Wanderfahren - Sabine Schweickert - E-Book

Wanderfahren E-Book

Sabine Schweickert

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Beschreibung

Einspannen, um auszuspannen - Eignung, Haltung und Training des Wanderfahrpferdes - Ausrüstung für Fahrer und Pferd, geeignete Kutschen - Planung der Fahrt, Orientierung im Gelände mit Karte und Kompass - Wetterkunde, Wahl der Quartiere, Unfallverhütung und vieles mehr In diesem Buch erfahren Sie alles, um mit Pferd und Wagen die pure Landschaft zu genießen. Ob Ausfahrt, Tagestour oder mehrtägige Reise: gut organisiert, wird die Fahrt zum Vergnügen. Außerdem finden Sie Vorschläge zu den schönsten Wanderfahr-Routen in Deutschland: Kraichgauer Hügelland, Gestütsweg zwischen Redefin und Neustadt (Dosse), Fränkisches Seenland, Naturpark Vogelsberg, Lüneburger Heide und Weinland Rheinland-Pfalz.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 157

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Sabine Schweickert

Wanderfahren

Haupttitel

Spannen Sie ein, um auszuspannen

Der Wanderfahrer

So wird der Traum wahr …

Reisepartner Pferd

Das ideale Wanderfahrpferd

Die richtige Haltung

Füttern und Tränken beim Wanderfahren

Zehn Regeln zur Fütterung

Gesundheit und Vorsorge

Ausbildungsziele

Fit for fun – Training des Pferdes

Mit Sack und Pack auf große Tour

Ausrüstung und Zubehör fürs Pferd

Checkliste: Ist ihr Geschirr richtig verpasst?

Ausrüstung für Fahrer und Beifahrer

Pferdecamp

Checkliste: Packen

Rechtzeitig vor der Fahrt

Wichtige Papiere und Persönliches

Ausrüstung Fahrer und Beifahrer

Ausrüstung Pferde

Ausrüstung Wagen

Der Wagen

Orientierung im Gelände

Wie lese ich eine Karte?

Welche Richtung darf’s denn sein?

Planung einer Wanderfahrt

Gibt es DIE beste Zeit zum Wanderfahren?

Fahren bis zum Horizont – wo fahren wir hin?

Streckenführung und Planung

Etappenlänge

Leistungsfähigkeit des Pferdes

Rasten unterwegs

Das Quartier

Campen in der Natur

Ruhetage

Transport von Pferd und Wagen

Vorkommando

Was für Kosten kommen auf mich zu?

Checkliste: Sicheres Verladen

Checkliste: Planung

Endlich unterwegs!

Ablauf eines Wanderfahrtages

Verfassungskontrolle – ist mein Pferd noch fit?

Wichtiges für Wanderfahrer

Checkliste: Gutes Wetter, schlechtes Wetter?

Checkliste: Kleiner Wanderfahrer-Knigge

Unvorhergesehene Zwischenfälle

Sorgen und Gefahren unterwegs

Unfallverhütung

Checkliste: Sicher an- und ausspannen

Notfälle und Erste Hilfe beim Mensch

Erste Hilfe am Pferd

Checkliste: Giftpflanzen

Checkliste: Was gehört in einen Notfallkoffer?

Traumhafte Routen nah und fern

Erlebnisrundtour durchs schöne Kraichgauer Hügelland

Der Gestütsweg – Fahren zwischen Redefin und Neustadt (Dosse)

Gemütliche Fahrt durch das Fränkische Seenland

Wanderfahren im Naturpark Vogelsberg

Romantische Fahrt durch die Lüneburger Heide

Ländliche Touren durch das Weinland Rheinland-Pfalz

Service

Kurse für Wanderfahrer

Nützliche Adressen

Wanderreitstationen & mehr

Versicherungen

Buchtipps

Danke …

Autorin und Fotografin

Bildquellen

Haftung

Impressum

Spannen Sie ein, um auszuspannen

Ist es Ihnen auch schon mal passiert, dass Sie unterwegs einer Kutsche begegnen, einen Moment innehalten und ein Gefühl von Sehnsucht spüren?

