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Wandern gehört zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten der Deutschen, denn »Wandern macht glücklich«, nicht nur weil der Körper bei sportlicher Betätigung Glückshormone ausschüttet, sondern auch weil ein Ausflug ins Grüne ermöglicht, den Leistungsdruck hinter sich zu lassen und den Alltag zu vergessen. Wer jedoch mehr als seine wohlbekannte Runde drehen möchte, sollte ein paar grundlegende Dinge wissen, damit unterwegs nichts schief laufen kann. Von der Tourenplanung, Ausrüstung und Orientierung über Karten- und Schilderlesen bis hin zum Verhalten im Notfall - das Wanderlexikon liefert Antworten auf alle Fragen rund um den Wandersport.
Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:
Seitenzahl: 461
Veröffentlichungsjahr: 2024
Bei allen Stichworten ist sowohl die männliche als auch die weibliche Form der Wanderer und Wanderinnen oder Wander*innen gemeint oder könnte gemeint sein. Der Autor hat sich nicht zuletzt wegen der komplizierten Doppelungen wie eben im Satz »die Wanderer beziehungsweise Wanderinnen« oder entstehende schräge Wortschöpfungen wie »Kartenfreakinnen« meist für das verbindende »wir« oder, falls dies nicht passt, für die männliche Form entschieden. Damit sind alle anderen Formen gleichermaßen mitgemeint.
VonA
bis Z
Sie wandern gerne? Ich auch! Und einige Jahre habe ich mich auch hauptberuflich mit dem Thema Wandern beschäftigt und für ehrenamtliche Wanderexperten wie Wanderführer und Wegewarte Informationen zusammengestellt und Presseanfragen beantwortet. Typische Fragen waren beispielsweise: Was ist beim Kauf von Wanderschuhen zu beachten? Was bedeutet der Maßstab auf Wanderkarten? Welche Tipps gibt es für die Planung einer längeren Wandertour?
Zwar gibt es viele gute Bücher zu einzelnen Aspekten des Wanderns wie Ausrüstung, Orientierung oder GPS, doch eine kompakte Sammlung, die dieses Wanderwissen bündelt, gibt es bisher nicht, auch nicht im Internet. So entstand die Idee, die Antworten auf die häufigsten Fragen in einem Buch zusammenzufassen. Das Ergebnis halten Sie in den Händen.
Es freut mich, dass dieses Buch bereits in der Ausbildung von Wanderführern eingesetzt wird. Und noch mehr würde es mich freuen, wenn Sie darin interessante Anregungen finden, mit denen Sie viele schöne Wanderungen planen und erleben können!
Vorwort
Grußwort des Deutschen Wanderverbandes
A
Alpinismus
Ausrüstung
B
Barfußwandern
Barrierefrei wandern
Beile
Bekleidung
Bergsport
Bergsteigen
Bergwandern
Beschilderung von Wanderwegen
Blasen
C
Camping
D
Daten und Fakten
Definition des Wanderns
Deklination
Deutscher Alpenverein
Deutscher Volkssportverband
Deutscher Wandertag
Deutscher Wanderverband
Deutsches Wanderinstitut
Deutsches Wandersiegel
Deutsche Wanderjugend
Digitale Karten
E
Einnorden
Entfernungsmessung mit der Wanderkarte
Entfernungsmessung in der Natur ohne Wanderkarte
Ernährung
Erste Hilfe
Europäische Fernwanderwege
Europäische Wandervereinigung
F
Familienwandern
Fernwandern/Weitwandern
Feuer machen
Fitness
Fußpflege
G
Gefahren
Gehen
Gehmeditation
Gehzeiten
Geocaching
Geschichte des Wanderns
Geschwindigkeit
Gesundheit
Global Positioning System (GPS)
Grüßen
Gute Gründe fürs Wandern
H
Höhenangst
Höhenkrankheit
Höhenmesser
Hunde als Wanderbegleiter
Hunde als Störfaktoren für Wanderer
J
Jakobswege
K
Kartendatum
Kartenkunde
Kartenlesen
Kindgerechte Wanderungen
Klettersteiggehen
Kniebundhose
Kompass
Koordinatensysteme
L
Luftdruck
M
Markierung von Wanderwegen
Maßstab
Meridiankonvergenz
Messer
Missweisung oder Deklination
N
Nadelabweichung
Nachhaltiges Reisen
Nationalparke
NaturFreunde Deutschlands
Natur- und Umweltschutz
Nordic Walking
Notfall
O
Orientierung
Orientierung ohne Karte und Kompass
P
Pilgern
Pilgerwege
Planung und Vorbereitung einer Wanderung
Planzeiger
Prädikatswege
Q
Qualitätsgastgeber Wanderbares Deutschland
Qualitätsregion Wanderbares Deutschland
Qualitätsweg Wanderbares Deutschland
R
Rast
Recht für Wanderer
Rucksack
Rucksackapotheke
S
Schlusseinkehr
Schneeschuhwandern
Schrittlänge
Schrittzähler
Schuhe
Schuhpflege
Schwindelfreiheit
Socken
Spazierengehen
Stöcke
T
Tourenportale – Wanderrouten im Internet
Trekking
Trinken
Trittsicherheit
U
Unterkunft
V
Verband Deutscher Gebirgs- und Wandervereine e. V.
W
Wanderabzeichen, Stempel und Stocknägel
Wanderakademien
Wanderbares Deutschland
Wanderertypologie
Wanderführer
Wanderheime und -hütten
Wanderkarten
Wanderlieder
Wandervereine
Wandervogel
Wanderwege
Wegeausweisung
Wegeleitsystem
Wegewarte
Wetter
Winterwandern
Z
Zecken
Zehn Grundsätze für den Outdoor-Sportin Schutzgebieten
Danksagung
Adressen
Literaturempfehlungen
Impressum/Bildnachweis
Wandergruppe in den Dolomiten.
Wandern ist die beliebteste Outdoor-Aktivität der Deutschen. Ob in der Freizeit oder im Urlaub, Millionen Deutsche und andere Europäer begeistert das Gehen in der Landschaft in zunehmendem Maße. Es bietet Herausforderung, Naturerlebnis, Sportaspekte, Entspannung und Erholung und ist dazu noch gesund für Körper, Geist und Seele. Dies wollen die Menschen zunehmend auch vor der eigenen Haustür, um ihre Lebensqualität zu erhöhen. Auch bei einem Urlaub in Deutschland wird mittlerweile in allen Regionen gewandert. Wir können mit Recht sagen: Ein Wanderbares Deutschland!
Rund 300.000 km markierte Wanderwege, vielfach ehrenamtlich betreut, bieten hierzulande eine enorme Auswahl und genügend Anlässe für kleine und große Abenteuer. Wie vielseitig das Wandern ist, von der Schulwanderung über Gesundheitswandern, Stadt- oder Kulturwanderungen bis zum Barfußwandern überrascht viele Neueinsteiger.
Einen sehr breiten Einblick in die vielen Themen rund ums Wandern bietet dieses Wander-Lexikon. Einsteiger können hier grundlegende Informationen, Tipps und Orientierung finden. Für gestandene Wanderprofis dient das Wander-Lexikon als fundiertes Nachlagewerk. Es zeigt, wie vielfältig und zugleich komplex Wandern sein kann. Solch fundiertes Wanderwissen wird auch in der Ausbildung zur zertifizierten DWV-Wanderführer*in® vermittelt, die von den DWV-Mitgliedsvereinen und Wanderakademien angeboten werden. Gleichzeitig werden in dem Werk auch viele Qualitätsaspekte des Wanderns angesprochen. Die Basis für hohe Qualität, wie bei den rund 15.000 km zertifizierten Qualitätswegen Wanderbares Deutschland, ist das Wissen über das Wandern und die Wünsche der Wanderer.
Das Wander-Lexikon trägt dazu bei, dieses Wissen aufzubauen und breiter zu streuen. Allein schon deshalb ist es ein lohnendes Werk, das einen Platz in der heimischen Wanderliteratursammlung verdient hat.
Ute Dicks, Erik Neumeyer
Geschäftsführung Deutscher Wanderverband
A wie Alpinismus
Ausrüstung
Am Ziel ...
Alpinisten auf der Zugspitze.
Der Begriff Alpinismus umfasst viele Formen von Outdoor-Aktivitäten in den Bergen, wie das → Bergwandern, → Bergsteigen, → Klettersteiggehen und Klettern. Diese Freizeitaktivitäten sind in der faszinierenden Landschaft der Alpen entstanden und wurden dann in der ganzen Welt verbreitet. Auch Skibergsteigen, Bouldern, Sportklettern und Mountainbiking sind Formen des Alpinismus. In der Regel werden Alpinismus und → Bergsport gleichbedeutend verwendet. Im weiteren Sinne werden auch die wissenschaftliche, kulturgeschichtliche oder künstlerische Beschäftigung mit der Bergwelt zum Alpinismus gezählt. Im 19. Jahrhundert eroberten Bergsteiger und Forscher die Alpen. Sie maßen Berghöhen, erkundeten Routen zu den Gipfeln, zeichneten Karten – auch diese Bestandsaufnahme ist Teil des Alpinismus. Ebenso wie heutzutage die wirtschaftliche Entwicklung des Alpenraums und der Schutz der Bergwelt dazugehören.
Die Übergänge zwischen Wandern und Bergwandern sind fließend. Während es beim Wandern im europäischen Flachland und in den Mittelgebirgen keine spezifischen → Gefahren gibt, kann es im Gebirge beispielsweise durch schnelle Wetterumschwünge, Lawinen und steile Pfade zu lebensbedrohlichen Situationen kommen. Beim Wandern in den Bergen handelt es sich daher um eine anspruchsvolle Freizeitaktivität, die genaue → Planung, Sicherheitsvorkehrungen und Erfahrung bedarf. Daher sind für erste Bergtouren unbedingt geführte Wanderungen zu empfehlen.
