.

Ich errötete und schaffte es nicht mehr, ihrem Blick standzuhalten.

»Ähm, es gab da eine kleine Planänderung, deswegen bin ich schon wieder hier«, sagte ich knapp und biss mir dabei auf die Unterlippe.

»Aber es ist alles okay? Du siehst etwas … durcheinander aus?!«

»Nein, alles gut«, bestätigte ich knapp.

»Muss auch schon weiter. Eine Freundin und ich wollen ins Kino.«

»Viel Spaß!«

»Danke, wir können ja in den nächsten Tagen mal reden«, entgegnete Annika und hatte sich schon umgedreht, bevor ich etwas sagen konnte. Sie war bereits um die Ecke gebogen aber ich vernahm weiterhin das Klacken ihrer Schuhe.

»Kino...«, grunzte ich und fragte mich, wen sie wohl heute Abend eventuell mitbringen würde. Ihre Freundin war es mit Sicherheit nicht.

Während ich den Fahrstuhl betrat, dachte ich an eine Nacht, die schon Monate zurücklag.

Ich wachte nachts auf und vernahm ein Stöhnen auf der anderen Seite der Wand. Annikas Schlafzimmer war genau neben meinem und die Wände waren hellhörig. Sonst störte ich mich nicht daran, aber da es schon mit meiner Ex-Freundin Anita kriselte, war das wirklich das Allerletzte, was ich hören wollte. Ich drehte mich im Bett auf die andere Seite und hoffte auf Besserung.

Die trat jedoch nicht ein, im Gegenteil. Annikas Stöhnen wurde lauter, die Abstände dazwischen kürzer.

Kann nicht bitte etwas passieren, flehte ich innerlich und wusste dabei, dass ich ihre Stimme weiterhin »ertragen« musste.

Mit einem lauten Knall wurde mein Wunsch erfüllt.

Totenstille.

Ich presste meine Decke vor den Mund, um nicht laut lachen zu müssen.

Das Bett. Das Bett ist gerade zusammengebrochen. Sie haben das Bett zervögelt, triumphierte ich innerlich.

Ich grinste wie ein kleiner Junge und hörte nebenan, wie die beiden mit Werkzeug das Bett reparierten. Nachts um 2 Uhr hämmerten sie das Holz zusammen. Amüsiert schwor ich Rache. Ich sollte meine Gelegenheit bekommen.

Am nächsten Tag traf ich Annika auf dem Flur.

»Hey, hast du das gestern Nacht auch gehört? Das war unglaublich laut, dieses Hämmern ...«

Gespannt wartete ich auf ihre Reaktion.

Sie blickte mir direkt in die Augen.

»Das war bestimmt wieder der Marder auf dem Dachboden. Ich wollte den Vermieter sowieso mal informieren.« Sie starrte mich mit ihrem Blick noch zwei Sekunden an und ging wortlos. Die kann ja lügen ohne rot zu werden.

Ein Marder, der hämmert. Etwas Schlaueres war ihr wohl nicht eingefallen.

Ich schüttelte den Kopf und ging weiter.

Inzwischen war ich in meiner Wohnung angekommen und draußen wurde es langsam dunkel. Ich dachte erneut über die Geschichte nach und beschloss, Annika in der nächsten Zeit mal anzusprechen.

Schließlich war ich wieder Single.

Das zu bemerken, ließ erneut den Schmerz aufsteigen, den ich bestimmt in der nächsten Zeit nicht so schnell ablegen würde. Anita hatte einen neuen Freund, sie wollte kein Zurück und so sehr ich auch kämpfen würde, es würde keine zweite Chance geben. Zum Schmerz mischte sich die Wut.

Sie hat dich abgezogen, dich vorgeführt. Sie wollte nur mal testen, ob du so blöd bist und sofort antanzt, wenn sie ihre Bluse aufknöpft ...

Hass stieg in mir empor, und das war gut. Endlich konnte ich sie hassen. Vorher konnte ich die Situation nicht verstehen. Anita hatte Schluss gemacht, weil bei ihr die Gefühle nicht mehr vorhanden waren. Dafür konnte kein Mensch etwas. Niemand kann Gefühle erzwingen oder zurückholen, wenn sie nicht mehr vorhanden sind.

Jetzt hatte sie mir weh getan. Nun konnte ich sie hassen.

Ich schrieb Saskia eine SMS, dass ich angekommen sei und wir telefonieren könnten. In diesem Augenblick tat es einfach gut, eine gute Freundin zu haben, die einem Halt gab.

Es dauerte keine zwei Minuten und das Telefon klingelte.

»Don Ramirez«

»Hi, ich bin es, Saskia.«

»Das ging aber schnell.«

»Ich habe dir ja versprochen, dass wir telefonieren, Großer.

Wie war die restliche Autofahrt? Ich hoffe, du bist auch vernünftig gefahren. Sonst muss ich leider auflegen«, sagte sie ernst und konnte sich ein kurzes Kichern jedoch nicht verkneifen.

