Was dein Tier dir sagen will - Pea Horsley - E-Book

Was dein Tier dir sagen will E-Book

Pea Horsley

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  • Herausgeber: Arkana
  • Kategorie: Lebensstil
  • Sprache: Deutsch
  • Veröffentlichungsjahr: 2015
Beschreibung

Menschen wenden sich an die Tierkommunikatorin Pea Horsley, um zu erfahren, was ihnen ihre Haustiere wirklich sagen wollen. Was Horsley dann intuitiv von den Tieren empfängt, sind überraschend liebevolle, mitfühlende, ja weise Botschaften. Die Tiere wissen fast immer, was genau ihnen fehlt, wenn sie krank sind. Sie haben oft klugen Rat für ihre Besitzer. Und meist wissen sie im Voraus, wann sie selbst sterben werden, was sie mit tröstlicher Gelassenheit hinnehmen. Von manchen Tieren erhält Horsley sogar Botschaften nach deren Übergang in eine andere Dimension. Die anrührenden Geschichten zeigen eindrücklich, dass Tiere ihre ganz eigenen Ansichten zu Leben und Tod, Liebe und Verlust haben – und dass wir Menschen uns von ihrer Weisheit und ihrer Gelassenheit angesichts von Krankheit und Verlust inspirieren, berühren und trösten lassen können.

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Seitenzahl: 425

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Pea Horsley

WAS DEIN TIER DIR SAGEN WILL

Wahre Geschichten

von Liebe, Trost und Treue

Aus dem Englischen

von Elisabeth Liebl

@ Dan Goldsmith

Pea Horsley ist die angesehenste Tierkommunikatorin Großbritanniens. Sie gründete »Animal Thoughts«, einen Tierkommunikationsservice und hält weltweit Workshops, in denen sie die intuitive Kommunikation mit Tieren für Anfänger und Fortgeschrittene lehrt. Darüber hinaus bietet sie private Beratungen an. Horsleys ganze Leidenschaft gilt ihrer Lebensaufgabe, den Menschen die tiefe Weisheit der Tiere näherzubringen.

Die englische Originalausgabe erschien 2014 unter dem Titel

»Animal Communicator’s Guide through Life, Loss and Love«

im Verlag Hay House UK Ltd., London

1. Auflage

Deutsche Erstausgabe

© 2015 der deutschsprachigen Ausgabe

Arkana, München

in der Verlagsgruppe Random House GmbH

© 2014 der Originalausgabe Pea Horsley

Lektorat: Ralf Lay

Umschlaggestaltung: Uno Werbeagentur, München,

basierend auf dem Layout der Originalausgabe von Leanne Siu Anastasi

Umschlagmotiv: © Dan Goldsmith; thinkstockphotos.com

Satz: Buch-Werkstatt GmbH, Bad Aibling

ISBN 978-3-641-15321-2

www.arkana-verlag.de

Inhalt

Vorwortvon Richard Allport

Einleitungvon Linda Tucker

Anmerkung der Autorin

»Wir sind alle miteinander verbunden«

Den freien Willen respektieren

Willow, die »Sophia Loren« der Katzenwelt

Morgan, mein meisterlicher Lehrer

BeBe Begonia, der Herzenskater

Dem Tod mit Anmut gegenübertreten

Mi Amore Benny

Morgan: Wann ist das Leben lebenswert?

Greecia, die griechische Göttin

Morgan: »Ich will mehr Leben«

Wenn der Moment gekommen ist

Benson: »Meine Ohren tun nicht weh«

Morgan: Loslassen

Trauerarbeit

Morgan: Das erste Mal

Morgan: Gefühle nach einer Verlusterfahrung

Morgan: Über Beagles, schwarze Hunde und die Asche

Botschaften von jenseits des Grabes

Der immertreue Barni Bear

Sittich Boo Boo

Meine kleine Milka

Alfie: bester Junge, bestes Kaninchen und bester Kumpel

Zanzoun, die Ägypterin

Das Leben mit Liebe leben

Geneviève, Königin der Herzen

Der schwarze Hund

Nachwort: Warum ein schwarzer Hund?

Dank

Anhang

Wie Sie Ihrem Tier beim Aufstieg helfen

Weitere Hinweise

Dieses Buch ist all jenen gewidmet,

die einen Verlust beklagen müssen, um einen geliebten Menschen trauern oder sich um Trauernde kümmern.

Allen Tieren, ob im Himmel oder auf Erden, die eine konstante Quelle der Inspiration sind.

Und Morgan – der mir Flügel verleiht.

Vorwort

Irgendwann einmal habe ich aufgehört zu zählen, denn immer wieder sagen mir Leute: »Ich wäre ja auch gern Tierarzt geworden, aber ich habe die Vorstellung nicht verkraftet, Tiere einschläfern zu müssen.« Und jeder Tierarzt wird Ihnen ohne Umschweife bestätigen, dass das Einschläfern von Tieren die schwierigste und traurigste Aufgabe ist, die dieser Beruf mit sich bringt, zumal auch noch eine, die mit großer Regelmäßigkeit auf ihn zukommt. Es gibt wohl wenige andere Berufe, bei denen das häufige und vorsätzliche Beenden eines Lebens sozusagen zum Handwerk gehört.

Dabei besteht für die meisten Tierärzte das größte Problem nicht darin, dem Tier die tödliche Injektion zu geben. Wird ihm dadurch Leid und Schmerz erspart und geschieht dies in einer stillen, friedvollen Atmosphäre, kann sogar ein gewisser Trost darin liegen, dem Leben dieses Tiers ein Ende gesetzt zu haben. Für die meisten Tierärzte ist es weit schwieriger, mit der Trauer der Menschen umzugehen, die sich – oft viele Jahre lang – um dieses Tier gekümmert haben.

Kaum ein Tierarzt erhält während seiner Ausbildung Anleitung, wie er seine Klienten durch den Schock und den Schmerz begleiten kann, den der Verlust des Haustiers mit sich bringt. Zumal es allem Anschein keine simplen Antworten auf die Flut von Fragen gibt, die sich vor und nach dem Einschläfern eines Tiers erheben:

Kann ich sicher sein, dass es nicht zu früh ist?Wie kann ich meinem Tier begreiflich machen, dass dies zu seinem Besten geschieht?Begreift es, was mit ihm passiert?Haben Tiere eine Seele? Kommen sie in den Himmel?Wie kann ich meinem Tier zeigen, dass ich es sehr gern gehabt habe?Ich spüre, dass es noch da ist. Ich kann seine Präsenz fühlen. Wie ist so etwas möglich?

Jeder Tierarzt, der sich mit solchen Fragen konfrontiert sieht und sich das Hirn nach einer sinnvollen Antwort zermartert, jeder Mensch, der sich von einem geliebten Tier verabschieden musste oder sich dieser Erfahrung in der Zukunft wird stellen müssen, sollte dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite aufmerksam lesen.

Pea Horsley kann auf Fragen wie die obigen und zahlreiche andere klare und tröstliche Antworten geben aufgrund der Einsichten, die sie durch den Verlust ihres Beagles Morgan erlangt hat, den sie in bewegenden Worten beschreibt. Und sie hat mit vielen anderen Tieren vor und nach deren Tod kommuniziert.

Der Tod scheint eines der letzten Tabus unserer Gesellschaft zu sein. Das gilt noch viel mehr für die Trauer um ein totes Tier. Zahlreiche meiner Klienten erzählten mir, es sei ihnen peinlich gewesen, Freunden oder Kollegen gegenüber ihre Trauer zu zeigen. Pea beschreibt nicht nur den Trauerprozess, sondern erklärt auch, dass es völlig natürlich ist, den Verlust seines Tiers zu betrauern. Sie zeigt Möglichkeiten auf, wie man die damit verbundenen Gefühle der Leere heilen kann.

Dies ist ein Buch, das von einem traurigen und potenziell deprimierenden Thema handelt, doch jeder, der es liest, wird feststellen, dass es voller Trost, praxisnah und bemerkenswert positiv ist.

