Vor den Pyramiden - Ali (Alfred) Hensel - E-Book

Vor den Pyramiden E-Book

Ali (Alfred) Hensel

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Beschreibung

Auf mehreren Reisen hat der Autor Ägypten und seine Menschen aus unterschiedlichen Blickwinkeln kennengelernt und erzählt von Erlebnissen die zum Schmunzeln einladen. Dabei lernen die LeserInnen nicht nur die wichtigsten historischen Stätten Ägyptens kennen sondern kommen auch auf unterhaltsame Weise einen Einblick in das über viele Jahrhunderte gewachsene Verhältnis der Ägypter zu "ihren" Touristen.

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Seitenzahl: 52

Veröffentlichungsjahr: 2024

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Ali Hensel 2023

vor den Pyramiden

Auf Reisen in Ägypten

1968 -2023

Impressum

Texte:© Ali Hensel

Umschlag© Ali Hensel

Bilder© Ali Hensel

Verantwortlich für den Inhalt

Ali Hensel

Franklinstr. 16

64285 Darmstadt

[email protected]

Druck:epubli – ein Service der Neopubli GmbH Berlin

Vorwort

„Götter, Gräber und Gelehrte“ von C.W. Ceram sowie „Und die Bibel hat doch Recht“ von Werner Keller sind die beiden Bücher die ich in meiner Jugend über und unter der Bettdecke förmlich verschlang.

Sie faszinierten und inspirierten mich, brachten mich zum Träumen und weckten die Sehnsucht nach dem Orient. Diese Sehnsucht war und ist nachhaltig, denn sie hat mich bis heute nicht verlassen.

Mein Traum die archäologischen Stätten im vorderen Orient und in Ägypten mit eigenen Augen zu sehen, blieb lange unerfüllt.

Fernreisen waren bis in die 70ziger Jahre hinein teuer und für die Masse der Bevölkerung nahezu unerschwinglich.

Meine Wunsch zu Füßen der Pyramiden zu stehen und 40 Jahrhunderte*auf mich herabblicken zu sehen, ging erst im Jahr 1968 in Erfüllung. Mit dem Schiff vom Libanon kommend reiste ich immer den Nil entlang per Bus, Zug und Boot bis hinauf nach Abu Simbel .

In späteren Jahren nutzte ich, wie fast alle Touristen, das Flugzeug um schnell und günstig nach Ägypten zu gelangen. Jede dieser Reisen war auf andere Weise schön, interessant und mitunter auch abenteuerlich.

Ägypten aus meinen Erinnerungen zu streichen kann ich mir nur schwer vorstellen. Dazu ist das Land mit seiner uralten Kultur und seinen beeindruckenden Menschen trotz der zunehmenden politischen und sozialen Konflikte und der überall sichtbaren Umweltprobleme einfach zu faszinierend.

*Soldaten, seid euch bewusst, dass von diesen Pyramiden vierzig Jahrhunderte auf euch herabblicken!

Napoleon I. Bonaparte während seines Ägyptenfeldzuges im Jahr 1798

Inhalt

Vorwort

Bluthochdruck auf dem Nil oder das Rätsel der verschwundenen Pässe

Vom ägyptischen Geschäftssinn

Kullu tamam

Wo Köche gerne helfen wollen

Opa, was ist das?

Als man noch aus dem Nil trinken konnte

Von feuchten Freundschaften

Luxor, Mai 2005 und 45 Grad im Schatten

Bluthochdruck auf dem Nil -oder das Rätsel der verschwundenen Pässe

Es sollte das letzte Mal sein. Kurz vor meinem 79sten Geburtstag wollte ich es noch einmal wagen, den afrikanischen Kontinent zu besuchen.

Für mich als Abschiedsreise gedacht, sollte es für Samuel, meinen 11jährigen Enkel, das erste Reiseabenteuer auf dem afrikanischen Kontinent werden. Ach ja, bevor ich es vergesse, Ägypten mit seinen Kulturschätzen war zum Ziel unserer Reise auserkoren worden.

