Unumwerfbar - Ursula Grohs - E-Book

Unumwerfbar E-Book

Ursula Grohs

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Beschreibung

Man arbeitet immer länger, und trotzdem wird der Stapel auf dem Schreibtisch einfach nicht kleiner. Aber das wäre gar nicht so schlimm, wenn es bloß mehr Erfolgserlebnisse gäbe. Bald kommt es zu Merkschwächen und einer schlechten Konzentrationsfähigkeit, man wird zynisch, teilweise sogar aggressiv, Schlafstörungen und Erschöpfung sind die Folge. Manchmal kommt es sogar noch schlimmer: Panikattacken überfallen einen, jedes Telefonläuten wird zu einer massiven Belastung, jede neue E-Mail-Nachricht ist ein weiterer Angriff. Depression, Angst und Hoffnungslosigkeit dominieren das Leben und treiben in die Isolation. Aber es gibt den garantierten Weg zurück! Und Sie können wieder stark und unumwerfbar wie in Ihren besten Jahren werden! Dr. Ursula Grohs – Entwicklerin der weltweit erfolgreichsten Rauchstopp- Methode – vermittelt in diesem revolutionären Buch ihre Methode des Psychodynamischen Modelltrainings (PDM®), mit der Sie innerhalb von 6 Wochen wieder ganz im Gleichgewicht sind.

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Seitenzahl: 315

Veröffentlichungsjahr: 2011

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Ursula Grohs/Heike Kossdorff

UNUMWERFBAR

Ursula GrohsHeike Kossdorff

UNUMWERFBAR

In 6 Wochenwieder im Gleichgewicht

 

 

 

 

Ursula Grohs/Heike Kossdorff

Unumwerfbar

In 6 Wochen wieder im Gleichgewicht

 

Umschlagidee und -gestaltung:kratkys.net

 

 

 

 

 

 

1. Auflage

© 2011 Ecowin Verlag, Salzburg

Coverfoto mit freundlicher Genehmigung der

Firma TOLO TOYS Deutschland GmbH

Lektorat: Dr. Arnold Klaffenböck

Gesamtherstellung: www.theiss.at

Gesetzt aus der Sabon

Printed in Austria

ISBN 978-3-7110-5012-0

 

www.ecowin.at

Inhalt

Erste Hilfe

Einkaufsliste für das Psychodynamische Modelltraining

Das Programm für die nächsten sechs Wochen

Autowaschen und andere kleine Erfolge

1. Trainingswoche – beruhigende Signale

Aus dem Gleichgewicht

Nur Talente sind entflammbar – sie können aber auch verbrennen

Die vier Talente im Überblick

Fähigkeiten, Talente und Burnout-Gefahr

Schutz vor Burnout

Das Geheimnis der kleinen Erfolge oder die „Innere Zustimmung zur Tätigkeit“

Achtung, Burnout!

Dopaflash, der direkte Weg ins Burnout

Der Körper im Stress-Zustand

Seelische Erfolge

Burnout-Gefahr – so reagiert der Körper

Die Entlastungsdepression – eine natürliche Barriere vor Burnout

Der Weg ins Burnout – chemisch betrachtet

Reaktionen des Körpers – die Krankheitsbilder

Der Faktor Arbeitswelt

Weltweite Epidemie

Die Gefährdeten-Liste

Stress 24/7

Selbst-Hilfe statt Fremd-Hilfe

Die Heilung

Wie man mit Reizen das Gehirn wieder aufwecken kann

Die Großhirnrinde – der Sitz des Verstandes

Wie Gefühle und Gedanken entstehen

Wie wir Gefühle und Gedanken im anderen erzeugen

Wie wir in uns selbst gesunde Gefühle und Gedanken erzeugen

Stress und Glück

Seelische Erfolge machen gesund

Stress motiviert nicht!

Wie Stress oder Glück ausgelöst wird

Stressreaktion 1: Die Trauerreaktion

Stressreaktion 2: Die Furchtreaktion

Stressreaktion 3: Die Ekelreaktion

Stressreaktion 4: Die Schamreaktion

Glücksreaktionen

Die Kraft aus der menschlichen Urgeschichte

Archaische Reize, Elemente und seelische Erfolge

Archaische Glücklich-Macher

Archaische Erinnerungen

Chemische Zustände archaischer Erlebnisse

Aktivierung der archaischen Reize

Das Rückenmark

Das Stammhirn

Die Macht der Gedanken

Gedanken bewirken Stress- oder Glücksreaktionen

Gedankenhygiene

Das Kommando hat der Erinnerungsspeicher

Reiz-Reaktionen und Persönlichkeiten

Verzerrte Bilder

Bezugspersonen können ein verzerrtes Bild erzeugen

„Verzerrte“ Bezugspersonen erzeugen ein verzerrtes Selbstbild

Die Wirkung von Farben und Gerüchen

Wie das Auge Farbe erkennt

Bedeutung der Farben

Wie die Nase Gerüche erkennt

Wirkung der Düfte

Seelische Erfolge im Leisten, Leben und Lieben

Leisten

Leben

Lieben

Der PDM-Fähigkeiten-Fragebogen

Die Fähigkeiten-Balance

Die Reiz-Flut

Der Mutterleib ist unser erster „Bahnhof“

Fähigkeiten im Kooperations-Kreislauf

Entwicklungsbedingungen von Talenten

Fehlerlose Eltern?

