Vater werden mit »Brian the Birth Guy« - Brian W. Salmon - E-Book

Vater werden mit »Brian the Birth Guy« E-Book

Brian W. Salmon

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Beschreibung

Die beste Vorbereitung aufs Vaterwerden

Brian W. Salmon ist einer der wenigen männlichen Geburtsbegleiter weltweit – und er weiß, was werdende Väter beschäftigt! Denn für die meisten ist es zwar selbstverständlich, ihrer Partnerin während Schwangerschaft und Geburt beizustehen, doch nur die wenigsten fühlen sich wirklich gut vorbereitet. Ein kurzer Besuch im Schwangeren-Kurs und dann nervös im Kreißsaal rumstehen? Nicht mit Brian!

Fundiert und anschaulich begleitet er Männer auf dem Weg zur Geburt ihres Kindes, hilft ihnen durch den Dschungel aus Erwartungen und Ängsten und geht auf Fragen ein, die sich viele nun zum ersten Mal stellen. Je besser Väter sich vorbereiten, desto gelassener können sie Herausforderungen meistern, ihre Partnerin unterstützen und ihre Beziehung stärken.

Ein Must-have für alle, die Vater werden!

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Seitenzahl: 290

Veröffentlichungsjahr: 2021

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Brian W. Salmon, Kirsten Brunner

Vater werden mit »Brian the Birth Guy«

Wie du deine Partnerin rund um die Geburt optimal unterstützen kannst

Aus dem amerikanischen Englisch von Susanne Schmidt-Wussow

Kösel

Die beste Vorbereitung aufs Vaterwerden

Brian W. Salmon ist einer der wenigen männlichen Geburtsbegleiter weltweit – und er weiß, was werdende Väter wissen wollen! Denn für die meisten ist es zwar selbstverständlich, ihre Partnerin während Schwangerschaft und Geburt zu begleiten. Doch nur die wenigsten fühlen sich wirklich gut vorbereitet. Ein kurzer Besuch im Geburtskurs und dann nervös im Kreißsaal rumstehen? Nicht mit Brian! Fundiert und anschaulich begleitet er Männer auf dem Weg zur Geburt ihres Kindes, hilft ihnen durch den Dschungel aus Erwartungen und Ängsten und geht auf Fragen ein, die sich viele zuvor noch nie gestellt haben. Je besser Väter sich vorbereiten, desto gelassener können sie Herausforderungen meistern, ihre Partnerin unterstützen und ihre Beziehung stärken. Ein Must-have für alle, die Vater werden!

Der Inhalt dieses E-Books ist urheberrechtlich geschützt und enthält technische Sicherungsmaßnahmen gegen unbefugte Nutzung. Die Entfernung dieser Sicherung sowie die Nutzung durch unbefugte Verarbeitung, Vervielfältigung, Verbreitung oder öffentliche Zugänglichmachung, insbesondere in elektronischer Form, ist untersagt und kann straf- und zivilrechtliche Sanktionen nach sich ziehen.

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Copyright der Originalausgabe: © 2019 by Brian W. Salmon and Kirsten Brunner

Translated from the English language: The Birth Guy’s Go-To Guide for New Dads: How to Support Your Partner Through Birth, Breastfeeding & Beyond

First published in the U.S. by: New Harbinger Publications, Inc.

Copyright der deutschsprachigen Ausgabe © 2021 Kösel-Verlag, München, in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH,

Neumarkter Str. 28, 81 673 München

Redaktion: Bettina Spangler

Umschlaggestaltung: Weiss Werkstatt München

Umschlagmotiv: Bea Simmons; Polina Tomtosova / Shutterstock.com

Abbildungen im Innenteil: Isabel Hillock Davidson

Druck und Bindung: GGP Media GmbH, Pößneck

Printed in Germany

ISBN 978-3-641-26849-7V001

www.koesel.de

Dieses Buch ist den vielen großartigen Vätern und Geburtspartner*innen gewidmet, mit denen wir im Laufe der Jahre gearbeitet haben. Ihr inspiriert und motiviert uns täglich mit eurem Engagement für eure Familie und eurer Begeisterung für das Abenteuer Geburt.

Brian und Kirsten

Inhalt

Vorwort

Einführung

Kapitel 1 Die Grundlagen

Kapitel 2 So bereitest du dich und eure Beziehung auf das Elternsein vor

Kapitel 3 Planen und packen für die Geburt

Kapitel 4 Die ersten Wehen – was nun?

Kapitel 5 So unterstützt du deine Partnerin in der aktiven Wehenphase

Kapitel 6 Presswehen, Geburt und der ganze Rest

Kapitel 7 Umgang mit Kaiserschnitten und anderen ungewöhnlichen Geburtsumständen

Kapitel 8 Dein Neugeborenes und das Wichtigste zum Stillen

Kapitel 9 Das Baby kommt nach Hause

Danksagung

Glossar

Quellennachweis

Vorwort

Breites Lächeln, breite Schultern, guter Humor – so einen Birth Guy wie Brian Salmon hätte ich mir als werdender Vater auch gewünscht. Stattdessen saß ich vor inzwischen fast fünf Jahren in einem typischen Geburtsvorbereitungskurs in der Vorstadt. Alle hier sollten bald zum ersten Mal Eltern werden. An zwei Wochenenden lauschten wir den beiden Hebammen, atmeten stoßweise und erspürten die Bewegungen unserer Kinder, wickelten eine erstaunlich schwere und erstaunlich passive Babypuppe, kannten am Ende die Anatomie der Gebärmutter und den Ablauf eines Kaiserschnitts. Außerdem wurde uns Vätern gleich mehrfach eingebläut, dass wir im Kreißsaal bloß nicht stören, keine dämlichen Fragen stellen und bitte nicht umkippen sollten. Aus jedem guten Vater-Ratgeber hätte ich vermutlich mehr über meine zukünftigen Aufgaben erfahren. Allerdings gibt es davon leider nicht sehr viele und schon gar keine, die einen wirklich auf die Geburt und die ersten Wochen danach vorbereiten. Deshalb ist Brians Buch umso wichtiger.