Sehnsucht, die Natur in der Langsamkeit des Seins zu genießen … Sehnsucht nach Abenteuer – nach Freiheit, die Sie zusammen mit Freunden und Ihrem Pferd verbringen möchten?

Stellen Sie sich vor: Die Sonne blinzelt durch die Baumwipfel, Morgentau bringt die Wiesen zum Glitzern, leichte Nebelschwaden steigen auf und verleihen der Landschaft eine ganz besondere Stimmung. Die Pferde schnauben zufrieden, dumpfes Hufgetrappel im Einklang der Natur … Sie sind verzaubert …

Erleben Sie Jahreszeiten intensiver, werden Sie eins mit der Natur und lernen Sie sie auf ganz besondere Weise kennen. Nehmen Sie die ursprünglich enge Beziehung zwischen Mensch und Pferd wieder neu wahr und entdecken Sie die Langsamkeit des Reisens aus einem völlig neuen Blickwinkel. Wanderfahren tut der Seele gut und bereichert Ihr Leben. Lassen Sie den Alltag mit jedem Meter weiter hinter sich. Spannen Sie ein, um auszuspannen. Ihr Abenteuer ruft!

Dieses Abenteuer muss kein Wunschtraum bleiben – die Liebe zum Pferd, der Mut zum Wagnis, die Freude an der Natur und die vielen Hintergrundinformationen in diesem Buch lassen Sie Ihrem Traum von der Freiheit näherkommen.

Suchen Sie sich die nötigen Informationen und Denkansätze heraus, die Sie für Ihre Wanderfahrt benötigen. Wecken Sie Ihren Abenteuergeist und lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf!

Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei Ihrer Entdeckungsreise … und wie wir Fahrer so schön sagen „Achs- und Deichselbruch“!

Sabine Schweickert

Der Wanderfahrer

Romantische Fahrt durch eines der spätgotischen Tore der Befestigungsmauern in Freinsheim/Pfalz.

Der Wanderfahrer – ein Abenteurer mit einem Quäntchen Idealismus im Blut!

Sie lieben es, bei „Wind und Wetter“ draußen zu sein? Sie wollen die Natur in ihrer ganzen Reinheit genießen? Sie sind begeistert davon, zusammen mit Pferden und netten Freunden Herausforderungen anzunehmen, die eine längere Fahrt unter Umständen mit sich bringen kann? Sie möchten für ein paar Stunden oder sogar für ein paar Tage aussteigen? Sie möchten sich ausklinken aus dem „schnellen Leben“ und sich in natürlich ruhigem Tempo fortbewegen? Sie wollen die Welt einmal anders entdecken – vielleicht in der Langsamkeit des Seins? Reisen, nicht nur um irgendwo hinzukommen, sondern aus Freude am Reisen? Sie möchten Erlebnisse mit anderen Menschen teilen? Und Sie wollen unseren Freund, das Pferd, ganz aus der Nähe kennenlernen?

Können Sie die meisten Fragen mit einem klaren JA beantworten, dann … ja, genau dann …

Dann sind Sie DER Wanderfahrer!

Gut zu wissen

Der Wanderfahrer sollte vielseitig, flexibel und ein „Mann“ der Tat sein!

So wird der Traum wahr …

Am Anfang steht der Traum, Ihr Traum. Doch zur Umsetzung bedarf es einiger Voraussetzungen, die Sie erfüllen sollten, um einer Wanderfahrt gewachsen zu sein. Euphorie alleine reicht nicht, um eine Wanderfahrt in Angriff zu nehmen.

Das Wichtigste ist, dass ein Wanderfahrer Fahren kann! Das heißt, Sie müssen so versiert sein, dass Sie in allen Situationen einen kühlen Kopf bewahren können. Nur so ist ein Gespann im Gelände jederzeit zu beherrschen. Der Umgang mit Karte und Kompass oder modernem GPS sollte Ihr Steckenpferd werden, ebenso die Beobachtung und Deutung des Wetterverlaufs.

