Utz wider die Alben - Rainer Seuring - E-Book

Utz wider die Alben E-Book

Rainer Seuring

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Beschreibung

Vom Anbeginn der Welt ist es Aufgabe der strahlend reinen Elben mit ihrem glückbringenden Gesang die Erde zu befrieden. Alles ist gut, bis eines Tages das Unheil in Gestalt von Alamon und seinen Gefolgsleuten in Erscheinung tritt. Sie töten! Die göttliche Strafe dafür ist ewigliche Verbannung und die Verwandlung von Elb in Alb. Aus Trotz und Wut über die, nach Alamons Meinung ungerechte, Verurteilung will sich der nun in schwarz gewandete Alb mit allen Mitteln an den Göttern rächen und ihr Werk nachhaltig vernichten. Durch eine Laune der Natur gelingt den Alben die Flucht. Alamon sucht die größte Herausforderung und gerät an die Zwerge im Wettergau. Mit eigens gezüchtetem Volk und Riesen überziehen die Alben das Land mit Krieg. Die Menschen dort sind nicht in der Lage, sich zu wehren und selbst die kampferprobten Zwerge geraten an den Rand ihrer Fähigkeiten. Doch sie kämpfen bis zum letzten Blutstropfen. Kann die göttliche Hilfe durch den Seher Gilbret Steinschleifer das Blatt noch wenden? Nachdem im ersten Buch "Eringus, der Drache vom Kinzigtal" Prinz Gernhelm diese Geschichte Magda erzählte, kamen Fragen nach dem eigentlichen Verlauf dieses Krieges auf. Und so ist diese Geschichte entstanden, die erweiterte Grundlage für die folgende Eringus-Serie darstellt.

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Seitenzahl: 557

Veröffentlichungsjahr: 2016

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Rainer Seuring

Utz wider die Alben

Das Buch der toten Erzähler

 

 

 

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Inhaltsverzeichnis

Titel

Vorwort

Vorbereitung auf die Aufgabe

Wie die Alben wurden

Böse Hoffnung

Arme Nordlinger

Stärkung und Überleitung

König Biyn und Königin Halla

Der erste Riese

In Königsberch

Riesenzwerge

Der Böse

Die nördlichen Grenzposten fallen

Auf der Flucht

Der Seher auf der Höch

Der Vormarsch der Alben

Sechs Brüder in Glowburg

Die Offenbarung

Utz von Alda

Bilsteiner Zwerge sterben zweimal

Bis zum bitteren Ende

Zank und Streit

Das Buch der toten Erzähler

Impressum neobooks

Vorwort

Dies sind die Gesichte über den großen Krieg und wie es dazu kam, die mir unser letzter Seher Gilbret Steinschleifer sandte.

Ich klage zu Gabbro, dass uns dieses Wissen erst so spät offenbart wurde. Sicher wäre dieser Krieg zur Gänze anders verlaufen, doch wer kennt schon den Willen der Götter.

Ob diese Gesichte vollständig alles zeigten, vermag ich nicht zu sagen. Ich schrieb sie auf, wie mir geheißen, in der Reihe, wie ich sie sehen durfte. Mögen unsere Kinder und Kindeskinder dieses Wissen bewahren, daraus Lehren ziehen und weiter geben.

Waltruda Harthieb, Ururenkelin der Tante väterlicherseits des letzten Großkönigs Manegold Schmiedehammer.

Vorbereitung auf die Aufgabe

Eine große Unruhe hat mich des Tags überfallen, dass sogar mein Sohn Helmrad mich besorgt fragte, was mit mir sei. Allein ich kann es mir selbst nicht erklären.

Alles bedrückt mich. Sogar der gewohnte Raum in der Familienhöhle in der Steinenaue lastet schwer auf mir. Ich muss heraus aus dem Berg, hinaus an die Sonne, in den Wald, an den See, den Bach, irgendwo hin.

Nirgends ist mir ein Bleiben. Ruhelos streife ich durch die Gegend, diesseits und jenseits der Chynz. Was ist mit mir? Mehr als sonst spür ich den Schlag meines Herzens. Es pocht bis zum Hals, auch wenn nichts mir eine Anstrengung bereitet. Die Unruhe treibt mich hinauf auf das Dach unsres Berges.

Es dämmert, als ich die kleine Lichtung oben erreiche. Weit reicht mein Blick in das Umland, über die Bäume hinweg bis zu den entfernteren Hängen, hinter denen gerade die Sonne versinkt. Tief atme ich durch und die Last der Nervosität fällt von mir. Endlich geht es mir gut und ich wende mich, wieder hinab zu steigen. Doch augenblicklich ist der Druck wieder in mir. Ich kann nicht gehen, so muss ich bleiben.

Erneut schau ich in die Ferne. Das bringt mir wieder Ruhe zurück. Ich lasse mich auf einem Felsen nieder und lausche dem Gesang der Vögel. Eine frühe Fledermaus flattert an mir vorbei, ihren Hunger zu stillen. Ein leichter Wind rauscht in meinen Ohren. Ich werde müde und falle in Schlaf und ein Traum nimmt mich gefangen.

Ich öffne die Augen und stehe irgendwo. Dichter Nebel umwabert mich. So dicht, dass ich nicht einmal meine Füße sehen kann. Ich spüre keinen rechten Grund unter mir. Mir ist, als schwebe ich. Ich bin unfähig, mich zu bewegen. Nur den Kopf kann ich drehen.

„Waltruda!“, höre ich rufen. Die Nebelschwaden bilden einen Tunnel, in dem langsam ein Zwerg auf mich zu kommt. Ich erkenne ihn, auch wenn ich ihn noch nie persönlich kennen lernen durfte. Es ist Gilbret Steinschleifer, der Seher, der im Krieg gegen die Alben gestorben ist. Hat Gabbro mich im Schlafe zu sich gerufen? Wird der Zwerg mich in die heiligen ewigen Hallen führen?

Gilbret kommt näher und lächelt mich an. Er wirkt wie ein munterer Endvierziger, obwohl er bei seinem Tode schon nahe der 68 war. Er trägt ein weites schmuckloses ungefärbtes Gewand, das nur mit einer Schnur um die Hüfte leicht gebunden ist. Haupt- und Barthaar ist, wie auf dem Relief in unseren Hallen, streng geflochten und endet vorn wie hinten etwa zwei Handbreit unter den Schultern. Seinem Gesicht ist das Leid des Kriegs nicht anzusehen.

„Schön, dass du endlich meinem Ruf gefolgt bist, Waltruda. Ich warte schon lange auf dich.“

„Verzeiht, werter Gilbret, ich hörte keinen Ruf. Ich kam, weil ein innerer Zwang mich dazu drängte.“

„Gilbret ist sichtlich erstaunt. „Man versprach mir, dich für mich zu rufen. Ich hoffe, der Zwang war nicht zu arg und hat deinen Geist nicht allzu sehr verschreckt.“

„Man? Wer ist noch hier? Niemand ist zu sehen und sagt mir bitte: Wo bin ich hier?“

„Du bist noch nicht tot, Waltruda, wenn du das glaubst. Darum kannst du nicht sehen, was dich umgibt. Doch sei beruhigt, nichts wird dir hier geschehen. Ewiger Friede ist hier zu Hause. Und wenn du auch alsbald etwas sehen magst, das dich ängstigt, so wisse, dies ist immer nur ein Bild. Das Böse ist gebannt und kann dir hier nichts tun. Mehr dazu ein ander Mal.

Nun hör und merk dir wohl, was ich dir zu sagen habe. Es ist sehr wichtig für das Zwergenvolk und keinen Fehler darfst du machen. Gott Gabbro selbst hat dich erwählt, das Geschehene zu berichten, ohn jeglich eignen Kommentar. So waren seine Worte.“

Das merkwürdige Gerede des verstorbenen Sehers ist für mich völlig unverständlich und sicher hat man mir dies auch angesehen, denn Gilbret fährt fort: „Nun will ich das mal so ausdrücken, dass auch du das verstehen kannst, Waltruda.

Es sind nun schon viele Jahre vergangen, seit tausende und abertausende unseres Volkes im schlimmen Krieg gegen die Alben verstarben und Utz von Alda mit Zank und Streit uns errettete, nach dem Willen von Gabbro. Eure Gebete jammerten unseren Gott und er beschloss, seinem Volk zu zeigen, wie alles kam und auch warum.

Götter sind mächtige Wesen, doch sind sie noch lange nicht die höchste Stufe aller Lebensformen und selbst gemeinsam können sie nicht alle Geschicke ohne Schwierigkeiten beherrschen. Auch sie sind strengen Regeln unterworfen und können erst unter bestimmten Bedingungen in die Geschehnisse dieser Welt eingreifen. Deswegen musste Gabbro zunächst zusehen, wie sich die Alben entwickelten, ohne das Kommende verhindern zu können. Erst kurz vor unserem Niedergang konnte und durfte er eingreifen.

Selbst wir, die wir hier in seinem Schutz leben, können dies noch nicht begreifen. Auch wir müssen noch lernen, die höheren Regeln zu verstehen. Nach Gabbros Willen sollst nun auch du, werte Waltruda, diesen Weg beschreiten können und mit wachem Verstand Einblick bekommen, was damals wahrlich geschah.

In vielen Nächten wirst du nun Wesen kennen lernen, die dir fremd sind und auch bleiben werden. Viele werden sich dir zeigen, manch einer aber auch nicht. Ein jeder wird dir seine Geschichte bis hin zum Ende dieses Kriegs erzählen, einer mehr, ein anderer weniger. Mancher erscheint nur einmal, mancher auch öfters.

