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In ihrem Streben nach einem impressionistischeren Kunstverständnis, stießen die Moskauer Künstler des späten 19. Jahrhunderts auf einen jungen Künstler namens Walentin Serow, der dieses Ziel unbewusst schon in Angriff genommen hatte und mit seinen Bildern das Lyrische im alltäglichen Leben zum Vorschein brachte. Von der Unterweisung zweier großer Künstler und Lehrer, Ilja Repin und Pawel Tschistjakow, profitierend, entwickelte sich Serow zu einem der besten Porträtmaler seiner Zeit. Seine außerordentliche Kunstfertigkeit zeigt sich in Bildern wie Das Mädchen mit den Pfirsichen oder Odysseus und Nausikaa. Somit eröffnete Serows kreatives Schaffen der russischen Malerei den Weg in die bildende Kunst des 20. Jahrhunderts.
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Seitenzahl: 113
Veröffentlichungsjahr: 2012
Autor:
Dmitri V. Sarabianov
Layout:
Baseline Co. Ltd
61A-63A Vo Van Tan Street
4. Etage
Distrikt 3, Ho Chi Minh City
Vietnam
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© Parkstone Press International, New York, USA
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Dmitri V. Sarabianov
Einführung in die russische Malerei
Der erste Meister der russischen Malerei
Grafische Werke
Biografie
A
„Ach, ihr Soldaten, ihr tapferen Burschen, wo ist euer Ruhm?”, 1905
Akt, 1900
Akt, 1900
Alexander Puschkin in einem Park, 1899
Alexander Serow, Vater des Künstlers
Ein altes Badehaus in Domotkanowo, 1888
Am Fenster. Porträt von Olga Trubnikowa (unvollendet), 1886
Anna Pawlowa im Ballettstück „Les Sylphides”, 1909
B
Bäuerin im Fuhrwagen, 1896
Bühnenentwurf für die Oper „Judith”. Akt I und V: Platz im belagerten Bet-El, einer antiken Stadt in Judäa, 1907
Bühnenentwurf für die Oper „Judith”. Akt III: Holofernes’Zelt, 1907
D/E
Der Diener Abrahams findet eine Braut, Rebekka, für Isaak, 1894
Die Dohle in Pfauenfedern. Zeichnung für Krylows Fabeln, 1895-1911
Dorf, 1898
Entwurfsvarianten des Vorhangs für die Ballettaufführung Scheherazade, 1910
F/G/H
Ein finnischer Hof, 1902
Der Fuchs und die Weintrauben. Zeichnung für Krylows Fabeln, 1895-1911
Gartenterrasse mit Balustrade, 1903
Hengstfohlenan der Tränke. Domotkanowo, 1904
Herbstabend. Domotkanowo, 1886
Herde, 1890er Jahre
Der Heuschober, 1901
I/K
Im Dorf. Bäuerin mit Pferd, 1898
Im Sommer. Porträt von Olga Serowa, 1895
Im Winter, 1898
Katharina II. beim Ausritt, 1906
Katharina II. zur Jagd mit Falken, 1902
Kinder (Sascha und Jura Serow), 1889
Kleiner Teich in Abramzewo (Studie), 1886
M/O
Mädchen im Sonnenschein. Porträt von Maria Simonowitsch, 1888
Mädchen mit Pfirsichen. Porträt von Vera Mamontowa, 1887
Maria Fjodorowna Mamontowa zu Pferd, 1884
Maria und Nadeschda Simonowitsch, die Cousinen des Künstlers, und Olga TrubnikowaMarkus Platz in Venedig (Studie), 1887
Mika Morosow (Porträt von Michail Morosow), 1901
Eine Mühle in Finnland, 1902
Ochsen (Studie), 1885
Offenes Fenster. Flieder (Studie), 1886
Oktober in Domotkanowo, 1895
P
Peter I. auf der Hetzjagd, 1902
Peter I., aus der Serie Illustrierte Geschichte Russlands, 1907
Peter I. in Monplaisir, 1910-1911
Peter II. und die Kronprinzessin Elisabeth auf der Hetzjagd, 1900
Pferde an der Meeresküste, 1905
Pferde an der Meeresküste, 1905
Der Pokal des Großen Adlers, 1910
Pomoren, 1894
