Daten zur Geschichte der Insel
Ab 7000v. Chr. Erste Besiedlung der Insel Usedom in der Mittelsteinzeit.
4. Jh. n. Chr. Die Germanen wandern von Usedom ab.
7. Jh. n. Chr. Usedom wird von slawischen Stämmen besiedelt.
946 Uznam (Usedom) findet Erwähnung als Hauptort der slawischen Terra Wanzlow.
1115/19 Belagerung der Insel durch die Dänen.
1128 Christianisierung unter Bischof Otto von Bamberg – den Mönchen folgen die Kreuzritter, in deren Gefolge strömen niedersächsische Bauern und Handwerker ins Land.
1190 Gründung des Klosters Eldena bei Greifswald.
1243 Erste Erwähnung Anklams, damals noch Tanclim.
1248 Erste Erwähnung Greifswalds, damals Grypheswald.
1264 Verleihung des Stadtrechts an Anklam. Die Stadt nimmteine rasante Entwicklung und gelangt dank seiner Lagean der Peene durch Handel zu Reichtum.
1370 Durch den Frieden von Stralsund garantiert Dänemark der Hanse Handelsfreiheit im Ostseeraum.
1401 Klaus Störtebeker wird festgenommen und in Hamburg hingerichtet.
1456 Gründung der Universität Greifswald.
16. Jh. Nach der Reformation fällt Usedom den Herzögen aus dem wolgast-pommerschen Greifenhaus in den Schoß, es bildet sich ein feudaler Junker- und Beamtenstaat, der die Bauern auf der Insel zu Leibeigenen macht.
1618–48 Im Dreißigjährigen Krieg plündern die kaiserlichen Heerhaufen unter Wallenstein und die Schweden unter König Gustav II. Adolf. Auf der Insel Usedom hausen 1628 die Dänen und richten großen Schaden an. Die Wallensteinschen Truppen verjagen sie wiederum. Ganz Vorpommern fällt im Verlauf des Krieges an Schweden. Im Frühjahr 1629 setzen sich die Kampfhandlungen zwischen den kaiserlichen und dänischen Truppen fort. Im Mai zwingt Wallenstein den Dänenkönig zum Frieden.
1637 Herzog Bogislaw XIV. stirbt, das pommersche Fürstenhaus erlischt.
1648
© VISTA POINT Verlag (Archiv), Rheinbreitbach
Usedom – die älteste Stadt der gleichnamigen Insel (Stich von Matthäus Merian d. J. um 1652)
Ende des Dreißigjährigen Krieges. 1648 wird ganz Vorpommern, also auch die Insel Usedom, infolge des westfälischen Friedens dem Königreich Schweden einverleibt. Unter der schwedischen Herrschaft beginnen wieder ruhigere Zeiten. Ende des 17. Jahrhunderts finden Landvermessungen statt, deren Ergebnisse in den sogenannten Matrikeln festgehalten wurden. Diese Unterlagen stellen das älteste Kataster der Orte auf der Insel Usedom dar.
17./18. Jh. Auf Usedom tummeln sich Soldaten aller Herren Länder. Preußen, Polen, Russen und Dänen wollen den Schweden ihren billig erworbenen Besitz streitig machen.
1715/16 Bis zum Friedensschluss kommt es zu mehreren Schlachten zwischen schwedischen und preußischen Truppen, meist um und an der Peenemünder Schanze.
1720 Durch den Stockholmer Frieden werden Teile Vorpommerns und damit auch die Insel Usedom den Preußen zugesprochen.
1806 Franzosen besetzen das Land.
1812/13 Die Bevölkerung Usedoms greift zu den Waffen, um am Freiheitskampf gegen die napoleonische Fremdherrschaft teilzunehmen.
1815 Laut Beschluss des Wiener Kongresses gehört Usedom künftig zu Preußen.
1820 Beginn des ersten Badebetriebs in Swinemünde. Es folgt das Dörfchen Neukrug bei Heringsdorf.
1826/27 In Neukrug (Heringsdorf) lässt der Oberforstmeister von Bülow (Besitzer des Gutes Gothen) 1825 die erste Badeanstalt und einige Logierhäuser, drei Jahre später das erste »Gesellschaftshaus« erbauen. Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. ist mit seinen Söhnen, darunter der spätere Kaiser Wilhelm I., zu Gast bei von Bülow. Bei einem Ausflug zu den Fischern, die am Strand gerade Heringe puhlen und einsalzen, gibt der Kronprinz der kleinen Ansiedlung unterhalb der Anhöhe Kulm den Namen Heringsdorf.
1828–45 Weitere Logierhäuser lässt von Bülow für seine privaten Gäste bauen. Eine der ältesten noch erhaltenen Bäder-architekturvillen, die heutige Villa Achterkerke, wird 1845 auf dem Kulm gebaut.
1848 Einweihung der Heringsdorfer Kirche. Den Bauplatz stiftet Oberforstmeister von Bülow. Die Baupläne stammen vom Königlichen Hofbaurat Ludwig Persius, einem Schüler Karl Friedrich Schinkels.
1872 Der Berliner Bankier Hugo Delbrück erwirbt von den Erben von Bülows das Strandgelände und gründet die Aktiengesellschaft Seebad Heringsdorf. Zur Jahrhundertwende gilt Heringsdorf als internationales Luxusbad ersten Ranges.
1851–97 Auch Ahlbeck und Zinnowitz nehmen den Badebetrieb auf Usedom auf, 1858 folgen Koserow, 1887 Karlshagen, 1893 Ückeritz und 1897 Bansin.