Nach jedem Traum sollst du getreu aufschreiben, was du gesehen und gehört und gespürt hast. Nichts darfst du vergessen und nichts hinzufügen. Mit keinem darfst du darüber reden und keinem zeigen, was du schreibst. Ist das Werk fehlerhaft oder unvollständig, wird es unweigerlich zu Irrungen und Wirrungen im Leben des Zwergenvolkes und letztlich zu seinem Niedergang führen. Fürchte dich nicht, Waltruda, vor dieser hehren Aufgabe. Ich bin bei dir und werde deine Hand führen und dich leiten.

Nun geh und erwache. Besorge alles, was du zum Schreiben brauchst. Lass dir einen großen Kasten machen und ihn mit starken Schlössern versehen. Dort hinein gibst du das Geschriebene und hüte es vor jedem. Ordne die Schriften nach seiner Reihe und dies hier muss die Erste sein. Nur hier und im letzten Gesicht darfst du ergänzen, was dir beliebt. Es ist kein Teil der Schrift an sich. Bist du bereit, so finde dich wieder am Felsen ein, an dem du erwachen wirst Ich werde dich erwarten und holen zum nächsten Gesicht.“

Der Nebel wird sehr schnell wieder dicht und Gilbret ist nicht mehr zu sehen.

Als ich erwache liege ich im Moos neben dem Felsen, auf dem ich mich niedergelassen hatte. Es ist Nacht. Der Mond ist verdeckt und ich weiß nicht, wie lange ich hier gelegen habe. Mir ist kühl und darum eile ich, in den Berg zu kommen. Gleich morgen werde ich mich rüsten das aufzuschreiben, das man mir berichten wird. Ich weiß nicht, was mich erwartet.

Damit ich nicht Gefahr laufe, mit irgendwem über das Werk zu sprechen, werde ich mich zurück ziehen und meinen lieben Sohn in die Obhut seines Onkels geben. Ich weiß nur noch nicht, was ich ihm deswegen sagen soll. Möge Gabbro mir die rechten Worte in den Mund legen, sonst wird keiner mein Handeln verstehen. Vielleicht ist es gut zu sagen, die Trauer um meinen geliebten Mann, den ich kürzlich erst verlor, treibe mich allein zu sein.

* * * * *

Mein Sohn ist ein guter und folgsamer Zwerg, der auf das Wort seiner Mutter hört. Mein Bruder hat nicht einmal gefragt, warum er Helmrad aufnehmen soll. „Du brauchst jetzt sicher viel Zeit für dich. Sei getrost, ich kümmere mich.“

Herzlich hat Helmrad mich gedrückt, doch kein Wort kam über seine kleinen Lippen. Wie weh ist mir ums Herz. Doch sogleich fühle ich einen tröstend warmen Geist mich umhüllen.

Wohlan Gilbret, ich bin bereit. Ich gehe zum Felsen auf des Berges Dach.

Wie die Alben wurden

„Ich freue mich, dich wieder zu sehen, Waltruda.“

„Ich folge dem Wunsch und dem Wort unseres Gottes so treu, wie mein Sohn mir folgt.“, erwidere ich.

„So mag das Werk denn nun beginnen. Fortan sind im Berg deine Lippen versiegelt. Alles was du brauchen wirst, wird da sein. Was auch geschieht und was du auch sehen und hören wirst, fürchte dich nicht. Du bist beschützt.

Um die Grundlage für die Geschehnisse zu erfahren, wirst du nun von einem, der grauesten Vorzeit Beiwohnenden hören und auch sehen, woher das Böse kam, das die Zwerge heimsuchte. Hab gut acht.“

Statt dass jemand zu Gilbret hinzutritt schließt sich der Nebeltunnel wieder und es geschieht zunächst nichts. Langsam verdichtet sich der Nebel in großer Breite und unsäglicher Höhe zu einer nur schemenhaft erkennbaren Gestalt, die jeden Zwerg zur Größe einer Ameise schrumpfen lässt. Das Gefühl grenzenloser Ohnmacht breitet sich beklemmend in mir aus.

„Du Nichts von einem Wurm also sollst sehen, was sich zu Anbeginn des Lebens auf dieser Erde zutrug. Nun denn, Zwerglein, merke auf.“, ist von mächtiger lauter Stimme zu vernehmen. „Was mich betrifft, Schreiberling, so brauchst du nichts zu wissen. Dies tut nichts zur Sache. Als denn, hör zu, sieh hin!“

Die Gestalt tritt zur Seite und gibt den Blick hinab auf die Erde frei. Die Bilder, die ich sehe, werden mir so erklärt:

„Vor undenklichen Zeiten, als die Tage noch nicht gezählt wurden, beliebte es den Göttern zu ihrer Lust, die Erde mit allem Leben darauf zu erschaffen. Zwergengott Gabbro, Allma, die Göttin der Halblinge und Ura und Uro, das göttliche Elternpaar, aus deren Kinder und Kindeskinder die Götter aller Menschen wurden, wirkten fleißig und unermüdlich. Als alle Götter der verständigen Geschöpfe dieser Welt ihr Werk vollendet hatten, kamen sie zusammen, um zu sehen, wie sich eines zum anderen verhielte. Doch leider mussten sie erkennen, dass es keinen Frieden geben könnte, würden sie sich anderen Arbeiten zuwenden und dieses Werk sich allein überlassen. Zu verschieden waren die Werke. Also schufen sie gemeinsam die weisen Elben und hießen sie, über die Erde zu wandeln und mit ihrem glücklichen Gesang den Frieden der Welt zu bewahren. Niemals sollten sie einem Gottesgeschöpf das Leben nehmen, würden sie doch dadurch ihre Reinheit auf ewig verlieren und auf das Schrecklichste bestraft werden.

Ewige Reinheit – Ha, schier unmöglich.“

Die Stimme räuspert sich, um den eigenen Einwurf zu übergehen und fort zu fahren.

„Zwölf Stämme mit je zwölf Familien zu je zwölf mal zwölf Elben schufen die Götter. Schlanke große Gestalt, ebenmäßiges freundliches Gesicht, verzaubernd schöne Stimme und überirdisch große Weisheit waren die augenfälligsten Eigenschaften. Fast zum Verwechseln ähnlich sahen sich die Elben gleich, mit einer Hautfarbe, die es sonst nirgends auf Erden gab und allen Ortes freute man sich, sah man die weißgold leuchtenden Friedenswesen durch die Welt wandern und hörte die Glück und Freude verströmenden Lieder singen. Dadurch lief kein Geschöpf Gefahr, um sein Leben fürchten zu müssen. Bär und Rehkitz schliefen des Nachts treulich vereint nebeneinander. Kein unreines Gezücht befleckte diese Welt. Ungezählte Zeiten lang. Also nicht ewig, war ja klar.“

Erneutes Räuspern, ob der verächtlichen Bemerkung.

Ich gewinne den Eindruck, die Gestalt, neben der jeder Zwerg zur Größe einer Ameise schrumpft, liest einen vorbereiteten Text und ab und an drängt sich ein eigener Kommentar dazwischen.

„Rein aus Versehen und nicht aus purem Willen trat ein Elb eines Tages auf einen kleinen Wurm auf seinem Weg. Sofort verstarb der Ärmste und vor den allsichtigen Elben glitt sein Geist gen Himmel, den Göttern sein Leid über sein vorzeitiges Ende zu klagen. Auf das Fürchterlichste erschreckt erkannte der Elb sein unglückliches Tun und verlangte von seinen Begleitern, Stillschweigen zu bewahren. Dies wurde feierlich bei allen Göttern der Welt geschworen.

Der Elb bückte sich und besah den leeren Körper des getöteten Wesens. Bis dahin gänzlich unbekannte Regungen kämpften in ihm. Angst, Kümmernis und Trauer hatten zunächst die Oberhand. Doch dann regte sich auch Neugier, ausgelöst von der völlig neuen Erfahrung. Noch nie war ein Wesen bisher gestorben. Und nun war dies sogar durch einen Elben verursacht worden. Er sann darüber nach, wie anmutig selbst dieser kleine Geist auf seinem Weg gen Himmel war und fand sogar Gefallen am Bild des Todes. Seltsame Gefühle von Stärke und Macht wurden in dem Elben wach und keimten ganz zart, versteckt und heimlich im hintersten Winkel seines Bewusstseins. Und auch die elf anderen Elben blieben nicht ungerührt von dem Ereignis. Ähnliche Wirkungen hatte das Geschehen ebenfalls in ihnen ausgelöst.

Die Elbengruppe lagerte sich an eben dieser Stelle und ein jeder hing seinen Gedanken zu dem Geschehenen nach. Alamon hieß der Unglückliche, der der erste Totschläger auf Erden geworden war. Mit angezogenen Beinen und gesenktem Haupt saß er an einen Baum gelehnt, als ein klitzekleiner Kolibri sich auf seinem Knie nieder ließ. Hin und her neigte das Vöglein sein zartes kleines Köpfchen, als es den strahlenden Elb betrachtete. Alamon hob seinen Kopf, um sich seinerseits das Vögelchen anzusehen. Er streckte die linke Hand aus, worauf der Kolibri freudig piepsend hinein hüpfte. Alamons Blick machte die Runde und drang jedem seiner Begleiter und Begleiterinnen tief in die Augen. Ihm schien, zustimmende Aufforderung und sogar Einverständnis für seine augenblicklichen Empfindungen und Wünsche darin zu finden.

