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Dieses E-Book entspricht ca. 148 Taschenbuchseiten ... In diesen geilen Kurzgeschichten verfolgen alle das gleiche Ziel: Befriedigung der schieren Lust bei völliger Hingabe mit einem geilen Partner oder einer nimmersatten Nymphomanin: nach einem Skiunfall im Krankenhaus, bei einem nächtlichen Besuch im Sternenpark, nach einem Auffahrunfall mit Schadensregulierung der besonderen Art, im Bus mit einer sexsüchtigen Witwe oder beim auffälligen Spannen und anschließenden Akt auf dem Aussichtsturm. Getrieben von jeder Menge Adrenalin im Blut erklimmen Hetero- wie auch Bisexuelle höchste Gipfel der Lust und erreichen einen Höhepunkt nach dem anderen ... Diese Ausgabe ist vollständig, unzensiert und enthält keine gekürzten erotischen Szenen.
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Seitenzahl: 196
Veröffentlichungsjahr: 2026
Impressum:
Verruchte Spiele | Erotische Geschichten
von Yvonne Bräuning
Yvonne Bräuning ist 1988 in Ulm geboren. Nach der Fachhochschulreife absolvierte sie eine Ausbildung zur Bürokauffrau in einem internationalen Marketing-Unternehmen, in dem sie bis heute als Chefsekretärin tätig ist.Yvonne Bräuning lebt mit ihrem Lebensgefährten in einem kleinen Ort nahe Ulm.Ihrem Überschuss an Testosteron ist es zu verdanken, dass sie ihre Erlebnisse in einem Buch festhalten wollte.
Lektorat: Jasmin Ferber
Originalausgabe
© 2026 by blue panther books, Hamburg
All rights reserved
Cover: © fly_wish @ depositphotos.com
Umschlaggestaltung: MT Design
ISBN 9783756198139
www.blue-panther-books.de
SexTilgung - Heiße Schadensregulierung
Täglich diese nervige Rushhour, bei der jeder so schnell wie möglich durch die verstopften Straßen der Hansestadt Rostock nach Hause kommen möchte. Und das ausschließlich im Schritttempo – und ich mittendrin! Mich lenkten andere verstörende Gedanken, die zwar auch etwas mit Verkehr am Hut hatten, von der gebotenen Aufmerksamkeit hinterm Lenkrad ab. Freund Ronny hatte mir kürzlich gesteckt, dass sich meine derzeitige Flamme Jana heimlich schon mehrfach mit seinem engsten Mitarbeiter getroffen hätte. War sie auf der Suche nach einem feurigen Lover oder war ihr schlicht der Sex mit mir zu eintönig? Bizarre Vorstellungen – eben die, die mit dem anderen Verkehr etwas gemein hatten – benebelten mir den Verstand. War ich in dieser Situation vom Glück oder vom Pech verfolgt? Zuerst stand der Zeiger auf Pech – aber der entpuppte sich im Nachhinein definitiv als Jackpot. Ein fataler Fehler unterlief mir, der drastischer hätte ausgehen können. Er rüttelte alle Sinne wach und testete meine augenblickliche Reaktionsfähigkeit! Die Ampel an der Kreuzung war längst von Grün auf Gelb umgesprungen und signalisierte damit die letzte Warnung vor dem grell aufleuchtenden Rot. Ich, im Begriff, aufs Gaspedal zu treten, um schnell noch durchzustarten – stattdessen legte ich eine Vollbremsung hin! Unmittelbar darauf ein Geräusch, das mir bestens von Autounfällen bekannt vorkam. Mein fahrbarer Untersatz ruckte verdächtig.
