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Puh, die ersten Hürden zum bevorstehenden USA Abenteuer sind geschafft. Arbeitsvisum oder Green Card hält man bereits in Händen und die Umzugsvorbereitungen sind in vollem Gange. Doch welche organisatorischen Dinge müssen nach der Ankunft dringend erledigt werden und was ist dabei zu beachten? Wie wird sich der künftige Alltag in den USA gestalten und auf welche kulturellen Besonderheiten sollte man eingestellt sein? Fragen zu Wohnungs- oder Haussuche, Autokauf, Führerschein, Bankkonto, Social Security Number, Handyvertrag oder der Auswahl eines passenden Krankenversicherungsplans werden in diesem übersichtlich gestalteten Ratgeber genauso beantwortet, wie Fragestellungen zu alltäglichen Situationen im Straßenverkehr, beim Einkaufen, im Restaurant, in der ärztlichen Sprechstunde oder wenn es um Zahlungsverkehr oder Freizeitgestaltung geht. Darüber hinaus erhält man landeskundliche Hintergrundinformationen, die ein USA-Neuling auf jeden Fall kennen sollte, um einen möglichen Kulturschock zumindest abzumildern. All diese Informationen, gepaart mit ausgewähltem Wortschatz und persönlichen Anmerkungen und Anekdoten der Autorin, machen USA STARTHILFE zu einer wertvollen Unterstützung, um erfolgreich und entspannt durch die Anfangszeit in der neuen Heimat zu kommen.
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Seitenzahl: 176
Veröffentlichungsjahr: 2022
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Über die Autorin
Miriam Schels wurde 1979 in Landshut geboren. Nach ihrem Betriebswirtschaftsstudium in Regensburg arbeitete sie in verschiedenen Unternehmen im Bereich Procurement. 2015 begleitete sie ihren Ehemann auf eine Auslandsentsendung des Arbeitgebers in die USA. Nach Aufenthalten in den Bundesstaaten Missouri und Florida lebt sie aktuell mit ihrem Mann und ihren Söhnen im Westen Pennsylvanias, in einem Vorort von Pittsburgh.
OFF WE GO
TEIL 1: To-do Liste für USA-Neulinge
Beantragung der Social Security Number
Warum ist die Social Security Number so wichtig?
Wo kann die Social Security Number beantragt werden?
Betrugsmasche mit der Social Security Number
Bei der Herausgabe der SSN ist Zurückhaltung geboten
Ein neues Zuhause finden
Die richtige Gegend
Schulbezirke
Gated communities
Das richtige Mietobjekt
Ausstattung amerikanischer Immobilien
Elektro- und Elektronikgeräte mitbringen?
Abschluss eines Mietvertrages
Home sweet new American home
HOA Regeln
The grass isn’t always greener on the other side
Mülltrennung
Kleinere Reparaturen
Schädlingsbekämpfung
Tipps für das neue Zuhause
Fakten zur Wohnsituation in den USA
Abschluss einer Krankenversicherung
Begriffe der Krankenversicherungen
Wo kann ich eine Krankenversicherung abschließen?
Auswahl eines Krankenversicherungsplans
Hilfe zur Entscheidungsfindung
Auswahl eines Zahnversicherungsplans
Auswahl eines Augenversicherungsplans
Eröffnung eines Bankkontos
Checking account
Geld abheben
Kreditkarte
Aufbau einer credit history
Autokauf
Auto Leasing- und Finanzierungsprogramme
Auto anmelden
Abschluss einer KFZ-Versicherung
Übersicht Kfz-Versicherung
Führerschein
Wann muss man sich um die driver’s license kümmern?
In welchen Staaten muss eine Prüfung abgelegt werden?
Wo bekomme ich eine US driver’s license?
Die theoretische Führerscheinprüfung
Die praktische Führerscheinprüfung
Ausstellung des Führerscheins
Mobilfunkvertrag
Mobilfunkanbieter
Cell Phone Contract/Prepaid Plan
Nach Hause telefonieren
Amerikanische Telefonnummern
Notrufnummern
Versicherungen
Hang in there!