Klassischerweise zeigt sich in Deutschland die Unterscheidung zwischen Mittelgebirgswandern und Bergwandern auch bei den tragenden Wandervereinen. Der → Deutsche Wanderverband betreut die → Wanderwege und → Wanderheime in Norddeutschland und im Mittelgebirge, der → Deutsche Alpenverein jene in den Alpen. Auch in der Ausbildung der → Wanderführer zeigt sich diese Differenzierung. Bergführer und die Trainer für die alpinistischen Disziplinen müssen vertiefte Kenntnisse beispielsweise in Orientierung, Erste- Hilfe, Gehtechniken, Sicherungen, Wetterprognosen oder Lawinenkunde besitzen.
Zum Alpinismus siehe auch → Gehen, → Höhenmesser, → Schwindelfreiheit, → Trittsicherheit.
Wir könnten es uns ganz einfach machen: Wir tragen funktionelle, der Jahreszeit angepasste Alltagskleidung, ziehen ein paar feste, bequeme Schuhe an und werfen uns den alten Rucksack über. Darin haben wir etwas zu trinken und vielleicht auch zu essen. Wir nehmen eventuell noch eine zusätzliche Jacke für den Wetterumschwung mit – und schon geht es los. Für Wanderungen, bei denen wir nur einen halben oder einen Tag in deutschen Mittelgebirgen oder anderen gut erschlossenen Wanderregionen unterwegs sind, brauchen wir tatsächlich keine aufwendige Ausrüstung. Nur ein Paar gute → Wanderschuhe, die sollten wir unseren Füßen gönnen. Und wer es kompakt und schnell haben will, schaut in die folgenden 10 Tipps für Wanderer.
▪Vorbereitung: Route planen (Weglänge, Schwierigkeitsgrad, An- und Abreise am besten mit Bus oder Bahn), Infos aus Wanderführern und Karten zusammenstellen, Tipps von zuständigen Wandervereinen oder touristischen Organisationen besorgen.
▪Wanderkarte: Wandererfreundlichen Maßstab wählen: 1:25.000–1:50.000.
▪Rucksack: Für eine Tagestour reichen 20–30 Liter Fassungsvermögen.
▪Wanderschuhe: Nur aus dem Fachgeschäft. Vor der ersten großen Tour unbedingt einen Testlauf machen. Am besten auch spezielle Wandersocken tragen.
▪Trinken: Ganz wichtig: Genügend zu trinken mitnehmen, am besten Fruchtsaft mit Mineralwasser, beziehungsweise unterwegs einkehren (mindestens zwei Liter pro Tagestour), während der Tour keinen Alkohol.
▪Essen: Kleine Brotzeit für unterwegs einpacken: Obst, Studentenfutter, belegtes Brot. Sich abends mit einem leckeren, gesunden Essen belohnen.
▪Wetter: Wetterbericht verfolgen, wetterfeste Kleidung einpacken (Regenjacke, Kopfbedeckung etc.), gegebenenfalls an Sonnenschutz denken.
▪Unwegsames Gelände: Wander- beziehungsweise Teleskopstöcke entlasten die Gelenke.
▪Für sportliche Wanderer: Wandern ist »Wohlfühlsport«: Es darf ruhig anstrengen, aber nicht überanstrengen. Man darf also durchaus beim Gehen ins Schwitzen kommen, sollte sich aber immer noch locker unterhalten können.
▪Notfall: Blasenpflaster und wichtige Medikamente einpacken (optimal ist eine Mini-Apotheke speziell für Wanderer), Mobiltelefon mitnehmen.
Aber spätestens wenn wir im unwegsamen Gelände, in den Bergen, auf einer Mehrtagestour (→ Trekking) und bei schwierigen Wetterverhältnissen unterwegs sind, ist die richtige Ausrüstung nicht mehr Luxus, sondern sie kann entscheidend sein für das Gelingen oder Nichtgelingen einer Tour. Sie kann in manchen Situationen sogar überlebenswichtig werden.
Also gibt es keine einfache Antwort auf die Frage: Welche Ausrüstung brauchen wir fürs Wandern? Wir müssen je nach Wetter, Gelände, Dauer der Wanderung und eigener Kondition individuell zusammenstellen, was unbedingt mit muss. Die wesentlichen Informationen zum Thema Ausrüstung finden wir unter den Stichworten → Ernährung, → Bekleidung, → Kniebundhose, → Kompass, → Planung und Vorbereitung einer Wanderung, → Rucksack, → Rucksackapotheke, → Schuhe und → Trinken.
B wie Barfußwandern
Barrierefrei wandern
Beile
Bekleidung
Bergsport
Bergsteigen
Bergwandern
Beschilderung von Wanderwegen
Blasen
Barfuß auf Moos ...
Barfußwandern ist meist ein Bestandteil umwelt- oder erlebnispädagogischer Angebote. Die Schuhe ausziehen, barfuß über Gras, Steine, Äste und durch Matsch laufen, soll zu einem bewussten Wahrnehmen der Natur führen. Inzwischen gibt es viele »Barfußpfade« in Deutschland, die einen Besuch wert sind. Viele Orthopäden empfehlen das Barfußgehen, um den Füßen etwas Gutes zu tun. Insbesondere am Strand, auf weichem Boden, genießen es Fußgänger, ohne Schuhe zu laufen. Weitere Infos: www.barfuss-trend.de. Es gibt allerdings nur wenige Menschen, die freiwillig viele Kilometer auf unbequemen Untergrund barfuß zurücklegen (siehe dazu auch das Kapitel → Blasen). Daher ist für die meisten Wanderer das Barfußwandern nur auf kurzen Strecken eine interessante Variante des Gehens.
Es ist keine Selbstverständlichkeit, einfach loszuwandern und jeden Weg gehen zu können. Denn nicht jeder Mensch kann sich ungehindert fortbewegen, alle Orte mit dem eigenen Auto erreichen, kann steile Aufstiege ohne Hilfe bewältigen, jeden Infotext problemlos lesen. Damit das Unterwegssein nicht mit unüberwindbaren Hindernissen verbunden ist, wurde von sieben Behindertenverbänden die »Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle« (NatKo) gegründet.
Sie bündelt Informationen zum Thema barrierefreier Urlaub und macht sich stark dafür, dass Reisen für alle Menschen möglich sind. Denn nicht nur gehbehinderte Menschen, Menschen im Rollstuhl, Sehbehinderte und Blinde, Schwerhörige und Gehörlose oder Menschen mit geistiger Behinderung treffen beim Reisen immer wieder auf Barrieren. Es sind auch ältere Menschen, Familien mit Kinderwagen und Menschen, die vorübergehend in ihrer Mobilität eingeschränkt sind und die auf unüberwindbare Stufen und Treppen, zu enge Durchgänge, fehlende akustische Signale oder auch fehlendes Verständnis stoßen. Insofern ist Barrierefreiheit, so die NatKo, für 10 Prozent der Bevölkerung zwingend erforderlich, für über 30 Prozent hilfreich und für 100 Prozent komfortabel.
Auf der Internetseite www.natko.de gibt es eine Vielzahl an Tipps, Adressen und Literaturempfehlungen für Reisende mit Behinderung.
Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle e.V. NatKo
Fleher Str. 317 a
40223 Düsseldorf
Telefon: 0211/33 68 001
E-Mail: [email protected]
Internet: www.natko.de
Allgemeine Infos zum Reisen ohne Barrieren gibt auch der BSK auf seiner Internetseite:
Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) e.V.
Altkrautheimer Straße 20, 74238 Krautheim
Tel.: (0 62 94) 42 81 0
E-Mail: [email protected]
Internet: www.reisen-ohne-barrieren.eu
Immer mehr touristische Anbieter schaffen barrierefreie Urlaubsangebote. Die Landesmarketingorganisationen der Bundesländer Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Saarland, Sachsen und Thüringen geben spezielle Broschüren für barrierefreien Urlaub heraus oder zeigen die Angebote im Internet. Mehrere Städte und Tourismusregionen haben sich zur »AG Barrierefreie Reiseziele in Deutschland« zusammengeschlossen und präsentieren ihre Angebote unter www.barrierefreie-reiseziele.de.
Das Kennzeichnungssystem »Reisen für Alle« bietet Urlaubern auf der Suche nach barrierefreien Reisezielen und Unterkünften verlässliche Informationen (www.reisen-fuer-alle.de). Ob körperlich oder geistig beeinträchtigte Menschen, ob Senioren oder Familien mit Kinderwagen – bei den vorgestellten Anbietern genießen Sie ohne Einschränkungen einen unbeschwerten Urlaub. »Reisen für Alle« ist ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Vorhaben des Deutschen Seminars für Tourismus (DSFT) Berlin e. V. Seit März 2020 setzen alle Bundesländer und eine Hotelkooperation das Kennzeichnungssystem ein. Mehr als 3000 Betriebe und Angebote wurden bereits mit dem umfangreichen Kriterienkatalog geprüft (Stand: Sommer 2020).