»Oh, Shit, hoffentlich kein Schaden an meinem teuer erworbenen Schmuckstück«, entfuhr es mir spontan, »bei dem ich womöglich noch als Verursacher des Auffahrunfalls gelte!«
Innerlich verfluchte ich all die längst schon verkalkten Penner am Steuer, denn anders war das zu späte Bremsen hinter mir nicht zu erklären. Im selben Moment tröstete ich mich mit der allgemeinen Regel, stets der Auffahrende trägt die Schuld, von der ich zumindest einmal gehört hatte. Mein Blutdruck war jäh in die Höhe geschossen. Die Personen links und rechts neben mir, die auf das nächste Grün der Ampel warteten, rissen entsetzt die Augen auf und starrten abwechselnd zu mir, dann wieder auf das Heck meiner Nobelkarosse. Ich schaltete kurzerhand die Warnblinkanlage ein, schälte mich zwischen einem Kleintransporter und der geöffneten Vordertür hinaus auf die Fahrspur und hatte vor, Schaden und Schadensverursacher genauer unter die Lupe zu nehmen. Ein Auto, was sage ich, eine Hutschachtel, war auf meinen Porsche Cayenne aufgefahren. Erster Schreck und das jäh ausgeschüttete Adrenalin verzogen sich augenblicklich in Sekundenschnelle, als ich ein schockgefrorenes, verzerrtes Gesicht hinter dem Steuer checkte. Ein Schmuckstück der seltenen Kategorie: bildhübsch, scheinbar asiatischer Abstammung, mit zwei weit aufgerissenen Augen. Ein paar Kullertränen rollten hinab über ihre Wangen, die sie mit einem Tempo aufzufangen versuchte. Mein Blick schweifte auf beide Stoßstangen, die sich wie Verliebte eng aneinanderschmiegten. Bis auf minimale Lackkratzer war im ersten Moment ein größerer Schaden an meinem Wagen nicht zu erkennen. Daher gab es keine Veranlassung, gleich die Polizei einzuschalten. Nach kurzer Verständigung fuhren wir beide vorsichtig mit Warnblinklicht an den Straßenrand und stellten ein Warndreieck auf, um Adressen und Telefonnummern auszutauschen. Das konnte und wollte ich mir nicht entgehen lassen, dass der zufällige Kontakt auf Nimmerwiedersehen entwischt. Wie sie so zitternd, schuldbewusst und zusammengesunken neben mir stand, war meine Wut über den kleinen Crash wie weggeblasen. Chen-Lu, wie ich ihrem Ausweis entnahm, beugte sich erst jetzt vor dem mickrigen Fiat weit nach unten, um den eigenen Schaden an ihrer Stoßstange mit dem Handy festzuhalten. Mein lieber Herr Gesangsverein, einen besseren Einblick in ihre tief ausgeschnittene durchsichtige Bluse konnte sie mir nicht bieten! Zwei stramme Möpse sprangen mir förmlich in die Augäpfel. Sie ertappte mich bei meinen lüsternen Blicken, die sich an den durchschimmernden Knospen ihres Busens festgesaugt hatten. Schnell überspielte ich den geifernden Lüstling und meine akut aufkommende Libido mit der Frage: »Wie bitte, darf ich dich ansprechen? Im Ausweis steht Chen-Lu.« Als sie nicht sofort antwortete, baute ich ihr eine goldene Eselsbrücke: »Machen wir es nicht so kompliziert, ich spreche dich einfach nur mit Lu an, okay?«
In ihrem Ausweis hatte ich entdeckt, dass ihre Nationalität als »deutsch« eingetragen war. Welch Glück, so konnten wir alle Diskussionen über die Schadensthematik in der Landessprache führen.