Kulturschock
Self-care Bingo
Brotrezept
TEIL 2: Everyday Life
Medizinische Versorgung
Besuch der ärztlichen Sprechstunde
Where to go außerhalb der Sprechstunden und im Notfall
Health care providers
Physicians
Schedule an appointment
Illnesses and diseases
Injuries
Examinations and treatment
Body temperature
Medikamente
Wie hoch sind die Behandlungskosten?
Das amerikanische Gesundheitssystem
USA - Land der unbegrenzten Gesundheitsausgaben
Qualität des Gesundheitswesens
Exkurs:
Historische Entwicklung des Gesundheitssystems
Grocery Shopping
Verkauf von Alkohol
Open for business
Lebensmittelpreise und Mehrwertsteuer
Supermarktketten
Lebensmittel online einkaufen
Farmers markets
Dinge des Alltags einkaufen
Bezahlung von Rechnungen
Bargeld
Autofahren
Verkehrsregeln und Verhalten im Straßenverkehr
Gebührenpflichtige Straßen
Mietwagen
Tanken
Verhalten bei einem Autounfall
Essen gehen
Food Bingo
Postversand
Forever stamps
Paketversand
Lagerservice der Post im Urlaub
Nachsendeauftrag
Trinkgeldkultur in den USA
Warum ist das Trinkgeld in den USA so hoch?
Wo wird kein Trinkgeld erwartet?
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft
Trinkgeld Kompass
Informiert sein
Hair Salon
Freizeit
Strandregeln
Hello Spring
Hi Summer
Howdy Fall
Welcome Winter
TEIL 3: Land und Leute
Wetterphänomene
Wildlife
Kulturelle Unterschiede
Patriotismus
Sugar coating
The Second Amendment
Feiertage & Ferien
Religion
Frühkindliche Betreuung
Quellen
Stichwortverzeichnis deutsch
Stichwortverzeichnis englisch
MARK TWAIN
Wahrscheinlich ist es eines der spannendsten und schönsten Dinge im Leben zu reisen und dabei neue Orte auf der ganzen Welt kennen zu lernen. Geht man einen Schritt weiter und plant einen längeren Aufenthalt in einem anderen Land, profitiert man um ein Vielfaches von den positiven Effekten eines Auslandsaufenthaltes.
Rund 180.000 Deutsche entscheiden sich jährlich für den Schritt, die Heimat zu verlassen, um ihr altes Leben, zumindest temporär, zurückzulassen, und im Ausland zu leben. Die häufigsten Zielländer zwischen 2009 und 2018 waren dafür die Schweiz, die Vereinigten Staaten, Österreich und Großbritannien. Im Rahmen einer Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung im Jahr 2019 gaben 58 Prozent der Befragten an, sich aus beruflichen Gründen für einen, meist zeitlich begrenzten, Auslandsaufenthalt entschieden zu haben. In vielen Fällen ging es dabei um einen Schritt auf der Karriereleiter. In diesem Fall spricht man von den Auswandernden als Expatriates, kurz Expats, Beschäftigte, die im Auftrag ihres Unternehmens längere Zeit an einem Auslandsstandort arbeiten.
Von den Expats, die wir in unserer Zeit in den USA kennen gelernt haben, waren viele junge Eltern oder noch mitten in der Familienplanung. Die Idee, die deutsche Elternzeit eines Elternteils für einen Auslandsaufenthalt zu nutzen ist offenbar beliebt und weit verbreitet. Man sollte sich jedoch bewusst sein, wie hoch die Kosten in den USA sind, die für eine junge Familie anfallen können, wie zum Beispiel für Geburt, medizinische Versorgung und frühkindliche Betreuung.
