Warum nur davon träumen? - Alexandra Berger - E-Book

Warum nur davon träumen? E-Book

Alexandra Berger

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Beschreibung

Alles, was Frauen zum Thema Liebe, Lust und Leidenschaft schon immer wissen wollten Alexandra Berger und Andrea Ketterer sprechen offen alle Fragen der weiblichen Lust an -von Vorspiel über Liebespraktiken, Sex in verschiedenen Lebensphasen bis hin zu Cybersex - und zeigen, wie Erotik auch in langjährige Beziehungen zurückkehren kann. Sie entlarven klassische Missverständnisse, wissen Rat, wenn er mal einen Hänger hat und sie gar nichts mehr antörnt. »Ganz nebenbei eignet sich das Buch als Fortbildungslektüre für Männer; sie erfahren alles, was sie schon immer über Frauen wissen wollten...« Der Spiegel   

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Seitenzahl: 433

Veröffentlichungsjahr: 2013

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Alexandra BergerAndrea Ketterer

Warumnur davonträumen?

Was Frauen über Sexwissen wollen

Deutscher Taschenbuch Verlag

Aktualisierte Neuausgabe 2007

© Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München

Das Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist nur mit Zustimmung des Verlags zulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.Rechtlicher Hinweis §44 UrhG: Wir behalten uns eine Nutzung der von uns veröffentlichten Werke für Text und Data Mining im Sinne von §44 UrhG ausdrücklich vor.

Konvertierung Koch, Neff & Volckmar GmbH,

KN digital – die digitale Verlagsauslieferung, Stuttgart

eBook ISBN 978-3-423-42191-1 (epub)

ISBN der gedruckten Ausgabe 978-3-423-34428-9

Ausführliche Informationen über unsere Autoren und Bücher finden Sie auf unserer Website

www.dtv.de/ebooks

Die nackte Wahrheit

Ist Sex eigentlich schwierig? Muss wohl so sein. Gäbe es sonst zu diesem Thema so viele Artikel in Frauenzeitschriften, jährlich einen riesigen Stapel neuer Ratgeber und unzählbare Internetseiten? Viele Menschen scheinen zu glauben, dass in ihrem Sexleben irgendetwas nicht richtig läuft. Stimmt schon, das ganze Leben ist schneller, anstrengender, stressiger, komplizierter geworden. Davon bleiben unsere Partnerschaften nicht verschont. Die meiste Energie und Zeit müssen wir in Ausbildung, Job und Kinder investieren. Da bleibt für die Beziehung nicht viel übrig, geschweige denn für den Sex. Und genau das macht ihn zum Problemfall. Denn eine gute Liebhaberin mit einem aufregenden Sexleben zu sein, gehört zu unserem Bild einer glücklichen, erfolgreichen, modernen Frau. Die Folge: Wir glauben, zu müssen, und vergessen darüber, zu wollen.

Ist Sex denn wirklich so wichtig? Nun, er ist sicher nicht das Wichtigste in der Liebe, nimmt man den Orgasmus als Maßstab. Aber er ist weit mehr als eine lustvolle Entladung sexueller Spannung. Küssen, streicheln, einander spüren ist eine innige Form der Kommunikation, die durch nichts zu ersetzen ist. Sie schenkt Nähe, Intimität, Geborgenheit, Wärme. Durch sie finden Paare nach einem Streit wieder zusammen, zeigen einander, wie wichtig und einzigartig sie füreinander sind, wie sehr sie einander schätzen. Deshalb spüren wir so schmerzlich, wenn dieser Ausdruck der Liebe fehlt.

Ein funktionierendes Sexleben beeutet nicht, jeden Abend übereinander herzufallen oder ausgefallene Techniken zu beherrschen. Es bedeutet, den Sex zu kennen und zu leben, der einem guttut. Dazu will dieses Buch Inspiration sein und konkrete Anregungen liefern.

Dies ist ein Buch für Frauen. Wir haben versucht uns von allen Tabus und Klischees zur weiblichen Sexualität zu lösen. Alle Themen so darzustellen, dass sie Frauen gerecht werden. Ob es um sinnliche Vorspiele geht, klitorale und vaginale Orgasmen, sanfte Fesselungen oder Perversionen. Frauen kommen zu Wort und Ergebnisse aus der Wissenschaft werden angesprochen.

Es gibt Kapitel, bei denen Sie (hoffentlich) schmunzeln können, das eine oder andere Aha-Erlebnis haben; Kapitel, die Sie in Ihren lang gehegten Gedanken bestärken und Zweifel auflösen, die Ihnen praktisch und theoretisch neue Impulse geben, und die Sie vor allem dazu inspirieren sollen, Ihre sexuellen Grenzen zu erweitern.

Zur Einführung ein paar grundsätzliche Gedanken zum Sex, die jeder Frau im Kopf herumgeistern. Es sind genau die Ängste, Probleme und Tabus, die sich durch eine neue Betrachtungsweise weiblicher Sexualität lösen lassen. Sie werden diese Thesen überall in den verschiedenen Kapiteln des Buches wiederfinden.

Wissen Sie wirklich alles über Sex?

Klar. Die Zeitschriften sind ja schließlich voll davon. Da steht geschrieben, wie man es macht, wie oft und wie es noch schärfer wird. Aber was davon haben Sie tatsächlich in Ihr Sexleben übernommen? Sie wissen zwar, was die SM-Szene praktiziert, aber haben Sie sich schon mal fesseln lassen? Sie wissen auch, dass Bisexuelle doppelten Spaß haben, aber haben Sie nicht mit einem Partner schon Stress genug? Sie sind nicht allein. Umfragen zufolge kann sich unser theoretisches Wissen sehen lassen, aber wenn’s um die Praxis geht, lässt sich vorsichtshalber niemand unter die Decke gucken. Denn trotz der Aufklärung und Enttabuisierung haben viele Frauen nach wie vor ein unbefriedigendes Sexleben. Unter anderem liegt es daran, dass die Forschung bisher die weibliche Sexualität an der des Mannes gemessen hat: Demnach wurden Frauen die gleichen Bedürfnisse unterstellt, sie sollten auf die gleichen Reize reagieren und ihr Körper sollte genauso funktionieren wie der männliche. Und diese »Erkenntnisse« haben die Öffentlichkeit natürlich maßgeblich beeinflusst. Ihre scheinbare Unvollkommenheit hat Generationen von Frauen schweigen lassen. Erst neueste Forschungen und auch die Sexualwissenschaften mit feministischem Ansatz beginnen das Bild zurechtzurücken.

Es ist an der Zeit, dass die Frauen mit großem Selbstvertrauen und Selbstverständnis zu ihrer – weiblichen – Sexualität stehen können. Ein wichtiger Schritt, um mehr Lust zu haben und sich individuelle Wünsche zu erfüllen.

Was ist guter Sex?

Sie schlafen mit Ihrem Partner nur drei- bis viermal im Monat. Ist das zu wenig? Den Sexprotzen nach ist alles unter vier Mal die Woche nicht erwähnenswert. Sind die ehrlich, sind sie wirklich befriedigt? Vermutlich bewegen Sie sich mit Ihrer Frequenz im allgemeinen Durchschnitt. Sie sind deshalb nicht lustlos, lieblos oder verklemmt. Natürlich gibt es Phasen, in denen man gar nicht aus dem Bett herauskommt, es gibt aber auch Zeiten, in denen Sie an alles andere, nur nicht an Sex denken. Dann haben Sie vermutlich keine Energie, keine Muße oder keine Gelegenheit, aber ein Problem haben Sie deshalb nicht. Lassen Sie sich durch die Aufschneiderei anderer nicht unter Druck setzen.

Das Gleiche gilt für den Sex mit oder ohne Orgasmus. Genießen Sie das Liebesspiel, auch wenn Sie nicht zum Höhepunkt kommen. Für das weibliche Lustempfinden hat der Orgasmus keine so große Bedeutung. Allein der Weg zum Ziel kann oft befriedigend sein. Für den Mann scheint dagegen Sex ohne Orgasmus schlicht wertlos.

Frauen sind leidenschaftlich. Warum nur müssen sie ihre pure Lust als »wahre Liebe« rechtfertigen? Und warum ist es ihnen unangenehm, beim Sex die Kontrolle zu verlieren? Haben sie Angst, das Bild zu zerstören, das sie von sich aufgebaut haben? Nicht ausgelebter Sex ist halber Sex! Da können Frauen ausnahmsweise etwas von Männern lernen: Sie denken nicht lange darüber nach, sie machen einfach. Und sie benutzen Sex auch nicht als Erpressungsmittel – wie es Frauen gerne tun. Beim Spiel mit Liebesentzug können Sie auf Dauer nur verlieren. Spontaneität und Unbefangenheit, die wesentlichen Merkmale des Sex, werden zerstört. Wenn es denn überhaupt sein muss, verlegen Sie Ihre Machtkämpfe auf anderes Terrain.