Vergessen Sie dabei nicht das Wissen über den Reisepartner Pferd. Sie sollten ein „Händchen für Pferde“ haben und erkennen, wann es erschöpft, überfordert oder gar krank ist. Sie müssen sich in Umgang, Fütterung und Pflege auskennen und bei Verletzungen dem Pferd Erste Hilfe leisten können. Erfahrungen als Ersthelfer am Menschen, die immer mal wieder aufgefrischt werden sollen, beugen Unsicherheiten vor und können Unfallfolgen mildern. Routine in diesen Bereichen ist also das A und O, bevor man sich auf eine Wanderfahrt einlässt.

Der Wanderfahrer – voller Freude und bereit für neue Taten!

Werden Sie also „Mädchen für Alles“! Charaktereigenschaften wie Mut, Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein, Entscheidungsfähigkeit und Handlungsbereitschaft erleichtern es, manche vielleicht unvorhergesehene Situation zu meistern.

Aus versicherungsrechtlichen Gründen ist es vorteilhaft, wenn Sie zuvor einen Fahrlehrgang mit abschließender Prüfung absolvieren. Erfolgreich abgeschlossen, gilt dieser als Befähigungsnachweis, ein Gespann im Straßenverkehr führen zu können. Sie lernen für sich und vor allem für das Pferd alles Wissenswerte in Theorie und Praxis rund um die Fahrerei. Fortbildung bringt die nötige Sicherheit!

Doch wo können Sie sich fortbilden? Was ist für Sie als Wanderfahrer wichtig?Ich empfehle Ihnen, eine „Fachschule“, das heißt eine sogenannte Fahrschule, zu besuchen. Der Ausbilder sollte qualifiziert sein und einen guten Umgang mit seinen Pferden pflegen. Es gibt zwei „Hauptverbände“: Die FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) und die VFD (Vereinigung für Freizeitreiter- und /-fahrer Deutschland e.V.), deren Ausbilder die entsprechenden Fahrkurse anbieten. Im Serviceteil des Buches finden Sie eine Auflistung der für Wanderfahrer wichtigsten Kurse.

Und nun seien Sie mutig und gehen Sie dieses wunderbare Thema an. Ich garantiere Ihnen, dass Ihr Traum Wirklichkeit wird!

Merke

Der Fahrer sollte Kenntnisse haben

im sicheren Fahrenüber Funktion und korrektes Anpassen der Ausrüstung über Pflege und Haltung des Pferdesin Erster Hilfe für Mensch und Pferdim Lesen von topographischen Karten im Umgang mit dem Kompass oder dem GPSim Straßenverkehrsrechtim Wald- und Forstgesetzim Tierschutz

Reisepartner Pferd

Ein Pferd wird nicht als Wanderfahrpferd geboren, es wird dazu gemacht. Das heißt, grundsätzlich eignet sich jedes gut gefahrene Pferd zum Wanderfahren, egal welcher Rasse es angehört. Es sollte lediglich ein paar Grundeigenschaften mitbringen, den Rest macht die Übung …

Das ideale Wanderfahrpferd

Wanderfahren bedeutet, für längere Zeit oder zumindest mehrere Stunden am Tag unterwegs zu sein. Dies setzt eine gewisse Zähigkeit und Ausdauer des Pferdes voraus. Das ideale Wanderfahrpferd sollte deshalb gesund und „volljährig“, das heißt, in seiner körperlichen Entwicklung komplett abgeschlossen sein.

Das Exterieur , die äußere Erscheinung, spielt bei unserem Kameraden eine weniger wichtige Rolle als das Interieur , also der Charakter oder die inneren Eigenschaften des Pferdes. Charakterlich sollte das Pferd über genügend Selbstbewusstsein verfügen, gute Nerven haben, relativ scheufrei und verkehrssicher sein, sich überall anbinden lassen und ein angenehmes Sozialverhalten gegenüber anderen Pferden an den Tag legen. Es muss in stressigen Situationen regulierbar bleiben und in fremder Umgebung „abschalten“ können, um genügend Ruhe zu finden. Dazu zählt auch, ungewohntes Futter und Wasser aufzunehmen.