Abgesehen von den beruflichen Chancen, die sich durch den Schritt ins Ausland ergeben können, gibt es noch eine Vielzahl anderer positiver Aspekte. Neben der Erweiterung der Fremdsprachenkenntnisse und dem Erwerb interkultureller Kompetenz, hat man im Einwanderungsland USA darüber hinaus die Möglichkeit, Menschen unterschiedlichster Herkunft kennen zu lernen. Auch die Reiseoptionen, die sich in und von den Vereinigten Staaten aus eröffnen, sind pretty awesome. In den meisten Fällen ist ein längerer Auslandsaufenthalt eine persönliche Bereicherung. Man lernt sich auf unbekanntem Terrain zurecht zu finden, die kleineren und größeren Hürden des neuen Alltages zu bewältigen und mit kulturellen Unterschieden und der sprachlichen Barriere umzugehen. Darüber hinaus ist Reisen, wie Mark Twain schon wusste, „tödlich für Vorurteile“, denn es erweitert den eigenen Horizont. Vermutlich haben die meisten Menschen eine mehr oder weniger feste Vorstellung von scheinbaren Eigenschaften oder Verhaltensweisen Angehöriger anderer Nationen. Werden diese Vorstellungen nicht immer wieder hinterfragt oder verworfen, entstehen Vorurteile. Auch aus unserem Familien- und Freundeskreis wurde auf die eine oder andere vermeintliche Eigenschaft der amerikanischen Bevölkerung verwiesen, als es um unsere USA Pläne ging. Eine Bekannte warnte mich beispielsweise, dass in den USA alle sehr oberflächlich seien, und jemand anderes war sich sicher, dass wir einen riesengroßen Kulturschock erleiden würden.
Neben der Vorverurteilung und Stereotypisierung gibt es natürlich auch berechtigte Kritik an den USA. Und auch wenn Deutschland und die USA beide westliche Industrienationen sind, gibt es viele gravierende Unterschiede, die das Potenzial haben, tatsächlich einen zeitweisen Kulturschock auszulösen. Dazu zählt für mich zweifellos das amerikanische Gesundheitssystem, das nichts mit dem uns bekannten Solidaritätsprinzip zu tun hat, und für viele Menschen buchstäblich unbezahlbar ist. Auch das nicht gerade umweltbewusste Verhalten vieler ist in Zeiten von Klimakrise und globalem Müllproblem nicht nachvollziehbar. Gar nicht zu sprechen von der offensichtlichen Notwendigkeit, Schilder an Eingang von preschool oder Streichelzoo anzubringen, die auf das Verbot eine Waffe mitzuführen, hinweisen.
Auf der anderen Seite hat uns die ausgesprochene Freundlichkeit und Offenheit der Menschen von Anfang an unglaublich begeistert. Und auch die landschaftliche Vielfalt und Schönheit der USA haben wir sehr schnell schätzen und lieben gelernt, genauso wie die außergewöhnliche Servicekultur des Landes.
Doch aller Anfang ist schwer. Ich erinnere mich an die Ankunft auf dem kleinen Flughafen mitten im Nirgendwo im Bundesstaat Missouri. Nach über 19 Stunden Anreise mit unserem damals zehn Monate alten Sohn waren wir übermüdet und vom Jetlag erschöpft und warteten an der Mietwagenstation darauf, endlich ins Hotel fahren zu können. Wir hatten unseren Wohnsitz in Deutschland offiziell abgemeldet, um im Rahmen einer Auslandsdelegation über den Arbeitgeber meines Mannes für einige Zeit in den USA zu leben. Eine überschaubare Anzahl an Kisten, deren Inhalt von unserem deutschen Hausstand übriggeblieben war, schipperte in diesen Moment noch über den Atlantik. Das Gepäck war das einzige, das wir zu diesem Zeitpunkt besaßen. Die ursprüngliche Euphorie war in diesem Moment kurzzeitig einem spontanen Zweifel und wehmütigen Gedanken an die sichere Komfortzone zu Hause gewichen.
Trotz Vorbereitung, Recherche und Lektüre verschiedener Bücher über die USA, wünschte ich mir eine übersichtliche Anleitung für den Start zu besitzen.