Es ist gut und richtig, dass in den Geburtsvorbereitungskursen vor allem die Mütter im Mittelpunkt stehen. Ganz klar: Sie haben im Kreißsaal den wichtigsten und härtesten Job. Wir Väter sind dort vor allem Hand-Halter, Nahrungsmittel-Besorger, Rücken-Streichler, Gut-Zu-Redner und irgendwann Nabelschnur-Durchtrenner. Und damit haben wir schon eine Menge zu tun. Trotzdem ist es wichtig, die Rolle der werdenden Papas noch ernster zu nehmen – vor allem, um Väter besser auf eine aktive Vaterschaft vom ersten Tag an vorzubereiten. Genau dafür braucht es auch mal ein paar klare Ansagen, die über »Ein Kind verändert alles« hinausgehen. Ein Beispiel? Väter müssen mit dem ersten Schritt aus dem Kreißsaal ihren Mann stehen. Oft kann die Partnerin in der unmittelbaren Zeit nach der Geburt nicht aufstehen, sodass es unsere Aufgabe ist, zu wickeln, zu kuscheln und überflüssige Besucher:innen abzuwimmeln. Wieder zu Hause, im Wochenbett, erholt sich der Körper unserer Partnerin von den Strapazen von Schwangerschaft und Geburt und stellt sich hormonell um. Erholung ist wichtig, weshalb der Vater jetzt nach Hause gehört – um den Haushalt zu schmeißen, aber auch, damit die kleine Familie zusammenwachsen und jeder in seine neue Rolle hineinfinden kann. In unserem Geburtsvorbereitungskurs fiel darüber nicht ein einziges Wort.

Ganz im Gegenteil: In der Männerrunde fehlte ein erfahrener Vater, der ehrlich und authentisch über die Momente im Kreißsaal und die Wochen danach berichtete – über all die Gefühle zwischen »überwältigt vor Glück« und »völlig überfordert und übermüdet«, übers Stillen, übers Wickeln, übers Spazierengehen, über die Elternzeit. Stattdessen gab es zotige Witze über die kulinarischen Vorlieben unserer schwangeren Frauen und Small Talk über den Job. Für die Freuden und Ängste der aktuellen Schwangerschaft und die Eltern-Realität, die wirklich auf uns wartete, war in dieser Runde kein Platz.

Würde ich einen Geburtsvorbereitungskurs leiten, würde ich werdenden Vätern einen Nachmittag freigeben, mit klarer Hausaufgabe, dieses Buch hier zu lesen. Voller Aufmerksamkeit und Vorfreude. Damit wären alle gut vorbereitet auf eins der tollsten und verrücktesten Abenteuer des Lebens – das Vatersein!

Birk Grüling, Journalist, Podcaster(So geht Papa, Serial Dads)und Autor vonEltern als Team.Ideen eines Vaters für gelebte Vereinbarkeit

Einführung

Wenn du dieses Buch liest, sollte ich dir wohl erst mal gratulieren. Herzlichen Glückwunsch zu den ersten Schritten ins Abenteuer Elternsein! Und noch einmal herzlichen Glückwunsch, dass du dabei eine aktive Rolle übernehmen willst. Damit gehörst du zu einer wachsenden Gruppe von Vätern und Geburtspartnern des 21. Jahrhunderts, die sich nicht mehr damit zufriedengeben, an der Seitenlinie zu stehen. Du willst deiner Partnerin durch Schwangerschaft und Geburt helfen. Du bist bereit, eine aktive Rolle beim Füttern, Trösten und Umsorgen deines Babys zu übernehmen. Du bist ein moderner Vater und suchst nach Informationen und Ratschlägen, wie du dich einbringen kannst. Dieses Buch wird dir alle Hilfsmittel und Tipps an die Hand geben, die du brauchst.

Vor mehr als dreizehn Jahren stand ich da, wo du jetzt stehst: Ich erwartete die Geburt meiner ersten Tochter. Die Geburt war eine unglaubliche, lebensverändernde Erfahrung, aber wenn ich ganz ehrlich sein soll, fühlte ich mich nicht so gut vorbereitet, wie ich es meiner Meinung nach hätte sein sollen. Es gab einfach nicht genug Informationen oder Kurse für werdende Väter. Klar, manche Bücher und Seminare richteten sich an beide Elternteile, aber sie sprachen die Väter nicht aus ihrem Blickwinkel heraus an. Sie vermittelten nicht, wie es sich anfühlt, neben dem Entbindungsbett zu stehen. Und schon gar nicht vermittelten sie, wie man als Geburtspartner eine aktive Rolle bei Wehen, Geburt und vor allem beim Stillen übernehmen kann. Väter sollten einfach mit ins Krankenhaus fahren und sich dann irgendwie selbst durchschlagen.

Mir reichte das nicht. Meiner Meinung nach brauchten werdende Väter mehr Informationen und praktische Tipps. Ich wollte, dass Geburtspartner die Klinik mit dem Selbstvertrauen eines Trainers betreten, dass sie sich wie knallharte Typen fühlen und die Entbindungsstation im Sturm erobern. Ich beschloss, etwas zu unternehmen, um werdende Väter und Geburtspartner auf der ganzen Welt besser auf die Erfahrung der Geburt vorzubereiten. So entstand meine Seminarreihe »Rocking Dads« – Kurse für werdende Väter, die ich informieren und inspirieren wollte, bevor sie sich auf den Weg ins Abenteuer Elternsein machten.