Korrekte Stellung der Gliedmaßen, gesunde Beine und gute Hufe sind wichtig, da man beim Wanderfahren viel auf harten Böden unterwegs sein kann.

Das Pferd muss in der Lage sein, den Umtrieb einer Wanderfahrt wegzustecken und auch draußen übernachten können. Wichtig ist, dass es die Hilfen des Fahrers, auch nach längerer Fahrt, annimmt und kooperativ bleibt.

Gut zu wissen

Nervenstärke, Verlässlichkeit und ein gutes Sozialverhalten sind die Grundeigenschaften des Wanderfahrpferdes!

Stute, Wallach oder Hengst?

Ob Sie mit einer Stute oder einem Wallach unterwegs sind, macht keinen Unterschied. Beides wird unproblematisch verlaufen. Anders sieht es aus, wenn Sie mit einem Hengst on Tour gehen. Auch wenn der Hengst gut erzogen ist, wird es sicherlich bei der Quartiersuche nicht einfach werden, eine geeignete Unterstellmöglichkeit für ihn zu finden. Ein Hengst benötigt eine ausbruchsichere Box und beim Rasten einen Platz, der möglichst weit entfernt von den anderen Pferden ist. Mit einem Hengst unterwegs zu sein bedeutet, immer auf der Hut sein zu müssen. Das stresst Pferde und Menschen!

Die richtige Haltung

Die Haltungsform unseres Wanderfahrkameraden muss auf die Wanderfahrerei abgestimmt werden. Das Pferd sollte also einen Großteil des Tages draußen verbringen. Ideal ist es, das Pferd in einem Offenstall zu halten oder bei Boxenhaltung auf ganztägigen Auslauf zu achten.

Genügend Bewegung zur Stärkung des Bewegungsapparates, wechselnde Temperaturen zur Abhärtung, ausreichende Lichteinwirkung für die Psyche und das Hormonsystem, frische Luft für die Atemwege sowie soziale Kontakte für das psychische Wohlbefinden tragen zur Gesundheit und Motivation des Pferdes bei.

Die Offenstallhaltung kommt den natürlichen Bedürfnissen des Pferdes am nächsten und härtet Ihr Pferd ab.

Füttern und Tränken beim Wanderfahren

Eine Notfutterration für die Pferde sollte immer auf dem Wagen Platz finden.

Der Futterbedarf unseres Pferdes richtet sich nach der Rasse, dem Alter, der Futterverwertung, der Haltungsform, dem Temperament und natürlich der ihm abverlangten Leistung. Wir sprechen deshalb auch vom Erhaltungs- sowie Leistungsbedarf.

Der Erhaltungsbedarf ist der Bedarf, bei welchem die Pferde keine besondere körperliche Leistung erbringen müssen. Das heißt, sie werden nicht gefahren und nicht geritten. Es geht hierbei rein um den Erhalt der Körpermasse und die Funktionen des Organismus.

Der Leistungsbedarf deckt die Energie- und Nährstoffzufuhr, die für eine größere Leistung benötigt werden. Das heißt für Ihr Wanderfahrpferd, dass bei leichter Arbeit – etwa eine Stunde Arbeit am Tag – 25% Futterzuschlag auf den Erhaltungsbedarf aufgerechnet werden. Bei mittlerer Arbeit – etwa zwei bis drei Stunden im Geschirr – kommen 25 bis 50% Futterzuschlag hinzu und bei schwerer Arbeit – mehrstündige Arbeit – werden mehr als 50% auf den Erhaltungsbedarf angerechnet.

Verbrennt Ihr Pferd mehr Energie, als Sie ihm zufüttern, wird sein Körper auf eigene Reserven zurückgreifen und es nimmt ab. Ist Ihr Pferd unterbeschäftigt und frisst mehr als es verbraucht, nimmt es zu.