Beim → Campen sind neben dem → Messer auch ein Multifunktionswerkzeug und ein Beil sehr hilfreich. Was wir mit einem Arbeitsmesser nicht schaffen, kann dann mit einem Beil erledigt werden: dickeres Holz in kleinere Teile zerlegen, Anmach-Holz spalten (→ Feuer) oder Äste, Stangen bearbeiten, um eine Regenplane aufzuspannen oder einen Unterschlupf beziehungsweise Shelter zu bauen. Eine langstielige Axt, die mit beiden Händen geführt wird, ist perfekt um Brennholz zu machen. Ein Beil hingegen hat einen kurzen Stiel, einen kleineren und leichteren Kopf und kann mit einer Hand geführt werden. Daher ist beim Kauf auch darauf zu achten, dass der Stiel gut in der Hand liegt. Das kurzstielige Beil ist einerseits auf Tour praktisch, andererseits auch gefährlich. Wir holen mit unserem Schlagarm weit aus, um die richtige Energie fürs Holzspalten zu erzeugen. Daher ist die Führung nicht so sicher wie beim Arbeiten mit zwei Händen. Bei einem langen Axtstiel trifft ein verpasster Schlag eher weiter weg vom Körper auf. Bei einem kurzen Stiel landet er in der Nähe des eigenen Körpers – Oberschenkel und Knie sind dabei extrem gefährdet. So kann ein Fehlschlag schnell zu bösen Verletzungen führen. Es ist sicherer, mit einem kurzstieligen Beil im Knien zu arbeiten und Brennholz auf einem ganz niedrigen Klotz zu spalten. Für ein Outdoor-Beil gehört unbedingt ein Schutz der Schneide zur Ausrüstung. Einerseits um die Klinge, andererseits um uns selbst vor Verletzungen zu schützen.
Ein Beil für Trekkingtouren ist nur funktionell, wenn es auch leicht zu tragen und problemlos am Rucksack befestigt werden kann oder gar in den Rucksack passt. Sind wir mit dem Camper oder dem Kanu unterwegs, ist das Gewicht des Beils nicht ausschlaggebend bei der Wahl des passenden Modells. Am besten, man lässt sich im Fachhandel beraten. Die Profis helfen bei der Entscheidung, welches Beil für welche Zwecke am besten geeignet ist und informieren, welche Qualität der Stahl hat und ob er seine Schärfe behält.
Es gibt spezielle Campingbeile, die als Multifunktionswerkzeug mit einem flachen Kopf zum Hämmern und Nageln verwendet werden können und weitere Tools wie Nagelheber und Flaschenöffner beinhalten.
Der Markt bietet eine große Auswahl an Outdoor-Beilen. Wie bei Messern, ist auch hier die Preisspanne sehr weit. Einfache brauchbare Pfadfinder-Beile kosten keine 30 Euro, hochwertige Beile können leicht das Drei- bis Fünffache kosten. Joe Vogel und Oliver Lang geben in ihrem sehr empfehlenswerten Buch: Äxte. Das Handbuch, Auswahl, Handhabung, Pflege, erschienen im Pietsch Verlag, unter anderem folgende Tipps zum Kauf:
Ein gutes, funktionelles Outdoorbeil.
▪ Es empfiehlt sich, in einem Fachgeschäft verschiedene Äxte zu begutachten. Die Axt muss sich beim ersten Anheben »richtig« anfühlen, d. h. die Arme und Hände sollten zu Stiellänge und -durchmesser sowie Knauf passen.
▪ Das Gesamtgewicht sollte nicht zu hoch für den zukünftigen Besitzer, aber auch nicht zu niedrig für die gewünschte Arbeit sein.
▪ Achten Sie darauf, dass der Stiel stramm im Auge sitzt, ohne zu wackeln und ohne größere Lücken zwischen Holz und Metall.
▪ Fragen Sie, ob das Beil auch für Anfänger gut geeignet ist oder nur für geschickte, erfahrene oder kräftige Nutzer gedacht ist.
▪ Ist die Axt sehr pflegebedürftig oder ist sie eher robust und toleriert auch kleinere Pflegevergehen?
▪ Stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis?
Ist dann das richtige Beil gefunden, kann man damit ein Werkzeug erwerben, das einem über sehr viele Jahre, vielleicht sogar ein Leben lang gute Dienste bei vielen Outdoor-Aktivitäten leistet.
Was ist die richtige Wanderausrüstung, wenn wir gerne am Wochenende für ein paar Stunden im Mittelgebirge unterwegs sind? Das ist schnell beantwortet: Wir kaufen uns ein Paar gute Walking- oder → Wanderschuhe und machen uns ansonsten keine großen Gedanken über »die richtige« Wanderbekleidung. Wir greifen einfach in den Kleiderschrank, wählen Sachen, die bequem und angenehm zu tragen sind, und laufen ohne Bedenken los. Schließlich sind sogar die Alpengipfel zu Großvaters Zeiten in Wolle und Anorak erobert worden. Und auch heute noch kommen »Outdoor-Profis« wie Förster, Landwirte oder Pfadfinder ohne viel Schnickschnack aus und tragen Schiesser-Feinripp, Baumwollhemden, Wollpullover und Nylon-Regenjacken. Dass auch lange Wanderungen in Jeans und Nylonjacke möglich sind, zeigen Manuel Andrack und Hape Kerkeling. Es ist nicht notwendig, Hunderte Euro für moderne Funktionswanderbekleidung mit einem exklusiven Logo auszugeben, nur weil wir einige Stunden unterwegs sind. Allerdings schadet es auch nichts, wenn wir mittels Wolfstatze oder drei Streifen zeigen wollen, dass wir keine Couch-Potatoes sind. Schließlich ist Bekleidung immer auch ein Teil unserer Botschaften an unsere Mitmenschen (→ Wanderertypologie).
Aber spätestens wenn wir eine Mehrtageswanderung planen, sollten wir auf jedes Wetter vorbereitet sein. Wir werden unsere ganze Ausrüstung auf dem Rücken tragen und müssen Gewicht sparen. Hier macht moderne Funktionsbekleidung uns das Leben leichter. Sie wird entworfen, produziert und weiterentwickelt, um möglichst viele der von uns gewünschten Eigenschaften in sich zu vereinen.
Früher hatten wir es einfacher bei der Wahl der Wanderbekleidung: Unterwäsche, Hemd, Hose und Jacke waren aus Baumwolle, Socken, Rock und Pullover aus Wolle. Jacken und Mäntel wurden gefilzt oder imprägniert und schützten so vor Regen. Heute können wir aus mehr als 400 Funktionstextilien wählen und stehen mitunter ratlos vor Active-Comfort-Fabrics, Fleece 300, Coolmax, G1000, Gore-Tex, Micro-Polytex oder Z-Liner. Da heißt es, sich entweder zu verweigern und bei den alten Materialien bleiben oder sich im Fachgeschäft gut beraten zu lassen und vorher in diesem Kapitel schon mal die wichtigsten Infos zu lesen.
Wenn wir uns fragen, was gute Wanderbekleidung ausmacht, kommen eine Menge Anforderungen zusammen. Sie soll verhindern, dass wir uns an Steinen, Dornen oder was sonst noch im Weg ist, die Haut aufschürfen, uns vor Kälte, Sonne, Regen und Wind schützen, strapazierfähig, pflegeleicht, bequem und leichtgewichtig sein, ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten, unserem Geschmack und unserem Lebensstil entsprechen.
Das alles in einem einzigen Material zu vereinen, wäre allerdings die Quadratur des Kreises. Wir müssen immer wieder abwägen, welche Eigenschaften uns am wichtigsten sind. Die entscheidenden Fragen sind: Wie lange bin ich in welchem Gelände unterwegs? Mit welchem Wetter muss ich rechnen? Was kann und will ich ausgeben? Wenn wir uns diese Fragen beantworten, können wir die für uns optimale Bekleidung für die jeweilige Wanderung zusammenstellen. Wir sollten aber nicht auf den Gedanken kommen, nach der perfekten Lösung zu suchen. Denn die gibt es nicht.
Eine dünne Luftschicht, die unseren Körper umhüllt, ist ein optimaler Wärmeschutz. Denn die vom Körper abgegebene Wärme wird in dieser Lufthülle nur langsam nach außen geleitet. Dieses Prinzip wird perfekt in der wärmenden Daunenschicht des Vogelgefieders umgesetzt. Wenn wir in der Kälte stehen und einen Wollpullover tragen, hat sich durch die abgegebene Körperwärme in der flauschigen Wolle ein warmes Luftpolster gebildet. Aber schon ein kleiner Windstoß pustet es weg – und wir fangen an zu frösteln. Je kräftiger der Wind, desto stärker die Abkühlung. Dieser Effekt wird durch den »Windchill-Faktor« beschrieben (englisch: wind chill, deutsch: »Windkühle«).
Wanderkleidung funktioniert immer noch nach dem »Prinzip Zwiebelschale«.
Der drückt aus, welcher Unterschied zwischen der gemessenen, also objektiven Lufttemperatur, und der vom Menschen gefühlten Temperatur besteht. Stehen wir bei einer Außentemperatur von 10 Grad Celsius bei Windstille draußen, so beträgt auch die gefühlte Temperatur 10 Grad. Bei einer Windstärke von 30 Kilometern pro Stunde liegt die gefühlte Temperatur bei 1 Grad und bei 50 Stundenkilometern schon bei minus 2 Grad. Auch wenn die Außentemperatur gar nicht so niedrig ist, kühlen wir ungeschützt bei starkem Wind schnell ab. Wanderbekleidung hat daher die wichtige Aufgabe, eine isolierende Schicht aufzubauen und zu erhalten.
Auch wenn sich die Materialien für die Wanderbekleidung ändern, der gute alte »Zwiebellook« bleibt bestehen: Wir kleiden uns beim Wandern in mehreren Schichten und können diese an- und ausziehen, wie es uns gerade passt. Damit schaffen wir die gewünschten isolierenden Luftschichten um den Körper. Außerdem sparen wir so Gewicht im Rucksack, da wir nicht für jedes Wetter extra Bekleidung einpacken müssen, sondern passend kombinieren können. Auch bei Minustemperaturen tragen wir nicht unseren dicksten Pullover, sondern einen leichten, darüber eine winddichte Jacke. Wird uns zu warm, können wir die Jacke öffnen oder ausziehen. Bei der Rast ziehen wir sie wieder über.
