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Schicksalhaft ist die Diagnose Krebs. Hier habe ich keine Wahl. Aber welche Möglichkeiten tun sich auf? Wozu fordert mich diese konkrete Lebensfrage heraus? Was ist jetzt die bestmögliche Antwort darauf für mich und mein Umfeld? Welche Wahl meiner Haltung ist jetzt die sinnvollste? Manuela Miedler zeigt betroffenen Menschen einen Weg zurück zu ihrem Urvertrauen. Hilfreiche Information, Anleitung und Checklisten für den Umgang mit der Diagnose Krebs von einer Autorin, die auf zwei Erfahrungsschätze zurückgreifen kann: die eigene Betroffenheit von der Krankheit sowie die Erfahrung und Lehrtätigkeit als Dipl. Gesundheits- und Krankenschwester.
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Seitenzahl: 85
Veröffentlichungsjahr: 2024
Die Autorin
Im Jahr 2002 wurde die Lehrerin für Gesundheits- und Krankenpflegeberufe nach einer Routineuntersuchung selbst mit der Diagnose Krebs konfrontiert. Die gebürtige Kärntnerin durchlebte alle Facetten von Ängsten, Aggressionen, körperlichen und seelischen Schmerzen. Gleichzeitig lernte sie aus der Not Motivationstechniken und den effizienten Umgang mit den schulmedizinischen Ressourcen. Manuela Miedler ist heute gesund und dankbar für die vielen Chancen, die sich durch die Krise Diagnose Krebs ergeben haben.
Der Inhalt
Manuela Miedler zeigt betroffenen Menschen einen Weg zurück zu ihrem Urvertrauen. Hilfreiche Informationen, Anleitungen und Checklisten für den Umgang mit der Diagnose Krebs von einer Autorin, die auf zwei Erfahrungsschätze zurückgreifen kann: die eigene Betroffenheit von der Krankheit sowie die Erfahrung und Lehrtätigkeit als Dipl. Gesundheits- und Krankenschwester.
Liebe Leserinnen, liebe Leser
Im Sinne einer guten Lesbarkeit wurde auf gendergerechte Schreibweisen mit * u.Ä. verzichtet. Ich möchte an dieser Stelle jedoch ausdrücklich betonen, dass ich immer weibliche, männliche und intergeschlechtliche Menschen in gleicher Weise anspreche.
Vom Schatten ins Licht
Von der Diagnose Krebs zu neuer Lebensfreude
Hilfe für Betroffene, Angehörige und Helfer
Manuela Miedler
Renate GötzVerlag
E-Book-Ausgabe 2024
© Renate Götz Verlag
A-2731 Dörfles, Römerweg 6
www.rgverlag.com
Autorin: Manuela Miedler, Hinterbrühl
Gesamtgestaltung, Grafik & Coverbild „Sonnenblume“ © Eva Denk
outLINE|grafik . A-2340 Mödling . www.outlinegrafik.at
Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (Druck, Kopie oder einem anderen Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
Print: ISBN 978-3-9501011-9-5
E-Book: ISBN 978-3-99150-006-3
Inhalt
Vorwort von Prim. Univ. Prof. Dr. Heinz Ludwig
Vorwort von Johanna Schechner
Einführung
1 Gesund oder krank? Das ist die Frage
2 Diagnose Krebs als Chance
Leben mit der Diagnose Krebs
Krankheit als Sprache der Seele
3 Standortbestimmung
4 Entwicklungschancen
5 Persönliche Ressourcen
6 Das Ziel der Reise
7 Entwicklung . Metamorphose . Verwandlung
8 Ängste . Aggressionen . Wut
9 Selbstliebe . Bewegung . Ernährung
10 Lebenssinn . Geduld . Glaube
Ausklang
Weitere Informationen
Dank
Literaturliste
Hinweis: Die Arbeitsblätter zu allen Übungen finden Sie auch im DIN A4-Format als PDF-Download unter der Webadresse:
https://www.rgverlag.at/VS24M
Für Robert, Florian, Philipp und meine Eltern
Vorwort
Menschen, denen aus heiterem Himmel die Diagnose Krebs mitgeteilt wird, befinden sich in einer ähnlichen Situation wie Schiffbrüchige, die die Wellen des Schicksals in ein fremdes Land gespült haben, welches sie zuvor nie betreten haben und dessen Einwohner eine ihnen unbekannte Sprache sprechen.
Manuela Miedler ist eine der vielen Millionen Mitbürger, der dieses Schicksal zuteilwurde. Im Gegensatz zu den meisten anderen Betroffenen schreibt sie sich jedoch ihre Erfahrungen, Gedanken und Empfindungen von der Zeit der Diagnosestellung bis zur Behandlung und danach von der Seele. Damit trägt sie nicht nur zur besseren Bewältigung ihre eigenen Belastungen bei, sondern eröffnet den Lesern die Chance, an den Erfahrungen der Autorin deren eigene Situation zu reflektieren.
