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Die "Bewegung 15. Mai" hat Spanien verändert. Die Demonstrationen gegen Arbeitslosigkeit und den politischen Umgang mit der Wirtschaftskrise machten deutlich, wie tief die Krise ist, in der sich Spanien befindet. Eduardo Maura beschreibt, wie die Gesellschaft sich wandelt: alte traditionellen Sichtweisen auf Probleme und Lösungen funktionieren nicht mehr. Die alte politische Sprache, das Schema von links und rechts ist völlig diskreditiert.
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Seitenzahl: 13
Veröffentlichungsjahr: 2015
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Eduardo Maura
Vertrauen verspielt
Warum wir in Spanien eine neue Partei brauchen
Gehören wir jungen Spanier zu einer verlorenen Generation? Über 55 Prozent der jungen Menschen haben keine Arbeit. In den vergangenen fünf Jahren haben mehr als 700 000 Spanier das Land aus wirtschaftlichen Gründen verlassen. Die meisten Auswanderer stehen erst am Beginn ihrer beruflichen Laufbahn. Sie sind jung, sie sind gut ausgebildet, sie sind motiviert, und doch sehen sie in Spanien keine Chance mehr. Das Land scheint ihnen keine Zukunft mehr zu bieten.
Dabei ist Spanien ja eigentlich ökonomisch stark, die viertstärkste Wirtschaftskraft des Euroraums. Aber das Land wird von einer korrupten und unfähigen politischen und wirtschaftlichen Elite beherrscht. Die Regierung spart. Die Renten werden gekürzt, ebenfalls die Arbeitslosenhilfen, viele Sozialleistungen ersatzlos gestrichen. Aber diese Maßnahmen sind völlig ungeeignet, um die strukturellen und konjunkturellen Probleme des Landes zu lösen und die Wirtschaft anzukurbeln. Gerade wegen der hohen Arbeitslosigkeit nimmt der Staat etwa über die Einkommenssteuer viel zu wenig Geld ein. Weil die Einnahmen fehlen, steigt die Staatsverschuldung immer weiter an. Gleichzeitig steigt auch die private Verschuldung. Die Mittelschicht verarmt. Bereits 20 Prozent aller Spanier leben unterhalb der Armutsgrenze. Aber es gibt auch Menschen, die sich sogar noch in der Krise bereichern. Allein im vergangenen Jahr ist die Zahl der spanischen Millionäre um 24 Prozent gestiegen.
Die Krise und der Widerstand