Talente im Lauf der Geschichte

So entstehen die einzelnen Talente

Das Ergebnis-Talent

Das Motivations-Talent

Das Struktur-Talent

Das Kommunikations-Talent

Talente entstehen aus Unsicherheiten

Die Talente im Leisten, Leben und Lieben

Das Ergebnis-Talent entsteht

Der Anfang unseres Seins

Die Schwierigkeit, ein Baby zu verstehen

Die Mutter als sicherer Hafen

Ein Kind muss „gesehen“ werden

Das Ergebnis-Talent im Leisten

Stärken und Schwächen im Job

Stärken und Schwächen als Führungsperson

Das Ergebnis-Talent im Leben

Beziehungen mit Mehrwert

Wohnen im Technik-Tempel

Das Ergebnis-Talent und die Liebe

Liebe und Geborgenheit sind gefährlich

Die Sexualität – triebhaft und notwendig

Verändern der inneren Bilderwelt

PDM-Fähigkeiten-Balance für Ergebnis-Talente

Mitmenschen-Training

Tier- und Pflanzen-Training

Wohnraum-Gestaltung

Bewegungs-Training

Trainingsleitsätze

Das Motivations-Talent entsteht

Überfürsorglichkeit oder Impuls-Kontrolle

Die Zufriedenheit der anderen

Das herrliche Gefühl des „Satt-Seins“

Das Motivations-Talent im Leisten

Stärken und Schwächen im Job

Stärken und Schwächen als Führungsperson

Das Motivations-Talent im Leben

Motto: „Liebe Deinen Nächsten mehr als Dich selbst“

Innenarchitekt: die anderen

Motivations-Talente im Lieben

Zu viel Nähe, zu viel Liebe

Die Sexualität – grenzenlose Hingabe

Verändern der inneren Bilderwelt

PDM-Fähigkeiten-Balance für Motivations-Talente

Mitmenschen-Training

Tier- und Pflanzen-Training

Wohnraum-Gestaltung

Bewegungs-Training

Trainingsleitsätze

Das Struktur-Talent entsteht

Anpassung statt Neugier

Kinder werden „zurechtgerückt“

Innere Bilderwelt voll Strafen und Regeln

Das Struktur-Talent im Leisten

Stärken und Schwächen im Job

Stärken und Schwächen als Führungsperson

Das Struktur-Talent im Leben

Sicherheit durch Rituale

Das Ausüben von Macht

Wohnen wie im Eis-Palast

Das Struktur-Talent im Lieben

Durchgeplante Beziehungen

Die Sexualität – nach Plan und fantasielos

Verändern der inneren Bilderwelt

PDM-Fähigkeiten-Balance für Struktur-Talente

Ich-Training

Tier- und Pflanzen-Training

Wohnraum-Gestaltung

Bewegungs-Training

Trainingsleitsätze

Das Kommunikations-Talent entsteht

Der Kampf um die „Bedeutung“

Das „liebe“ Kind und seine Rollen

Das Training der Geschlechterrollen

Innere Bilder der Weiblichkeit und Männlichkeit

Die „elastische“ Welt der Kommunikations-Talente

Das Kommunikations-Talent im Leisten

Charismatische Netzwerker

Stärken und Schwächen als Führungsperson

Das Kommunikations-Talent im Leben

Unerschütterlich hoffnungsvoll

Religiös leben und erotisch wohnen

Das Kommunikations-Talent im Lieben

Beziehung zur Aufwertung

Die Sexualität – ein selbstverliebter Rausch

Verändern der inneren Bilderwelt

PDM-Fähigkeiten-Balance für Kommunikations-Talente

Mitmenschen-Training

Wohnraum-Gestaltung

Bewegungs-Training

Trainingsleitsätze

Das PDM-Training

Die Aktivierung der Stresszentren

Regulation des Dopaminwertes

So funktioniert das Modell-Training

Der Ablauf im Detail

Die 2. Trainingswoche – „Entschlossenheit“

Die 3. Trainingswoche – „Geborgenheit“

Die 4. Trainingswoche – „Wert“

Die 5. Trainingswoche – „Freiheit“

Die 6. Trainingswoche – das Herztraining

PDM-Kompetenzbalance-Fragebogen

Literaturverzeichnis

Erste Hilfe

Das Telefon klingelt und Sie schaffen es einfach nicht, den Hörer abzuheben? Ihr nächster Kunde sitzt im Wartebereich und Sie können sich nicht vorstellen, wie Sie ihm auch nur „Guten Tag“ sagen sollen? Auf Ihrem Weg nach Hause ist eine Straßenum­leitung und Sie haben das Gefühl, die 250 Meter mehr einfach nicht bewältigen zu können?

Sie fühlen sich erschöpft, gereizt, innerlich leer und können nur mehr schwer einschlafen? Und gelingt es Ihnen doch, dann wachen Sie nachts auf und grübeln?

All das sind Anzeichen für ein Burnout. Aber egal, wie aus­gelaugt Sie sich gerade fühlen, befolgen Sie die nachstehend beschriebenen Schritte und Sie werden sich rasch erholen. Auch wenn Sie meinen, dass Sie gerade nicht die Zeit oder die Nerven haben, sich durch ein Buch zu ackern – keine Sorge, Sie müssen nur die nächsten sieben Seiten lesen und es geht Ihnen gleich besser – versprochen!

Wenn Sie sich ausgelaugt fühlen und Schlaf nicht mehr die gewünschte Erholung bringt, ist sehr wahrscheinlich Ihr Emo­tionshirn aus dem Gleichgewicht geraten. Wir bemerken oft nicht, wie uns langsam die innere Zustimmung zu unserer Tätigkeit verloren geht und sich eigentlich schon sehr lange keine er­lösenden seelischen Erfolge mehr zeigen. Freude und Begeisterung sind auf Sparflamme und der innere wie äußere Sinn entgleitet uns. In diesem Zustand gibt sich unser Emotionshirn, auch als limbisches System bekannt, geschlagen. Der Wert der Antriebshormone und Neurotransmitter, die unsere Konzentration steuern, ist verstellt. Ganz einfache Alltagsfreuden kommen uns lächerlich vor oder wir nehmen sie erst gar nicht mehr wahr. Unser Emo­tionshirn hat seine Funktionen abgeflacht. Ähnlich wie sich bei einem Gipsbein Muskeln zurückbilden, passiert das auch in unserem Motivationszentrum im Gehirn.

Gefährdet auszubrennen ist nicht jeder. Manche kommen mit Stress, Überstunden, Mehrarbeit und Druck scheinbar mühelos zurecht, während andere daran zerbrechen können. Ob Sie ein Burnout-Kandidat sind, liegt vor allem an Ihrer Persönlichkeitsstruktur (welcher Typ Sie sind, können Sie später mit dem Test im Anhang erfahren). Wissen Sie darüber Bescheid, dann ist es möglich, Sie wieder gesund und ausgeglichen zu machen. Ohne, dass Sie gleich Ihr ganzes Leben ändern müssen.

Mit meiner Therapiemethode der psychodynamischen Modelle (PDM) lernen Sie auf einfache Weise, gesunde Gedanken­hygiene zu betreiben. Unterstützt von Farben und Düften trai­nieren Sie lustvoll Ihr Glückszentrum und Sie werden sich bald entspannter, glücklicher und mehr im Gleichgewicht fühlen.

 

Einkaufsliste für das Psychodynamische Modelltraining

Für das Auge:

Besorgen Sie sich Stoffe in den unten aufgelisteten Farben. Das können für zu Hause Handtücher, Schals oder Pashminas ebenso sein wie neue Bettwäsche. Für unterwegs am besten ein kleines Taschentuch in den folgenden Farben:

 

– Violett wie dunkler Flieder für die 1. Trainingswoche

– Indigo-Blau für die 2. Trainingswoche

– Weiß für die 3. Trainingswoche

– Orange für die 4. Trainingswoche

– Wiesen-Grün für die 5. Trainingswoche

– Magenta für die 6. Trainingswoche

Für die Nase:

Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke folgende Duftöle mischen und in kleinen Fläschchen für unterwegs abfüllen:

 

– Lavendel mit einer Spur Vanille für die 1. Trainingswoche

– Orangenduft mit einem Hauch von Zimt für die 2. Trainingswoche

– Lemongras für die 3. Trainingswoche

– Jasmin für die 4. Trainingswoche

– Sandelholz für die 5. Trainingswoche

– Rose für die 6. Trainingswoche

Für die Haut:

Besorgen Sie sich ein Massageöl mit zartem Vanilleduft.