Mit der Rechten streichelte er dem Tierchen über das Haupt. Unwillkürlich und ganz allmählich wächst in Alamon ein unbändiges wildes Gefühl, heraus aus seinem Herz, in Finger und Hand, und bevor der Piepmatz wusste, wie ihm geschah, drückte Alamon zu. Ein berauschendes Gefühl erfüllte den Elben, als er die zarten Knochen knacken hörte und der Lebenssaft durch seine Finger rann. Ein bis dahin absolut unbekanntes Machtgefühl überwältigte seine Sinne. Mit entfesseltem wildem Gejohle riss es ihn förmlich auf die Füße. Triumphierend hob Alamon die Hand, mit dem getöteten Tier darin, aus dem der Geist seinen Weg in den Himmel nahm und streckte sie in die Höhe.

„Habt ihr den Geist des Wesens gesehen?“, schrie er in die Runde. „Jeder Geist ist unsäglich schöner als der Körper, in den er gesteckt wurde. Welch einen Sinn hat ein schöner Geist in einem hässlichen Körper zu suchen? Was tun die Götter nur?“

Aber Sanmari schrie vor Entsetzen.“

Die Stimme beendet die Erzählung, denn nun sind für mich die lieblichen Stimmen der Elben zu hören.

„Was habt ihr getan, Alamon? Habt ihr vergessen, was uns die Götter befahlen?“ Sanmaris Entsetzen belastet deutlich ihre Stimme. Sie ist vom Boden aufgesprungen.

„Ha, die Götter. Natürlich verboten sie uns, Leben zu nehmen. Sie wussten warum. Hast du nicht gesehen, welch lieblicher Anblick eine Seele ist? Das wollten uns die Götter nicht gönnen. Wir, die wir doch gottgleich sind, sollen uns an deren Regeln halten, weil sie sich höher dünken, als uns.“ Überheblichkeit schwingt in Alamons Rede mit. Die anderen Elben stehen auch vom Boden auf. Sie wirken unsicher und unschlüssig.

„Wir dürfen kein Leben nehmen, weil sonst die Seele großen Schaden nehmen kann.“ Sanmari ist einige Schritte auf den Führer der Gruppe zu gegangen.

Alamon tritt ihr entgegen. „Nachdem ich eben die Seele frei und unversehrt und ohne Last des Körpers gesehen habe finde ich, ich tue jeder einzelnen Seele nur einen Gefallen, befreie ich sie aus dem körperlichen Gefängnis. Erst jetzt kann sie sich unbeschränkt bewegen und zu den Göttern gelangen. Das ist Freiheit. Wir sind keine Hüter des Lebens. Wir sind die Hüter der Gefangenen der Götter. Gefangen in einem Körper, der ihre Freiheit nur beeinträchtigt. Wahrscheinlich fürchten die Götter die freien Geister und wollen sie fern von sich halten.“ Erregt fuchtelt der Elb bei seiner Rede mit den Armen in der Luft.

„Du weißt nicht, was du redest, Alamon. Wir sind nicht gottgleich. Auch wir verdanken den Göttern unser Dasein. Wie kannst du dich erdreisten, solche Gedanken zu hegen und solche Rede zu führen? Frieden sollen wir allen Lebewesen auf Erden bringen. Dein Tun aber tilgt alles Leben hier. Das werde ich nicht gut heißen. Ich werde unseren Stammesoberen informieren. Er mag sich mit den anderen Oberhäuptern beraten, was mit dir und allen, die dir folgen, zu tun ist.“

„Das wirst du nicht, Sanmari. Du wirst mich nicht daran hindern, Seelen zu befreien. Mögen alle Geister die Götter bedrängen und ihnen Last bereiten. Ich werde mir das Vergnügen nicht versagen, eine freie Seele zu betrachten.“

Drohend geht Alamon auf Sanmari zu. Sein sonst ebenmäßiges Gesicht verzerrt sich, sodass die Elbin vor Schreck zurück weicht, doch der Kreis der Gefährten hat sich hinter ihr geschlossen. Sie wendet sich um und versucht, sich durch die Reihe zu drängen. Keiner lässt sie durch, gleich wo sie es auch versucht. Verzweifelt und wütend dreht sie sich wieder zu Alamon. Der grinst sie gehässig an. Sein Gesicht ist vor Erregung gerötet.

Scheinbar ruhiger meint der Elb dann: „Was soll’s. Dann geh halt und tu, was du nicht lassen kannst.“

Auf einen Wink von ihm öffnet sich hinter der Elbenfrau der Ring. Irritiert blickt sie ihr Gegenüber an, dann dreht sie sich um und schreitet stolz durch die Lücke.

Alamon fällt auf, dass das Leuchten der Elben zu Sanmaris Seiten blasser ist, als das ihre.

„Die glaubt auch, sie sei etwas Besseres als ich“, schießt es ihm durch den Kopf, berichtet mir die Stimme aus dem Nebel des Elben Gedanken als Ergänzung zum Gesehenen.

Keine zwanzig Schritte ist die Elbin von der Gruppe entfernt, als Alamon provozierend ruft: „Ich habe es mir überlegt. Ich glaube, es ist doch nicht so gut, wenn du zu den Oberhäuptern gehst und berichtest. Nein, wirklich nicht gut. Ich denke eher, wir sollten dich unbedingt davon abhalten. Ergreift sie!“

„Noch nie sah man Elben rennen“, bekomme ich gesagt.

„Sanmari spürte die Bedrohung schon, bevor Alamon hinter ihr her rief.“

Sie läuft los und wie eine Hundemeute dem Hasen, rennen die anderen Elben ihr nach. Durch dichtes Gestrüpp geht die Jagd. So manch wehende Locke bleibt im tiefer hängenden Geäst zurück. Reichlich edle Gewänder reißen durch dornige Büsche. Man stürzt über Wurzeln und springt über umgestürzte Bäume. Sanmari fällt zu Boden, doch das hier abschüssige Gelände stellt sie förmlich wieder auf die Füße.

Am Waldesrand verläuft ein kleiner Bach, über den die Elbin ohne Zögern springt. Leider zu kurz und sie rutscht am gegenüberliegenden Ufer ab. Erneut rafft sie sich auf und rennt ein kurzes Stück den Bachlauf aufwärts, bis das Ufer leichter zu erklimmen ist. Ihr nasses Gewand behindert sie sehr. Auf der rechten Seite des Baches kommen die Verfolger johlend immer näher. Das Wasser hat ihren Lauf stark gebremst. Und auch auf der linken Seite schließen die Elben, die hinter ihr das Gewässer überwunden haben, immer mehr auf und letztlich ist die Elbin am Fuße eines Hügels gestellt. Erneut hat sich ein Kreis um sie gebildet. Außer Atem steht Sanmari inmitten ihrer Verfolger und Alamon tritt auf sie zu. Scheinbar hat ihm die Jagd kaum Anstrengung bereitet.

„Wie wäre es, liebste Sanmari, wenn du dich direkt bei den Göttern über uns beklagen könntest? Dann braucht es nicht den Rat der Oberen. Warum diese Unverständigen damit belasten?“

Zynisch ist die Rede des Elben. Er wendet sich an den Kreis und spricht im Umdrehen: „Wie wäre es, wenn wir uns nun einmal den Geist einer Elbin auf dem Weg zu den Göttern betrachten? Wollen wir Sanmari nicht gerne auch befreien?“ Fratzenhaft ist dabei sein Gesicht. Er bückt sich und hebt einen Stein vom Boden, der mit vielen anderen nach einem Steinschlag hier liegt. Abwägend wirft er den Stein einige Male leicht in die Höhe und fängt ihn wieder und schleudert ihn unvermittelt auf Sanmari. Er trifft die Frau an der Schulter und mit Schmerzen hält diese sich die getroffene Stelle. Voll Unverständnis blickt sie ihren Kontrahenten an.

„Kann es einer besser?“, ruft Alamon in die Runde. Er muss etwas Ansteckendes an sich haben. Im Banne der mächtigen Ausstrahlung des Führers der Gruppe greift erst einer, dann mehr und schließlich greifen alle nach den Steinen zu ihren Füßen und werfen nach der Elbin. Ihre Schmerzensschreie hallen durch die Luft. Von ungezählten Treffern verletzt, fällt sie zu Boden. Blut rinnt aus offenen Wunden am Kopf und besudelt Haar und Gewand. Gebrochene Knochen lassen Gliedmaßen in unmöglicher Position zum Körper liegen. Ihr strahlender Glanz verblasst wie das Leben, das aus ihrem Körper weicht. Doch noch ist sie nicht tot.

Die Elben haben aufgehört, Steine zu werfen. Alamons Blick fällt auf einen besonders schweren Brocken, den er nur mit beiden Händen mit Mühe aufheben kann. Triumphierend stellt er sich breitbeinig über die am Boden Liegende. „Grüß mir die Götter, Sanmari.“, flüstert er. Dann hebt er den schweren Stein hoch über seinen Kopf und zerschmettert mit hässlichem Krachen ihren Schädel.

Augenblicklich ist ihr Glanz gänzlich erloschen. Doch statt eines wunderbaren Geistes wird eine deutlich geschundene schwach erkennbare Seele für die Elben sichtbar. Ein nur vorstellbar zarter Windhauch löst das Bild auf.