Richard Allport

Praktischer Tierarzt, homöopathischer Tierarzt

Mitglied des Royal College of Veterinary Surgeons (MRCVS)

Autor von Natural Health Care for Pets,Heal Your Dog the Natural Way und Heal Your Cat the Natural Way

Einleitung

Wir sind alle miteinander verbunden, immer und über alle Entfernung hinweg.« Diese Worte sind der Schlüssel zur Kommunikation mit Tieren, wie sie uns in Pea Horsleys wunderbarer Autobiografie begegnet, auch wenn diese Aussage nicht von ihr selbst stammt, sondern von Morgan, ihrem ersten Hund und Lehrer für die Kommunikation zwischen den Arten.

Die Einsichten, die Ihnen dieses Buch vermitteln wird, gehen tiefer, als Sie sich vermutlich jetzt vorstellen können. Und dennoch sind sie eigentlich ganz einfach und offenkundig. Die Kommunikation mit Tieren wird Ihr Leben verändern. Und wenn Sie angesichts der Verwüstungen, die unsere Spezies auf dieser wunderbaren Erde angerichtet hat, jeden Glauben an die Menschheit verloren haben, wird Ihnen die Kommunikation mit Tieren helfen, Ihren ursprünglichen Bund mit der Natur neu zu besiegeln – und Ihren Beitrag zur Rettung unseres Planeten zu leisten.

Wenn man wie ich im »Geweihten Land« lebt, zusammen mit dem König der Raubtiere und anderen Kräften, die an der Spitze der Nahrungspyramide und des großen Zyklus des Lebens stehen, dann erkennt man schnell, dass Gott noch höchst lebendig ist und mit ihm auch die Macht der Liebe, welche die gesamte göttliche Schöpfung eint.

Wir sind in der Tat alle miteinander verbunden. Ich habe das große Glück, mit den letzten weißen Löwen in ihrer angestammten Heimat und all den anderen wechselseitig verbundenen Wesen ihres Ökosystems zusammenleben zu können. Jeden Tag erwache ich mit dem Gesang der Vögel und lege mich mit dem Brüllen des Königs der Tiere schlafen, das vom fernen Horizont zu mir dringt. Täglich werde ich Zeugin des Seelenbandes von bedingungsloser Liebe und Achtung, das in natürlicher Vielfalt zwischen den Arten besteht, zwischen großen, kleinen, weisen und wunderbaren Wesen – ja sogar zwischen dem Jäger und seiner Beute, so unwahrscheinlich dies auch klingen mag.

Wir alle haben einmal so gelebt, wie es uns die wunderbaren Höhlenmalereien aus Lascaux und anderen prähistorischen Fundorten zeigen: nicht in Angst, sondern in Liebe und Achtung vor der Schöpfung, in einem paradiesischen Seinszustand, um den wir in der Tiefe unseres Herzens wissen und den wir wiederherstellen möchten, mehr als alles andere. Selbst wenn Sie in der Stadt leben wie ich einst, als ich noch für die großen Modehäuser Europas arbeitete, und der Natur völlig fremd geworden sind, wissen Sie dennoch in Ihrem innersten Wesenskern um diesen Zustand der Gnade. Doch können wir in diesen Zustand nur eintreten, wenn wir unseren Beitrag dazu leisten, das Paradies auf Erden wieder zu errichten – jenes Geschenk, das die schöpferische Kraft, wie immer Sie sie nennen mögen, voller Liebe uns Menschen in die Hände gelegt hat.

Heute, da wir nicht nur in Bezug auf das Klima erleben, wie der Mensch mit seinen Aktivitäten eine globale Spur der Verwüstung hinterlässt, ist die Tierkommunikation das mächtigste Werkzeug, das wir Menschen besitzen, um wieder eine von Liebe und Sinn erfüllte Verbindung mit der wirklichen Welt herzustellen. In einfachen, direkten Worten und mit erstaunlichen, aus dem wirklichen Leben gegriffenen Geschichten zeigt Pea Horsley in ihrem Buch Wege auf, wie Sie zu einem sinnerfüllten Leben für sich selbst und all die anderen prächtigen Tiere, die sich diesen Planeten teilen, zurückfinden.

Die Tatsachen sprechen für sich. Die Fähigkeit, mit Tieren kommunizieren zu können, ist eine Gabe, die wir einst alle besessen haben. Mag dies auch eine urtümliche Fähigkeit sein, wir brauchen sie in diesen Zeiten notwendiger denn je, denn sie ist der Schlüssel, um nicht nur unseren Planeten, sondern auch uns selbst zu retten.

Linda Tucker

Vorsitzende des Global White Lion Protection Trust

Schamanischer Name: Hüterin der Weißen Löwen

Autorin von Die Löwenfrau: Das Geheimnis der Weißen Löwen

und Saving the White Lions

Anmerkung der Autorin

Dieses Buch ist sehr viel mehr als nur eine Sammlung von Kommunikationsprotokollen mit Tieren, die ich über die Jahre zusammengetragen habe. In dieses Buch sind Herz und Seele meiner selbst und meiner Klienten eingeflossen, denn wir erzählen darin von unserem ganz persönlichen Pfad der Entwicklung.

Die Anordnung der Kapitel erfolgte chronologisch, sodass Sie unter Anleitung – der Anleitung der Tiere, von denen in den einzelnen Kapiteln die Rede ist – diesen inneren Entwicklungsweg nachvollziehen können.

Dieses Buch hat, seit mein lieber Lehrer Morgan den Samen dazu legte, keinen anderen Sinn und Zweck gehabt, als allen, die um ein geliebtes Tier trauern, Trost und Hilfe zu spenden und ihnen ein tieferes Verständnis zu ermöglichen.

Wenn Sie in diesem Moment um Ihren tierischen Gefährten trauern, so seien Sie meines tiefsten Mitgefühls versichert. Ich kann das Ausmaß Ihres Schmerzes nachfühlen, der im Tod eines geliebten Tiers liegt. Wenn Sie die folgenden Geschichten lesen, werden Sie feststellen, dass Sie mit Ihrem Kummer nicht allein sind. Viele Menschen hatten einen heiligen Bund mit diesen unglaublichen Geschöpfen, die wirklich und wahrhaftig verstehen, was Sie erleben. Es ist mein aufrichtiger Wunsch, dass Sie in dieser schweren Zeit hier Trost und Hilfe finden.

Bitte beachten Sie: Die Kommunikation mit einem Tier ist etwas sehr Wertvolles, dennoch kann sie keinesfalls die Abklärung eventueller Beschwerden durch einen qualifizierten Tierarzt ersetzen. Wenn Sie also den Eindruck haben, dass es Ihrem Tier nicht gutgeht, dann wenden Sie sich bitte an einen Tierarzt, der sowohl Ihr Tier als auch Sie selbst fürsorglich, mitfühlend und respektvoll behandelt.

»Wir sind alle miteinander verbunden«

»Wir sind alle miteinander verbunden, immer und über alle Entfernung hinweg.«

Morgan

Dies ist die Geschichte, die ich nie schreiben wollte. Sie handelt von meinem Hund Morgan, und sie ist wahr.

Hinter mir liegt diese große Seele in einem gebrechlichen Körper. Er ist halb Beagle, halb Jack Russel, und womöglich hat die Natur so zum Spaß auch noch einen Schuss Labrador hineingemixt. Er hat seelenvolle dunkelbraune Augen, und mit seinen tiefschwarzen Lippen sieht er manchmal aus wie ein lachender Clown. Doch heute nicht. Heute geht es ihm schlecht. Das Gehen fällt ihm schwer. Auch seine Wasserschüssel sieht er kaum an. Tatsächlich trinkt er überhaupt kein Wasser mehr, es sei denn, ich gebe es ihm zu gedämpftem Seelachs, wenn ich ihm sein Fischsüppchen zubereite, seine morgendliche Leckerei, die er so gern mag.

Heute will mir schier das Herz zerspringen. Er ist traurig, und ich spüre seine Trauer tief in meinem Innern. Immer wieder kämpfe ich gegen meine Tränen an, doch ohne Erfolg. Ich weiß, dass seine Lebenskraft Stück für Stück schwindet. Er geht langsam hinüber an einen Ort, wo seine Seele es besser hat. Ich weiß das, und trotzdem tut es so weh. Sein Körper ist jetzt verbraucht, und die meiste Zeit empfindet er ihn als Last. Ich kann es sehen und kann es fühlen. Jeden Tag verbinde ich mich mit ihm und spüre seine Müdigkeit. Es fällt mir schwer, für meine Klienten da zu sein und ihnen zuzuhören, wenn sie mir erzählen, welche Sorgen und seelischen Nöte sie haben, weil Tiere alt sind oder sterben, gerade wenn es sich um Hunde handelt. Solange ich mit meinen Klienten telefoniere, verhalte ich mich absolut professionell und halte meine eigenen Gefühle zurück, doch sobald ich den Hörer auflege, fange ich an zu weinen, denn ihr Schmerz rührt an meinen Schmerz.

