7,99 €
Futterplätze eignen sich bestens zum Anlocken und Beobachten von Vögeln. Das beliebte Bestimmungsbuch stellt 68 Arten vor, die dort häufig anzutreffen sind, und gibt wertvolle Tipps zum Füttern. Dazu gehören die Auswahl der Futtergeräte, bekömmliche Futtermittel zum Kaufen und Selbermachen und schließlich Hinweise, wie es gelingt, bestimmte Arten anzulocken. Die Artenporträts informieren über Merkmale, Vorkommen, Rufe und Gesänge und beschreiben das typische Verhalten, das man am Futterhaus beobachten kann. Jetzt mit Vogelstimmen in der kostenlosen KOSMOS-PLUS-APP.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 96
Veröffentlichungsjahr: 2020
Inhalt
Vögel richtig füttern
Ist es sinnvoll, Vögel im Winter zu füttern? Und wie macht man es richtig? Lesen Sie hier alles Wissenswerte rund um die Winterfütterung und stellen Sie mit unseren Rezepten verschiedene Vogelfuttersorten selbst her.
Fütterung rund ums Haus
Viele dieser Vögel werden Sie ziemlich sicher bei einem Besuch in Ihrem Garten an der Futterstelle antreffen. Für andere Arten braucht es ein bisschen Beobachtungsgabe, weil sie nicht ganz so leicht zu entdecken sind.
Seltene Gäste am Futterhaus
Sie sind scheuer oder leben nicht gerne in der Nähe des Menschen. Doch besonders in strengen Wintern finden sie hin und wieder den Weg zur Futterstelle und man kann sie dann mit etwas Glück beobachten.
Vogelfütterung am Wasser
Diese Vögel bleiben auch im Winter in ihrem angestammten Lebensraum und sind kaum auf die Fütterung durch den Menschen angewiesen. In sehr strengen Wintern kann ein wenig Unterstützung durch Futterstellen am Wasser aber hilfreich sein.
Futterplätze in Wald und Feld
Viele Greifvögel und Eulen sind vor allem Mäusejäger und interessieren sich deshalb nicht für das Futterangebot im Vogelhäuschen. Mit ausgestreutem Getreide können Sie jedoch Mäuse für sie anlocken.
Wer frisst was?
Bastelideen für Vogelfreunde
Geeignete Futterstellen
Vögel am Futterhaus
Impressum
Das kostenlose Extra: Die App „KOSMOS PLUS“
Dieses Buch bietet Ihnen mehr als 60 Vogelstimmen, die durch dieses Symbol gekennzeichnet sind.
Und so geht’s:
1. Besuchen Sie den App Store oder Google Play.
2. Laden Sie die kostenlose App „KOSMOS PLUS“ auf Ihr Mobilgerät.
3. Öffnen Sie die App und laden Sie die Inhalte für das Buch „Vögel rund ums Futterhaus“ herunter.
4. Auf den Buchseiten mit dem Symbol können Sie sich die Stimmen anhören. Dazu geben Sie den dort genannten Zahlencode, z. B. 001, in die App ein.
Mehr Informationen finden Sie unter plus.kosmos.de
Vögel richtig füttern
WELCHE VÖGEL WERDEN VORGESTELLT?
Im vorliegenden Naturführer sind alle Vogelarten abgebildet und beschrieben, die wir im Winter häufig oder mit etwas Glück durch geeignete Fütterung anlocken können. In manchen Fällen sind die häufigen Arten jeweils auf mehreren Seiten dargestellt, um auf das je nach Geschlecht, Jahreszeit und Alter verschiedene Aussehen hinzuweisen und/oder auf bestimmte Verhaltensweisen aufmerksam zu machen, die wir mit etwas Glück am Futterplatz beobachten können.
Blaumeisen erfreut man mit Nussschnüren, Hirsekolben und Fettfutter.© F. Hecker
Der Übersichtlichkeit halber sind die zu erwartenden Arten in vier Kategorien eingeteilt:
—Fütterung rund ums Haus
—Seltene Gäste am Futterhaus
—Vogelfütterung am Wasser
—Futterplätze in Wald und Feld
Der Kleiber ist ein häufiger Gast an Futterglocken mit Fettfutter.© F. Hecker
IST WINTERFÜTTERUNG SINNVOLL?