»Es war nicht viel los, ich bin aber trotzdem vernünftig gefahren. Damit ich dir auch alles erzählen kann.«

»Deine Stimme überschlägt sich schon wieder. Erzähl mir mal, was passiert ist. Du hast mir vor einer Woche im Chat noch geschrieben, dass alles klappen wird, was du dir vorgenommen hast. Und dass du gute Chancen siehst, sie wieder zurück zu gewinnen. Ich war total überrascht, als du am Telefon warst. Das hat mir etwas Angst gemacht.«

Ich erzählte Saskia davon, wie ich meine Geschäftstermine wahrgenommen hatte und danach zum Treffen mit Anita fuhr, um sie abzuholen und mit ihr ins Hotel zu fahren.

Aufgeregt berichtete ich, wie die Situation eskalierte und ich Anita mit voller Wut im Bauch zurückbrachte.

Saskia atmete tief durch.

»Don, das mit der Autofahrt war eine Nummer zu heftig.

Da bekomme ich ja Angst, jemals mit dir in ein Auto zu steigen. Anita hätte das sicherlich früher sagen können und dich nicht 500 Kilometer dafür durch die Gegend fahren lassen...«

»Ich bin einfach ausgerastet. Das war zu viel«, unterbrach ich sie.

»So kenne ich dich nicht. Das macht mir wirklich Angst«, sagte sie leise.

»Das mache ich auch nicht wieder, Kleine«, schob ich direkt hinterher.

»Das will ich auch hoffen, Großer. Ich habe ja auch noch nicht viel Erfahrungen mit Trennungen aber ich habe gehört, dass ablenken immer gut hilft. Schnapp dir deinen Kumpel und unternehmt etwas. Versuch sie zu vergessen, Don. Du kennst genug andere, die es bestimmt mehr verdient haben. Ich zum Beispiel würde einen Mann nie so behandeln.«

»Da bin ich mir ziemlich sicher, Kleine. Du bist etwas Besonderes.«

»Spinner«, sagte sie und lachte herzlich.

Das war ein gutes Gefühl, welches sie mir am Telefon übermittelte. Ihr Necken und unser Kosenamenspiel heiterte mich auf. Vor vielen Monaten, als wir uns im Netz kennengelernt hatten, fing sie an, mich »Großer« zu nennen, weil sie 10 Zentimeter kleiner war. Wir telefonierten eine weitere Stunde, und Saskia hatte dabei eine beruhigende Wirkung auf mich.

Nach dem Telefonat versuchte ich direkt zu schlafen, um meinen freien Kopf nicht wieder zu belasten.

Da ich den Rest der Woche Urlaub hatte, unternahm ich viel und versuchte mich abzulenken. Ich traf mich fast jeden Abend mit meinem besten Freund, um in einer Kneipe Billard oder Dart zu spielen.

Ein paar Tage darauf telefonierte ich wieder mit Saskia.

»Wie war es die letzten Tage?«, fragte sie.

»Auszuhalten. Nur in der Nacht brechen die Gedanken über einen herein und ich schaffe es nur schwer, einzuschlafen.«

»Das wird sich wieder legen«, sagte sie verständnisvoll.

»Wie geht es dir eigentlich?«, wollte ich wissen, um nicht die ganze Zeit über mich zu reden und etwas anderes zu hören.

»Mich plagt im Moment eine dicke Erkältung, wie du bestimmt hörst. Mit dem Abi geht es ganz gut weiter, ich muss nur viel lernen. Ich hasse das, aber was tut man nicht alles für gute Zensuren.« »Ich bewundere dich echt für deine Disziplin beim Lernen.

Ich habe das nie hinbekommen. Du setzt dir ein Ziel und ziehst es durch. Das mag ich.«

»Du bist doch ähnlich. Auch wenn es nicht beim Lernen ist. Du weißt, was du willst und hast jetzt einen guten Job.«

»Über den guten Job sprechen wir noch einmal. Es könnte sein, dass sich da in der nächsten Zeit etwas ändert.«

»Gefällt es dir dort nicht?«

»Es ist einfach langweilig, immer das Gleiche tun zu müssen. Ich brauche Abwechselung.«

»Wie in deiner Beziehung. Nichts Langweiliges, sondern etwas Aufregendes, stimmt's?«

»Genau. Aber das ist das falsche Thema. Was machen eigentlich deine Verehrer?«

»Hör mir auf damit. Mein Ex nervt und versucht mich die ganze Zeit zu überreden, weil er wieder ein Treffen will.

Und sonst laufen hier keine vernünftigen Kerle herum. Ich sollte nach dem Abitur wegziehen und woanders studieren.

Hier auf dem Land gibt es wohl nur Langweiler.« Ich musste grinsen. Eigentlich waren wir gar nicht so verschieden.

»Auch du wirst den Einen finden, Kleine.«

»Genauso wie du noch deine Traumfrau finden wirst, Großer. Bloß nicht aufgeben. Sei mir nicht böse, aber ich würde mich gerne etwas auskurieren. Können uns ja texten, da brauch ich weniger Stimme.«

»Gute Besserung, wir schreiben dann gleich.«, beendete ich das Gespräch.

Unser Schreiben wurde in den nächsten Wochen noch intensiver. Saskia und ich wohnten 90 Minuten voneinander entfernt. Bislang hatten wir uns jedoch nie getroffen. Ich neckte Saskia immer damit, dass ich einfach mal vorbeikommen würde. Ihre Adresse kannte ich, weil ich ihr im Urlaub die ein oder andere Karte zugesandt hatte.