»Ich heiße Klaas, das ist ein echt hanseatischer Vorname. Übrigens – meine Kratzer sind weitaus geringfügiger als deine lädierte Stoßstange. Wir könnten das beide im gegenseitigen Einvernehmen ohne größeres Tamtam regeln. Wäre dir das recht?«
Aus den dunklen, mandelförmigen Augen schaute sie wie ein zurechtgewiesenes Schulmädchen zu mir auf. Wenigstens knapp zwei Köpfe war das Girl kleiner, nicht verwunderlich, bei meiner Größe von eins achtundneunzig. Ihre glatt nach unten fallenden schwarzen Haare waren für eine Thai typisch und lösten bei mir ein nicht zu beschreibendes Kribbeln im Bauch aus. Aber das war es nicht allein – so ein exotisches Teenie-Girl einmal flachzulegen und mit meiner angewachsenen Stoßstange zu erkunden, ob sich die Möse in natura enger als bei den bisher gemachten Eroberungen anfühlt, verursachte einen eminenten Kick. Jetzt und hier bot sich dazu eine günstige Gelegenheit, den Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Lu riss mich zurück in die Gegenwart und beteuerte mit brüchiger, kleinlauter Stimme: »Glaube mir, Klaas, ich hatte gar keine Chance, so schnell zu reagieren, wie du zum Stehen gekommen bist! Das Geld für den angerichteten Schaden muss ich irgendwie zusammenkratzen. Um dich zu entschädigen, habe ich im Moment nicht auch nur einen müden Euro übrig. Ich bin ohnehin mit meiner Miete vierzehn Tage im Rückstand und meine Mitbewohnerin droht mir schon mit Rausschmiss. Wenn es feststeht, wie teuer die Reparatur kommt und was ich dir schulde, können wir uns gern bei mir treffen und uns über eine erste kleine Anzahlung einigen. Ich könnte allerdings danach alles nur in Raten abstottern …«
Glaube mir, Lu, ich werde später keine Chance haben, so schnell zu reagieren, wie ER zum Stehen gekommen ist, antwortete meine innere Stimme auf ihre Entschuldigung. Und die versauten Gedanken surrten im Kopf nahtlos weiter, während ich nach außen ein Pokerface wahrte: Sie hatte doch die Möglichkeit, den entstandenen Schaden anders zu regulieren. Sprachen die Juristen nicht von Naturalrestitution, wenn es um Schadensersatz ging? Wow, welche Aussicht, die kleinen Kratzer nicht unbedingt materiell, sondern durch Flüssigkeitsaustausch zu regeln!
Geilheit hin oder her – zu Beweiszwecken hatte ich mir ein paar Fotos archiviert, nur um sicherzustellen, dass ich nicht von ihr gelinkt würde. Die Worte Stoßstange, Verkehr und zum Stehen kommen riefen in mir völlig andere Assoziationen hervor, aber leider mussten wir uns rasch verabschieden, denn der eigentliche Verkehr sollte schnellstens ungehindert weiterrollen.
***
Das Wohnviertel, in dem ihre Adresse angesiedelt war, kam mir vertraut vor. Die Haedgestraße war bekannt für ihr Milieu. Direkte Nähe zum Hafen, eine Gegend, die von Lieschen Müller und Heinzchen Meier eher gemieden wurde. Kein Problem – bei meinem sexuellen Notstand würde ich hier garantiert fündig werden. Wiederholt beschäftigte es mich, dass Jana heimlich hinter meinem Rücken ein Techtelmechtel begonnen hat. Beweisen konnte ich es mit Bestimmtheit bislang nicht. Klar, so prüde, wie sie in letzter Zeit auf meine sexuellen Annäherungsversuche reagierte, war es nicht auszuschließen, dass sie ihre Tentakel schon längst ausgestreckt hatte, um sich ihre Befriedigung anderswo zu holen. Warum also sollte ich Bedenken haben, die kleine Asiatin zum Bumsen zu verleiten? Ein Seitensprung mit knapp dreißig war aus meiner Sicht längst überfällig, aber davon abgesehen war ich kein Klosterschüler, oder?
***
Ronny berichtete ich am selben Abend von dem Crash, des Weiteren von meinem hinterfotzigen Vorhaben, das Mädel im Austausch für die Schadensregulierung gnadenlos durchbürsten zu wollen. Sein Interesse an der Kleinen, von der ich ihm in den höchsten Tönen vorschwärmte, wuchs von Minute zu Minute. Nur zu verständlich, mir wäre es ja umgekehrt nicht anders ergangen. Jedoch riet ich ihm dringend, mich ja nicht mit Jana durch mein Vorhaben erpressen zu wollen. Ich kannte ihn bestens, dass er eine echte Labertasche sein konnte! Für das erfolgreiche Besteigen des sexy Asia-Girls würde ich eine Kerbe in meinen Bettpfosten einritzen, so wie es einst die Cowboys in ihre Revolverkolben schnitzten, wenn sie ihren Gegner erlegt hatten. Ronny sollte mir besser nicht in die Suppe spucken, sonst würde ich sogar unsere langjährige Freundschaft infrage stellen.