Porträt der Großherzogin Olga Alexandrowna, 1893
Porträt der Prinzessin Olga Konstantinowna Orlowa, 1911
Portät des Fürsten Felix Jussupow, Graf Sumarokow-Elston (Vater), 1903
Porträt des Grafen Felix Felixowitsch Sumarokow-Elston mit Hund, 1903
Porträt des Großfürsten Pawel Alexandrowitsch, 1897
Porträt des Kaisers Nikolaus II., 1900
Porträt des Sängers Angelo Masini, 1890
Porträt des Sängers Francesco Tamagno, 1891-1893
Porträt von Adelaida Simonowitsch, 1889
Porträt von Alexander Konstantinowitsch Glasunow, 1899
Porträt von Alexander Turtschaninow, 1906
Porträt von Alexej Wikulowitsch Morosow, 1909
Porträt von Alfred Pawlowitsch Nurok, 1899
Porträt von Anna Pawlowna Pawlowa, 1909
Porträt von Anna Staal, 1910
Porträt von der Prinzessin Zinaida Jussupow, 1900-1902
Porträt von Fjodor Iwanowitsch Schaljapin, 1905
Porträt von Henriette Hirschmann, 1907
Porträt von Ida Lwowna Rubinstein, 1910
Porträt von Ilja Jefimowitsch Repin, 1901
Porträt von Ilja Semjonowitsch Ostruchow, 1902
Porträt von Isaak Iljitsch Lewitan, 1893
Porträt von Isabella Iuliewna Grünberg, 1910
Porträt von Iwan Michailowitsch Moskwin, 1908
Porträt von Iwan Morosow, 1910
Porträt von Iwan Zabelin, 1892
Porträt von Jekaterina Tschokolowa, 1887
Porträt von Jelena Balina, 1911
Porträt von Jelena Oliw, 1909
Porträt von Jelizaweta Sergejewna Karzinkina, 1905
Porträt von Jewdokija Losewa, 1903
Porträt von Konstantin Dmitrijewitsch Balmont, 1905
Porträt von Konstantin Korowin, 1891
Porträt von Konstantin Petrowitsch Pobedonoszew, 1902
Porträt von Konstantin Sergejewitsch Stanislawski, 1908
Porträt von Leonid Andrejew, 1907
Porträt von Margarita Morosowa, 1910
Porträt von Maria Akimowa, 1908
Porträt von Maria Lwowa, 1895
Porträt von Maria Nikolajewna Jermolowa, 1905
Porträt von Maria Pawlowna Botkina, 1905
Porträt von Maxim Gorki, 1905
Porträt von Michail Michailowitsch Fokine, 1909
Porträt von Nadeschda Derwis mit Kind, 1888-1889
Porträt von Nadeschda Petrowna Lamanowa, 1911
Porträt von Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow, 1898
Porträt von Nikolai Andrejewitsch Rimski-Korsakow, 1908
Porträt von Nikolai Posniakow, 1908
Porträt von Nikolai Semjonowitsch Leskow, 1894
Porträt von N.Z. Rappoport, 1908
Porträt von Olga Fjodorowna Trubnikowa, 1885
Porträt von Pawel Petrowitsch Tschistjakow, 1881
Porträt von Piotr Petrovitsch Semjonow-Tjen-Schanski, 1905
Porträt von Praskowja Mamontowa, 1889
Porträt von Sawwa Mamontow, 1887
Porträt von Sergej Djagilew (unvollendet), 1904
Porträt vonSofia Botkina, 1899
Porträt von Sofia Dragomirowa-Lukomskaja, 1900
Porträt von Tamara Platonowna Karsawina, 1909
Porträt von Wanda Landowska, 1907
Porträt von Wassili Iwanowitsch Katschalow, 1908
Porträt von Wazlaw Nischinski, 1910
Porträt von Wera Pawlowna Siloti, 1902
Porträt von Wladimir Golizin, 1906
Porträt von Wladimir Ossipowitsch Girschman, 1911
Porträt von Wladimir Wladimirowitsch von Meck, 1901
Q/R
Das Quartett. Zeichnung für Krylows Fabeln, 1895-1911
Raub der Europa, 1910
Raub der Europa (Skizze), 1910
S/U
Sascha Serow, 1897
Scheunen, 1904
Schiavoni-Kai in Venedig (Studie), 1887
Selbstbildnis, 1885
Selbstbildnis, 1901
Selbstbildnis (mit Ilja Repin gezeichnet), 1883
Der Spitz.Zeichnung für KrylowsFabeln, 1895-1911
Überwucherter Teich in Domotkanowo, 1888
V
Valentina Serowa, Mutter des Künstlers.