Nach mittlerweile mehreren Jahren Leben in den US-Bundesstaaten Missouri, Florida und Pennsylvania möchte ich USA-Neulingen eine kleine Hilfestellung bei den wichtigsten To-dos anbieten, die ich selbst anfangs so gerne gehabt hätte. Darüber hinaus teile ich persönliche Erfahrungen und Tipps für den Beginn im neuen Alltag.
Here we go.
Social Security Number
Neues Zuhause
Krankenversicherung
Bankkonto
Autokauf
Führerschein
Mobilfunkvertrag
Versicherungen
Hang in there!
Eine der obersten Prioritäten ist die Beantragung der Social Security Number (SSN). Diese Nummer ist existentiell für ein Leben in den USA und Grundlage für viele weitere Punkte, die auf der To-do-Liste jedes USA-Neulings stehen. Sie wird von der Social Security Administration (SSA) an alle US-Staatsangehörigen und Nicht-US Staatsangehörigen mit permanent resident card (Green Card) oder gültigem Arbeitsvisum vergeben.
Um eine schnelle und reibungslose Bearbeitung gewährleisten zu können, empfiehlt die Social Security Administration, circa zehn Tage ab Ankunft in den USA zu warten, bevor eine Social Security Number beantragt wird. So lange dauert es in etwa, bis allen Behörden die benötigten Daten über die Einreise in die USA vom Department of Homeland Security (DHS) zur Verfügung gestellt werden.
Diese neunstellige Nummer dient den Behörden dazu, das Einkommen und die Anzahl der gearbeiteten Jahre jeder und jedes Einzelnen nachvollziehen zu können. Die Daten werden zu steuerlichen Zwecken, und zur Ermittlung des Rentenanspruchs und anderer sozialer Leistungen herangezogen.
Die Angabe der Social Security Number ist allerdings nicht nur beim Arbeitgeber erforderlich. Die Nummer muss bei vielen Institutionen und Unternehmen angegeben werden, die diese nutzen, um ihre Kundschaft identifizieren und verifizieren zu können, wie zum Beispiel bei der Beantragung einer Kreditkarte oder, in vielen Staaten, für die Ausstellung eines Führerscheins.
Neben der oder dem Hauptantragstellenden des Arbeitsvisums sollte auch die Partnerin oder der Partner versuchen eine Social Security Number zu beantragen, falls dies möglich ist. Bei manchen Visa-Typen ist dies ausgeschlossen. Selbst wenn die Partnerin oder der Partner nicht beabsichtigt von Anfang an zu arbeiten, ist es in vielen Fällen hilfreich eine Social Security Number zu besitzen. Ganz salopp gesagt existiert man in den USA ohne diese Nummer nicht wirklich. Man ist beispielsweise nicht einmal in der Lage, sich bei Energie- oder Wasserversorger anzumelden. Ich spreche aus eigener Erfahrung, da ich anfangs keine Social Security Number beantragt hatte und deshalb einige organisatorische Dinge nicht erledigen konnte. Aus irgendeinem Grund funktionierte es nicht, sich online beim lokalen Wasserversorger anzumelden und so hing ich beispielsweise eine halbe Ewigkeit in der Telefonwarteschleife des Anbieters. Nach Angabe sämtlicher Daten wurde ich dann allerdings darüber informiert, dass ich ohne Social Security Number leider kein Kundenkonto eröffnen könne. Und nein, ich durfte leider auch nicht die meines Mannes angeben. Da könne ja jeder kommen. Allein aus praktischen Gründen würde ich demnach die Beantragung für die mitreisende Partnerin oder den mitreisenden Partner sehr empfehlen.
Wird der Antrag jedoch abgelehnt, erhält man einen sogenannten letter of denial, der bescheinigt, dass eine Social Security Number beantragt, aber abgelehnt wurde. Diesen Beleg beispielsweise benötigt man in vielen Staaten zwingend, um einen Führerschein ausgestellt zu bekommen.