Passen Sie die Futterrationen rechtzeitig auf die Gegebenheiten bei der Wanderfahrt an. Vermeiden Sie schnelle Futterumstellungen oder Änderungen bei der Zusammenstellung der Rationen. Denken Sie auch an das sorgsame Anweiden, da die Pferde je nach Rastplatz oder Quartier unter Umständen die Möglichkeit zum Grasen haben. Nehmen Sie auf die Reise etwas von dem gewohnten Rau- und Kraftfutter mit. Auch ein kleiner Heuballen findet vielleicht noch auf dem Wagen Platz. Er sollte jedoch vor Schmutz und Nässe durch eine Plane geschützt werden, das Kraftfutter wird ebenfalls wasserdicht verpackt. Ist es Ihnen nicht möglich, Futter mitzunehmen, sollten Sie Grundkenntnisse über Futterarten und -qualitäten haben, um sie vor Ort in den Quartieren überprüfen zu können.

Damit die Pferde während einer eingeplanten Rast etwas Kraftfutter aufnehmen können, bieten sich zusammenfaltbare Futtereimer an. Dieser kann dem Pferd mit einem Halsriemen ganz einfach umgehängt werden. Aber auch daran sollten Sie das Pferd erst gewöhnen.

Zehn Regeln zur Fütterung

Stellen Sie dem „Dauerfresser“ Pferd regelmäßig Futter zur Verfügung. Füttern Sie genügend Raufutter! Das Pferd kann sich nur von Rau- oder Grünfutter ernähren, jedoch nie allein von Kraftfutter!Füttern Sie immer zuerst Raufutter und dann Kraftfutter, damit das Pferd gut einspeichelt und der Darm tätig wird. Pferde müssen an unregelmäßige Fütterungszeiten gewöhnt werden, da es unterwegs nicht immer möglich ist, gewohnte Zeiten einzuhalten.Achten Sie auf gute Futterqualität. Das Heu und auch der Hafer müssen genügend lange abgelagert sein. Bieten Sie niemals schimmeliges, fauliges oder gärendes Futter an!Der Pferdemagen ist relativ klein und das Fassungsvermögen durch seine Form nicht sehr groß. Verteilen Sie deshalb die Futtergabe auf mehrere kleinere Portionen am Tag.Um die Darmflora zu erhalten, füttern Sie regelmäßig Rau- oder Grünfutter. Der Verdauungsapparat sollte nie länger als vier Stunden ohne Futter sein – Gesundheitsgefahr!Vermeiden Sie schnelle und ungewohnte Futterumstellungen – Kolikgefahr!Nach dem Füttern sollten Sie die Pferde eine gute Stunde ruhen lassen, bis Sie die Weiterfahrt fortsetzen.Geben Sie unmittelbar nach der Fahrt Ihrem Pferd kein Kraftfutter. Der Verdauungstrakt ist noch nicht voll arbeitsfähig, da sich alles Blut noch in den Muskeln befindet.Schweißverlust erhöht den Mineralstoffbedarf. Beugen Sie Mangelerscheinungen vor, indem Sie den Pferden einen Mineralleckstein anbieten oder Elektrolyte ins Futter oder Trinkwasser geben.

Pferde trinken je nach Größe, Aktivität und Witterung mindestens 30 bis 60 Liter am Tag. Das Wasser sollte stets frisch und einwandfrei sein und die Tränkbehältnisse sauber. Tränken Sie Ihr Pferd vor dem Füttern und auf jeden Fall noch einmal vor der Abfahrt. Bei längeren Fahrten bieten Sie Ihrem Pferd zwischendurch, etwa alle zwei Stunden, Wasser nach Bedarf an. Das Wasser darf nicht eiskalt sein, da sonst Kolik gefahr besteht. Zum Tränken eignen sich faltbare Wassereimer, die sich sehr gut verstauen lassen, oder auch normale Plastikeimer. Das Wasser können Sie in Kanistern mitführen oder Sie bedienen sich an sauberen Quellen und Bächen, die auf topographischen Karten eingezeichnet sind.