»Klaas, willst du wirklich deine Beziehung mit Jana aufs Spiel setzen, wo diese Flamme doch Lichtjahre jünger ist als du?«
»Tja, mein lieber Ronny, genau das macht doch die erotische Motivation aus! Freund Zufall war mir im richtigen Moment zu Hilfe geeilt. Möglicherweise ahnte er mein Verlangen, endlich mal wieder einen Braten in die Röhre schieben zu können und nicht wie üblich nur zu onanieren. Und was heißt übrigens Beziehung? Du weißt, dass ich von meinem Sweetie derzeit gemieden werde und wahrscheinlich längst auf ihrer Abschussliste stehe. Ich sitze zwischen zwei Stühlen und empfinde unser bestehendes Verhältnis als weder Fisch noch Fleisch. Und das Frischfleisch, das mir im wahrsten Sinne des Wortes an die Karre gefahren ist, kann ich doch nicht vergammeln lassen – wenn du fühlst, was ich damit meine?«
»Und wie bitte willst du es anstellen, wenn diese Chen-Lu mit einer weiteren Person die Wohnung teilt? Bist du etwa größenwahnsinnig geworden und willst gleich zwei Löcher gleichzeitig stopfen? Da brauchst du zumindest tatkräftige Unterstützung, wie zum Beispiel mich! Meist hat in einer solchen WG jeder sein eigenes Zimmer, was du erst mal allein erkunden könntest. Was hältst du davon, wenn du eine Ratenzahlung vorschlägst und ich später mit davon profitiere? Das meine ich selbstverständlich nur als Vorschlag, falls du schlappmachst …«
So ein gerissenes Aas, nicht mal den Spatzen in der Hand, da spekuliert er schon auf die Taube! Selbst, wenn er der allerbeste Freund war – aber beim Poppen meiner gestrandeten Trophäe hörte die Freundschaft auf! Hatte seine Karre den Schaden oder meine? Durfte ich die Schulden eintreiben oder er? Es reichte doch, wenn ich ihm bisher detailgetreu von allen stattgefundenen Seitensprüngen erzählt hatte und er sich hinterher dank seines Kopfkinos einen von der Palme wedeln konnte. Bislang hatte ich nicht überprüft, ob Lus Handynummer tatsächlich stimmt. Zwar hatte ich ein paar Beweisfotos, doch keine Zeugen, die den Auffahrunfall bestätigen konnten.
»Okay, ich gebe dir Bescheid, wenn es tatsächlich zu einem Date kommt. Alles andere später, inzwischen versuche ich sie zu erreichen. Und kein Wort von meinen Plänen zu irgendjemand, geschweige denn zu Jana, wenn du sie zufällig treffen solltest. Mir juckt jetzt schon der Pimmel, wenn ich mir vorstelle, dieses Traumgirl rumzukriegen. Also, moin Ronny und komm heil zu Hause an. Ich habe nachher selbst noch einiges vor.«
***
Kaum war er zur Tür raus, schnappte ich mir das Handy und rief die Nummer an, die mir die Kleine gegeben hatte. Ich hatte bewusst über eine Woche abgewartet, denn meine ausgeklügelte Taktik war, sie erst einmal im eigenen Saft ihrer Ängste vor den Konsequenzen schmoren zu lassen, um so die Ratenzahlung in die Höhe zu treiben.
