Von Sternen verführt - Rhiana Corbin - E-Book

Von Sternen verführt E-Book

Rhiana Corbin

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Beschreibung

Lily besteht bei ihrer nahenden Hochzeit mit Mathis auf eine Hochzeitstorte aus der Confiserie von Noé Cassel, dem berühmten Sterne-Confiseur. Denn Noé nimmt bei Weitem nicht jeden Auftrag an. Lily möchte etwas ganz Besonderes zu ihrer Hochzeit, wenn sie schon nur im kleinen Kreis stattfindet, denn Mathis will nicht viel Geld ausgeben. Noé sagt tatsächlich zu, doch dann prophezeit er ihr, dass ihre Ehe mit Mathis unter keinem guten Stern stehen wird, da für sie ein Stiermann vorgesehen ist. Lily beginnt zu zweifeln, ob Mathis wirklich der richtige Mann ist, wo sie noch nicht mal ein Hochzeitskleid findet. Als Noé sie dann auch noch ganz frech küsst, können ihr nur noch die Sterne helfen, die richtige Entscheidung zu treffen ...

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Seitenzahl: 76

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Von Sternen verführt

Rhiana Corbin

Inhalt

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5

Kapitel 6

Kapitel 7

Kapitel 8

Danksagung

Leseprobe

Deutschsprachige Neuausgabe

Februar 2018

Erstausgabe verlegt durch

Feelings by Droemer Knaur Verlag, München

unter dem Titel „Sign of love“

Copyright © 2014, 2018 Rhiana Corbin

Alle Rechte vorbehalten.

Nachdruck, auch auszugsweise,

nur mit Genehmigung

1. Auflage

Covergestaltung: Andrea Wölk

Coverfoto: Ron Dale – bigstock.com

Rangizzz - bigstock.com

Kajsa Arnold Edition

www.kajsa-arnold.de

Erstellt mit Vellum

Kapitel 1

»Das kann echt nicht wahr sein!«, genervt schlage ich die Modezeitschrift zu. »Ich heirate in fünf Tagen und habe immer noch kein Brautkleid gefunden, das mir gefällt.«

»Du meinst eines, das Mathis bereit ist, zu bezahlen. Ich sage dir, das ist ein Zeichen, Lily. Die Sterne wollen dich vor dieser Heirat warnen. Was ich ihnen übrigens nicht verübeln kann. Ich halte sie auch für einen Fehler.«

»Amelie, was hast du nur immer gegen Mathis? Er ist ein netter Mann, zuverlässig und solide, mit einem guten Job. Was will ich denn mehr?«

»Lily, er ist Anwalt, also ist nett schon mal ausgeschlossen. Denen ist nicht zu trauen. Schau doch hier, in deinem Tageshoroskop steht: Fällen Sie keine übereilten Entscheidungen, vielleicht treffen Sie heute die große Liebe! Also, wenn das mal keine Ansage ist.« Amelie wirft die Tageszeitung zu mir auf den Zuschneidetisch.

»Amelie, die Sterne ziehen irgendwo da oben ihre Bahnen und kümmern sich um alles, nur nicht um mich. Ich habe jemanden gefunden, der zu mir passt. Und der hört auf den Namen Mathis Bartan. Warum willst du mir, seit ich mit Mathis verlobt bin, diese Heirat ausreden?«

Amelie zögert, dann zieht sie eine Schnute. »Will ich doch gar nicht. Ich bin nur der Meinung, dass du mit einem Anwalt niemals glücklich werden wirst. Und darum geht es doch im Leben, dass man glücklich und zufrieden ist, oder sehe ich das falsch? Ich meine, ich bin nicht verliebt, aber das heißt ja nicht, dass ich keine Ahnung davon habe. Die Sterne stehen jedenfalls nicht ...«

Meine Güte, wie bin ich dieses ganze Sternzeichen-Gequatsche leid!

»Du solltest vielleicht mal mehr auf deinen Bauch hören als auf die Sterne. Möglicherweise findest du dann auch jemanden, in den du dich verliebst«, gebe ich schnippisch zurück.