Das weit verbreitete Bedürfnis vieler Menschen, die Ursache komplexer Phänomene, deren Beantwortung ihren Wissensstand bei Weitem überschreitet, mit einfachen Antworten zu begründen, hat letztlich zur Behauptung einer Psychogenese von Krebs geführt. Mit diesem, dem mittelalterlichen Hexenglauben ähnlichen Unsinn räumt die Autorin auf und befreit damit Betroffene von einer noch immer mancherorts geäußerten Schuldzuweisung für die eigene Erkrankung.
Gleichzeitig macht sie auch auf die durch die Katastrophe der Diagnose sich eröffnende Chance einer inneren Selbstreflexion und Neubestimmung der Werte aufmerksam. Der Leser wird im Arbeitsteil des Buches aufgefordert, seine eigenen Werte, Einstellungen, Ängste und Erwartungen in die zahlreichen Blüten der Sonnenblumen einzutragen und so zu einem vertieften Selbstbild zu kommen. Damit wird der Leser zu einer Reise zum besseren Verständnis seiner Bedürfnisse und zur Optimierung seiner Bewältigungsstrategien eingeladen, was ihm letztlich zu neuen Ufern mit wertvollen und bereichernden Erfahrungen führen sollte.
Prim. Univ. Prof. Dr. Heinz Ludwig
Ehem. Vorstand der 1. Medizinischen Abteilung für Onkologie und Hämatologie im Wilhelminenspital Wien
Viktor E. Frankl zitiert: „Das Leben selbst ist es, das dem Menschen Fragen stellt. Er hat nicht zu fragen, er ist viel mehr der vom Leben her Befragte, der dem Leben zu antworten – das Leben zu verantworten hat.“
Und weiters sagt er: „Menschliches Verhalten wird nicht von Bedingungen diktiert, die der Mensch antrifft, sondern von Entscheidungen, die er selber trifft.“
Frau Miedler ist es im vorliegenden Buch gelungen, Antworten zur herausfordernden Lebensfrage „Krebserkrankung“ anzubieten.
Sie tut dies vor allem aus ihrem kostbaren Erfahrungsschatz einer ehemals selbst Betroffenen, aber auch als Gesundheits- und Krankenschwester sowie als engagierte, jahrelang praktizierende Seminarleiterin zu dieser Fragestellung.
Die interessierte Leserin, der interessierte Leser, spürt bald wohltuend das Anliegen der Autorin, wertvolle Wegweisungen zu geben, um aus der Diagnose „Krebs“ den Auftakt in ein auf Sinn und Werte ausgerichtetes Leben einzuleiten.
Schicksalhaft ist die Diagnose Krebs. Hier habe ich keine Wahl. Aber welche Möglichkeiten tun sich auf? Wozu fordert mich diese konkrete Lebensfrage heraus? Was ist jetzt die bestmögliche Antwort darauf für mich und mein Umfeld? Welche Wahl meiner Haltung ist jetzt die sinnvollste?
Frau Miedler öffnet weit den Bereich des Möglichen, um sinnvolle, individuelle Antworten aufzuzeigen. Aus verständlicher emotionaler Enge und Angst öffnet sie geschickt geistige Freiräume und schafft es, das Heilgebliebene wieder ins Blickfeld zu rücken und damit sichtbar zu machen! Der Fokus ist auf das zu Gestaltende gerichtet, gibt damit Orientierung und ermöglicht so Selbstverwirklichung durch Sinnverwirklichung!
Das Optimum aus schicksalhaft schweren Lebensfragen herauszuringen ist die höchste Werteverwirklichung, der der Mensch fähig ist. Es wachsen Kräfte zu, wenn er sich gestaltend und agierend erlebt, sei es in Handlung oder in Haltung.
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern, dass schon nach den ersten Seiten der Lektüre die ins Leere gehende Warum-Frage einem Mut machenden Wozu Platz macht und so trotz Erkrankung ein gelingendes, sinnorientiertes Leben ermöglicht!
Johanna Schechner
Ehem. Vorstand des Viktor Frankl Zentrums Wien Logotherapeutin
Einführung
Wenn Sie an Krebs erkrankt sind und neben der bestmöglichen medizinischen Behandlung selbst aktiv zu Ihrer Heilung beitragen möchten, dann soll dieses Buch ein kleines Mosaiksteinchen auf Ihrem Weg „vom Schatten ins Licht“ sein.
Ich habe dieses Buch für Menschen geschrieben, die einen „Reiseführer“ suchen, aber ihre Route selbst planen wollen, auch für Menschen, die vielleicht ihr Reiseziel ganz verloren haben und nach Auswegen aus der Krise „Diagnose Krebs“ suchen.
März 2002, als junge, erfolgreiche, diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester und Lehrbeauftragte für Krankenpflege war ich felsenfest davon überzeugt, das Leben voll im Griff zu haben. Alles stimmte: Karriere, Ehe, Familie, zwei tolle Buben, ein liebevoller, erfolgreicher Mann, berufliche Herausforderung. Die Tatsache, als Krankenschwester immer wieder mit der Diagnose Krebs bei Patienten konfrontiert zu sein, brachte mich nie und nimmer auf den Gedanken, dass dieses Urteil einmal auch über meinem eigenen Leben stehen würde. Und doch, war da nicht so etwas wie eine kleine Vorahnung?
