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Verschwörungstheoretiker haben sich im Internet und im Buchmarkt ein neues Universum geschaffen. Roger Schawinski stellt die beliebtesten und gefährlichsten Verschwörungstheorien und die wichtigsten Repräsentanten der heutigen Szene vor. Er zeigt die Voraussetzungen und Methoden für eine erfolgreiche Karriere als Verschwörungstheoretiker auf und präsentiert die Gemeinsamkeiten der führenden Vertreter dieser Zunft. Zudem untersucht er die Welt der Anhänger und widmet sich der Frage, welche Menschen eher auf Verschwörungstheorien setzen als andere. Zwei Personen werden genauer beleuchtet: Daniele Ganser, der sich als sogenannter Friedensforscher eine besondere Stellung in der Welt der deutschsprachigen Verschwörungstheoretiker erarbeitet hat, und Donald Trump, der gewohnheitsmässig und hemmungslos Fake News bedient und damit an die Schalthebel der Macht gelangte. Zur Szene der Verschwörungstheoretiker zählen u. a. auch Steve Bannon, die führende Feder hinter «Breitbart» News, Alex Jones, das Gesicht von Infowars, oder Ken Jebsen, der Kopf von KenFM.
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Seitenzahl: 222
Veröffentlichungsjahr: 2018
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Roger Schawinski
VERSCHWÖRUNG!
Die fanatische Jagd nach dem Bösen in der Welt
NZZ Libro
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.
© 2018 NZZ Libro, Neue Zürcher Zeitung AG, Zürich
Der Text des E-Books folgt der gedruckten 1.Auflage 2018 (ISBN 978-3-03810-327-1)
Lektorat: Simon Wernly, Langenthal
Titelgestaltung: TGG Hafen Senn Stieger, St.Gallen
Datenkonvertierung: CPI books GmbH, Leck
Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Die dadurch begründeten Rechte, insbesondere die der Übersetzung, des Nachdrucks, des Vortrags, der Entnahme von Abbildungen und Tabellen, der Funksendung, der Mikroverfilmung oder der Vervielfältigung auf anderen Wegen und der Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, bleiben, auch bei nur auszugsweiser Verwertung, vorbehalten. Eine Vervielfältigung dieses Werks oder von Teilen dieses Werks ist auch im Einzelfall nur in den Grenzen der gesetzlichen Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes in der jeweils geltenden Fassung zulässig. Sie ist grundsätzlich vergütungspflichtig. Zuwiderhandlungen unterliegen den Strafbestimmungen des Urheberrechts.
ISBN E-Book 978-3-03810-378-3
www.nzz-libro.ch
Inhalt
Einleitung
Der TV-Eklat
Die Weltverschwörungstheorien
Doktor Daniele Ganser
9/11
Lügenmedien und Fake News
Das Internet als Brandbeschleuniger
Immer extremer
Verschwörungstheoretiker-in-Chief
Die Stars
Und so gehen sie vor
Sekten und Verschwörungstheorien
Die Fans
Links/Rechts
Fazit
Literaturverzeichnis
Der Autor
Einleitung
Dieses Buch führt in eine Welt, die sich bereits in einer fernen Vergangenheit gebildet hat, die heute aber immer mehr an Aktualität und Bedeutung gewinnt. Es ist eine Welt, in der ganz andere Regeln gelten. In ihr werden uralte Verhaltens- und Glaubensmuster gepflegt, die wir in unserer Zeit, in der die wissenschaftliche Sicht alle anderen Erkenntnismethoden überstrahlt, für längst überholt hielten. Es ist die Welt der Verschwörungstheoretiker.
In den Recherchen zu diesem Buch stiess ich auf Abgründe, die mich verblüfften. Ich erfuhr von Strukturen und Überzeugungen, die nicht allein in Randgruppen vorhanden sind, sondern zunehmend ins Zentrum unserer Gesellschaft drängen und uns damit immer stärker betreffen. Informationen über diese Gruppierungen sollen mithelfen, diese Entwicklung besser einschätzen zu können und, wo nötig, sich gegen sie zu schützen.
Verschwörungstheoretiker haben sich in ihrer Subkultur ein neues Universum geschaffen. Dort breiten sie sich trotz der weitgehenden Ausgrenzung durch die traditionellen Medien immer weiter aus. Weil ihnen die wichtigsten Plattformen meist verschlossen bleiben, haben sie eben eigene geschaffen. So haben sie sich vor allem im Internet und im Buchmarkt eingenistet, ohne dass dies von einer breiten Öffentlichkeit so richtig wahrgenommen wird. Die Bedeutung, die diese Szene erlangt hat, wird massiv unterschätzt. Dieses Buch ist ein Versuch, die dadurch entstandene Informationslücke ein Stück weit zu schliessen.