»Chen-Lu hier, du hast dir aber reichlich Zeit gelassen. Ich hatte schon die Befürchtung, es hätte sich in der Aufregung ein Zahlendreher in meine Telefonnummer eingeschmuggelt. Meiner Mitbewohnerin habe ich von dem Auffahrunfall berichtet und angedeutet, dass wir zeitnah in meinem Zimmer alles Weitere abklären wollen. Sie löcherte mich nach deinem Alter und Aussehen und natürlich nach der Marke deines Autos. Stell dir vor, selbst das habe ich in der Aufregung nicht geschnallt, und es ist auch auf keinem Foto ersichtlich. Lediglich die Heckschürze, aber keine spezielle Marke. Sie meinte nur lapidar, egal welches Fabrikat, das könnte generell teuer werden. Ist es so?«
Liebes Früchtchen, wenn du erst einmal in den Genuss meiner nicht lädierten Stoßstange kommst, wird dir im Anschluss jede Marke scheißegal sein. Dann kommt es nur auf Quantität und Spritzigkeit an. Den Preis, den ich von meiner Schadensersatzforderung abziehe, würde ich resultierend daraus bestimmen, je nachdem, wie mitreißend der Sex mit dir ausfällt …
»Hi Lu, erst gestern habe ich von der Werkstatt den Kostenvoranschlag erhalten. Wusste nicht, dass die gesamte Schürze gleich komplett neu lackiert werden muss. Ich war baff und geflasht über die hohe Regulierungssumme. Aber bitte nicht gleich hyperventilieren! Wir einigen uns, dass du nicht in die Insolvenz rutschst und dein Studium gar wegen der Lappalie abbrechen müsstest. Es gibt für alles eine Lösung – auch in unserem Fall … Du wirst staunen, dass es gar nicht so schlimm kommt, wie es im Moment für dich erscheinen mag.«
»Ja, aber …«
»Nichts ja, aber! Sag, wann es dir am besten passt, vorbeizukommen, um alles zu besprechen. Wie heißt eigentlich deine Mitbewohnerin?«
»Vanessa. Sie ist an diesem Wochenende daheim bei ihren Eltern in Stade. Da würde es am besten passen, dann bekommt sie auch von unserer Vereinbarung nichts mit, wie genau ich den Schaden bei dir abstottern kann. Wenn du denn überhaupt damit einverstanden wärst? Du hattest es mir doch selbst vorgeschlagen? Auf jeden Fall in Raten, du weißt ja …«
Sie ahnte nicht im Geringsten etwas von meiner teuflischen Heimtücke, die sie mit mir gemeinsam bis zur endgültigen Tilgung umsetzen sollte – wenn sie das unmoralische Angebot überhaupt annehmen würde – wenn … falls … Trotz aller Unsicherheit war ich voller Vorfreude.
»Da mach dich mal vorab nicht verrückt, du wirst begeistert sein, wie wir das beide gemeinsam wuppen. Du meintest doch kommendes Wochenende? Für mich ginge das in Ordnung, sag mir nur noch die Uhrzeit. Abends wäre es am geschicktesten, da habe ich keine anderen Verpflichtungen. Adresse habe ich, doch nicht die Hausnummer.«
»Sagen wir, gegen neunzehn Uhr? Wir wohnen in der sechsundsechzig – zweiter Stock links. Ich brühe uns einen Tee auf und erwarte dich. Bis dann, tschüss.«
War die Hausnummer als besonderes Omen zu deuten? Zweimal hintereinander sechs? Yes! Aber leider nicht mit einem X in den Zahlen! Und Tee? Damit könnte sie mich niemals hinter dem Ofen hervorlocken und sie dabei kaum scharf, geschweige denn willenlos werden. Da schwebten mir andere Geschütze vor – rein alkoholische! Nicht nur einmal habe ich dem aufmuckenden Dödel bei der Vorstellung, mit ihr zu ficken, sämtlichen Spermavorrat entlockt. Ich hatte schon jetzt beschlossen, am Samstag, kurz vor dem Treffen, meinen Schniedelwutz selbst abzumelken, um nicht in Panik zu verfallen, in ihrer sicherlich engen Behausung vorzeitig zu ejakulieren. Gedrosselter Sex ist für mich keine Option! Meine einzige Befürchtung: Hoffentlich würde sie bei dem Deal nicht die Krise bekommen und gleich auf Abstand gehen. Ich hatte nur ein wenig Gewissensbisse, weil ich sie angelogen hatte. Die Werkstatt meinte, dass die kaum sichtbaren Kratzer überhaupt nicht groß auffielen und sich eine Komplettlackierung nicht lohnen würde. Mit etwas Geschick könnten diese kleinen Schäden sogar schon bei intensivem Polieren verschwinden. Doch das musste ich meinem Opfer nicht unbedingt auf die Nase binden, oder?