Zusätzlich:

Für das Psychodynamische Modelltraining brauchen Sie außer­dem einen Wecker oder eine Stoppuhr und eine Duftlampe. Kaufen Sie süße rote Beeren und Nüsse. Vielleicht bekommen Sie diese frisch in Ihrem Lebensmittelgeschäft, alternativ kaufen Sie sie tiefgefroren. Wenn möglich, achten Sie auf biologischen Anbau.

Das Programm für die nächsten sechs Wochen

Machen Sie während dieser kommenden Wochen nur ganz sanfte Bewegung. Spüren Sie richtig in sich hinein und bewegen Sie sich nur langsam und fließend. Achten Sie darauf, dass Sie sich immer wohlig warm fühlen.

Ist es sehr heiß, tragen Sie nur leichte Naturfaser. Fahren Sie langsam Rad, gehen Sie im Wald oder im Park spazieren. Haben Sie Wasser in Ihrer Nähe, schwimmen Sie in ruhigem, weichem Wasser. Das tut Ihnen gut.

Ist es Winter, gehen Sie wenn möglich im Schnee spazieren, betrachten Sie die Schneekristalle und sehen Sie bewusst die weißen Flocken auf sich niederfallen. Vielleicht können Sie sogar das Kitzeln auf der Haut spüren.

Duschen Sie heiß und wickeln sich warm ein, wenn Sie schlafen gehen. Stopfen Sie sich eine Decke in den Rücken und drücken ein Kissen an Ihren Bauch, wenn Sie sich hinlegen. Denn auch die Körperzellen haben Erinnerungen: Wenn Sie auf diese Art und Weise einschlafen, „glaubt“ der Körper, dass jemand hinter Ihnen liegt. Und vorne halten Sie ja zusätzlich das Kissen an sich ge­kuschelt.

Nehmen Sie immer wieder einen Bleistift zwischen Ihre Zähne und bewegen Ihre Wangenmuskulatur leicht hin und her – bis Sie spüren, dass Sie den Lachmuskel aktiviert haben. Wenn Ihnen das gelungen ist, fühlt es sich an wie ein leichtes amüsantes ­Lächeln.

Sitzen Sie immer aufrecht und strecken Sie den Hals wie eine Schildkröte heraus. Gehen Sie möglichst aufrecht, wann immer Ihnen Ihre Körperhaltung einfällt.

Hören Sie in diesen nächsten sechs Wochen nach Möglichkeit nur beschwingte leichte Musik. Manche Schlager sind in klaren Tönen komponiert. Wenn Sie klassische Musik mögen, dann ­hören Sie leichte klare, fröhliche Stücke, wie zum Beispiel von Mozart.

Sehen Sie sich in dieser Zeit nur Filme an, bei denen Sie herzhaft lachen können. Oder wählen Sie Naturfilme mit herrlichen Landschaften aus. Tierfilme sind hingegen nicht so geeignet, da es hierin auch häufig um Jagd geht.

Essen Sie jeden Tag 250 Gramm süße rote Beeren und eine Handvoll Nüsse zu Ihren üblichen Mahlzeiten dazu. Diese brauchen Sie für die Heilung Ihres Stoffwechsels.

Autowaschen und andere kleine Erfolge

Burnout beginnt mit dem Ausbleiben eines erlösenden Erfolges.

Achtung! Für das Gehirn ist es auch ein Misserfolg, wenn Sie einen riesigen Berg von Arbeit vorgelegt bekommen, diesen aufarbeiten und am nächsten Tag einen noch größeren Berg auf ­Ihrem Platz vorfinden. Auch wenn Sie so viel wie möglich abarbeiten, Ihr Gehirn kann dies nicht als erlösenden Erfolg erleben. Sorgen Sie in diesem Fall am besten immer gleich für kleine Aufgaben, die Sie erledigen können. Räumen Sie einen Schrank oder ein Kellerabteil auf. Saugen oder waschen Sie Ihr Auto. Nähen Sie einen losen Knopf an, der schon seit Ewigkeiten an Ihrer Lieblingsbluse fehlt.

Bringen Sie also kleine Dinge in Ordnung, erleben Sie das positive Gefühl, dass Sie etwas erledigt haben. Ihr Gehirn erholt sich, wenn es Aufgaben abschließen kann.

In den kommenden Kapiteln werde ich alle Vorschläge, die ich hier gemacht habe, erklären. Gehen Sie jetzt aber erstmal einfach Schritt für Schritt mit.

 

Sie kennen dies sicherlich: Je mehr man aufarbeitet, desto mehr kommt an Arbeit herein. Das ist in Ihrem Gehirn in Form von Erfahrungsbildern gespeichert. Dieser Kreislauf muss in Ihrer Freizeit unbedingt unterbrochen werden! Sorgen Sie für kleine Bereiche, die Sie abschließen können.

1. Trainingswoche – beruhigende Signale

Wählen Sie einen Platz, an dem Sie sich geschützt fühlen. Achten Sie darauf, dass in Ihrem Rücken eine Wand ist und Sie den Eingang und die Fenster gut im Blickfeld haben. Stellen Sie sich vor, Sie wären in einer Höhle und müssten den Eingang überblicken. Genauso soll sich der Platz anfühlen, an dem Sie Ihr Psychodynamisches Modelltraining beginnen.

Legen Sie das violette Tuch vor sich auf den Boden.

Sorgen Sie dafür, dass Sie 20 Minuten vollkommen ungestört sind. Schalten Sie Ihr Telefon aus und bitten Sie Ihre Liebsten, Sie in dieser Zeit nicht zu stören. Das PDM-Training ist eine Konzentrationsübung. Seien Sie aber beruhigt, kurze Störungen beeinträchtigen die Übung nicht.

Nehmen Sie Ihren Platz so ein, dass Sie mit dem Blick auf die Farbe Violett treffen.

Nehmen Sie das Duftöl der Entspannung – Lavendel mit einer Spur Vanille – und geben Sie ein paar Tropfen in eine Duftlampe. Benetzen Sie das Duftölfläschchen an der Außenseite mit dem Öl. Behalten Sie das Duftölfläschchen während der ganzen Woche bei sich. Tragen Sie es in Ihrer Jackentasche, im Sakko, in der Handtasche. Nehmen Sie es in der ersten Woche auch immer wieder in die Hand und riechen Sie daran. Riechen Sie aber nur am geschlossenen Fläschchen und benetzen Sie nur die Außenseite mit dem Duft, um die Schleimhäute nicht zu sehr zu reizen.