Der Mensch ist ein biologisches Wunderwerk – er lebt in heißen Wüsten und im ewigen Eis. Unabhängig von den äußeren Temperaturen wird der menschliche Körper auf rund 37 Grad Betriebstemperatur gehalten. Damit wir nicht auskühlen, schützen wir uns mit Kleidung und damit wir nicht »durchglühen«, schwitzen wir. Über zwei Millionen Schweißdrüsen sorgen dafür, dass wir bei hohen Temperaturen Feuchtigkeit abgeben. Wenn wir entspannt vor dem Fernseher sitzen, sind das nur wenige Milliliter pro Stunde. Bei einem ruhigen Spaziergang kann es ein halber Liter sein, bei einer anstrengenden Wanderung ein Liter oder mehr. Wenn diese Flüssigkeit aus der warmen Haut in eine kühlere, trockene Umgebung kommt, verdunstet sie: Aus dem Schweißtropfen wird eine kleine »Wasserwolke«. Für diese Umwandlung benötigt die Flüssigkeit Energie, die sie der Haut, auf der sie ruht, entzieht. Unser Körper verliert damit Wärmeenergie und kühlt ab. Dafür müssen wir ständig Flüssigkeit nachtanken. Dieses geniale Prinzip der Wasserkühlung, das wir mit Antitranspirantien bekämpfen, ist entscheidend für die Wahl der richtigen Wanderbekleidung.
Im Normalfall – wenn unser Stoffwechsel gut funktioniert – ist Schweiß fast geruchlos. Unsere Körperflüssigkeit, die zu 99 Prozent aus Wasser besteht (sowie aus Kochsalz, Fettsäuren, Harnstoff und anderen Verbindungen), fängt erst an zu riechen, wenn sich Bakterien und Hefepilze darüber hermachen. Die Kleinstorganismen nutzen den Schweiß als Futter und lassen Abfallstoffe wie Ammoniak und Fettsäuren entstehen, die uns dann »müffeln« lassen können. Dagegen helfen tägliche Körperpflege, tägliches Wechseln der Kleidung und außerdem Schuhe, die den Schweiß nicht aufnehmen. Weil wir beim Wandern keinen Koffer für die tägliche Wechselwäsche mitschleppen können, leistet auch hier Funktionswäsche gute Dienste. Sie trocknet sehr schnell und kann, anders als Baumwolle oder Wolle, täglich ausgewaschen werden und ist in der Regel am nächsten Morgen wieder trocken. In der Anfangszeit der synthetischen Textilien waren Nylonhemden der Albtraum für empfindliche Nasen. Und auch heute nehmen manche Kunstfasern Geruch an, riechen schnell streng und sind nicht so angenehm zu tragen wie Naturfasern. Um dieses Problem zu minimieren, gibt es Funktionstextilien mit Merinowolle oder Seide sowie mit antimikrobieller Wirkung. Dies kann unter anderem erreicht werden durch eingewirkte Silberfäden, Silber-Nanopartikel oder durch chemische Stoffe. Diese Varianten sind wirksam, aber nicht unumstritten. Silberionen können Bakterien lahmlegen, aber ihre Wirkung auf den Menschen und die Resistenzbildung bei Bakterien ist noch wenig erforscht. Chemische Stoffe können mitunter zu Hautreizungen führen. Also ist und bleibt waschen der beste Schutz gegen Geruch, der einsam macht.
Das Zwiebelschalen-Prinzip lässt sich mit den modernen Funktionstextilien optimieren. Zugeschnitten auf unsere mitteleuropäischen Klimabedingungen sollte unsere Wanderbekleidung aus drei Lagen bestehen:
▪ Am Körper tragen wir enganliegende Unterwäsche, die den Schweiß nicht aufsaugt, sondern vom Körper wegtransportiert.
▪ Darüber kommt eine Schicht, die isoliert und gleichzeitig die Feuchtigkeit weiterleitet.
▪ Außen folgt eine Schicht, die diese Feuchtigkeit ganz nach außen führt und gleichzeitig Regen, Wind und Kälte abhält. Das alles funktioniert nur, wenn die Materialien aufeinander abgestimmt sind.
Sind wir beim Wandern ins Schwitzen gekommen, spüren wir bei einer Rast, wie sich unsere Haut unter dem nassen T-Shirt abkühlt, da der Schweiß verdunstet. Ist es draußen warm, ist das angenehm. Ist es allerdings draußen frisch, würde unser Körper bald auskühlen. Nun kommen die Funktionstextilien ins Spiel. Sie sind als erste Schicht besser geeignet als Baumwolle. Die hat neben vielen guten Eigenschaften die unangenehme, sich vollzusaugen. Immerhin bis zu 65 Prozent ihres Eigengewichtes kann eine Baumwollfaser an Flüssigkeit aufnehmen. Und wenn diese Flüssigkeit am Körper verdampft, kühlen wir aus. Kunstfasern für Outdoor-Bekleidung hingegen nehmen kaum Flüssigkeit auf: Polypropylen etwa 0,05 Prozent des Eigengewichts, Polyester 2 bis 4 Prozent, Polyamid 6 bis 8 Prozent.
Hochwertige Funktionsunterwäsche ist so raffiniert mit Hochtechnologiefasern konstruiert, dass sie die Feuchtigkeit »aktiv« nach außen leitet, zum Beispiel durch eine innere wasserabweisende und eine äußere wasseranziehende Lage. Oder sie arbeitet durch langgestreckte enge Fasern, in denen der Schweiß aufsteigt – wie beim natürlichen Wassertransport im »Kapillarsystem« der Pflanzen. Und wenn sie dann noch wenige Nähte hat, die drücken können, freut sich die Haut. Die zweite Schicht soll auf die Materialien der ersten abgestimmt sein. Bewährt haben sich Mischgewebe, spezielle Kunstfasern oder Fleece-Stoffe, die wärmen und gleichzeitig »Wasser leiten«. Auch die dritte Schicht muss den Schweiß durchlassen. Sonst haben wir das Prinzip der hermetisch abgeriegelten Öljacke, die auf einen Nordsee-Fischkutter passt, aber nicht auf eine lange Wanderung. Diese Schicht transportiert also die Feuchtigkeit ab und schützt unseren Körper gleichzeitig vor der Außenwelt. Hier haben Funktionsmembranen, wie das in den 70er Jahren auf den Markt gebrachte Gore-Tex, die Outdoor-Bekleidung einen riesigen Schritt nach vorne gebracht. Die Poren in diesen Stoffen lassen den Wasserdampf nach außen entweichen, sind aber zigtausendfach kleiner als ein Regentropfen – Schweiß kann raus, Regen nicht rein. Diese Eigenschaft wird »atmungsaktiv« genannt. Andere Membranen, wie Sympatex, sind anders aufgebaut, sie funktionieren ohne Poren und spezielle Beschichtungen.
Alle Funktionstextilien funktionieren optimal, wenn es ein Kapillargefälle zwischen innen und außen gibt: Am Körper ist es warm und wasserdampfgesättigt (eine schöne physikalische Beschreibung für schweißnass). Außen ist die Luft kühler und weniger mit Wasserdampf beladen. Und da alles in der Natur nach Ausgleich strebt, wandert der warme Wasserdampf dorthin, wo es kühler und trockener ist. Das funktioniert nicht mehr richtig, wenn die Außentemperatur höher ist als die Temperatur in unserem Körper. Dann sind auch die »leistungsstärksten« Membranen überfordert und schaffen es nicht mehr, literweise Schweiß nach außen zu transportieren. Problematisch ist auch, wenn die Luft, wie in den Tropen, mit Wasserdampf gesättigt ist. Von Funktionsmembranen können wir also keine Wunder erwarten.
In Australien und Neuseeland ist es längst traurige Realität: Immer mehr Menschen sterben dort an Hautkrebs. Schuld daran ist die menschengemachte Zerstörung der Ozonschicht. Die wird auch in unseren Breiten immer dünner. Ohne diesen schützenden Mantel um unsere Erde strahlt zunehmend das UV-Licht der Sonne auf uns herab. Das macht unsere Haut auf Dauer krank. Der beste Schutz ist, die pralle Sonne zu meiden, Bekleidung zu tragen, die möglichst wenig UV-Licht an die Haut lässt, und Sonnenschutzcremes mit hohem Lichtschutzfaktor zu verwenden. In Australien ist es längst üblich, dass Kinder beim Baden Ganzkörperanzüge tragen. Und wenn ein Kind in Neuseeland in der Schule die Kopfbedeckung vergessen hat, muss es im Schulgebäude bleiben und darf nicht draußen spielen.
Dunkles Gewebe schützt besser als helles, dichtes mehr als dünnes, trockenes besser als nasses. Hilfreich sind moderne Textilien mit besonderem UV-Schutz. Was der Lichtschutzfaktor für die Cremes ist, ist der Ultraviolet Protection Factor (UPF) für Textilien. Er gibt an, wie viel Mal länger wir uns in der Sonne aufhalten können, im Vergleich zu der Zeit ohne Sonnenschutz. Es gibt verschiedene Standards, nach denen der UPF ermittelt werden kann. Bei uns ist der UV-Standard 801 verbreitet. Dünne weiße T-Shirts können einen UPF-Faktor 5 haben, dichte dunkle Baumwollbekleidung den Faktor 20. Dabei werden schon fast 98 Prozent der UV-Strahlung absorbiert. Sehr gute Funktionstextilien erreichen UPF-Werte von 50 oder gar 80.
Z-Liner: Die Funktionsmembran in der Oberbekleidung liegt ohne Verbindung zwischen Futter und Außenstoff; meist sehr weiches, leichtes Material, wenig strapazierfähig.
2-Lagen-Laminat: Hier besteht die Kleidung aus zwei Lagen: zum einen aus dem losen Futter, zum anderen aus der Einheit von Funktionsmembran und Oberstoff (die Membran ist auf den Oberstoff »laminiert«); leichtere Bekleidung, mittlere Strapazierfähigkeit.
3-Lagen-Laminat: Futter, Membran und Oberstoff bilden eine Einheit; etwas steif, aber sehr stabil. Optimal für Wanderjacken, wenn wir mit Rucksack bei kühlen oder kalten Temperaturen unterwegs sind.