Meine Leidenschaft für die Geburtsbegleitung entbrannte lange, bevor ich selbst Vater wurde. Meine erste Geburt erlebte ich mit gerade einmal neunzehn Jahren mit. Richtig gelesen: mit neunzehn Jahren. Ich lebte damals in Südkalifornien, surfte in meiner Freizeit gern und hatte keine Ahnung, welche Wendung mein Leben bald nehmen sollte. Eine liebe Freundin der Familie war ungewollt schwanger geworden. Mit Unterstützung ihrer Angehörigen entschied sie, das Baby auszutragen und zur Adoption freizugeben. Diese Freundin bat mich, sie als Coach und Partner durch Schwangerschaft und Geburt zu begleiten. Ihr Vater Bruce, der damals gegen Speiseröhrenkrebs kämpfte, gab mir seinen Segen, seiner Tochter zu helfen. Bruce hat mich sehr inspiriert, er war ein echtes Vorbild für mich. Mein eigener Vater war in meiner Kindheit nicht sehr präsent gewesen, also suchte ich nach anderen männlichen Vorbildern. Welche Fürsorge und Liebe Bruce seiner Frau und seinen drei Töchtern gegenüber zeigte, selbst als er krank wurde, war einfach umwerfend. Er war für seine Familie da, und genauso wollte ich für seine Tochter da sein. Ich fühlte mich tief geehrt, dass ich sie bei der Geburt begleiten sollte, und ich nahm meine Aufgabe sehr ernst.

Ich belegte Geburtsvorbereitungskurse mit der werdenden Mutter und besichtigte mit ihr zusammen die Entbindungsklinik. Wir sahen Filme, gingen spazieren und lachten viel. Am Ende dieser zehn Monate hatten wir unsere Freundschaft auf eine neue Ebene gehoben, und ich hatte viel gelernt. Die Geburt war ein intensives, wunderbares Erlebnis, vor allem für einen neunzehnjährigen Surfer und Musiker wie mich! In diesem Augenblick entbrannte meine Begeisterung für die Geburtsbegleitung und Geburtspartnerschaft. Der Grundstein war gelegt. Ich erkannte, welchen Einfluss es auf die werdende Mutter haben kann, einen gut informierten Partner an der Seite zu haben, der ihr eine echte Stütze ist. Als Jahrzehnte später meine beiden Töchter geboren wurden, festigte sich meine Überzeugung, dass man starke Geburtsbegleiter fördern sollte.

Ich kann voller Freude berichten, dass ich heute noch Kontakt zu der Freundin habe, die vor all den Jahren das Baby zur Welt brachte. Auch zu der jungen Dame, die damals geboren wurde, habe ich Kontakt. Sie wuchs bei Adoptiveltern auf und ist heute eine fantastische erwachsene Frau. Es ist eine schöne Vorstellung für mich, dass der Beginn ihres Lebens mich dazu brachte, die Weichen in meinem eigenen jungen Leben anders zu stellen, um später werdende Eltern unterstützen zu können.

Zunächst studierte ich Radiologietechnologie und eröffnete schließlich zwei Ultraschallpraxen. Später, nachdem meine beiden Töchter durch Notkaiserschnitte zur Welt gekommen waren, beschloss ich, geprüfte Doula und Geburtspädagoge zu werden. Heute begleite ich jedes Jahr Hunderte Paare vom Beginn ihrer Schwangerschaft (in meinen Ultraschallpraxen) bis zur Geburt ihres Babys (als Doula). Nach der Geburt unterstütze ich sie dann weiter als Stillberater und Chefmutmacher. Soll ich dir was sagen? Ich liebe jede Minute meiner Arbeit. Und ich habe im Laufe der Jahre eine Menge über Schwangerschaft und Geburt gelernt. Mein Ziel ist es, all dieses Wissen an dich weiterzugeben, damit du voller Selbstvertrauen und Gelassenheit ins Krankenhaus gehst, um dein Baby in der Welt willkommen zu heißen.

Ich will dir an einem Bild klarmachen, wie ich deine Rolle als werdender Vater verstehe: Stell dir vor, du bist Football-Quarterback in der Vorbereitungsphase vor der Saison. Du trainierst hart und lernst neue Spielzüge. Du und deine Mannschaft entwickelt zusammen eine Taktik. Ihr wollt Meister werden, richtig? Vor dir liegt eine lange, aufregende Saison. Ein Baby zur Welt zu bringen, ist nichts anderes. Du hast zehn Monate Vorbereitung, und dann geht es aufs Spielfeld – für die nächsten achtzehn Jahre. (Na schön, seien wir realistisch – manchmal auch fünfunddreißig Jahre!) Eins weiß ich genau: Du brauchst einen guten Coach, der dich anleitet. Deshalb bin ich hier. Ich bereite dich auf eine erfolgreiche Spielzeit als Vater vor.

Über dieses Buch

Ich will dir kurz erklären, wie ich diesen Ratgeber aufgebaut habe. Es gibt neun Kapitel, jedes zu einem anderen Thema im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Geburt oder dem Baby. Ob du das Buch als Nachschlagewerk benutzt und nur das herauspickst, was dich gerade interessiert, oder es von vorn bis hinten durchliest, bleibt dir überlassen. Wenn du das ganze Buch liest, entspricht das in etwa der Teilnahme an einem meiner »Rocking Dads«-Seminare. In den folgenden neun Kapiteln stelle ich dir alles vor, was ich in meinen Kursen erkläre. Ein kurzer Überblick:

Kapitel 1: Die Grundlagen. Du hast erfahren, dass du und deine Partnerin ein Baby erwartet. Herzlichen Glückwunsch! Jetzt gibt es viel zu lernen. In diesem Kapitel bringe ich dir alle Phasen, Begriffe und Fachausdrücke bei, die du als gut informierter Geburtspartner kennen musst.