Wasser ist wichtig – tränken Sie Ihre Pferde bei jeder Rast!

Gesundheit und Vorsorge

Sind Sie länger auf Tour, kommen Sie meist nicht drum herum, in verschiedenen Quartieren Halt zu machen. Damit Ihr Pferd dabei gesund bleibt, können Sie schon vorbeugend einiges tun.

Impfungen

Ein Kontakt zu fremden Artgenossen ist auf Reisen unabdingbar. Leider kann es dadurch zur unerwünschten Übertragung von Krankheiten kommen. Entsprechende Impfungen gegen Wundstarrkrampf, Influenza und Herpes beugen hier vor. Auch Gastgeber fragen, um den eigenen Bestand zu schützen, meist nach dem Equidenpass , um sicherzugehen, dass die Gastpferde durchgeimpft sind.

Jedes Wanderfahrpferd sollte dringend gegen Tollwut geimpft sein, da man in der freien Natur unterwegs ist und die Pferde vielleicht auch mal unter freiem Himmel auf einer Weide oder einem selbst abgesteckten Paddock übernachten müssen.

Beginnen Sie rechtzeitig mit den schützenden Impfungen! Impfungen wie Tetanus, Influenza und Herpes müssen grundimmunisiert werden. Das heißt, bis das Pferd ausreichend geschützt ist, dauert es eine Weile. Versäumen Sie auch nicht die Folgeimpfungen, da sonst der Impfschutz verlorengeht. Alle Impfungen werden im Equidenpass vermerkt. Führen Sie diesen immer auf dem Wagen mit!

Gut zu wissen

Impfungen können Nebenwirkungen mit sich bringen, deshalb sollte das Pferd nach jeder Impfung mindestens drei Tage geschont werden!

Wurmkuren

Pferde sollten regelmäßig, mindestens drei- bis viermal im Jahr entwurmt werden. Wurmbefall kann die Leistungsfähigkeit Ihres Pferdes stark einschränken und im schlimmsten Fall zu Abmagerung, Kolik und sogar zu Organversagen führen. Nach einer Wanderfahrt mit Auswärtsübernachtung ist es empfehlenswert, das Pferd erneut zu entwurmen, um auf der sicheren Seite zu sein. Wechseln Sie dazu stets die zu verwendenden Wurmmittel, damit die Würmer keine Resistenzen entwickeln können. Bei der Wahl der Wurmpräparate hilft Ihnen Ihr Tierarzt sicher weiter.

Hufschutz

Unser Wanderfahrpferd benötigt auf den meisten Strecken einen entsprechenden Hufschutz, da die Wege überwiegend befestigt oder asphaltiert sind. Hinzu kommt, dass 20 bis 30 km am Tag auch den härtesten Huf herunterraspeln würden.

Der gebräuchlichste Hufschutz ist heutzutage immer noch der Eisenbeschlag. Der Vorteil ist, dass jeder Hufschmied unterwegs auf diese Beschlagsart eingestellt ist und entsprechendes Material am Lager hat. Da sich auch Eisen abnutzen, können Vidia-Nägel eingesetzt werden, die aus gehärtetem Stahl bestehen. Diese schützen das Eisen vor Abnutzung und mindern die Rutschgefahr am Berg.

Gut zu wissen

Sie können die Hufschuhe mit Leuchtfarbe besprühen, damit sie im Gelände schneller wiederzufinden sind. Schutz vor Wundreiben bieten Socken, die Sie über den Huf ziehen, bevor Sie den Hufschuh anlegen.

Kunststoffbeschläge haben sich auf längeren Fahrten nicht sehr bewährt, da sie sich zu schnell ablaufen. Der Beschlag mit Eisen ist also wirtschaftlicher. Dennoch greifen manchmal auch Wanderfahrer zu Kunststoffbeschlägen, die zum einen positiv stoßdämpfend wirken und zum anderen auf Asphalt weniger rutschen. Auf feuchtem Gras wird das Fahren allerdings zur Schlitterpartie, ganz abgesehen von dem verfrühten Abrieb.