Fleece: Webpelz, meist aus Polyesterfasern, isoliert gut, ohne Feuchtigkeit aufzunehmen, ist leicht und trocknet schnell, optimal für die Mitte des »Zwiebellooks«; große Preis- und Qualitätsunterschiede, bietet keinen Schutz vor Wind und Regen.
Softshell: Oberbekleidung, besteht aus zwei oder drei Lagen, wärmt, ist leicht und atmungsaktiv, leitet Feuchtigkeit ab und schützt gleichzeitig vor Wind und Feuchtigkeit von außen; »Alleskönner«, der aber nicht regendicht ist.
Wassersäule: Gibt an, welche Menge Wasser (gemessen in Millilitern) auf einem Stoff lasten kann, bevor er durchweicht. Zwischen 400 und 1300 ml Wassersäule ist der Stoff wasserabweisend, ab 1300 wasserdicht. Auch wenn das Material diesen oder einen weit höheren Wert aufweist, kann trotzdem schon bei leichten Schauern beim drückenden Rucksackgurt oder an den Nähten Wasser eindringen. Hier kommt es auf die Verarbeitung des ganzen Produktes an – und die hat ihren Preis.
Es gibt durchaus schlechtes Wanderwetter: Unwetter mit Hagel und Schneegestöber, Nebel oder Gewitter können uns, wenn wir uns und andere nicht gefährden wollen, zur Umkehr zwingen. Bei normalen Wetterbedingungen machen wir es uns aber durch passende Bekleidung so angenehm wie möglich (→ Wetter).
Kleidung bei Hitze: Trotz der Wärme möglichst viel Haut mit Stoff bedecken, UV-Schutzgewebe nutzen, locker sitzende Hemden und Hosen aus Baumwolle, Seide oder Kunstfasern, Kopfbedeckung tragen, »Zipp-Hosen« zum Beine belüften, leichte Jacke (»Softshell«) für kühle oder feuchte Passagen mitnehmen.
Kleidung bei Nässe: Drei-Schichten-Funktionsbekleidung, Regenjacke mit Funktionsmembran und Kapuze tragen, funktionelle Regenoberbekleidung hat beispielsweise Belüftungssysteme unter den Achseln und variable Bündchen. Wer die Hände frei hat, schützt sich zusätzlich durch einen Regenschirm, bei Starkregen und Kälte (und wenig Wind) kann ein Poncho praktisch sein, Gamaschen schützen Hose und Schuhe vor Nässe.
Kleidung bei Kälte: Mehr als drei Schichten im »Zwiebellook« überziehen, durch winddichte Außenhülle Auskühlung vermeiden, Handschuhe und Mütze tragen (die meiste Körperwärme strahlt über den Kopf ab), durch An- und Ausziehen von Mütze, Schal und Handschuhen schnell und effektiv Wärme regulieren, beim Start nicht zu warm anziehen, eher etwas »fröstelig«, damit wir beim Laufen nicht sofort ins Schwitzen kommen, unterwegs durch gemächliches Tempo starkes Schwitzen vermeiden.
Wer vor dem Kauf von guter Wanderbekleidung mehr wissen will über 3-Lagen-Laminat, Atmungsaktivität, Gore-Tex, Fleece oder Wassersäule, findet die Erklärungen auf folgender Internetseite:www.funktionstextilien.de
Dr. Sven Deutschmann, Johann Schinabeck, Markus Gründel (2009): Ausrüstung 1 – von Kopf bis Fuß. Outdoor Basiswissen für draußen. Conrad Stein Verlag, Welver.
Das sehr empfehlenswerte Büchlein bietet alle wichtigen Informationen über Bekleidung, auch über moderne Funktionstextilien, Schuhe und Rucksäcke.
Stefan Dapprich (2009): Trekking ultraleicht. Outdoor Basiswissen für draußen. Conrad Stein Verlag, Welver.
Das Buch zeigt, wie man unterwegs Gewicht spart. Mitunter wirkt das auf uns Normalwanderer vielleicht etwas überspannt, es hilft aber, überflüssiges Gewicht zu vermeiden.
Axel Klemm (2020): Ultraleicht auf Tour – Produkte und Packkonzepte für minimales Gewicht. Ein Ausrüstungsratgeber. Verlag pietsch, Stuttgart.
Ein kluger Überblick über die leichtesten Outdoor-Produkte und Alternativen zu teurer Ausrüstung, dessen Lektüre sich nicht nur vor mehrtägigen Touren lohnt.
Meist werden alle Outdoor-Aktivitäten in den Bergen unter dem Begriff Bergsport zusammengefasst und die Begriffe Bergsport und → Alpinismus gleichbedeutend verwendet. Ebenso dient → Bergsteigen als Sammelbegriff für alpine Freizeitaktivitäten.
Zum Bergsport gehört eine bunte Palette von Betätigungsformen. Klassische Bergsportarten sind → Bergwandern (beispielsweise Hüttenwanderungen, alpines Trekking, Hochtourengehen, Schneeschuhwandern), → Bergsteigen, → Klettersteiggehen, → Klettern (alpines Felsklettern, Sportklettern, Eisklettern).
Weiterhin gehören Mountainbiking, Kajaksport, Rafting sowie Drachen- und Gleitschirmfliegen zu den alpinen Sportarten.
Der Begriff Bergsport wird allerdings nicht von allen Autoren verwendet. Denn im allgemeinen Sprachgebrauch steht inzwischen beim Bergwandern oder Bergsteigen nicht mehr der sportliche Gedanke (assoziiert mit Leistung, Wettkampf, Regeln) im Vordergrund.
Wichtigere Aspekte sind nun beim Wandern und Bergwandern: Spaß an der Bewegung, keine Leistungsbewertung, Auszeit vom normierten Alltag, die Nähe zur Natur und das konkurrenzfreie Gruppenerlebnis. Da es jedoch keine endgültigen Definitionen von Sport und Alpinismus gibt, bleibt es uns selbst überlassen, was wir im Alltag im jeweiligen Zusammenhang unter Bergsport verstehen wollen.
Das Bergwandern kann als einfachste Form des Bergsports verstanden werden, bei dem wir uns in der Regel auf Wegen ohne weitere Hilfsmittel bewegen. Das Bergsteigen im engeren Sinne ist dann die Weiterführung des Bergwanderns und beinhaltet anspruchsvolle Etappen. So definiert es der Deutsche Alpenverein: »Klassisches Bergsteigen findet in alpinem, oft weglosem, absturzgefährdetem Gelände, oft mit leichter Kletterei bis in den II. (seltener III.) Schwierigkeitsgrad statt, was entsprechend grundlegende Kletterkenntnisse, absolute → Trittsicherheit und → Schwindelfreiheit sowie eine gute Orientierungsfähigkeit erfordert.« Wer mehr will als klassische Bergsport-Aktivitäten, kann es mit den folgenden Spielarten versuchen:
Ohne Seile oder Gurte geht es beim Bouldern in die Höhe – allerdings zumeist nur so hoch, wie man noch abspringen kann. Weiche Matten auf dem Boden erhöhen die Sicherheit. Gebouldert wird entweder an Naturfelsen oder an künstlichen Kletterwänden. Nicht zuletzt die Beliebtheit der Kletterwände (mit oder ohne Seilhilfe) hat die Mitgliederzahlen des → Deutschen Alpenvereins nach oben schnellen lassen.
Beim Trailrunning sind die Läufer (beziehungsweise Jogger) auf unbefestigten Pfaden unterwegs (Trail, englisch: Pfad oder Weg). Wer früher einen Waldlauf gemacht hat, ist heute ein Trailrunner. Und wer sehr sportlich unterwegs ist, läuft als Trailrunner in den Bergen auf steilen, schmalen Pfaden.
Der Orientierungslauf ist eine anspruchsvolle Laufsportart, bei der im Gelände mit Hilfe von Karte und Kompass bestimmte Kontrollpunkte gefunden werden müssen. Insbesondere in Skandinavien ist diese (Berg-)Sportart sehr beliebt.
Speedhiking (englisch für schnelles Wandern) ist anspruchsvolles Nordic-Walking beziehungsweise athletisches Wandern im alpinen Gelände. Während beim Trailrunning keine Stöcke verwendet werden, kommen sie in der Regel beim Speedhiking zum Einsatz. Vom Trailrunner unterscheidet den Speedhiker das (schnelle) Gehen statt Laufen. Meist sind Speedhiker mit leichtem Gepäck beziehungsweise mit einem leichten Rucksack unterwegs.
Beim Skibergsteigen beziehungsweise Skitourengehen besteigen die Sportler die Berge aus eigener Kraft, nutzen also keine Lifte oder Seilbahnen. Hierbei können auch Schneeschuhe (→ Schneeschuhwandern) zum Einsatz kommen. Zu Tal geht es dann mit speziellen Tourenskiern abseits der präparierten Pisten.
Freerider oder Variantenfahrer rasen ebenfalls abseits gesicherter Pisten bergab. Bei diesem »freien Fahren« durch unberührten Schnee können – anders als beim Skibergsteigen – Seilbahnen oder andere Aufstiegshilfen zum Erreichen der Gipfel genutzt werden.
Wenn Skitouren in den Bergen über mehrere Tage unternommen werden, so spricht man von Skidurchquerungen.
Bei Hochtouren werden Gipfel über drei- oder viertausend Meter Höhe bestiegen und verschneite Bergrücken oder Gletscherflächen überquert. Hochtouren sind gewissermaßen die klassischste aller alpinistischen Disziplinen.
Die beste Adresse für den Einstieg in diese Bergsportarten ist der → Deutsche Alpenverein.