Kapitel 2: So bereitest du dich und eure Beziehung auf das Elternsein vor. Ihr habt zehn Monate Zeit, um diese Elternsache auf einen guten Weg zu bringen. Ich gebe dir Tipps, wie du eure Beziehung festigst und den Preis für den Partner des Jahres abräumst. Außerdem streue ich noch ein paar Tipps ein, wie du dich selbst auf deine neue Rolle als Vater vorbereiten kannst, denn das Elternsein wird für euch beide eine große Veränderung.

Kapitel 3: Planen und packen für die Geburt. Bevor man in den Supermarkt geht, schreibt man eine Einkaufsliste, und bevor man in den Urlaub fährt, plant man die Reiseroute, stimmt’s? Bei einer Geburt ist es nicht anders. Ich gebe dir alle Hilfsmittel an die Hand, die du brauchst, um die Geburt so zu planen, wie du und deine Partnerin sie haben möchtet. Auch eine Einkaufs- und Packliste für die Klinik ist dabei, damit ihr euch bestens ausgestattet für die Geburt fühlt.

Kapitel 4: Die ersten Wehen – was nun? In diesem Kapitel erkläre ich, wie man zwischen Vorwehen, früher Wehenphase und aktiver Wehenphase unterscheidet. Da der Großteil der frühen Wehenphase sich typischerweise zu Hause abspielt, gebe ich dir Tipps, wie du auf die Bedürfnisse der werdenden Mutter eingehen kannst und wie ihr diese besondere Zeit zusammen genießen könnt.

Kapitel 5: So unterstützt du deine Partnerin in der aktiven Wehenphase. Woher weißt du, wann die Zeit gekommen ist, um ins Krankenhaus zu fahren, und was erwartet euch bei eurer Ankunft? In diesem Kapitel stelle ich dir den kompletten Ablauf vor und gebe jede Menge Tipps, wie du die Mutter bei diesem intensiven und wunderbaren Erlebnis unterstützen kannst.

Kapitel 6: Presswehen, Geburt und der ganze Rest. Deshalb bist du doch hier, stimmt’s? Weil du alles über die eigentliche Geburt wissen willst. Hier beschreibe ich detailliert, worauf du dich im Kreißsaal einstellen und was du wissen musst, um dich für die Begrüßung deines Babys gewappnet zu fühlen. Ich erkläre dir auch, was direkt nach der Geburt passiert. In diesem Kapitel geht es ums Ganze!

Kapitel 7: Umgang mit Kaiserschnitten und anderen ungewöhnlichen Geburtsumständen. Manchmal ist ein Kaiserschnitt schon im Voraus geplant, oft aber nicht. Ich gebe dir Tipps, wie du einen Kaiserschnitt zu einem schönen und unvergesslichen Erlebnis machen kannst, ob er nun geplant war oder nicht. Hier findest du auch Vorschläge, wie du deiner Partnerin und dir selbst eine Stütze sein kannst, wenn es während der Geburt zu anderen Komplikationen kommt oder etwas Unvorhergesehenes eintritt.

Kapitel 8: Dein Neugeborenes und das Wichtigste zum Stillen. Wenn das Baby da ist und reichlich Hautkontakt genießen konnte, ist das nächste große Thema das Stillen. In diesem Kapitel findest du alle Informationen zum Stillen, damit du deine Partnerin ideal unterstützen kannst, wenn sie und das Baby diese neue Kunst zusammen erlernen.

Kapitel 9: Das Baby kommt nach Hause. Irgendwann schickt man euch nach Hause, und ihr müsst selbst klarkommen. Ich habe ein paar Vorschläge, wie du diesen Übergang reibungslos gestalten kannst, damit du und die frischgebackene Mutter euch nicht fühlt, als würdet ihr ins kalte Wasser geworfen.

Noch ein paar Hinweise

In den folgenden Kapiteln wird die Gebärende der Einfachheit halber meist als »Mutter« und der Geburtspartner als »Vater« bezeichnet. Die Konzepte und Hinweise in diesem Buch sind jedoch auf jede Art von Geburtspartnerschaft übertragbar: LGBTQ+-Paare, Adoptiveltern, Freundinnen / Freunde oder Familienmitglieder als Geburtspartner*innen – alle Informationen in diesem Buch gelten natürlich ebenso für euch! Konzentriere dich unabhängig von den Bezeichnungen einfach auf alle Vorschläge, die auf eure spezielle Situation zutreffen.

Ich habe meine Freundin und Kollegin Kirsten Brunner gebeten, dieses Buch mit mir zusammen zu schreiben und dabei aus ihrer zwanzigjährigen Erfahrung als zertifizierte psychosoziale Beraterin zu schöpfen. Sie gibt immer wieder psychologisch basierte Hinweise und Vorschläge. Auf ihrer Website »Baby Proofed Parents« findest du weitere Tipps und Tricks, um die Turbulenzen unbeschadet zu überstehen und eure Beziehung zu stärken.

Ihre Beiträge aus einem psychologischen Blickwinkel findest du in den Kästen mit der Abbildung, die Kirsten in ihrem Therapeutensessel zeigt.

Da sie selbst Mutter zweier kleiner Jungs ist, trägt sie gelegentlich auch ihre persönliche Sicht oder Erfahrung bei, schildert also die Mama-Perspektive.

In jedem Kapitel findest du außerdem Kästen mit Tipps vom Birth Guy, denn glaub mir, ich habe jede Menge Insiderinfos für dich. In diesen Abschnitten findest du Hinweise und Vorschläge, wie du als Geburtspartner punkten kannst.

Nach der Lektüre dieses Buches wirst du über alle Hilfsmittel und Informationen verfügen, die du als umfassend vorbereiteter und absolut selbstsicherer Geburtspartner brauchst. Dann kannst du zu deiner Partnerin guten Gewissens sagen: »Mach dir keine Sorgen, Schatz. Wir schaffen das. Ich bin bei dir.« Viel Spaß beim Lesen, und viel Spaß beim Träumen und Planen der Geburt eures Babys. Du stehst vor der wunderbarsten Erfahrung, die du je gemacht hast. Kirsten und ich sorgen dafür, dass du gut vorbereitet bist!