Um guten Sex zu haben, muss man nicht: eine Meisterin mit der Peitsche sein, die ausgefallensten Kamasutra-Stellungen beherrschen, heißen Draht zu Cybersex oder gleich viel Spaß mit Peter und Petra haben. Vor lauter Rummel um extravaganten Modesex haben die meisten vergessen, was ihnen wirklich guttut. Oder halten Sie sich für spießig, wenn Sie eigentlich Kuschelsex in der Missionarsstellung allem anderen vorziehen? Sagen wir mal so: Nichts gegen Ihre Standardnummer, manchmal gibt es eben nichts Schöneres – aber wenn man das Liebesleben nicht hin und wieder aufpeppt, verliert es seinen Reiz. Die Ausflüge müssen ja nicht gleich im SM-Keller enden.

Sind Sie auch so schlecht im Bett?

Sind gute Liebhaberinnen irgendwie lustvoller? Was haben sie, was ich nicht habe? Kennen sie eine wahnsinnige Technik, können sie sich in Szene setzen wie Mata Hari? Beißen sie, jauchzen sie? Was flüstern sie wohl den Männern ins Ohr, dass deren Blick sich so verklärt? Ganz einfach: Eine gute Liebhaberin ist, die sich so akzeptiert, wie sie ist. Und sich das nimmt, was Lust bereitet. Voraussetzung: vor sich selbst eine gute Liebhaberin zu sein. Erst dann kann der Funke auf den Mann überspringen.

Ja, wie sehen Sie denn aus?

Vermutlich haben Sie zu viel Speck am Bauch, einen nicht mehr vorzeigbaren Busen und einen Hängepo. Zum Glück kennen Sie eine Menge Tricks, um beim Sex trotzdem eine gute Figur zu machen: Im Schlafzimmer ist es immer hübsch dunkel, Sie ziehen sich selbstredend niemals vor seinen Augen aus, Sie können ziemlich lang die Luft anhalten, damit der Bauch flach bleibt … Genug der Gemeinheiten. Aber man kann gar nicht deutlich genug darauf hinweisen, wie Frauen sich mit ihrem Schönheitsideal mächtig unter Druck setzen und sich den Spaß am Sex verderben. Denken Sie mal in Ruhe darüber nach, wofür Sie sich eigentlich so schämen, dass Sie glauben, sich verstecken zu müssen. Zeigt der Spiegel tatsächlich etwas Hässliches oder entspricht das, was Sie da sehen, nur nicht irgendeinem Idealbild? Männer haben da einen viel liebevolleren Blick für den weiblichen Körper. Sie sehen ihn als Einheit, als sinnliches Gesamtkunstwerk. Doch wieder etwas, das wir von den Männern lernen können …

Schweigen ist Silber, Reden bringt Erfolg

Wir reden andauernd über Sex. Nach dem Kino, aufgrund einer Schlagzeile in der Zeitung, mit Freunden, Bekannten, Kolleginnen, jeder hat etwas dazu zu sagen. Aber wenn es darum geht, das eigene Sexleben zu gestalten, verstummen plötzlich alle. Keiner traut sich zu sagen, wie er es wirklich mag. Frauen quälen sich lieber jahrelang mit falschen Stellungen herum, lassen ihre Klitoris wund rubbeln, wagen nicht einzufordern, was sie stimuliert, und sei es nur, dass er ihre Brüste küssen soll. Zugegeben, es ist nicht so einfach, die richtigen Worte zu finden. Vor allem, wenn man seit Jahren geschwiegen hat. Aber wir sind alle keine Hellseher, Männer schon gar nicht. Wie lange wollen Sie denn noch auf besseren Sex verzichten, auf die Befriedigung Ihrer Wünsche? Schließlich wollen wir nur das immer wieder haben, das uns wirklich guttut und Spaß macht. Wenn Sie immer nur warten, dass etwas von allein passiert, dann wird sich nie etwas ändern. Noch dazu ist es lieblos und unfair, dem Partner nicht die Chance zu geben, sich als guter Liebhaber zu beweisen, und ihm nicht mit ein paar konkreten Hinweisen auf die Sprünge zu helfen.

Zärtliche Ouvertüre

Manchmal reicht es eben nicht, wenn er Blumen mitbringt … Frauen wollen mehr, bevor sie den Sex zelebrieren. Sie träumen von einem Bad in Rosenblättern, von einer sinnlichen Massage zu zweit, von einem Liebesmahl und von viel, viel Zeit, um alles zu genießen. Nicht gleich »zur Sache kommen«, erst einmal ausgiebig spielen, reizen, küssen, streicheln. Um den Kopf auszuschalten und um dem Körper Wohlbefinden zu verschaffen. Entspannung ist der erste Schritt zur großen Lust.

Der spontane Reiz, der schnelle Sex ist deshalb nicht zu verachten, keine Frage. Aber Vorspiele sind auch dazu da, in das Sexleben eines Paares Abwechslung zu bringen. Als Stimulierung der Sinnlichkeit. Als rauschhafte, allumfassende Intimität zwischen zwei Menschen. Und wer sagt, dass Männer das nicht genauso genießen könnten und mitspielen wollten? Sie sind im Allgemeinen nur etwas dickfelliger, aus Hast, aus Gier, aus mangelndem Gespür dafür, was die Partnerin empfindet. Es gibt einige Naturtalente, die aufmerksam und experimentierfreudig sind, und die sich auch hingeben können. Die anderen (anteilig leider mehr als die Erstgenannten) müssen lernen, dass sich eine Liebesbeziehung entwickeln kann und sollte, dass man dafür aber Risiken eingehen muss. Etwas riskieren heißt in diesem Fall, sich verletzlich zeigen. Und das ist in der Definition von »Männlichkeit« nicht unbedingt vorgesehen. Männer müssen von ihrem Glück überzeugt werden.

Das Vorspiel umfasst sämtliche erotischen Annäherungsvariationen »außer dem einen«. Vorspiel heißt, alles erforschen, alles betasten, alles berühren, neugierig sein, Schamlosigkeit wagen, Nähe und Vertrautheit spüren. Den Körper so zu wecken und erotisch aufzuladen, dass er zu einer einzigen erogenen Zone wird.

Liebesbeziehungen funktionieren (auf Dauer) nicht nach dem Zufallsprinzip – die beiden Beteiligten müssen etwas dafür tun. Ideen und neue Vorschläge tragen viel dazu bei, das Interesse wachzuhalten und keine Langeweile aufkommen zu lassen. Variieren Sie die Ouvertüre, die Einleitung zum Eigentlichen, es ist ein Spiel mit unglaublichen Möglichkeiten und unendlich vielen Regeln, die Sie ganz persönlich wählen.

Bevor die schönsten Vorspiel-Spiele vorgestellt werden, sollten Sie erforschen, wo Ihr Körper am empfindlichsten ist.

Die erogenen Zonen

»Ein Kuss auf die rechte Seite meines Halses hat beim Liebesspiel schon manchmal meinen ersten oder auch noch einen weiteren Orgasmus ausgelöst. Es fängt mit einem Gefühl genau an dieser Stelle an, dann läuft es kribbelnd zum Nacken und weiter den Rücken runter über das Becken, bis ich es in der Scheide spüre.«

Ohne dass die Genitalzone auch nur berührt werden muss, sind Liebkosungen des Körpers für einige Frauen der Start ins Glück. Manchmal reicht die unbeabsichtigte Berührung eines Fremden, um regelrecht elektrisiert zu werden. Der Körper hat viele geheime Stellen, die hochsensibel reagieren. Überall unter der Haut, dem größten Sinnesorgan des Menschen, enden Nerven, manche versteckt und vereinzelt, manche dicht gebündelt und fast ungeschützt. Wird die Haut gestreichelt, werden diese Nervenenden stimuliert, die in allen wichtigen Körperteilen liegen – in Kopf, Fingern, vor allem in den sogenannten erogenen Zonen, den Lippen, den Brüsten und den Genitalien. Dort Reaktionen hervorzuzaubern durch Küssen, Streicheln, Massieren, ist keine große Kunst. Die Kunst beginnt erst bei den weniger offensichtlichen, jedem Menschen ganz eigenen erogenen Zonen. Die gilt es zu suchen, zu erforschen, zu finden. Wissen Sie ganz genau, wo diese bei Ihnen liegen? Eine oder mehrere Stellen, bei deren Berührung es Sie von Kopf bis Fuß angenehm durchzuckt. In der Armbeuge vielleicht? Unter den Rippenbögen? In der Handinnenfläche? An einem bestimmten Punkt zwischen Hüftknochen und Nabel? Alles erkunden! Dazu brauchen Sie Zeit. Streicheln Sie, testen Sie, finden Sie Ihre Methode, diese Punkte zu erregen: ganz sanft, mit verstärktem Druck, kreisend massieren, zupfen oder einfach nur immer wieder in großen Bögen rhythmisch darübergleiten. Lernen Sie Ihren Körper und seine Regungen, seine Impulse, seine Grenzen kennen, spüren Sie jedem Ablauf nach.