Jedes Jahr, wenn der erste Schnee gefallen ist und die Amseln und Kohlmeisen mit dick aufgeplustertem Gefieder in den verschneiten Büschen und Bäumen sitzen, haben wir das Bedürfnis, diesen Vögeln zu helfen. Unterstützt wird unsere Hilfsbereitschaft durch ein großes Angebot an Futterhäuschen und Vogelfutter in den Auslagen vieler Geschäfte. Glaubt man der Werbung einiger Hersteller von Vogelfutter und vielen Natur- und Tierfreunden, so bekommt man den Eindruck, dass alle Vögel hoffnungslos verloren sind, wenn sie nicht den ganzen Winter über von uns gefüttert werden.
Dabei sollte man bedenken, dass viele freilebende Vögel die harten Wintermonate ohne Futtergaben oder sonstige Hilfen des Menschen überstehen. Seit Jahrtausenden haben sie sich in ihrer Lebensweise und in ihrem Verhalten darauf eingestellt. Gerade unsere kleinsten und zartesten Vögel, die nur fünf Gramm schweren Wintergoldhähnchen, überstehen sogar die schneereichen und bis zu – 40 Grad kalten Wintermonate Nordskandinaviens ohne unsere Futtergaben.
Trotz ihrer enormen Anpassungsfähigkeit sterben im Winter jedoch unzählige Vögel, meist aus Mangel an geeigneter Nahrung. Diese winterlichen Verluste sind von der Natur „eingeplant“ und führen normalerweise nicht zum Rückgang oder gar zum Aussterben einer Vogelart. Daher wird als Einwand gegen die Winterfütterung immer wieder hervorgebracht, dass man durch die Futtergaben der Natur ins Handwerk pfuscht und die winterliche Auslese verhindert. Von den Kritikern der Winterfütterung wird weiterhin beklagt, dass für die Verköstigung der häufigen Vogelarten alljährlich Millionen ausgegeben werden, während für die Rettung wirklich bedrohter Arten oft kein Geld zur Verfügung steht. In der Tat sind viele bei uns in ihrem Bestand gefährdete Vogelarten Zugvögel, die ohnehin von den Fütterungsmaßnahmen nicht erreicht werden können. Oder es sind Arten, die an bestimmte Lebensräume außerhalb der Siedlungen gebunden sind. Diese Vögel sind vor allem durch die Zerstörung ihrer Brut- und Rastgebiete bedroht.
Doch leider beobachtet man heute einen besorgniserregenden Bestandsschwund vieler der früher häufigen Vogelarten und sogar von einigen „Allerweltsvögeln“ wie Haussperling und Sumpfmeise. Das deutet darauf hin, dass nicht wenige Vögel heute bei uns kaum noch genügend Nahrung finden und folglich die Wintermonate immer schwerer überstehen können. Der Hauptgrund dafür sind Veränderungen der Lebensräume, die vor allem durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung verursacht werden.
Der „Allerweltsvogel“ Haussperling ist inzwischen selten geworden.© F. Hecker
WINTERFÜTTERUNG JA – ABER MIT SACHVERSTAND
Da heutzutage unsere Vögel zumeist nicht mehr in naturnahen Lebensräumen, sondern in einer vom Menschen mehr oder weniger stark beeinflussten Umgebung leben, ist die sachgerechte Winterfütterung durchaus sinnvoll. Einige Experten raten inzwischen sogar dazu, die Fütterung auf Herbst und Frühjahr oder sogar bis in die Sommermonate auszudehnen, um eventuelle Nahrungsengpässe auszugleichen. In Großbritannien besteht seit Langem ein wissenschaftliches Überwachungsprogramm, um die Auswirkungen der Vogelfütterung auf den Natur- und Artenschutz zu ermitteln. Die durch die Beobachtungstätigkeit Tausender von Vogelfreunden zusammengetragenen Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache: Winterfütterung ist keine Verschwendung von Geldern, um ein paar häufige Vögel durch den Winter zu mästen, sondern eine wirklich wichtige Artenschutzmaßnahme.