Ein paar Wochen später telefonierten wir und sprachen über die Pläne für das Wochenende. Saskia wollte mit ihren Freundinnen auf eine Hallenfete in ihrer Nähe.

»Ich komm dann auch vorbei, wenn ihr schon zu dritt seid«, warf ich ein.

Normalerweise reagierte Saskia lachend und warf mir ihr Lieblingsschimpfwort »Spinner« entgegen. Doch dieses Mal verlief das Gespräch anders.

»Wenn es dir passt, warum nicht?!«

Es vergingen Sekunden, bis ich realisierte, dass sie es dieses Mal nicht mit einem »Spinner« abgetan hatte.

»Hast du mir gerade gesagt, dass ich am Wochenende vorbeikommen darf?«

»Ich kann wohl schlecht sagen, dass du nicht zu einer öffentlichen Veranstaltung kommen darfst«, neckte sie mich.

»Aber du verbringst den Abend schon mit mir?«, fragte ich skeptisch, weil ich vermutete, dass sie mich nur aufziehen wollte.

»Nein, ich verbringe den Abend mit meinen Mädels...« Pause.

»... und mit dir«, schob sie hinterher und lachte über ihren Scherz.

»Okay, dann komme ich«, stellte ich fest, damit es kein Zurück mehr gab.

»Ich freue mich schon, dich kennenzulernen, Großer. Aber es gibt kein Geknutsche mit mir. Nicht, dass ich noch zu einer deiner Geschichten werde. Das kannst du dir abschminken, falls du das planst. Wir zwei feiern ein wenig.« In diesem Moment war mir das egal, denn ich freute mich hauptsächlich darüber, dass ich Saskia endlich treffen würde.

Innerlich führte die Sympathie zu ihr dazu, dass ich mich immer mehr zu ihr hingezogen fühlte. Für mich war sie nicht nur sexy, weil sie gebildet, strebsam und charmant war. Saskia war auch optisch mein Typ. Als sie in den Jahren zuvor noch jünger war, hatte ich sie nicht groß beachtet. Zuerst war sie eine gute Bekannte, dann eine gute Freundin und mittlerweile war sie mir sehr ans Herz gewachsen. Saskia hatte mir im letzten Jahr massenweise Fotos geschickt. Früher war es okay, aber seit ein paar Wochen freute ich mich über jedes Foto und fragte selbst nach neuen Bildern.

Am Samstag stieg die Aufregung vor dem Date ins Unermessliche. Saskia und ich schrieben am Spätnachmittag noch SMS und ich musste feststellen, dass ich mit meiner Nervosität nicht alleine war.

»Ich bin dermaßen nervös, ich kann kaum klar denken.«

»Da geht es dir nicht alleine so ...«

»Keine Ahnung, warum. Es ist nicht mal ein Date und trotz-dem hoffe ich, dass ich nichts Falsches mache.«

»Das wirst du nicht. Ich möchte aber auch nichts falsch machen. Bekommen wir schon hin.«

»Bis später, ich muss mich nun fertigmachen«

»Bis später! Ich hoffe, wir finden uns schnell.«

Nachdem ich mich ebenfalls geduscht und fertiggemacht hatte, fuhr ich um 21 Uhr los. Draußen war es ziemlich kühl, der Frühling bescherte uns noch keine warme Luft. Ich hatte nur ein T-Shirt an, weil ich mir sicher war, dass es in der Halle später sehr warm sein würde. Fröstelnd stieg ich ins Auto und fuhr zur Autobahn, um danach ein ganzes Stück Landstraße zu fahren. Kurz vor halb elf war ich im Dorf angekommen und so aufgeregt, wie nie zuvor. Ich parkte mein Auto auf dem Parkplatz an der Halle und wartete am Eingang, wo Saskia und ich uns um halb elf treffen wollten. Ihr Gesicht in der Menge suchend blickte ich über den ganzen Platz, bis mir vor der Halle eine Gruppe von jungen Frauen auffiel.

Dort entdeckte ich auch Saskia. Ihre langen braunen Haare, die strahlenden Augen und ihre markante Nase würde ich überall erkennen. Ich folgte der Gruppe, die zu einer kleinen Hütte gingen, um den Eintritt zu bezahlen. Mich genau hinter Saskia stellend konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen.

»Na, du auch hier«, sagte ich, als sie sich zu mir umdrehte.

»Hi...«, erwiderte sie überrascht meine Begrüßung.

Ich musterte sie und musste feststellen, dass sie real noch viel hübscher war. Sie trug ein schwarzes Oberteil und eine schwarze Jeans. Ihr Oberteil lag eng am Körper an, sodass sich ihre Brüste darunter abzeichneten. Die bereits großen Augen kamen durch die Smokey Eyes noch stärker zur Geltung, was mir fast den Atem raubte. Ihre braune Wildlederjacke hing über ihrem Arm, sie hatte diese bereits ausgezogen.

Nachdem die drei bezahlt hatten, holte ich mir ebenfalls einen Stempel und wir gingen wieder in die Kälte. An der Straße stand ein Auto, zu welchem Saskia kurz blickte.