Ich werfe einen Blick über meine rechte Schulter zu Morgan, der in seinem karierten Hundebett neben der Tür zum Garten liegt. Er bedeutet mir, ich solle jetzt nicht aufhören und alles aufschreiben, sodass alle, die diese Zeilen lesen, darin Trost finden. Morgan, diese Seele von einem Vierbeiner, hat mir aufgetragen, ein Buch darüber zu schreiben, was es heißt zu leben, loszulassen, zu sterben … darüber, wie das Leben weitergeht, auch wenn der physische Körper nicht mehr da ist.

Morgan ist bis zu diesem Tag die größte Liebe meines Lebens. Ja, er ist ein Hund. Und doch weit mehr als »bloß ein Hund«.

Nicht »bloß ein Hund«

Es war Morgan, durch den ich zur Tierkommunikatorin wurde, was mein Leben für immer verändert hat.

Als mein roter Kater Winston starb, glaubte ich, dass mir nie wieder etwas so gnadenlos das Herz brechen würde. Winston war die Liebe meiner Mädchenjahre und mein Ein und Alles. Müsste ich allerdings mein Verhältnis zu den beiden vergleichen, so würde ich sagen, dass ich Morgan auf einer anderen Ebene liebe. Ich bin jetzt älter, und im Mittelpunkt dieser Liebe steht mehr der Wunsch, anderen zu helfen, weniger das innige Gefühl des Angenommenseins, das ein junges Mädchen in der bedingungslosen Liebe seiner Katze findet. Wir haben uns seitdem ein Stück weiterentwickelt.

Als ich Morgan das erste Mal sah, lag er auf einer dicken Daunendecke im Büro des Londoner Tierheims Mayhew Animal Home. Auf seiner linken Seite liegend, hatte er sich genüsslich zu voller Länge ausgestreckt. Ich beugte mich zu ihm hinunter, um seinen beagleähnlichen Kopf zu streicheln, er sah mich aus seinen sanften braunen Augen an, und ich wusste, dass ich von ihm nichts zu befürchten hatte. Bis zu diesem Augenblick war ich Hunden gegenüber immer auf der Hut gewesen, was an ein paar Jack-Russel-Terriern lag, die mich gebissen und von einem Hof gejagt hatten, sowie an einem Labrador, der zähnefletschend auf mich losgegangen war.

Damals war Morgan vermutlich so um die sieben oder acht Jahre alt. Weil die Leute vom Tierheim den Eindruck gehabt hatten, Morgan würde sich in einem Hundegehege nicht wohlfühlen, hatte ihn eine der Angestellten unter ihre Fittiche genommen, und so saß er tagsüber bei ihr im Büro, und abends durfte er bei ihr zu Hause auf dem Sofa schlafen. Doch Morgan war überhaupt nicht schwach oder gebrechlich – ganz im Gegenteil, er hatte eine sehr lebendige Ausstrahlung. Da lag er also, der Inbegriff totaler Entspannung, mit seinen funkelnden Augen und seinem schelmischen Grinsen. Er sah prächtig aus, doch wie ich noch feststellen sollte, hatte er so seine Macken.

Nachdem die Leute vom Tierheim mein Haus inspiziert und für hundetauglich befunden hatten, durfte ich Morgan zu mir nehmen. Tiere aus dem Tierheim brauchen immer eine gewisse Zeit, um sich einzugewöhnen, aber als ich nach ein paar Wochen merkte, dass Morgan unglücklich war, glaubte ich, dass ich irgendetwas falsch machte. Ich war eine große Katzenliebhaberin und mit Katzen aufgewachsen. Von Hunden dagegen hatte ich keine Ahnung.

In dieser Situation schickte mir, wie der Zufall so spielt, das Mayhew per E-Mail eine Einladung zu einem Workshop über Tierkommunikation, der in den dortigen Räumlichkeiten stattfinden sollte. Ich dachte, das sei deren Art, mir quasi durch die Blume zu sagen: »Lern gefälligst, die Körpersprache deines Hundes zu lesen.« Also ging ich hin in der Hoffnung, Morgan danach ein bisschen besser verstehen zu können. Zu meiner großen Verblüffung hörte ich dort von der Workshopleiterin, dass es möglich sei, mit Tieren zu reden.

Ich kam vom Theater, konnte auf eine sehr erfolgreiche fünfzehnjährige Karriere als Inspizientin zurückblicken und verstand mich als Frau, die mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Tatsachen stand. Daher war ich angesichts einer solchen Behauptung zunächst mal skeptisch. Doch dann machte ich bei diesem Workshop die Entdeckung, dass ich mit einem Kaninchen kommunizieren konnte, einfach indem ich sein Foto betrachtete, und dass meine Partnerin, die mir zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannt war, dasselbe mit einem Foto von meinem Kater Texas tun konnte. Das Ganze war eine ziemlich seltsame Erfahrung. Als würde sie einen direkten Blick in meine vier Wände tun, konnte sie mir die Farbe meines Sofas beschreiben, sagen, an welcher Stelle im Garten Texas sich am liebsten aufhielt und worauf er gern saß. Dieser erste Workshop brachte mein Weltbild, dessen fester Bestandteil es war, dass Tiere nicht zur Kommunikation fähig sind, doch ziemlich ins Wanken. Das wollte ich jetzt schon genauer wissen, und so belegte ich einen weiteren Workshop.

Bei diesem zweiten Workshop hatte ich mein »Kronleuchter-Erlebnis«: die plötzliche Offenbarung, dass es mir bestimmt war, Tierkommunikatorin zu werden, und alle meine bisherigen Erfahrungen nur Vorbereitung auf das nun Kommende gewesen waren.

Viele Jahre später stand ich per E-Mail im Austausch mit einem Tierarzt, der eine Kolumne bei einer sehr bekannten Zeitung hatte. Er schrieb mir: »Für mich steht fest, dass es Ihre Berufung ist, genau das zu tun, was Sie tun. Sie stoßen Türen auf, die uns die Frage nach dem Bewusstsein von allen fühlenden Wesen in neuem Licht erscheinen lassen.«

Es folgten weitere Workshops, in deren Verlauf ich feststellen musste, dass ich Verbindung zu verstorbenen Tieren aufnehmen konnte und sich dies obendrein noch wie die natürlichste Sache der Welt anfühlte. Für eine überzeugte Atheistin wie mich war dies eine echte Überraschung. Sie zwang mich unweigerlich, alles, was ich bisher für wahr gehalten hatte, von Neuem zu überprüfen, passten doch meine Überzeugungen so überhaupt nicht zu dieser Art von Erfahrung.

Als ich mich dann in der Kommunikation mit Tieren sicher genug fühlte, setzte ich mich mit Morgan hin, um herauszufinden, warum er so unglücklich war. In meinem Geist erschien das Bild seiner Vorbesitzer, eines älteren Ehepaares. Der Mann hatte einen Gehstock. Ich spürte, dass die Frau gestorben war und der Mann jetzt in einem Pflegeheim lebte. Morgan war in eine Tötungsstation gekommen, wo er eingeschläfert worden wäre, hätten die Leute vom Tierheim nicht eingegriffen, wofür ich für immer dankbar sein werde.

Vielleicht sind Sie an dieser Stelle nicht so recht überzeugt davon, dass ich Morgan half, indem ich mit ihm und seinem verstorbenen Frauchen telepathisch kommunizierte. Doch das beste Gegenmittel gegen den Zweifel daran, dass eine solche geistige Kontaktaufnahme zu einem Tier möglich ist, wird es sein, solch eine Tierkommunikation einmal selbst mitzuerleben. Dennoch werde ich in diesem Buch für alles, was mir die tierischen Gefährten meiner Klienten telepathisch mitgeteilt haben, stets auch Belege beibringen, die entweder von den Tierhaltern selbst stammen oder von den jeweiligen behandelnden Tierärzten, die sie als korrekt bestätigt haben.