Schöner ist es natürlich, wenn der Partner diese »Knöpfe« bei seinen Forschungsreisen auf Ihrer Haut entdeckt. Geben Sie ihm Rückmeldungen, wo es Ihnen und wie es Ihnen guttut, durch Lachen, genießerisches Murmeln, durch ein deutliches »Ja, da ist es schön!« oder Bewegungen mit dem Körper. Gehen Sie seinen Händen, seinen Lippen, oder was er sonst noch alles einsetzt, entgegen; weichen Sie ihm erkennbar aus, wenn Ihnen eine bestimmte Stelle unangenehm ist. Und wie köstlich ist es, die warme, weiche Haut und den Körper des Partners auf diese Weise zu entdecken!

Groß war seine Lust. Nicht zu bändigen seine Leidenschaft. Gierig machte er sich an ihr zu schaffen, saugte kräftig mit seinem Mund an ihrem, die rechte Hand streichelte unaufhörlich ihren Hals, über die Schulter hinunter zum Busen, um dort in einer großen Kurve den Weg wieder nach oben zu nehmen. Die linke Hand knibbelte unterdessen an ihrem linken Busen. Da, plötzlich waren auch die Lippen zur Stelle, als sich langsam sein rechtes Bein an ihrem inneren Oberschenkel nach oben zog und der große Zeh von links ihre Kniekehle massierte …

Ein Zauberer, ein Allround-Künstler? Nein, einer, der es mit dem Streicheln und Liebkosen gut meint, aber leider noch nicht weiß, dass man sich hübsch langsam und immer besinnlich mit den diversen Körperstellen befassen sollte:

Haare

Mit den Fingern durch die Haare fahren oder sanft an ihnen ziehen. Der Haaransatz am Hinterkopf ist weniger empfindlich, dort kann man schon etwas kräftiger zulangen und den Kopf leicht in den Nacken ziehen – so liegt der Hals frei, um ihn zu küssen! Auch eine Kopfhautmassage wirkt sehr erregend – wenn dabei noch Liebesschwüre geflüstert werden …

Augenlider

Ein leichter Kuss auf die zarten Lider, ein (trockenes) Lecken oder allein das Berühren nur mit den Lippen ist sehr intim.

Mund

Die Lippen gehören zu den klassischen erogenen Zonen, sie sind hochsensitiv – sie reagieren auf Küssen, Saugen, kleine Bisse, Lecken an den Mundwinkeln. Ob leidenschaftlich, hauchzart oder provozierend forsch. Am besten alles ausprobieren.

Ohr

Das Spiel mit den Ohren kann sehr erregend sein. Anscheinend gibt es eine direkte Nachrichtenleitung von dort in die Vagina (oder zum Penis). Vorsichtig die Ohrenfalte mit den Fingern oder den Lippen erkunden. Hauchen. Das Ohrläppchen berühren, zart daran knabbern. Nie zu tief ins Ohrinnere eindringen, nie mit schlabbernasser Zunge, und immer daran denken, wie laut es sich für den Partner anhört, wenn gesaugt, geblasen, mit den Lippen geschmatzt wird.

Hals

Küssen, Zungenberührungen und zartes Saugen hat bisher jedem Hals gefallen. Nicht nur wegen der angenehmen Gänsehaut! Bei Männern ist vor allem der Adamsapfel sehr empfindlich. Und der Nacken ist für Kraulen oder heißes Hauchen zu begeistern.

Achseln

Alle stark behaarten Stellen des Körpers gelten als nicht besonders empfänglich für erotische Stimulierung. Mit einer Ausnahme: die Achseln. Mit Fingerspitzen und kreisenden Daumen lassen sie sich gerne verwöhnen.

Armbeuge und Innenseite der Handgelenke

Die Haut ist dort so dünn und durchlässig für sinnliche Signale. Feuchte Küsse tun gut.

Finger

Mit den Daumen sanft die Fingeransätze massieren, zärtliches Knabbern und Saugen an den Fingerspitzen, mit feuchter Zunge an den Seiten entlangfahren, den Mittelfinger in den Mund nehmen und mit der Zunge umkreisen – das heizt ein.

Busen

Jede mag es anders. Kneten, streicheln, küssen, an den Brustwarzen saugen, sie nur leicht berühren oder behutsam quetschen. Es gibt nur wenige Frauen, die eine Stimulation ihrer Brüste ablehnen, die meisten brauchen sie, um richtig in Fahrt zu kommen. Legen Sie selbst Hand an, testen Sie ohne Scham, wie es für Sie am schönsten ist – und zeigen Sie ihm, wie er es machen soll. Die Brustwarzen des Mannes sind nicht so empfänglich (liegt auch an der Behaarung), aber man muss sich ihnen ja nicht ausschließlich widmen. Am stärksten reagieren sie in Kombination mit anderen Streicheleinheiten, zum Beispiel mit der Zunge lecken und dabei mit den Händen bereits den Penis massieren.

Nabel

Er bietet sich geradezu an, die Zunge darin wandern zu lassen. Küssen und streicheln Sie zuerst seine Umgebung, bevor Sie in den Nabel »eindringen«.

Venushügel

Fester, sanft kreisender Druck mit der gesamten Handfläche auf den weichen Schamhügel ist extrem erregend, besonders, wenn sich der Daumen in Richtung Klitoris bewegt.

Klitoris und Vagina

Sie ist zwar klein und zurückgezogen, hat aber eine große Aufgabe. Die Klitoris dient ganz allein der Lust: In ihr liegen unzählige Nervenenden und machen sie damit zum empfindlichsten Punkt Ihres Körpers. Saugen, lecken, streicheln, sie mit Finger oder Zunge umkreisen und schon sendet sie leidenschaftliche Signale. Nicht anders reagieren die Schamlippen und die Vagina auf Liebkosungen – schließlich hat man für sie den Begriff »erogene Zone« erfunden.

Penis

Es gleicht nicht einer dem anderen, und so will der eine wie der andere auch individuell behandelt werden. Auf jeden Fall steht er darauf, (mindestens) von einer Hand fest umschlossen, auf- und abwärts gestreichelt zu werden. Meist ist die Eichel der empfindsamste Teil des Penis, besonders am unteren Rand, wo sie durch ein feines Hautbändchen mit dem Penisschaft verbunden ist. Überhaupt ist der gesamte untere Bereich entlang der »Naht« Richtung Damm die erogene Zone des Mannes. Finger-, Mund- und Zungenfertigkeit sind gefordert!

Hoden

Vorsicht – roter Bereich. Hier kann ein leichtes Klopfen schon unangenehm sein, fester Druck oder zartes Zupfen dagegen angenehmste Gefühle auslösen. Zeigen lassen!

Damm

Der kleine Bereich zwischen Vagina und Anus, auch Perineum genannt, reagiert am liebsten auf Streicheln mit sanftem Druck. Bei Männern ist dieser Bereich ein echter »hot spot«!

Po

Der verträgt einiges: Er will geknetet und massiert werden. Er lässt ungestraft Fingernägel Bahnen ziehen, liebt kleine Bisse, aber auch das zarte Streichen über die feinen Härchen.

Anus

Der mit den Fingern oder Handkante gezeichnete Weg zwischen den Pobacken hin zum Anus ist für viele schon aufregend genug, die sanfte Fingermassage rund um ihn ist unglaublich erotisch und für Paare, die sich gut kennen und sich vertrauen, ist Hauchen und die Stimulierung mit der nassen Zunge das Höchste.

Wirbelsäule

An ihr laufen wichtige Nervenstränge entlang, deshalb spricht die Wirbelsäule auch auf die richtige Stimulierung ganz besonders leicht an. Es gibt viele Varianten, die Wirbelsäule zu massieren, zum Beispiel mit zartem Daumendruck entlang der Wirbel bis hinunter zum Steißbein fahren.

Innenseiten der Oberschenkel

Sehr erogen! Abwechselnd festes und sanftes Streicheln, Kreisen, manchmal auch leichtes Kneifen heizen diesen Partien ein. Hin und wieder Berührungen der Scham wirken wie angenehme erotische Elektroschocks.

Kniekehlen

Sensibel wie die Armbeugen. Vertragen aber mehr Druck bei der Massage. Zungenküssen ist auch nicht zu verachten.