»Ist das deine Mutter?«, fragte ich neugierig.

»Ja. Sie wollte nur schauen, ob wir reinkommen«, sagte Saskia und grinste.

Bestimmt nicht, dachte ich.

Einen Augenblick später fuhr das Auto los.

»Wir sind aber noch gar nicht drin«, sagte ich belehrend, »ich wette, sie hat gewartet, um zu schauen, ob ich auch da bin!«

»Ja, das glaube ich auch«, seufzte Saskia.

Die Freundinnen und Saskia brachten ihre Jacken weg, bevor wir in die große Halle gingen. Die Musik wummerte und die bunten Lichtkegel streiften über die tanzende Menge. Wir gingen am Rand entlang, Saskia nahm meine Hand und zog mich hinter sich her. Ihre Freundinnen gingen vorweg. Ich bemerkte, wie aufgeregt sie war. Hier waren viele Leute, die sie kannten, aber mit mir nichts anfangen konnten. An der großen Theke angekommen, flüchteten wir in eine Ecke. Ihre Freundinnen folgten uns und ich nahm nun ihre Hand, weil sie meine losgelassen hatte.

Ich will nicht nur deine Hand halten, weil du mir den Weg zeigst, dachte ich und lächelte sie an.

Meinen Blick nicht von ihr abwendend suchte meine andere Hand ebenfalls das Gegenüber. Ich blickte Saskia direkt in die Augen, als ich sie ergriff. Saskia gefiel das überhaupt nicht, und sie schaute weg. Es schien ihr etwas unangenehm zu sein aber für mich fühlte es sich richtig an. Also ging ich einen Schritt weiter und zog sie zu mir. Unsere Blicke trafen sich wieder. Diese großen, stahlgrauen Augen fesselten mich.

»Schau mich nicht so an«, riss Saskia mich aus den Gedanken und blickte nach unten.

»Wo soll ich denn hinschauen?«, fragte ich.

»Etwa an die Decke oder lieber dort hin?«, sagte ich und schaute demonstrativ in ihren großen Ausschnitt.

Da würde ich wohl auch gern länger hineinschauen, überlegte ich.

»Nein, da auch nicht«, grummelte sie.

Ich schaute ihr wieder in die Augen und musste mir ein Grinsen verkneifen.

Kann bitte jemand die Welt anhalten? Genau jetzt! Für immer!

»Ach, man«, seufzte sie.

Ohne meinen Blick von ihr abzuwenden zog ich sie noch näher zu mir. Nun hielt ich sie in den Armen, kuschelte mich an sie und genoss diese Nähe. Sie schien zufrieden, so konnte ich sie wenigstens nicht anschauen. Mein Herz raste. Ich riskierte einen Blick und Saskia blinzelte mich an.

Was geschieht hier gerade? Wie konnte sie mich so schnell überwältigen? Saskia kuschelte sich an meine Brust und umarmte mich noch fester, als wolle sie mich nicht mehr loslassen.

Die 10 Zentimeter Größenunterschied sind perfekt, kommentierte mein Hirn die Situation und mein Herz brachte es sofort wieder mit rasanten Schlägen zum Schweigen.

Wir standen dort eine lange Zeit, sagten kaum etwas und die Freundinnen von Saskia starrten uns nur ungläubig an.

In ihren Blicken konnte man so einiges lesen.

Was macht sie da? Sie kennt den Typen doch nur aus dem Netz!

Jetzt kuscheln die hier öffentlich, gleich fangen sie noch an zu knutschen! Nehmt euch ein Zimmer!

Amüsiert, glücklich und voller Sehnsucht nach mehr, stand ich mit Saskia dort. Während wir kuschelten, schmuste ich etwas mit ihrer Wange, um ihrem Mund näher zu kommen. Aber Saskia bemerkte mein Vorhaben und zog sich zurück.

»Nein, kein Kuss!«

Ich schaute sie etwas traurig an. Das hatte ich mir doch leichter vorgestellt. Die Freundinnen hatten ihre Blicke mittlerweile auf andere Dinge konzentriert, dafür entdeckte uns ein Typ, der uns anstarrte. Er schaute mich an und musterte mich von oben bis unten, bevor er wieder ging.

»Oh nein, das ist mein Ex«, flüsterte Saskia genervt, »der hat mir gerade noch gefehlt.«

Es schien ihn jedoch sehr zu interessieren, was seine Ex dort trieb und so hielt er direkt auf uns zu und wir begrüßten uns. Ich zog Saskia erst einmal dichter zu mir und kuschelte mich an sie. Seine Augen wurden größer.

Meins!

Wenig später war er wieder verschwunden. Saskia löste sie kurz aus der Umarmung, um mit ihren Freundinnen zu sprechen. Ich konnte nur grinsen.

Mit ernstem Blick kam sie wieder zurück, schmiegte sich an mich und genoss meine Nähe. Ich fuhr mit meiner Hand durch ihre langen, braunen Haare und startete einen neuen Versuch. Wieder kam ich ihrer Wange näher...

»Ich weiß, was du willst ... gibt es aber nicht«, wehrte Saskia meinen Versuch ab.

»Wenigstens nen Bussi?«, fragte ich.

