Warum unsere Tochter? - Hans-Walter Busch - E-Book

Warum unsere Tochter? E-Book

Hans-Walter Busch

0,0
6,50 €

-100%
Sammeln Sie Punkte in unserem Gutscheinprogramm und kaufen Sie E-Books und Hörbücher mit bis zu 100% Rabatt.

Mehr erfahren.
Beschreibung

Im Jahre 2010 erkrankte die 46-jährige Sabine ohne Vorwarnung an einem bösartigen Gehirntumor. Trotz mehrerer Operationen, Chemobehandlungen und Bestrahlungen verstarb Sabine nach 17 Monaten im UKE Hamburg. In diesem Buch wird über medizinische Behandlungen, die enormen Nebenwirkungen, über Hoffnungen und Rückschläge anschaulich berichtet. Sabine wurde von ihren Eltern intensiv und hingebungsvoll gepflegt.

Das E-Book können Sie in Legimi-Apps oder einer beliebigen App lesen, die das folgende Format unterstützen:

EPUB
MOBI

Seitenzahl: 51

Veröffentlichungsjahr: 2014

Bewertungen
0,0
0
0
0
0
0
Mehr Informationen
Mehr Informationen
Legimi prüft nicht, ob Rezensionen von Nutzern stammen, die den betreffenden Titel tatsächlich gekauft oder gelesen/gehört haben. Wir entfernen aber gefälschte Rezensionen.



www.tredition.de

Erika und Hans-Walter Busch

Warum unsere Tochter?

Den 17-monatigen Kampf gegen einen Gehirntumor hat Sabine verloren

www.tredition.de

© 2014 Erika und Hans-Walter Busch

Umschlaggestaltung: Hans-Walter Busch © Bildrechte: Hans-Walter Busch, Privatarchiv

Verlag: tredition GmbH, Hamburg ISBN: 978-3-8495-7673-8

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Verlages und des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Warum unsere Tochter ?

Den 17-monatigen Kampf gegen einen Gehirntumor hat Sabine verloren

Am Sonntag, den 18.07.2010, wartete ich am Nachmittag wie üblich auf den Telefonanruf meiner sechsundvierzigjährigen Tochter Sabine aus Bremen.

Auf dieses Telefongespräch freute ich mich schon die ganze Woche. Das Verhältnis zwischen Sabine, mir und ihrem Vater hätte besser nicht sein können.

Sabine wurde am 28.08.1963 in Hamburg-Rothenburgsort geboren. Sie war ein sogenanntes „Vorzeigebaby“, immer lieb und freundlich lachend.

Gerne wurde sie von Nachbarn und Freunden mit dem Kinderwagen ausgefahren.

Sabine war ein sehr ruhiges Baby und begann auch erst nach 20 Monaten mit dem Laufen. Das Sprechen erlernte sie hingegen schon recht früh.

Meine Schwiegermutter hatte die Sorge, dass mit Sabines Skelett irgendetwas nicht in Ordnung sein könnte und nervte mich damit ständig. Deswegen suchte ich mit meiner Tochter einen Kinderarzt auf, der jedoch nach einer Untersuchung Entwarnung geben konnte.

Im Alter von 2 Jahren fiel Sabine beim Spielen mit der Stirn auf eine Metalltürschwelle und zog sich eine schwere Platzwunde zu. Die Wunde wurde von einem Notarzt geklammert.

War das möglicherweise die Ursache für das Entstehen eines Gehirntumors?

Sabine verbrachte eine unbeschwerte Kindheit und hatte viele Freundinnen. Sie hatte ein eigenes Zimmer und saß beim Fernsehen immer dicht vor dem Fernseher. Ein Augenarzt stellte fest, dass Sabine -4 Dioptrien hatte und dringend eine Brille benötigen würde.

Um mit 6 Jahren eingeschult werden zu können, musste sie damals noch einen Schultest bestehen. Den schaffte sie ohne Probleme.

Zum Ende der 4. Klasse wurde Sabine von der Klassenlehrerin als gute Mittelschülerin eingestuft.

Doch da ihre Freundin auf das Gymnasium in Bargteheide wechselte und die Mädchen nicht getrennt werden wollten, ging Sabine ebenfalls auf das Gymnasium. Im Nachhinein stellte sich diese Entscheidung als richtig dar.

Die Hin- und Rückfahrt zum 12 Kilometer entfernten Gymnasium erfolgte mit dem Schulbus. Wenn der Unterricht länger dauerte und der Schulbus bereits weg war, holten wir Sabine ab oder aber sie fuhr mit dem eigenen Mofa nach Hause.

