Von null auf Douze Points - Timon Menge - E-Book

Von null auf Douze Points E-Book

Timon Menge

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Beschreibung

Beim größten Musikwettbewerb der Welt treffen Glamour, Skurrilität und große Emotionen aufeinander Mehr als 160 Millionen Menschen fiebern jedes Jahr mit, wenn das Spektakel über die Bildschirme flimmert. Von null auf Douze Points versammelt Wissenswertes, Kuriositäten und Anekdoten aus sieben schillernden Jahrzehnten Eurovision Song Contest – voller unvergesslicher Geschichten, überraschender Fakten und großer Hits: - Welches Land hält den Rekord der meisten Teilnahmen ohne einen einzigen Sieg? - Welche deutsche Stadt baute für den ESC ein eigenes Fußballstadion? - Und welcher Song ist der am häufigsten heruntergeladene in der Geschichte des ESC? Von ABBAs Durchbruch mit »Waterloo« bis zu Monster-Momenten mit Lordi: Hier steckt alles drin, was ESC-Fans begeistert!

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Seitenzahl: 126

Veröffentlichungsjahr: 2026

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Timon Menge

Die genialsten Fakten aus 70 Jahren ESC

Impressum

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie. Detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über https://dnb.de abrufbar.

Für Fragen und [email protected]

Wichtiger HinweisAusschließlich zum Zweck der besseren Lesbarkeit wurde auf eine genderspezifische Schreibweise sowie eine Mehrfachbezeichnung verzichtet. Alle personenbezogenen Bezeichnungen sind somit geschlechtsneutral zu verstehen.

 

Originalausgabe

1. Auflage 2026

© 2026 by riva Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH

Türkenstraße 89

80799 MünchenTel.: 089 651285-0

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. Wir behalten uns die Nutzung unserer Inhalte für Text und Data Mining im Sinne von § 44b UrhG ausdrücklich vor.

Redaktion: Lucia Rojas

Umschlaggestaltung: Sonja Stiefel

Umschlagabbildungen und Abbildungen Innenteil: AdobeStock/Bochana, Amalia

Layout: Sonja Stiefel

Satz: feschart print- und webdesign, Michaela Röhler, Leopoldshöhe

E-Book: ePUBoo.com

ISBN Print 978-3-7423-2985-1

ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-7453-0375-9

 

Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter

www.mvg-verlag.de

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INHALT

Vorwort
1. Das Wunder von Lugano oder der erste ESC
2. Europäische Stars und Sternchen
3. Kurioses und Skurriles aus der Welt des ESC
4. Regeln und Skandale
5. Die magischsten ESC-Momente
6. ESC-Zahlen und -Rekorde
Über den Autor

Vorwort

9. Mai 1998, 20:59 Uhr. Ich sitze mit meinen Eltern vor unserem silberfarbenen Röhrenfernseher, eingedeckt mit Snacks und Kaltgetränken. Gleich startet der »Grand Prix Eurovision de la Chanson«, wie der Eurovision Song Contest 1998 hierzulande noch heißt. Guildo Horn wird für Deutschland antreten, mit »Guildo hat euch lieb«, einer Komposition von TV-Entertainment-Gigant Stefan Raab. Ich bin erst sieben Jahre alt, deshalb catcht mich der farbenfrohe Guildo mit seinem Song.

Um 21 Uhr erklingt »Te Deum«, die ESC-Hymne. Ein erhabener Moment und ich verstehe, dass gerade ganz Europa ihn erlebt. Ich erinnere mich an die Weltkriegsgeschichten, die mir meine Oma erzählt hat. Es grenzt an ein Wunder, dass Deutschland, Polen, Frankreich und Großbritannien heute auf derselben Bühne stehen. Auch die Länder der Balkanhalbinsel, von denen sich aktuell noch einige im Krieg befinden, werden schon bald wieder gemeinsam am ESC teilnehmen.

Nach den Vorberichten geht es los mit Danijela und dem kroatischen Beitrag. Dass Dana International, die etwas später am Abend für Israel auftritt, die erste offen transsexuelle Sängerin beim ESC ist, nehme ich als Kind nicht wahr. Ich sehe eine Frau in einem Glitzerkleid, die einen tollen Auftritt hinlegt und den Wettbewerb in der Nacht verdient gewinnt.