Um gut vorbereitet in das ägyptische Leben eintauchen zu können, bemühte ich mich vor der Reise meine spärlichen Kenntnisse der arabischen Sprache aufzufrischen. Leider waren die über Wochen andauernden Versuche nur von mäßigem Erfolg gekrönt. Zu meinem Entsetzen stellt sich heraus, dass mein Gehirn mit zunehmendem Alter eine merkwürdige Netzstruktur angenommen hatte. Durch die großen Maschen dieses Netzes schlüpften die frisch gelernten Vokabeln immer wieder geschickt hindurch. Im Netz blieben leider nur wenige, aber immerhin einige der gebräuchlichsten Alltagsfloskeln hängen.

In der ägyptischen Realität angekommen, stellte sich schnell heraus, dass eigentlich nur ein einziger Satz von fundamentaler Bedeutung war. Tagtäglich kam er mehrfach zur Anwendung.„Ana mesh awwes!“, Ich möchte nichts!! oder in der erweiterten Form ganz besonders wirksam „Ana mesh awwes haga!!“, Ich möchte überhaupt nichts!! Dieser Satz ist es, der gegenüber den beständig ihre Waren anpreisenden arabischen Verkaufsgenies den Kenner vom simplen Touristen unterscheidet. Nach einer, auch in der verkürzten Form „Mesh awwes haga“ stets wirksamen Variante, stellen Verkäufer, Andenkenhändler, Taxifahrer und sonstige Anbieter von unerwünschten Dienstleistungen ihre Bemühungen abrupt ein. Um diesen lebenswichtigen und den Geldbeutel schonenden Satz zu erlernen, hätte ich allerdings mein alterndes Gehirn nicht wochenlang quälen müssen. Meine übrigen rudimentären Sprachkenntnisse behielt ich denn auch meist für mich, da es sich in Englisch einfacher kommunizieren lässt und Missverständnisse durch falsche Aussprache zu weniger Peinlichkeiten führen.Solchermaßen sprachlich vorbereitet und ausgerüstet mit Medikamenten für alle erdenklichen Notfälle, machte ich mich mit meinem Enkel auf die Reise in das Land der Pharaonen.Wir landeten in Kairo und Samuel lernte kurz darauf und ohne Vorbereitung den in Kairo alltäglichen Wahnsinn kennen: das schier unvorstellbare Verkehrschaos einer 30 Millionen Stadt. Autos, Kleinlaster, Motorräder, Busse, die hupen, drängeln, auf Zentimeternähe nebeneinander fahren, links, rechts, von der Seite kommend überholen, plötzlich die Straße blockieren und wie ein Wunder ohne erkennbare Regeln langsam, aber ohne Kollisionen vorankommen. Ständig hält man die Luft an, muss aber irgendwann doch atmen und beginnt sich irgendwann zu entspannen, denn es gibt ohnehin kein Entrinnen. Wie gut, dass der nicht funktionierende Sicherheitsgurt erst gar keine falsche Hoffnung auf die etwaige Sicherheit der meist in die Jahre gekommenen Taxis aufkommen lässt.Auf diese Weise erfuhr Samuel bei unseren täglichen Höllenfahrten durch die stets verstopften Straßen Kairos mehr über Ägypten und die geheimnisvollen Mächte des Schicksals, als 100 Fernsehdokumentationen an lehrreichen Dingen vermitteln können.Neben dem täglichen Kampf auf den Straßen und der hautnahen Begegnung mit vielen Ägyptern in der U-Bahn (Frauen fahren in separaten Waggons) spulten wir das standardmäßige Besichtigungsprogramm ab. Pyramiden, Cheops von innen, Sakkara mit Grabkammer, Zitadelle, Ägyptisches Museum, Bazar, Koptisches Viertel und, und, und.Dazu gab es lokale Küche mit nur wenigen Bauchschmerzen. Eine einfache Pension mit berauschendem Blick auf die Pyramiden und einem moskitoreichen Zimmer. Nach fünf anstrengenden Tagen in den staubigen, grau-braunen und mit Plastikabfällen reichlich verzierten Straßenschluchten Kairos floh(g)en wir nach Assuan.