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Titelbeschreibung: Versteh dein Tier - Tierpsychologie für Hunde-, Katzen- und Kleintierhalter Dieses Sachbuch vermittelt fundiertes Wissen über tierisches Verhalten und wie man es richtig deutet. Es bietet Einblicke in Wahrnehmung, Kommunikation, Lernverhalten, Stressreaktionen und typische Verhaltensprobleme bei Hund, Katze, Kaninchen und Co. Der Fokus liegt auf einem praxisnahen, verständlichen Zugang zur Tierpsychologie. Leserinnen und Leser lernen, wie man mit einfachen Mitteln mehr Harmonie im Alltag erreicht, Verhaltensauffälligkeiten erkennt und Missverständnisse vermeidet. Ein wertvoller Begleiter für alle Tierfreunde, die ihre Tiere nicht nur halten, sondern wirklich verstehen wollen.
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Seitenzahl: 98
Veröffentlichungsjahr: 2025
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Vorwort
Willkommen bei Versteh Dein Tier
Was Sie hier erwartet
Tierpsychologie? Wozu eigentlich?
Ihr Weg zum besseren Miteinander
Ein paar persönliche Worte
Was ist Tierpsychologie eigentlich?
Wie Tiere wahrnehmen und "denken"
Wer ist hier dabei? Hund, Katze, Kaninchen & Co
Was ist Verhalten? Innere & äußere Reize verstehen
Instinkt vs. Erfahrung: Angeborenes Verhalten verstehen
Lernen bei Tieren: Vom Versuch zur Gewohnheit
Kommunikation, Sozialleben & Revierverhalten
Aggressionen & Fortpflanzung: Instinkte im Alltag
Vom Wolf zum besten Freund: Domestikation & Rudelverhalten
Kindheit & Jugend: Entwicklungsphasen des Hundes
Hundesprache: Körpersignale, Laute, Missverständnisse
Mensch & Hund: Rollenbilder, Bindung & Beziehung
Typische Verhaltensprobleme verstehen & vermeiden
Wohnungskatze oder Freigänger? Bedürfnisse erkennen
Die perfekte Katzenwohnung: Revier, Spiel & Rückzug
Mehrkatzenhaushalt: Zusammenführung & Harmonie
Mensch-Katze-Beziehung: Kommunikation & Nähe
Gesundheit & Fütterung: Was die Katze braucht
Kaninchen, Meerschweinchen & Co.: Biologie & Verhalten
Einzelgänger oder Gruppentier? Sozialstruktur verstehen
Zahngesundheit, Caecotrophie & andere Besonderheiten
Vertrauen aufbauen: Mensch-Tier-Interaktion
Normal oder auffällig? Verhalten richtig einordnen
Stress: Wie Tiere reagieren – und was hilft
Fehler in Haltung & Kommunikation
Wann ist professionelle Hilfe nötig?
Übungen zur Impulskontrolle beim Hund
Was Sie mitnehmen sollten: Ein kurzer Rückblick
Fallbeispiele
Fallbeispiel: Wenn der Hund nicht allein bleiben kann
Fallbeispiel: Wenn die Katze plötzlich unsauber wird
Fallbeispiel: Wenn das Kaninchen aggressiv wird
Zum Abschied: Ein letzter Gedanke
Vorwort
Tiere begleiten uns leise, aber intensiv. Sie leben mit uns, beobachten uns, reagieren auf uns – oft viel feiner, als wir es wahrnehmen.
Und obwohl wir sie füttern, pflegen, erziehen oder verwöhnen, bleibt doch oft diese eine Frage:
„Versteht mein Tier mich? Und… verstehe ich es wirklich?“
Dieses Buch ist aus genau dieser Frage entstanden.
Aus dem Wunsch, Menschen zu helfen, ihr Tier nicht nur zu halten – sondern wirklich zu verstehen.
Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Einfühlungsvermögen, Respekt und echtem Interesse für das, was Tiere uns mitteilen wollen.
Als Tierpsycholog:in habe ich in vielen Jahren erlebt, wie stark das Verhalten unserer Tiere mit ihrem inneren Erleben zusammenhängt. Und wie sehr unser eigener Umgang, unsere Haltung, unser Alltag darauf Einfluss nimmt.
Doch ich habe auch gesehen: Veränderung ist möglich. Verständigung ist möglich. Vertrauen wächst – wenn man es pflegt.
