Usbekistan - Markus Breig - E-Book

Usbekistan E-Book

Markus Breig

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Beschreibung

USBEKISTAN -Zwischen Plov und Plörre – Reiseberichte an die Freunde Schon immer hatte ich den Traum, in ein fremdes Land zu kommen, ohne nur Tourist zu sein. Und schon seit Langem hatte ich den Wunsch, den Registan in Samarkand zu sehen. Als meine Frau Barbara im August 2013 die Gelegenheit hatte, für 9 Monate in Taschkent zu arbeiten, wurden beide Träume wahr. Ich habe Barbara für 4 Wochen besucht und meine Erlebnisse und Gedanken in Form von Reiseberichten an Freunde und Bekannte gemailt. Diese Texte zu schreiben diente mir gleichzeitig als Tagebuch und war dann schließlich, nachdem mich meine Freunde dankenswerterweise dazu motiviert hatten, die Vorlage für dieses Buch. Die Reise teilte sich in 3 Abschnitte: das erste Drittel verbrachten wir in Taschkent, weil ich als Angehöriger eine in Usbekistan arbeitende Person besuchte - also kein Tourist war – und mich daher im Innenministerium registrieren lassen musste. Diese Zeit nutzte ich, um die Hauptstadt Usbekistans mit der Kamera zu entdecken. Der zweite Teil war dann unser gemeinsamer Urlaub: es ging mit dem Zug nach Samarkand und Buchara, beide zwei der ältesten durchgehend bewohnten Städte der Erde, und schließlich Nukus in Karakalpakstan / Westusbekistan, ca. 200 km südlich des austrocknenden Aralsees. Ich habe versucht die Verschiedenartigkeit der Menschen dort, auf Grund ihrer einerseits islamischen und andererseits sowjetischen Vergangenheit, in Bildern einzufangen. Die einzigartigen Kulturschätze aus islamischer Zeit sollten ebenfalls Beachtung finden.

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Seitenzahl: 53

Veröffentlichungsjahr: 2015

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INHALT

Vorwort von Regina

Einführung von Markus

Usbekischer Champagner

Eine Fast-Verhaftung

I will tell you something

Fast ein echter Karakalpak

Zwischen Plov und Plörre

Nachwort von Gitte

“VORWORT VON REGINA

WENN MARKUS REIST…

Ein Bildband aus Usbekistan? Wo ist das eigentlich ganz genau? Wohl ehemalige Sowjetunion (mit Betonung auf der ersten Silbe). Klingt nach Dschingis Khan. Also Kamele, Mongolen auf kleinen zotteligen Pferden und sicher grandiose Landschaften. Berge, Schnee. Und dann natürlich orientalische Paläste mit knallblauen Fliesen und verschlungenen Ornamenten. Bildhübsche Frauen mit braunen Mandelaugen und bunten Kleidern. Und Gold, viel Gold, in Mündern genauso wie auf Zwiebelturmspitzen. Noch nicht die erste Seite aufgeschlagen, schon tauchen die inneren Bilder auf, schöne Bilder natürlich. Das allerdings ist ein Bildband von Markusski. Und wer seinen Trip „Zwischen Plov und Plörre“ nennt, was kann man von dem erwarten?

„Immer schon habe ich davon geträumt, eine solche Reise abseits der „normalen“ touristischen Route zu unternehmen. Ich habe Dinge erlebt und gesehen, die man als Tourist normalerweise nicht erlebt.“

Und ab jetzt sollten diejenigen umdenken, die Ansichtskartenmotive erwarten, oder sie sollten einfach hier das Buch zuklappen und sich an National Geographic oder GEO wenden. Da können die Markusski-Bilder mithalten. Aber ihn zieht es eben nicht nur zu den Palästen, oder, sagen wir mal, zumindest nicht nur zu den real noch schön existierenden Palästen. Wer in seinem Reisetagebuch mehr als einmal das Wörtchen „verranzt“ fallen lässt, bei dem sollte man schon auch mit anderem rechnen:

„… alles derb, brachial, ranzig und bröckelig…“

Achtung, es kommt noch dicker:

„… verranzt, verrostet, alt und verbraucht. Wie alles hier. Neben Indigoblau und Türkis ist die vorherrschende Farbe hier Rostbraun…“

So, jetzt ist es wohl klar. Auf den Seychellen sind wir nicht gerade, und Markus ist der Mann für das Marode, das Vergängliche und das Motiv neben der fotografischen Touristenspur. Anders sind seine Foto-Geschichten auf jeden Fall, aber eben anders anders. Nicht nur anderes Land, sondern auch andere Perspektive. Auf eine Weise anders, dass er noch nicht mal nach Usbekistan reisen muss, auch in Karlsruhe kommen bei ihm andere Bilder heraus. Wer will, kann sich seine Sichtweise mal für eine kurze Zeit zu eigen machen und sein inneres Objektiv auf „verranzte Motive“ einstellen. Womöglich kommt Besonderes dabei heraus, zumindest das, was eben (auch) ist. Und nicht das, was man zumeist gerne sehen möchte. Aber Markus hat natürlich auch das andere zu bieten, er ist ja kein Misanthrop:

„Die alte islamische Baukunst ist einfach einzigartig in ihrer Ornamentik und die Melonenkuppeln in Kobaltblau oder leuchtend Türkis suchen ihresgleichen. Ein Fest der Farben – im Schnee versunken und in herrlichstem hellen Sonnenlicht. Fantastisch! Und: kein Tourist. Nichts. Nada. Leere, keine Menschenseele.“

Na also, geht doch! Oder?