Füße und Zehen

Ein Mann, der seiner Liebsten zu Füßen liegt und diese auch noch küsst, ist der wahre Liebhaber. Fuß und Zehen gehören, man glaubt es kaum, auch zu den hocherogenen Zonen des Körpers. Der Fuß reagiert auf den kräftigen Händedruck (nicht zu leicht, das kitzelt!) bei der Ferse und der Delle (vier Finger breit über dem inneren Knöchel), er steht auf sanftes Streichen über der Grube im Fußmittelteil und antwortet mit Signalen nach oben auf das Kneten der Ballen und die zärtliche Massage der Zehen. Jetzt noch gehauchte Küsschen auf jede einzelne, und das Feuer ist entfacht.

Hände, Mund und Zunge sind die üblichen »Werkzeuge«, um die erogenen Zonen zu stimulieren. Warum versuchen Sie es nicht mal mit überraschenden Alternativen:

Satin, Pinsel & Co.

Wimpern bringen Schmetterlingsküsse auf Lippen, Ohren, Wangen, Brustwarzen, Kniekehlen und, und, und …

Haare kitzeln über Rücken, Brust, Po, und wenn sie lang genug sind, kann frau auch einen Penis damit umschlingen – nicht zu fest!

Zähne können überall dort sanft zubeißen, wo Lippen küssen.

Brustwarzen, wenn sie erigiert sind, erkunden den ganzen Körper, am besten da, wo die Haut ganz zart und unbehaart ist: auf Lippen, Nacken, Nabel, Nippel auf Nippel oder seinem Penis.

Füße (müssen natürlich sauber sein und gut pedikürt, damit die Nägel nicht verletzen) sind stark genug, um den Partner mit einer Ganzkörpermassage zu verwöhnen. Künstlerinnen bringen einen Penis zwischen den beiden Füßen zum Orgasmus. Künstler verstehen es, mit dem großen Zeh die Klitoris sanft zu stimulieren …

Federn (am weichsten sind die vom Strauß) kitzeln feiner noch als feine Fingerspitzen.

Stoffe wie Samt, Satin oder Seide fühlen sich sinnlich an. Lassen Sie ein Stückchen kostbares Tuch einfach über zarte, haarfreie Haut oder um die besonderen Körperteile gleiten.

Handschuhe aus Sisal oder mit Noppen und Massagebürsten leisten beste Dienste, wenn der Körper heißgerubbelt werden soll. Stark an den Beinen und Armen, behutsam an Brust und Bauch. Für die ganz empfindsamen Hautpartien ist wohl eher der Rasierpinsel das richtige Instrument.

Der starke Strahl aus dem Duschkopf massiert prickelnd, Vorsicht bei sensiblen Brustwarzen und Genitalien!

Vibratoren garantieren intensive Gefühle – als kribbelige Alternative zu den Händen.

Blumen und Gräser sind eine romantische Variante für Streichelorgien.

Last but not least, gehören natürlich sinnliche Öle und Lotionen zum wichtigen »Arbeitsmaterial«.

Faszinierende Vorspiele –alles, was den Geist anregt

Nicht nur im Bett ist es nett

Sie haben das Schlafzimmer Stück für Stück in ein sinnliches Liebesnest verwandelt. Das Bett hat die richtige Größe, das Licht stimmt, Kerzen, Pflanzen, Kissen und Decken gibt es reichlich, dort ein großer Spiegel, hier das Lämpchen mit dem erotischen Lieblingsduft – jetzt ist es an der Zeit einmal auszubrechen. Sex immer am gleichen Ort und immer nur zur gleichen Zeit wird zur Routine und damit schrecklich langweilig.

Die einfachste Art, die Szenerie zu wechseln, ist, es in einem anderen Raum in der Wohnung zu tun. Machen Sie einmal einen Inspektionsgang durch Ihre Räume. Welches Möbel, welches Plätzchen eignet sich für den Überraschungsquickie oder eine ausgedehnte Orgie? Ist das Regal im Wohnzimmer stabil genug, um sich daran zu klammern, was könnte sich auf dem Sofa abspielen? Ist der Teppich weich oder scheuert er die Knie auf? Hält der Tisch in der Küche mehr als nur Geschirr, hat die Küchenzeile eine gute Höhe, kippt der Kühlschrank, wenn man sich zu heftig dagegenlehnt? Und im Bad: Setzen Sie sich auf die vibrierende Waschmaschine oder den Wäschetrockner – ist das angenehm, kann man die Füße irgendwo einhaken? Wie sitzt es sich auf der Toilette (bei geschlossenem Deckel!), haben die Beine rechts und links genug Platz? Ist Sex im Kinderzimmer (wenn die Kleinen bei der Großmutter übernachten) obszön oder macht Sie der Gedanke daran neugierig? Lehnen Sie sich gegen die Haustür. Könnte man von draußen hören, was sich drinnen im Flur abspielt – mögen Sie die Vorstellung, ertappt zu werden? Jedes Plätzchen hat seine eigene Erotik, erforschen Sie diese!

Und variieren Sie den Stundenplan für Sex. Lassen Sie mal den Frühstückskaffee für einen mobilisierenden Quickie aus, überraschen Sie den Liebsten abends bereits an der Haustür und warten Sie mit den Streicheleinheiten nicht, bis sie gegessen haben. Begleiten Sie ihn zum Zähneputzen ins Bad und »bedrängen« ihn dort, verabreden Sie sich einmal mit ihm mittags zu Hause, Sie werden diese Art der Pause mit Sicherheit wiederholen.

Und nun zu den Outdoor-Aktivitäten. Das ist etwas für wagemutige Quickie-Liebhaber und für diejenigen, die beim Sex den Nervenkitzel suchen, eventuell erwischt zu werden. Nachts hinter den Büschen im eigenen oder fremden Garten, im Auto, in den Sanddünen, auf einer Waldlichtung. Noch intensiver wird es, wenn wirklich Leute in der Nähe sind. Es soll Leute geben, die auf einer Party das Badezimmer der Gastgeber als einen Ort für ein spannendes Intermezzo nutzen. Sein oder Ihr Büro in den Abendstunden. Es sogar in der Sauna oder im Wasser am Schwimmbeckenrand heimlich treiben.

Fahren Sie beim nächsten Wochenendtrip mit ihm im Schlafwagen (Picknickkorb mit Piccolo nicht vergessen!) – oder verabreden Sie sich mit ihm in einer Hotelbar und entführen Sie ihn, nach einem Drink, in ein (von Ihnen schon gemietetes) Zimmer – für einen kurzen Mittagspausenflirt oder für eine ganze Nacht. So ein Zugabteil oder auch das Hotelzimmer hat die Aura der Liebenden auf der Flucht – eine interessante Sexvariante!

So, und jetzt können Sie sich für einige Zeit wieder in Ihr lauschiges Liebesnest zurückziehen.

Rollenspiele

Die meisten Frauen stimulieren sich mit erotischen Phantasien. Aber nicht alle Phantasien müssen im Kopf bleiben. Einige eignen sich vorzüglich, sie auch auszuleben. Eine sexuelle Begegnung zu entwerfen, ist sehr anregend, sie auszuführen, birgt noch mehr Sensation. Sie können mit Personen, Themen oder Beziehungen spielen, indem Sie sich in eine imaginäre Situation hineinversetzen. Und das funktioniert auch ganz ohne Maskerade und Kostümierung! Sie sind in Ihren Träumen immer der unwiderstehliche Vamp, bei dem kein Mann »Nein« sagen kann? Geben Sie sich stark, dominant und provozierend, zeigen Sie in Ihrer Körperhaltung (denn dazu braucht man keine Lederklamotten und Peitsche): »Komm zu mir, trau dich und zeig mir, was du willst«, oder geben Sie die Befehle: »Massiere meine Brüste!«, »Nimm mich fester!« – eben so, wie Sie diese Szene in ihren Träumen durchleben. Viele Frauen können gerade in dieser dominanten »lüsternen« Rolle sexuell freier sein, ihren Gefühlen und Wünschen Ausdruck verleihen.

Dies ist aber nur eine Rolle aus einem großen Repertoire der Stimmungen. Genauso, wie sich eine Frau dominant zeigt, kann sie das nächste Mal lustvoll in die unterwürfige Rolle schlüpfen. Das unbedarfte, unerfahrene Mädchen, willig zu lernen, wie man Liebe macht. Manche geben sich schüchtern und täuschen vor, keinen Sex zu wollen – wollen in Wahrheit aber mit allen Mitteln der Kunst verführt werden. Andere stimulieren sich mit dem Gefühl, Urweib zu sein. Empfinden sich (und sind vielleicht) sanft und rund, fühlen sich eins mit der Kraft und Energie der Erde.

Rollenspiele setzen natürlich voraus, dass der Partner mitspielt, dass er akzeptiert und danach handelt. Mit anderen Worten: Übertreiben Sie Ihre Dominanz-Rolle nicht gleich beim ersten Mal – woher soll er wissen, dass Sie sich »nur« stimulieren. Ein einfühlsamer Liebhaber wird schnell verstehen, welche Rolle seine Partnerin gerade eingenommen hat – und wenn seine Stimmung, seine Rolle (schließlich spielen Männer auch gerne) einmal mit Ihrer konkurriert, kann der entstehende Konflikt wiederum zu einem spannenden, dramatischen Spiel um Dominanz und Unterwerfung werden.