Valentin Serow als junger Mann
Valentin Serow als Kind
Valentin Serow bei einem Fest von Sawwa Mamontow in Abramzewo, 1888
Valentin Serow beim Porträtieren von Isaak Lewitan, 1893
Valentin Serow, Ilja Ostruchow und Sergej, Michail und Jurij Mamontow in Abramzewo, 1888
Valentin Serow,Ilja Repin, 1901
Valentin Serow mit den Mitgliedern seines Küntlerkreises aus Abramzewo, 1886
Valentin Serows Atelier in Paris
Valentin Serow, späte 1880er Jahre
Valentin Serow und Piotr Spiro, ein Mitglied von Mamontows Künstlerkreis
Valentin Serow und seine Studienkollegen, Michail Wrubel und Wladimir Derwiz, 1883-1884
W
Wäschespülen. Am Fluss (Studie), 1901
Weibliches Modell, 1905
Winter in Abramzewo. Kirche (Studie), 1886
Der Wolf und der Kranich. Zeichnung für Krylows Fabeln, 1895-1911
Der Wolf und die Hirten.Zeichnung für KrylowsFabeln, 1895-1911
Öl auf Leinwand, 49,4x39,7cm.
Die erhabene Metaphorik der großen Ikonenmaler, die Porträtmalerei des 18. und des 19. Jahrhunderts, die Bilder der See, des Schnees und der Wälder, die Darstellungen des bäuerlichen Lebens und die historischen Gemälde der Wanderer, die Eleganz der Bewegung Welt der Kunst, die kühnen Experimente der Künstler des frühen 20. Jahrhunderts... Wer mit der russischen Malerei nicht vertraut ist, wird ihren Reichtum und ihre Vielseitigkeit als eine Überraschung oder zumindest als eine aufregende Entdeckung empfinden.
Die Entscheidung Peters des Großen, eine Hauptstadt zu bauen, die „... ein Fenster nach Europa” sein würde, war für die russische Malerei von beträchtlicher Bedeutung. Zum einen holte er Architekten, Handwerker und Künstler aus verschiedenen Teilen Europas nach Russland. Sie sollten sowohl die Bauten St. Petersburgs entwerfen und verzieren als auch ihre russischen Zeitgenossen in den Fertigkeiten unterweisen, die erforderlich waren, um seinen Plan der Modernisierung des gesamten Landes umzusetzen. Mit einer ähnlichen Intention finanzierte er die Ausbildung russischer Künstler im Ausland, und auch seine Planungen zur Einrichtung einer Kunstabteilung in der gerade neu gegründeten Akademie der Wissenschaften sollten diesem Ziel dienen. Diese Pläne trugen nach dem Tod Peters des Großen erste Früchte: Man gründete im Jahre 1757 die Kaiserliche Akademie der Künste, die sechs Jahre später ihren eigentlichen Betrieb aufnahm und über ein Jahrhundert lang einen außerordentlich starken Einfluss auf die russische Kunst ausübte. Sie wurde durch eine Vorbereitungsschule ergänzt, in die hoffnungsvolle künstlerische Talente schon mit sechs oder zehn Jahren geschickt wurden. Die Akademie war durch eine äußerst strenge Hierarchie gekennzeichnet, in der die vergebenen Titel von „Künstler ohne Rang” bis hin zum Akademiemitglied, Professor und Ratsmitglied reichten. Studenten, die über die nötige Ausdauer verfügten, mühten sich 15 Jahre mit ihren Studien ab. Bis zum letzten Viertel des 19. Jahrhunderts wurde die Akademie durch das bedingungslose Festhalten an klassischen Ideen beherrscht. Russische Künstler empfanden die Vorschriften und Einstellungen der Akademie häufig als frustrierend. Ihr Verdienst bestand jedoch zweifellos darin, dass sie verheißungsvollen Talenten eine umfassende und strenge künstlerische Ausbildung ermöglichte.