Es war ironischerweise ausgerechnet die Aufklärung, die zum Aufkommen von Verschwörungstheorien beigetragen hat. In den Jahrhunderten zuvor wurden persönliche Schicksalsschläge und gesellschaftliche Katastrophen dem unergründlichen Ratschluss Gottes zugeschrieben, den man nicht infrage zu stellen wagte. Als sich jedoch der Blick der Menschen weitete und sie die meisten der Umwälzungen und Niederlagen mithilfe der sich rasant entwickelnden Wissenschaft erklären konnten, machten sich viele auf die Suche nach den dafür Schuldigen. Bei diesem Unterfangen, bei dem man das für das eigene Unglück verantwortliche «Böse» aufspüren wollte, erfand man Verschwörungstheorien, die alles in einfachster Weise und mit einer Vielzahl von Beweisen zu erklären vermochten. Studien zeigen, dass heute etwa jeder dritte Amerikaner mindestens an eine Verschwörungstheorie glaubt. Dies ist ein Befund, der unter anderem belegt, dass das Vertrauen in die zentralen Institutionen der Gesellschaft in bedenklicher Weise abnimmt. Für Europa liegen ähnliche Befunde vor.
Dieses Buch spannt den Bogen von den Weltverschwörungstheorien der Vergangenheit bis in die Gegenwart, weil sich erstaunlicherweise viele der alten Muster und Inhalte erhalten haben. Vor allem dank der phantastischen Möglichkeiten des Internets vernetzen sich Verschwörungstheoretiker heute mit einer zuvor unvorstellbaren Intensität. Sie können sich nicht nur untereinander mit Leichtigkeit austauschen, sondern auf jede Kritik blitzschnell und je nach Bedarf auch mit extremer Heftigkeit reagieren. Die traditionellen Medien werden von ihnen in zwei Kategorien eingeteilt: So gibt es aus ihrer Sicht die «fairen» Medien, die entweder liebedienerisch oder ahnungslos ihre Verschwörungstheorien verbreiten. Abgelehnt und verunglimpft werden hingegen alle anderen Medien, die man als Kriegstreiber, Lügenmedien, Lückenmedien, Fake-News-Medien und Verfälscher denunziert. Verschwörungstheoretiker werden dieses Buch unweigerlich der zweiten Gruppe zuordnen, weil es aufzuzeichnen versucht, wie ihre im Halbdunkel agierende Szene funktioniert, mit welchen fragwürdigen Methoden sie vorgeht und welche Dimensionen sie bereits erlangt hat.
Vor Beginn meiner Recherchen hat mich ein Insider gewarnt, mich nicht in dieses Thema «zu verbeissen», wie er meinte, weil ich mich damit einer in ihrem Ausmass nicht absehbaren Anfeindung durch die Anhänger aus Verschwörungstheoretiker-Kreisen aussetzen werde. Doch diese wohl unvermeidlichen Angriffe nehme ich in Kauf, weil ich die Thematik für zu wichtig halte, um mich von den zu erwartenden Attacken einschüchtern zu lassen.
Die Kapitel dieses Buches folgen einem roten Faden. Allerdings lassen sich einzelne Kapitel auch überspringen, ohne dass der Kontext in störender Weise verloren geht. So werden die beliebtesten und gefährlichsten Verschwörungstheorien vorgestellt, ebenso die wichtigsten Repräsentanten der heutigen Szene in mehreren Ländern, vor allem in der Schweiz, in Deutschland und in den USA. Ebenfalls werden die Voraussetzungen und Methoden für eine erfolgreiche Karriere als Verschwörungstheoretiker aufgezeigt. Auch werden die Gemeinsamkeiten im Vorgehen der heute führenden Vertreter dieser Zunft präsentiert. Zudem wird die andere Seite beleuchtet, nämlich die Welt der Anhänger, der Fans. So wird die Frage beantwortet, welche Menschen eher auf Verschwörungstheorien setzen als andere. Dabei zeigt es sich, dass es nicht blosse Zufälle sind, die eine Person in die abgründige Welt der Verschwörungstheorien führen. Und es werden die ideologischen Wurzeln der meisten der heute gängigen Verschwörungstheorien offengelegt, um ihre Zielsetzungen richtig einordnen zu können.
Zwei Personen werden im Buch unter verschiedensten Aspekten und in mehreren Kapiteln genauer beleuchtet. Es handelt sich einerseits um Daniele Ganser, der sich in den letzten Jahren als äusserst erfolgreicher «Friedensforscher» eine besondere Stellung in der Welt der deutschsprachigen Verschwörungstheoretiker aufgebaut hat. An seinem Beispiel wird detailliert aufgezeigt, welche Mechanismen und Techniken angewandt werden, um innerhalb dieser Community die grösstmögliche Wirkung zu erzielen. Andererseits wird die Rolle, die Donald Trump als mächtigster Mann der Welt in der Welt der Verschwörungstheoretiker einnimmt, in mehreren Kapiteln analysiert.
