Vom Drachen zur RegioTram - Günter Klotz - E-Book

Vom Drachen zur RegioTram E-Book

Günter Klotz

4,9

Beschreibung

Der Sammelband widmet sich den vielfältigen Aspekten der Eisenbahngeschichte der Region Kassel von 1848 bis heute. Weitere Themen sind die Anbindung Kassels an die Schnellbahnstrecke Hannover – Würzburg, die RegioTram, der Arbeitsalltag der Eisenbahner, der Schienenfahrzeugbau in Kassel, der Museumszug „Hessencourrier“, der Kasseler Fernbahnhof und der Bahnhof Guntershausen. Kassel wurde ab 1848 durch die Eisenbahn zu einem der großen Verkehrsknotenpunkte in der Mitte Deutschlands. Mit der Eisenbahn und ihrer späteren Verknüpfung mit der Straßenbahn gingen und gehen noch heute bedeutende infrastrukturelle, wirtschaftliche, industrielle und kulturelle Wandlungen der Region einher. Das Buch erinnert an die facettenreiche Eisenbahngeschichte Kassels und blickt auf die Gegenwart und Zukunft. Sorgfältig illustrierte Beiträge bieten eine Fülle an bisher nicht publizierten Fakten, Zusammenhängen und neu erforschten Sachverhalten.

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Seitenzahl: 307

Veröffentlichungsjahr: 2014

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Lutz Münzer • Hg.

Vom Drachen zur RegioTram

Eisenbahngeschichte in der Region Kassel

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek:

Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte Daten sind im Internet über

http://dnb.ddb.de abrufbar.

Eine Veröffentlichung in der Reihe

Die Region trifft sich – die Region erinnert sich

der Kasseler Sparkasse

Herausgegeben von Lutz Münzer

Titelbild: S. Bendt: Henschel-Lokomotive („Drache“) aus einem Tunnel kommend (gespiegelt abgebildet), Stadtmuseum Kassel, Inv.-Nr. M 0429

Abbildung Umschlagrückseite: Jörg Lantelmé

Vorsatz/​Nachsatz: Zeichnung Lutz Münzer

Grafische Gestaltung: atelier grotesk, Kassel

1. digitale Auflage: Zeilenwert GmbH 2015

Gesamtherstellung: euregioverlag, Kassel

Alle Rechte der Verbreitung, auch durch Film, Funk, Fernsehen und sonstige elektronische Medien, fotomechanische Wiedergabe, Tonträger jeder Art, auszugsweisen Nachdruck oder Einspeicherung und Rückgewinnung in Datenverarbeitungsanlagen aller Art, sind vorbehalten.

© 2014 euregioverlag

D-34127 Kassel, Naumburger Str. 40

www.euregioverlag.de

ISBN 978-3-933617-57-6

Inhalt

Cover

Titel

Impressum

Vorwort

Ingo Buchholz

Das Eisenbahnsystem in der Region bis 1945

Lutz Münzer

Das Eisenbahnsystem in der Region seit 1945

Lutz Münzer

Die RegioTram: Ein wegweisendes neues Verkehrssystem im öffentlichen Personennahverkehr Nordhessens

Rainer Meyfarth

Kassels Fernbahnhof im Stadtgefüge – unbekannte Planungen des 20. Jahrhunderts

Folckert Lüken-Isberner

Der lange Sprung nach vorn – wie der Schnellverkehr nach Kassel kam

Günter Klotz

„Das war eine böse Rackerei“ – zum Arbeitsalltag der Eisenbahner in der Dampflokzeit

Volker Knöppel

Schienenfahrzeugbau in Kassel

Peter Zander

Guntershausen – vom ,Bahnhof der tausend Türen‘ und seinem Dorf

Klaus-Peter Lorenz

Erlebbare Kleinbahn im Museumszug HESSENCOURRIER

Klaus Schulte

Anhang

Glossar

Abkürzungsverzeichnis

Literatur

Abbildungsverzeichnis

Autoreninformationen

Klappentext

Vorwort

Mobilität ist ein Stichwort, das die Menschen unserer Region gleich in mehrfachem Sinne bewegt: Sie ist nicht nur Voraussetzung für eine stabile Wirtschaftsstruktur, sondern zugleich auch Ziel und Ergebnis von Produkten und Dienstleistungen. Diese liefern leistungsfähige und international anerkannte Unternehmen der Mobilitätswirtschaft, die wir zu Recht als Kompetenzfeld unserer Region verstehen.