Anfangs stellten ausländische Künstler die Mehrheit des Lehrkörpers der Akademie dar, in erster Linie Franzosen und Italiener. Dies hatte zur Folge, dass die russische Malerei während der zweiten Hälfte des 18. und der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stark von den Modeströmungen beeinflusst wurden, die in anderen Teilen Europas vorherrschten und Russland erfahrungsgemäß mit einer leichten Verzögerung erreichten. Angesichts der Entfernung zwischen St. Petersburg und Moskau einerseits und den westeuropäischen Hauptstädten andererseits ist dieser Rückstand kaum verwunderlich. Aber die russischen Maler hatten durchaus Möglichkeiten, sich mit russischer und nicht-russischer Kunst vertraut zu machen. Sie verdankten dies sowohl der Verbreitung von Reproduktionen – häufig Stiche und Lithografien – als auch der Angewohnheit der herrschenden Klasse, im großen Stil Kunstwerke zu erwerben. Katharina II., die Große, unterstützte die Akademie nicht nur finanziell (unter anderem durch Reisestipendien für Absolventen), sondern kaufte auch Meisterwerke französischer, italienischer und niederländischer Künstler für die Eremitage. Während der Französischen Revolution (1789) gelang ihren Agenten – und im Allgemeinen auch anderen russischen Besuchern der französischen Hauptstadt – eine Reihe günstiger Gelegenheitskäufe, als die Ausstattungen von Schlössern durch die Aufständischen geplündert und verscherbelt wurden.
Im Jahr 1863, in dem der erste Salon der Abgelehnten (Salon des Refusés) in Paris veranstaltet wurde, verließen vierzehn hochbegabte Kunststudenten (dreizehn Maler und ein Bildhauer) die Kaiserliche Akademie der Künste in St. Petersburg aus Protest gegen deren konservative Haltung und restriktive Vorschriften. Ihr nächster Schritt bestand in der Gründung eines Künstlerbundes, bei dem aber sehr schnell deutlich wurde, dass es eines breiter verankerten und besser organisierten Verbandes bedurfte. Dies führte schließlich zur Bildung der Genossenschaft für Wanderausstellungen. Die Gesellschaft wurde im November 1870 eingetragen, und die erste ihrer insgesamt 43 Ausstellungen fand im November 1871 statt (die letzte im Jahre 1923). Iwan Kramskoj, Porträt-, Historien- und Genremaler, unterrichtete an der Zeichenschule der Förderungsgesellschaft von St. Peterburg, bevor er 1869 zum Akademiemitglied befördert wurde. Wassili Perow, Porträt-, Historien- und Genremaler, unterrichtete 1871-1883 Malerei an der Schule für Malerei, Bildhauerei und Architektur zu Moskau; Grigori Mjassojedon, Porträt-, Historien- und Genremaler, hielt sich nach seinen Studien an der Akademie der Künste zu St. Petersburg in Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich auf. Er war Direktionsmitglied der Genossenschaft für Wanderausstellungen; weiterhin Nikolai Gay, Maler von religiösen und geschichtlichen Themen, sowie Porträt- und Landschaftsmaler, Bildhauer, Kupferstecher und Autor von Artikeln über Kunst, waren die treibenden Kräfte hinter der Gründung. Eines ihrer Hauptanliegen, das sich im Namen der Gesellschaft niederschlug, war, dass sich die Kunst um ein breiteres Publikum bemühen müsse. Um dieses Ziel zu erreichen, organisierten sie – möglicherweise von den narodniki (den zu dieser Zeit durch Russland ziehenden populistischen Verfechtern sozialer und politischer Reformen) angeregt – Wanderausstellungen, die von einer Stadt zur nächsten zogen.