Alles deutet darauf hin, dass die Verschwörungstheoretiker unsere wichtigsten Institutionen im aktuellen Umfeld von stark verunsicherten und auseinanderfallenden Gesellschaften gezielt unterminieren. Dank ihrer ständig wachsenden Breitenwirkung werden sie wohl in näherer Zukunft noch eine weit bedeutendere Rolle spielen als bisher. Deshalb erfolgt mit diesem Buch der Versuch, etwas Licht in diese meist im Dunkeln operierende Welt zu bringen, die vieles unternimmt, um zentrale Errungenschaften unserer Zivilisation zum Einsturz zu bringen.
Roger Schawinski
Februar 2018
Daniele Ganser und Jonas Projer: «Worüber ist Ihre Doktorarbeit?»
Foto: SRF, Arena vom 24.2.2017
Der TV-Eklat
Nichts deutete auf einen aussergewöhnlichen Fernsehabend hin. Das Thema der wöchentlichen Talkshow Arena im Schweizer Fernsehen lautete: «Trumps Krieg gegen die Medien». Dieser und ähnliche Titel erschienen im Februar 2017 auch bei anderen TV-Sendern im Programm. Doch dann löste dieser unspektakuläre Ansatz einen Sturm aus, wie ihn die öffentlich-rechtliche Schweizer Medienanstalt noch nie erlebt hat. Über 500 Beanstandungen gingen fristgerecht bei Ombudsmann Roger Blum ein, und dies nicht allein aus dem Inland. Viele empörte Zuschauer meldeten sich aus Deutschland, Luxemburg, Holland, einzelne sogar aus Italien, Indonesien, den Philippinen, Spanien und der Türkei – und dies mit Bezug auf eine Sendung, die wegen ihrer im Schweizer Dialekt geführten Diskussion ausserhalb des direkten Sprachgebiets kaum Zuschauer finden konnte.
Was führte zu diesem TV-Ereignis, über das noch Monate später heftig diskutiert wurde? Die Ereignisse etwas detailliert nachzuzeichnen, führt tatsächlich zu erstaunlichen Einsichten.
Nach einem weitgehend harmlosen Geplänkel zu Beginn der Sendung zwischen zwei der vier eingeladenen Protagonisten brachte der Moderator Jonas Projer Daniele Ganser ins Spiel, der den Zuschauern in der Vorstellungsrunde als «umstrittener Historiker» präsentiert worden war, was dieser aufgebracht als unzulässige und tendenziöse Herabsetzung kritisierte. Daniele Ganser, der selbst unter der Bezeichnung «Historiker» und «Friedensforscher» firmiert, hat sich in den letzten Jahren in unzähligen Vorträgen und mehreren Büchern, die gewaltige Auflagen erlebten, im deutschen Sprachraum als führender Kritiker der offiziellen Darstellung der Attentate von 9/11 profiliert.
Die Entscheidung, ihn in diese Sendung einzuladen, war nur auf den ersten Blick überraschend. Der junge, aber bereits sehr gewiefte und alerte Moderator Jonas Projer hatte schon früher auf eine unkonventionelle Gästewahl gesetzt, um das traditionelle Muster der immer gleichen Politikergesichter aufzuweichen, die in allen deutschsprachigen TV-Talks routinemässig ihre vorhersehbaren Parolen absondern. So waren zuvor etwa eine ehemalige Miss Schweiz oder ein viel beachteter Blogger aus dem Migrationsmilieu aufgetreten, um der Arena frischen Schwung und eine Prise Spektakel zu verleihen. Und deshalb war nun wohl auch Daniele Ganser in der Sendung, in dem viele Beobachter einen führenden Kopf der Verschwörungstheoretiker-Szene sehen.
Daniele Ganser kam mit einem sofort erkennbaren Plan ins Studio. Dieser sah vor, dass er sich dem offiziellen Thema der Diskussion von Beginn weg verweigern würde, um die für ihn riesige und deshalb besonders attraktive Bühne für die Verbreitung seiner Hauptthesen zu nutzen: nämlich, dass 9/11 eine Verschwörung der US-Regierung sei, dass Friedensnobelpreisträger Barack Obama im Jahr 2016 Stunde für Stunde drei Bomben abgeworfen habe und dass die USA und die von ihr beherrschte Nato seit Jahrzehnten illegale Kriege führen würden. Mit dieser Taktik sollten die anderen Teilnehmer der Sendung gezwungen werden, laufend auf seine Argumente einzugehen, was ihm dann bei seinen weitschweifenden Repliken die erwünschte grossflächige Sendezeit verschaffen würde.