Nachdem ich also mit Morgan telepathisch kommuniziert hatte, ging mit ihm eine schlagartige Veränderung vor. Er konnte nun die Vergangenheit hinter sich lassen und sich ganz auf seine neue Familie einstellen. Und weil er das konnte, hieß ihn auch Texas, der ihn zuvor immer geschnitten hatte, im Kreise der Familie willkommen – freilich nur bis zu einem gewissen Punkt. Schließlich war er zuerst hier gewesen, und es gab nur einen Boss, nämlich ihn.

Doch Morgan war nicht der Einzige, mit dem sich eine Wandlung vollzog. Ich hängte meinen Job als Stage Manager an den Nagel und gründete »Animal Thoughts«, einen Dienst für Tierkommunikation. Meine Praxis wuchs durch Mundpropaganda, und ich gab rund um den Globus Workshops für Menschen, die gern zu ihren Tieren geistige Verbindung aufnehmen wollten. Ich selbst kommunizierte regelmäßig mit Tieren, deren körperliches Dasein zu Ende ging oder die den Übergang in das Leben nach dem physischen Tod schon vollzogen hatten. Die Kommunikation mit einem Tier, dessen Seele in die Ewigkeit heimgekehrt ist, betrachte ich als eines der größten Privilegien meiner Arbeit.

Was ist Tierkommunikation?

Vielleicht haben Sie noch nie von Tierkommunikation gehört und fragen sich, wie das überhaupt funktionieren soll.

Unter »Tierkommunikation« versteht man den intuitiven Austausch von nichtverbalen Botschaften zwischen Mensch und Tier. »Interspezieskommunikation« und »Tiertelepathie« sind andere Bezeichnungen für dasselbe Phänomen. Die Tätigkeit eines Tierkommunikators unterscheidet sich jedoch grundlegend von der eines sogenannten Hunde- oder Pferdeflüsterers, der Spezialist für das Verhalten und die Körpersprache einer bestimmten Tierart ist.

Bei der Tierkommunikation werden zwischen Mensch und Tier bewusst nonverbale Informationen über die Sinnesorgane gesendet und empfangen. Der Inhalt dieser Informationen – Gedanken, Gefühle und Empfindungen – ist seiner Natur nach elektromagnetische Energie, sodass es bei der Tierkommunikation im Wesentlichen um den Austausch energetischer Botschaften geht.

Damit ist gemeint, dass – um ein Beispiel zu gebrauchen – ein Mensch nicht die Sprache von Schildkröten und eine Schildkröte nicht die Sprache der Menschen beherrschen muss, damit die beiden sich gegenseitig verstehen. Ich verwende das Wort »Sprache« hier in einem sehr weit gefassten Sinn, der auch den nonverbalen, energetischen Austausch von Informationen einschließt. Wir haben es hierbei mit einer sehr subtilen, einfühlsamen Form der Kommunikation zu tun, die viel Hingabe und Übung verlangt, um sich aufeinander einzustimmen. Um die dazu erforderliche Geschicklichkeit zu erlangen, müssen Sie genauso üben, als würden Sie ein Instrument, eine Sportart oder eine Fremdsprache erlernen. Aber machbar ist es.

Diese kurze Darstellung soll als Erklärung genügen, denn dieses Buch ist keine Anleitung, wie Sie Tierkommunikator werden können. Dennoch werden Sie auf den folgenden Seiten einiges über die Schnurren und Geheimnisse der Tierkommunikation erfahren. Und das dürfen Sie natürlich gern verwenden, um Kontakt zu Ihrem Tier aufzunehmen.

Aber zunächst möchte ich Sie mit einigen interessanten Tatsachen über Empfindungsvermögen, Intelligenz und Bewusstsein von Tieren bekannt machen. Sie bilden die Basis für alle weiteren Ausführungen.

Unsere Stellung in der Welt

Der Mensch betrachtet sich häufig als über dem Tierreich stehend. In Wahrheit ist er aber Teil des Tierreichs – Menschen sind ebenfalls Tiere.

Mittlerweile findet der Gedanke breitere Akzeptanz, dass auch »nichtmenschliche Tiere« Gefühle haben und über kommunikative Fähigkeiten verfügen, die nicht an einen verbalen Ausdruck gebunden sind. Vielleicht haben Sie ja schon mal von der Hundedame Bella und ihrem besten Freund Beavis gehört, einem Biber. Als Beavis starb, reagierte Bella emotional in einer Weise, die keinen Zweifel daran ließ, dass sie den Verlust ihres Freundes betrauerte. Zu Beavis’ Lebzeiten waren Bella und er unzertrennlich. Sie wichen einander buchstäblich nicht von der Seite, und als Beavis starb, lag Bella stundenlang winselnd neben ihm. Während die anderen Hunde unbeeindruckt Ball spielten und mit dem Schwanz wedelten, harrte Bella untröstlich neben ihrem besten Freund aus, wobei sie manchmal ihren Kopf auf seinen Rücken legte, ihn leckte oder seinen mächtigen Körper mit der Nase anstupste.

Möglicherweise kennen Sie auch die Berichte über eine andere Hundedame namens Bella, eine Streunerin, und Tarra, die Elefantenkuh aus dem Tennessee Elephant Sanctuary, einem Gnadenhof für Elefanten. Die beiden spielten und fraßen zusammen und schliefen oft gemeinsam in einem Stall. Einmal erlitt Bella eine schlimme Verletzung der Wirbelsäule und musste für die Zeit ihrer Behandlung von Tarra getrennt werden. Während dieser drei Wochen verharrte Tarra wachend am Eingang zum Verwaltungsgebäude des Sanctuary, obwohl sie ein fast 900 Hektar großes Gelände zur Verfügung hatte, auf dem sie frei herumstreifen konnte. Es war ein bewegender Anblick, als man die beiden wieder zusammenbrachte: Ganz offensichtlich freuten sie sich, einander wiederzusehen. Als Bella ein Jahr später vermutlich von Kojoten angegriffen und getötet worden war, hat Tarra sie an den Ort geschafft, an dem die beiden sehr viel Zeit miteinander zugebracht hatten. So jedenfalls die Vermutung der Leute vom Sanctuary. »Der Gedanke, dass sie den toten Körper nicht liegen lassen konnte und heimbrachte, ist einerseits herzzerreißend, andererseits aber auch sehr inspirierend«, kommentierte Robert Atkinson, der Leiter des Elephant Sanctuary.

Von wissenschaftlicher Seite wird mittlerweile akzeptiert, dass Tiere Intelligenz besitzen. Die National Academy of Sciences in den USA hat einen Forschungsbericht von zwei Wissenschaftlern der schottischen University of St. Andrews veröffentlicht, wonach Delfine, genauer gesagt Große Tümmler, einander mit Namen rufen. So wie wir Menschen einen bestimmten Vornamen haben und antworten, wenn wir mit diesem Vornamen angesprochen werden, tragen auch Delfine Namen in Form eines individuell entwickelten Signaturpfiffs. Und sie lernen und benutzen die Signaturpfiffe ihrer Artgenossen, um diese zu rufen. Dies ist eine Form der Kommunikation, die über Warnrufe und Futtersignale hinausgeht, ja, die das, was Wissenschaftler bislang an Kommunikation bei Tieren für möglich gehalten hatten, weit übersteigt.

Wir wissen, dass Tiere die Fähigkeit besitzen zu entscheiden, womit sie spielen, was sie fressen, wo sie schlafen und mit wem sie sich anfreunden wollen. Ist es angesichts dieser Tatsache nicht sinnvoll anzunehmen, dass sie auch in vielen anderen Bereichen imstande sind, eine gezielte Wahl zu treffen? Zum Beispiel, wenn es um die Erhaltung oder Wiederherstellung ihrer Gesundheit geht?

Einige Tiere behandeln sich bei Krankheit selbst, indem sie bestimmte wild wachsende Pflanzen, Algen oder Erde fressen, die ihnen die benötigten Heilstoffe liefern. Dieses Verhalten wird als »Zoopharmakognosie« bezeichnet. Der Begriff setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern zõon für »Lebewesen, Tier«, phármakon für »Droge, Arznei« und gnõsis für »Erkenntnis, Kenntnis« und wurde geprägt von Dr. Eloy Rodriguez, Biochemiker an der Cornell University in Ithaca, New York. Sein Institut leistete einen entscheidenden Beitrag zur Erforschung der Selbstmedikation bei Wildtieren.