Kapitel 1 Die Grundlagen

Wie war das, als du den positiven Schwangerschaftstest gesehen hast? Aufregend? Beängstigend? Dachtest du: »Ach du Scheiße! Was haben wir getan?« Egal, ob deine spontane Reaktion positiv, negativ oder ein wildes Durcheinander aus beidem war, du bist damit nicht allein. Die werdenden Väter, mit denen ich arbeite, schlagen sich mit einer Vielzahl von Gefühlen herum, und sie alle sind vollkommen normal. Dass ein Baby in dein Leben treten wird, ist eine große Sache. Ob du und deine Partnerin seit Jahren versucht, schwanger zu werden, oder ob die Schwangerschaft vollkommen überraschend kam: Der Augenblick, in dem du erfährst, dass du Vater wirst, ist immer intensiv – und fantastisch. Wenn du dich fühlst, als stünde dir ein unvorstellbares Abenteuer bevor, dann deswegen, weil es so ist.

Auf gewisse Weise ist der Weg ins Elternsein wie eine Reise in ein fremdes Land. Da gibt es eine gänzlich neue Sprache voller Schwangerschafts- und Elternjargon, die du plötzlich verstehen sollst. Du und deine Partnerin müsst einen Haufen neuer Ausrüstungsgegenstände kaufen und packen. Es gibt unbekannte Sitten und Rituale, mit denen du dich erst vertraut machen musst. Und wie bei jeder guten Abenteuerreise weißt du nicht so richtig, wie die Reise wird, bis du ankommst.

Aber mach dir keine Sorgen. Kirsten und ich werden dir in diesem Buch alles verraten, was du für dieses Abenteuer brauchst. Wie in einem Reiseführer findest du hier alle praktischen Infos, wie du heil im Hafen der Elternschaft ankommst. Wenn du durch bist mit dem letzten Kapitel, wirst du dich als Schwangerschafts-, Geburts- und Stillprofi bezeichnen können. Deine Partnerin wird mehr als beeindruckt sein. Klingt gut? Wir sind bei dir.

Als Erstes erkläre ich dir die Grundlagen zum Thema Schwangerschaft: die häufigsten Begleiterscheinungen, die Wahl der richtigen ärztlichen Betreuung, körperliche Einschränkungen der werdenden Mutter usw. Und ich bringe dir alle Fachbegriffe bei, die du als kompetenter Partner kennen musst.

Schwangerschafts-Apps. In meinen Kursen rate ich den Vätern, eine Schwangerschafts-App wie BabyCenter, Schwangerschaft + oder Super Dad herunterzuladen. Wenn du nicht auf Smartphone-Apps stehst, kein Problem. Auf der BabyCenter-Website kannst du dich auch für wöchentliche E-Mails anmelden. Gib einfach den errechneten Geburtstermin deines Babys ein, und schon erhältst du einmal pro Woche eine E-Mail, in der steht,

wie groß das Baby jetzt ist,wie sich sein Körper gerade entwickelt,welche körperlichen Empfindungen, Beschwerden und Veränderungen die werdende Mutter wahrscheinlich gerade durchmachtsowie viele weitere nützliche Informationen.

Wenn du die App heruntergeladen oder dich für den Newsletter angemeldet hast, mach es dir zur Aufgabe, die wöchentlichen Updates auch wirklich zu lesen. Deine Partnerin wird sich bestimmt freuen, wenn du so etwas sagst wie: »Wusstest du, dass unser Baby jetzt so groß ist wie eine Avocado?« oder »Es tut mir leid, dass du dich so schlapp und müde fühlst. Angeblich soll das etwa nach der zwölften Woche besser werden. Kann ich dir im Moment irgendwas Gutes tun?«

Also los, machen wir uns mit den praktischen Grundlagen des Abenteuers Schwangerschaft vertraut! Wenn ich mich zum ersten Mal mit werdenden Eltern treffe, haben sie meistens eine lange Fragenliste dabei. Ich beantworte sie, soweit ich kann, und verweise das Paar für die medizinischen Details an die gynäkologische Praxis oder die Hebamme. Auf den nächsten Seiten findest du eine breit gefächerte Übersicht über alles, was du in den nächsten rund vierzig Wochen wissen musst. Ich habe die FAQs in vier Kategorien unterteilt:

Am Anfang: Es gibt eine Menge zu verdauen, wenn man sich zum ersten Mal mit dem Thema Empfängnis und Schwangerschaft befasst. In diesem Abschnitt spreche ich die wichtigsten Punkte an, über die du zu Beginn deiner Reise ins Vatersein Bescheid wissen musst.

Mutterfreuden:Der weibliche Körper macht einen tiefgreifenden Wandel durch, wenn ein Kind in ihm heranwächst. Hier erkläre ich dir die anatomischen Veränderungen, häufige Begleiterscheinungen und körperliche Einschränkungen, über die du und die werdende Mutter Bescheid wissen solltet.

Expertenrunde: Eine Menge Leute haben lange studiert und gelernt, um dich und deine Partnerin bei Schwangerschaft und Geburt zu unterstützen. Ich verrate euch, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um Fachleute hinzuzuziehen, und wie man die richtigen findet.

Auf ins Abenteuer: In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft geht der Spaß so richtig los: Babypartys, Gender-Reveal-Partys, Geburtsvorbereitungskurse und das Einrichten des Kinderzimmers. Vielleicht fühlst du dich beim Anblick eures vollen Kalenders und der wachsenden To-do-Liste überfordert. Ich versorge dich mit den Fakten, damit du die verschiedenen Aktivitäten mit einem Lächeln im Gesicht meisterst.