Kurz nach Sendebeginn setzte Ganser einen zusätzlichen Trick ein. Um gleichzeitig seine wissenschaftliche Kompetenz hervorzuheben und die Glaubwürdigkeit des Moderators auf einen Schlag zu untergraben, fragte er diesen: «Meine Doktorarbeit ist über inszenierten Terrorismus im Kalten Krieg und Operation Gladio. Worüber ist Ihre Doktorarbeit?» Auf diese ungewöhnliche Provokation ging Jonas Projer nicht ein, der, wie Ganser genau wusste, keinen Doktortitel vorweisen kann.
Doch bald darauf lief die Sache aus dem Ruder. Projer spielte einen Tweet ein, den Daniele Ganser seinen Anhängern nach einer kurz zuvor ausgestrahlten TV-Sendung im Wissenschaftsmagazin Einstein geschickt hatte, in dem seine Person und seine Thesen zu 9/11 ausführlich beleuchtet wurden. Dieser Tweet sollte Teil einer Beweisführung des Moderators sein, mit der er aufzeigen wollte, dass Ganser ein überführter Verschwörungstheoretiker ist.
Daraufhin spielte der Moderator eine Mail von Ganser mit genau gegenteiliger Aussage ein, die dieser dem Produzenten der TV-Sendung geschickt hatte. «Ich fand den Teil zu 911 und WTC7 fair und sachlich. Danke. (…) Herzlich Daniele», lautete dieser Text.
Nun explodierte Ganser. «Sie haben weggeschnitten, was ich anschliessend gesagt habe», rief er empört aus. Dies sei Manipulation, und zwar auf übelste Weise! Moderator Projer konterte leicht verunsichert, dass sich der nicht gezeigte zweite Teil dieser Mail auf andere Beiträge von Einstein bezogen habe, nicht auf WTC7, und in diesen sei Ganser nicht erwähnt worden. Deshalb sei es richtig gewesen, diesen Text nicht zu zeigen, sondern ihn wegzulassen. Das sah Ganser jedoch ganz anders. Er wollte sich dagegen verwahren, dass seine Thesen zu 9/11 in einer Sendung mit offensichtlichen Verschwörungstheorien präsentiert wurden.
«Jetzt erleben Sie es live», verkündete Ganser triumphierend, «Sie schneiden einfach einen Teil weg. Deshalb verlieren die Menschen das Vertrauen in die Medien.»
Diese Diskussion zwischen Moderator und Ganser eskalierte während unsäglich langen Minuten weiter, bis Jonas Projer entnervt gar mit dem «Abbruch der Sendung» drohte, was einem beispiellosen Eklat gleichgekommen wäre. Er versprach dann aber ziemlich kleinlaut, baldmöglichst den fehlenden Teil der inkriminierten Mail nachzuliefern, was kurz darauf auch geschah. Gansers zuvor nicht gezeigte Kritik an der Sendung Einstein lautete: «Der [sic!] Mix mit Klimalüge und Protokolle hingegen fand ich schlecht.»
«Sie machen Verschwörungstheorie, live in der Arena», warf Projer seinem Gast Ganser vor. Worauf dieser antwortete: «Machen Sie doch eine Sendung zu 9/11!» – er legte damit sein eigentliches Anliegen offen. Und dann nutzte Ganser die Gelegenheit, um hinzuzufügen, dass es bei 9/11 «in jedem Fall eine Verschwörung gegeben» habe.
Die Reaktion auf diese Arena war überwältigend. Die Kommentarspalten in Internetportalen quollen von Einträgen über. Vor allem Anhänger von Ganser meldeten sich zu Wort, die sich für ihren «Doktor Ganser», den studierten Historiker und Friedensforscher, in die Bresche warfen und den Moderator und die anderen anwesenden Kritiker mit zum Teil übelsten Beschimpfungen eindeckten. Ganser selbst befeuerte die Debatte mit eigenen Beiträgen in den Social Media, was schliesslich zur erwähnten Rekordzahl von Beanstandungen gegen Jonas Projer und die Arena führte.
Dieses Beispiel zeigt Exemplarisches über die Welt der Verschwörungstheoretiker. Erstens nutzen sie jede sich bietende Gelegenheit, um sich mit ihren Thesen in Szene zu setzen. Zweitens manipulieren sie jede sachliche Diskussion, um ihr Anliegen in den Mittelpunkt zu stellen. Und drittens ergreifen sie jede sich bietende Chance, um ihrerseits der Gegenseite eine Verschwörung zu unterstellen, um so vom selbigen Vorwurf gegen sich abzulenken.
Tatsächlich war das Vorgehen der Arena-Redaktion ungeschickt. Der von ihr öffentlich gemachte Widerspruch zwischen einer privaten Mail und einem breit gestreuten Tweet diente bestenfalls als Beweis für die Charakterschwäche und den Opportunismus von Daniele Ganser, der sich bei beiden Empfängern mit diametral entgegengesetzten Aussagen einschmeicheln wollte. Ein Beleg für eine Verschwörungstheorie war es nicht. Und durch das ungeschickte Weglassen eines nicht klar formulierten Teils einer Mail lieferte man ihm eine Steilvorlage, um seine grundsätzliche Kritik am unzulässigen Verhalten der «unseriösen Medien» gegenüber Leuten wie ihm zu demonstrieren.