Nach ihr ist Guildo Horn an der Reihe. Er sitzt am Bühnenrand und startet langsam in seinen Song. Doch dann geht die Post ab: Er wirft seinen türkisfarbenen Umhang von sich, entledigt sich seines Sakkos, schäkert mit dem Publikum herum und fegt über die Bühne, als habe er monatelang darauf gewartet, genau das zu tun. Dann gibt’s auch noch ein Kuhglocken-Solo, einen Spagatsprung von der Bühne, eine Kletterpartie auf eine Empore inklusive Geländerrutsche sowie tosenden Applaus. Wahnsinn!

In den Tagen danach kenne ich kein anderes Thema als den ESC. Immer wieder höre ich die offizielle CD zum Wettbewerb und singe lauthals »Guildooo hat euch lieb!«. Dass der Schlagersänger bloß Siebter geworden ist? Geschenkt. Mein ESC-Feuer ist entzündet. Im Jahr 2000 verfolge ich Stefan Raabs Auftritt mit »Wadde hadde dudde da?« und freue mich über seinen fünften Platz. Die Songs von Michelle, Corinna May und Lou in den Folgejahren sind nicht mein Ding, doch 2004 mit Max Mutzke bin ich wieder voll am Start. Und siehe da: immerhin Top 10.

2004 bin ich bereits mit Leib und Seele Metal-Fan. Das Album St. Anger von Metallica hat mich dazu gemacht. Vom ESC entfremde ich mich trotzdem nicht – und dann wachsen 2006 auch noch zwei Welten zusammen: Die finnischen Monster-Metaller Lordi treten bei dem Wettbewerb an. Nicht nur das: Sie gewinnen! Die deutsche Country-Truppe Texas Lightning um Comedian Olli Ditt­rich jodelt sich in jenem Jahr auf Platz 14.

Meine ESC-Begeisterung ist über die Jahre nie abgebrochen. Ich bejubele Lena, als sie 2010 für Deutschland gewinnt, feiere Loreen aus Schweden und ihren Über-Hit »Euphoria«, freue mich 2014 für Conchita Wurst und 2021 darüber, dass mit Måneskin aus Italien wieder einmal ein Rock-Act gewinnt.

Um die Wartezeit bis zur Jubiläumsparty zum 100. Euro­vision Song Contest im Jahr 2056 zu überbrücken, habe ich in diesem Buch die spannendsten nützlichen und unnützen Fakten über den ESC zusammengetragen und hoffe, dass ihr beim Lesen genauso viel Freude habt wie ich beim Schreiben. Eurovision Song Contest – Douze Points!

1. Das Wunder von Lugano oder der erste ESC

Im Jahr 1956 beginnt eine der größten kulturellen Erfolgsgeschichten Europas: Der erste Eurovision Song Contest aller Zeiten findet statt, und zwar in der Schweiz. Damals ist die Welt noch eine andere und auch der Musikwettbewerb lässt sich nicht mit seinem heutigen Erscheinungsbild vergleichen. Schauen wir mal, was beim ersten ESC so passiert ist.

Die Inspiration für den Eurovision Song ­Contest liefert ein renommierter ­italienischer ­Musikwettbewerb.

Marcel Bezençon: So heißt der Erfinder des ESC. 1907 im schweizerischen Orbe geboren, studiert er als junger Mann Literatur und macht seinen Abschluss in Kunstgeschichte. Nebenher arbeitet er als freier Kunst- und Theaterkritiker, anschließend als Herausgeber einer ­Zeitung. In seiner Funktion als Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) nimmt er erheblichen Einfluss auf die Einführung des Fernsehens in der Schweiz und ist 1954 an der Gründung der European Broadcasting Union (EBU) beteiligt. Genau dort schlägt er im Januar 1955 während einer Konferenz die Etablierung eines Schlagerwettbewerbs nach dem Vorbild des italienischen Sanremo-Festivals vor. Die Grundsteinlegung für den Eurovision Song Contest!