***
Mit einer geringen Restmenge Munition im Magazin, schmerzenden Klöten vom strammen Abwichsen und glühenden Ohren lenkte mich das Navi zur eingegebenen Adresse im Hafenviertel. Die ausgeschüttete Endorphinmenge im Blut steigerte mein überdimensioniertes Sexverlangen. Vorsichtshalber parkte ich die Karre in der angrenzenden Hauptstraße, direkt unter einer Lampe, die später den Wagen bei Dunkelheit beleuchten würde. Nur sicherheitshalber – in der Gegend war mit allem zu rechnen! Mit Pudding in den Knien und enormer innerer Aufregung, die mir vom ersten Date als Teenager noch bestens bekannt vorkam, stand ich vor dem Mehrfamilienhaus. Auf diversen Klingelschildern erkannte ich etliche ausländische Namen, jedoch nur einen, der asiatisch anmutete. SAETANG – entzifferte ich. Das musste Chen-Lu sein – und zweiter Stock, das passte perfekt. Nach dem Betätigen der Klingel surrte der Türöffner und ich nahm gleich jeweils zusammen zwei Stufen die Treppen hinauf. Ob sich später ihre Pforte ebenfalls so schnell öffnen würde wie eben die Haustür?
»Hi Lu, statt ein paar billigen Blumen von der Tanke, die eh schnell verwelken, habe ich uns eine Flasche exquisiten Sekt mitgebracht. Damit können wir unser Problemchen gechillt, in beiderseitigem Einvernehmen, besser beilegen.«
Sie hatte mich in der Wohnungstür freudestrahlend empfangen und schritt schon mal voran.
»Hier, in diesem Zimmer links, wohnt Vanessa. Hier rechts ist mein Domizil. Komm rein und setz dich, ich besorge von nebenan zwei Gläser. Der kleine Schluckspecht trinkt öfter mal mit ihren wechselnden männlichen Besuchern Wein oder Sekt. Ich selbst vertrage nicht viel und habe schnell einen kleinen Schwips.«
Hatte ich einen unsichtbaren Draht nach da oben oder sollte es der Alkohol richten, dass mir irgendwelche holden Engelchen alle Unwegsamkeiten schon vorab aus dem Weg räumten und mir für den geplanten Sex erfolgreich den Teppich ausrollten? So viele Zufälle auf einmal konnte es nicht geben! War ich etwa ein ausgesprochener Glückspilz, wie es mir Mutter schon immer in meiner Kindheit eingetrichtert hatte?
»Eigentlich wollte ich uns einen Tee aufbrühen, aber aus gegebenem Anlass trinke ich heute ausnahmsweise mit dir zusammen ein Gläschen Sekt, wenn du ihn schon mitgebracht hast.«
Sie sah in ihrem kurzen Faltenröckchen und dem weißen, eng anliegenden Rolli schlichtweg umwerfend aus. Dazu ihre typischen Thai-Gesichtszüge, die von dem pechschwarzen Haar und dem in die Stirn fallenden Pony zauberhaft umrahmt wurden. Ihr kleiner strammer Busen drückte den Stoff leicht nach außen, und die darunter erkennbaren Nippel verkündeten, dass sie keinen BH trug und vor allem nicht nötig hatte. Aus ihren dunklen Augen schaute sie mich fragend und gleichzeitig herausfordernd an.