Bergsteigen im weiteren Sinne wird gleichgesetzt mit dem Begriff → Alpinismus oder auch mit → Bergsport. So verstanden, umfasst das Bergsteigen verschiedene Formen von Outdoor-Aktivitäten in den Bergen: Dazu gehören: → Bergwandern, → Klettersteiggehen, Klettern, Gletscherwanderungen, → Schneeschuhwandern, Skitouren und Eisklettern.
Im engeren Sinne wird der Begriff Bergsteigen als eine anspruchsvolle Form des Bergsports oder Alpinismus verstanden, wobei viele Tourenabschnitte im Fels nur mit Hilfe der Hände, also kletternd, überwunden werden können.
Dabei sind technische Hilfen, wie Seile und Karabiner, notwendig. In diesem Handbuch werden nur die weniger anspruchsvollen Formen des Bergsports behandelt, die keine besondere Ausrüstung und Ausbildung voraussetzen.
Eine gute Unterscheidung zwischen Wandern und Bergwandern bietet die Einteilung der Wanderwege des Schweizer Alpen-Clubs. Ein Wanderweg verläuft demnach im flachen oder leicht geneigten Gelände, die Orientierung ist problemlos, es bestehen keine besonderen Anforderungen an den Wanderer.
Bei einem Bergwanderweg hingegen ist die Wegführung teilweise steil, Ausdauer, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind erforderlich, es droht Absturzgefahr. In den Alpen beginnen die Bergwanderwege ab 1.500 Höhenmetern. Die Anforderungen können sich steigern bis zum schwierigen Alpinwandern, das absoluten Profis vorbehalten ist.
Mitunter wird das Bergwandern auch gleichgesetzt mit → Fernwanderungen in den Alpen mit Hüttenübernachtung.
Definition:
Bergwandern ist eine anspruchsvolle Form des Wanderns, bei der im steilen Gelände gewandert wird, wo Absturzgefahr droht, Wege teils schwierig zu gehen sind, auch über Geröll führen können, und Wanderer über Kondition, Orientierungsvermögen und Kenntnisse über die → Gefahren des Bergwanderns verfügen sollten. Im Gegensatz zum Klettern müssen dabei aber nicht die Hände zu Hilfe genommen werden.
In den Alpen gibt es viele Touren, die für die meisten Wanderer problemlos zu bewältigen sind. In Wanderkarten und der Wanderliteratur wird beschrieben, welche Schwierigkeitsgrade die Wege haben (→ Wegemarkierung). Für Bergneulinge sind Wege, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordern, tabu. Auf geführten, leichten Bergwanderungen können wir uns langsam an anspruchsvollere Touren herantasten. Wer dann soweit ist, kann in Vorbereitung einer großen Bergtour in diesem Buch unter vielen Stichworten wie beispielsweise → Ausrüstung, → Gehzeiten, → Kompass, → Orientierung, → Schuhe oder → Wetter wertvolle Hinweise finden.
Horst Höfler (Herausgeber) (2009): Das kleine Handbuch des Alpinismus. Bruckmann Verlag, München.
Olaf Perwitzschky (2016): Bergwandern – Bergsteigen (Wissen & Praxis (Alpine Lehrschriften). Bergverlag Rother, Oberhaching.
Karl Schrag (2006): Bergwandern – Trekking. Alpin-Lehrplan 1. BLV Buchverlag, München.
Bei der → Wegeausweisung (der Kennzeichnung eines Wanderweges mit Orientierungshilfen) werden Wanderwege mit Wegweisern beschildert und mit Zeichen markiert (→ Markierung von Wanderwegen). Wegweiser gehören neben den Markierungszeichen und Informationstafeln zu den Bestandteilen eines → Wegeleitsystems. Im weiteren Sinne gehört zur Beschilderung eines Wanderweges auch die Ausstattung mit Orientierungs- und Informationstafeln. In Deutschland werden meist Markierungszeichen und Wegweiser kombiniert.
Kombination von Beschilderung und Markierung: Ein Wegweiser zeigt die Entfernung und das Markierungszeichen.
Wegweiser mit Ziel- und Entfernungsangaben sind bei Wanderern besonders beliebt, da sie – wenn sie gut gemacht sind – sehr zuverlässig die wichtigsten Informationen über den Wegverlauf und das Wanderziel liefern.
Wegtafel des Harzklubs.
Sie sind nicht ganz so formenreich wie die Markierungszeichen (→ Markierung von Wanderwegen), aber es gibt auch bei den Wegweisern viele Varianten. Wegweiser sind in Pfeilform gestaltet. Daher stellen kleine rechteckige »Wegtafeln«, auf denen ein Pfeil aufgedruckt, geklebt oder gemalt ist, einen Sonderfall dar. Auch wenn sie definitionsgemäß (siehe unten) keine Wegweiser sind, erfüllen diese kleinen Hinweisschilder doch ihren Zweck.
Im Jahr 2004 hat das Deutsche Institut für Normung mit der DIN 33466 die Empfehlung »Wegweiser für Wanderwege« herausgegeben. An dieser Norm haben unter anderem Tourismusverbände, der → Deutsche Alpenverein, der → Deutsche Wanderverband und die → NaturFreunde mitgewirkt.
Nach dieser Norm soll ein Wegweiser
▪ die Richtung des Weges in Form eines Pfeils zeigen,
▪ das Wanderziel beziehungsweise die Ziele nennen (maximal drei Zielangaben),
▪ die Wegstrecke angeben (in Kilometern oder Stunden),
▪ das Markierungszeichen oder Symbol des Weges darstellen,
▪ die für den Weg zuständige Organisation nennen
▪ und gegebenenfalls weitere wichtige Infos liefern, wie beispielsweise
- Piktogramm (Symbol) für Einkehrmöglichkeit
- Piktogramm für ÖPNV-Anbindung
- Piktogramm für Parkplatz
- Standortangabe mit UTM-Koordinaten
(→ Koordinatensysteme).
In Deutschland wird auf Wegweisern in der Regel die Entfernung bis zum Ziel in Kilometern angegeben. In sehr steilem Gelände, wenn es immer bergauf und bergab geht, sagen die Kilometer nicht viel aus über die Dauer einer Wanderung. Dann ist es sinnvoll, eine Zeitangabe zu machen. Daher werden in den Alpen und anderen bergigen Wanderregionen die Entfernungen auf Wegweisern in Stunden und Minuten dargestellt.
Systematische Anordnung der Inhalte eines Wegweisers für Wanderwege Vorlage für die Grafik: DIN 33466:2004-05, Bild 1. Wiedergegeben mit Erlaubnis des DIN Deutsches Institut für Normung e. V.
Vorbildlicher Wegweiser der Berner Wanderwege
Weitere Angaben zum Wegweiser nach DIN 33466:
▪ Maße: Länge 425 mm, 525 mm oder 625 mm, Höhe 100 bis 200 mm.
▪ Grundfarbe: Weiß (RAL 9016) oder Grün (RAL 6024) oder Gelb (RAL 1023)
▪ Schriftfarbe: Weiß (RAL 9016) oder Schwarz (RAL 9017)
▪ Material: Umweltverträglich, langlebig, gut zu bearbeiten, zum Beispiel Aluminium.
Herausgeber der DIN 33466 ist: DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin, Tel.: (0 30) 26 01 0, www.din.de. DIN-Normen können bezogen werden bei: Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin, Internet: www.beuth.de
Für uns Wanderer ist es wünschenswert, dass immer mehr Wegweiser nach diesen DIN-Empfehlungen gestaltet werden. Wie im Kapitel → Markierung von Wanderwegen dargestellt, hat die Europäische Wandervereinigung »Allgemeine Grundsätze für die Markierung von Wanderwegen« entwickelt. Darin wird unter anderem gefordert: »Ein einmal erwähntes Ziel muss auf allen nachfolgenden Wegweisern erwähnt bleiben, bis der Ort erreicht ist«. Und anders als bei Straßenverkehrsschildern sollte der nächstgelegene Ort an erster Stelle genannt werden. Dies wird von allen vorbildlichen Wegweisersystemen, wie beispielsweise im Schwarzwald oder in der Schweiz, so gehandhabt. Wenn diese beiden Punkte bei der Beschriftung eines Wegweisers berücksichtigt werden, ist die Beschilderung von Wanderwegen perfekt.
In den Schweizer Alpen werden die Entfernungen in Zeiten angegeben.
Bundesamt für Strassen (ASTRA), Schweizer Wanderwege (2013): Signalisation Wanderwege. Handbuch. Vollzugshilfe Langsamverkehr Nr. 6. Bern. Bezug: Schweizer Wanderwege, Postfach, 3000 Bern 23, E-Mail: [email protected], Internet: www.wandern.ch
Deutsche Gebirgs- und Wandervereine Landesverband Thüringen (1999): Verbindliche Markierung von Wanderwegen in Thüringen. Erfurt. Informationen zum LV Thüringen im Internet: www.wanderverband-thueringen.de
Deutsches Institut für Normung (2004). Normenausschuss Gebrauchstauglichkeit und Dienstleistungen im DIN: DIN 33466. Berlin. Mai 2004. Maßgebend für das Anwenden der DIN-Norm ist deren Fassung mit dem neuesten Ausgabedatum, die bei der Beuth Verlag GmbH, Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin, erhältlich ist.
Der → Deutsche Wanderverband hat eine Richtlinie für die Markierung von Wanderwegen und Empfehlungen für Wegweiser und Orientierungstafeln herausgegeben mit dem Titel »Markierungsleitfaden. Besucherlenkung für Wanderwege.« Die Broschüre kann unter www.wanderverband.de heruntergeladen werden im Bereich Wanderwissen /Tipps & Infos.
Sie gehören zum Wandern wie der überraschende, alles aufweichende Regen, die angepriesene phantastische Fernsicht, die im Nebel verborgen bleibt, oder der vermeintlich traumhafte Waldpfad, bei dem wir im Morast versinken. Trotz aller guter Tipps, trotz Hausmittelchen und unzähliger pflasterverklebter Füße – Blasen lassen sich einfach nicht ausrotten.