Vielleicht kommen dir beim Lesen der einzelnen Abschnitte spezifische Fragen zu deiner speziellen Situation. Am besten wendest du dich damit an eure Gynäkologin oder eure Hebamme. Wir wollen schließlich alle, dass du dich auf dieser fantastischen Reise zuversichtlich und gut informiert fühlst. Also dann, Leinen los!

Am Anfang

Du hast gerade erfahren, dass du und deine Partnerin Eltern werdet. Oder vielleicht seid ihr noch ein paar Schritte davon entfernt und versucht derzeit, schwanger zu werden. So oder so, hier sind die Antworten auf Fragen, die die meisten meiner werdenden Väter und Geburtspartner*innen mir in der Anfangsphase des Spiels stellen.

Wie wird eine Schwangerschaft bestätigt? Und wann beginnt sie offiziell? Die meisten Paare machen zu Hause erst mal einen handelsüblichen Schwangerschaftstest: Die werdende Mutter pinkelt auf ein Stäbchen, und nach einigen Minuten zeigt ein kleines Symbol an, ob ihr auf dem Weg ins Elternsein seid oder nicht. Ich sage dir, diese kleinen Pinkelstäbe waren jahrzehntelang eine Quelle heftiger Gefühlsstürme. Diese Tests bestimmen die Menge des humanen Choriongonadotropins (hCG) im Urin, das ein deutlicher Hinweis auf eine Schwangerschaft ist. Der Körper der werdenden Mutter produziert dieses Hormon sofort, nachdem die winzige Eizelle sich in der Gebärmutterwand eingenistet hat, meist sechs Tage nach der Befruchtung. Ich rate meinen Paaren immer, nach so einem positiven Test einen Termin in einer gynäkologischen Praxis zu machen. Die Ärztin oder der Arzt nimmt dann eventuell einen weiteren Urin- oder Bluttest vor, um die Schwangerschaft zu bestätigen, und bestellt euch in der achten bis neunten Schwangerschaftswoche wahrscheinlich zum transvaginalen Ultraschall in die Praxis. Dort könnt ihr einen ersten Blick auf euer zukünftiges Baby werfen.

Dauert eine Schwangerschaft nun neun oder zehn Monate? Ich bin verwirrt. Da bist du nicht der Einzige! Es ist auch verwirrend. Die Schwangerschaft (oder Gestation) dauert rund vierzig Wochen, beginnend mit dem ersten Tag der letzten Periode und endend an dem Tag, an dem das Baby zur Welt kommt. Die meisten Babys kommen irgendwann zwischen der 38. und der 43. Woche, was neun oder zehn Monaten entspricht – je nachdem, wie man Monate misst. Ehrlich gesagt, ich lasse die Monate gern beiseite und benutze nur die Wochenangaben.

Tatsächlich ist jede Schwangerschaft anders. Ein Entbindungstermin ist nicht viel mehr als eine grobe Schätzung. Euer Baby kann früher kommen oder auch später. Es ist in etwa so, als wenn du versuchst, durch den Berufsverkehr noch rechtzeitig zur Happy Hour zu kommen. Du weißt nicht genau, wann du es schaffst, aber solange du überhaupt ankommst, ist alles gut. Stimmt’s? Dasselbe gilt für Geburtstermine. Das Baby kommt, wenn es kommt – versteif dich nicht zu sehr auf das errechnete Datum.

Woher weiß man, ob man Zwillinge bekommt? Oder Mehrlinge? Darf man dann in Panik geraten? Meistens finden Paare beim ersten transvaginalen Ultraschall heraus, dass sie zwei Braten in der Röhre haben, also zwischen der achten und der zwölften Schwangerschaftswoche. Man sieht zwei kleine Embryos, und zwei winzige Herzen schlagen statt einem. Manche Paare sehen noch mehr als zwei. Wenn das passiert, darf man dann ausflippen? Absolut! Es ist ganz normal, überfordert, völlig verängstigt und begeistert zu sein – und zwar alles gleichzeitig. Ich will dich aber an dieser Stelle kurz beiseitenehmen und dir sagen, dass das ein wichtiger Augenblick für dich als Partner ist. Ruhig und zuversichtlich zu bleiben ist das Beste, was du jetzt für deine Partnerin tun kannst. Vermittle ihr, dass du ihr zur Seite stehst und dass ihr beide das zusammen rocken werdet. Ob ein, zwei oder fünf Babys – ihr packt das. Es gibt tolle Hilfsangebote für Mehrlingseltern. Ihr werdet jede Menge Unterstützung bekommen.

Ab wann ist man sicher vor frühen Fehlgeburten? Rund 80 bis 90 Prozent aller Fehlgeburten (definiert als Schwangerschaftsverluste in den ersten 23 Wochen bzw. bis zu einem Geburtsgewicht von knapp unter 500 Gramm) treten in den ersten 13 Schwangerschaftswochen auf.1 Ich rate meinen Paaren jedoch, sich nicht auf diesen Zeitraum zu versteifen. Was wir hier brauchen, ist ein Perspektivenwechsel. Statt sich auf Risiken oder Enddaten zu konzentrieren, sage ich zu den werdenden Eltern immer, dass sie vor allem positiv denken, gesund bleiben und mentale Stärke üben sollen. Das Beste, was die werdende Mutter in der Schwangerschaft tun kann: sich um sich und ihren wachsenden Bauch kümmern. Und der werdende Vater kann sie unterstützen, indem er sie ermuntert, ihre Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was sie kontrollieren kann, und ihren Körper den Rest erledigen zu lassen.