Neben Logistik und Automobilbau ist die Bahntechnik von großer Bedeutung für den Industriestandort Region Kassel. Hier werden Schienenfahrzeuge konstruiert, gebaut und in alle Erdteile geliefert. Das ist ein Erfolg der unternehmerischen und ingenieurtechnischen Leistungen und des täglichen Einsatzes Tausender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Für die lange und faszinierende Entwicklung der Eisenbahn in der Region war das Jahr 1848 von entscheidender Bedeutung. Kassel und – als erste im heutigen Landkreis Kassel – die Städte Grebenstein und Bad Karlshafen erhielten Bahnanschlüsse. Und im gleichen Jahr lieferte die Kasseler Firma Henschel & Sohn ihre erste Dampflokomotive aus.

Bereits acht Jahre später war Kassel der große Knoten des stetig wachsenden Eisenbahnnetzes im mittleren Deutschland zwischen Hannover im Norden, Frankfurt im Süden sowie Dortmund im Westen und Leipzig im Osten. Mit Ausnahme der Jahrzehnte der Teilung, die Nordhessen in eine Randlage an der deutsch-deutschen Grenze verbannte, hat sich an dieser zentralen Stellung der Kasseler Region im deutschen Eisenbahnnetz nichts geändert.

Das alles ist Grund genug, sich mit der Bedeutung der Eisenbahn für die Wirtschaft und die Gesellschaft in unserer Region zu beschäftigen. Wir widmen diesem Thema den vorliegenden Sammelband.

Er enthält Beiträge zur Geschichte des Eisenbahnsystems, des Schienenfahrzeugbaus und des Arbeitsalltags der Eisenbahner, zum Bau der Schnellbahnstrecke, die Kassel eine hervorragende Verkehrslage gebracht hat, und zur RegioTram, dem wegweisenden neuen Nahverkehrssystem in Nordhessen.

Wir danken dem Herausgeber Dr.Lutz Münzer und den Autoren, dass sie uns die Geschichte der Eisenbahn in der Region nahebringen und einem breiten Publikum und der Fachwelt viele neue Einsichten vermitteln.

Mit dem 36. Band unserer Reihe „Die Region trifft sich – Die Region erinnert sich“ laden wir Sie ein zu einer kleinen Zeitreise durch die Eisenbahnregion Kassel. Oder wollen Sie das Gefühl, mit einer „alten Dampfeisenbahn“ zu fahren, selbst erleben? Dann nehmen Sie den historischen Zug „Hessencourrier“, der von seinem eigenen Bahnhof südlich des Bahnhofs Wilhelmshöhe durch den Naturpark Habichtswald in Richtung Naumburg fährt. Natürlich ist auch diesem Thema ein eigenes Kapitel gewidmet.

Ingo Buchholz 

Vorstandsvorsitzender der Kasseler Sparkasse 

Das Eisenbahnsystem der Region bis 1945

Lutz Münzer

1.Innovation Eisenbahn

Die Innovation „Eisenbahn“ avancierte in den Jahren nach den Freiheitskriegen rasch zu einem zentralen Thema im Kontext mit der nun mit voller Intensität v. a. in Mittel- und Westeuropa einsetzenden industriellen Revolution. Als erste öffentliche Eisenbahn der Welt wurde die unter der Leitung von George Stephenson angelegte Strecke von Stockton nach Darlington am 27.September 1825 eingeweiht. Der erfolgreiche Betrieb auf dieser Linie löste bald eine Vielzahl von Streckenplanungen und Bauten nicht nur in Großbritannien, sondern auch in zahlreichen anderen Ländern Europas und in Nordamerika aus.