Sie sitzen jetzt vor dem Farbtuch und haben den Raum eingeduftet. Stellen Sie den Wecker oder die Stoppuhr auf 20 Minuten und konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem. Sehen Sie Ihrem Atem einfach nur zu. Spüren Sie, wie Ihr Atem kommt und geht. Konzentrieren Sie sich jetzt auf Ihren Herzschlag. Hören Sie gut in sich hinein und stellen Sie sich Ihr Herz in Ihrer Fantasie vor. Sie sehen, wie sich Ihr Herz ausdehnt und rhythmisch und leicht wieder zusammenzieht. Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit und versuchen Sie sich richtig vorzustellen, wie Ihr Herz in Ihrem Körper pumpt und rhythmisch schlägt. Mit jedem Atemzug fächeln Sie dem Herzen milde, sanfte Luft zu und Ihr Atem streichelt Ihr Herz. Jeder Atemzug umspült Ihr Herz mit milder, sanfter Luft.

Sehen Sie dabei immer wieder das Farbtuch an und riechen Sie an Ihrem Duftölfläschchen. Üben Sie Ihre Konzentration und atmen Sie 20 Minuten lang Ihrem Herzen milde, sanfte Luft zu. Sie trainieren damit den für Sie passenden Herzschlag. Man nennt diesen stimmigen Herzschlag die Herzkohärenz. Ein Herz schlägt entsprechend Ihrer Tagesverfassung, in der Sie sich gerade befinden. Es macht einen Unterschied, ob Sie gerade krank oder gesund sind, ob Sie kleine Kinder haben oder eine schwierige berufliche Zeit durchleben, ob Sie eine durchwachte Nacht oder einen erholsamen Schlaf hinter sich haben. Entsprechend Ihrer Tagesverfassung schlägt Ihr Herz. Mit dem PDM-Training geben Sie Ihrem Herzen den Rahmen, sich auch wirklich auf seine Kohärenz einzustellen.

Nehmen Sie sich bitte täglich diese 20 Minuten Zeit und trainieren Sie in der ersten Woche nur die Herzkohärenz mit dem Lavendel-Vanilleduft und der Farbe Violett.

Mit dieser Konzentrationsübung sorgen Sie schon sehr gut für Ihre Entspannung. Es ist egal, ob Sie sich „nur“ häufig müde und ausgelaugt fühlen oder ob Sie schon in raschen Schritten auf ein Burnout zugehen. In der ersten Woche des PDM-Trainings ist es nur wichtig, dass Sie sich entspannen.

Nehmen Sie das Duftölfläschchen und das Farbtuch auch mit zur Arbeit. Breiten Sie das Tuch an Ihrem Arbeitsplatz an einer Stelle aus, an der Sie im Lauf des Tages mehrere Male vorbeikommen. Riechen Sie immer wieder an dem Duftölfläschchen. Achten Sie darauf, dass Sie in dieser Woche immer wieder violette Bilder betrachten, vielleicht arbeiten Sie mit einem Computer, dann richten Sie sich den Bildschirmschoner in der Farbe Violett ein. Gut wirken Bettwäsche, Handtücher und Duschvorlagen in dieser Farbe auf das Emotionshirn.

Decken Sie bei Mahlzeiten Ihren Tisch mit violetten Servietten und violetten Kerzen. Und verbreiten Sie den Duft von Lavendel mit einer sehr zarten Note Vanille in Ihrer Umgebung.

Sie brauchen nicht Ihr gesamtes Leben umzustellen, wenn Sie in ein Burnout geschlittert sind oder sich gerade auf dem Weg dorthin befinden. Verbringen Sie einfach nur die erste Woche auf diese Weise und lesen Sie erst in der zweiten Woche in diesem Buch weiter.

 

Aus dem Gleichgewicht

Sie befinden sich nun in Woche 2 und es geht Ihnen bereits um einiges besser. Wenn es Ihnen gelungen ist, sich diese 20 Minuten täglich für sich zu nehmen und Ihre Herzkohärenz zu trainieren, die Farbtücher immer wieder zu sehen und den Duft zu riechen, haben Sie schon einen wesentlichen Umgang mit sich selbst geübt. Die roten Beeren und die Nüsse haben Ihrem Körper genug Fruchtzucker und pflanzliche Fette zur Verfügung gestellt und Ihren Stoffwechsel auf einen gesunden Prozess vorbereitet. Und nun erfahren Sie mehr …

Nicht immer sind es reiner Arbeitsstress und zu viel Druck im Job und Privatleben, die Menschen zum Ausbrennen bringen. Vielmehr ist es persönlichkeitsabhängig – oder genauer gesagt „talent“-abhängig. Diese Einteilung in Talente ist eine Form der Typologie, die bis zu den alten Ägyptern zurückreicht. Damals hat man die Bevölkerung in vier Gruppen eingeteilt und ihnen Farben zugeordnet, später hat Hippokrates den Begriff der vier Temperamente geprägt. Sozialpsychologen wie Fritz Riemann und Wirtschaftscoaches haben ihre Grundlagen aus den tradi­tionellen vier psychiatrischen Diagnosen, der Schizophrenie, Depression, Zwangserkrankung und Hysterie gewonnen.

Ich spreche von Fähigkeiten und – in ihrer extremen Ausprägung – von den Talenten. Und zwar den ergebnisorientierten, den motivationsorientierten, den strukturorientierten und den kommunikationsorientierten. Im Idealfall spiegeln sich all diese Fähigkeiten in jeder einzelnen Person wider, und jeder Mensch ist in der Lage, ergebnisorientiert, motivationsorientiert, strukturorientiert und kommunikationsorientiert leben, lieben und leisten zu können. Gelingt es uns, diese verschiedenen Fähigkeiten spielerisch in uns zu tragen und je nach Bedarf einzusetzen, können wir uns für immer unsere Gesundheit erhalten.

Wenn Menschen über all diese Fähigkeiten verfügen, kann man damit rechnen, dass sie sich flexibel und gut auf unterschiedliche Anforderungen einstellen werden. Menschen mit ausgeglichenen Fähigkeiten wissen ihre Kompetenz zielorientiert nur dort einzusetzen, wo sie auch seelische Erfolge erleben können. Nur selten geraten solche Menschen in den Zwang, sich zu beweisen, weshalb sie weitestgehend vor einem Burnout geschützt sind.

 

Menschen, die je nach Anforderung ergebnisorientiert, mo­tivationsorientiert, strukturorientiert oder kommunikationsorientiert handeln, sind nicht zu extremen Belastungen und Risiken verführbar.