Bei seinen Fans führte dieser Vorfall zu grenzenloser Empörung, beim Durchschnittszuschauer sorgte er für Verunsicherung. SRG-Ombudsmann Roger Blum gab den Beanstandungen auf der ganzen Linie Recht und bezeichnete die Sendung in seinem nach rekordverdächtigen 160 Arbeitsstunden gefällten Urteil als «missraten». Insbesondere rügte er die Verwendung einer privaten Mail, die zudem nicht vollständig gezeigt worden sei. Damit habe die Redaktion gegen das «Sachgerechtigkeitsverbot» verstossen. Dieses Urteil wurde ein halbes Jahr später von der Unabhängigen Beschwerdeinstanz (UBI) umgestossen, die mit dem Stichentscheid der Vorsitzenden entschied, dass die Arena das Radio- und Fernsehgesetz nicht verletzt habe.
Trotzdem hatte Ganser sein Ziel in optimaler Weise erreicht, denn die Sendung hatte sich zum idealen Podium für seine Person und seine Thesen entwickelt. Dabei hätte ihn die Arena-Redaktion mithilfe eines weiteren, von Ganser verfassten Tweets problemlos als Verschwörungstheoretiker festnageln können, eine Bezeichnung, die Ganser als krass diffamierend ablehnt und weit von sich weist.
Dieser Tweet beinhaltet Gansers Einschätzung des Terroranschlags bei Charlie Hebdo und wurde ebenfalls in der Sendung eingeblendet. Er lautet:
«Selbst das könnte eine Operation unter falscher Flagge gewesen sein, wir wissen es nicht. (…) Für mich ist der Terroranschlag auf ‹Charlie Hebdo› ungeklärt. Sicher ist, dass der militärisch-industrielle Komplex davon profitiert.»
Auf diesen wenigen Zeilen finden sich auf kleinstem Raum viele der wichtigsten Codewörter der heute besonders aktiven Verschwörungstheoretiker. So wird von ihnen der Begriff «Operation unter falscher Flagge» häufig gebraucht. Darunter werden illegale Aktionen fremder Geheimdienste subsumiert, die dem politischen Gegner in die Schuhe geschoben werden. Ebenfalls zentral ist die darauffolgende Aussage: «… wir wissen es nicht.» Das heisst: Wir stellen nur Fragen. Mit diesem wohlfeilen Disclaimer werden Zweifel gesät, ohne für diese Aussage glaubwürdige Beweise liefern zu müssen. Oft folgt dann noch der Hinweis, man solle hinsehen, «die Augen öffnen» und nicht «blind» den offiziellen Thesen Glauben schenken.
Darauf folgt im Tweet der Ausdruck «ungeklärt», um den ausführlichen und eindeutigen Befund der Untersuchungen infrage stellen zu können, die in diesem Fall alle Hintergründe über die Attentäter detailliert aufzeigen. Und was nicht fehlen darf, ist der Hinweis auf den «militärisch-industriellen Komplex», der von Verschwörungstheoretikern als nicht näher erklärte Chiffre für alles Böse der Welt genutzt wird. Mit dieser Formulierung umschreibt Ganser gemeinhin die Aktionen der USA, der Nato und/oder des israelischen Geheimdienstes Mossad. Und schliesslich folgt der entscheidende Beleg für jede handfeste Verschwörungstheorie, nämlich, dass es «sicher» sei, wer «davon profitiert». Dies soll der definitive Beleg für die üblen Machenschaften sein, den man übrigens nicht einmal explizit zu beweisen braucht. Denn, derjenige, der profitiert, muss schuld sein, wird insinuiert. Cui bono! So wird der eigenen Glaubensgemeinschaft in wenigen Zeilen eine scheinbar unwiderlegbare Beweiskette für eine Verschwörung vorgelegt.
Als der Moderator Daniele Ganser fragte, welche Geheimarmee denn hinter der Aktion bei Charlie Hebdo stehe, antwortet dieser lakonisch: «Das kann ich Ihnen nicht sagen. Aber: Wir haben Terroranschläge, anschliessend haben wir Krieg.» Mit einer einzigen saloppen Bemerkung wischte er also das für ihn besonders heikle Thema vom Tisch, das in der Folge im Gewühl der hitzigen Sendung völlig unterging. So blieb unerwähnt, dass weder nach Charlie Hebdo noch nach dem späteren, noch blutigeren Anschlag im Pariser Nachtclub Bataclan ein Krieg ausgelöst wurde. Nutzen aus dieser Aktion haben einzig islamistische Terrororganisationen erzielt, die mit diesen erfolgreichen Auftragsaktionen ihr Ziel erreicht haben, wie sie der Welt in zahlreichen Verlautbarungen stolz mitteilten.