„Ich glaube, wir machen an dieser Stelle erst einmal Pause.“, sagt die Stimme der nebelhaften Gestalt, die jeden Zwerg zur Größe einer Ameise schrumpfen lässt und reißt mich damit aus dem Bann des Geschehens. „Schreib jetzt erst einmal alles auf, damit du nichts vergisst. Und sei gewiss, es wird noch schlimmer.“

* * * * *

Die Gestalt, die jeden Zwerg zur Größe einer Ameise schrumpfen lässt, hat mich direkt empfangen. Gilbret Steinschleifer ließ sich nicht blicken.

„So will ich denn nun fortfahren, mit meinem Bericht, Waltruda. Ihr seid bereit?“

„Ja.“, antworte ich.

„So sei es.

Die Leiche von Sanmari hat man nur notdürftig verscharrt und schon bald wurde sie von jeglichem Getier zur Nahrung genutzt. Die Natur bahnte sich ihren Weg. Der Friede, den die Elben bringen und bewahren sollten, wurde immer brüchiger.

Inzwischen hat jeder der verbliebenen elf Elben mindestens einmal gemordet und die Macht genossen, Leben zu nehmen. Längst schon haben Sie die Melodien und Liedtexte vergessen, mit denen sie allenthalben die Lebewesen erfreut und friedlich gestimmt hatten. Weitere Morde beraubten sie ihrer friedenstiftenden Kraft, nicht aber der magischen Fähigkeiten, mit denen sie gleichfalls ausgestattet wurden. Wurm und Made waren nun nicht mehr sicher vor einem Vogel und der Wolf hatte die Lämmer zum Fressen gerne. Es war wieder ein gänzlich anderes Bild, wenn die Seele aus dem Fisch entweicht, den der Bär gefangen hat.

Dass nun kein Friede mehr war zwischen den Tieren, war den Elben gleich. Sie sahen es sogar als Erfolg ihrer >Befreiungsbemühungen<. Den Widerspruch dazu, dass sie vor der Befreiung die Qual des Opfers genossen, erkannten sie nicht. Im Gegenteil, gleich einem Wettstreit eiferten sie darum, wer die beste Seelenveränderung erbrächte. Ein jeder entwickelte eigene Vorstellungen, wie eine schöne Seele auszusehen habe.

Natürlich blieb ihr Tun nicht unendlich verborgen. Nach vielen anderen kam auch Sanmaris geschundene Seele nach langen Irrwegen schließlich vor die Götter und diese beschlossen endlich, Einhalt zu gebieten. Es kam zu einer Verhandlung. Die dummen (Hüsteln der Stimme), ich meine die treuen und gehorsamen Elben umzingelten die Abtrünnigen. Es kam zu keinerlei Kampfhandlung, denn untereinander können die Wächter des Friedens ihre Magie nicht einsetzen. Also ergaben sich die entarteten Elben der grenzenlosen Übermacht. Jeder konnte nun sehen, dass die mordenden Seelenbefreier ihren Glanz inzwischen fast vollständig verloren hatten. Der kümmerliche Rest war nur noch das Zeichen der magischen Fähigkeiten, die ihnen inne wohnte. Zudem stellten sich auch körperliche Veränderungen ein. Die Abtrünnigen hatten eigene Gestalten entwickelt. Groß und klein, dick und dünn. Ihr vollendetes Erscheinungsbild war dahin.

Als Richter erscheinen Kane und Samas, die Abgeordneten der Götter und ein Vollstrecker im Gefolge. Ein treuer Freund der himmlischen Herrschaften.

Du wirst ihre Gestalt nicht sehen, so wie du mich nicht sehen darfst, doch wirst du wohl ihr Wort vernehmen.“, bekomme ich ergänzend erläutert.

Damit endet zunächst die Stimme und ich sehe wie von einer Anhöhe herab die fast dunklen Elben, eingekreist von den wunderbar strahlenden Elben. Beim Anblick der güldenen Friedenswächter erfasst mich ein unbeschreiblich friedliches Gefühl. Mein aufgeregtes Herz wird augenblicklich ruhig.

Von oben herab schweben zwei nebelhafte Gestalten, die gut zehn Fuß über dem Boden verharren. Von ihnen geht ein noch hellerer Glanz aus, als von den Elben. Ihr Erscheinen erfüllt mich mit großer Ehrfurcht. Aus dem Hintergrund wächst ein dritter Schatten in mehr als riesenhafte Größe, dass jeder Zwerg zur Größe einer Ameise schrumpfen würde. Dicht hinter dem Kreis der Elben bleibt der Schatten stehen.

„Alamon,“, ruft es aus einem der kleinen Schatten, „berichte uns: Was ist geschehen?“

„Was soll ich berichten? Was soll geschehen sein? Nichts ist geschehen, Samas!“, ruft Alamon trotzig nach oben.

„Du lügst!“, donnert es erbost aus dem zweiten kleinen Schatten herab. „Wenn nichts geschehen ist, warum klagen dann viele Geister über dich und dein Gefolge? Was habt ihr mit Sanmari gemacht? Die arme Seele ist völlig zerrüttet. Lange hat es gedauert, bis sie uns von ihrem Leid berichten konnte und noch länger wird man sie pflegen müssen, um sie wieder herzustellen. Achtet ihr so unser Werk?“

„Ah, das meint ihr, werter Kane! Wir haben uns erlaubt, die geplagten Geister aus ihrem Gefängnis zu befreien, in das ihr Götter sie gesteckt habt. Ein fester Körper behindert jeden freien Geist.“

„Dass die Lebewesen einen Körper erhalten haben, gehört zum Reifeprozess der Seele, Wahnsinniger. Dies zu verstehen reicht auch die euch Elben gegebene Weisheit nicht aus. Ihr werdet in Äonen noch nicht in der Lage sein, göttliche Pläne zu begreifen. Mir will scheinen, ihr seid alle nicht einmal reif, ein Elb zu sein. Es ist also gerade so, wie wir in unserem Rat bereits gedacht haben. Ihr habt euren Auftrag missachtet und eure Aufgabe verraten. Ihr seid keine Diener mehr für uns. So mag es also auch nicht wundern, dass das Urteil schon parat ist, das ihr nun hören werdet.

Weil ihr inzwischen so vielen Wesen das Leben nahmt und weil wegen eures Versäumnisses, die friedvollen Lieder zu singen, weitere unschuldige Wesen den Tod fanden, hat unsere Schöpfung nicht unerheblichen Schaden genommen. Dieser Schaden soll dadurch behoben werden, dass jegliches Leben fürderhin selbst dafür Sorge tragen muss, wieder seine Vollständigkeit zu erlangen.

Zur Mahnung aller werden nunmehr die Frauen Leibesfrucht auf die Welt bringen, nachdem sie, jede nach ihrer Art, von den Männern den Samen erhalten haben. Um einen jeden zu befähigen, Gut und Böse unterscheiden zu können, wird es von nun an das Gewissen geben, das jeden drücken wird, der Unrecht handelt. Wir Götter müssen uns nun bemühen, unsere Schöpfung zu verbessern, um mehr Friede auf Erden zu ermöglichen.

Kein Wesen wird mehr unsterblich sein. Auch die Elben nicht. Jedem bleibt nur bestimmte Zeit, bis dass sein Geist vor uns erscheint, um auf Reife geprüft zu werden. Wohl dem, dessen Seele rein und ohne Makel und dessen Gewissen ohne Last ist.

Dies soll gelten bis es den treuen und reinen Elben gelungen ist, ihre volle Zahl von genau zwölf Stämmen mit je zwölf Familien zu je zwölf mal zwölf Elben wieder herzustellen.

Eure Strafe aber sei es, abgeschieden von allem Leben, im ewigen Eis des Nordens zu bleiben. Loki hier“, dabei erwächst aus dem linken kleinen Nebel so etwas wie ein Arm, der auf den Schatten in mehr als riesenhafter Größe, dass jeder Zwerg zur Größe einer Ameise schrumpfen würde, zeigt „wird euch auf eine Halbinsel am Rande der Gestade bringen. Dann wird er die Verbindung zum Festland zerstören und die so geschaffene Insel bis in die tiefsten und kältesten Regionen der Erde schaffen. Dort wird sie für alle Zeiten festgemacht, auf dass ihr fern bleibt unserem Werk. Nur wer von euch in Reue stirbt und vor uns tritt, dem mag ein neues Leben als einfaches Wesen auf Erden geschenkt werden. Wer ohne Reue kommt, muss warten, bis ein anderer Körper frei wird, um wieder auf die Insel zurück geschickt zu werden. Ihr werdet, wie alle anderen auch, Kinder bekommen, doch deren Geister werden die Seelen eurer Verstorbenen sein oder aber die Seelen derer, die in ihrem Leben hier auf Erden eurem bösen Beispiel folgten und geläutert werden müssen.

Euer Dasein wird die Hölle genannt werden und ein jeglicher mag sich fürchten vor diesem Ort. Streit, Missgunst, Zwietracht und Misstrauen bestimme künftig euer Leben.