„Draußen rauschen die herrlichsten Fotomotive vorbei: total verrottete alte Industrieanlagen, ideale Kulisse für James-Bond-Filme!“

Verranzt eben, alles verranzt.

Das liegt bestimmt am Land – oder am Fotografen:

„Am Ende der Welt. Hat auch was.“

Ja, so ein Gefühl kommt schon auch auf, wenn ich die Bilder an mir vorüberziehen lasse. Überhaupt kommen Regungen auf, gute und schlechte. Wehmut, Melancholie, Erstaunen, Belustigung, Mitleid, Faszination, Abwehr, Ekel, Sehnsucht, Appetit… Das könnte jetzt noch eine Weile so weitergehen. Und jeder sieht das sowieso anders. Aber es kommt eben mehr als nur das übliche: Mensch, ist das blau! Ist das sonnig! Ist das hoch oder tief! Ist das grandios! Ich würde sagen, es ist kein Band zum schnellen Durchblättern; verharren und hinsehen wäre schon besser. Neben Palästen ist mit Plattenbau zu rechnen. Die goldenen Zähne stecken in faltigen Mündern. Die Wege führen durch das Vergängliche, vergänglicher als mir lieb ist. Irgendwie unbequem. Ist eben auch ein Buch mit Anspruch. Und einmal wird es innig:

„Ich habe ausreichend Zeit, gewinne das Zutrauen der alten Frau. Katy unterhält sich ausgiebig auf Russisch mit ihr und ich bekomme die Erlaubnis, währenddessen zu fotografieren. Es gelingt mir, zahlreiche eindrückliche Fotos zu machen. Beim Abschied nehme ich ihre beiden Hände in meine. Es ist ein warmer, auf beiden Seiten dankbarer Abschied ohne Worte. Diese Begegnung berührt mich heute noch tief und gibt mir die Gewissheit, dass ich keine voyeuristischen Fotos gemacht habe.“

So, jetzt hat es dich erwischt, Markusski. Das ist eben ein Fotografen-Risiko, dass man anderen nahekommt. Und dieses Mal ist es richtig gut gegangen, Voyeure seid ihr eben schon, sonst würdet ihr es nicht tun, oder?

Und das wird wohl so weitergehen.

„Meine Kamera läuft heiß, aus sämtlichen Blickwinkeln lassen sich unvergleichliche Bilder machen, bald 400 sind es schließlich.“

Es zieht ihn ja doch eher in den wilden Osten. Für mich wäre das nichts, aber wofür hat man schließlich Fotografen, die einem das Ausland ins Inland bringen? Ich selbst reise lieber nach La Palma. Soll ich mir wünschen, dass Markus auch mal einen Fotoband von dort macht? Und wie wird der dann wohl heißen? Zwischen Plaste und Plátanos? Na gut, ich lade dich ein: Nimm dir mal meine Lieblingsinsel vor. Bin (an)gespannt, was bei dir, Marqués, so herauskommt, wenn du mit deinem Teleobjektiv zwischen Mandeln und Orangen herumschleichst.

Tatsächlich besitze ich einen echten „Breig“. Das Motiv: Tendenz verranzt, selbstredend. Ein altes Ehepaar (das vermute ich jedenfalls), eine triste Straße, ein Schaufenster. Er geht, sie steht und sieht zur Schaufensterpuppe, die ein Abendkleid zur Schau stellt. Es ist eine Schwarz-Weiß-Aufnahme. Aber wenn ich nicht davorstehe, könnte ich jedes Mal schwören, dass dieses Kleid rot ist. Übrigens könnte ich auch schwören, ich hätte ein Bild gesehen, auf dem Markus der alten Frau die Hände reicht. Ich war so sicher, dass ich die Fotos noch einmal genau durchgesehen habe, aber da ist keines. Das sind dann wohl die inneren Bilder, die entstehen. Hat er doch keinen schlechten Job gemacht, der Markusski, der schlaue Pappenheimer!

Regina Link, Journalistin „

“EINFÜHRUNG

VON MARKUS

Schon immer hatte ich den Traum, in ein fremdes Land zu kommen ohne nur Tourist zu sein. Und schon seit Langem hatte ich den Wunsch den Registan in Samarkand zu sehen.

Als meine Frau Barbara im August 2013 die Gelegenheit hatte, für 9 Monate in Taschkent zu arbeiten, wurden beide Träume wahr. Ich habe Barbara für 4 Wochen besucht und meine Erlebnisse und Gedanken in Form von Reiseberichten an Freunde und Bekannte gemailt. Diese Texte zu schreiben diente mir gleichzeitig als Tagebuch und war dann schließlich, nachdem mich meine Freunde dankenswerterweise dazu motiviert hatten, die Vorlage für dieses Buch.