Nur Talente sind entflammbar – sie können aber auch verbrennen

Problematisch ist es aber, wenn bei Menschen nur eine Fähigkeit besonders ausgeprägt ist – und sich diese dann noch in ein Talent verstärkt hat. Was ist denn schlecht an einem Talent, werden Sie fragen. Es ist doch toll, wenn man Klavierspielen oder romantische Gedichte schreiben kann.

Stimmt, eigentlich sind wir es gewohnt, Talente als überlegen und als Begünstigung der Natur zu erleben. Aber wenn Menschen in einzelnen Bereichen Talente entwickelt haben, so fühlen sie sich auch auf diesem Gebiet kompetenter und vertreten ihre Sichtweise dementsprechend stärker. Talente – so nenne ich in weiterer Folge alle Menschen, bei denen sich eine Fähigkeit besonders ausgeprägt hat – sind oft kompliziert und es ist für sie sehr viel schwieriger, flexibel zu reagieren. Sie erleben sich auf ihrem Gebiet als Profi. Und so kommt es immer wieder vor, dass Talente relativ verbohrt auf ihre Sichtweise als Experten pochen. Sie wollen überzeugen, sich durchsetzen und können von diesem Ziel nicht abweichen und nicht loslassen. Damit fallen sie oft aus sozialen Beziehungen heraus. Und der Zwang, sich zu beweisen, führt in die Burnout-Spirale.

Die Ausprägung zu Talenten fängt schon ganz früh in unserem Leben an – konkret in den ersten Lebensmonaten. Erlebt man als Baby bereits unmittelbar nach der Geburt und in den ersten Wochen eine starke Bindung zur Mutter, lernt man die Grund-Bausteine für ein soziales Leben. Verlaufen die ersten Wochen und Monate jedoch nicht ideal, entstehen die folgenden vier Talente.

Die vier Talente im Überblick

Das Ergebnis-Talent:

Wurde als Baby nicht verstanden und konnte kein Gefühl für die eigenen Bedürfnisse entwickeln. Menschen dieses Typs sind nicht intuitiv, haben dadurch aber ihren Beobachtungssinn ex­trem geschärft und einen guten Geschäftssinn entwickelt. Der große Nachteil dieses Talents: Es spürt seine eigenen Grenzen nicht. Es gibt erst auf, wenn er/sie schon schwer erkrankt ist, meist an einem Magen-Darm-Problem.

Das Motivations-Talent:

Die Bedürfnisse des Babys wurden nicht wahrgenommen. So wurde es etwa nicht nach Bedarf, sondern nach Zeitplan gestillt. Seine Mutter hatte Angst, es zu verwöhnen – obwohl man das in diesem ersten Lebensjahr gar nicht kann. Dieses Talent spürt keine innere Befriedigung und ist es gewohnt, dass es nicht um seine eigene Zufriedenheit geht. Es gönnt sich selber nichts und will immer nur anderen helfen, um so – quasi von außen – Zufriedenheit erleben zu können. Der Vorteil: Menschen dieses Typs motivieren ihre Kollegen sehr gut und sind echte Teamprofis. Nachteil: Sie sind innerlich leer, vernachlässigen ihre eigenen Bedürfnisse und neigen manchmal dazu, andere zu quälen, weil sie selbst Leid erlebt haben.

Das Struktur-Talent:

Sind als kleine Kinder viel mit Strafen, Regeln und Verboten belegt worden. Als Erwachsene sind sie nicht flexibel. Sie können nicht spontan auf andere eingehen und müssen mit Macht ihre Regeln durchboxen. Ihr Vorteil: Sie können gute Strukturen beziehungsweise Rahmenbedingungen für Unternehmen entwickeln.

Das Kommunikations-Talent:

Diese Menschen mussten als Kinder immer eine Rolle spielen und besonders lieb und herzig sein oder einfach „funktionieren“, um eine Bedeutung zu bekommen. Vorteil: Sie erspüren, welche Rolle andere von ihnen sehen wollen. Sie haben gelernt, variantenreich freundlich zu sein und sind in allen Vertriebs- und Verkaufspositionen spitze. Nachteil: Ihnen fehlt es an Sicherheit und Entschlossenheit. Ihnen ist es etwa peinlich, angemessene Bezahlung für ihre Leistung zu verlangen.

Fähigkeiten, Talente und Burnout-Gefahr

Noch einmal zum besseren Verständnis: Eine Fähigkeit ist immer positiv und „elastisch“. Ein Talent ist dagegen „starr“ und nicht flexibel. Vereinfacht gesagt: Nichts Besonderes zu sein, ist ganz schön gesund. Am folgenden Beispiel beschreibe ich, wie jemand mit einer Fähigkeit gesund durchs Leben geht, während ein Kollege mit Talent verbrennt.

Keine Burnout-Gefahr

Sebastian ist Arzt und hat die Fähigkeit zur Ergebnisorientierung. In seinem Ordinationsalltag behandelt er einen Kranken nach dem anderen, nimmt sich aber für jeden ausführlich Zeit und geht auf ihn ein. Abends ist er erschöpft und geht nach einem gesunden Essen ins Bett. Sein Körper schaltet um auf Ruhe. Serotonin, das Zufriedenheitshormon, wird ausgeschüttet und er erlebt Zufriedenheit. „Der Tag heute war gut“, denkt er sich und Melatonin, das Sandmännchenhormon, wird aktiv und der Arzt schläft ein. Am nächsten Morgen ist er wieder körperlich fit und geht mit tiefer Befriedigung wieder seiner Arbeit nach. Die Woche darauf gibt es eine Grippeepidemie in seiner Stadt. Sebastian weiß, dass er den kommenden Patientenandrang allein nicht bewältigen kann. Deshalb sucht er sich einen zweiten Arzt, der ihn in dieser Zeit in der Praxis unterstützt. So steht Sebastian die arbeitsintensive Phase ohne Raubbau an Körper und Seele durch.

Burnout-Gefahr

Der ergebnis-talentierte Helmut ist ebenfalls Arzt. Auch in seiner Stadt herrscht die Grippeepidemie, aber Helmut meint, alles allein schaffen zu müssen und sucht sich keine Unterstützung. Er arbeitet rund um die Uhr. Die Sonne geht unter, und in seiner Ordination bleibt Licht. Die Stadt wird ruhig, und in seinen Räumen klingelt das Telefon. Der seelische Erfolg der Zufriedenheit ist nicht möglich, weil ein Patient nach dem anderen besucht werden muss. Serotonin hat keine Chance, weil Adrenalin ihn wachhält, er muss ja den Besuch beim nächsten Patienten durchhalten. Um Mitternacht bricht kurz die Müdigkeit durch, aber Helmut lässt sie nicht zu. Noch ein extra starker Espresso und weiter geht es. Helmut macht das nicht zum ersten Mal, er überfordert sich ständig. Burnout-Gefahr droht. Und so reagiert sein Körper in diesem Krisen-Zustand:

Er schaltet um auf „Notprogramm“ und es kommt zu einer extremen Ausschüttung der Dopamin-Achse – ein Bereich in der Motivationsregion im Gehirn. Bärenkräfte schießen Helmut ein und seine Müdigkeit ist verflogen. Die Beine tun ihm nicht mehr weh und die Augen tränen nicht mehr. Hellwach sucht er den nächsten Patienten auf. Erst im Morgengrauen findet er endlich Ruhe.