Obwohl Erlenzeisige in der Natur meistens ausreichend Nahrung finden, kommen sie in manchen Jahren zahlreich an die Futterplätze.© F. Hecker
Es gibt keinen Grund, die Vogelfütterung aus Angst vor Vogelkrankheiten einzustellen. Natürlich darf man auf keinen Fall kranke oder tote Vögel anfassen oder mit Vogelkot in Berührung kommen. Wöchentliche Säuberung der Fütterungsgeräte sollte daher selbstverständlich sein, um Mensch und Vogel vor ansteckenden Krankheiten zu schützen.
Rotkehlchen lockt man mit Beeren und Weichfutter in den Garten.© F. Hecker
FUTTERHAUS ODER FREIHÄNGENDE FUTTERSTELLE?
Dekorative Futterhäuschen sind oft die Schmuckstücke des Gartens oder Balkons. Sie haben aber den entscheidenden Nachteil, dass die Säuberung viel Arbeit macht. Um die Gefahr der Krankheitsübertragung möglichst gering zu halten, sollten wir das Futter dort auf einer abwaschbaren Folie servieren und diese alle paar Tage reinigen. Viel weniger problematisch sind siloartige Futtergeräte, in denen das Futter nicht verschmutzt werden kann. Ebenso hygienisch sind alle hängenden Futtergeräte, die außerdem den Vorteil haben, dass wir sie mit wenig Aufwand selbst herstellen können. Außerdem könnten Sie so auch einige Tage ungestört verreisen, ohne dass Ihre Gäste deshalb gleich Hunger leiden müssen.
Die scheue Heckenbraunelle bevorzugt feine Samen wie Mohn.© F. Hecker
FUTTERSTELLEN AM BODEN
Drosseln, Rotkehlchen, Heckenbraunellen, Buch- und Bergfinken fliegen nicht so gerne in ein Futterhäuschen, sondern suchen sich ihr Futter lieber auf dem Boden. Oft picken sie die Futterreste auf, die von Meisen und Grünfinken aus dem Häuschen geworfen werden. Wir schützen sie am besten vor Katzen, indem wir ihre Futterstelle teilweise mit dornigen Zweigen bedecken. Für Fasane und Rebhühner, aber auch Goldammern und Feldlerchen können wir in der Feldflur im Schutz einer Hecke ebenfalls eine Bodenfütterung einrichten; gegen die Wetterseite hin sollte die Anlage geschlossen sein. Wichtig ist hierbei jedoch, dass wir unser Vorhaben mit dem Revierinhaber besprechen, denn Fasane und Rebhühner gehören zum jagdbaren Wild.
Blaumeisen sind Kletterkünstler, die sich gerne an Meisenknödel hängen.© F. Hecker
WASSERVOGELFÜTTERUNG
Für die Wasservögel stellt sich im Winter das Problem, dass ihre Nahrungsgewässer allmählich zufrieren. Am sinnvollsten helfen wir ihnen, indem wir dafür sorgen, dass an einigen Stellen die Wasserfläche eisfrei bleibt. Wir können ihnen aber auch Brot, geschrotetes Getreide, Haferflocken, gekochte Kartoffeln usw. anbieten. Bei dieser Art der Fütterung sollten wir uns besonders gut überlegen, ob sie sinnvoll ist, denn die Seen und besonders die kleinen Gewässer verkraften nur eine kleine Zahl von Wasservögeln und an vielen Seen ist das Füttern der Enten und Gänse mit Recht untersagt.
Wasservögel wie die Stockenten sollte man nur bei starkem Frost füttern.© F. Hecker
Höckerschwäne sieht man ganzjährig auf vielen Parkteichen.© F. Hecker
HILFE FÜR GREIFVÖGEL UND EULEN
Bei anhaltend hoher Schneelage geraten die Mäusejäger unter den Eulen und Greifvögeln in Bedrängnis, denn ihre Beutetiere sind unter dem Schnee weitgehend vor ihnen geschützt. Wir können diesen Vögeln wirkungsvoll helfen, indem wir an schnell abschmelzende Stellen Getreide streuen und so die Mäuse unter der Schneedecke hervorlocken. Noch besser ist es natürlich, Getreide auf einer vom Schnee geräumten Fläche auszustreuen. Wir sollten nicht vergessen, dass Bussarde Ansitzjäger sind; ein ca. 1,50 m hoher Pfosten, eventuell mit einem Querholz als Sitzplatz und in der Nähe der Futterstelle platziert, erleichtert ihnen die Mäusejagd. Ebenso können wir für diese Greifvögel größere Fleischstücke auslegen.