Weil die Macht, die euch gegeben, auch nach göttlichen Gesetzen nicht mehr genommen werden kann und ihr ohne sie nicht leben könnt, um eure Strafe zu erleiden, werden wir sie bündeln und im Kern der Insel vor euch verschließen. So sei gesichert, dass ihr niemals die Insel verlassen könnt. Wer sich auf‘s Meer wagt, wird unverzüglich sterben, um als Wiedergeburt auf die Insel zurückzukehren.“

„Ihr habt uns schon verurteilt, bevor ihr überhaupt herkamt.“, schreit Alamon mit hassverzerrtem Gesicht erbost. „Ihr wollt nur nicht zugeben, dass wir Recht haben und wir nur eure Kerkermeister sind für die gefangenen Seelen. Ihr …“

In diesem Moment erhebt der riesenhafte Schatten, so groß, dass jeder Zwerg zur Größe einer Ameise schrumpft, seine Arme, wie es scheint. Eine mir bekannt vorkommende Stimme brüllt in ohrenbetäubender Lautstärke: „Schweigt, ihr Teufel, allesamt. Ihr seid aus dem Kreis der Elben ausgestoßen. Alben wird man euch nun nennen, zum Zeichen eurer Herkunft, doch das A stehe für Ausgestoßen.“

Lähmendes Schweigen liegt über allem, als die beiden kleineren Schatten nun ihrerseits die Arme heben. Aus jedem Alb entweicht die Macht, bündelt sich über ihren Köpfen in rasantem Wirbel zu einem dicken Strahl und braust mit lautem Donner in die Wolken und gen Norden davon.

„Von nun an,“, so spricht Kane, „ bis zu eurem Eintreffen auf der Insel lebt ihr nur noch aus der Anwesenheit von Loki. Wenn es ihm gefallen sollte, so mag er euch verlassen und allesamt werdet ihr auf ewig sterben. Eure unreinen Geister werden zerfallen und verwehen, wie die Asche eines Feuers im Winde. Bedeckt euer Haupt und euren Körper mit schwarzem Tuch, denn niemand mag eure hässlichen Fratzen sehen.

Die Natur erfülle ihren Auftrag. Ein jeder Mann werde bereit den Samen zu geben. Jede Frau werde bereit, neues Leben zu geben. Dies gelte für jedwede Art nach dem Willen der Natur.“

Zwischen den beiden Schatten entsteht ein zunehmend wachsender Ball von leuchtend grüner Farbe, der langsam auf den Boden sinkt und bei deren Berührung explodiert. Ich fühle mich in die Höhe gerissen und sehe dabei von ganz weit oben, wie die ganze Erde, soweit ich schauen kann und sicher noch weiter, mit diesem grünen Licht eingehüllt wird. Ich bin völlig in grün eingehüllt.

Das Bild verschwindet und ich höre aus dem großen Nebel, der jeden Zwerg zur Größe einer Ameise schrumpfen lässt: „So also wurden Mann und Frau getrennt. Einen ganzen Sonnenumlauf lang verharrte alles wie und wo es war. Danach war alles vergessen, was vorher war, wie bei einem Kleinkind, das sich nicht an seine Geburt erinnern kann. Redlich mühten sich die verbliebenen Elben, ihrem Auftrag, Frieden zu bringen, gerecht zu werden. Allein es fehlte eben jene Zahl, die fortan als Alben ihr Leben fristen musste. Zwar wandern sie nach wie vor über die Erde, doch Friede wurde kein Dauerzustand mehr. Auch ist bis heute ihre Zahl nicht vollständig und nur das könnte eine neue Friedenszeit beginnen lassen.“

„Verzeiht eine Frage, damit ich alles richtig schreiben kann.“, erdreiste ich mich. „Ihr spracht zu Beginn von Elb und Elbin. Demnach war doch schon Mann und Frau getrennt, oder nicht?“

„Gut aufgepasst.“, lobt mich der Riese im Nebel. „Doch war die Trennung nur eine rein Äußerliche. Erst durch diesen Richterspruch wurde von der Natur dafür gesorgt, dass der Leib einer Frau Frucht bringen und der Leib des Mannes Samen spenden kann. Zuvor war dies nie möglich oder nötig. Wer muss sich vermehren, lebt er ewiglich? Und doch haben die Götter vorausbedacht, was kommen mag.“

Dies soll für jetzt genügen. Erwache und schreibe und schweige.“

* * * * *

Ein aufgeregter Gilbret Steinschleifer begrüßt mich im Reich der Nebel. „Achte auf das, was du schreibst, Waltruda. Nur was du hörst und siehst und spürst ist dir erlaubt.“

„Und eben dies hab ich getan.“, ist meine Antwort voller Unschuld.

„Man weiß, dass du erkanntest, wer mit dir sprach die letzten Male. Dies ist mehr als dir erlaubt.“

„Mitnichten, werter Gilbret. Ich schrieb einzig, dass mir die Stimme bekannt vorkam. Dies war etwas, was ich spürte. Ein Gefühl sagte mir dies, doch nannte ich weder Namen noch zog ich Schlüsse. Ich halte mich an die Regeln. Ich schrieb auch nicht, wie fürchterlich leid mir Sanmari tat, denn der Anblick der wunderbaren Elben ließ mich dies vergessen. Ihr müsst zugeben, dass ich korrekt handelte.“

Gilbret lauscht nach hinten, nickt und wendet sich dann wieder mir zu. „Man ist mit deiner Erklärung zufrieden. Das Werk wird fort gesetzt.“

Unvermittelt steht der riesige Schatten, der jeden Zwerg zur Ameise schrumpfen lässt zwischen uns. „Mir will scheinen, bei dir muss ich noch mehr auf meine Worte achten als bei Alamon damals.“, dröhnt er.

„Nun, so geht es weiter:

Innerhalb des Sonnenumlaufs, in dem die Natur Mann und Weib schied, brachte Loki die elf Alben zu der Halbinsel. Mit seinen mächtigen Armen zerschlug er das Band, das die Insel am Festland hielt, stieg in das Wasser und schob sie an ihren Bestimmungsort. Das Jammern und Klagen, Fluchen und Schimpfen der Verdammten übergehe ich. Wie es nun scheint, hat man sich mit dem Urteil abgefunden; alles schweigt.“

Ab jetzt sehe ich auch wieder, was geschieht.

Von der riesigen Gestalt des Vollstreckers ist nicht viel zu sehen. Ich habe den Eindruck, als würde die Insel vor einem Nebel davon schwimmen. Beim Anblick der inzwischen ganz in schwarz verhüllten Alben wird mir fast Übel vor Angst und es überläuft mich mit Eiseskälte. Jeglicher Glanz ist nun einem fast lichtverzehrenden Schwarz gewichen. Fast schwinden mir die Sinne und ich spüre, wie mich rücklings etwas stützt und ein wenig die Angst nimmt. Ich kann mich nicht umdrehen, denn hier bin ich nur Zuschauer und jeglicher Bewegung unfähig.

„Die Götter haben Glück, dass wir nicht solche Riesen sind wie ihr, Loki.“, schreit Alamon.

„Warum glauben die Kleinen immer, dass sie schreien müssen, wenn sie es mit Größeren zu tun haben. Mein Gehör ist vorzüglich und zudem steht ihr gerade direkt vor meiner Nase. Was also soll mich daran hindern zu verstehen, wenn ihr in vernünftig leisem Ton redet? Und weswegen wähnt ihr es als Vorteil, wäret ihr so riesenhaft wie ich?“

„Wie ich sehe, schwimmt ihr ohne Probleme selbst bei stärkeren Wellen durch dies tiefe Meer. Wer wollte uns daran hindern, die Insel schwimmend zu verlassen?“

„Nicht wer, sondern was hindert euch daran, gilt es zu bemerken und das ist die Kraft die euch genommen wurde. Was die Größe angeht, so wäret ihr durchaus in der Lage, diese zu erreichen. Auf aller Welt findet sich ein Kraut, das man nur richtig zubereiten muss, um daraus einen Wachstum spendenden Trank zu bereiten. Mein Volk nennt es das Riesenkraut.“

„Schön, dass es auf der ganzen Welt zu finden ist, aber doch nicht hier. Auch kenne ich kein >Riesenkraut<. Wie wird es denn noch genannt? Und was unsere Kraft angeht, wo ist die eigentlich. Sollte die nicht mit uns kommen? Ich sehe aber nichts und spüren tue ich auch nichts. Also, wo ist sie abgeblieben?“

„Sie wird erst kommen, wenn die Insel am Zielort ist und ich euch verlassen habe. Nicht dass ihr noch auf die Idee kommt, mich mit vereinten Kräften anzugreifen. Ich bin kein Gott und eure geballte Kraft könnte mir vielleicht gefährlich werden. Sie wird der Anker sein, der die Insel an ihrem Platz hält. Aber sie ist auch die Stütze der Insel. Wird eure Kraft von ihrem Platz genommen, wird dies Eiland unweigerlich versinken.“

„Loki beantwortet die lästigen Fragen des Alben mit unsäglicher Geduld.“, bekomme ich erklärt, was ich nicht spüre. Zunächst herrscht Schweigen. „Loki erkennt, dass hinter der schwarzen Fratze Gedanken von mindestens gleicher Schwärze bewegt werden.“

„Ihr seid mir noch eine Antwort schuldig, Loki. Wie lautet ein anderer Name eures Riesenkrauts?“

Loki ist nicht dumm. „Mancherorts wird es auch Unkraut genannt.“ Dabei lacht er lauthals, weshalb ihm ein großer Schwall Meerwasser in den Mund schwappt und er zu Husten beginnt.