Angst während der Schwangerschaft. Viele Frauen stellen fest, dass sie in der Schwangerschaft ängstlicher sind. Auch werdende Väter machen sich oft mehr Sorgen über die Gesundheit von Mutter und Baby. Das ist kein Wunder – man ist überglücklich, aber es gibt auch so viel Unbekanntes und so viele Unsicherheiten. Wenn einer von beiden zu Angstzuständen oder Depressionen neigt, stellt man häufig eine Zunahme der Symptome fest. Ich rate meinen Paaren, sich noch mehr Zeit für Aktivitäten zu nehmen, mit denen sie zur Ruhe kommen: tiefes Atmen, Achtsamkeitsübungen, Meditation, Yoga, Sport und positive Affirmationen. Konzentriert euch auf das, was ihr beeinflussen könnt, und versucht loszulassen, was sich eurer Kontrolle entzieht. Redet mit lieben Menschen. Und bitte wendet euch an eine Beratungsstelle oder holt euch medizinische Hilfe, wenn die Ängste oder Depressionen überhandnehmen. Je ruhiger ihr beide bleibt, desto besser ist das für die Schwangerschaft und eure Beziehung.

Okay, also positiv bleiben. Alles klar. Aber was, wenn unsere Schwangerschaft wirklich mit einer Fehlgeburt endet? Was machen wir dann? Etwa 20 Prozent der bekannten (also durch einen Test bestätigten) Schwangerschaften enden mit einer Fehlgeburt im ersten Trimester.2 Zu den Anzeichen für eine Fehlgeburt gehören Krämpfe wie bei der Menstruation, Bauchschmerzen und Blutungen. Falls deine Partnerin eins dieser Symptome bemerkt, sollte sie auf jeden Fall so schnell wie möglich Kontakt zu ihrer gynäkologischen Praxis aufnehmen. Die meisten Fehlgeburten sind eine einmalige Angelegenheit – die Tatsache, dass eine Frau überhaupt schwanger wurde, ist ein hervorragender Indikator dafür, dass sie wieder schwanger werden und eine normale, gesunde Schwangerschaft erleben wird. Babys, die nach einer Fehlgeburt zur Welt kommen, werden auch »Regenbogenbabys« genannt. Sie sind die kleinen Wunder nach dem Sturm. Ich habe in meiner Karriere als Doula die Geburten vieler Regenbogenbabys begleitet, und sie gehören zu den freudenreichsten Geburten überhaupt – richtige Töpfe mit Gold eben.

Über Fehlgeburten sprechen. Forscher sagen, die große Mehrheit früher Fehlgeburten werde durch chromosomale oder chemische Abnormitäten beim Baby verursacht und nicht durch etwas, das die werdende Mutter oder du falsch gemacht habt. Selbst mit diesem Wissen kann eine Fehlgeburt ein sehr schlimmes Erlebnis sein. Es ist ein großer Verlust, und Trauer gehört dazu. Leider wird das Thema oft totgeschwiegen – die Menschen reden nicht annähernd genug über solche Verluste. Ich rate meinen Paaren, sich Zeit zu geben, um zu trauern, und alle Gefühle von Traurigkeit, Enttäuschung oder Wut zu verarbeiten, die danach aufkommen können. Redet mit Freunden, redet mit einem Therapeuten, und vor allem redet miteinander. Euch gegenseitig durch dieses ganz normale Gefühlschaos hindurch zu unterstützen, wird euch dabei helfen, darüber hinwegzukommen und nach vorn zu schauen, wenn ihr so weit seid.

Wann können wir die aufregende Nachricht von unserer Schwangerschaft denn nun unseren Familien und Freunden verkünden? Und was ist mit Postings auf sozialen Medien? Das hält jedes Paar anders. Manche werdenden Eltern können es nicht für sich behalten – sie verkünden die Schwangerschaft, sobald sie den positiven Test in ihren Händen halten. Andere Paare warten bis zur 20-Wochen-Marke. An diesem Punkt sieht man den Bauch allmählich, und die werdende Mutter hat den zweiten großen Ultraschall hinter sich. Normalerweise rate ich meinen Paaren, bis nach dem ersten Trimester zu warten, also etwa 12 bis 16 Wochen, bis sie die frohe Kunde überall verbreiten. Dasselbe gilt für die sozialen Medien. Auch wenn ihr vor Aufregung platzt, ist es vielleicht eine gute Idee, die putzige Instagram-Meldung noch zurückzuhalten, bis die Schwangerschaft etwas weiter fortgeschritten ist.

Mutterfreuden

Ich arbeite mit Hunderten werdender Eltern pro Jahr, und weißt du, was mich immer wieder von Neuem in Erstaunen versetzt? Die unglaublichen Veränderungen, die der Körper einer Frau durchmacht, um ein Baby wohlbehalten auf die Welt zu bringen. Die Natur ist schon was Tolles, oder? In diesem Abschnitt erfährst du alles über die inneren Veränderungen im Körper der werdenden Mutter und möglichen Nebenwirkungen, mit denen sie rechnen muss.

Was ist Morgenübelkeit? Wann fängt sie an, und wann hört sie auf? Bekommen das alle Schwangeren? Woher weiß ich, ob meine Partnerin an unstillbarem Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis gravidarum) leidet? »Morgenübelkeit« ist eigentlich eine Fehlbezeichnung, denn sie tritt gar nicht ausschließlich morgens auf. Ich nenne sie gerne »Jederzeitübelkeit«. Bei manchen Schwangeren bleibt sie den ganzen Tag bestehen. Andere bleiben davon verschont. Ein kleiner Prozentsatz meiner Klientinnen leidet bis weit ins dritte Trimester darunter. Bei den meisten Schwangeren tritt sie zwischen der 7. und der 13. Woche auf.