»Schau mich nicht so an, mit deinem Dackelblick«, konterte Saskia und lächelte.

»Was ihr auch immer habt, mit meinem Blick...«, protestierte ich.

Wir schmusten weiter und ich genoss es einfach, sie in den Armen halten zu dürfen. In diesem Moment war ich nach mehreren Monaten Traurigkeit unglaublich glücklich. Ein paar Minuten später tauchte jedoch wieder ihr Ex mit einem Kumpel auf.

»Ich wollte dir mal meinen Kumpel vorstellen!«

Saskia fing laut an zu lachen.

Wie verdammt süß kann diese Frau nur sein, fragte ich mich.

»Den kenn' ich doch schon!«

»Schön, und jetzt kannst du mir ja mal sagen, wer das ist!«

»Das ist Don«, sagte Saskia ernst.

»Und weiter?«

»Das geht dich nichts an«, entgegnete sie und verzog dabei keine Miene.

Die Situation war so skurril, ich hätte fast losgelacht. Ganz dreist drehte er sich zu mir und meinte:

»Don? Wie heißt du noch mal weiter? Ich hab es nicht verstanden.«

»Das geht dich nichts an«, sagte ich amüsiert und überlegte, ob ich ihm noch erklären sollte, dass es sich dabei um eine Kurzform des skandinavischen Nachnamen Dasgehtdichnixson-Anderson handelte.

Der verärgerte Blick reichte mir aus und er versuchte mit Saskia zu diskutieren, gab jedoch schnell auf und stellte sich neben uns. Saskia legte wieder ihren Kopf auf meine Brust und ich sog den Duft ihrer Haare ein. Wir schmusten weiter, ohne ihn zu beachten. Nach 10 Minuten verschwand er endlich.

Saskia atmete erleichtert auf.

Mich war sie allerdings noch nicht los und so startete ich einen letzten Versuch, mich ihren Lippen zu nähern. Ich näherte mich langsam ihrer Wange...

Saskia drehte sich zu mir, während ich erschrocken den Rückzug antrat, schaute sie mich an und gab mir einen Bussi.

Was war das denn nun? Sie hatte mich auf die Lippen geküsst? Ich wollte... egal.

Eh ich zu Ende überlegen konnte, hatte sie mir bereits den zweiten Bussi auf die Lippen gedrückt.

»Duhuu, du darfst das also?«, fragte ich empört.

»Ich kann es auch lassen«, sagte sie vergnügt.

Nicht mit mir, dachte ich und näherte mich ihr.

Ich berührte ihre sanften Lippen, die sich öffneten. Meine Zunge spielte vorsichtig mit der ihren. Sie war so zärtlich und zugleich fordernd. Wir lösten uns voneinander, und die Freude über diesen Kuss war mir ins Gesicht geschrieben.

»Da hast du deinen Kuss«, flüsterte Saskia und lächelte mich an.

Einer wird nicht reichen, dachte ich und näherte mich wieder ihren Lippen. Saskia kam mir auf halbem Weg entgegen und so küssten wir uns mehrere Minuten, mit kleinen Pausen, indem sich unsere Lippen nicht einmal ganz lösten, um sich sofort wieder zu vereinen.

In einer Pause schauten wir uns tief in die Augen. Saskias Lippen formten sich zu einem Lächeln.

»Bevor ihr wieder ne Viertelstunde knutscht, wollt ihr auch was zu trinken?«, schob sich eine ihrer Freundinnen dazwischen.

»Ein Wasser«, sagte Saskia kurz, ohne die Augen von mir zu nehmen.

»Für mich auch«, sagte ich knapp.

»Klar, zwei Wasser. Im Rausch seid ihr zwei ja schon. Saskia, du machst mich echt sprachlos. Es schauen ja nicht schon alle, wer der Typ ist«, kommentierte sie die Situation.

»Ist mir egal...«, sagte Saskia wie in Trance und küsste mich erneut.

Die Freundinnen kamen nach einigen Minuten mit den Getränken wieder und ihre Freundin tippte uns auf die Schulter.

»Halten müsst ihr schon selbst«, sagte sie scharf und drehte sich um.

Saskia und ich grinsten uns an und nahmen einen großen Schluck aus unseren Flaschen. Nachdem wir die Flaschen zur Seite gestellt hatten, lehnte sich Saskia an eine Wand und ich folgte ihr.

Ihr in die Augen schauend drückte ich Saskia gegen die Steine und wir küssten uns. Unsere Zungen spielten wieder miteinander. Meine Hand fuhr über Saskias Rücken und ihren Po. Ein paar Minuten waren schon vergangen, als sich unsere Lippen voneinander trennten.

Eine andere ihrer Freundinnen hatte ihren Freund an der Seite und beide grinsten uns an. Wir konnten nicht genug bekommen, verloren uns gleich wieder für mehrere Minuten in unseren Küssen. Ihre Vorsicht am Anfang war nun ihrer forschen, ungestümen Art gewichen. Sie ließ mich kaum noch los und ich genoss jede Minute, die viel zu schnell dahinflog.

Als wir uns voneinander trennen konnten, schaute mich Saskia ganz entsetzt an.

»Was ist los?«, fragte ich.