„Das kommt davon, wenn man andere ärgern will. Doch gleich wie das Kraut heißt. Davon wird man wirklich riesig? Wie riesig?“

„Reicht dir meine Größe nicht, du neugieriger Wicht?“

Loki ist die Fragerei leid. Zudem ist man kurz vor dem Ziel. Es rumst enorm, als die Insel an eine Eiswand stößt, die am Ende eines engen Kanals innerhalb des ewiglichen Eises ist. Hier kann sich der Vollstrecker auf das ungeheuer dick gefrorene Wasser hieven. Er nimmt eine gigantischen Eissäule, die er aus einem unsäglichen hohen Eisberg bricht und verschließt damit den Kanal, auf dass die Insel gehalten werde.

„Das mag für´s Erste reichen“, sagt er. Dann springt er ins Wasser, dass hohe Wellen über die Eisbarriere ans Ufer der Insel schlagen. Noch einmal wendet er sich um und ruft: „Alamon, ich habe keine Ahnung, wie das Kraut hier heißt. Aber es hat grüne Blätter und bringt entzückend kleine weiße Blüten hervor, wenn es Sommer wird. Für solch böse Lebewesen wie euch ist es allerdings giftig und ich glaube, hier wird es nicht sehr viele Sommer geben.“ Dabei reckt er die Hand in die Luft und lacht erneut lauthals. Mit Schwung schnellt er sich aus dem Wasser, verwandelt sich und taucht als Blauwal in die Tiefen des Meeres.

Im gleichen Moment kündigt sich mit dumpfem Brausen die Ankunft der Albenmacht an. Wie ein Komet mit langem Schweif rast sie heran und bohrt sich in der Mitte der Insel tief ins Innere hinein. Augenblicklich erhebt sich an dieser Stelle ein gigantischer Vulkan, aus dem es Feuer und heiße Asche schleudert. Bevor das Bild verschwindet sehe ich auch noch an manchen Stellen dampfende Wasserfontänen aus dem Boden schießen. Unter den Albenumhängen erglimmt das Feuer der Macht in ihren Augen.

„Damit war Lokis Auftrag erfüllt und meine Erzählung endet hier, Zwergin. Habt ihr noch eine Frage wie letztes Mal?“

„Ich bitte um Verzeihung, ja. Diese heißen Wasserfontänen, woher kamen die auf einmal in dieser unsäglichen Kälte?“

„Die Insel wehrte sich gegen die böse Macht, die in ihr versenkt wurde. Dies ist der Ausdruck ihres Zornes darüber. Und sie wehrt sich heute noch. Auch der Vulkan wird so lange aktiv sein, wie die Macht in ihm steckt. Manchmal spuckt er seine Wut so hoch in die Luft, dass der Staub bis hier her geweht werden kann. Doch nun genug. Mehr wirst du von anderen erfahren. Ich habe nichts mehr zu sagen.“

Genauso unvermittelt wie er erschien, ist er auch wieder verschwunden.

Ich erwache.

Böse Hoffnung

„Eine sehr schwere Zeit bricht für dich an, arme Waltruda. Dies ist der Tag, an dem du erstmals einer Albin ansichtig wirst. Sie ist eine reuige Albin, die im Krieg gefallen ist und die Götter befanden sie für Wert, in einem normalen Dasein sich zu beweisen. Noch wartet sie auf einen geeigneten Körper, darum ist sie hier und du kannst ihre Geschichte hören. Sei beruhigt, ich stehe dafür, dass dir kein Leid geschieht und bin stets in deiner Nähe, auch wenn du mich nicht zu sehen vermagst. Bedenke, sie hat sich voll Reue erwiesen und wird dir nichts tun. Doch was sie zu erzählen hat, ist gar fürchterlich.

Nun konzentriere dich auf Irandina und ihre Geschichte, das wird dich von deinen Ängsten ablenken.“

Gilbret hat sich in den Nebel zurück gezogen und ich warte. Schließlich höre ich: „Darf ich an dich heran treten, Waltruda?“

Irandina hat eine zarte und leise Stimme. Ich muss genau aufpassen, was sie sagt und vergesse zunächst tatsächlich meine Angst vor ihr.

„Ja, du darfst.“

„Sei bedankt und gegrüßt im Namen der Götter.“

Ich erblicke eine gewöhnliche Frauengestalt, ohne Hinweis darauf, dass sie einst eine Albin und zuvor sogar eine Elbin war.

„Lass dich nicht von meinem Bild täuschen, Waltruda. Mein früheres Aussehen habe ich verloren und ein anderes muss ich erst noch erhalten. Beschreibe mich so, wie ich damals aussah. Oder besser nein, keine Beschreibung. Außer uns können nur die Elben und Götter unsere wahre Gestalt sehen.“

Augenblicklich erhalte ich Einblick auf das damalige Geschehen. Irandina erklärt: „Dies ist der Zeitpunkt, an dem uns Loki verlassen und unsere Macht sich in den Inselgrund gebohrt hat. Am Ufer steht Alamon. In meinen Augen damals ein schöner Alb, mit stolzer Haltung und enormer Ausstrahlung. Trotzdem hasste ich ihn. Eigentlich hassten wir uns alle gegenseitig. Keinerlei Vertrauen untereinander und keiner gönnte dem anderen etwas. Es war gerade so, wie die Götter in ihrem Urteil verkündeten. Du wirst es erleben, Waltruda. Ab jetzt bist du nicht mehr Beobachterin, du bist mein Ich von damals.“

Ich spüre, wie ich in das Bild, das ich eben noch sah, hinein gezogen werde, bis ich aus Irandinas Augen blicke. Und ich spüre, was sie spürte; ich höre, was sie hörte, und ich denke. …

Ich bin Irandina.

Saukalt ist es hier. Der schwarze Umhang spendet kaum Wärme. Ich blicke nach oben. Ist das jetzt Schnee oder Schmutz aus dem Vulkan, den unsere Macht geschlagen hat? Egal, es ist auf jeden Fall unangenehm und eklig. So einen Blödsinn können sich nur die Götter einfallen lassen.

Aha, das grüne Leuchten ist verschwunden. Also hat die Natur ihr Werk beendet. Ich bin eine Frau. Wie ich die einfachen Geschöpfe beneide. Sie haben alles vergessen, was vorher war. Ich weiß und spüre den Unterschied in mir. Ein merkwürdiges unbeschreibliches Gefühl. Gleichzeitig wächst in mir eine bisher unbekannte Begierde; auf einen Mann. Und Schuld an allem hat der Idiot da vor mir. Auch wenn er verdammt gut aussieht. Mit dem könnte man schon mal. Möge er unter der Veränderung zum Manne leiden ohne Ende. Wie das wohl die anderen empfinden? Ich drehe mich zu ihnen, um zu sehen, wie es ihnen geht.

Da sitzt Grima auf einem Felsen am Ufer. Sie hält sich den Bauch, also wird es ihr wohl auch gerade so merkwürdig sein. Hinter ihr steht Dschinngo, fast am Rande zum beginnenden, schier unübersehbaren Eisfeld, das nur durch hohe Felsformationen unterbrochen wird. Er blickt mehr als nur gierig auf sie und seine Hände sind nicht so ruhig wie sonst. Will er sie jetzt meucheln oder begatten? Verständlich wäre letzteres. Sie sieht fast so gut aus, wie ich. Ein bisschen weniger Busen, aber einen tollen Hintern hat sie. Pass nur auf, dass dir der Arsch nicht auf dem Felsen anfriert. Da gäb es wenigstens was zu lachen hier.

Rechts weiter nach hinten steht Lunarus und blickt gespannt an sich herab. Wartet der auf etwas? Was soll bei einem Kerl von solch schwächlicher Gestalt schon werden? Das denkt Ka-Ra anscheinend nicht. Mädchen, vergiss es. Du bist viel zu viel Frau und viel zu groß. Den Kleinen machst du platt, wenn du ihn nur ansiehst. Außerdem kommt der Knirps bei dir hinten doch gar nicht hoch. Der fällt doch runter wie ein Zwerghahn von der großen Henne. Merkwürdig, woher ich den Vergleich nehme. Ich hasse die Natur.

Elrone und Guggeri scheinen sich schon einig zu sein. Bestimmt verschwinden die bald in der nächsten Eisspalte. Friert euch nur nichts ab, Kinder. Ihr solltet warten, bis wir eine wärmende Bleibe haben und dann komm ich erst einmal dran.

Freddori zeigt keinerlei Regung. Was hat der denn für Gelüste? Pech gehabt, Mann, wenn du nicht magst, könnt ich vielleicht mit Morlogane Spaß haben. Das ist alles ungemein aufregend.

Was will Zwilter? Bleib mir ja vom Leib. Wer wann dran kommt, bestimme ich und nicht du. Du bist garantiert nicht der Erste. Du nicht. Das hier wird meine Insel und ihr werdet schön nach meinem Willen tanzen. Das kriegt Alamon jetzt auch gleich mal klar gemacht.

„Und jetzt, großer Seelenbefreier, wie geht es weiter? Mit sowas hast du natürlich nicht gerechnet. Und wir sitzen wegen dir in der Scheiße. Sollen wir dich zum Lohn auch ein wenig >befreien< ?“

Das ist doch eine Unverschämtheit, wie quälend langsam der sich zu mir umdreht.

„Was willst von mir, Weib. Willst du vielleicht sagen, ich sei schuld an allem? Willst du lieber wieder zurück zu den blinden Elben? Bei den Göttern lieb Kind spielen und um Gnade winseln? Wie viele Seelen hast du aus den Körpern gequetscht oder geprügelt? >Alamon, ich hab mich noch nie so glücklich und zufrieden gefühlt<, hast du gequiekt, wie ein Schweinchen. Verschwende deine Gedanken lieber wie die anderen darauf, wie du deine ersten Gelüste befriedigst. Oder bildest du dir vielleicht ein, sagen zu können, was hier und jetzt zu tun ist? Lass das mal meine Sache sein. Ich hab immer noch den meisten Verstand in diesem Haufen.“ Seine Stimme ist voll ohnmächtiger Wut. Sein Tonfall ist giftiger als die gefährlichste Schlange.