Wenn Tiere also in der Lage sind, ihre Gesundheit durch die gezielte Auswahl bestimmter Pflanzen positiv zu beeinflussen, so darf man dies wohl mit einiger Sicherheit als Indiz dafür werten, dass sie wissen, wenn mit ihrem Körper etwas nicht stimmt. Wäre es also auch möglich, dass sie wissen, wann ihr Körper stirbt? Sind sie vielleicht sogar in der Lage zu erkennen, wie viel Zeit ihnen in ihrer momentanen physischen Form noch bleibt? Dies sind interessante Fragen, über die nachzudenken sich lohnt.

Der Duden definiert Bewusstsein unter anderem als die »Gesamtheit aller jener psychischen Vorgänge, durch die sich der Mensch der Außenwelt und seiner selbst bewusst wird«. Die Frage ist also, ob Tiere diese Art der Bewusstheit haben.

Am 7. Dezember 2012 traf an der Universität von Cambridge eine Gruppe prominenter Wissenschaftler zur ersten Francis Crick Memorial Conference zusammen, die unter dem Thema »Bewusstsein bei menschlichen und nichtmenschlichen Tieren« stand. Die Konferenzteilnehmer kamen aus den Bereichen der Kognitionswissenschaft, der Neuropharmakologie, der Neurophysiologie, der Neuroanatomie und der Computational Neuroscience. In Gegenwart von Professor Stephen Hawking unterzeichneten die Wissenschaftler die »Cambridge Declaration of Consciousness«, in der sie öffentlich erklärten: »Es gibt gewichtige Beweise, die darauf hindeuten, dass nicht nur der Mensch die neurologische Basis besitzt, die Bewusstheit ermöglicht.«

Die hochrangigen Wissenschaftler erstellten darüber hinaus eine Liste »nichtmenschlicher Tiere«, die ihrer Auffassung nach die Kriterien für Bewusstsein erfüllen. Diese Liste umfasste sämtliche Säugetiere, Vögel und noch einige andere Tiere wie zum Beispiel den Kraken.

Joseph Dial, ehemaliger leitender Direktor der Mind Science Foundation, sagte an diesem Abend vor der Kamera:

Dies war ein überaus denkwürdiger Abend. Ich konnte hier beobachten, wie die Menschen endlich erkannt haben, dass unsere bisherige Auffassung über Bewusstsein bei Tieren primitiv und rückständig war. Heute Abend haben alle hier Anwesenden gesagt, was sie schon immer gedacht haben, nämlich dass tierisches Bewusstsein und menschliches Bewusstsein so viele Gemeinsamkeiten aufweisen, dass wir uns der Frage stellen müssen, wie wir Tiere behandeln und warum wir sie so behandeln.

Drei angesehene Neurowissenschaftler erklärten bei ihrem öffentlichen Resümee, dass »nichtmenschliche Tiere« die neuroanatomische, neurochemische und neurophysiologische Basis für Bewusstsein besäßen sowie willentlich gesteuerte Verhaltensweisen zeigten.

Von wissenschaftlicher Seite wird also bejaht, dass der Hund zu Ihren Füßen ebenso wie die Katze auf Ihrem Schoß, das Pferd draußen auf Ihrer Koppel und jedes andere Tier in Ihrem Umfeld keine fühllosen Automaten sind, sondern vielmehr wunderbare, mit Intelligenz und Selbstgewahrsein begabte fühlende Wesen, die Zustände von Bewusstheit erfahren.

Doch warum braucht es erst eine wissenschaftliche Erklärung, bevor wir akzeptieren können, dass Tiere Gefühle, Intelligenz und Bewusstheit besitzen? Weil man uns beigebracht hat, unserem Bauchgefühl so lange zu misstrauen, bis uns von wissenschaftlicher Seite gesagt wird, dass es doch stimmt. Ohne hier nach der Sinnhaftigkeit einer solchen Haltung zu fragen, kann diese Erklärung vielleicht bewirken, dass wir Tiere künftig besser behandeln.

Auf dem Weg zu einer neuen Bewusstheit

Sie sind dabei, ein Buch zu lesen, in dem es darum geht, wie Tiere auf telepathischem Weg ihre Bedürfnisse und gesundheitlichen Probleme kommunizieren, wie sie den Sterbeprozess wahrnehmen und was sie in Hinblick auf den Tod empfinden. Einige dieser Botschaften stammen von Tieren, deren Seele ihre leibliche Hülle bereits verlassen hat.

Auf den folgenden Seiten werde ich Ihnen auch immer wieder von meiner Reise mit Morgan erzählen, von seinen Krankheiten, seinem Mut und seiner Liebe, wenn wir uns seinem Tod nähern, und davon, wie er nach seinem Übergang in eine nichtphysische Daseinsform immer noch Kontakt zu mir aufnimmt.

Die Entdeckung, dass die Seelenessenz den Tod des Körpers überdauert, hat eine große Veränderung in mir bewirkt. Ich kann jetzt ohne Angst oder Bestürzung über den Tod sprechen. Ich bin dadurch auch fähig geworden, anderen zu helfen. Und ich hoffe, dass Sie, wenn Sie am Ende dieses Buches angelangt sind, akzeptieren können, was Morgan mir ganz zu Anfang unserer Beziehung gesagt hat: »Wir sind alle miteinander verbunden, immer und über alle Entfernung hinweg.«

Es hat bei mir eine Weile gedauert, bis ich das wirklich geglaubt habe, doch meine Kommunikation mit Tieren, die den Übergang vollzogen haben, lieferte mir die Beweise, die ich brauchte, um die Einwände meines skeptischen Geistes verstummen zu lassen.

Vielleicht müssen Sie sich selbst gerade von einem Tier verabschieden, oder Sie lesen dieses Buch, weil Sie um Ihr totes Tier trauern. Oder weil Ihr Tier nun alt geworden ist oder seine Gesundheit sich allmählich verschlechtert. Vielleicht sind Sie auch einfach nur neugierig, wie Tiere das Leben nach dem Tod sehen.

Aus welchem Grund auch immer Sie dieses Buch lesen, meine aufrichtige Hoffnung ist, dass es Ihrem Geist Erbauung, Ihrem Herzen Trost und Ihrer Seele Erleuchtung schenken möge. Sie halten ein Buch in Händen, in dem Morgan seine Einsichten mit Ihnen teilt. Es wurde für Sie mit all unserer Liebe geschrieben.

Lassen Sie mich Ihnen nun als ersten Einstieg in die Tierkommunikation eine Geschichte über eine Katze namens Willow und ihr Frauchen Jane erzählen.

Den freien Willen respektieren

»Auch wenn andere Tiere sich von uns unterscheiden, so stehen sie doch nicht unter uns.«

Marc Bekoff

Willow, die »Sophia Loren«der Katzenwelt

»Hör auf, es immer allen recht machen zu wollen. Kümmere dich zuerst um dich selbst, dann werden dich auch die anderen schätzen und respektieren.«

Willow

Jane kontaktierte mich im Mai 2007. Sie war damals vierzig und hatte eine eigene Marketingagentur aufgebaut. Sie hatte schon immer Katzen gehabt und war daher sehr erfahren im Umgang mit diesen Tieren. Sie wollte, dass ich mit Willow, ihrer fünfzehn Jahre alten Katze, kommunizierte. Doch damit Sie verstehen, warum sie das wollte, muss ich Ihnen zuerst von meiner Kommunikation mit ihrem Hasen erzählen.

Jane war ein Jahr zuvor bei ihren Recherchen nach alternativen Methoden der Tierheilung auf mich gestoßen. Ihr Hase Peter litt unter einem abnormen Längenwachstum der Schneidezähne, und es bestand die Gefahr, dass er eingeschläfert werden musste.