Anders sieht es da bei der Steuererklärung aus. Verfügt ein Familienmitglied über keine Social Security Number, so muss alternativ eine ITIN Number bei der Steuerbehörde, Internal Revenue Service (IRS), beantragt werden, um die Steuererklärung vervollständigen zu können. Dies gilt auch für minderjährige Kinder. Die Beantragung muss jedoch nicht sofort nach Ankunft erfolgen, sondern hat Zeit bis zur Abgabe der Steuererklärung.
Reist man mit Einwanderungsvisum (Green Card) in die USA ein, kann die Social Security Number schon vorab mit dem Antragsformular für das Visum beantragt werden. Ansonsten muss die Social Security Card, auf der die Social Security Number vermerkt ist, persönlich bei der Social Security Administration (SSA) beantragt werden.
Das Antragsformular kann vorab von der Webseite der Behörde (www.ssa.gov) heruntergeladen und ausgedruckt werden. Dort findet man ebenfalls die Adresse der nächstgelegenen Zweigstelle, sowie Öffnungszeiten und Informationen über die Unterlagen, die zur Antragsstellung erforderlich sind und im Original mitgebracht werden müssen.
Wenn man lange Wartezeiten bei der Social Security Administration vermeiden möchte, sollte man schon vor der offiziellen Öffnungszeit vor Ort sein, wo man in der Regel trotzdem bereits wartende Menschen antreffen wird.
Sind die mitgebrachten Dokumente vollständig und das Formular korrekt ausgefüllt, dauert die Bearbeitung am Schalter meist nicht lange. Im Normalfall wird einem die Social Security Card dann im Zeitraum von circa zwei Wochen zugeschickt.
Die Social Security Card sollte dann unbedingt an einem sicheren Ort aufbewahrt werden, also keinesfalls in Portemonnaie oder Handtasche mit sich herumgetragen werden.
Achtung vor Identitätsdiebstahl! Kriminelle Personen, die im Besitz fremder Social Security Numbers sind, können damit großen Schaden anrichten und damit beispielsweise Kreditkarten beantragen. Manchmal merken die geschädigten Personen erst dann, dass ihre Daten missbraucht wurden, wenn sie Rechnungen für Dinge bekommen, die nie gekauft wurden oder sich ihr credit score aus unerklärlichen Gründen verschlechtert.
Eine sehr häufig vorkommende und professionell aufgezogene Betrugsmasche läuft beispielsweise am Telefon ab. Man bekommt einen Anruf (robocall), angeblich von der Social Security Administration, mit einer automatischen Ansage, die behauptet, dass die eigene Social Security Number aus Sicherheitsgründen gesperrt wurde: “Your Social Security number has been suspended because of suspicious activity, or because it’s been involved in a crime.” Man wird dann dazu aufgefordert die eigene Social Security Number zur Entsperrung zu verifizieren. Oft wird sogar die tatsächliche Telefonnummer der Social Security Administration am Display angezeigt, was natürlich Fake ist. Wie ebenfalls auf der Webseite der Social Security Administration nachzulesen ist, existieren solche Anrufe seitens der Behörde nicht und sind ganz eindeutig Betrug (scam). Das einzig Richtige, das man im Falle eines solchen Anrufes tun kann, ist aufzulegen und keinerlei Daten herauszugeben oder hinterlegte Telefonnummern anzurufen. Zusätzlich hat man die Möglichkeit einen solchen Anruf bei der Social Security Administration zu melden. Kontaktdaten hierzu findet man auf der Webseite der Behörde.
Beth Givens, die Gründerin der Non-Profit-Verbraucherschutzorganisation Privacy Rights Clearinghouse rät dazu, immer nachzufragen, wenn man irgendwo nach seiner SSN gefragt wird, was der Zweck dafür wäre und ob alternativ beispielsweise der Führerschein ausreiche: “If businesses ask for your Social Security number and have no legal reason to do so, tell them you are concerned about identity theft and don’t want to divulge it. Turn the tables. Ask why they need it and how the information would be used. Some businesses won’t insist. If one does, ask if another number could be used, such as a driver’s license.”