Diese Rede wird von protestierendem Gejohle der anderen und Zwischenrufen wie „Wer´s glaubt!“, „Großmaul!“ und ähnlichem quittiert. Ich verschränke die Arme vor der Brust. Sieht gut aus und keiner merkt, dass ich mich damit des merkwürdigen Ziehens darin erwehren will. Scheiß Veränderung.

„Ach, du weißt natürlich schon alles. Bist du ein Gott oder ein Großmaul?“ rufe ich ihm entgegen. Ich bin mindestens genauso gereizt wie er.

„Lass es mich so sagen, Irandina: Ich bin klüger als ihr alle zusammen. Selbst wenn man den Kleinen zehnmal zählen würde.“

Lunarus ist zwar nicht so stark, wie Alamon, doch wesentlich schneller in seinen Bewegungen. Es ist kaum zu glauben, wie schnell er sich bückt und voll Wut einen harten Eisbrocken auf seinen Beleidiger schleudert.

Volltreffer, dachte ich. So schnell kann ich kaum schauen und nur aus dem Augenwinkel heraus erkenne ich, dass sich Alamon, wie erwartet, nicht bewegt. Trotzdem fliegen mir kurz darauf kleine Eisbrocken um die Ohren. Leider auch einer ins linke Auge, das sich durch den natürlichen Reflex zu spät und nur leicht schließt. Es schmerzt.

„Seid ihr verrückt? Was soll das?“

Für Alamon denke ich zu langsam, denn er lacht mich aus. „Hast du mal wieder alles verschlafen, kleine Irandina? Nichts von meiner Abwehr mitbekommen, außer dem kleinen Eisbröckchen?“

Ich drücke auf mein schmerzendes Auge und blicke ihn wütend mit dem unversehrten Rechten an.

„Während ihr euch um Kinderkram kümmert, habe ich sehr viel weiter gedacht. Ich glaube kaum, dass einer von euch meine Gedanken wird teilen können, doch ich werde sie euch gerne auch drei oder viermal erklären.“

Dieser Mistkerl ist uns doch schon wieder um Längen voraus. Was hat der ausgebrütet?

„Hört mir zu. Falls ihr es vergessen habt, besitzen wir hier immer noch unsere Macht. Und wie ihr wisst, können wir diese nicht gegeneinander einsetzen. Wir werden uns also von Hand umbringen müssen.

Wie wohl nicht alle gesehen haben“, dabei blickt er zu mir, „oder nicht konnten, können wir aber unsere Macht zur Abwehr einsetzen. Es war ein Leichtes, den Eisklumpen abzuwehren. Dazu muss man nur ein klein wenig Denken. Wenn ihr brav seid, werde ich es euch eines Tages beibringen.“

Für sein dreckiges Grinsen würde ich ihm gerne eine rein schlagen. Wahrscheinlich aber kommt meine Faust gar nicht nah genug heran.

„Also aufgepasst. Zunächst müssen wir uns um unser eigenes Wohl kümmern. Ich gedenke nicht länger, hier in dieser Saukälte zu stehen und auf das Meer zu starren. Ein Blauwal namens Loki wird sich hier nicht mehr blicken lassen.“

Bisher hat Alamon vernehmlich laut gesprochen. Ab jetzt könnte man sagen, er brüllt.

„Wir werden uns rächen, an ihm und an allen Göttern, die nicht zugeben wollen, dass wir im Recht sind! Reifeprozess – pah! Ihr Werk missachten – ein Witz. Die werden noch sehen, wie wir ihr Werk achten. Mit Krieg werden wir die Welt überziehen, bis jeder die harmlosen Götterchen verlachen wird.“

„Und wie willst du das machen, du Spinner? Fliegen wir von der Insel? Jeder sein Päckchen Macht auf dem Buckel, damit wir nicht tot ins Meer fallen und auch noch ersaufen?“ Freddori hält deutlich wenig von Alamons Phantasien.

„Mein Junge, denk doch mal nach, falls du das mit deinen Knoten im Gehirn hinkriegst. Nochmal: Wir besitzen noch unsere Macht. Wir haben nur noch nicht gelernt, wie wir sie richtig einsetzen können. Aber das werden wir, Mann, das werden wir. Und eines Tages werden wir auch heraus finden, wie wir diese Insel verlassen können, ohne tot umzufallen.“

Richtig beschwörend ist seine Rede geworden, während er auf Freddori zugeht und ihm auf die Schulter klopft. Der hat voll Misstrauen seinen Kopf zur Seite genommen. Darauf reagiert Alamon aber nicht. Er wendet sich wieder uns allen zu.

„Ein Haus werden sie uns hier bestimmt nicht hingestellt haben. Also suchen wir uns erst einmal eine Höhle. Dort machen wir uns ein Feuerchen zum wärmen und ich werde euch dann weiter erklären, was mein Plan ist. Lasst euch überraschen.“

Ich weiche aus Irandinas Körper und sehe sie wieder neben mir stehen. Ich bin schweißgebadet und mein Körper tut mir weh. Mehr als deutlich habe ich die Veränderung des Leibes gespürt. Gelobt seien die Götter, dass die Erinnerung nicht in unseren Köpfen blieb.

„Brauchst du eine Pause, Waltruda?“, will Irandina wissen.

„Kommt noch viel?“, frage ich dagegen.

„Ich will dich nicht drängen, doch habe ich dir sehr viel zu berichten und ich weiß nicht, wann mich die Götter abberufen, wenn es für mich einen neuen Körper gibt. Andererseits verstehe ich, wenn du eine Ruhepause benötigst, denn es ist sicherlich schwer zu ertragen für dich.“

Ich atme tief durch und wische mir den Schweiß von der Stirn. Wieso kann ich meinen Arm bewegen? Bisher war ich doch zur Bewegungslosigkeit verdammt. Ich schaue zu Irandina und in Alamons Augen. Irgendwer hat mir die Entscheidung abgenommen… Ich sitze neben ihm.

„Na, Kleine, wird dir von meinen Ausführungen warm oder vom Feuer? Oder wird dir gar warm wegen mir?“

Ein gemeines Grinsen begleitet diese Worte. Könnt ich ihm doch die strahlenden Zähne einschlagen. Was bildet der sich ein?

„Hältst du mich für blöd, oder was? Einzig das Feuer bringt mich zum Schwitzen.“

„Also das Feuer in mir.“, grinst er mich weiter an.

Autsch, mein Handgelenk. Sein Griff ist eisern, als er meinen Versuch, ihn zu ohrfeigen, bereits im Keim erstickt. Nur nach seinem Willen kann ich ihm meinen Arm entreißen.

„Bilde dir nur keine Schwachheiten ein, Kindchen. Du wirst mich nie überwinden.“ Das Grinsen ist aus seinem Gesicht gewichen und blanke Wut und Hass starren mich aus seinen Augen an.

„Das werden wir noch sehen, Tyrann.“, gebe ich trotzig zurück.

Seine rechte Hand schnellt vor und packt mich schmerzhaft am Kinn. Er steht auf und dabei drückt er meinen Kopf weiter nach hinten, dass auch noch das Genick lautstark protestiert. „Kümmere dich um deinen Auftrag, statt mir zu drohen.“ Ein weiter verstärkter Druck nach hinten zwingt mich dazu, vom Felsbrocken zu stürzen, auf dem ich Platz genommen habe. Seine Hand lässt mich los.

Ich entscheide mich dafür, mir das schmerzende Genick zu reiben, damit ich trotz weiter spürbarem Druck auf dem Unterkiefer reden kann. „Sehr wohl, Gebieter.“

All meinen Trotz und Wut lege ich in diese drei Worte, doch Gebieter hätte ich ihn nicht nennen sollen. Alamon überhört bewusst meinen Tonfall und freut sich. „Habt ihr gehört? Gebieter hat sie mich genannt. Ein braves Kind. Ich werde mir überlegen, diesen Titel weiter zu führen.“ Deutlich barscher darauf: „Und jetzt macht, was ich gesagt habe.“

Nur wegen seiner Machtdemonstrationen folgen wir widerwillig dieser Aufforderung. Wer weiß, was der inzwischen noch alles in sich entdeckt hat. Am Ende kann er unsere Gedanken lesen. Das könnte tödlich sein.

Lunarus, Freddori und Guggeri sollen den Wohnraum, also die Höhle hier, mit ihren neu erkannten Kräften erweitern. Das würde die Bewegung von Sachen mit Geisteskraft üben. Die Männer schwitzen wahnsinnig vor Anstrengung. Es ist etwas anderes, ein Steinchen mit Willenskraft zu heben, als ganze Brocken aus einem alten Fels zu brechen und nach draußen zu transportieren. Wir anderen sollen versuchen, andere Lebewesen zu erspüren, denn die Natur verlangt ihr Recht und wir haben riesigen Hunger. Verdammte Natur.

Ich schaue, wie sich die anderen verhalten. Anscheinend tun sie tatsächlich, was von ihnen verlangt wurde. Wie vertrauensselig. So geistig versunken sind die doch alle willige Opfer für Alamon. Im Moment merken die doch überhaupt nicht, was um sie herum vor sich geht. Oder täusche ich mich? Lauern die gar genauso misstrauisch und argwöhnisch wie ich? Was mach ich jetzt? Ah, ja.

