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Geheimnisvoll, individuell und rätselhaft – so werden Katzen oft beschrieben. Doch ganz so unergründlich sind sie gar nicht, denn sie drücken durch Mimik und Körpersprache aus, was sie denken und fühlen. Die Biologin Dr. Brigitte Rauth-Widmann beschreibt anhand von 180 aussagekräftigen Fotos, was Schnurrhaare, Augen und Körperhaltung uns sagen, und erklärt jede Situation leicht verständlich. Der Foto-Ratgeber für ein harmonisches Miteinander von Mensch und Katze.
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Seitenzahl: 70
Veröffentlichungsjahr: 2021
Dieses E-Book ist die digitale Umsetzung der Printausgabe, die unter demselben Titel bei KOSMOS erschienen ist. Da es bei E-Books aufgrund der variablen Leseeinstellungen keine Seitenzahlen gibt, können Seitenverweise der Printausgabe hier nicht verwendet werden. Stattdessen können Sie über die integrierte Volltextsuche alle Querverweise und inhaltlichen Bezüge schnell komfortabel herstellen.
Ist ein Buch mit dem Titel WAS DENKT MEINE KATZE nicht vermessen? Nein. Ist es nicht. Wir werden zwar nie wissen, was wirklich in den Köpfen unserer Katzen vorgeht – leider können wir sie nicht einfach danach fragen. Wir können aber durchaus behaupten, dass es weit mehr ist als rein instinktives Verhalten, was wir bei ihnen beobachten können. Und genau das möchten wir mit diesem Titel zum Ausdruck bringen.
© Sandra Schürmanns
Katzen können planen und sich ein Bild von dem machen, was kommt. Sie haben ein ausgezeichnetes Erinnerungsvermögen – was nützlich und angenehm war, wird schnell erlernt. Zudem besitzen sie ein assoziatives Gedächtnis, sie können also eine neue Aufgabe mit bereits Erlerntem vergleichen. Und sie lernen viel durch Beobachten und Nachahmen.
© Heike Schmidt-Röger
Vor allem im Umgang mit Menschen zeigen sie auffällig interaktives und manchmal sogar äußerst angepasstes Verhalten. Nicht, dass sie sich je in ihr Schicksal ergeben würden, dazu sind sie viel zu eigenwillig; sie lassen sich auf uns ein, schenken uns Gehör und akzeptieren unsere Gepflogenheiten. Sie integrieren uns in ihr Leben. Darüber sollten wir glücklich sein und es ihnen danken. Weder indem wir sie und ihr Handeln vermenschlichen, noch indem wir ihnen Fähigkeiten absprechen, die sie mit Sicherheit in hohem Maße besitzen.
© Heike Schmidt-Röger
Katzen sind, abhängig von ihrer individuellen Veranlagung und ihren Erfahrungen, in der Lage, zielgerichtet und erfolgsorientiert bestimmte Strategien zu verfolgen. Außerdem können sie auch eine Gedanken- und Gefühlswelt erleben und ausleben, ganz ohne sprachliche Verständigung im menschlichen Sinne. (Dies geschieht nicht zuletzt in der oftmals so anrührenden Interaktion mit uns). Das ist nichts anderes als Empathie. Katzen lügen nicht. Sie drücken sich klar aus. Schauen wir einfach genau hin.
© Charlotte Widmann/Kosmos
© Sandra Schürmanns
Katzen verblüffen uns stets aufs Neue mit ihrem Verhalten. Daher sollte eigentlich vor jedem einzelnen der nachfolgenden Sätze das Wörtchen „normalerweise“ stehen, denn man ist bei den liebenswerten Feliden nie vor Überraschungen sicher. Wahrscheinlich kennen Sie auch ein Exemplar unter den Katzen, das Thunfisch verschmäht, gern schwimmen geht, nur aus dem Wasserhahn trinkt oder zum Pinkeln ausschließlich auf der Klobrille sitzt. Nun, auch das ist „Typisch Katze!“
Von wegen Katzenwäsche! Das, was unsere Leisetreter rund um die Uhr als Reinigungs- und Wellness-Programm veranstalten, ist deutlich gründlicher als oft angenommen. Bereits im Alter von 21 Tagen lernen Katzenbabys ihr Fell zu pflegen, und mit sechs Wochen betreiben sie die Ganzkörperpflege bereits mit großem Geschick.
Jene Körperregionen, die sie selbst erreichen, „waschen“ Katzen sehr penibel mit ihrer äußerst beweglichen Zunge. Sie ist dicht mit biegsamen Widerhäkchen besetzt und funktioniert wie eine Soft-Zupfbürste, die sowohl reinigt, glättet als auch massiert. Bei Nichtgebrauch werden die Häkchen flach angelegt.