“The Social Security Number is the Holy Grail. It’s the one piece of information about a person that can be used to unlock all other pieces of their personal information. ” – John Pironti, Security Consultant
Um sich schon vorab von Deutschland aus orientieren zu können, welche Art von Immobilien es vor Ort gibt und in welchem Rahmen sich die Mietpreise bewegen, gibt es verschiedene Immobilienseiten, wie z.B. www.zillow.com, www.realtor.com oder www.trulia.com, die bei der Recherche helfen.
Handelt es sich um die Entsendung eines deutschen Unternehmens im Rahmen einer Auslandsdelegation, beauftragt dieses oft ein Maklerbüro (realtor) vor Ort, welches bei der Haus- oder Wohnungssuche behilflich ist und meist schon vor dem Umzug in die USA Kontakt aufnimmt.
Für all diejenigen, die für die erste Zeit nicht in ein Hotel gehen möchten, sind Seiten wie www.airbnb.com oder www.vrbo.com gute Anlaufstellen, um eine temporäre Unterkunft zu finden. Dauert die Haus- oder Wohnungssuche länger als erwartet, ist es in vielen Fällen durchaus möglich, Immobilien über diese Portale über einen längeren Zeitraum anzumieten und dafür einen guten Preis zu verhandeln.
Die richtige Gegend
Bezüglich in Frage kommender Wohngegenden ist es enorm wichtig zu recherchieren, welche als gut und sicher gelten und welche nicht. Bei aller Vorfreude auf die neue Wahlheimat USA muss man sich bewusst sein, dass es in diesem Land Faktoren gibt, die mehr Kriminalität fördern, als es sie in Deutschland gibt. Es geht selbstverständlich keineswegs darum in Angst leben zu müssen, sondern vielmehr darum, aufmerksam zu sein und mögliche Gefahren zu erkennen und zu meiden. Das fängt bei der Wahl des künftigen Wohnortes an, da es zwischen verschiedenen Stadtteilen und Wohngebieten gravierende Unterschiede hinsichtlich der Sicherheit geben kann. Webseiten wie www.neighborhoodscout.com liefern beispielsweise Informationen hinsichtlich Einkommens- und Erwerbsstruktur, Familienfreundlichkeit und Kriminalitätsrate zum ausgewählten Postleitzahlenbereich. Zu den jeweiligen Immobilien, die auf der Plattform www.trulia.com zu finden sind, sind Delikte wie Diebstahl, Einbruch usw. verzeichnet, die sich in deren Umfeld bereits ereignet haben.
Grundsätzlich gilt, je weiter man zum Wohnen aus der Stadt hinausgeht, desto geringer ist meist die Kriminalitätsrate. Außerdem erhöht sich die Wahrscheinlichkeit in ländlicherer Umgebung ein großzügiger geschnittenes Wohnobjekt zu einem günstigeren Preis als in der City zu finden. Und viel Natur gibt es obendrein zum Spazieren gehen und Toben für die Kinder. Hier könnte man lediglich prüfen, wie weit Einkaufsmöglichkeiten und Einrichtungen, wie beispielsweise Restaurants, Tankstelle und Fitness Studio entfernt sind und eventuell, ob diese auch bei winterlichen Bedingungen gut zu erreichen sind.
Natürlich gibt es auch schöne Wohngegenden innerhalb der Stadt, in denen man sicher und gut leben kann. In diesem Fall profitiert man von der zentralen Lage, der Nähe zum kulturellen Leben und einem eventuell kürzeren Arbeitsweg. Um herauszufinden, welcher Lärmbelastung man beim Leben in den städtischen Immobilien ausgesetzt ist, hilft in vielen Fällen der Blick auf die Internetseite www.howloud.com. Nach Eingabe der genauen Adresse erhält man einen sogenannten soundscore, eine Zahl zwischen 50 (sehr laut) und 100 (sehr leise). Einbezogen werden hier Lärmquellen, wie Fahrzeug- und Flugverkehr und Geräusche von lokalen Quellen, wie zum Beispiel von Betrieben, Produktionsstätten und nahe gelegenen Bars.