Das Gehirn hat auf einen Dopaflash umgestaltet, um seine Müdigkeit auszuschalten und neue Kräfte zu mobilisieren. Sie haben sicher schon von Müttern gehört, die ein ganzes Auto von ihrem Kind herunterheben konnten. Diese Kraft verleiht einem dieser besondere Flash in großen Notsituationen. Dann schaltet Endorphin, das körpereigene Morphin, das Körpergefühl aus und Dopamin, das Hormon, das unseren Körper auf Antrieb schaltet, pusht die Kraft in den Körper.

Den Körper des Arztes danach wieder in ein Gleichgewicht zu bringen, würde nur gelingen, wenn er seelische Erfolge zulassen und genießen könnte, aber für diese hat er keine Zeit. Dauert die Epidemie zu lange und Helmut muss mehrere Nächte hintereinander durcharbeiten, wird sich der Wert für Dopamin im Körper des Arztes verstellen. Dieser hormonelle Zustand zeigt sich in einer Entlastungsdepression. In dieser Zeit freut ihn der ganz normale Alltag nicht. Serotonin kann nicht mehr wirksam und damit keine Zufriedenheit erreicht werden. Er sieht die ­Sonne in den Blättern nicht, er riecht das Holz im Kamin nicht, die Katze auf seinem Schoß schnurrt und er hört sie nicht. Seine Frau will mit ihm schmusen, aber es langweilt ihn. Er ist leer. Plötzlich kommt ein Notruf herein und er rast an den Unfallort und ist wieder hellwach. Klar trifft er seine Entscheidungen und managt die Versorgung der Verletzten. Er fühlt sich aufgepeitscht und kräftig.

Dieser Stress-Kick weckt in ihm den Wunsch nach mehr und er gerät schnell in den süchtig machenden Sog der „peitschenden Herausforderungen“. Anstatt sich nach der stressigen Zeit ein bisschen zu erholen und sich um eine Vertretung zu kümmern, sorgt Helmut immer mehr für ständigen Stress, weil dieser ihn wachhält. (An späterer Stelle werden wir genauer sehen, was chemisch bei einem Dopaflash im Gehirn passiert.)

Magen- und Darmprobleme schleichen sich ein und Schlafstörungen treten häufiger auf. Zynische Betrachtungen schießen ihm in den Kopf, wenn er seine Patienten sieht. Er denkt menschenverachtend und leichte Schuldgefühle klopfen bei ihm an. Er erlebt sich immer häufiger als erfolglos und kaum etwas macht ihn zufrieden. Er befindet sich auf einer seltsamen Beobachter­ebene und distanziert sich von anderen. Er ist nirgends mehr wirklich dabei. Sex macht ihm nur mehr mit seiner Mitarbeiterin Spaß, und da auch nur, wenn es die Möglichkeit gibt, dabei erwischt zu werden. Sonst schafft er keine Erektion mehr. Leere­gefühle sind seine ständigen Begleiter und lediglich Notfälle turnen ihn an. Bald werden Panikattacken seine Arbeit behindern und mitten im Tunnel wird er eine Rettung rufen müssen, die ihn ins Spital bringt.

Schutz vor Burnout

Man kann das Gehirn und somit den Körper durch eine Art Trick beruhigen und auch wieder heilen. Die Spiegeltherapie von Phantomschmerzen zeigt uns eindrucksvoll, wie so etwas funktioniert. Sie wissen sicher, dass zum Beispiel ein armamputierter Mensch im fehlenden Arm weiterhin Schmerzen haben kann. Das passiert unter anderem deshalb, weil im verbliebenen Teil des Armes eine Bewegung stattgefunden hat, die eine Gegenbewegung gebraucht hätte, um nicht zu verkrampfen. Fehlt also der rechte Arm, setzt sich der Patient vor einen Spiegel und bewegt den linken Arm. Er schaut seinem linken Arm im Spiegel zu und das Gehirn glaubt, es ist der rechte Arm, und der Schmerz hört auf. Natürlich weiß der Patient, dass ihm der Arm fehlt, aber Teile seines Gehirns wissen das nicht. Und diesen Teilen kann man etwas vorspie(g)len, und das wirkt.

Ich habe aus diesem Wissen bestimmte tiefenpsychologische Trainingserlebnisse entwickelt, die in Kombination mit ausgewählten Farben und Düften dem Gehirn suggerieren, dass es gerade einen seelischen Erfolg erlebt. Mit diesem Trick kann man Teile des Gehirns so beeinflussen, dass sie Glückshormone ausschütten, die uns zu Gefühlen der Erholung bringen. Mit meiner Technik des Psychodynamischen Modelltrainings (PDM) kann man Prozesse ins Laufen bringen, die zum Beispiel sechs Stunden lang das Immunsystem stärken und eine Gesundung des Körpers in Gang setzen.

 

Dafür reichen schon zehn Minuten am Tag. Konzentration auf den eigenen Atem und Herzschlag vor der Farbe Violett oder Lavendel mit Vanillegeruch unterstützt, beruhigt. Dazu das Hineinleben in eines der PDM-Trainingserlebnisse und man kann seine Dopamin-Achse schützend einstellen. Werden diese Glücksempfindungen regelmäßig als Gedanken­hygiene eingesetzt, ist man gegen Burnout geschützt.

 

Stellen Sie sich vor, der Arzt Helmut hätte schon gewusst, wie man mit Gedankenhygiene seinen Körper beruhigen kann, und er hätte während der Grippeepidemie violette Handtücher vor sich aufgelegt und mit Lavendelduft in einer Konzentrationsübung zehn Minuten lang seinem Herzen „milde, sanfte Luft zugefächelt“, dann wäre nie ein chemischer Kollaps aufgetreten. Der Duft von Lavendel hätte in seinem limbischen System Beruhigung aktiviert, und mit einer Konzentrationsübung hätte er sein Glückszentrum im Gehirn so in Gang gesetzt, als hätte es einen erlösenden Erfolg erlebt. Die Negativspirale bis zum Burnout wäre nie in Schwung gekommen.