Wie die Impressionisten in Frankreich, die ihre erste Ausstellung ebenfalls 1871 organisierten, vereinigten die Peredwischniki – als Reisende, Wanderer und Wandervögel übersetzt – bald ein breites Spektrum von Künstlern unterschiedlicher Stilrichtungen und stark voneinander abweichender künstlerischer Interessen. Zu Anfang allerdings handelte es sich bei der Gesellschaft um eine fest gefügte Organisation mit einer einheitlichen Zielsetzung. Zu einer Zeit, da die Schriften von Herzen, Tschernischewski, Turgenjew, Dostojewski und Tolstoi das soziale Gewissen weckten, widmeten sich die meisten Mitglieder der Gesellschaft den Lebensbedingungen der einfachen russischen Bevölkerung und bemühten sich, das Bewusstsein für die entsetzliche Ungerechtigkeit und Ungleichheit in der damaligen Gesellschaft zu wecken. Die Kunstbewegung, die sich auf diese Anliegen konzentrierte, wurde als Kritischer Realismus bekannt.
Öl auf Leinwand, auf Karton gezogen, 74,5x56,3cm.
Tretjakow-Galerie, Moskau.
Öl auf Leinwand, 48x70cm.
Russisches Museum, St. Petersburg.
Gouache und Aquarell auf Papier,
auf Karton gezogen, 25,5x37,5cm.
Tretjakow-Galerie, Moskau.
Im ersten Viertel des 20. Jahrhunderts wollten die Künstler der russischen Moderne der Malerei einen größeren Ausblick verleihen. Es galt, ihre tiefe Verbundenheit zur russischen Tradition mit einem Erneuerungsprinzip zu vereinen, das sich in den verschiedensten Strömungen äußerte. Die russische Avantgarde fand ihre Inspiration sowohl in den Quellen des eigenen Landes als auch in jenen fremder Länder, sodass zu Beginn des 20. Jahrhunderts die russische Kunst weltweit an der Spitze aller künstlerischen Progresse stand.
Ungefähr ein Jahrhundert später erwarben Sergej Schtschukin und die Brüder Michail und Iwan Morosow zahlreiche Gemälde der Impressionisten und brachten sie mit zurück nach Russland. Im Jahr 1892 vermachte der Kaufmann und Industrielle Pawel Tretjakow seine riesige Gemäldesammlung – darunter mehr als tausend verschiedene russische Künstler – der Stadt Moskau. Sechs Jahre später öffnete das Russische Museum im Michaelspalast in St. Petersburg seine Pforten (heute beherbergt es mehr als 300.000 Exponate, darunter etwa 14.000 Gemälde).
Ausstellungen spielten bei der Entwicklung der russischen Kunst ebenfalls eine wichtige Rolle. Am Ende des 19. Jahrhunderts dauerte der allmähliche künstlerische Niedergang der Ikonen bereits etwa zweihundert Jahre an, auch wenn sie als Objekte religiöser Verehrung weiterhin hoch geschätzt wurden. Während dieser Zeit waren viele von ihnen beschädigt, dilettantisch restauriert oder durch Ruß fast unkenntlich geworden.
Aber 1904 wurde die volle Pracht von Rubljows Alttestamentlicher Trinität