Alternativ gibt es Hufschuhe in verschiedenen Ausführungen, die über den Barhuf gezogen werden. Hufschuhe sind für eine Wanderfahrt ebenfalls kaum geeignet. Sie müssen gut angepasst sein, da sie sonst abfallen können oder den Fessel- und Ballenbereich der Pferde durch die Dauerbelastung einer Wanderfahrt aufscheuern. Seien Sie sich darüber im Klaren, dass eine Weiterfahrt beim Verlust eines Hufschuhs sowie bei Wunden am Pferdebein unmöglich wird.

Fazit: Hufschuhe oder Kunststoffbeschläge sind zwar ganz gute Alternativen, aber mit einem traditionellen Eisenbeschlag können Sie sicherlich sorgloser auf die Reise gehen.

Hufschuhe müssen perfekt sitzen!

Das ideale Wanderfahrpferd …

lässt sich problemlos überall anbindenbleibt sicher auf Kommando in jeder Situation still stehenkann auch in einer Kolonne an jeder Position gefahren werden und duldet, dass sich andere Gespanne aus der Kolonne entfernengeht auch in schwierigem Gelände sicher voraus und ist dabei absolut zugfestlässt sich durch nichts aus der Ruhe bringenist verkehrssicher geht über Brücken, durch Unterführungen, über Bahngleise etc.ist bergauf wie bergab trittsicherfrisst und trinkt aus allen ihm angebotenen Behälternkennt Paddocks aus Elektrozaun lässt sich problemlos verladen, beschlagen und untersuchen

Ausbildungsziele

Eine Wanderfahrt ist immer ein kleines Abenteuer, das Sie und Ihr Pferd auf die Probe stellt. Es ist ein Gerücht, dass Mensch und Pferd für eine Wanderfahrt keine besondere Ausbildung bräuchten, weil man ja „nur“ entspannt durch die Lande fährt. Die Realität sieht jedoch anders aus.

Für eine Wanderfahrt benötigen Sie einen zuverlässigen und leicht zu fahrenden Partner an Ihrer Seite, der Sie auch in kritischen Situationen nicht im Stich lässt! Dies bedeutet: Ausbildung tut Not!

Cool und gelassen mit wachem Blick – das ideale Wanderfahrpferd.

So … das wären nun die gewünschten Eigenschaften unseres Wanderfahrpferdes. Bis jedoch diese Ziele alle erreicht sind, ist es ein langer Weg. An erster Stelle steht das Vertrauen zwischen Mensch und Pferd, das geschaffen und gefestigt werden muss. Fahrer und Pferd müssen zusammenwachsen.

Viele verschiedene Ausbildungsmethoden können zu diesem gewünschten Erfolg führen. Bodenarbeit, Longieren, Gymnastizieren des Pferdes vor dem Wagen, unter dem Sattel oder an der Doppellonge tragen genauso zum Fortschritt bei wie ein Gelassenheits- oder Clicker-Training. Je mehr Ihr Pferd sieht und gezeigt bekommt, desto gelassener wird es. Die einzelnen Trainingsmethoden hier alle näher zu erörtern, wäre in diesem Buch zu viel des Guten. Im Buchhandel finden Sie einige Werke, die Ihnen bestimmt auf Ihrem Weg weiterhelfen können.

Gut zu wissen

Abwechslungsreiches Training steigert den Erfolg und ist gut für die Gesundheit und Psyche des Pferdes.

Fit for fun – Training des Pferdes

Eine Wanderfahrt setzt voraus, dass unser Partner Pferd eine gewisse Kondition mitbringt, um gesund und motiviert mitzuarbeiten. Es genügt nicht, das Pferd nur gelegentlich zu bewegen, sondern es bedarf einer guten und planvollen Vorbereitung.