Das Geheimnis der kleinen Erfolge oder die „Innere Zustimmung zur Tätigkeit“

Ein weiterer Faktor, der gegen Burnout schützen kann, ist die „Innere Zustimmung zur Tätigkeit“. Mein Kollege Erwin Pranner schreibt dazu in seiner Abschlussarbeit als Psychotherapeut: „Wenn ein Mensch über längere Zeit einer Beschäftigung nachgeht, zu der er keine innere Beziehung hat, daher dem Inhalt der Aufgabe nicht zustimmen und sich deshalb diesem nicht hingeben kann, muss es zwangsläufig zu einer ‚Entleerung‘, einer Vor-Depression kommen … der Mensch wird leblos, leer. Oder anders gesagt: wer viel ‚erledigt‘, der ist bald selbst erledigt.“ Wichtig ist also – wenn möglich –, eine Arbeit oder Aufgabe zu finden, die einen befriedigt.

Wie wichtig die „Innere Zustimmung zur Tätigkeit“ ist, zeigen die folgenden zwei Beispiele.

Da wäre etwa Klaus. Der junge Lehrer hat die Chance bekommen, in der Erwachsenenbildung arbeiten zu können. Was ihm an der neuen Arbeit besonders gefällt, ist nicht etwa das ­höhere Gehalt, sondern das Gefühl, „unendlich viel arbeiten zu müssen“. Denn in Klaus’ Bekanntenkreis es gerade „in“, viel zu arbeiten, unter Druck zu stehen und gar keine Zeit mehr für ­etwas anderes zu haben. Zeigt es doch, wie wichtig und unentbehrlich man ist. „Ich muss noch ins Büro und werde noch bis Mitternacht zu tun haben“, scheint ihm erstrebenswert.

Anfangs legt er noch Wert darauf, seine Mittagspausen einzuhalten, und er kann sich in seiner Freizeit gut erholen. Dann kommt es bei seinem Arbeitgeber zu einem Engpass im Forschungsbereich. Klaus hilft bei der Aufbereitung von Ergebnissen mit und ist immer wieder stolz darauf, dass er Treffen mit seinen Freunden absagen muss, da sich im Büro die Ereignisse überschlagen. Die Krise ist irgendwann überstanden, aber seine „eingebildete“ Freude an der Herausforderung bleibt. Sukzessive gestalten sich alle Lebensbereiche schnelllebiger und Gemütlichkeit entwickelt sich zu einem Schimpfwort. Klaus beginnt die Karriere in den Mittelpunkt seines Lebens zu stellen, kann zeitgleich aber sehr schlecht mit Stress umgehen.

Sein Problem: Klaus hat die Fähigkeit zur Motivationsorientierung, will aber unbedingt über seinen Schatten springen und zum ergebnisorientierten Talent – sprich einem Kernkompetenzträger – werden. Er zieht immer mehr Arbeit an sich und überhört und übersieht jedes körperliche Warnsignal. Die angestrebte Position fordert Verpflichtung dem Unternehmen und nicht dem einzelnen Mitarbeiter gegenüber. Als motivierter und konfliktscheuer Teamworker schwindet seine innere Zustimmung zu notwendigen Schritten, die Zahlen und Fakten verlangen, immer mehr. Seine Zuständigkeit als Qualitätskontroller zerreißt ihn innerlich. Jede Kritik, die er an seinen Mitarbeitern zu üben hat, kostet ihn unendlich viel Kraft und er beginnt sich immer wieder sozial zurückzuziehen. Immer häufiger leidet Klaus an Erkältungen und leichten Schmerzen in den Kieferhöhlen und im Hals­bereich, die sich aber nie wirklich zu einer Krankheit entwickeln. Einschlafstörungen treten auf, die sich bald zu massiven Schlafstörungen auswachsen. Klaus lässt sich schließlich im Rahmen einer Therapie davon überzeugen, dass er nicht die Persönlichkeit eines ergebnisorientierten Managers besitzt. Ein Angebot, wieder als Lehrer zu arbeiten, nimmt er an und blüht sehr bald danach auf, pflegt seine Mittagspausen und seine Freunde wieder und schläft auch gut. Man sieht also, auch wenn man es noch so sehr will – auch Scheinzustimmungen zur Arbeit können zum Burnout führen.

Das nächste Beispiel von Eva beschreibt, wie mangelnde innere Zustimmung auch im Privatleben zu einem Kollaps führen kann. Konkret geht es bei Eva um die fehlende Zustimmung zu ihrer kleinen Tochter Leonie.

Als Hintergrund muss man wissen, dass Eva ein Ergebnis-Talent mit flachen bis nicht vorhandenen Wurzeln ist. Sie lässt sich also nicht von Gefühlen anderer ablenken und fühlt sich vor allem ihrem Unternehmen gegenüber verpflichtet. Sie spürt sich selber kaum, kann nur über Krankheiten Signale setzen – etwas, das ihre Tochter von ihr übernommen hat.

Eva ist ausgesprochen geschäftstüchtig und ehrgeizig. In den Sitzungen beschwert sie sich über die Leistungsschwäche ihrer Mitarbeiter und versteht nicht, dass diese so wehleidig sind und in ihren Augen so schnell wegbrechen. Eva ist Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin. Betriebsprüfungen peitschen sie förmlich auf, anstatt sie anzustrengen. Sie lebt einen ausgeprägten Materialismus und fühlt sich anerkannt, wenn sie sich in guten Kreisen aufhält. Diese „guten Beziehungen“ pflegt sie auch. Ihre Tochter Leonie, drei, überlässt sie gerne ihren Eltern. Eva richtet sich immer ausgesprochen auffallend her und steht damit regelmäßig im Mittelpunkt. Am meisten interessiert sie aber die Analyse von Zahlen.

Zeitgleich entwickelt ihre kleine Tochter eine ausgeprägte Neurodermitis, die Eva fast als Kränkung ihrer eigenen Person erlebt. Ihrer Tochter ein wärmendes und gemütliches Nest zu gestalten, ist für Eva extrem anstrengend. Sie betrachtet die Geschenke, die im Kindergarten gestaltet werden, als lächerlich und Laternenfeste als Diebstahl ihrer Zeit. Mit zunehmender Verschlechterung der Neurodermitis ihrer Tochter nehmen auch bei Eva Magenschmerzen zu. Ihre Verdauung beginnt Schwierigkeiten zu machen. Abwechselnd wird sie von Verstopfungen oder Durchfällen geplagt. Immer mehr muss sie zurückschalten, da ihre Tochter aufgrund extrem juckender Ausschläge keine Nacht mehr schläft.

Eva fühlt sich zerrissen und kann beim besten Willen keine innere Zustimmung zu ihrer Tochter finden. Endlich kommt sie in Therapie und wir haben jetzt die Möglichkeit, in Eva das kleine Mädchen zu finden, das Einfühlsamkeit und Geborgenheit braucht, um gedeihlich wachsen zu können. Die Entwicklung dieser seelischen Fähigkeiten ist in Eva mittlerweile so weit fortgeschritten, dass eine Mitarbeiterin ihr sagen konnte, dass sie sich schon sehr viel wohler bei ihr fühle, weil sie keine Schuldgefühle mehr habe, wenn sie krank sei. In Evas Heim hat die Spannung so weit nachgelassen, dass ihre eigenen Darmprobleme sich wieder gelegt haben und die Haut der kleinen Tochter sich beruhigt.