»Jetzt sei doch nicht sauer. Ich will doch nur dein Bestes«, mault Amelie.

Ich hebe den Stoffballen vom Zuschneidetisch und sortiere ihn wieder ins Regal ein. »Ich bin doch gar nicht sauer. Ich muss ja zugeben, dass Mathis manchmal etwas trocken und steif ist.«

»Und er ist geizig.«

»Nein, ist er nicht. Auch wenn die Hochzeit im kleinen Kreis stattfindet, hat er zugestimmt, dass Noé Cassel unsere Hochzeitstorte kreieren darf. Der große Cassel, der für seine Tortenkreationen mit Preisen überhäuft wird. Er besitzt auch einen Stern, wenn wir schon von ihnen reden. Ich kann Paul gar nicht genug danken, dass er bei Cassel ein gutes Wort für mich eingelegt hat! Er nimmt noch lange nicht jeden Auftrag an. Immerhin ist er ein Starconfiseur, seine Hochzeitstorten werden aus der ganzen Welt geordert. Jeder möchte eine Hochzeitstorte vom großen Noé Cassel und ich werde eine bekommen! Ist das nicht aufregend?«

»Ich fände es viel aufregender, wenn Paul endlich deine Überstunden bezahlen würde.«

Ich schüttele den Kopf. »Amelie! Paul ist immer nett zu mir und die Überstunden mache ich freiwillig, die muss er mir also gar nicht bezahlen. Ich finde es süß, dass er seine Verbindungen für mich spielen lässt.«

Amelie kommt herüber zu meinem Tisch. Oh nein, diesen Gesichtsausdruck kenne ich, jetzt hält sie mir wieder eine Predigt, was für ein unmöglicher Mensch unser Arbeitgeber ist.

»Paul ist ein exzentrischer, arroganter und selbstverliebter Kerl, der sich für nichts weiter interessiert als für die Mode, die er entwirft.«

Ich nehme Amelie in die Arme. »Ach, Amy, sei nicht immer so streng mit ihm. Ich mache mich jetzt auf den Weg, weil ich mich mit Mathis treffe, um die Torte bei Cassel auszusuchen. Ich bin total gespannt! Paul hat mir heute Nachmittag frei gegeben.«

Amelie küsst mich auf beide Wangen. »Okay, meine Süße. Dann sieh zu, dass du hier wegkommst, sonst kommt Lefèvre noch auf die Idee, dir in letzter Sekunde einen Auftrag aufs Auge zu drücken.«

Ich schnappe mir meine Handtasche und winke ihr an der Tür noch einmal zu.

»Denk daran, was in deinem Horoskop steht - vielleicht treffen Sie heute die große Liebe!«, ruft sie mir hinterher, aber ich tue so, als hätte ich sie nicht mehr gehört. Pah! Große Liebe! Ja, die treffe ich gleich in der Konditorei.

Langsam schlendere ich durch die Straßen meiner Stadt. Eigentlich ist es gar keine Stadt, denn Sainte Maxime ist nur eine Gemeinde mit einem kleinen Hafen, direkt gegenüber von Saint Tropez, das auf der anderen Seite des Golfes liegt. Während Saint Tropez von den Touristen jedes Jahr überrannt wird, geht es bei uns ruhiger zu. Ich liebe diesen kleinen Ort und könnte mir nicht vorstellen, jemals woanders zu leben. Die Gässchen, der Hafen, das milde Klima, das durch das Massif des Maures, dem Gebirgszug entlang der Côte d’Azur, beeinflusst wird – das alles ist mir so ans Herz gewachsen, dass ich es nicht mehr missen will. Es regnet nur selten und die Temperaturen sind so angenehm, dass ich mehr luftige Kleider im Schrank habe als Jeans und Shirts.

Seit fünf Jahren arbeite ich nun für den bekannten Modedesigner Paul Lefèvre. Seiner exzentrischen Ader ist es zu verdanken, dass er seine Werkstatt von der großen Modemetropole Paris ins beschauliche Sainte Maxime verlegt hat. Ich arbeite als Schnittdirektrice, doch im Grunde genommen schmeiße ich den ganzen Laden. Meistens ist Paul mit seinem Freund auf dessen Jacht unterwegs und zeichnet Entwürfe, deren Fertigstellung er mir und meinem Team überlässt.