Und so standen am Ende der Sendung Moderator Jonas Projer und die Redaktion der Arena und nicht – wie von ihnen minutiös geplant – ihr Gast Daniele Ganser am Pranger. Der eloquente, charismatische und attraktive Ganser hatte auch aufgrund seiner Erfahrung aus vielen Vorträgen blitzschnell den ihm unverhofft gelieferten Steilpass erkannt und ihn mit theatralischer Geste und viel Geschwurbel für seine Zwecke genutzt. Nicht er, sondern «die Medien» hatten sich vor laufender Kamera mit miesen Taktiken Vorteile verschaffen wollen, legte er dar. Und damit war er folgerichtig kein Verschwörungstheoretiker, sondern umgekehrt das Opfer einer Verschwörung. Denn es ist die permanente Aufgabe von Verschwörungstheoretikern, angeblich reale Verschwörungen aufzudecken. Damit wollen sie den definitiven Beleg dafür liefern, dass immer die anderen Verschwörungstheoretiker sind und keinesfalls sie selbst. Und Daniele Ganser hatte diesen Beweis in einer nationalen Live-Sendung vor einem riesigen Publikum erbracht! Das war mehr, als er sich wohl in seinen kühnsten Träumen für diesen Abend erhofft hatte. Und tatsächlich feierten er und seine Fans diesen grossartigen Sieg mit einem Tsunami von Wutbotschaften bei Facebook, zudem in den Kommentarspalten vieler Medien und mit einer Rekordzahl von Beanstandungen beim TV-Beauftragten.
Der deutsche Verschwörungstheoretiker Heiko Schrang, der Bücher mit Titeln wie Die Jahrhundertlüge, die nur Insider kennen veröffentlicht hat, ist davon überzeugt, dass Ganser bei dieser Sendung aufgrund eines «Geheimplans» aufs Glatteis geführt worden sei. Damit kolportierte er ohne jeden Beweis eine veritable Verschwörungstheorie über eine solche Aktivität der Medien. Schrang teilte seinen Lesern zusätzlich mit, dass bereits Jahre zuvor die Information geleakt worden sei, dass TV-Talkshow-Moderatoren gezielt geschult würden, um nichtkonforme Gesprächspartner mit besonders üblen Methoden in die Ecke zu treiben und so zu diffamieren. Ein solches Programm habe auch der ZDF-Talker Markus Lanz durchlaufen, verbreitete das Internetportal Epoch Times, das ebenfalls den Verschwörungstheoretikern zugerechnet wird. Schrang weiter: «Immer mehr Menschen empfinden das Fernsehprogramm als geistige Körperverletzung», eine Beurteilung, der Daniele Ganser in seinem Blog, in dem er diese Aussage aufnahm, ohne Abstriche zustimmte.
Waren es die Besonderheiten dieser Sendung, die zu diesem Resultat führten? Oder ist es unvermeidlich, dass Diskussionen mit Verschwörungstheoretikern diesen Verlauf nehmen? Ist es sinnvoll, diese Leute ins Studio zu laden, wenn man sich davon echte Erkenntnisse für ein breites Publikum erhofft? Und sind neutrale Zuschauer und im Studio anwesende Kritiker überhaupt in der Lage, den mit angeblichen Fakten überladenen Statements der Verschwörungstheoretiker ernsthaft etwas entgegenzusetzen? Der deutsche Politikwissenschaftler Markus Linden ist skeptisch. In der Neuen Zürcher Zeitung erklärte er, dass der «rhetorisch und intellektuell brillante» Daniele Ganser als Talkshowgast schnell «etablierte bundesdeutsche Sendeformate sprengen könnte, wenn er denn eingeladen würde» – was aber im Gegensatz zur Schweizer Arena bisher noch nicht geschehen ist.
Mit diesen Gedanken verliess ich an jenem denkwürdigen Abend diese TV-Sendung, die ich als einer der Teilnehmer von ganz nahe erlebt hatte. Ich hatte zwar einige kritische Einwände gegen die 9/11-Auslassungen von Ganser geäussert, mich aber fast ganz aus der hitzigen Mail-Kontroverse herausgehalten. Trotzdem wurde ich in den Social Media in der Folge mit zum Teil sehr verletzenden Beiträgen aus der Fangemeinde von Ganser eingedeckt. Als sich die Sache über Wochen weiter steigerte, erkannte ich, dass sich unter dem Codewort «Friedensforschung» eine grosse und extrem militante Gemeinde von Menschen zusammengefunden hat, die sich den führenden Verschwörungstheoretikern bedingungslos ausgeliefert hat. Diese Community duldet nicht den geringsten Widerspruch und attackiert alle Kritiker reflexartig und blitzschnell aufs Heftigste. Und so entstand der Gedanke, sich diesem Thema intensiv zuzuwenden. Das Produkt dieser Untersuchungen ist dieses Buch, in dem wir uns nun als Nächstes der Geschichte und den Grundlagen der Verschwörungstheorien zuwenden werden.