Ein Tag wie jeder andere
Es war an diesem sonnigen Frühlingstag. Ich betrat das lichtdurchflutete Wartezimmer meiner Gynäkologin in einer Mödlinger Jugendstilvilla, ein bisschen eilig, denn der Vormittag sollte noch für andere wichtige Dinge genützt werden. Für die Ordinationsgehilfin war ich mittlerweile eine sehr gute Bekannte geworden, denn schließlich kam ich bereits seit über zwanzig Jahren zwei Mal jährlich pünktlich zur Routineuntersuchung.
Das Verhältnis zu meiner Ärztin war vertraut, ich hatte sie von Anfang an als sehr kompetent, freundlich und sehr einfühlsam erlebt und fühlte mich gut aufgehoben. Die Untersuchung lief wie immer kurz und routiniert ab, kurze Begrüßung, ein paar private Worte, Ultraschall, Krebsabstrich, einer von tausenden. Der sogenannte „Pap Smear“ kann frühzeitige Zellveränderungen an Muttermundöffnung oder Gebärmutterhals aufdecken und wird daher als Routineuntersuchung für Frauen bereits ab dem 18.–21. Lebensjahr empfohlen. Ich vereinbarte bei der Ordinationshilfe einen neuen Termin in 6 Monaten und hakte die Sache innerlich ab.
Doch bereits zwei Wochen später kam der Anruf meiner Gynäkologin, persönlich, ruhig, bei meinem Abstrich gäbe es Probleme. Die Routine hatte ein jähes Ende genommen.
Eine Stunde später saß ich in ihrer Ordination. Unwillig fühlte ich, wie mein Herz zu rasen begann, als wollte es sich gegen die folgenden Minuten mit aller Kraft zur Wehr setzen, verhindern, dass das, was jetzt kommen würde, tatsächlich kommt. Ich weiß nicht mehr, was mir in diesen Sekundenbruchteilen während eines Atemzuges meiner Ärztin durch den Kopf schoss, es waren hunderte Gedanken.
„... an Ihrem Gebärmutterhals sind maligne Zellen festgestellt worden, Sie als Krankenschwester wissen, was das heißt?“ „Das heißt – Diagnose Krebs ...“, brachte ich gerade noch hervor. Das frühlingshafte Licht im Zimmer erschien mir mit einem Mal, als hätte man bei einem TV-Gerät plötzlich keinen Farbempfang mehr. Der Schatten war da.
Kein Weg wie jeder andere
Nachdem ich mich vom Schock der Diagnose erholt hatte und für mich nicht mehr die Frage wichtig war, warum ich erkrankt bin, sondern vielmehr die Frage wichtig wurde, warum ich wieder gesund werden will, begab ich mich auf einen sehr lehrreichen, schwierigen und oft schmerzhaften Weg.
Die Krankheit brach zu einer Zeit in mein Leben, als ich mich gerade in einer großen Umbruchstimmung befand. Ich war nun seit 10 Jahren Lehrerin in einer Fachschule für Altendienste und Pflegehilfe. In dieser Zeit wurde gerade zaghaft begonnen, über Pflegenotstand zu diskutieren. Meine Schülerinnen mussten aber ihr Schulgeld selbst finanzieren und für ihr Praktikum Urlaub nehmen. Nach einer sehr intensiven zweijährigen Abendschulausbildung mussten sie sich vom Gesetz her mit dem Titel „Pflegehelfer mit Altenfachbetreuerausbildung“ begnügen. Man spekulierte mit dem Idealismus von Menschen, die gewillt waren zu helfen. Ich wollte mich mit diesen politischen Entscheidungen nicht identifizieren, aber ich sah keine Alternative und wusste nur eines: Es muss etwas anders werden in meinem Leben. Es würde allerdings schwierig werden, nach 10 Jahren eigenständiger Arbeit etwas anderes, Passendes zu finden.
Ich war auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung.
Obwohl ich in der glücklichen Lage war, nicht für den Lebensunterhalt unserer Familie aufkommen zu müssen, suchte ich nach einem neuen Job, bei dem ich auch noch genügend Zeit für meinen Hauptberuf als Mutter haben würde – heute habe ich meine Berufung zum Beruf gemacht.
Wie alles kam
Mein Mann und ich hatten uns nach der Geburt unseres ersten Kindes für eine einfache, vielleicht etwas konservativ klingende Aufgabenteilung entschieden: Er sollte für den Unterhalt und die Finanzen sorgen, ich für das Haus und dessen Bewohner. Das funktionierte sehr gut und mit der Zeit hatte ich mit dem Haushalt und mit meinen beiden Söhnen alle Hände voll zu tun.