Um mit Peter geistig Kontakt aufzunehmen, schaute ich mir ein Foto von ihm an und durchlief meinen üblichen Prozess der Verbindungsaufnahme. Ich atmete langsam ein und aus, um mich körperlich und geistig zu entspannen. Dann sammelte ich meine Aufmerksamkeit im Herzen und stellte mir vor, wie ich mich mit Peter von Herz zu Herz verband, indem ich ihm liebevolle Gedanken schickte. Ich sprach still im Geist mit ihm, erklärte, wer ich war und warum ich zu ihm Verbindung aufnahm. Wir begannen, miteinander zu kommunizieren. Ich empfing seine Gedanken, die ich als meine innere Stimme wahrnahm. Ich erfuhr, dass an dem neuen Geschwür, das er bekommen hatte, eine nicht entfernte Zahnspitze schuld war. Er sagte mir auch, dass die Zeit für seinen Übergang noch nicht gekommen sei.

Obwohl Janes Tierarzt Peters Gebiss bereits untersucht und behandelt hatte, vereinbarte sie aufgrund dieser Information einen Termin für eine zweite Zahnbehandlung. Bei dieser zweiten Behandlung stellte der Tierarzt fest, dass Peter recht hatte, und entfernte die übersehene Zahnspitze. Die Botschaft, die Peter kommuniziert hatte, rettete sein Leben, und er lebte danach noch zwei Jahre. Nach dieser Botschaft, die im wahrsten Sinne des Wortes Peters ganzes Leben verändert hatte, beschloss Jane, dass sie auch über ihre anderen Tiere mehr erfahren wollte. Und den Anfang sollte ihre Lieblingskatze Willow machen.

Da sie in Gloucestershire wohnte, entschied sie sich für eine weitere Fernkommunikation. Ich mache zwar auch Hausbesuche, doch die meisten Tierhalter entscheiden sich aufgrund der Entfernungen für diese Art des Austauschs.

Jane mailte mir also ein Foto von Willow und eine Liste der Fragen, die ich ihr stellen sollte. Diesmal aber ging es nicht um Antworten auf ein bestimmtes gesundheitliches Problem. Jane wollte wissen, was in Willow vorging und ob sie glücklich war.

Ich habe Willow bekommen, als sie gerade mal acht Wochen alt war, und sie wird nächsten Monat sechzehn. Zwischen uns beiden scheint eine tiefe Verbindung zu bestehen. Sie redet mit mir, sagt mit einem kätzischen Miau: »Hallo.« Ich bin einfach völlig hingerissen von ihr. Wenn einmal der Tag kommt, an dem ich ihr Lebewohl sagen muss, wird mir mit Sicherheit das Herz brechen. Könnten Sie einfach ganz allgemein ein wenig mit ihr plaudern, weil ich mich so hingezogen fühle zu ihr? Ich liebe alle meine Tiere, aber die Verbindung zu Willow ist etwas ganz Besonderes.

Von dem Foto blickte mir eine Katze von umwerfender Anmut entgegen. Ihr Fell hatte eine feine Zeichnung aus Karamell-, Kaffee- und Kakaotönen. Sie thronte auf dem Sofa auf einem beigefarbenen Kissen, das Gesicht der Kamera zugewandt. Ihre rechte Vorderpfote graziös über die linke drapiert, warf sie sich selbstbewusst in die Brust und zeigte ihren herzförmigen Brustfleck. Ihre imposanten Schnurrhaare waren weiß wie Milch. Die hellpistaziengrünen Augen flößten einem unmittelbar Respekt ein. Wie sie da vor der Kamera posierte, schien sie auf etwas zu warten.

Viele Tiere scheinen mich bereits zu erwarten, wenn ich mit ihnen kommuniziere, wobei es keine Rolle spielt, ob sie gerade mit etwas beschäftigt sind oder vielleicht sogar schlafen, da unsere Verbindung energetischer Natur ist. Herauszufinden, was ein Tier auf einer tieferen Ebene empfindet, geht über sein äußeres Verhalten oder seine Körpersprache hinaus. Es überschreitet sogar die Grenzen des Raumes. Deswegen muss das Tier auch nicht leibhaftig vor mir sitzen. Ein gutes Foto reicht vollkommen aus, damit ich eine Verbindung zu ihm herstellen kann, und es ist auch gleichgültig, ob dieses Tier seinen physischen Körper verlassen hat oder nicht.

Als ich mit Willow Kontakt aufnahm, vernahm ich als Erstes ein lautes »Roarrr« in meinem Kopf. Brüllte mich Willow etwa an? Das war das erste Mal, dass eine Katze so etwas während einer Kommunikation getan hatte. Sie besaß offensichtlich sehr viel Energie und darüber hinaus in einer sehr starken, feurigen Form. Als ich spürte, dass sie meinen Blick erwiderte, war es, als ginge ihr Blick durch mich hindurch. Sie war das verkörperte Selbstvertrauen, und es war völlig klar, wer hier das Kommando führte und dass man sich mit ihr besser nicht anlegte. Darüber konnte auch die verführerische Aura der Grande Dame nicht hinwegtäuschen.

Als Nächstes hörte ich die Worte »The Queen« in meinem Kopf. Das waren höchst ungewöhnliche Eindrücke, die mir da von diesem Tier übermittelt wurden, dennoch schrieb ich sie nieder. Auch wenn ich nichts damit anfangen konnte, so mochten sie für Willows Frauchen nämlich durchaus von Bedeutung sein.

Während ich Willow weiter meine Bewunderung zollte, versuchte ich, so viel wie möglich über sie zu erspüren. Nachdem ich eine Reihe von einzelnen Informationen empfangen hatte, schilderte ich Jane meine Eindrücke per E-Mail und bat sie, diese auf ihre Richtigkeit hin zu überprüfen, sodass wir beide kontrollieren konnten, ob wirklich eine Verbindung hergestellt worden war.

Impressionen von Willow

»Jane, ich habe das Gefühl, Willow ist eine Löwin im Leib einer Katze. Das Erste, was ich von ihr empfing, war ein mächtiges Brüllen.«

»Darüber musste ich herzlich lachen«, schrieb Jane zurück. »Sie sitzt immer wie eine Sphinx da, nur dass sie die Vorderpfoten höchst vornehm übereinanderlegt. Glaubt sie wirklich, dass sie eine Löwin ist? Ich sage ihr nämlich immer, sie sei eine Sphinx. Ich habe sie doch keiner Gehirnwäsche unterzogen?«

O nein, dachte ich bei mir, Willow ist es bestimmt nicht, deren Gehirn hier gewaschen wird.

Jane bestätigte meinen Eindruck, dass Willow eine starke Präsenz und einen ebenso starken Willen hatte: »Entweder es geht so, wie Willow es möchte, oder es geht gar nicht.«

»Willow sagt, dass sie gern bei Ihnen auf der Brust und in der Herzgegend schläft«, schrieb ich weiter. »Sie möchten aber, dass Willow weiter unten bei den Füßen schläft.«

»O ja, Willow ist eine ziemlich verwöhnte Katze. Mein Mann muss quasi auf der Bettkante schlafen, ich liege in der Mitte, und Willow macht sich auf der anderen Betthälfte breit. Und wenn ich sie hundertmal weiter nach unten im Bett lege, so steigt sie ebenso oft über mich drüber, um sich wieder auf mein Kissen oder manchmal auch gleich auf meinen Kopf zu legen!«

Mein nächster Eindruck war etwas intimerer Natur: »Willow sagt, dass Sie mit ihr besondere Momente im Bad verbringen.«

»Hm, als ›besondere Momente‹ würde ich das nicht bezeichnen«, antwortete Jane. »Mein Badezimmer ist mein Heiligtum. Hier bin ich nicht mehr Chefin, Ehefrau, Mutter, Schwester … Ich kann ganz ich selbst sein, während ich ein Weilchen in meinem Schaumbad liege und niemand mich mit Fragen löchert. Doch Willow weiß es oft so einzurichten, dass sie genau dann lautstark vor der Tür maunzt und reingelassen werden will, wenn ich gerade in mein Bad gestiegen bin. Also klettere ich tropfnass wieder aus der Wanne und mache ihr auf. Sie spaziert herein, trinkt etwas Wasser aus ihrer Schüssel, was sie ausschließlich im Bad tun kann, legt sich dann auf die Badematte und wartet darauf, dass ich aus der Wanne komme. Bade ich einmal länger als normal, fängt sie an, sich zu langweilen, und will wieder hinausgelassen werden. Und ich klettere einmal mehr aus der Wanne.«

Aha, das war es also, was Willow unter »besonderen Momenten« verstand.