Protokolle der Weisen
Quelle: Deutsches Historisches Museum, Berlin
Die Weltverschwörungstheorien
Am 15. März 44 v. Chr. betrat Julius Cäsar das Senatsgebäude im Theater des Pompeius in Rom, obwohl ihn seine Frau wegen schwerer Albträume in der eben vergangenen Nacht vor diesem Gang gewarnt hatte. Ausserdem litt er an jenem Tag an einer schweren Erkältung. Doch Verschwörer hatten den Imperator mit dem Versprechen angelockt, dass er eine weitere Ehrung empfangen würde, und von denen konnte er, wie sie nur zu gut wussten, nie genug bekommen. Als er im Gebäude eintraf, wurde er von einigen Senatoren sofort umringt, die ihn in einer minutiös geplanten Aktion mit 23 Messerstichen ermordeten.
Die Geschichte kennt viele solcher Verschwörungen. Doch wie kann man echte Verschwörungen von erfundenen oder erdachten unterscheiden? Leider gibt es dafür keine klaren, objektiven Unterscheidungskriterien. Es ist jeweils ein subjektiver Entscheidungsprozess notwendig, in dem zwischen Fakten und blossen Annahmen unterschieden werden muss.
Karl Hepfer definiert dies in seinem Buch Verschwörungstheorien. Eine philosophische Kritik der Unvernunft wie folgt: Eine Verschwörung «lässt sich als das geheime Zusammenwirken einer (in der Regel überschaubaren) Gruppe von Personen definieren, deren Absprachen und Handeln darauf zielen, die Ereignisse zu ihrem eigenen Vorteil (und damit zugleich zum Nachteil der Allgemeinheit) zu beeinflussen. Eine Verschwörungstheorie ist entsprechend der Versuch, (wichtige) Ereignisse als Folge derartiger geheimer Absprachen und Aktionen zu erklären … Theorien treten allgemein mit dem Versprechen an, uns zu einem besseren Verständnis der Welt zu verhelfen und Verschwörungstheorien sind hier keine Ausnahme.» Bei Verschwörungstheorien verbleibe immer ein Restzweifel, welche Interpretation zutrifft. Deshalb, so Hepfer: «Beispiele für zunächst unwahrscheinlich klingende Szenarien, die sich später als zutreffend herausstellten, gibt es in der historischen Forschung schliesslich genug. Um es kurz zu machen: Auch an Verschwörungstheorien können wir (so wie an alle empirischen Theorien) deshalb nur eine Messlatte anlegen, die von ‹wahrscheinlich›, über ‹vielleicht zutreffend› bis ‹abstrus› und ‹sehr unwahrscheinlich› reicht.» Wissenschaftstheoretisch ist zwar die Bestätigung einer echten Verschwörung möglich, hingegen ist eine empirisch bewiesene definitive Widerlegung in keinem Fall möglich. Dieter Groh beschreibt Verschwörungstheorien in «Die verschwörungstheoretische Versuchung oder: Why do bad things happen to good people?» als «monokausale, nach aussen hin abgeschlossene (d. h. nicht falsifizierbare) und komplexitätsreduzierende Erklärungszusammenhänge, die komplexe Ereignisse auf das Wirken weniger identifizierbarer Akteure reduzieren». Einfacher formuliert: Es gibt aus wissenschaftstheoretischer Sicht keine absolute Sicherheit, dass eine Verschwörungstheorie falsch ist, weil dafür keine absolut unwiderlegbaren Beweise vorgelegt werden können.
Traditionell blühen Verschwörungstheorien in unsicheren Zeiten auf – und in einer solchen befinden wir uns zurzeit. Donald Trump, der sich gewohnheitsmässig und ohne jegliche Hemmungen bei Verschwörungstheorien bedient, um sich auf diese Weise persönliche Vorteile zu verschaffen, hat diese bereits zuvor vorhandenen Tendenzen in seiner bisherigen Amtszeit als Präsident der USA noch weiter verstärkt. Dank seiner Position legitimiert der mächtigste Mann der Welt eine solche Vorgehensweise. Hepfer beschreibt diesen Mechanismus so: «Der Rückzug auf einfache Welterklärungen, wie Verschwörungstheorien sie anbieten, ist daher eine naheliegende Strategie der Gegenwehr gegen die zunehmend unübersichtliche und unverbindliche Realität. Er ist die naheliegende Antwort auf eine Krise, die zugleich subtiler und tiefgreifender ist als ihre historischen Vorläufer.»