»Sorry, ich war gerade von deinem Erscheinungsbild so total geflasht und positiv berührt, dass ich vergaß, die Sektflasche zu öffnen und einzuschenken. Doch zuvor bin ich noch neugierig: Lebst du eigentlich allein oder wartet irgendwo ein fester Lover auf dich?«
»Das brauche ich während meines Studiums absolut nicht. Es lenkt mich nur ab und macht zusätzlich Stress. Die Zeit der Erkundungen in angesagten Klubs und Bars liegt längst hinter mir. Ich habe all die aufdringlichen Jungs nur benutzt und veralbert. Heute sieht das anders aus. Ich bin reifer geworden und dazu wählerischer. Klar, dass es in jüngster Vergangenheit gelegentlich zu einem Quickie gekommen ist – warum auch nicht? Diese Sexromanzen werte ich auf keinen Fall als Verpflichtung. Und was dich angeht …« An der Stelle machte sie eine kurze Pause, fokussierte ihre Feuer speienden Augen direkt auf mich und mir wurden die Knie weich. Indes wurde etwas anderes hart. »Du bist übrigens ein absolut begehrenswertes Schnittchen, direkt zum Anknabbern. Bei deinem guten Aussehen wundert es mich, dass du nicht schon verheiratet bist. Oder hast du etwa den Ehering wegen mir im Portemonnaie verschwinden lassen, wie ich es schon mehrfach erlebt habe?«
Ein freches, herausforderndes Grinsen unterstrich ihre Frage. Erwartete sie darauf echt eine Antwort oder war es nichts anderes als eine Ouvertüre zu geschäftlichen Verhandlungen, mich bei meiner Eitelkeit zu packen und mir Honig ums Maul zu schmieren? Wenn, dann wäre es ein psychologisch geschickter Schachzug, wie ich ungern zugeben würde.
»Doppelschwör! Ich bin ledig, aber noch liiert.«
»Was heißt hier denn noch, weil du das so betonst?«
»Meine Freundin scheint sich anderweitig hinter meinem Rücken auszutoben. Ein Freund von mir hat mich darüber aufgeklärt. Da will ich ihr in nichts nachstehen, bevor sie den Schritt zu einer Trennung einleiten kann.«
Lu versuchte, das Gespräch in andere Bahnen zu lenken, weil sie sich garantiert solche Ausflüchte von rammelgeilen Kerlen schon zu oft angehört hatte. Überraschenderweise erwärmte sie sich aber für das Blubberwasser, das ich mitgebracht hatte – und das, obwohl sie doch angeblich kaum etwas trank.
»Dein Sekt schmeckt tausendmal besser als Vanessas. Ihrer ist meist staubtrocken, bei dem es mir alle Löcher zuzieht. Eine gute Wahl hast du da getroffen, wie ich finde – komm, schenk noch mal nach …!«
Hätte ich doch lieber einen trockenen mitbringen sollen, um vor dem Vögeln ihre Pussy noch enger zusammenziehen zu lassen?