Die Entscheidung, ob Stadt oder Land hängt, natürlich wie überall auf der Welt, von der persönlichen Präferenz ab.
Steht der Umzug zusammen mit schulpflichtigen Kindern an, spielt auch der Schulbezirk eine wichtige Rolle, in dem man künftig wohnen wird. Auch wenn es Ausnahmen gibt, ist es die Regel, dass Kinder und Jugendliche die für ihren Wohnort zuständige öffentliche Schule besuchen.
Die Qualität der Schulen kann zwischen verschiedenen school districts stark variieren, da diese zu einem großen Teil über die Steuereinnahmen der jeweiligen Gemeinde finanziert werden. Die Schulen in einkommensschwächeren Gegenden sind daher bedauerlicherweise finanziell schlechter gestellt als Schulen in wohlhabenderen Gemeinden. Das kann dazu führen, dass nicht allen Kindern die Unterstützung und individuelle Betreuung zuteilwerden, die für ihre Ausbildung erforderlich wären.
Die Immobilienseite www.zillow.com beispielsweise zeigt zu jeder Adresse den entsprechenden Schulbezirk inklusive Bewertung der Schulen an. Die Bewertungen auf einer Skala von eins bis zehn stammen von der unabhängigen Non-Profit-Organisation GreatSchools, die Kriterien wie Noten, die Qualität der Vorbereitung auf weiterführende Schulen, und die Betrachtung, in welchem Maße auf individuelle Bedürfnisse eingegangen wird, heranziehen.
Ein Wohnkonzept, das sich innerhalb der letzten Jahrzehnte immer größerer Beliebtheit in den USA erfreut, ist die gated community – eine Eigenheimsiedlung, umgeben von Zäunen oder Mauern, die nur über gesicherte Eingänge und Einfahrten zugänglich ist.
Neben sehr exklusiven Anlagen dieser Art für die Superreichen, zum Beispiel in Kalifornien, gibt es sehr viele gated communities, die für Normalverdienende durchaus bezahlbar sind und sich somit immer mehr im ganzen Land verbreiten.
Die meisten dieser eingezäunten Siedlungen befinden sich an der Westküste und im Süden des Landes, und verfügen über schöne Parkanlagen mit Spiel- und Sportplätzen sowie Fitnesseinrichtungen und Swimmingpools. Ein zusätzlicher Vorzug ist sicherlich die Ruhe in einer solchen Anlage, da sich der Verkehr in der Regel nur auf den der dort wohnenden Menschen beschränkt.
Ein Hauptargument der meisten Befürwortenden dieses Konzeptes ist jedoch der vermeintliche Sicherheitsaspekt. Allerdings gibt es keine aussagekräftigen Daten, die belegen, dass man in einer solchen Wohnanlage wirklich sicherer lebt. Auch wenn die abschreckende Wirkung, die hohe Zäune und die Anwesenheit von Sicherheitspersonal auf kriminelle Personen haben können, nicht ganz von der Hand zu weisen ist, gibt es trotzdem keine Garantie, dass man in einer gated community nicht auch einem Verbrechen zum Opfer fallen kann. Darüber hinaus befürchten Menschen, die dieses Konzept kritisieren, soziopolitische Auswirkungen, die sich daraus ergeben können, wie soziale Isolierung einzelner Gruppen, bis hin zur Spaltung einer Gemeinde. Die Sicherheit eines Wohngebietes hängt unter anderem auch stark von der Integrität der Menschen ab, die dort wohnen, und nicht unbedingt vom Vorhandensein eines hohen Zaunes. Ein wichtigeres Element zur Prävention von Kriminalität ist meist eine gut vernetzte Nachbarschaft, die sich untereinander kennt und sich umeinander kümmert.
Es ist also nicht nur höflich sich bei den näheren Nachbarn kurz vorzustellen, sondern es kann auch hilfreich in puncto Sicherheit sein. Je besser man sich gegenseitig kennt, desto besser können verdächtige Vorkommnisse als solche erkannt werden, und es kann dementsprechend gehandelt werden.