Sie blickte extra nicht in Richtung ihrer Freundinnen, die dort mit einem mir unbekannten Mädchen standen.

»Das ist meine Cousine...«, flüsterte Saskia. »Wenn die das gesehen hat...«

Sie seufzte.

Das Mädchen verschwand, Saskia trennte sich von mir und befragte ihre Freundinnen.

»Und?«, fragte ich neugierig als sie wieder in meine Arme zurückkehrte.

»Sie hat es gesehen!«

»Oh weh...«

»Das heißt, morgen weiß es die ganze Familie. Ist aber auch egal, dann werde ich halt das Sonntagsgespräch«, meinte Saskia gleichgültig, schaute mich an und küsste mich.

Wir genossen die Zeit, die wenigen Stunden verflogen schnell und als Saskia auf ihre Uhr schaute, mussten wir mit Erschrecken feststellen, dass es schon kurz vor 2 Uhr war. Saskia erzählte mir, dass ihre Mutter die Freundinnen abholen wollte. Enttäuscht machten wir uns auf den Weg nach draußen.

»Ich bin aber gerne für die drei Stunden hier hin gekommen«, sagte ich und gab ihr einen Kuss.

Wir gingen Hand in Hand nach draußen. Saskias Freundinnen hatten schon ihre Jacke mitgebracht und nur ich stand mit meinem T-Shirt herum und fror.

»Tut mir voll leid, dass du jetzt hier frierst«, meinte Saskia und gab mir einen langen Abschiedskuss.

»Wir schreiben später, ja?«, wollte sie bestätigt haben.

»Das werden wir, Kleine. Danke, für den schönen Abend«, verabschiedete ich mich.

Ich ging zu meinem Auto, fuhr langsam vom Platz und suchte mit meinen Blicken die Menge ab. Saskia konnte ich jedoch nicht entdecken. Von meinen Endorphinen beflügelt fuhr ich Richtung Autobahn, über die ich nach 90 Minuten wieder zu Hause eintraf. Mein Herz raste immer noch, als ich an ihre Küsse zurückdachte. Ich hatte mich verliebt.

Die Bedienung

Am Abend darauf schrieben Saskia und ich uns im Chat. Sie erzählte von ihrem Tag, davon dass sie am späten Nachmittag bereits von ihrer Mutter befragt wurde, wer denn dieser mysteriöse junge Mann gewesen sei, mit dem sie sich auf der Hallenfete so intensiv beschäftigt hatte. Saskia hatte mich früher schon mal in Gesprächen erwähnt.

Als ich noch ein guter Bekannter gewesen war, gab es keine Einwände. Nun, wo wir uns etwas näher gekommen waren, gab ihre Mutter ihre Zweifel preis.

Saskia war genervt, das konnte ich spüren.

Die Gelassenheit und Freude vom Tag zuvor waren fort.

Während ich versuchte, ihr den Abend und die schönen Erinnerungen ins Gedächtnis zu holen, überlegte sie, was alles nicht passen würde, um eine Beziehung darauf aufzubauen. Sie hatte dieses anscheinend am frühen Abend bereits detailliert analysiert: Die Entfernung, der Altersunterschied und die Meinung ihrer Eltern waren die wichtigsten Argumente.

Ich versuchte nach einer Stunde schreiben nicht mehr dagegen zu reden und beließ es für mehrere Tage bei der Ungewissheit.

Eine Woche später telefonierten wir und neben unseren üblichen »Wochenberichten« kamen wir auf unser Erlebnis zu sprechen.

»Der Abend war unglaublich schön. Ich war wirklich überrascht, wie gut du küsst«, sagte Saskia.

»Kann ich nur zurückgeben. Ich würde das sehr gerne wiederholen.«

»Das wird wohl vorerst nicht passieren.«

»Warum denn nicht? Wir fanden es doch beide toll«, versuchte ich zu argumentieren.

»Und wir sind gute Freunde, das will ich nicht aufs Spiel setzen. Dann kommen noch die anderen Gründe dazu. Ich möchte meinen Freund auch öfters sehen, nicht nur am Wochenende.«

»Wir können uns doch mal so treffen. Lassen wir uns einfach etwas Zeit.«

»Don, wenn wir uns treffen, werden wir uns beide nicht zurückhalten können. Das weißt du. Ich werde den Küssen nicht widerstehen können.«

»Ich halte mich zurück. Versprochen. Es wäre einfach schön, dich wiederzusehen.«

»Ich kann dir das aber nicht versprechen. Im Moment bin ich total verunsichert. Klar, würde ich dich gerne wiedersehen, aber ich habe Angst, dass unsere Freundschaft darunter leidet. Wenn wir zusammenkommen und es nicht klappt, würde es nie wieder sein wie zuvor. Unsere Freundschaft wäre zerstört.«

Saskia hatte zu viele Zweifel und so entschloss ich mich nach dem Gespräch, ihr Zeit zu geben. Mein Gefühlschaos mit Anita wollte ich ebenfalls beenden, bevor ich mich in die nächste Liebe stürzte.

Natürlich ging der Alltag weiter. Ich suchte neben meiner Arbeit nach einem Job, weil mich das stupide Ausfüllen von Bestellbögen nicht wirklich glücklich stimmte. Außerdem beschloss ich, neben der Arbeit noch eine Weiterbildung im Marketingbereich wahrzunehmen, um später meine kreativen Fähigkeiten einsetzen zu können, die mir derzeit viel zu kurz kamen.