Wenn im Winter der Schnee hoch liegt, fangen Waldkäuze viele Vögel.© F. Hecker
Für Schleiereulen ist es im Winter oft lebenswichtig, dass wir ihnen Scheunen oder alte Schuppen offenhalten, damit sie darin Mäuse jagen können. In besonders kalten und schneereichen Wintern können wir den Eulen in Feld und Flur lebende Mäuse in Futterwannen anbieten; das Problem hierbei ist jedoch, dass die Mäuse bei großer Kälte schnell erfrieren.
Futter selber machen
KÖRNERFUTTER SELBER MACHEN
Viele unserer Futterhausgäste sind in ihrer Ernährung an Samen und Körner angepasst. Entsprechend ihrer Schnabelform ziehen sie daher mal gröbere, mal feinere Sämereien vor. Daher sollte eine Körnermischung, die für möglichst viele Vogelarten passend ist, Samen und Körner unterschiedlicher Größe enthalten. Der Hauptanteil sollte dabei aus Sonnenblumenkernen bestehen, schwarze und gestreifte sind gleichermaßen geeignet. Um zu viel Schalenabfall zu vermeiden, wählen Sie geschälte Kerne. Daneben sind die fetthaltigen Hanfsamen als gute Energiequelle sehr beliebt.
Haben Sie öfter Körnerfresser mit kleineren Schnäbeln wie Zeisige oder Stieglitze zu Gast, können Sie die in der Zutatenliste angegebenen Hirse- und Mohnsamen auch mit Waldvogelfutter aus dem Zoobedarf ergänzen. Die Waldvogelmischungen enthalten Samen unterschiedlicher Größe, darunter auch feine Sämereien wie Nigersaat, Hirse, Grassamen, Leinsamen, Spinat-, Klee- und Salatsamen.
Zutaten für die Körnermischung …© F. Hecker
… und fertige Körnermischung.© F. Hecker
Zutaten für Körnerfutter
20 % Sonnenblumenkerne
30 % gehackte Sonnenblumen
20 % Hanfsamen
10 % weiße Hirse 10 % Mohnsamen 10 % gehackte Erdnüsse
So geht’s Die Basis für unser Körnerfutter sind Sonnenblumenkerne. Ob Sie lieber geschälte oder ungeschälte Kerne verwenden möchten, hängt vor allem vom Ort ihrer Futterstelle ab. Ungeschälte Kerne verursachen mehr Abfall, was in einer Wohnanlage die Nachbarn stören könnte. Zum Beobachten Ihrer Gäste eignen sich hingegen gerade die ungeschälten Kerne, da die Vögel sie oft direkt am Futterplatz oder in dessen Nähe bearbeiten, wobei man ihnen dann gut zuschauen kann.
Die normale Körnermischung bieten Sie für Finken im Futterautomaten oder Futterhaus an oder Sie bestücken damit eine Bodenfutterstelle, zu der Sie Buch- und Bergfinken, Ammern sowie Heckenbraunellen locken können.
FETTFUTTER SELBER MACHEN
Möchten Sie Ihren Futterhausgästen etwas Gutes tun, dann stellen Sie Ihr Fettfutter selbst her. Das ist gar nicht so schwer und erfordert keinen riesigen Zeitaufwand. Außerdem ist es billiger und man kann die eigene Kreation individuell auf die Zusammensetzung der Wintergäste abstimmen. Obendrein wissen Sie genau, welche Zutaten Sie für Ihre Mischung verwenden, während das bei gekauftem Futter meist nicht der Fall ist, da nicht genau deklariert werden muss, was im Futter enthalten ist. Und leider sind fertige Meisenknödel, Meisenringe oder andere Futterprodukte oft aus minderwertigen Zutaten hergestellt und schmecken den Vögeln weit weniger gut als die selbst angerührten Mischungen.
Selbst hergestelltes Fettfutter ist ideal für Meisen wie die Blaumeise.© F. Hecker
Die Konsistenz einer Fettfuttermischung, die Sie selbst herstellen, variieren Sie nach Bedarf und verarbeiten Sie zu einer streichfähigen Masse, die Sie zu dann zu Meisenknödeln formen, in ein Futterholz einfüllen oder an Baumrinde streichen können.
Zutaten für die Fettfuttermischung.© F. Hecker