Der erste Song, der je beim ESC gesungen wird, ist »De vogels van Holland«.

Es ist ein Titel, den ihr niemand mehr nehmen kann: Jetty Paerl ist die Interpretin des ersten ESC-Songs aller Zeiten. 1956 eröffnet sie die Premiere des Wettbewerbs mit »De vogels van Holland«. Bekannt wurde die Amsterdamer Sängerin mit jüdischen Wurzeln bereits während des Zweiten Weltkriegs durch Radio Oranje, einen Sender, der aus London in die von den Nationalsozialisten besetzten Niederlande sendete. Wie genau sie 1956 beim ESC abschneidet, bleibt – wie wir gleich noch sehen werden – im Dunkeln, doch eines steht fest: »De vogels van Holland« gehört zu den charmantesten Stücken jener Premierennacht. Jetty Paerl wird 92 Jahre alt und stirbt am 22. August 2013 in Amstelveen.

Beim ersten ESC darf jedes der sieben Länder mit zwei Songs antreten.

Heute, wo jedes Jahr mehr als 30 Nationen am Eurovision Song Contest teilnehmen, erscheint es geradezu niedlich: Nur sieben Länder treten beim ersten ESC im Jahr 1956 an. Brächte jedes von ihnen bloß einen Song mit, wäre der Abend schnell vorbei – zu schnell, finden die Programmverantwortlichen. Die Lösung: Jede Nation nimmt mit zwei Künstlern und somit auch zwei Liedern an der ESC-Premiere teil, um die Sendung zu verlängern. Für Deutschland dabei: Walter Andreas Schwarz mit »Im Wartesaal zum großen Glück« und Freddy Quinn mit »So geht das jede Nacht«. Ein Jahr später sind immerhin zehn Nationen dabei, diesmal mit je einem Beitrag.

Die ESCs 1956 und 1958 sind die einzigen, bei denen es keinen englischsprachigen Song gibt.

Seit dem 17. Jahrhundert gilt Englisch als Weltsprache – zuerst in der Wissenschaft, später im Geschäftsleben und schließlich in der Popkultur. Doch beim ersten Eurovision Song Contest im Jahr 1956 ist davon nichts zu spüren. Die sieben teilnehmenden Länder sind die Schweiz, die Niederlande, Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Italien. England wird erst ein Jahr später dabei sein, was dazu führt, dass es beim ESC 1956 keinen einzigen englischsprachigen Song zu hören gibt. Die Schweizer singen einmal auf Französisch, einmal auf Deutsch. Frankreich, Belgien und Luxemburg bleiben komplett bei Französisch. Und die Niederlande, Deutschland und Italien treten jeweils mit zwei Songs in ihrer Landes­sprache an.

Beim ersten ESC dürfen noch alle für ihr ­Heimatland abstimmen.

Heute undenkbar, beim ersten Eurovision Song Contest noch erlaubt: Im Jahr 1956 darf jedes Land auch für sich selbst abstimmen. Ist auf diese Weise nicht vorprogrammiert, dass es am Schluss zu einem Unentschieden kommt, weil die Vertreter jeder Nation ihre Stimmen an das eigene Land vergeben? Ganz so einfach ist es nicht. Denn jedes Land entsendet zwei Juroren, die jeden Song mit je einem bis zehn Punkten bewerten. Das heißt: Selbst wenn alle Juroren aller Länder jeweils zehn Punkte an ihr eigenes Land vergeben, bleiben immer noch genug Zähler übrig, um das Ergebnis und den Sieger zu beeinflussen. Am Ende triumphiert die Schweiz. Wie es mutmaßlich dazu kommt, ist allerdings tatsächlich etwas kurios.

Luxemburg entsendet aus finanziellen ­Gründen nur eine Sängerin und keine Juroren.