„Ich geh nach draußen. Hier drin spüre ich nichts. Nicht den Hauch eines Lebewesens. An der Küste krieg ich vielleicht einen Fisch zu packen. Wär doch was, oder?“

Ich warte keine Antwort ab und gehe raus in die Kälte. Der verflixte Vulkan spuckt immer noch. Das Glühen der Lava ist weithin sichtbar. Wo mag das Wasser hinfließen, das bei dieser Hitze aus dem Eis entsteht? Wir müssen unser Eiland noch erkunden, so richtig, nicht nur mit Gedanken.

Der Vulkanstaub hat sich hoch oben zu einer dichten Wolke gesammelt. So kann es wirklich niemals Sommer werden hier. Sogar so ein dämlicher Riese hat mehr Grips, als ich, denke ich. Der wusste, wovon er redet. Ob es dieses Kraut für Riesenwachstum wirklich gibt? Gerade noch kann ich einem der durch die Luft fliegenden Felsbrocken ausweichen, der mit kräftigem Plumps neben mir zu Boden fällt. Greift mich da einer an? Oder nur Schussligkeit?

„Passt auf da drin. Ich habe keine Lust, euch als Mahlzeit zu dienen. Nur weil wir nichts Essbares finden, will ich nicht erschlagen werden.“ Auch so ein Blödsinn der Götter. Wir werden bestraft, weil wir getötet haben und jetzt hat die Natur zugeschlagen und unsere Körper verlangen nicht mehr nur Obst und Getreide und Gemüse. Jetzt soll es auch Fisch und Fleisch sein. Da muss man doch töten. Oder sollen wir das am Ende auch noch verschuldet haben? Die dussligen Elben packen ihren Auftrag nicht mehr, die Erde und die Natur zu befrieden, nur weil ihnen elf abhanden gekommen sind. Ein Witz! Egal, ich hab die Regeln nicht gemacht. Sollen die Götter doch zusehen, wie sie ihren geliebten Spielplatz Erde wieder in Ordnung kriegen. Ist nicht mein Problem. Ich will jetzt Essen, das ist mein Problem. Wie krieg ich etwas? Es dunkelt schon und ich kann nicht mehr sehr weit sehen. Im Wasser brauche ich nicht zu suchen. Um etwas mit meiner Macht fangen und greifen zu können, muss ich es sehen. Ich spüre sogar große Wale in der Nähe, aber ohne Sicht klappt das nicht. Ich werde mal auf die Felsen dort klettern. Vielleicht kann ich von dort oben etwas erblicken.

Beim Klettern merke ich, dass in meinem Körper auch Muskeln arbeiten. Hände und Arme schmerzen, bei der ungewohnten Betätigung.

Mist, glatt. Auf dieser bescheuerten Insel ist alles beschissen. Fast wäre ich abgestürzt. Donnerwetter schon so hoch. Fast hundert Fuß, das hätte sich rentiert.

Geschafft. Oben.

Was ist das denn? Ist das Fleckchen hier das einzige, das nicht weiß ist? Ich hasse dieses Unschuldsweiß. Und verdammt windig ist es hier oben auch noch. Brrr, dabei kann ich mich doch nicht konzentrieren. Vielleicht hilft es, die Augen zu schließen. Die Tränen, die der eisige Wind heraus zwingt, hindern mich sowieso nur.

Mmh, so auf die Schnelle ist jetzt nichts zu entdecken. Außerdem lenkt mich schon wieder dieses neue Gefühl im Bauch ab und die geschlossenen Augen tun ein Übriges, um ganz andere Gedanken zu haben. Ich spüre die Kälte nicht mehr. Dafür Hände, die mich langsam und zärtlich streicheln. Von den Schultern sanft herab, bis auf die Hüften. Nun gleiten sie vor auf den Bauch und während die eine langsam nach oben zu den Brüsten wandert, hat sich die andere zwischen meine Beine verirrt. Ich atme schwer. Mir wird heiß und begierig, mehr zu genießen, lehne ich mich zurück, wo ich männliche Erregung und sicheren Halt spüre.

Halt!?!

Ich reiße die Augen auf. Ich spüre heißen Atem in meinem Nacken und Arme, die mich im Augenblick meines Widerstandes sofort wie Klammern halten. Am Geruch erkenne ich -„Alamon, lass mich los.“

„Das fällt mir doch jetzt grad überhaupt nicht ein. Wo es doch so schön ist und noch schöner werden wird.“

Dieser schmierige Tonfall erregt meinen Ekel. Heftig presst er seine Männlichkeit zwischen meine Pobacken. „Ich will jetzt nicht und mit dir schon gleich gar nicht.“ Augenblicklich packt er mich fester und schleudert mich zu Boden. Im Fallen drehe ich mich, um einen weiteren möglichen Angriff abzuwehren. Ich stolpere rückwärts, schlage mit dem Kopf auf und bin kurzzeitig benommen. Das nutzt er sofort aus. Schnell ist er über mir.

„Das ist schade, dass du nicht willst.“ Dieser aggressiv harte Ton ist wieder der normale Alamon. „Aber ich will jetzt. Genau jetzt!“

Immer noch benommen und wehrlos spüre ich, wie er sich unter meinen Gewändern zu schaffen macht, sofort eindringt und heftigst immer und immer wieder zustößt. Ein wahnsinniger stechender Schmerz rast durch meinen Körper. Ich schreie, versuche, mich zu wehren, doch mit eisernem Griff hält er mich fest und mit seinem Gewicht presst er mich auf den Boden. Da ist es auch schon vorbei.

Schwer atmend kniet er vor mir. Sein Samenspender hängt nass und schlaf herab. Ich komme wieder zu mir.

Rache! Und Gelegenheit!

Beide Beine ziehe ich an und stoße sie, so fest ich kann, in seinen Unterleib. Eine sehr schmerzhafte Erfahrung für Alamon. Diese Stelle ist äußerst empfindlich. Aufschreiend taumelt er einige Schritte rückwärts, krümmt sich und greift sich zwischen die Beine.

Jetzt bin ich im Vorteil, du Dreckskerl. Voller Wucht trete ich ihm unter das Kinn, dass sein Kopf nach hinten geschleudert wird. Er fällt zu Boden. Ich trete immer und immer wieder zu. Kopf, Rücken, Bauch, gleich wie er liegt oder was ich treffe. Die Wut muss raus.

Der glatte Untergrund tut ein Übriges und langsam rutscht und windet sich Alamon näher an den Abgrund. Nur noch einen Dreher mehr und er ist gewesen.

„Töte mich nur, Irandina. Das macht gar nichts. Du wirst es sehen. Mich wirst du nicht los.“

Er ist kaum zu verstehen, so sehr blutet er aus dem Mund, aber sogar jetzt bringt er noch sein zynisches Lächeln zustande. Das reicht! Ein letzter Tritt.

„Bis bald, Irandina!“

Ein vernehmliches Krachen beendet seinen Sturz in die Tiefe. Vor Schmerz die Hände auf den Bauch gepresst, trete ich vorsichtig nach vorn und blicke auf das Ergebnis meiner Raserei hinab. Auf dem abschüssigen und vereisten Hang ist Alamon noch ein gutes Stück weiter gerutscht, eine deutliche Blutspur hinter sich lassend. Bar jeglicher Reinheit schießt Alamons schwarze Seele in den Himmel. Auch in unserer Höhle hat man den Aufprall gehört und schon bald ist die Leiche von den anderen umringt.

Mühsam klettere ich wieder hinunter zu den übrigen Alben. Alle sehen mich an.

„Mag den jemand essen?“

Kopfschütteln erhalte ich als Antwort.

„Der ist bestimmt giftig.“, meint Morlogane. „Ein Wunder, dass er nicht an seinem eigenen Gift verreckt ist.“

Mit einer unterstützenden Armbewegung hebe ich den toten Körper mit meinen Gedanken hoch, lasse ihn durch die Luft fliegen und weit draußen, weil ich ihn nicht mehr sehen kann, stürzt er ins Meer. Ich hätte ihn am liebsten noch weiter weg geschafft.

„Nun, ich denke, ich werde jetzt hier das Kommando übernehmen.“

„Da hast du wohl falsch gedacht, Irandina. Das wird Guggeri machen.“, bekomme ich von Elrone zu hören. Überrascht blicke ich die Beiden an. Wie sie sich an ihn heran drängt. Die sind sich wohl mehr als einig.

„Bilde dir keine Schwachheiten ein. Nur weil du Alamon erledigt hast, bist du nicht automatisch unsere Führerin. Hättest du ihn nicht von den Felsen gestoßen, hätten wir schon für sein Ableben gesorgt. Du hast uns Arbeit abgenommen. Danke dir. Das war´s. Jetzt gehen wir alle erst einmal hinein und beratschlagen uns. Wir sind nicht von Alamons Schlag und bilden uns nicht ein, die Weisheit gepachtet zu haben. Auch wenn wir uns alle so ungeheuer mögen, müssen wir gemeinsam überleben. Das sollte Grund genug sein, unsere Abneigung gegen einander zu überwinden.“

Das war Guggeris Antrittsrede auf die keinerlei Widerspruch folgt. Warum auch. Irgendwo haben sie leider Recht und außerdem: Sie sind zu Zweit.