Dieses Buch soll Ihnen kein starres Regelwerk liefern. Es soll Impulse geben. Beobachtungen schärfen. Missverständnisse auflösen. Und Mut machen, sich neu auf das Abenteuer Tier einzulassen – ganz gleich, ob Sie mit einem Hund leben, einer Katze, einem Kaninchen oder Meerschweinchen.
Sie finden hier wissenschaftlich fundiertes Wissen, alltagsnahe Beispiele und viele Gedanken aus der Praxis.
Vor allem aber finden Sie hier eine Einladung:
Begegnen Sie Ihrem Tier neu.
Mit offenen Augen. Mit Geduld. Und mit der Bereitschaft, nicht nur zu erziehen – sondern zu verstehen.
Ich wünsche Ihnen viele Aha-Momente, liebevolle Begegnungen und vielleicht auch ein neues Staunen über das Wesen an Ihrer Seite.
Marcel
Willkommen bei Versteh Dein Tier
Tiere bereichern unser Leben auf so viele Arten. Sie bringen uns zum Lachen, trösten uns in schweren Momenten, und sie schenken uns bedingungslose Zuneigung. Doch all das funktioniert nur dann wirklich gut, wenn wir eines tun: versuchen, sie zu verstehen.
Vielleicht halten Sie gerade zum ersten Mal ein Buch über Tierpsychologie in den Händen. Vielleicht haben Sie bereits viele Jahre Erfahrung mit Tieren und möchten tiefer einsteigen. In jedem Fall: Herzlich willkommen! Dieses Buch ist für Sie.
Was Sie hier erwartet
In diesem Buch nehmen wir Sie mit auf eine spannende Reise in die Welt des tierischen Verhaltens – und zwar so, dass Sie es ganz praktisch in Ihrem Alltag mit Hund, Katze, Kaninchen & Co. anwenden können. Sie erhalten Wissen aus der Tierpsychologie, das fundiert, aber leicht verständlich aufbereitet ist. Kein Fachchinesisch, keine trockene Theorie – sondern echte Einblicke und konkrete Handlungstipps, die das Zusammenleben mit Ihrem Tier erleichtern und bereichern.
Ob Sie...
…wissen wollen,
warum Ihre Katze plötzlich unsauber ist
,
…sich fragen,
was der Hund mit seinem Blick wirklich sagen will
,
…sich wundern,
warum das Meerschweinchen plötzlich beißt
,
…oder einfach nur mehr über die Psyche von Tieren erfahren möchten – Sie finden in diesem Buch Antworten.
Tierpsychologie? Wozu eigentlich?
Die Tierpsychologie ist kein Modetrend. Sie ist eine Verbindung aus Wissenschaft, Erfahrung und Empathie. Sie hilft uns zu erkennen, dass Tiere nicht „funktionieren“ – sie fühlen, erleben und reagieren. Oftmals ist ein „Problemverhalten“ gar kein Problem des Tieres, sondern Ausdruck eines Bedürfnisses, das wir (noch) nicht verstehen.
Ein Hund, der bellt, eine Katze, die kratzt, ein Kaninchen, das sich zurückzieht – all das sind Signale. Dieses Buch hilft Ihnen, diese Signale zu entschlüsseln – damit Sie nicht mehr nur „erziehen“, sondern wirklich kommunizieren.
Ihr Weg zum besseren Miteinander
Jedes Kapitel dieses Buches ist einem Bereich tierischen Verhaltens gewidmet – praxisnah, mit vielen Beispielen, Hintergrundwissen und ganz konkreten Tipps. Dabei geht es nicht nur um einzelne Tierarten, sondern um das große Ganze: die Beziehung zwischen Mensch und Tier.
Sie werden lernen...
wie Tiere wahrnehmen und lernen
wie Kommunikation funktioniert – auch nonverbal
was typische Missverständnisse sind – und wie man sie vermeidet
wie Sie Vertrauen aufbauen und erhalten
und wie ein harmonisches Zusammenleben wirklich gelingt
Ein paar persönliche Worte
Ich bin Tierpsychologe und Tierverhaltenstherapeut – aber auch Tierhalter. Ich kenne den Alltag, die kleinen und großen Herausforderungen, die Unsicherheiten und auch die wunderbaren Momente. Dieses Buch basiert auf meiner Erfahrung – und auf dem tiefen Wunsch, Menschen und Tieren das Leben miteinander zu erleichtern.