Sie bemerkte meinen zweifelnden Gesichtsausdruck und erklärte sich schnell: »Es ist ziemlich warm hier in der Bude, darum habe ich einen mörderischen Durst.«
Ich goss mit dem prickelnden Getränk die Gläser gern nochmals voll und stieß mit ihr auf unsere im wahrsten Sinne der Worte Knall-auf-Fall-, aber dafür umso aufregendere Bekanntschaft an. Lu war inzwischen mehr als nur angeregt und begann schon nach dem zweiten Glas Sekt leicht zu lallen. Sie schien echt nichts zu vertragen, aber für mich waren das beste Aussichten, sie schneller rumzukriegen. Aufmerksam inspizierte ich ihre Bude. Ein sparsam eingerichtetes, gemütliches Zimmer mit einer ausklappbaren Schlafcouch, einem kleinen Tisch mit zwei Stühlen, einem Schreibtisch unter dem Fenster – davor ein Drehhocker – und in der Ecke an der Wand ein Fernseher. In und auf einem Sideboard stapelten sich diverse Bücher, sicher für das Studium an der Uni. Meine vordringlichste Aufgabe bei diesem ersten Treff war, unter dem inszenierten Schulmädchenimage das gängige Luder herauszukitzeln und endlich zu einem einvernehmlichen Abschluss unserer Verhandlungen zu kommen. Sie konnte mir nicht länger vorspielen, dass sie mit ihren vierundzwanzig Jahren nicht selbst sexuelle Lust und Leidenschaft fühlte. Ihr Geburtsdatum hatte ich bei unserer ersten Begegnung aus ihrem Personalausweis im Gedächtnis abgespeichert. Kaum eine Frau in dem Alter masturbierte nicht ab und an, um innere Spannungen abzubauen, wenn momentan kein erigierter Pimmel griffbereit war. Benutzte etwa der kleine Feger gar einen Dildo, den sie hier im Zimmer versteckt hielt? Sollte ich mit meinen Vermutungen danebenliegen, wäre sie da eine absolute Ausnahme! Lu hatte zwar einiges aus ihrer kurzen Reifephase angedeutet, aber nicht nur Kerle trugen gern dick auf! Andererseits, bei der reichhaltigen Auswahl an männlichen Kommilitonen und ihrer grandiosen erotischen Ausstrahlung wäre es schwerlich nachzuvollziehen, nur ein- oder zweimal im Jahr sexuell aktiv unterwegs zu sein. Der Abend würde später zweifelsfrei Aufklärung bringen. Ihr jetziger Alkohollevel war die beste Voraussetzung, bevor ich zum eigentlichen Deal überging.
»Kannst du mir in deinem Zustand überhaupt noch folgen? Reden wir doch endlich Tacheles über eine Wiedergutmachung des Schadens am SUV und auf welche Weise er geregelt werden könnte, bevor du nicht mehr schnallst, wie sehr ich dir entgegenkommen will. Der Sekt hat nämlich schon reichlich Wirkung hinterlassen und ich zweifle, dass du nach dem nächsten Glas noch klarsiehst. Pass genau auf – die Werkstatt sprach von knapp zweitausend Euro, wenn die Heckstange neu gespritzt werden soll.«
Chen-Lus Gesicht überkam schlagartig eine seltsame Bleiche, sie schien auf der Stelle ernüchtert zu sein. Sämtliches Blut war aus den zuvor geröteten Wangen verschwunden und die Augen hatte sie entsetzt weit aufgerissen. Mit der getürkten Aussage war eine perfekte Ausgangssituation geschaffen, dass sie nicht umhinkam, auf den nachfolgenden Deal einzugehen. Was blieb ihr auch anderes übrig? Sie war ab jetzt mein Opfer, so, wie es Spinnen mit ihrer Beute im aufgespannten Netz handhaben.
»Lass mein Angebot erst mal in Ruhe sacken, bevor du gleich auf die Barrikaden gehst und mich danach rausschmeißt. Noch können wir alles zur beiderseitigen Zufriedenheit managen, und jeder kommt dabei garantiert auf seine Kosten. Hey, trink auf den Schreck das letzte Glas Sekt mit mir, dann unterhalten wir uns weiter darüber, wie du bei der Horrorsumme die Kurve bekommen kannst.«
Sie atmete hörbar tief ein und aus, bevor ich von ihr nach längerem Zögern eine Antwort erhielt.
»Und wie stellst du dir vor, dass ich auf meine Kosten komme und zusätzlich an dem Dilemma sogar noch Spaß an der Sache hätte? Das kann ich doch niemals abstottern, bei der kargen Unterstützung durch das BAföG! Das vorgestreckte Geld muss ich ohnehin im Anschluss zurückzahlen. Versichert bin ich auch nicht, dass ich darüber den Schaden regulieren könnte. Also sag mir einfach, was ich anstellen muss, um das Grauen aus der Welt zu schaffen.«