Zwar behinderte die territoriale Zersplitterung Deutschlands – der 1815 gegründete Deutsche Bund zählte anfangs 41Mitglieder, darunter vier Städte – die Planung und Anlage von Eisenbahnen erheblich und trug schließlich auch dazu bei, dass aus heutiger Sicht diverse, später nur schwer zu korrigierende Pannen bei der Netzentwicklung eintraten. Dennoch kam es auch im deutschen Raum rasch zu konkreten Bauprojekten, im Dezember 1835 wurde die erste Eisenbahn – zwischen Nürnberg und Fürth – eröffnet, nur vier Jahre später folgte mit der Linie Leipzig– Dresden die erste Fernstrecke. Der Bahnbau und die fertigen Eisenbahnen stellten in vieler Hinsicht etwas völlig Neues dar – sei es hinsichtlich der Arbeitswelt, sei es hinsichtlich Architektur und Konstruktion der Bauten und sei es nicht zuletzt hinsichtlich des Fahrzeugmaterials.1 Die zentrale Bedeutung der Eisenbahnen für die wirtschaftliche Entwicklung gerade in der Blütezeit der Industrialisierung wird nicht zuletzt daran deutlich, dass Ende der 70er Jahre des 19.Jahrhunderts ein Viertel aller Investitionen in der deutschen Volkswirtschaft in die Bahnen flossen.2

2.Der lange Weg zu den ersten Bahnen im Kurfürstentum Hessen

2. 1.Präliminarien

Das Kurfürstentum Hessen zählte zu den Mittelstaaten im Deutschen Bund. 1864, kurz vor der Annexion durch Preußen, lebten in dem 9.580km2 großen Land 745.000Menschen.3 Die innenpolitischen Verhältnisse gestalteten sich hier schwierig, nicht zuletzt dank des reaktionär-autokratischen Landesherrn Friedrich WilhelmII., Regent seit 1830 und Kurfürst seit 1847.4

Einer ersten Anregung Carl Anton Henschels, einem der Hauptakteure für den wirtschaftlich/​technischen Fortschritt in Hessen-Kassel, im Jahr 1822 zugunsten einer mit Pferden betriebenen Eisenbahn von Frankfurt über Kassel nach Bremen blieb nennenswerte Resonanz versagt.5 Anders zehn Jahre später: Der Architekt Hartdegen unterbreitete der Ständeversammlung eine Eingabe, in der er unter Hinweis auf die günstigen ersten Erfahrungen mit Eisenbahnen in Großbritannien die Gründung einer Aktiengesellschaft zur Anlage von Strecken anregte. Resultat dieser Aktion bildete schließlich die Gründung eines „Aktienvereins zur Errichtung einer von den Hansestädten beginnenden, durch den Norden Deutschlands über Hannover’sch – Minden nach den süddeutschen Städten führenden Eisenbahn“, dem neben diversen Kaufleuten und Fabrikanten auch zahlreiche Beamte angehörten. Der Regent billigte prinzipiell die Bestrebungen des Vereines und dieser entfaltete in den folgenden Jahren eine rege Planungs- und Propagandatätigkeit. Nach Zusammenschluss mit einer konkurrierenden Organisation führte er die Bezeichnung „Verein für Eisenwegebau zu Kassel“ mit Persönlichkeiten aus Verwaltung, Wirtschaft und Bürgertum als führenden Mitgliedern.6

1: Beachtlich sind die Distanzen zwischen Kassel und Städten vergleichbarer oder größerer Bedeutung; Zeichnung Lutz Münzer

Lesen Sie weiter in der vollständigen Ausgabe!

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