Amelie hat den Job als Zuschneiderin nur angenommen, weil Pauls Sternzeichen Schütze so gut zu ihr passt. »Als Feuerzeichen harmonieren wir ausgezeichnet«, hatte sie vor drei Jahren erzählt, gemerkt habe ich bisher nicht viel davon. Die beiden liegen sich ständig in den Haaren, wenn Paul mal mit Anwesenheit glänzt.

Der Weg zu Cassels Laden in der Rue de Verdun ist nicht weit. Ich will mich dort mit Mathis treffen und hoffe, dass er sich aus seinem Büro loseisen kann. Er arbeitet viel, doch ich auch, und deshalb haben wir es bisher noch nicht einmal geschafft, zusammenzuziehen. Aber das wird sich nach unserer Hochzeit in fünf Tagen ändern. Zwar hatte ich gehofft, dass wir uns eine schicke große Wohnung kaufen, doch Mathis möchte lieber, dass ich erst einmal zu ihm ziehe und mich an der Miete beteilige, damit er Geld sparen kann, um uns später ein Haus zu kaufen.

Schon von Weitem sehe ich Mathis vor dem Laden stehen. Er telefoniert, gestikuliert aufgeregt mit den Händen, er ist ja immer so beschäftigt. Als er mich entdeckt, beendet er abrupt das Gespräch.

»Da bist du ja endlich, ich warte schon seit Stunden auf dich. Du weißt, wie eng bemessen meine Zeit ist.« Er beugt sich herunter und küsst mich flüchtig auf die Wange. Seine Strafe dafür, dass ich ihn habe warten lassen.

»Es tut mir leid, Mathis, aber unser Termin ist doch erst in fünf Minuten.«

»Dieser Zuckerbäcker wird bestimmt nicht persönlich anwesend sein, dafür hat so einer doch gar keine Zeit«, wettert Mathis weiter und hält mir zumindest die Ladentür auf.

Eine freundliche Dame von schätzungsweise Ende fünfzig begrüßt uns. »Wie darf ich Ihnen helfen?«

Mathis triumphierendes Lächeln soll mir zeigen, dass er mit seiner Vermutung mal wieder recht hat.

»Guten Tag, mein Name ist Lily Duprais, ich komme auf Empfehlung von Paul Lefèvre und wir möchten gerne eine Hochzeitstorte bestellen.«

»Oh, Sie sind mit Paul bekannt?«

»Ja, ich arbeite für ihn. Er hat mir gesagt, dass Monsieur Cassel eine Torte für uns kreieren wird.«

Die Dame nickt freundlich. »Wann findet Ihre Hochzeit denn statt?«

»Am Samstag.«

»Welchen Samstag?«

»Diese Woche Samstag natürlich«, schaltet sich Mathis ein.

»Diese Woche?! Das ist aber sehr kurzfristig. Ich glaube nicht, dass wir Ihnen da weiterhelfen können. Wir sind auf Wochen ausgebucht. Das muss ich erst abklären.«

»Siehst du, ich habe dir doch gesagt, dass dieser Künstler gar nicht persönlich hier ist. Vermutlich hat er Hunderte von Angestellten, deren Arbeit er dann als seine eigene ausgibt.«

»Mathis«, zische ich unfreundlich. »Warum bist du denn so schlecht gelaunt?«

»Hast du dir mal die Preise bei den Ausstellungsstücken angesehen?«

Er nickt in Richtung der Vitrinen, wo mehr als ein Dutzend Torten in allen erdenklichen Variationen ausgestellt sind.

Hinter einem Vorhang kommt ein Kopf zum Vorschein. Da muss jemand unser Gespräch wohl belauscht haben, das arrogante Lächeln sagt alles.

»Guten Tag, mein Name ist Noé Cassel. Paul Lefèvre hat Sie geschickt?«