Wenn Sie Spaß an der Verkleidung haben, sollten Sie sich der Rolle entsprechend auch so zeigen, wie Sie sich fühlen: in schwarzem Leder, sexy im knappen Rock, streng in seinem Anzug, als brave Schülerin, als sinnliche Kurtisane, als prüde Oberlehrerin oder als arroganter Hollywoodstar mit großer Sonnenbrille. Brauchen Sie ein paar neue Ideen für diese Spiele? In erotischen Romanen oder Filmen finden Sie Figuren und Situationen, die zum Nachahmen anregen. Und: Beginnen Sie diese Inszenierungen zur Abwechslung einmal nicht erst zu Hause! Wenn Sie mit ihrem Liebsten unterwegs sind, auf einer Party, im Theater, beim Essen, können Sie in Ihre Rolle schon ganz einsteigen. Ein Spiel für Fortgeschrittene: Verabreden Sie sich mit ihm in einer Bar. Vorgabe ist, sich nicht zu kennen. Ziel ist, sich regelrecht »abzuschleppen«.

Sexy Talk und andere erotische Mitteilungen

Es ist nicht so einfach, den Partner mit Worten anzutörnen, ohne sich dabei ein bisschen albern vorzukommen, zumindest am Anfang. Aber es wirkt! Um sich selbst zu stimulieren und auch, um die Phantasie der Männer anzuheizen. Werden Sie etwa nicht gerne mit Worten auf ein erotisches Abenteuer eingestimmt? Sie fühlen sich geschmeichelt und bestätigt – er auch! Und was Sie ihm vormachen, wird er erwidern. Liebevoll soll es sein und nicht plump, geheimnisvoll und nicht platt. Leichter gedacht als gesagt. Natürlich kommt es nur dann auch richtig an, wenn Sie selbst in verliebter oder sexy Stimmung sind. Beginnen Sie mit einer leichten Übung, beim Essen in einem Restaurant zum Beispiel: Berühren Sie ihn kurz, um seinen Augenkontakt zu gewinnen, und sagen Sie ihm lächelnd und in völlig normaler Lautstärke geradewegs ins Gesicht, dass Sie (vorausgesetzt, es stimmt!) das ganze Schlafzimmer mit Blumen geschmückt haben – und essen dann in aller Seelenruhe weiter, so als sei nichts gewesen. Oder flüstern Sie ihm bei einer Party ins Ohr, dass Sie jetzt große Lust auf ihn haben – und gehen dann, ohne eine Reaktion abzuwarten, an ihm vorbei. Die nächste Übung in ähnlichen Situationen (an der Kinokasse, beim Einkaufsbummel, beim Tanzen) wäre dann, mehr ins Detail zu gehen: »Ich habe gerade daran gedacht, was wir tun, wenn wir nach Hause kommen …« oder: »Ich möchte dich nachher überall küssen …«, »Weißt du eigentlich, dass ich unter dem Kleid keinen Slip trage?«. Wenn Sie spüren, dass er auf diese sexy Botschaften steht, können die Einzelheiten immer weiter ausgebaut werden, bis eine ganze Szenerie entsteht. Sagen Sie ihm, was Sie alles mit ihm vorhaben, aber lösen Sie Ihr Versprechen dann auch ein, sonst hat dieses Vorspiel beim nächsten Mal keine Wirkung mehr.

Oder rufen Sie ihn doch einmal nachmittags überraschend im Büro an und geben Sie ihm einen saftigen Vorgeschmack – gleich darauf einhängen! Die freudige Erwartung wird Stunden wirken. Bei beiden. (Vorsicht, der »Überfall« kommt natürlich nur dann gut an, wenn er nicht gerade Ärger mit seinem Chef hat oder ein Superdeal geplatzt ist!)

Die etwas indirektere, aber nicht minder wirksame Art ist es, ihm kleine sexy Botschaften per Brief zukommen zu lassen. Oder, im Falle, Sie verlassen das Haus vor ihm, einen Zettel auf dem Küchentisch oder eine Nachricht auf dem Spiegel im Badezimmer zu hinterlassen. »Sei heute Abend auf etwas gefasst …«, oder legen Sie ein Sexbuch mit entsprechend aufgeschlagener Seite offen hin mit der Anmerkung: »Wollen wir das heute Nacht ausprobieren?«

Aber Vorsicht bei allem, was Sie in freudige Erwartung stellen, es sollen immer Ihre eigenen Wünsche und Absichten sein, nicht etwas, was Sie sich eigentlich nicht zutrauen oder der Partner von Ihnen erwartet – damit Sie sich selbst darauf freuen und in Gedanken bereits scharfmachen können.

Telefonsex

Die meisten denken bei Telefonsex an bezahlte Telefongespräche mit anonymen Partnern. Besonders Paare in einer Long-distance-Beziehung wissen aber, wie sinnlich der Sex durch den Hörer sein kann. »Wir sind beruflich oft voneinander getrennt. Besonders abends, wenn unsere Gespräche am Telefon sehr vertraut und zärtlich sind, gehen wir oft dazu über, uns selbst zu befriedigen. Dann beschreiben wir einander, wo wir uns gerade berühren und wie es sich anfühlt. Wir haben auf diese Weise viel über unsere Vorlieben, Phantasien und unsere Lust erfahren.«

Man muss ja nicht gleich getrennt leben, um in diesen Genuss zu kommen!

Und die Handys bieten eine ganz neue Dimension, um spontan einen anregenden Anruf zu starten. Während Sie im Stau stehen oder auf einer grünen Wiese im Park sitzen …

Wenn Sie genau wissen wollen, wie andere es tun, dann lesen Sie den Roman ›Vox‹ von Nicholson Baker.

Pornographisches

Sie glauben, dass sich nur verdruckste, seltsame Menschen mit einem armseligen Liebesleben von Pornovideos aufgeilen lassen? Da irren Sie aber! Das ist ein Klischee, noch dazu ein lustfeindliches! Ganz im Gegenteil, viele Menschen, die ein offenes, reges Sexleben führen, genießen erotische Filme: um sich anzuregen, Ideen zu bekommen, der Phantasie Stoff zu liefern und um etwas Neues über Sextechniken zu lernen.

Tatsache ist: Die Pornographie ist in den letzten Jahren aus der Schmuddelecke gekrochen, die Akzeptanz hat immens zugenommen und dabei ist auch die Zahl der Porno-Bekennerinnen enorm gestiegen. Endlich gestehen immer mehr Frauen offen ein, dass sie erotische Literatur, Fotografie und Filme gerne nützen, um sich sexuell zu stimulieren. Viele sind nach dem »ersten Mal« überrascht, bei welchen Szenen sie richtig scharf geworden sind. Lang genug wurde von Frauen behauptet, nicht auf diese visuellen Reize zu reagieren. Nach dem Motto: Anständige Damen mögen keine Sauereien. Könnte das nicht auch ein überkommenes patriarchalisches Bild sein? Dieses Bild trägt maßgeblich auch zu ihrer Entsexualisierung bei … Aber Frauen sind keine unschuldigen Weibchen!

Frauen lassen sich sehr wohl von Optik antörnen. Das Kapitel über Phantasien (ab Seite 165) beweist das deutlich. Und warum sollten sie darin auch anders sein als Männer? Wieso sollte ein männlicher nackter Körper keine Wirkung auf sie haben? Wieso sollten sie an wippenden Brüsten und leidenschaftlichen Frauen keinen Spaß haben? Wieso sollte es sie nicht scharfmachen, andere beim Liebesspiel zu beobachten?

»Pornographie ist eine Kunstform, die uns uneingeschränkten Zugang zur menschlichen Phantasie gestattet«, sagt dazu Camille Paglia, die amerikanische Kultautorin und Kulturkritikerin.