Ich schilderte Jane den nächsten Eindruck, den Willow mit ihr teilen wollte: »Ich liebe sie über alles.«

Später einmal sagte Jane zu mir: »Das war der Satz, den ich gern hören wollte … Ihr Schnurren, Schmeicheln und Köpfchenreiben hat mir zwar immer genügt, um zu wissen, dass sie mich mochte, doch dass sie das dann wirklich kommuniziert hat, war ein ganz besonderer Moment für mich.«

Dies waren nur die ersten Einblicke in ein größeres Ganzes, das erst noch zum Vorschein kommen sollte.

Der nächste Eindruck, den ich Jane berichtete, war: »Sie haben zwei Töchter, die Ihnen viel Freude machen, viel lachen und glücklich sind.«

»Nein«, sank Jane in sich zusammen, »ich habe keine Töchter, nur einen Sohn.«

Ich war mir so sicher, dass Willow von zwei Töchtern gesprochen hatte, dass ich beschloss, das Thema später noch einmal anzusprechen.

Also machten wir mit den anderen Eindrücken weiter, die ich empfangen hatte. Jane freute sich, dass ich mit Willow telepathisch Verbindung aufgenommen hatte, und wir vereinbarten einen Termin für ein Telefongespräch.

The Queen’s Speech

Zuerst erklärte ich Jane den allgemeinen Ablauf und sagte ihr, dass sie mich jederzeit unterbrechen könne, falls sie eine Frage habe, ihr etwas unklar sei oder sie sich etwas notieren möchte. Sobald sie bereit war, begann ich, mit Willow zu kommunizieren.

Doch Willow war keineswegs willens, einfach nur Janes Fragen zu beantworten. Sie wollte selbst ein oder zwei Dinge sagen, und ihr erstes Statement war: »Ich bin die Königin.«

»So habe ich sie immer genannt!«, rief Jane aus. »Unglaublich, dass sie Ihnen gegenüber jetzt sagt, dass sie die Königin ist, und das derart kategorisch. Ich singe ihr sogar immer ein kleines Lied vor.«

»Und wie geht das?«, wollte ich wissen.

Jane begann zu singen:

Willow is the queen of the May and June.

Willow is the queen of the sun and the moon.

Willow is the queen of the land and sea.

Willow is the queen who belongs to me.

(Willow ist die Königin von Juni und Mai.

Willow ist die Königin von Sonne und Mond.

Willow ist die Königin von Land und See.

Willow ist die Königin, die mein ist.)

Ich fand es sehr charmant, dass Jane ihrer Katze Lieder vorsang. Dann sagte ich zu ihr: »Abgesehen davon, dass Willow von sich als Königin spricht oder, genauer gesagt, als der Königin, habe ich auch den Eindruck, dass sie ausgeprägte Sophia-Loren-Qualitäten besitzt. Sie hat eine starke feminine Energie und ist eine ausgesprochene Schönheit. Willow ist wirklich die Sophia Loren der Katzenwelt.«

Willow hatte sich einmal mehr sphinxartig und mit übereinandergeschlagenen Pfoten auf ihr Kissen drapiert, und Jane sagte dann: »Willow hat mir eben ganz langsam zugeblinzelt, als wollte sie sagen: ›Ja, das bin ich.‹«

Ich musste lachen, denn das war so typisch Willow. Ihr Selbstwertgefühl war gut entwickelt, und sie hielt sich einfach für umwerfend. Wenn nur alle Frauen ein derart robustes Selbstbild hätten!

Die Kommunikation mit Willow war bisher zu Janes Zufriedenheit verlaufen, daher hielt ich den Moment für gekommen, die Sprache noch einmal auf die beiden Töchter zu bringen. Mir war klar, dass ich meine Worte sehr genau und vorsichtig wählen musste.

»Darf ich Sie fragen, ob Sie je ein Kind verloren haben?«

»Ja. Bevor ich meinen Sohn bekam, hatte ich zwei Fehlgeburten.«

»Wissen Sie zufällig, ob es Mädchen waren?«

»Nein, die Ärzte haben mir das nie gesagt. Das erste Kind habe ich in der zehnten Woche verloren, das zweite in der fünfzehnten.«

»Wenn ich sagte, dass das eine der Mädchen jetzt elf und das andere zwölf wäre, könnte das zeitlich hinkommen?«

Am anderen Ende der Leitung entstand ein langes Schweigen. Dann sagte Jane mit ruhiger Stimme: »Ja.«

»Willow gibt mir den Namen ›Bethany‹«, sprach ich weiter. »Macht das Sinn für Sie?«

»O mein Gott!«, rief sie aus. »Niemand, absolut niemand weiß, dass das der Name war, den ich für mein zweites Baby ausgesucht hatte: Bethany. Bethany Jane. Niemand kann das wissen – und Sie mit Sicherheit nicht. Doch Willow weiß es!«

Jane lief es kalt den Rücken hinunter. »Hat sie sonst noch etwas gesagt?«

»Ja. Sie sagte: ›Sie hat zwei Töchter, zwei lustige, fröhliche Mädchen, die immer lachen. Bethany, die jüngere, mag ich am liebsten.‹«

Jane wurde ganz still, und ich spürte, dass sie am liebsten losgeweint hätte, doch dann meldete sich Willow: »Sag ihr, dass Bethany die Frechere von den beiden ist.«

Ich wiederholte Jane, was Willow gesagt hatte, und sie brach in schallendes Gelächter aus: »Das ist typisch Willow. Wenn ich deprimiert bin, bringt sie mich regelmäßig zum Lachen. Nur sie bringt es fertig, von jemandem, dem ich nie begegnet bin, zu sagen, er sei frech.«

»Jetzt redet sie über Ihren Sohn.«

»Und was sagt sie?«

»Dass er noch viel lernen muss.«

Wieder musste Jane lachen. Nach unserem Telefonat gab Jane Willows Botschaft an ihren elfjährigen Sohn Jake weiter. Der fragte ziemlich verdutzt: »Was soll das heißen?«

Jane klärte mich auf: »Ich weiß ganz genau, wovon Willow redet. Willow versteht es, die Menschen, na ja, genauer gesagt mich, um den Finger zu wickeln. Wenn sie schreit, stehe ich sofort parat, ganz im Gegensatz zu Jake. Sie verstrubbelt nämlich oft ihre Decke und rennt dann maunzend um einen herum, weil sie will, dass man sie wieder glatt streicht – schließlich kann eine Königin unmöglich auf einer zerknitterten Decke ruhen. Jake sagt dann immer, sie solle die Klappe halten, ich dagegen komme sofort angelaufen, um ihre Decke in Ordnung zu bringen.«

Über Janes Mann hatte Willow ebenfalls ein Wort aus ihrer Sicht zu sagen: »Derek ist nett, aber er lässt es an Wertschätzung für Jane fehlen. Sie arbeitet sehr viel und ist sehr großzügig. Er muss sie mehr unterstützen.«

Und auch aus ihrer Meinung über Hase Peter machte sie kein Geheimnis.

»Ich habe das Gefühl, dass sie ein bisschen eifersüchtig auf Ihr Kaninchen ist«, sagte ich zu Jane.

»Ja, sie leckt sich die Lippen und fängt an zu fauchen, sobald Peter sich blicken lässt«, bestätigte sie.

»Willow betrachtet Sie alle als gleich. Sie ist Teil der Familie wie alle anderen. Ich spüre, dass sie etwas steif in den Schultern ist und ein bisschen mürrischer und anspruchsvoller, doch sie sagt, dass es keinen Grund zur Sorge gibt. Sie habe Appetit, schlafe gut und fühle sich sehr kräftig.«

Jane musste wieder lachen.