Unsere Haut ist aus drei Schichten aufgebaut: Außen liegt die Oberhaut (oder Epidermis), dann folgen die Leder- und die Unterhaut. Wir Menschen sind sehr dünnhäutig. Unsere schützende Hülle ist weniger als einen Millimeter dünn, nur an den Fußsohlen kann sie bis zu vier Millimeter dick werden. Wer immer barfuß unterwegs ist, entwickelt eine dicke, schützende Hornhaut an den Füßen, wie sie Naturvölker haben.
Aber wer kann und will schon im Büroalltag, beim Einkauf im Supermarkt und Wirbeln im Haushalt auf Schuhe verzichten? Abgesehen davon sind in unserem Kulturkreis verhornte Füße nicht gerade ein Schönheitsideal.
Bei einer Wanderung sind unpassende Schuhe die häufigste Ursache für wunde Füße. Die Nähte drücken oder der Schuh umfasst den Fuß zu locker und scheuert bei jedem Schritt. Auch Knubbel in den Socken, kleine Sandkörnchen oder Blätter, die über Stunden auf der Oberhaut reiben, bringen die Haut zum Erröten. Besonders empfindlich sind unsere Füße, wenn sie aufgeweicht sind, zum Beispiel bei Regen, der die Schuhe durchdringt, oder bei starkem Fußschweiß. Wenn wir bei Hautrötungen nicht reagieren und die scheuernde Ursache beseitigen, reagiert die Haut. Zuerst können sich Schichten der Oberhaut voneinander trennen. Es entstehen kleine Hohlräume, in die Gewebeflüssigkeit eindringt – sicht- und spürbar als schwabbelige Schwellung. Wenn wir jetzt weiterlaufen und es weiter reibt, entwickelt sich daraus eine ausgewachsene Blase.
Dann kann sich die Oberhaut von der darunterliegenden Lederhaut lösen. Und diese ist von vielen sensiblen Nervenenden durchzogen, so dass langsam jeder Schritt zur Qual wird. Die Krönung der Blasenbildung ist erreicht, wenn sie dick geschwollen ist, die Reizung immer tiefer geht, sogar Blut – aus der Lederhaut oder tieferen Schichten – in die Blase dringt und sie schließlich aufplatzt. Jede Verletzung der Haut bietet Keimen, die es sich besonders in feuchtwarmen Schuhen so richtig gemütlich machen, die Chance, in den Körper einzudringen. Eine Entzündung ist der nächste Schritt auf dem Weg des Blasendramas.
Auch hier gilt: Vorbeugen ist besser als heilen. Daher sollten wir beim Wandern den Füßen die Aufmerksamkeit schenken, die sie verdient haben. Auch wenn wir nicht auf immer und ewig Blasen vermeiden können, werden wir doch das Risiko minimieren. Hier also bewährte Anti-Blasen-Tipps:
Wir sollten beim Wandern Wert legen auf gute → Socken. Wie unter diesem Stichwort dargestellt, müssen sie eng am Fuß anliegen, ohne ihn einzuengen. Sie sind an Zehen und Fersen verstärkt, sie dürfen keine dicken Nähte haben und keine Falten bilden.
Unsere → Schuhe müssen wie angegossen passen und trotzdem vorne Luft für den sich bewegenden Fuß lassen. Durch ein flexibles Schnürsystem können wir die Schuhe so binden, dass der Wanderschuh fest an der empfindlichen Ferse sitzt. Da feuchte Füße anfälliger sind für Blasen, achten wir auf trockene Wanderschuhe.
Bei jeder → Rast spüren wir nach, ob es unseren Füßen gut geht. Am besten wir ziehen Schuhe und Socken aus und entfernen anhaftende Grashalme, Blättchen und andere Fremdkörper. Es tut den Füßen gut, an die frische Luft zu kommen und auch die Socken lüften dabei aus. Perfekt ist, bei einer Rast an einem Bach die Füße zu waschen, sie abzukühlen und dann wieder ordentlich abzutrocknen. Denn erhitzte Haut ist anfälliger für Reizungen als die wohltemperierte.
Spätestens wenn wir Hautrötungen sehen, polstern wir sie mit einem speziellen Blasen- oder Wundpflaster ab, das wir in der Drogerie oder in der Apotheke erhalten. Diese Pflaster sind eine Entwicklung der modernen Wundversorgung, bei der Wunden feucht gehalten und mit heilungsfördernden Substanzen versorgt werden (→ Rucksackapotheke). Sie wirken weit besser als das herkömmliche trockene Pflaster. Wenn wir doch eine Blase entdecken, kleben wir ebenfalls ein Blasenpflaster drauf. Hersteller empfehlen, sie erst eine Minute in der Hand zu erwärmen, bevor sie aufgeklebt werden. Die Schwellung, die wir als quälend empfinden, ist ein Schutzmechanismus der Haut. Die Flüssigkeit darin ist – noch – keimfrei, fördert die Wundheilung und schützt vor Reibung. Der entstehende Schmerz soll uns sagen: »Bleib stehen und gönne deinem Fuß Ruhe«. Ist das nicht möglich, weil wir weitermüssen, könnte die Blase von allein aufplatzen. Dann schützt das Blasenpflaster die betroffene Hautstelle und verhütet eine Infektion. Allerdings braucht unsere Haut rund vier Wochen, bis sie sich erneuert. Auch eine kleine Blase ist erst dann vergessen. Der oft genannte Tipp, die Blase aufzustechen, ist nur etwas für die Extremsituation, wenn wir sonst vor Schmerzen nicht mehr gehen können. Denn es ist medizinisch nicht sinnvoll, eine Blase aufzustechen oder gar die Haut abzutragen. Nicht zu empfehlen ist auch der immer noch kursierende Ratschlag, eine Nadel heiß zu machen (zum Beispiel über einer Kerze), »um sie zu desinfizieren« und damit die Blase zu öffnen.
Wer also nicht in die Fußstapfen von Rüdiger Nehberg treten will, lässt die Selbstoperationen sein und die Blasenpflaster wirken. Und wer meint, mit einer Nadel in Blasen rumstochern zu müssen, sollte sich für den Notfall eine sterile Nadel in das kleine Verbandspäckchen packen. Dann können wir uns Erleichterung verschaffen, ohne die Infektionsgefahr zu erhöhen.
Wenn es allerdings richtig dick kommt und aus einer Blase eine Entzündung wird, helfen auch keine Blasenpflaster mehr. Das ist dann ein Fall für die → Erste Hilfe oder noch besser – für einen Arztbesuch. Um das Thema aber nicht zu sehr aufzublähen, sei noch gesagt, dass Blasen zwar mächtig unangenehm, aber in der Regel ungefährlich sind.
C wie Camping
Leave no Trace ...
Tagsüber in der Natur unterwegs sein, auch nachts inmitten schöner Landschaft bleiben, den unverbauten Blick auf den Sternenhimmel genießen – für viele in der Freizeit eine sehr reizvolle Vorstellung. Immerhin 6 Prozent der deutschen Touristen machen jedes Jahr Campingurlaub. Das ist zwar wenig im Vergleich zu fast 50 Prozent Hotelurlaubern, aber allein auf deutschen Campingplätzen wurden 2019 mehr als 34 Millionen Übernachtungen registriert.
Für Campingausrüstung gaben die Deutschen 2018 rund 4,4 Milliarden Euro aus. Das meiste Geld investierten sie dabei mit rund 3,2 Milliarden Euro in Reisemobile (Quelle: https://de.statista.com). Somit ist der Campingtourismus ein wichtiger Bestandteil der deutschen Tourismuswirtschaft.
Der Begriff Camping kommt aus dem Englischen (to camp: »im Freien lagern«) und umfasst verschiedene touristische Übernachtungsformen außerhalb von Gebäuden: in Zelten, Wohnwagen, Wohnmobilen oder anderen »einfachen« Unterkünften (das reicht vom Bett im Kornfeld mit Baldachin über nachgebaute Holzfässer bis zum 5-Sterne-Baumhaus). Zelten ist schlicht das klassische Campen mit einem Zelt.
Die Komfortspanne ist beim Camping sehr weit und reicht vom »wilden Zelten« mit Schlaf- bzw. Biwaksack im Wald bis zum Verweilen im Luxusressort mit extrem teuren Wohnmobilen, die mehr Technik und Ausstattung bieten als eine durchschnittliche Mietwohnung. Das Hauptmotiv der Camper ist immer, sich »in der Natur aufhalten« zu wollen.
Das Zelttrekking ist die klassische Art einer Mehrtages-Wanderung (→ Trekking). Dabei ist man der Natur sehr nahe und taucht ganz in die Wanderregion ein.
Durch das Campen, quasi am Wegesrand, lässt sich solch ein Urlaub sehr individuell und kostengünstig gestalten. Dabei ist man dem → Wetter stark ausgesetzt und muss unterwegs ständig Entscheidungen treffen, wie, wo und wann man campiert. Das Zelttrekking bietet dafür ein hohes Maß an intensiven Erlebnissen, Flexibilität und Freiheit. Diese Form des draußen Unterwegsseins bedarf einer guten → Planung, passender → Ausrüstung und einer Portion Erfahrung.
In Deutschland gibt es von der Nordsee bis zu den Alpen fast 3000 Campingplätze mit unterschiedlichen Standards (Stand 2019). Wer diese komfortable Form des Campings sucht, ist also gut bedient. Wer »wild« campen beziehungsweise zelten will, also außerhalb eines ausgewiesenen Zeltplatzes, hat es hingegen in unserem Land nicht einfach. Generell ist das Campen im Wald verboten. Wie alles in unserem Land ist auch dies in zahlreichen Gesetzen (insbesondere den Landes-Waldgesetzen) geregelt – und in jedem Bundesland anders. Wer trotz eines Verbotes im Wald campiert, dem kann ein Bußgeld drohen. Mit Genehmigung des Grundeigentümers ist das Zelten erlaubt. Landwirte und Forstverwaltungen können also auf Anfrage das Übernachten im Zelt gestatten.