Es gibt einiges, das die werdende Mutter ausprobieren kann, wenn sie mit Übelkeit kämpft: Ingwertabletten und -lollis, Vitamin B6, Akupressurarmbänder, homöopathische Mittel und mehr Schlaf. Ist die Morgenübelkeit extrem und führt zu übermäßigem Gewichtsverlust oder zu Dehydrierung, sollte sie unbedingt einen Arzt konsultieren. Möglicherweise leidet sie an Hyperemesis gravidarum (unstillbarem Schwangerschaftserbrechen), was eine Einweisung ins Krankenhaus oder das Legen einer Infusion zur Flüssigkeitszufuhr oder beides notwendig machen kann. Falls deine Partnerin eine Infusion braucht: keine Panik. Danach wird es ihr deutlich besser gehen. Wichtig ist es, die Schwangere so zu stabilisieren, dass sie die Schwangerschaft weiter austragen und das nötige Gewicht zunehmen kann. Ob leichte Morgenübelkeit oder unstillbares Schwangerschaftserbrechen: Auf jeden Fall braucht sie deine Unterstützung! Halte dich mit einem kalten Waschlappen oder einem Glas Wasser bereit, wenn sie danach verlangt.

Blutzucker und Morgenübelkeit. Die meisten Expert*innen machen Hormonschwankungen im ersten Trimester für die Morgenübelkeit verantwortlich. Hormone tragen mit Sicherheit dazu bei, aber ich habe noch eine andere Theorie, die den Blutzucker betrifft. Wenn eine Frau ein Kind erwartet, verdoppelt sich ihre Blutmenge, um es zu versorgen. Irre, ich weiß! Das kann sich direkt auf den Blutzuckerhaushalt der Schwangeren auswirken. Ich rate meinen Klientinnen, morgens vor dem Aufstehen an einem Ingwerlolli zu lutschen oder etwas Süßes oder einen Cracker zu essen (Frühstück im Bett!). Das hilft gegen den niedrigen Blutzuckerspiegel beim Aufwachen. Dann sollte sie direkt in die Küche gehen und etwas mit wenig Kohlenhydraten und Zucker zu sich nehmen, zum Beispiel einen Proteinshake. Tagsüber sollte sie viele kleine Mahlzeiten zu sich nehmen und auf eine möglichst proteinreiche Ernährung achten. Außerdem rate ich meinen Schwangeren, gleichzeitiges Essen und Trinken zu vermeiden – lieber nur essen oder nur trinken, um den Magen nicht zu überlasten. Es kann nicht schaden, diese Vorschläge auszuprobieren, vielleicht geht es deiner Partnerin damit wirklich besser!

Was ist mit anderen Schwangerschaftssymptomen und Nebenerscheinungen? Bekommen werdende Väter die auch? Wahrscheinlich kannst du es schon jetzt nicht mehr hören, aber jede Schwangerschaft ist anders. Einige Schwangere fühlen sich erschöpft und weinerlich. Andere fühlen sich, als hätten sie im Lotto gewonnen und könnten einen Marathon laufen. Die meisten erleben ein Durcheinander von Höhen und Tiefen. Und die zweite Schwangerschaft kann ganz anders sein als die erste! Sodbrennen, Gefühlsausbrüche, Heißhunger auf bestimmte Speisen, Ekel vor anderen, Schlafstörungen und Schmerzen hier und da sind häufige Nebenerscheinungen. Es ist einiges los im Körper der werdenden Mutter, da ist es nur logisch, dass sie sich nicht die ganze Zeit super fühlt.

Ob werdende Väter und Geburtspartner*innen einige dieser Nebenerscheinungen auch erleben? Aber sicher! Ich sehe oft, wie werdende Väter mit emotionalen Achterbahnfahrten, Heißhungerattacken und anderen nachempfundenen Symptomen kämpfen. Auch für dich ist das ein großes Abenteuer, und es ist ganz natürlich, dass du in der Vorbereitung auf das Elternsein immer mal wieder völlig durcheinander bist. Das Wichtigste ist, dass du und deine Partnerin miteinander verbunden bleibt, euch gegenseitig erzählt, wie ihr euch fühlt, geduldig miteinander umgeht und euch gegenseitig Unterstützung anbietet, wo es nur geht.

Veränderungen im Körper. Gewichtszunahme und körperliche Veränderungen sind offensichtliche Nebenerscheinungen einer Schwangerschaft. Wenn die werdende Mutter vor der Schwangerschaft gesund und normalgewichtig war, nimmt sie meist 10 bis 15 Kilo zu, damit das Baby wachsen kann. Manche Schwangeren lieben ihre neuen Kurven, andere beäugen ihren wachsenden Leibesumfang kritisch und machen sich Sorgen, ob sie das Gewicht hinterher wieder loswerden. Das Wirksamste, was du in solchen Momenten tun kannst: deiner Partnerin versichern, dass sie wunderschön ist und dass ihr Körper genau das tut, was er soll, nämlich sich weiten, um die Bedürfnisse des Babys zu erfüllen. Manchmal vertrauen werdende Väter mir an, dass sie die Schwangerschaft ihrer Frau weder attraktiv noch sexy finden. Einige Partner geben zu, dass sie das Stillen abtörnt. Ich rate ihnen dann mit freundlichem Nachdruck, ihre Abneigung für sich zu behalten und zu versuchen, die Augen für das Wunderbare zu öffnen, das der Körper ihrer Partnerin da gerade vollbringt. Die werdende Mutter braucht Unterstützung und Akzeptanz, während ihr Körper Höchstleistungen vollbringt, um neues Leben entstehen zu lassen.

Erzähl mir mehr von den körperlichen Veränderungen. Was sind zum Beispiel Plazenta, Nabelschnur und Fruchtblase? »Umbauten« ist eine gute Beschreibung für das, was im schwangeren Körper geschieht. Wenn das Baby zu wachsen beginnt, wird da so einiges erweitert und aufgebaut. Am einfachsten lässt sich das mit einer Illustration erklären.

Blick in den Bauch: vor und während der Schwangerschaft