Bei einem Essen wollte ich meine Eltern auf den neusten Stand bringen. Wir suchten uns ein Restaurant in ihrer Nähe aus und orderten einen Tisch. Es kam, was kommen musste: Die Bedienung, die zu unserem Tisch kam, ließ mich fast vom Stuhl fallen. Mir trieb es bei dem Anblick die Röte ins Gesicht und ich zog es lieber vor, mich hinter der Karte zu verstecken.

Meine Mutter schaute mich an. Nicht dass sie wüsste, was ich so alles anstellte, aber sie kannte meinen Frauengeschmack. Dieser ist durchaus sehr unterschiedlich, es gibt aber drei Typen von Frauen, die genau meinen Geschmack trafen. Eine davon war die Kellnerin. Sie hatte eine normale Figur, dunkelbraune lange Haare, ein schmales Gesicht und feste Brüste. Sie trug ein weißes geknöpftes Oberteil, einen schwarzen Rock und ihre Haare waren mit diesen großen Haarklammern nach hinten zusammengesteckt. Da die Haare so anlagen, sah die Frisur ziemlich streng aus, welche ihr hübsches Gesicht noch mehr zur Geltung brachte.

Die Servicekraft ging wieder, nachdem sie die Bestellung für unsere Getränke aufgenommen hatte. Ich saß genau auf der Ecke und konnte sehen, wie sie ihren festen Po Richtung Küche bewegte.

Ich seufzte.

»Na, du hast dir anscheinend auch schon was ausgesucht«, kommentierte meine Mutter die Situation.

»Ja«, gab ich kurz zurück und biss mir auf die Unterlippe, weil ich auf frischer Tat ertappt wurde.

»Worum geht es?«, meinte Stefan, ihr Mann, der wie üblich mit den Gedanken woanders war.

»Wir reden über die Kellnerin.« Bitte, dachte ich nur, sag es doch noch lauter.

Die junge Dame kam mit den Getränken wieder, stellte sie ab und ging wieder.

»Wirklich gute Aussichten, die ich hier habe«, murmelte ich. Sie stand vor der Küche und wartete.

Unsere Blicke trafen sich. Ich schaute schnell in die Karte. Nachdem ich mein Essen ausgewählt hatte, blickte ich erneut Richtung Küche. Sie sah mich immer noch an und lächelte kurz.

Ich lächelte ebenfalls, blickte dann aber zu meinen Eltern, um nicht für noch mehr Aufmerksamkeit zu sorgen.

Ein paar Minuten später kam die Bedienung an den Tisch und wir bestellten. Was hier noch passieren sollte, konnte ich nicht erahnen! Dann kam das Essen. Die Bedienung stand wieder vor der Küche und beobachtete mich.

Ihre Blicke hörten nicht auf und irgendwann schaute sie sich um, hob zaghaft die Hand und gab mir ein Zeichen.

Es möchte dich jemand sprechen, worauf wartest du? Ich nahm den letzten Bissen in den Mund und verschluckte mich daran fast. Schnell griff ich zu meiner Cola.

Sollte ich jetzt husten und in Richtung Klo verschwinden, das neben der Küche lag?

Ich schluckte und hustete.

»Alles klar?«, fragte meine Mutter.

»Ich weiß nicht...«

Ich hustete.

»Hab mich verschluckt ... Komm gleich wieder«, gab ich vor und stand auf.

Beide schauten sie mir ungläubig nach.

Das glauben sie dir nie, kann dir aber egal sein, dachte ich und verschwand.

Mein Weg führte mich direkt vor die Küche, meine Eltern saßen mit dem Rücken zum Eingang. Die Bedienung war in der kurzen Zeit gegangen und ich stand verloren im Türrahmen.

Wo war sie bitte jetzt?

Ich warf einen Blick hinein und stellte fest, dass es nur ein Vorraum zur Küche war. Hier lagerten Kisten voller Getränke.

Die Tür der Küche ging auf und die Kellnerin kam mit Essen heraus. Sie ging an mir vorbei und lächelte.

»Warte, ich komm gleich wieder«, sagte sie.

Eine Minute später kam sie wieder und schloss die Schwingtür, die mit einem Keil festgehalten wurde.

»Na, was schaust du denn so die ganze Zeit zu mir herüber?«

»Du schaust mich doch an. Warum hast du mich denn hergeholt?«, fragte ich.

»Ich bin übrigens Mandy. Meine Zeichen scheinst du zumindest verstanden zu haben«, sagte sie und blickte auf eine Arbeitsplatte, um mit der Fingerspitze in der Feuchtigkeit eine sechs zu zeichnen. Mit der anderen Hand schob sie ihre Haarsträhne zur Seite, die ihr ins Gesicht gefallen war.

»Ich heiße Don«, brach ich die Stille.

»...und ich scheine dir zu gefallen?«, fragte sie und warf mir einen lasziven Blick zu.

»Schon ...«, stammelte ich.

Sie kam mir einen Schritt näher.