Tiere sprechen nicht unsere Sprache.
Aber sie kommunizieren mit uns – Tag für Tag.
Wir müssen nur bereit sein, zuzuhören.
Ich wünsche Ihnen viele Aha-Momente, ein offenes Herz – und eine wachsende Verbindung zu Ihrem tierischen Begleiter.
Ihr
Marcel
Was ist Tierpsychologie eigentlich?
Ein Blick hinter die Kulissen tierischer Verhaltensweisen
Was bewegt ein Tier dazu, sich in einer bestimmten Situation auf eine bestimmte Weise zu verhalten? Warum flüchtet das eine Tier, während ein anderes neugierig bleibt? Weshalb reagiert der Hund auf die Türklingel mit Bellen, die Katze aber mit Rückzug? Die Antworten auf solche Fragen liefert ein faszinierendes Fachgebiet: die Tierpsychologie.
Tierpsychologie ist die Wissenschaft vom Verhalten der Tiere – und davon, was dieses Verhalten auslöst, steuert und verändert. Dabei geht es nicht um „Psychotherapie für Tiere“, sondern um das tiefere Verständnis ihrer Instinkte, ihrer Lernerfahrungen, ihrer inneren und äußeren Reize.
Mehr als nur Erziehung: Die Tierpsychologie im Alltag
Im Alltag begegnet uns Tierpsychologie überall – wir merken es nur nicht sofort:
Der Hund, der gelernt hat, beim Klingeln zur Tür zu stürmen, hat dieses Verhalten über Zeit verinnerlicht – vielleicht, weil er Aufmerksamkeit bekam.
Die Katze, die sich versteckt, wenn Besuch kommt, zeigt uns: Hier spielt Erfahrung mit, möglicherweise gepaart mit einem unsichtbaren Auslöser wie einem bestimmten Geruch.
Das Kaninchen, das sich plötzlich aggressiv zeigt, könnte unter Stress leiden – oder einen nicht erkannten Gesundheitszustand verarbeiten.
Tierpsychologie fragt: „Warum passiert das?“
Und sie liefert oft eine überraschend einfache, aber tiefgreifende Antwort: Weil Tiere fühlen, lernen und kommunizieren – genau wie wir.
Wie Tierpsychologie arbeitet
Die moderne Tierpsychologie vereint verschiedene wissenschaftliche Perspektiven:
Verhaltensbiologie
: Wie ist Verhalten entstanden? Was ist angeboren, was erlernt?
Ethologie
: Welche Verhaltensmuster zeigen Tiere in der freien Wildbahn?
Lernpsychologie
: Wie beeinflussen Erfahrungen das zukünftige Verhalten?
Systemische Betrachtung
: Welche Rolle spielen Umwelt, Haltung, Mensch-Tier-Beziehung?
Ziel ist es immer, Verhalten nicht zu bewerten („gut“ oder „schlecht“), sondern es zu verstehen, zu analysieren und in den Kontext zu setzen.
Was Tierpsychologie leisten kann
Für Tierhalter bedeutet das: Wer sich mit Tierpsychologie beschäftigt, bekommt nicht nur „Trainingstipps“, sondern ein ganzheitliches Werkzeug, um sein Tier besser zu begleiten. Konkret kann Tierpsychologie helfen bei:
Verhaltensproblemen wie Unsauberkeit, Angst, Aggression
Problemen im Mehrtierhaushalt (z. B. zwischen Katzen oder bei Kaninchen)
Unsicherheiten in der Mensch-Tier-Kommunikation
Bindungsproblemen oder Stressreaktionen (z. B. bei Geräuschen, Besuch, Alleinsein)
Erziehungsfragen bei Hunden, besonders bei pubertierenden oder unsicheren Tieren
Sie liefert auch die Grundlage für fundierte Verhaltensberatung – eine immer gefragtere Dienstleistung für Tierhalter, die sich nicht allein auf Ratschläge aus dem Internet verlassen möchten.
Tierpsychologie ist auch Menschenerziehung
Ein interessanter Aspekt: In der Tierpsychologie geht es immer auch um den Menschen. Denn die Art, wie wir mit unserem Tier kommunizieren, auf es reagieren, es belohnen oder bestrafen, hat massiven Einfluss auf das Verhalten des Tieres.