Kommt nur darauf an, wie das in Szene gesetzt wird. Und darin liegt das entscheidende Problem:

Jedes Kunstwerk, ob Literatur, Gedicht, Gemälde, Skulptur, Fotografie oder Film, das ein Element von Sexualität enthält, kann erotisch sein. Im Gegensatz dazu ist Pornographie stärker, sie ist freimütiger und wurde in der einzigen Absicht erstellt, sexuelle Gefühle zu wecken. Und da sich jeder anders stimuliert, sind Pornofilme Geschmackssache, sie erregen unterschiedlichste Gefühle: Was die einen als erotisch empfinden, stößt andere als obszön ab, wieder andere finden es langweilig. Vor allem Frauen haben Kritik an der kommerziellen Pornographie:

Es ist wahr, Pornos sind zum großen Teil schlechte Ware. Das meiste Material ist wahrlich nicht ergreifend und kein Stoff, sich daran zu ergötzen. Jährlich wird eine Flut billiger Pornofilme abgedreht und auf den Markt gebracht, kaum einer kommt über eine gewisse Mittelmäßigkeit hinaus. Miserable Ton- und Bildqualität, schlechte und unappetitliche Darsteller, miese Plots, vorhersehbare Sexakte, schwachsinnige Dialoge, und das Ganze untermalt von fadem Kaufhausgedudel. Noch dazu zeigen die üblichen Pornos zwar heterosexuellen Sex, aber fast ausschließlich auf die Wünsche und Bedürfnisse des Mannes abgestimmt. Das heißt: einige Fellatioszenen, einige Orgasmusaufnahmen, ergreifend weit spritzende Männer, riesenbusige Frauen, Großaufnahmen von vaginaler und analer Penetration und dann noch eine lesbische Liebesszene. Selten geht es um die sexuelle Befriedigung der Frau, wenn überhaupt, dann ist der weibliche Sex stereotyp gezeigt, zum Beispiel, dass Frauen nur durch starkes Stoßen zum Orgasmus kommen, und ihr Gesichtsausdruck ist dabei immer ganz selig. Die Kritik der Frauen an der Massenware Pornographie ist berechtigt: Es fehlt Atmosphäre und auch Romantik, es fehlt die ganze Palette sexueller Stimulierung, die auf die weibliche Lust abgestimmt ist, angefangen bei schöner Musik, guter Kameraführung, bis hin zu der Auswahl schöner Männer und abwechslungsreicher Sexspiele.

Nach der schlechten nun die gute Nachricht: Es gibt auch für Frauengeschmack akzeptable Scharfmacher. Tipps dazu am Ende des Kapitels.

Dies vorneweg: »Ich hole mir nur Lesbierinnen-Videos, die sind meist romantischer als die üblichen, und es spielen keine fiesen Rammler mit.« – »Frauenvideos sind mir am liebsten, Frauen sind darin keine Barbietypen und Männer keine geilen Monster. Es geht um Menschen wie du und ich, sie führen intelligente Gespräche und bauen die Spannung langsam auf bis zum Orgasmus, der angenehm inszeniert ist.« Auch Lesbensex kann harter Sex sein, aber es werden, ob hart oder soft, weibliche Bedürfnisse realistisch in Szene gesetzt. Für Männer auch nicht ohne, schließlich können sie sich damit detaillierte und zuverlässige Informationen über die Art und Weise eines Cunnilingus holen!

Übrigens: Wir, die Autorinnen, halten es wie Camille Paglia: Pornographie ist eine Kunstform, sexuelle Spielarten sollen uneingeschränkt dargestellt werden. Wenn ein Porno zwei oder mehrere Menschen beim Geschlechtsverkehr zeigt, ob sie sich oral, anal oder anderswie lieben, ist er, gemäß der sexuellen Freiheit, erlaubt. Aber es gibt eine deutliche Grenze: Sobald Pornofilme Sex mit Kindern zeigen oder mit Tieren oder überhaupt Gewaltszenen mit im Spiel sind, lehnen wir sie ab – sie sollen verboten bleiben!

Zwei Vorurteile, die es noch zu entkräften gilt:

1. Pornos machen Männer aggressiv.

Radikal-Feministinnen gaben in der PorNo-Debatte den Slogan aus: »Pornographie ist die Theorie, Vergewaltigung die Praxis.« Ein Forscherteam stellte dagegen fest, dass nur Männer, die psychisch gestört oder überaggressiv sind, von Gewaltszenen in Pornofilmen zu brutalen Übergriffen animiert werden. Das wiederum passiere vergleichsweise weniger durch Pornos als vielmehr über – im Übrigen: von der Gesellschaft und Zensur akzeptierte – Gewaltfilme.

2. Pornos zeigen ein verzerrtes Bild der Sexualität.

Sie finden Pornos unangenehm, weil Sie mit dem schönen Körper der Hauptdarstellerin nicht konkurrieren können? Schon gar nicht mit ihren körperlichen Verbiegungen und ihrer professionellen Handfertigkeit. Sie fühlen sich durch die offensichtliche Geilheit der Schauspieler unter Erfolgsdruck? Das dürfte den Männern umgekehrt ebenso gehen, und trotzdem haben sie Spaß an Pornos. Sie können sich scheinbar besser von diesen Bedenken lösen – und daran sollten Sie sich ein Beispiel nehmen.

Sie finden außerdem, dass Pornos nicht die Wirklichkeit zeigen? Stimmt, wer hat schon in seinem realen Sexlife das Glück, dutzende willige Lover um sich zu haben, die allzeit von allen Seiten bemüht sind, der Partnerin die verrücktesten Megaorgasmen zu zaubern. Aber Pornos sind keine Dokumentarfilme – genauso wenig wie Krimis oder Liebesfilme – Pornos wollen unterhalten und anregen.

Der Beginn einer reizenden Freundschaft

So, nehmen wir mal an, Sie wollen nicht mehr länger in das Horn der »Porno – nein danke«-Fraktion blasen, sondern sich endlich selbst davon überzeugen, was es mit diesen Filmen auf sich hat. Oder wollen Sie die Sammlung Ihres Partners mit angenehmen Pornos erweitern? Da gibt es nur eins: Werden Sie aktiv!

Pornofilme bekommen Sie natürlich in jeder Spezialecke der Videotheken. Die aber sind leider zum großen Teil wirklich fies. Gehen Sie lieber in einen Sexshop, besser noch Frauensexshop oder Sexbuchladen. Dort müssen Sie die DVDs zwar kaufen, sie sind aber im Allgemeinen besser sortiert und auch das Personal kann Ihnen professionelle Auskunft geben. Es ist Ihnen zu peinlich, im ortsansässigen Videoladen aufzukreuzen? Fahren Sie in die nächste Stadt oder in einen anderen Stadtteil, um sich dort Filme zu besorgen, oder bestellen Sie aus Mail-Order-Katalogen, die Diskretion zusichern. (Im Branchenverzeichnis finden Sie die Adressen der Läden, bestellen Sie den Katalog per Telefon; z.B. Beate Uhse …) Ganz unkompliziert ist mittlerweile das Suchen und Entdecken im Internet, Adressen finden Sie auf S. 38/39.

Sie stehen jetzt tatsächlich vor besagtem Regal im Sexshop? Das Angebot scheinbar identischer Filme ist überwältigend. Sie sind mit Recht völlig überfordert. Nehmen Sie sich ein Herz und bitten Sie eine weibliche Angestellte um Hilfe. Diese wird Sie natürlich nach Ihren Vorlieben fragen, um Sie richtig beraten und auswählen zu können. Sagen Sie gleich, dass Sie keine Erfahrung haben, sozusagen Sexfilm-Novizin sind, sie wird Vorschläge machen und Sie müssen darauf nur noch mit Ja oder Nein antworten. Wenn Sie Probleme haben, die Dame anzusprechen, müssen Sie sich allein durchkämpfen. Nehmen Sie sich Zeit:

– Überlegen Sie, was Ihnen an Pornofilmen gefallen könnte. Bestimmte sexuelle Aktivitäten, bestimmte Paarungen (z.B. Lesben-Videos), erotische Aufklärungsfilme oder Romantisches à la ›Emanuelle‹, Filme mit Stars der Pornoszene oder mit interessanter Story.

– Lesen Sie die Inhaltsangabe. Sie bietet zwar nicht immer hilfreiche Informationen, aber gibt zumindest Andeutungen, was Sie erwartet.

– Suchen Sie nach Award-Gewinnern. Nicht immer ein Garant für Qualität, aber immerhin ein Weg zum Ziel.

Sie haben ein oder zwei Exemplare gewählt?

… so ganz unvorbereitet sollten Sie sich aber nicht ins Abenteuer stürzen:

– Sind Sie jetzt in der richtigen Stimmung für Neues, haben Sie genug Zeit und Ruhe?

– Machen Sie es sich gemütlich – Jalousien zu, Telefon aushängen, genießerische Couchlage und ein Glas Rotwein.

– Schauen Sie sich den Film erst mal alleine an. Sie können offen und ehrlich Ihre Reaktionen auf die diversen Reize erkunden. Ungestört von der Erwartungshaltung Ihres Partners.

– Benützen Sie die Fernbedienung: Sei es, um das manchmal etwas peinlich geile Gestöhne leise oder ganz ausblenden zu können oder per Schnell-Vorlauf unangenehme Szenen zu übergehen (manche Fellatioszenen sind zu lang, manche Dialoge sind abtörnend, manche mögen keine lesbischen Szenen oder keine »luststörende« Handlung) – die angenehmen Stellen hingegen können je nach Laune auch zurückgespult werden, immer und immer wieder …

– Wenn Ihnen die Filmmusik nicht gefällt? Abstellen! Und Ihre Lieblingssongs vom CD-Player zuspielen lassen.

