Warum ich links bin … - Leo Fischer - E-Book

Warum ich links bin … E-Book

Leo Fischer

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Beschreibung

Wie eine Deutschlehrerin ein Symbol für Satire und gleichzeitig eine Allegorie auf die Komik sein kann. Leo Fischer widmet sich der Analyse des linken Denkens und der Gestalt und Aufgabe der Satire. "Die beste Satire spricht immer das aus, was alle zu denken glauben, und entlarvt es dadurch als reines Nichtdenken."

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Seitenzahl: 17

Veröffentlichungsjahr: 2015

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Leo Fischer

Warum ich links bin …

… und immer noch meine Deutschlehrerin hasse

Im tiefsten Bayern, dort, wo die Sonne schallend lacht und doch nirgendwo niemandem ein Licht aufgeht, da ging ich zur Schule. Meine Eltern hatten genug mit ihrem beruflichen Fortkommen zu tun und überließen es daher mir, meine Ausbildung nach Gutdünken zu planen; sie wollten in erster Linie in Ruhe gelassen werden. So hatte ich mir aus freien Stücken das humanistische Gymnasium ausgesucht, wegen einer gewissen Begeisterung für das Lateinische. Die wiederum entstammte einem Buch über Sternzeichen, das ich zu diesem Zeitpunkt in der Buchhandlung Bücherwurm erworben hatte. Das Wichtigste an diesem Buch war, dass die Sterne mit radioaktiver Farbe gemalt waren und deshalb im Dunkeln leuchteten (heute würden sich Eltern hüten, ihren Kindern so etwas Schädliches in die Hände zu geben; die Sternzeichenbücher bestehen aus Holz oder werden gleich aufs Tablet geladen). Das Zweitwichtigste waren aber die lateinischen Namen der Sternzeichen selbst, die mir wie aus einer anderen Welt schienen, poetisch und wunderbar sinnlos. Es wollte mir schier nicht in den Kopf, dass die lateinischen Namen dasselbe bedeuten sollten wie ihre deutschen Entsprechungen – darum waren sie doch auf Latein, damit sie etwas gänzlich anderes bedeuteten als im Deutschen, etwas vollkommen Unaussprechliches, das eben nur im Lateinischen zu sagen war. Zugegeben, ich war ein dummes Kind, den Kopf bis zum Rand gefüllt mit dummem Zeug, bin es immer auch geblieben, und in meiner Dummheit entschied ich mich für das Lateingymnasium, nicht nur irgendeines, sondern das konservativste am ganzen Ort. Es war die ehemalige »Poetenschule«, wo in der Hauptsache die katholische Intelligenzija herangezüchtet wurde, zu dienen in der Kirche und der ihr angeschlossenen CSU.

Irrenhaus, Theater der Niedertracht