Ich beendete die Kommunikation, indem ich ihr Willows letzte Botschaft übermittelte: »Liebe, Liebe, Liebe.«

»Besser hätte man ihren Charakter gar nicht zusammenfassen können«, meinte Jane. »Mir war immer klar, dass sie eine ungewöhnliche Persönlichkeit ist, doch jetzt habe ich den Beweis. Und bei all den Einzelheiten, die Sie unmöglich wissen konnten, wie zum Beispiel den Namen ›Bethany‹, gibt es für mich auch keinerlei Zweifel an der Richtigkeit – und das alles nur von Willows Foto!«

Später schrieb sie mir noch:

Sowohl mein Mann als auch mein Sohn waren ziemlich überrascht, wie viel Willow kommuniziert hatte, und noch mehrere Tage nach unserem Telefonat schienen die beiden bemüht, sich von ihrer besten Seite zu zeigen, sobald Willow die Bildfläche betrat, so ganz nach dem Motto: »Benehmt euch, oder Willow sagt es Pea.« Ich muss sogar zugeben, dass Jake nach der Kommunikation ein paar Tage lang wie ein Pfeil angeschossen kam, sobald Willow ihren Unmut äußerte, allerdings hielt der Effekt nicht lange an.

Diese Kommunikation war einfach toll. Es hat mich so mit Freude erfüllt, einen Beweis zu bekommen, dass Willow Bescheid weiß, was sich in unserem Leben abspielt. Ich war weder ängstlich noch nervös, und alles war so liebevoll. Es hat einfach alles gepasst.

Ich muss gestehen, dass Willow auch auf mich ziemlich Eindruck gemacht hatte. Sie hatte sich auf Janes Energie eingestimmt und erkannt, dass sie nicht nur eine, sondern gleich zwei Fehlgeburten gehabt hatte. Und nicht nur das, sie hatte auch den Charakter dieser beiden Kinder, die auf der seelischen Ebene weiterleben, wahrgenommen. Willow hat auf höchst bemerkenswerte Weise Janes tiefe seelische Wunde geheilt.

Willows Gesundheit verschlechtert sich

Am 9. Dezember 2009 bat mich Jane, noch einmal mit Willow zu kommunizieren. »Bei ihren Bluttests ist herausgekommen, dass ihre Nieren sich rasant verschlechtern«, erzählte sie. »Ich bin am Boden zerstört. Sie ist jetzt achtzehn, aber ich bin einfach noch nicht bereit, sie loszulassen. Bitte, ich hätte so gern noch ein Jahr mit ihr. Können Sie herausfinden, ob ich irgendetwas für sie tun kann?«

Ich betrachtete Willows Foto, um mich mit ihr zu verbinden. Und einmal mehr schrieb ich die Eindrücke nieder, die sie mir vermittelte:

Keine besonderen Probleme. Manchmal muss man Willow rauf aufs Sofa helfen, doch das ist in Ordnung für sie.

Ihr Gefühl für Würde ist sehr stark entwickelt.

Sie mag gern Kekse (die für Menschen) – »Eine Dame sollte immer speisen können, was sie zu speisen wünscht.«

Unterer Teil der Wirbelsäule/Steißbein: arthritische Schmerzen. Hüften und Hinterbeine sind schlimmer – ein kratzendes Gefühl.

Sie ist sehr ruhig und heiter.

Es geht mir im Moment nicht so schlecht, meine Liebe. Du brauchst dir jetzt keine Sorgen zu machen. Bleib ruhig.

Es gefällt ihr, wenn Jane ihre weißen Pfoten und die weiße Brust bewundert.

Zu Beginn unseres Telefonats bat sie mich, es ihr nicht zu sagen, wenn ich spürte, dass Willow bald ihren Übergang vollziehen würde. Dann stellte sie ihre erste Frage: »Ich möchte sehr gern wissen, ob es noch irgendetwas gibt, was ich für sie tun kann.«

»Nur die Ruhe«, antwortete Willow. »Du machst alles richtig. Hör auf, dich zu sorgen.«

»Diese Katze kennt mich in- und auswendig – ich mache mir auch dann Sorgen, wenn es keinen Grund gibt«, meinte Jane.

»Ich hab es gern warm«, fuhr Willow fort. »Eine Heizdecke, ein warmes Fleckchen, aber das weißt du ja.«

»Ich habe mir schon überlegt, ihr eine Heizdecke zu kaufen«, rief Jane verblüfft aus. »Dieser Gedanke geht mir schon einige Zeit durch den Kopf. Ich wüsste gern noch, ob ich irgendetwas falsch mache?«

»Nein, überhaupt nicht, meine Liebe«, gab Willow zur Antwort.

»Ich möchte einfach nur besser verstehen, was wirklich los ist«, sagte Jane zu mir. »Mir kommt es so vor, dass Willow noch immer sehr viel Kraft hat, aber dann frage ich mich, ob das nicht bloß Wunschdenken meinerseits ist.«

Ich erklärte ihr: »Ihre Energie schwindet langsam, doch sie will noch nicht sterben. Sie fühlt sich geistig immer noch so stark wie eh und je. Sie ist froh, zuversichtlich, ruhig und still. In gewisser Weise abgeklärt.«

»Ich weiß, dass sie eine alte Katzendame ist und alles nicht mehr so schnell geht. Aber sie ist wahrscheinlich die verwöhnteste und verhätscheltste Katze, die je auf diesem Planeten geschnurrt hat. Sie ist meine kleine Seelengefährtin, ich möchte einfach sicher sein, dass es ihr gutgeht und sie keine starken Schmerzen hat.«

Willow erwiderte: »Mein unterer Rücken und die Hinterbeine tun mir fast immer weh, aber ich fühle mich friedvoll.«

»Was kann ich denn für sie tun?«

»Ebendas, was du jetzt tust«, sagte Willow. »Schenk mir einfach deine Liebe.«

Lange Zeit später, als Jane über diese Kommunikation nachdachte, erkannte sie, dass Willow ihr das wahre Ausmaß ihres Zustands verborgen hatte, um sie zu schützen, während sie sich gleichzeitig auf das Unvermeidliche vorbereitete. Jane fasste ihre Überlegungen für mich zusammen:

Willow schützte mich, wie eine Mutter ihr Kind schützt. Ich bin mir sicher, sie wusste genau, dass dies das traurigste Weihnachten meines Lebens geworden wären, wäre mir klar gewesen, dass es das letzte Weihnachten mit meinem kleinen Mädchen sein würden. So hat sie sich entschieden, meine Gefühle zu schonen. Heimlich hatte ich gehofft, Sie würden mir sagen, dass Willow noch sehr viel Kraft habe und nirgendwo hingehen werde. Das hatte ich so gehofft, aber diese Worte fielen leider nicht. Die Kommunikation war für mich sehr tröstlich, doch tief in meinem Innersten wusste ich schon, dass dies die letzte Unterhaltung sein würde, die ich mit meinem Mädchen auf der irdischen Ebene führen würde. Mir war klar, dass wir nicht mehr viel Zeit miteinander haben würden, doch ich konnte das einfach nicht akzeptieren. Ihre letzten Worte klingen immer noch in mir nach. Als ich sie fragte, ob ich alles richtig machte, antwortete sie: »Natürlich tust du das, meine Liebe. Alles ist bestens.« Das war so ladylike, so würdevoll, so typisch Willow.

»Leb wohl, meine Königin, ich liebe dich.«

Über Weihnachten und Neujahr ging es mit Willows Gesundheit kontinuierlich bergab. Sie verbrachte die meiste Zeit warm eingepackt unter einer rosa Decke auf ihrem Lieblingskissen. Jane saß stundenlang da, streichelte sie und redete mit ihr, während Willow zur Erwiderung müde blinzelte. Ihre Hinterbeine versagten ihr den Dienst, und sie konnte kaum noch stehen oder gehen. Dann musste sie sich eines Tages den ganzen Vormittag über erbrechen. Jane schrieb:

Um ihr eine würdelose Szene zu ersparen, hielt ich sie über ihre Katzentoilette, weil sie es aus eigener Kraft nicht mehr dorthin schaffte. Der Tierarzt nahm ihr noch mal Blut ab, um zu kontrollieren, ob es an den Nieren oder an einem Kaliummangel lag, wie er bei Katzen mit Nierenproblemen vorkommen kann. Doch in meinem Herzen wusste ich, dass sie sich nicht mehr erholen würde.

Am Tag bevor sie starb saß ich schluchzend an ihrer Seite, denn ich spürte, dass der Abschied immer näher rückte. Sie streckte ihre Pfote aus und legte sie in meine Hand. Sollte das heißen: »He, mach dir keine Sorgen, es wird schon wieder!«? Oder wollte sie mir sagen: »Lass mich gehen.«?