Jetzt sind Sie bereits in der Zielphase der Porno-Entdeckungsreise. Noch eine Frage?

Was, bitte schön, sollen mir Pornos bringen?

Es ist die reine Lust, die durch Pornos über Sie kommen soll. Ganz klar.

Pornofilme sind eine schöne Abwechslung zum Kopfkino, den Phantasien, vor allem bei der Selbstbefriedigung: »Ich schaue mir immer nur meine Lieblingsszenen an und zwinge mich, so lange es geht, mich nicht selbst zu berühren – ein aufregendes Spiel.« Erotikstreifen sind auch ein Anheizer, ein Vorspiel für den Sex zu zweit. Alles Weitere kann man getrost der Natur überlassen. »Wenn ich mir Pornos mit meinem Freund anschaue, bin ich manchmal bereits nach dem ersten Drittel so erregt, dass wir den Fernseher ausschalten und miteinander schlafen müssen.« Manche haben auch Sex, während der Porno läuft: »Was ist schon dabei, wenn wir es mit den anderen zeitgleich tun? Ihr Gestöhne macht mich ziemlich an. Das ist wie Gruppensex. Und da wir beide währenddessen in die Glotze gucken, habe ich auch kein schlechtes Gefühl dabei.«

Bei allem Lustgewinn kann man so ganz nebenbei auch noch eine Menge lernen. Über sich selbst: »Ich hätte nicht gedacht, dass das bloße Zusehen beim Analsex mich so stimulieren kann – das habe ich gleich ausprobiert«, über das Verlangen und Vergnügen anderer und über die große weite Welt der Stellungen, Szenarien und Macharten. Zum einen können bestimmte Szenen zum Nachahmen inspirieren: »Manchmal halten wir das Band an und lassen eine Szene nochmal abspulen, während wir sie nachspielen«, sie können aber auch Anlass sein, sich mit dem Partner über Sexpraktiken oder Rollenspiele zu unterhalten: »Würdest du auch gerne mal …?« »Sollen wir das mal ausprobieren…?« »Könntest du dir vorstellen …?“

Sie können sich mit Pornos immer noch nicht anfreunden?

Nach all den guten Tipps? Dann bleiben Sie dabei. Jeder Zwang macht der Lust den Garaus. Nun haben Sie vielleicht dennoch mit der unangenehmen Wahrheit zu kämpfen, dass Ihrem Partner »dieses Zeug« so ausnehmend gut gefällt. Da gibt es nur eins, damit er endlich Ruhe gibt, Sie davon überzeugen zu wollen: Schauen Sie sich seine Pornos erst allein und dann mit ihm an. So viel Zeit und Liebe muss sein. Und sagen Sie ihm dann ganz nett, aber deutlich, was Ihnen daran nicht gefällt, was Sie unangenehm und abstoßend finden. Auch wenn er es nicht versteht, Sie haben gezeigt, dass Sie sich damit auseinandersetzen. Der umgekehrte Fall, dass Sie auf Pornos stehen und er nicht will – das kommt äußerst selten vor. Falls Sie so einen zu Hause haben, verfahren Sie wie oben beschrieben und frönen Sie, nach seiner definitiven Absage, Ihrem Vergnügen künftig im Stillen.

Film-Tipps

Vorneweg: Die 70er-Jahre-Pornos, und davon gibt es richtig viele, können Sie glatt vergessen, es sei denn, Sie wollen herzhaft lachen. Und: Jeder Tipp hier in der Folge ist ohne Gewähr, dass er Ihren Geschmack trifft. Er soll Ihnen als schneller Wegweiser durch das weltweit riesige Angebot dienen.

Eine gute Auswahl von der Marke Harmlos bis hin zu härteren Bondage-Filmen bietet natürlich der Beate-Uhse-Shop (www.beate-uhse.com). Dort findet man unter anderem das Repertoire der Ex-Porno-Queen Teresa Orlowski. Oder die Candida-Royalle-Reihe, auch hier führt ein Ex-Porno-Star – Miss Royalle – die Regie. Französische Erotikfilme haben meist eine romantische Rahmenhandlung und ganz oben in der Ästhetik-Rangliste stehen die Pornofilm-Produktionen der beiden Amerikaner Paul Thomas und Andrew Blake. Die, und das sieht man ihnen definitiv an, ein paar Dollar mehr gekostet haben als die üblichen Streifen. Zum Beispiel: ›Paris Chic‹ und ›Unleashed Porno‹. Zu bestellen zum Beispiel bei www.femmefatale.de.

Ganz besonders, interessant und wirklich für Frauen gemacht sind die Pornos von »Innocent Pictures«. Dahinter steckt das Film-Imperium des dänischen Regisseurs Lars von Trier. Die Filme haben Witz und gute Dialoge und zeigen schöne Menschen beim netten Miteinanderschlafen, aber auch bei exzessivem Sex. Schauen Sie doch im Internet einfach mal rein: die zwei berühmtesten Filme ›All about Anna‹ und ›Pink Prison‹ bei www.innocentpictures.com, dort sind sie auch zu bestellen. Weitere Online-Sexshops mit Filmangeboten: www.sexclusivitaeten.de oder www.kleinefreiheit.com.

Sie wollen, wenn schon Porno, dann am liebsten hollywoodesken Einsatz mit Demi Moore, Uma Thurman oder Bruce Willis? Bei www.emunio.de können Sie erotische Kinofilme bestellen, wie z.B. ›Henry und June‹ mit Uma Thurman, ›Striptease‹ mit Demi Moore, ›Color of Night‹ mit Jane March und Bruce Willis – oder auch Lehrreiches wie ›Kamasutra – Die Kunst der Liebe‹. Bei www.emunio.de sind die Erotikstreifen freundlicherweise auch noch in Kategorien unterteilt: Action, Drama, Episodenfilm, Sciencefiction, Thriller etc. Da ist für jede Neigung etwas dabei.

Erotika

Haben Sie erotische Literatur bisher gemieden, sinnliche Fotografie schlicht überblättert, sexy Comics als albern abgetan? Oder haben Sie sich einfach nicht getraut, einmal richtig hinzusehen, das Gelesene oder Gesehene auf sich wirken zu lassen? Sie ahnen ja gar nicht, wie lustvoll es sein kann, sich darauf einzulassen. Hier wird nicht der Anspruch auf preisverdächtige Literatur oder Fotos von künstlerischer Bedeutung gelegt – es geht einfach darum, ob und dass Erotika anregen. Falls Sie mit dieser Art Lustgewinn bereits Erfahrung haben und Gebrauch davon machen, finden Sie hier eventuell noch ein paar schöne Vorschläge, um diese Spezialabteilung in Ihrem Bücherregal zu bereichern. Sie haben sicher schon erlebt, dass Besucher, wenn sie davon wissen, in dieser Ecke liebend gerne schmökern.

Sehenswertes

Wie im Kapitel über Pornographie bereits erwähnt, lassen sich selbstverständlich auch Frauen sehr stark von visuellen Reizen stimulieren. Begeben Sie sich in eine Buchhandlung mit großer Fotoband-Abteilung oder in den Frauensexshop (die haben meistens mehr Bildbände als DVDs) und lassen Sie sich Zeit mit dem Blättern – das Personal in diesen Läden ist das gewöhnt. Das Angebot ist zu schwach? Hätten Sie gerne schärfere Sachen? Dann lassen Sie sich Kataloge geben oder beraten.

Überlegen Sie, welche Phantasien Ihnen Spaß machen, und wählen Sie danach auch den Fotoband oder einen speziellen Fotografen. Nahaufnahmen, sogenannte Close-ups von gut gebauten Körperteilen, Close-ups vom Penis? – da gibt’s nur einen (von den Klassikern): Robert Mapplethorpe. Schöne nackte Männer (auch Frauen) finden Sie bei Herb Ritts und Bruce Weber. Sie mögen lieber romantisch verklärte Softbilder, dann wählen Sie George Hamilton. Ihnen steht der Sinn eher nach erotischem Geheimnis: da ist Bettina Rheims die Richtige. Oder doch lieber masochistisch Angehauchtes? Schauen Sie mal in eines der Bücher von Helmut Newton rein.

Sammlungen erotischer Kunst in Bildbänden gibt es mittlerweile unzählige. Darunter sind wahre Bonbons, und zwar nicht nur für Kunstliebhaber – wer die Wahl hat, hat die Qual!