Am Eurovision Song Contest teilzunehmen, ist ein ganz schöner finanzieller Aufwand. Das bekommt 1956 auch die recht übersichtliche Nation Luxemburg zu spüren. Zwar gelingt es den Luxemburgern gerade so, das Geld für ihre Teilnehmerin Michèle Arnaud aufzubringen, die beim ersten ESC gleich beide luxemburgischen Beiträge singt. Doch das Land soll auch noch zwei Juroren zu dem Musikwettbewerb entsenden. Dafür reicht der Kontostand nicht mehr aus, weshalb die beiden schweizerischen Vertreter dazu auserkoren werden, im Namen Luxemburgs abzustimmen – und zwar so, wie sie es für richtig halten. Wer damals wie genau abgestimmt hat, lässt sich heute leider nicht mehr nachvollziehen – doch angesichts des Sieges der Schweiz drängt sich natürlich ein Verdacht auf.

Es ist möglich, dass die Schweiz nur ­gewinnt, weil sie auch im Namen ­Luxemburgs ­abstimmen darf.

Rechnen wir das Ganze mal durch: Die größtmögliche Punktzahl beim ersten Eurovision Song Contest im Jahr 1956 beträgt 140. Das würde bedeuten: Alle Juroren aller teilnehmenden Länder vergeben volle zehn Punkte an ein und denselben Song. Unwahrscheinlich, klar. Doch möglicherweise haben die Schweizer Juroren, die durch ihre Abstimmung im Namen Luxemburgs faktisch eine Doppelstimme zur Verfügung haben, insgesamt 40 Punkte an einen der beiden Schweizer Beiträge verteilt. So richtig fair wäre das natürlich nicht – andererseits: Wer könnte es ihnen verdenken? Wir werden wohl nicht mehr herausfinden, ob der Sieg der Schweiz im Jahr 1956 wirklich etwas mit der damaligen Jurorenkon­stellation zu tun hat.

Es gibt kaum Aufnahmen vom ersten ESC.

Kein Eurovision Song Contest ist schlechter dokumentiert als der erste. Von der Punktevergabe fehlt bis heute jede Spur, und auch filmisch ist dieses europäische TV-Ereignis nahezu ein blinder Fleck. Nur ein einziger Mitschnitt des Siegertitels ist auf YouTube zu finden; alles andere wirkt, als wäre es nie gesendet worden. Der Grund dafür sind die anderen Zeiten: Mitte der Fünfziger ist es keineswegs üblich, TV-Sendungen auf Film aufzuzeichnen. Selbst Tonaufnahmen sind damals noch eine Herausforderung. Das Tonbandgerät beginnt gerade erst, das bis dahin verbreitete Drahttongerät zu verdrängen, mit dem man Stimmen und Musik auf dünnem Stahldraht konservieren kann. Umso wertvoller ist es, dass zumindest einige Radiomitschnitte des ersten ESC erhalten sind.

Großbritannien verpasst die Deadline für die Anmeldung – oder?

Dafür, dass England 1956 beim ESC fehlt, gibt es laut Fangemeinde einen beinahe langweiligen Grund: Die Briten haben schlicht die Anmeldefrist verpasst. Aber stimmt das? Ganz eindeutig ist die Lage jedenfalls nicht. Auf eurovision.tv lässt sich Anfang 2017 nachlesen, dass Großbritannien 1956 gar nicht erst vorhat, beim ESC anzutreten. Stattdessen veranstaltet das Land im selben Jahr einen eigenen Wettbewerb: das Festival Of British Popular Songs. Eine weitere Theorie zur Nichtteilnahme der Briten besagt, dass sie zunächst die Sängerin Shirley Abicair zum ESC schicken wollten, dann aber einen Rückzieher machten, weil Abicair Australierin war. Welche Version nun stimmt? Wer weiß das schon.

Zehn Monate nach dem ersten ESC ­unterzeichnen sechs der sieben ­teilnehmenden Länder den Vertrag zur Gründung der ­Europäischen Gemeinschaft und legen so den Grundstein für die heutige EU.