»Auch selten, dass wir hier mal so einen süßen Typen herumlaufen haben. Meistens essen hier ja auch nur ältere Leute. Aber ich will gar nicht lange reden ...«, hauchte sie mir ins Ohr.

Jetzt ahnte ich, was sie vorhatte.

Ihr Mund näherte sich meinen Lippen.

»Kommst du mit in den Keller? Ich hätte da Lust auf etwas, wir müssen uns aber beeilen.«

Sie biss mir in die Unterlippe und lutschte daran. Völlig regungslos stand ich mit dem Rücken zur Arbeitsplatte und konnte nicht begreifen, was hier geschah.

Kleinen Moment, falscher Film! So was passiert doch nicht wirklich, spulte mein Kopf immer wieder ab, als liefe eine Schallplatte, die einen Sprung hatte.

Aber es war so: Ich war wieder einem Vamp ins Netz gegangen und nach mehreren Monaten sexueller Vereinsamung war dieses wie ein Sechser im Lotto.

»Jenny, übernimmst du mal mit. Ich mach kurz ne Pause«, rief Mandy lautstark durch den Raum und riss mich aus den Gedanken.

»Okay, aber nur 10 Minuten«, kam es aus dem Nebenraum.

»Komm!«

Mandy nahm meine Hand und zog mich die Treppe herunter in einen Raum, wo der Wein lagerte. Ich war immer noch verstört von ihrem Überfall, ließ mich jedoch nach den ersten fordernden Küssen schnell auf ihr Vorhaben ein. Während unsere Zungen miteinander spielten, tänzelten ihre Finger meinen Oberkörper herunter, um dann den Gürtel und die Knöpfe meiner Hose zu öffnen. Die Hose rutschte herunter und die Gürtelschnalle schlug geräuschvoll auf den Boden. Ihre Küsse erregten mich so sehr, dass mein Schwanz bereits sehnsüchtig auf den Freigang wartete.

»Schnell, zieh mich aus, oder kneifst du etwa?«, fragte sie, wobei sich ihre Stimme überschlug.

Mit etwas zittrigen Händen öffnete ich die Bluse, streifte sie ab und zog den BH herunter. Sie ließ sich nieder, zog meine Boxershorts herunter und nahm meinen harten Schwanz in den Mund. Ihre Hand wichste ihn zu voller Größe, bevor sie aufstand und sich auf einen Tisch neben dem Regal setzte, um ihre Beine zu spreizen.

»Los komm schon, ich will nicht erwischt werden.«

Ich rollte ein Kondom über, während sie sich abstützte und ich ihr darauf das weiße Höschen zur Seite schob, um meinen Phallus vor ihrer Liebesgrotte zu platzieren. Mandy zog mich an sich und ließ meinen Schwanz langsam in ihre Pussy eintauchen. Sie legte ihren Kopf auf meine Schultern und hauchte mir »Nimm mich feste« ins Ohr.

Sie war angenehm eng und während ich sie fickte, konnte ich nicht widerstehen, ihre festen Brüste zu kneten. Ihre dunklen Haarsträhnen fielen immer wieder in ihr Gesicht, ein Anblick, der mich noch mehr erregte. Mandy versuchte ihr Stöhnen zu unterdrücken und biss sich dabei auf die Unterlippe, was unglaublich sexy aussah. Ich umfasste ihren Po und ließ sie meine Stöße noch stärker spüren. Mandys Stöhnen wurde regelmäßiger und lauter.

»Oh, jaaa ... komm schon! Du darfst ruhig noch heftiger zustoßen«, forderte sie mich auf.

»Ich komm gleich, Süße! Mhmm, jaaaaaa...«, stöhnte ich und schaffte es nicht mehr, mich zurückzuhalten.

Mandy bekam meine lange Abstinenz zu spüren und legte erschöpft die Arme um mich, um einen Moment inne zu halten. Unsere Blicke trafen sich und hielten einander stand, bis Mandy vom Tisch rutschte, um sich anzuziehen.

»Geil, das war wirklich geil«, presste sie leise durch ihre Lippen und schaute mir dabei zu, wie ich meine Hose anzog. Sie löste ihre Haarspange, umfasste ihre Haare und ließ sie wieder von ihrer Spange festhalten.

Mit ihren großen Augen schaute sie mich an.

»Wie sehe ich aus?«, fragte sie.

»Hübsch!«

»Nein, das meine ich nicht!«

Sie knöpfte sich die Bluse wieder zu.

»So wie vorher«, sagte ich und grinste.

»Gut, hoffentlich. Jetzt aber schnell zurück. Die zehn Minuten sind um.«

Ich griff zur Türklinke. Mandy zog mich noch einmal zurück.

»Ich fand es geil mit dir!«

Sie gab mir einen Kuss.

»Danke, kann ich nur zurückgeben«, meinte ich überwältigt.

Wir gingen die Treppe herauf und ich trat den Rückweg zu meinem Platz an, um mich wortlos zu setzen.

Du musst etwas sagen, sonst wirst du gleich gefragt...

Meine Mutter schaute mich an.

Zu spät.

»Was hast du denn verschluckt, dass es so lange dauerte?«

»Nichts, ist schon wieder alles okay«, sagte ich und bemühte mich nicht zu grinsen.