Lesenswertes

»Wir sitzen oft nebeneinander im Bett, an die Wand gelehnt, die Beine angezogen, und lesen uns gegenseitig erotische Geschichten vor. Damit haben schon die schönsten Nächte begonnen – manchmal endeten sie gar nicht mit Sex, aber zumindest mit angenehmen Träumen.«

Sich beim Lesen antörnen zu lassen, den Part einer Figur in der Handlung zu übernehmen, hineingesogen zu werden und mitzuerleben, der Phantasie freien Lauf zu lassen, das ist für viele Frauen das reine Vergnügen. Ob Sie für sich allein lesen, um in Stimmung zu kommen, oder Ihrem Lover geeignete Passagen daraus vorlesen – das gedruckte Wort hat manchmal magische Kraft.

An Erotika gibt es eine so große Auswahl, dass jede auf ihre Kosten kommt: episch angelegte Liebesromane, Sex in Sciencefiction, deftige Short Storys, Sammlungen erotischer Geschichten von verschiedenen Autoren. Lassen Sie sich in der Buchhandlung Tipps geben oder gleich verschiedene Bücher zum Anlesen vorlegen, (fast) jede Buchhändlerin kennt die Palette der Erotika. Lassen Sie ihr ruhig Zeit, peu à peu wird sie Ihnen ihre Lieblingsstückchen aus den Regalen fischen. Das macht ihr mit Sicherheit mehr Spaß, als in Sachen »Fit durch den Winter« zu beraten!

Einige der Klassiker: ›Die Geschichte der O.‹ von Marquis de Sade; ›Der Wendekreis des Krebses‹ von Henry Miller; ›Der Liebhaber‹ von Marguerite Duras; ›Lolita‹ von Vladimir Nabokov; ›Das Delta der Venus‹ von Anaïs Nin.

Neues (unter vielen): ›Die klassische Sau‹ und ›Die neue klassische Sau. Das Handbuch der literarischen Hocherotik‹, herausgegeben von Eva Zutzel und Adam Zausel; ›Sabbaths Theater‹ und ›Portnoys Beschwerden‹, beides von Philip Roth.

Ganz speziell geht es natürlich bei den Frauenerotika zur Sache: Wünsche und Neigungen aus weiblicher Sicht stehen hier im Vordergrund, ob abartig oder normal, romantisch oder hardcore. In diese Kategorie erotischer Fiction gehören zeitgenössische, von Frauen geschriebene Romane, Erzählungen und Kurzgeschichten. Diese Literatur ist in normalen Buchhandlungen erhältlich, besser sortiert sind natürlich Frauen- und Lesbenbuchhandlungen.

Neues in kleiner Auswahl: ›Susie Sexperts liederliche Lesbenwelten‹ von Susie Bright; ›Heuchelmund, erotische Erzählungen‹ von Karen-Susan Fessel; ›Land meines Herzens‹ von An Chee Min; ›Fetisch und andere Stories‹ von Evelyn Lan; ›Schreckliche Maria. Das Leben der Suzanne Valadon‹ von Elke Vesper; ›Lulu‹ von Almudena Grandes; ›Liebe, Lust und Zoff. Starke Geschichten von starken Frauen‹, herausgegeben von Petra Neumann; ›Sarahs Lust‹ von Regina Hoffmann. Haben Sie schon einmal von Nancy Fridays ›Die sexuellen Phantasien der Frauen‹ gehört? Ein Sachbuch, das in den 70ern Furore machte. Und zwar nicht nur, weil das erste Mal so offen über weibliche Sexualität geschrieben wurde. Es ist Unterhaltung der besonderen Art: »Ich habe meinen zwei besten Freundinnen einmal Auszüge aus Nancy Fridays Buch vorgelesen, wir wurden derart davon angeregt, dass wir, bis dahin zwischen uns unvorstellbar, Sex miteinander hatten.«

Anregend und dabei aufklärend sind auch die Sachbücher von Lonnie Barbach (z.B. ›Verzaubere mein Verlangen‹, ›For yourself‹), Rachel Swift (›Die Geschichte mit dem O.‹) und von Sina Aline Geißler (›Immer wenn ich mich verführe‹).

Magazine und Comics

Jede Menge Pin-ups zu einem passablen Preis – das ist schon mal ein Grund, sich Sexmagazine anzusehen. Dazu gibt es halbseidene Sexstories und Infos über Stellungen, Fetische und verschiedene Praktika. Nicht jederfraus Geschmack, aber sich informieren kostet ja (fast) nichts. Jeden Monat neu, am Kiosk und auch in den Lesben-, Schwulen- oder Sexläden.

An illustrierten Geschichten, den Comics, können sich manche Leute nicht sattsehen. Spaß und Unterhaltung und Sexappeal. Viele bekannte Künstler und Cartoonisten probieren sich in diesem Genre. Das ist schon einen Blick wert. Probieren Sie es aus. Zu finden sind diese Grafikromane in Sexshops oder Comicläden.

Faszinierende Vorspiele –alles, was den Körper erregt

Süße Küsse

Küssen ist keine Kunst – wir tun es täglich. Die Freundin, das Kind, Bekannte, Verwandte, alle werden mit dieser Geste bedacht. Mehr oder weniger flüchtig.

Küssen ist eine Kunst – beim Liebesspiel. Wie der Portwein vor dem Festmahl ist der Kuss ein feiner Appetizer. Mit ihm beginnt das erotische Abenteuer. Jedes. Ist es nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel, wenn sich die Lippen und dann sanft die Zungen zum ersten Mal berühren? Und wie sich dann das Spiel wie von allein immer weiter leidenschaftlich entwickelt? Wellen der Erregung rauschen dabei durch den ganzen Körper.

Begegnen Sie dem Küssen jedesmal von Neuem wie einem kleinen Wunder. Erstaunt und neugierig. Geben Sie mit den Küssen Ihren Gefühlen, Ihrer Erregung Ausdruck. Und seien Sie erfinderisch: Benützen Sie die Lippen, die Zunge, die Zähne. Pressen Sie, streifen Sie federleicht, saugen, lecken, beißen Sie – mal sanft verliebt, mal leidenschaftlich fordernd. So signalisieren Sie Ihrem Partner »Ich bin scharf auf dich«, »Ich will mit dir spielen«, »Mir ist heute so zärtlich zumute« – und reagieren Sie Ihrerseits sensitiv auf seine Lippen-Ouvertüre. Das sollte nämlich keine Soloveranstaltung, sondern ein harmonisches Duett sein!

Ist er kein Kussexperte? Geben Sie nicht gleich auf. Zeigen Sie ihm, wie schön es sein kann. Küssen Sie ihn so, wie Sie gerne geküsst werden möchten. Küssen Sie ihn. Küssen Sie ihn noch mal. Küssen Sie ihn immer wieder. Wenn er allmählich an Lippenfertigkeit gewinnt, ermuntern Sie ihn, weiterzumachen: »Du hast so einen wunderbar weichen Mund«, »Ich brauche es, dass du mich küsst«, »So wie du mich küsst, werde ich total verrückt!«.

Erforschen und kosten Sie an allen Winkeln ihrer Münder. Ein paar Anregungen, die auch er lernen kann, wenn er seine Meisterin gefunden hat:

Streicheln Sie sein Gesicht, seinen Hals, seinen Nacken oder halten Sie sein Gesicht zärtlich zwischen den Händen und »überschütten« dabei seinen Mund mit Küssen. Viele kleine saugende Küsschen hintereinander. Lassen Sie Ihre Zunge erst über seine Lippen, dann über die Innenseiten seiner Lippen fahren und dringen Sie dann sanft immer weiter ins Innere vor. Lecken Sie nur seine Mundwinkel – höchst lustvoll! Küssen Sie ihn mit geöffnetem Mund, halten Sie inne und atmen Sie seinen Atem. Oder bedecken Sie seine Augen mit Ihren Händen, lassen Sie Ihre Zunge in seinem Mund spielen, und gehen Sie dann in Bewegungen (der Zunge) über, die einem Geschlechtsakt ähnlich sind. Jetzt sind Sie der Eroberer.

Haben Sie den Frosch zum Prinzen geküsst? Dann gibt es jetzt noch hundert andere erogene Spielplätze, wo Sie Ihre Lippen, Ihre Zunge spazieren führen können …

Dirty Dancing

Ist es nun erotischer, wenn Tina Turner breitbeinig über die Bühne wackelt oder eine Flamencotänzerin stolzen Hauptes die Hacken in den Boden stampft? Wenn Patrick Swayze in ›Dirty Dancing‹ seine Hüften kreisen lässt oder Sissi mit ihrem Kaiser im beschwingten Walzer über den Boden schwebt? Ob weich, verführerisch, anmutig, sportlich oder damenhaft, tanzende Bewegungen sind eindeutige Botschaften an das andere Geschlecht. Die eine Art wirkt sexy, die andere nicht – jeder entwickelt seine eigenen Phantasien dabei. Nur, dass Tanzen anmacht, darin sind sich alle einig. Und das bereits beim bloßen Zusehen.