Haben Sie also keine innere Zustimmung zu Ihrer Tätigkeit und Ihrem Privatleben, oder verändert sich eines von ihnen mit der Zeit und lässt Sie unbefriedigt zurück, müssen Sie durch andere Erfolge Ihrem Körper signalisieren, dass alles gut, alles in Balance ist. Denn wie wir schon wissen, kann eine zu lange und zu einseitige Belastung des Hormonhaushaltes zu einem physischen und psychischen Kollaps führen.

Diese Erfolge müssen übrigens nichts Weltbewegendes oder schwer zu Erreichendes sein. Damit sich Ihr Körper wieder entspannt, reicht es schon, etwa den Kleiderschrank zu Hause auf­zuräumen oder den Tiefkühler mal wieder abzutauen. Ähnlich Erfolg versprechend: das Auto waschen, basteln, stricken, backen oder eine Pflanze umtopfen.

Wichtig! Machen Sie etwas, das Sie auch zu Ende bringen können und so das Gefühl erleben, dass Sie etwas erfolgreich ­geschafft haben. Ihr Gehirn braucht solche Erlebnisse, um umschalten zu können. Es ist wichtig, dass Sie jeden Tag irgendetwas erlebt haben, was Sie abgeschlossen haben, egal in welchem Bereich das ist. Wir denken uns ein Ausspannen des Gehirns oft viel zu kompliziert. Das Gehirn hat nur wenige Regionen, in denen es einzelne Gefühle erleben kann. Wenn ich ständig etwas überwinden muss und nur sehr angestrengt hochgesteckte Ziele in meinem Job erreichen kann, so ist eine fordernde Gipfelbesteigung nur wieder eine Mühsal, die mein Gehirn ohnehin täglich erlebt. Denn das Gehirn registriert nur „überwinden“ und es ist ihm egal, ob das ein Berg ist oder ein hochgestecktes Ziel im Job.

Burnout entsteht durch das Ausbleiben eines erholsamen Erfolges. Erfolgreiche Menschen haben kein Burnout und wirken glücklich. Betrachten Sie einmal das Gesicht eines Menschen, der gerade Erfolg hat. Ein Kind schafft eine schwierige Prüfung, ­einem Forscher gelingt gerade ein schwieriges Experiment. Wie das Gesicht strahlt und das Herz pumpt. In diesem Moment sind Glücksboten im Körper wirksam, die Regeneration und Heilung nach sich ziehen. Stresshormone werden in ihre Speicherplätze gebracht und können ruhen. Es ist ähnlich zu verstehen wie der Moment, in dem sich ein Tier in seiner Höhle sicher zurückzieht und einen geruhsamen Schlaf antritt. Die Armee unseres Immunsystems marschiert auf und lässt keine Krankheitsüberträger ­herein. Die Tumorabwehrzellen sind aktiv und alles ordnet sich im Körper. Um uns glücklich fühlen zu können und unsere Gesundheit zu pflegen, müssen wir darauf achten, dass sich Erfolge einstellen.

Und dafür reichen eben auch kleine. Es ist wichtig, dem Gehirn eine Möglichkeit zu geben, Hormone des Erfolges auszuschütten. So kann das Gehirn auf das Glückssystem umschalten und sich erholen.

 

Nach Misserfolgen muss man darauf achten, dass man mit kleinen erreichbaren Zielen, die man schnell erfolgreich abschließen kann, das Gehirn entlastet.

Achtung, Burnout!

Gertrude hat sich schon den ganzen Winter über nicht wohl gefühlt. Die 56-Jährige litt unter schweren Schlafstörungen, Müdigkeit, Freudlosigkeit und massiven Versagensängsten. Auch privat hatte sie sich schon längere Zeit ausgeklinkt. „In den letzten Monaten habe ich die Wochenenden vorm Fernseher verbracht, habe private Termine abgesagt, konnte mich zu nichts mehr aufraffen“, erinnert sich die praktische Ärztin aus der Steiermark.

„Ich habe eine zunehmende Sprachlosigkeit erlebt. Ich konnte mit Leuten nicht mehr reden. Egal, ob mit meinem Lebensgefährten oder meinen Patienten. Ich hatte auch das Gefühl, nicht mehr zuhören zu können und nicht mehr die adäquate Therapie finden zu können. Das Denken ist immer träger geworden, als ob in meinem Gehirn Schlamm gewesen wäre.“ Dazu kamen Konzen­trations- und Merkstörungen – so sind ihr etwa die einfachsten Medikamente nicht mehr eingefallen. Und ein starker Tremor, sodass Gertrude nicht mehr schreiben konnte und sogar ihre ­Unterschrift unter Rezepten unleserlich war. „Alles in allem hatte ich das Gefühl, dass ich nicht mehr ordinieren darf. Und als ich vor einer Patientin saß und mir nichts mehr eingefallen ist, habe ich meine Neurologin angerufen und gesagt: ‚Ich kann nicht mehr, es ist aus.‘“

So wie Gertrude geht es mittlerweile 500.000 Österreichern, die akut von diesem totalen Erschöpfungszustand, der Körper, Seele und Geist umfasst, betroffen sind. Eine weitere Million ist burnout-gefährdet.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO deklarierte Stress als größte Gesundheitsgefahr des 21. Jahrhunderts. Bis 2020 werden stressbedingte Krankheiten wie Burnout neben Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigsten Gründe für Arbeitsunfähigkeit sein. Und schon jetzt sorgt jene Erkrankung, die erst seit den 1970er Jahren bekannt ist, für gesellschaftliche Probleme. Laut dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger verursachten psychische Probleme im Vorjahr insgesamt fast zweieinhalb Millionen Fehltage. Fachleute schätzen, dass burnout-bedingte Krankenstände die Krankenkassen mit 2,4 Milliarden Euro pro Jahr belasten.

Unerklärliche Erschöpfung, Gereiztheit, innere Leere und Einschlafstörungen sind die ersten Symptome des Burnout-Syndroms. Sie sind die Warnsignale des Körpers und zeigen an, dass Ihre Dopamin-Achse auf die völlige Erlahmung zugeht. Bemerken Sie diese Symptome, machen Sie bitte ernsthaft das PDM-Training und signalisieren Sie damit Ihrem Körper, dass Sie sich wieder um ihn kümmern und ihn gesund erhalten. Um verstehen zu können, wie wir dem Körper Selbstfürsorge zeigen können, sehen wir uns zuerst den Ablauf im Gehirn an, der zum Burnout führen kann.

Dopaflash, der direkte Weg ins Burnout