Viele sogenannte „Probleme“ entstehen nicht im Tier, sondern in der Interaktion: Missverständnisse, falsche Erwartungen, unpassende Reize. Die Tierpsychologie hilft, diese Dynamiken sichtbar zu machen – und sie mit Geduld und Verständnis aufzulösen.
Warum dieses Buch auch Psychologie für Sie ist
Wenn Sie mit Ihrem Tier leben – oder sich eines anschaffen möchten –, dann sind Sie Teil eines kleinen Systems. Sie beeinflussen es, und es beeinflusst Sie. Die Tierpsychologie öffnet in diesem Buch den Blick für dieses feine Wechselspiel.
Sie müssen keine Therapeutin oder Wissenschaftlerin sein, um davon zu profitieren. Alles, was es braucht, ist die Bereitschaft, zuzuhören, zu beobachten und umzudenken. Der Lohn: ein tieferes Verständnis und eine harmonischere Beziehung zu Ihrem Tier.
Tiere denken nicht wie Menschen – aber sie denken. Sie fühlen nicht wie wir – aber sie fühlen.
Wer sie wirklich versteht, braucht keine Strafen, keine Tricks – nur Respekt, Wissen und Herz.
Wie Tiere wahrnehmen und "denken"
Die Welt mit anderen Augen sehen
Wie fühlt sich das Leben für eine Katze an, die über feine Vibrationen den Schritt ihres Menschen erkennt, noch bevor er zur Tür hereinkommt? Oder für einen Hund, der ein Geruchsmolekül millionenfach empfindlicher wahrnimmt als wir? Oder für ein Kaninchen, dessen Ohren wie Antennen ständig in Bewegung sind, um jede noch so kleine Veränderung im Umfeld zu erfassen?
Wenn wir Tiere wirklich verstehen wollen, müssen wir einen Perspektivwechsel wagen. Wir müssen uns von der Vorstellung lösen, dass Tiere so denken, fühlen und reagieren wie wir. Stattdessen gilt es, ihre Wahrnehmungswelt zu entdecken – ihre Sinneskanäle, ihre Reaktionen, ihre Art zu „denken“. Denn genau hier beginnt echtes Verständnis.
Wie Tiere die Welt wahrnehmen
Tiere besitzen eine Vielzahl hochentwickelter Sinne, die sich je nach Art in unterschiedlichen Schwerpunkten ausgebildet haben. Während wir Menschen stark visuell orientiert sind, nutzen viele Tiere vor allem Geruch, Gehör, Vibrationen oder Körpersignale, um sich zu orientieren und zu kommunizieren.
Einige Beispiele:
Hunde leben in einer Welt der Gerüche. Die Nase ist ihr wichtigstes Sinnesorgan. Sie können Krankheiten riechen, Gefühle erfassen (über hormonelle Veränderungen) und selbst nach Tagen noch Fährten verfolgen.
Katzen sind visuell und taktil sehr fein abgestimmt. Ihre Tasthaare, sogenannte Vibrissen, sind wie Radarantennen. Sie geben ihnen Informationen über Luftströmungen, Entfernungen und sogar Stimmungen.
Kaninchen und Meerschweinchen verlassen sich stark auf Gehör und Vibrationen. Laute, schnelle Bewegungen lösen bei ihnen Stress aus. Sie registrieren Veränderungen im Umfeld viel früher als wir – meist lange bevor wir sie überhaupt bemerken.
Wichtig ist: Tiere nehmen oft Dinge wahr, die uns komplett entgehen. Wenn sie „ohne Grund“ unruhig werden oder sich zurückziehen, kann das ein Hinweis auf etwas sein, das außerhalb unseres menschlichen Radars liegt.
Denken Tiere? Und wenn ja, wie?
„Denken“ im menschlichen Sinne ist bei Tieren anders organisiert. Tiere grübeln nicht, sie planen nicht langfristig, sie analysieren keine Moral. Aber sie erkennen Muster, ziehen Schlussfolgerungen und treffen Entscheidungen – basierend auf Erfahrung, Instinkt und Wahrnehmung.
Man spricht in der Forschung gern von situationsbezogener Intelligenz. Ein Tier lernt z. B., dass eine bestimmte Aktion (z. B. das Miauen vor der Tür oder das Bellen beim Leinezeigen) eine Reaktion beim Menschen auslöst – und nutzt dieses Wissen gezielt.
Beispiele für „tierisches Denken“:
Eine Katze, die merkt, dass sie durch eine bestimmte Körperhaltung schneller Futter bekommt.