Zelten am Skåne-Wanderweg, Schweden.
In eine Grauzone begibt sich, wer bei Dunkelheit im Wald bleibt und ohne Zelt übernachtet, wer nur mit einem Schlaf- oder Biwaksack, einer Hängematte, einer Plane beziehungsweise einem Tarp oder einem selbstgebauten Unterschlupf die Nacht unter freiem Himmel verbringt. Das Betreten des Waldes außerhalb von Schutzgebieten (→ Recht für Wanderer) ist gestattet, das Rasten auch. Der Unterschied zwischen Rasten und Übernachten ist nicht in Gesetzen definiert (nur in Schleswig-Holstein ist geregelt, dass man nachts Waldwege nicht verlassen darf). Waldbesitzer in allen anderen Bundesländern können ebenso das Biwakieren ablehnen (Jagdpächter werden das mit Sicherheit tun) und Outdoor-Freunde nachts aus dem Wald verbannen wollen.
Wer der Natur auch nachts nah sein will – ohne Ärger mit Gesetzeshütern zu bekommen –, kann inzwischen immer mehr einfache Biwak- und Trekkingplätze nutzen. Dafür werden beispielsweise in Naturparken schöne Plätze ohne viel Komfort eingerichtet, aber dafür in der Nähe von Wanderwegen.
Sie finden sich unter anderem in Schleswig-Holstein (www.wildes-sh.de), in der Eifel (www.trekking-eifel.de), im Hunsrück (www.soonwaldsteig.de/trekkingcamps), im Pfälzerwald (www.trekking-pfalz.de), im Schwarzwald (www.naturparkschwarzwald.de) oder im Elbsandsteingebirge, wo das Biwakieren eine lange Tradition hat (www.trekkinghuetten.de).
Eine sehr hilfreiche Internetseite zum Thema Wildcampen in Deutschland mit einem Verzeichnis von einfachen Übernachtungsplätzen ist www.jedermannsland.de. Auskunft über die rechtliche Situation zum Wildcampen in einer besuchten Region können auch die Forstämter oder Umweltbehörden geben.
Für Outdoor-Freunde, die in der Natur übernachten, gibt es in den USA (dem Land der großen Gegensätze) sowohl fantastische Landschaften als auch bewährte Prinzipien für einen schonenden Umgang mit der Natur. Sie wurden entwickelt als »Leave no Trace – Outdoor Ethics« unter anderem von der U.S. Forstverwaltung und dem United States Fish and Wildlife Service, einer Naturschutzbehörde des Innenministeriums.
Weiterführende Informationen dazu gibt es im Internet unter https://lnt.org/why/7-principles/.
Im Folgenden werden die sieben Prinzipien von »Leave No Trace« beziehungsweise »Hinterlasse keine Spuren« vorgestellt und verkürzt einige Aspekte dieses achtsamen Verhaltens genannt. Das Ziel ist »Minimal Impact«, ein minimaler Einfluss auf den Naturhaushalt durch menschliche Freizeitaktivitäten. Siehe dazu auch die Stichworte → Natur- und Umweltschutz, → Zehn Grundsätze für den Outdoor-Sport).
Die sieben Prinzipien von ...... »Leave No Trace«
Wer das Besondere und Schöne einer Landschaft kennt, sich damit im Vorfeld beschäftigt hat, wird sich eher für den Schutz der Lebensräume einsetzen und sich rücksichtsvoll verhalten. Nehmen Sie sich genug Zeit, um den angepeilten Campingplatz sicher zu erreichen.
Bleiben Sie auf den Wegen, zelten Sie auf Camping- oder Biwakplätzen. Zu den belastbaren (im englischen Original: durable, deutsch: dauerhaften) Böden beziehungsweise Oberflächen gehören Wanderwege, Felsen, Kies, Sand, trockene Felder. Laufen Sie nicht durchs Unterholz, durch Dünen, sumpfige Flächen, Schilfgürtel oder andere empfindliche Biotope. Nutzen Sie vorbereitete Feuerstellen (→ Feuer machen).
»Leave No Trace« sieht anders aus …
Schmeißen Sie keinen Abfall in die Landschaft. Nehmen Sie am besten wieder mit, was Sie auf eine Tour mitgebracht haben (Verpackung, leere Behälter, Papiertaschentücher, Nahrungsreste …). Schütten Sie Brauchwasser nicht in Bäche, Flüsse oder Seen.
Nutzen Sie Toiletten! Wenn dies nicht möglich ist, vergraben Sie Ihre Hinterlassenschaften, inklusive Toilettenpapier oder Papiertaschentücher im Boden (am besten 15 cm tief). Wer dafür bei einer Tagestour kein Werkzeug hat, sollte zumindest seine Spuren bedecken oder verscharren, beispielsweise mit Erde, Steinen, Laub, Ästen. Markieren Sie Ihr verdecktes Häufchen mit einem in den Boden gerammten Stock, der Nachfolger vor dem Reintreten warnt.
Belassen Sie Steine, Pflanzen und andere natürliche Gegenstände so, wie Sie diese vorfinden.
Lagerfeuer (→ Feuer machen) können dauerhafte Auswirkungen auf die Umwelt haben. Verwenden Sie zum Kochen einen Campingkocher und entzünden Sie eine Kerze oder Laterne für behagliches Licht. Wenn Lagerfeuer erlaubt sind, verwenden Sie vorhandene Feuerstellen oder Feuerschalen. Halten Sie das Feuer klein. Verwenden Sie nur vorhandenes Feuerholz oder Totholz vom Boden. Fällen Sie keine Bäume oder Büsche. Verbrennen Sie alles Holz zu Asche. Löschen Sie das Lagerfeuer vollständig und verstreuen Sie die ausgekühlte Asche.
Nehmen Sie Rücksicht auf Nutz- und Wildtiere. Laufen Sie nicht über Tierweiden. Beobachten Sie Wildtiere aus der Ferne, nähern Sie sich ihnen nicht. Füttern Sie keine Wildtiere, lassen Sie keine Nahrungsreste liegen. Wenn Wildtiere, insbesondere große Säugetiere, sich daran gewöhnen, an Zeltplätzen Futter zu finden, können sie sich selbst und auch Menschen gefährden. Achten Sie immer auf Ihren Hund, lassen Sie ihn bei einer Wanderung an der Leine (→ Hunde als Wanderbegleiter).
Hinterlassen Sie alle Orte sauber und ohne Abfall. Nehmen Sie beispielsweise als Radfahrer Rücksicht auf Wanderer, als sportlicher Wanderer Rücksicht auf langsame Naturfreunde (so auf schmalen Pfaden oder Klettersteigen). Lassen Sie anderen genug Platz, wenn Sie Ihr Lager aufschlagen. Vermeiden Sie Lärm – hören Sie auf die Natur. Respektieren Sie die Natur, ihre Mitwelt – und seien Sie höflich zu anderen Menschen in der Wanderregion. Und passend dazu dieses Zitat von Matthias Claudius: »Die Freiheit besteht darin, dass man alles das tun kann, was einem anderen nicht schadet.«
Einen Beitrag für mehr Miteinander beim Draußen Unterwegssein liefert auch das Projekt des → Deutschen Wanderverbandes »Natursport.Umwelt.Bewusst«. Es will die »friedliche Koexistenz« zwischen den Nutzergruppen sowie zwischen den Interessen der Grundbesitzer und Naturnutzer fördern. Auf der Internetseite natursport-umweltbewusst.de wird dafür geworben, dass Wanderer, Geocacher, Jäger, Förster, Waldbesitzer und andere mehr Verständnis füreinander aufbringen – immer mit dem Ziel, auch die Natur zu schützen.
D wie Daten und Fakten
Definition des Wanderns
Deklination
Deutscher Alpenverein
Deutscher Volkssportverein
Deutscher Wandertag
Deutscher Wanderverband
Deutsches Wanderinstitut
Deutsches Wandersiegel
Deutsche Wanderjugend
Digitale Karten
Ungebrochene Wanderlust
Insgesamt wandern fast 40 Millionen Bundesbürger.
Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen, die sich mit regionalen Aspekten des Wanderns beschäftigen und Zahlen zum jeweiligen Untersuchungsgebiet liefern. Oft werden diese Studien von touristischen Organisationen in Auftrag gegeben.
Knappe Daten zum Wandern beinhalten beispielsweise nicht veröffentlichte Marktanalysen des Institutes für Demoskopie in Allensbach (Allensbacher Markt- und Werbeträger-Analyse) oder die Typologie der Wünsche des Institutes für Medien- und Konsumentenforschung. Daraus werden regelmäßig einzelne Zahlen von Nachrichtenagenturen oder anderen Medien veröffentlicht, die sich auf das Freizeitverhalten der Deutschen beziehen. Demnach zählt das Wandern zu den beliebtesten Outdoor-Freizeitaktivitäten in unserem Land. Bei allen Befragungen rangiert der »deutsche Freizeit-Dreikampf« Schwimmen – Wandern – Radfahren in der Hitliste ganz oben. Meist wird das Schwimmen als beliebteste Aktivität genannt und das Radeln oder Wandern je nach Untersuchung an zweiter Stelle.
Einen allgemeinen Überblick über den Wandermarkt bietet das Fachbuch »Wandertourismus« von Axel Dreyer, Anne Menzel und Martin Endreß (siehe Literatur- und Infotipps). Nach dieser Veröffentlichung könnte die Wanderwelle mit mehr als 50 Prozent Wanderern in der deutschen Bevölkerung ihren Höhepunkt erreicht haben. Dies bestätigt eine Umfrage zur Häufigkeit von Wanderungen in den Jahren 2015 bis 2019.