Das heisst: In einer immer komplexeren Gegenwart sucht man nach einfachen Erklärungen, die den oft nicht aufschlüsselbaren Ereignissen einen Sinn geben. Dieser Ansatz kann zu einem entscheidenden Beitrag für die eigene Lebensbewältigung werden. Dazu bietet es sich als Erstes an, die Welt in Gut und Böse zu teilen. Es sind vor allem Menschen, die sich in Stresssituationen befinden, die nach einfachen Erklärungen für das Böse suchen, dem sie sich ausgesetzt fühlen. In einer Zeit, in der man den Autoritäten und ihren Vertretern immer mehr misstraut, ist man besonders empfänglich für Thesen, die den offiziellen, für wahr gehaltenen Meinungen widersprechen. Dies ist einer der wichtigen Gründe, weshalb Verschwörungstheorien heute in immer weiteren Kreisen der Gesellschaft Anklang finden.
Verschwörungstheorien liefern absolute und letztgültige Antworten auf komplexe Fragen und sind deshalb besonders attraktiv. Da die Verschwörer zumeist als allmächtig beschrieben werden, können vorgelegte Gegenargumente mit dem Hinweis beiseitegeschoben werden, dass genau dies ein weiterer Beweis für die Existenz einer besonders heimtückischen und gefährlichen Verschwörung sei.
Ein unverzichtbarer Bestandteil jeder verschwörungstheoretischen Erzählung ist zuerst das Vorliegen einer für alle sichtbaren Erklärung. Solche Erklärungen stellen beispielsweise die offiziellen Versionen der Ermordung von John F. Kennedy oder die Bilder der ersten Mondlandung dar. Daneben gibt es aber gemäss Verschwörungstheorien eine zusätzliche, geheime und damit unsichtbare Erklärung, mit der die «Defekte» in der sichtbaren Erklärung aufgedeckt werden können, schreibt David Kelman in Counterfeit Politics. Damit wird suggeriert, dass die Verschwörungstheorie durch das Aufdecken des «Geheimnisses» die «Wahrheit» enthüllt.
Verschwörungstheorien sind keine Theorien im wissenschaftlichen Sinn. Es handelt sich zumeist um blosse Hypothesen, mit denen gewisse Ereignisse erklärt werden sollen. Dabei werden Gegenargumente und empirische Belege nicht oder nur am Rande zur Kenntnis genommen, um sie umgekehrt als Beleg einer besonders heimtückischen Verschwörung interpretieren zu können. Verschwörungstheorie-Experte Michael Butter beschreibt diesen Mechanismus in der Zeit: «Es gibt empirische Experimente, bei denen man Verschwörungstheoretiker mit überzeugenden Gegenargumenten konfrontiert hat. Ergebnis: Sie glauben danach noch stärker an ihre Theorie als zuvor … Mit eingefleischten Verschwörungstheoretikern kann man nicht diskutieren.»
Da die prominenten Verschwörungstheoretiker den hier geschilderten Mechanismus genau kennen, suchen und geniessen sie die öffentlichen Auseinandersetzungen mit ihren Kritikern, weil sie und ihre Fans sich dadurch gestärkt fühlen. Deshalb muss man sich Gedanken machen, wie man ihnen in sinnvoller Weise entgegentreten kann. Dieses Buch ist unter anderem auch ein Versuch, dass man sich dazu eine gewisse Klarheit zu verschaffen vermag.
Generell wollen Verschwörungstheorien eine Logik und eine Kohärenz belegen, die aber nicht existieren, und deshalb sind sie eigentlich nicht mehr als Dogmen. So werden von ihnen Zusammenhänge zwischen Tatsachen herbeikonstruiert, Zufälle bestritten, angebliche Experten und Insider zitiert und manchmal auch Belege gefälscht, schreibt der deutsche Kommunikationswissenschaftler Tobias Jaecker, der die Bezeichnungen «Verschwörungsideologie» oder «Verschwörungsmythos» für sachgerechter hält. Allerdings hat sich die Bezeichnung Verschwörungstheorie durchgesetzt, weshalb er sie ebenfalls verwendet, was wir in diesem Buch auch so halten werden.
Bei Verschwörungen soll es sich um geheime Absprachen und Aktionen von gewissen Gruppen zum eigenen Vorteil und zum Nachteil der Allgemeinheit handeln. Bei diesen Verschwörern mit ihrem verderblichen Handeln geht es in der Regel um Gruppen, gegen die in der Gesellschaft Vorurteile bestehen, die also bereits traditionell dämonisiert werden und die zudem als übermenschlich böse und gerissen beschrieben werden. Um dieses Image zu verstärken, werden ihnen oft Eigenschaften zugeschrieben, die sonst allein die Götter aufweisen sollen, nämlich Allmacht und Unfehlbarkeit, gegen die man sich mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zur Wehr setzen muss.