Man sollte dem ersten ESC rückblickend nicht mehr Bedeutung beimessen, als ihm tatsächlich zukommt. Doch es hat eine gewisse Symbolkraft, dass Länder wie Deutschland und Frankreich, die sich im Zweiten Weltkrieg noch feindlich gegenüberstanden, am 24. Mai 1956 für einen friedlichen Musikwettbewerb zusammenkommen. Die dunklen Wolken der Nachkriegszeit lichten sich – schon seit der Fußball-Weltmeisterschaft 1954, wo Deutschland im Finale gegen Ungarn gewinnt. Zwei Jahre später trägt die gemeinsame Begeisterung für Musik zumindest in der Bevölkerung dazu bei, dass sich ehemalige Kriegsgegner weiter annähern – ein kleines Mosaikstück auf dem Weg zu jenem politischen Bündnis, das Europa später prägen soll.

Dort, wo der erste Eurovision Song Contest stattfand, steht heute ein ­Casino.

Teatro Kursaal nennt sich die Venue, in der 1956 der allererste Eurovision Song Contest stattfindet – ein prunkvolles Bauwerk vom Ende des 19. Jahrhunderts. Schon ab 1804 gibt es in Lugano ein Gebäude für Glücksspiel; 1885 findet die Società del Teatro di Lugano zusammen und beschließt, daraus das Teatro e Casinò Kursaal zu machen. Geplant wird das neue Gebäude vom italienischen Architekten Achille Sfondrini, der auch das Teatro dell’Opera di Roma entworfen hat. Roulette und Würfel haben im Teatro e Casinò Kursaal weiter ihren Platz, doch zusätzlich gibt es dort nun eine Theater- und Revuebühne, quasi den Geburtsort des ESC. 2001 muss das Teatro abgerissen werden. Heute steht an der Stelle in Lugano ein modernes Casino, in dessen Event-Raum Hall-In auch Konzerte und Shows stattfinden.

Der Eurovision Song Contest wurde in der Vergangenheit oft anders genannt, doch sein offizieller Name lautet heute: Eurovision Song Contest.

1956 ist es noch der »Gran premio Eurovisione della canzone europea«, der »Grand Prix Eurovision de la chanson européenne« oder der »Grand Prix Of The Eurovision Song Competition«. Auch in den Jahren danach werden immer wieder die unterschiedlichsten Bezeichnungen gewählt, um eine unserer Lieblings-Musikveranstaltungen zu beschreiben, zum Beispiel »Eurovision Schlagerfestival« in Schweden und »Eurovisie Songfestival« in den Niederlanden. Doch seit 2004 lautet der Titel einheitlich und einfach: Eurovision Song Contest. Regionale Andersbezeichnungen sind auch heute noch möglich, doch in den »Official Brand Guidelines« kann man nachlesen, dass die European Broadcasting Union den Namen Eurovision Song Contest bevorzugt.

2. Europäische Stars und Sternchen

Am Eurovision Song Contest teilzunehmen, ist keine Garantie für langfristigen Ruhm – beim besten Willen nicht. Doch es gibt sie, die Erfolgsgeschichten, die mehr oder minder nachhallen, manchmal jahrzehntelang. Tauchen wir ein in die Welt der größten Stars und Sternchen der ESC-Geschichte!

Nach dem ESC 1958 wird der italienische ­Beitrag zum Hit – obwohl er nur den dritten Platz belegt.

Hast du schon einmal etwas von »Dors, mon amour« von André Claveau gehört? Oder von Lys Assias »Giorgio«? Nicht? Und das, obwohl es sich dabei um Platz eins und zwei des Eurovision Song Contest 1958 handelt. Wenn wir nun aber Platz drei anstimmen, weißt du vermutlich sofort Bescheid: »Volaaare, oh, oh! Cantaaare, oh, oh, oh, oh!« Da klingelt’s, oder? Kein Wunder: »Nel blu, dipinto di blu« von Domenico Modugno gerät nach dem ESC zum Welthit, räumt zwei Grammys ab und wird bis heute auf Partys, in Fußballstadien und bei so ziemlich allen Gelegenheiten gesungen, die sich ergeben. Auch spannend: Seine beste Chartplatzierung (mehrere Wochen auf Platz eins) erreicht das Stück nicht in Europa – sondern in den USA.

Deutschland landet ebenfalls einen Hit ohne Sieg, und zwar 1962. Italien ist von dem Song allerdings nicht allzu ­begeistert.