Nach dem Abitur bewarb sie sich um einen Ausbildungsplatz bei einem bekannten Bekleidungsunternehmen in Hamburg. Sie hatte Glück und bekam ihren Traumjob. Während der Ausbildung durchlief sie sämtliche Abteilungen des Unternehmens und lernte dabei einige Filialen in Hamburg kennen.

Dazu gehörten beispielsweise die Filialen im Alstertal Einkaufszentrum und im Elbe Einkaufszentrum sowie das Haupthaus in der Mönckebergstraße.

Während dieser Zeit wohnte Sabine noch bei uns.

Sie fuhr auch gerne mit ihren Eltern in den Urlaub, überwiegend nach Dänemark.

Schließlich erhielt sie ein Stellenangebot als Handelsassistentin in Bremen. Sabine überlegte nicht lange und sagte zu.

Natürlich ging mit dieser Entscheidung ein Wohnungswechsel einher.

Wir halfen unserer Tochter bei der Wohnungssuche in Bremen und beim Umzug.

Möbel, die wir bei Ikea in Hamburg kauften, wurden mit einem Kleinlaster nach Bremen gebracht. Das dreisitzige Sofa passte leider nicht in den Fahrstuhl des neuen Wohnhauses, doch gemeinsam mit einem hilfsbereiten Mieter trug mein Mann es in den 5. Stock.

Mein Mann nahm eine Woche Urlaub und schraubte mit Sabine die Möbel in der neuen Wohnung zusammen. Danach waren die beiden Experten im Zusammenbau von Ikea-Möbeln.

Natürlich unterstützten wir Sabine auch finanziell.

Nach einer Einarbeitungszeit in dem Bremer Geschäft stieg sie zur Abteilungsleiterin auf. Sabine war eine überaus freundliche und positiv denkende junge Frau.

Sie war in ihrer Firma sehr beliebt und hatte immer ein offenes Ohr für ihre Kollegen.

Einen besonderen Draht hatte sie zu ihren Auszubildenden. Deswegen legte sie vor der Handelskammer Bremen eine Prüfung ab, die sie dazu berechtigte, junge Leute auszubilden.

Zitat der Mitarbeiter: Wenn Sabine den Raum betritt, geht die Sonne auf.

Bei der Arbeit in ihrer Firma lernte sie einen Kollegen kennen und lieben. Sabine war hin und weg.

Es war Liebe auf den ersten Blick.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren ihre Beziehungen zu Männern eher oberflächlich geblieben und hatten nicht lange gedauert.

Im Stillen hatte Sabine schon nicht mehr damit gerechnet, einem Mann zu begegnen, mit dem sie ihr Leben hätte teilen können.

Am 20.10.2000 wurde die Ehe vor dem Standesamt in Bremen geschlossen. Trauzeugin war eine ihrer besten Freundinnen. Die Kirchliche Trauung fand einen Tag später in der St. Annen Kirche zu Westen, dem Heimatort ihres Mannes, statt. Gefeiert wurde die Hochzeit zusammen mit Familienangehörigen, Freunden und Nachbarn im Fährhaus zu Barnstedt.

Damit auch Sabines Arbeitskollegen an der Feier teilnehmen konnten, wurde ihre Abteilung mit anderen Angestellten aus dem Geschäft besetzt.

Mein Mann, der im Februar 2000 an einem Plasmozytom erkrankt war und im AK Hamburg Altona behandelt wurde, bekam von seinen Ärzten die Erlaubnis, an der Hochzeit unserer Tochter teilzunehmen.

Sabine freute sich riesig darüber.

Es war eine gelungene Hochzeitsfeier. Die Gäste feierten bis spät in die Nacht.

Sabines Mann zog bei ihr ein. Nun wurde es ein bisschen eng in der Wohnung. Doch wenn man frisch verliebt ist, lässt man sich davon nicht stören.

Leider hielt die Ehe nicht lange und die einvernehmliche Scheidung erfolgte am 14.12.2004. Ihr Ex-Mann zog aus der Wohnung aus und der Kontakt brach leider ab. Die Ehe blieb kinderlos.

Sabine brauchte einige Zeit, um diesen Tiefpunkt zu verarbeiten. Doch so langsam bekam sie ihr Leben dann wieder in den Griff. Sie hatte sich etwas aufgebaut und war nun rundherum zufrieden.

Dann kam der besagte Sonntag mit dem einschneidenden Telefongespräch. Ich war mit Sabine mitten in der Unterhaltung, als plötzlich das Gespräch abrupt abbrach. Ich drückte auf die Wiederholungstaste und bekam ständig ein Besetztzeichen. Ich machte mir Gedanken. War da etwas passiert?

Am späten Nachmittag rief Sabine erneut an und ich bekam die Erklärung für den unvermittelten Abbruch unseres vorherigen Gespräches.