1875 Bau von Kurhaus Wendicke’s Hotel, des ersten Hotels in Ahlbeck. Heute heißt es Hotel Meereswelle.
1876 Mit der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Berlin-Swinemünde wird auch die 360 Meter lange Fünfbogenbrücke bei Karnin eingeweiht. Die Fahrt von Berlin nach Usedom dauert nur noch knapp drei Stunden.
1883 Bau des eleganten Heringsdorfer Kurhauses Kaiserhof Atlantic. Es gilt lange Zeit als das vornehmste und größte Haus an der Ostsee mit Zentralheizung, Aufzug und Gourmetrestaurant. Es wird 1979 abgerissen. Heute befindet sich an seiner Stelle das Heringsdorfer Kurhotel. Bau der Villa Oppenheim, einer der schönsten Bäderarchitekturvillen in Heringsdorf.
1890 Der Ahlbecker Hof, das mondänste Haus in Ahlbeck, entsteht und beherbergt bis heute Prominente.
1898 Die Seebrücke von Ahlbeck wird fertiggestellt. Kaiser Wilhelm II. lässt seiner Mätresse, der Konsulin Steude, am Strand von Heringsdorf eine schlossartige Villa bauen. Dem Beispiel folgt u.a. Baron Bleichröder, der »Beherrscher« des Kurfürstendamms. Aus diesen Tagen stammt die Bezeichnung »Kaiserbäder«. Ende des 19. Jahrhunderts gilt Heringsdorf als internationales Luxusbad ersten Ranges.
1891 Taufe der 500 Meter langen Heringsdorfer Kaiser-Wilhelm-Seebrücke. An der Spitze des Seestegs befindet sich eine Aussichtsplattform mit Restaurant und einem zehn Meter hohen Sprungturm.
1901 Das Seebad Bansin trennt sich vom Dorf Bansin.
1914 Beginn des Ersten Weltkriegs. Der Badetourismus bricht ein.
1920–30 Die Urlauber kommen wieder und bringen Usedom und die Region wirtschaftlich in Schwung.
1933 Die größte Eisenbahnbrücke Europas über die Peene bei Karnin wird fertiggestellt. Die Kriegsvorbereitungen verwandeln Usedom in eine Festung. Die Mellenthiner Heide wird zum unterirdischen Munitionsdepot.
1936 In Peenemünde entsteht die Heeresversuchsanstalt und Luftwaffenversuchsstelle.
1942 Am 3. Oktober erfolgt der erste erfolgreiche Start einer A-4-Rakete (V2) vom Prüfstand VII.
1943 16./17. August: englischer Luftangriff auf Peenemünde.
1945 Die Bombardierung von Swinemünde am 12. März durch US-amerikanische Flugzeuge fordert rund 20000 Opfer. Stadtkommandant Oberst Rudolf von Petershagen übergibt Greifswald kampflos an die Truppen der Roten Armee. Dadurch übersteht die bis dahin verschont gebliebene Stadt den Krieg fast völlig unbeschadet.
Mai 1945 Russische Truppen besetzen am 4./5. Mai auch Usedom. Swinemünde fällt auf Grundlage des Potsdamer Abkommens an Polen.
1946
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Die 1909 eingeweihte »Vinetabrücke« von Zinnowitz wurde in den 1940er Jahren durch Eis zerstört und später abgerissen
Erste Urlauber besuchen wieder Ahlbeck und Zinnowitz.
1952Entstehung der ersten landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG), bis 1960 sind alle Bauern Usedoms trotz teilweise erheblichen Widerstands Mitglied einer LPG. Usedom wird zu einem Zentrum des Feriendienstes der DDR-Gewerkschaften.
1953 »Aktion Rose«: Die letzten verbliebenen privaten Inhaber von Hotels und Pensionen werden wegen angeblicher Wirtschaftsverbrechen enteignet.
1989 Nach der Wende sind viele Eigentumsverhältnisse ungeklärt und die Urlauber bleiben zunächst aus.
1990 Im Oktober wird Mecklenburg-Vorpommern Bundesland der Bundesrepublik Deutschland mit der Landeshauptstadt Schwerin.
Seit 1990 Größere Naturräume werden unter Schutz gestellt. Tourismus ist Wirtschaftsfaktor Nummer eins auf Usedom.
1993 Ahlbeck erhält eine neue 280 Meter lange Seebrücke.
1995 Die längste deutsche Seebrücke (508 m) wird in Heringsdorf übergeben.
1996 Die Insel Usedom ist nicht nur wieder die »Badewanne Berlins«, sondern Urlaubs- und Erholungsgebiet für Touristen aus ganz Deutschland und Europa.
1998 Die Seebrücke von Sellin wird eingeweiht.
2000 Die Kaiserbäder Usedoms werden erstmals mit der »Blauen Flagge« ausgezeichnet, die für ausgezeichnete Badewasserqualität, herausragendes Umweltengagement sowie gute Sanitär- und Sicherheitsstandards im Hafen- und Badestellenbereich steht.
2008 Die Usedomer Bäderbahn fährt ohne Grenzkontrollen bis nach Polen.
2011 Die längste Strandpromenade Europas wird eingeweiht, sie führt von Bansin ins polnische Swinemünde.
2012 Das ZDF sendet zur Fußball-EM live aus Heringsdorf.
2021 Der Baumwipfelpfad mit einem 33 Meter hohen Aussichtsturm wird im Juni in Heringsdorf eröffnet.
2023 Der Swinetunnel wird eröffnet. Er verbindet die Insel Wollin und Usedom miteinander.
2024 Greifswald feiert den 250. Geburtstag von Caspar David Friedrich mit zahlreichen Events.
2025 Der große Freizeitpark Hossoland eröffnet nahe der polnischen Ostseeküste bei Swinemünde.