© Heike Schmidt-Röger
Der vollendeten Reinlichkeit wegen werden neben der Zunge auch die Krallen und die winzigen Schneidezähne eingesetzt, wobei sich Letztere sanft bis kräftig knabbernd und zupfend durchs Haarkleid manövrieren. Sie können es jedoch auch wie ein Kamm striegelnd bearbeiten. Das hält nicht nur den Pelz in Ordnung, sondern auch die Schneidezähne selbst.
© Charlotte Widmann/Kosmos
Wo die Zunge nicht hinkommt, werden die Pfoten eingesetzt: Zuerst gründlich ablecken, um anschließend damit zum Beispiel an den Wangen, auf der Stirn oder hinter den Ohren zu putzen. Auch die empfindsamen Schnurrhaare (Vibrissen) pflegt die Mieze oft auf diese Weise, da sie beim Fressen schmutzig werden und dann in ihrer Funktion als Tastorgan wenig zu gebrauchen sind.
© Charlotte Widmann/Kosmos
Nach dem Wischgang wird die benutzte Pfote sauber geleckt und erneut gut eingespeichelt, um das Prozedere zu wiederholen. Ob mit Zunge, Pfote oder Schneidezähnen: Aufgrund ihres ausgeprägten Putzverhaltens löst die Mieze so auch lose Haare aus dem Fell und schluckt sie hinunter, scheidet sie jedoch meist problemlos über den Magen-Darm-Trakt wieder aus.
© Charlotte Widmann/Kosmos
Im Zuge der Reinigungsarbeiten werden Drüsensekrete auf der Körperoberfläche verteilt, die den Eigengeruch verstärken. Das ist Katzen mindestens ebenso wichtig, wie picobello geleckt zu sein. Kein Wunder, dass sie sich an unzugänglichen Körperstellen gern von vertrauten Artgenossen putzen lassen, denn dies dient sowohl der Pflege als auch dem Duftaustausch.
© Charlotte Widmann/Kosmos
Katzen beweisen sich als Weltmeister im Schlafen. 16 Stunden pro Tag können sie schlafend oder dösend verbringen. Fühlen sie sich in ihrer Umgebung sicher, ist es warm und bequem und sie sind wohlgenährt und zufrieden, schlafen sie noch länger. Dabei träumen sie auch auffallend viel – bis zu drei Stunden täglich.
Neugeborene Kätzchen und alte Katzen gehören mit rund 22 Stunden Ruhezeit zu den wahren Langschläfern. Bei den Kitten ändert sich das jedoch rasch, denn ihre Wachphasen verlängern sich von Tag zu Tag. Schon im Alter von vier Wochen haben sie die Schlafdauer der Erwachsenen erreicht, wobei sie deutlich mehr träumen als diese. Wen wundert das ,nach all den spannenden Erlebnissen und wichtigen Erfahrungen, die ständig auf sie einströmen und die weitestgehend im Traum „verarbeitet“ werden?
© Charlotte Widmann/Kosmos
Katzen mögen es behaglich. Obwohl sie überall ein kurzes Nickerchen machen können, ziehen sie sich, wenn sie länger schlafen möchten, bevorzugt an einen warmen geschützten Ort zurück, wo sie ungestört und gefahrlos auch ihre Sinne „ausruhen“ können. Zudem ist es im Warmen leichter, die Körpertemperatur konstant zu halten, denn im Tiefschlaf, der bei Katzen recht lange dauert, kühlt ihr Körper merklich aus. Wie sie schlafen hängt von der Umgebungstemperatur ab: Bei um die 10 Grad kringeln sie sich ein und verbergen den Kopf unter ihrem Körper. Wird es wärmer, öffnen sie sich immer weiter, bis sie bei um die 20 Grad lang gestreckt liegen.
© Charlotte Widmann/Kosmos
Ist die Katze aufgewacht, reckt und streckt sie sich, um ihre Muskeln und Sehen zu dehnen und die Durchblutung anzuregen. Herzhaftes Gähnen dient zur Entspannung der Gesichtsmuskulatur. Es hilft allerdings nicht nur beim Munterwerden sondern auch zum Stressabbau. Katzen zeigen dieses Verhalten häufig, wenn sie unsicher oder unentschlossen sind.
© Charlotte Widmann/Kosmos
Relaxt auf dem Rücken liegend und alle viere in die Luft gestreckt: Auch so können Katzen schlafen – vor allem, wenn es sehr warm ist. Sind die Tiere aus ihrem Schlaf erwacht, wälzen sie sich zur weiteren Abkühlung oft voller Wonne auf feuchtem Untergrund.
© Charlotte Widmann/Kosmos
Katzen kümmern sich um ihre flüssigen Verdauungsrückstände fast so gründlich wie um die festen. Ob Harn oder Kot: Beides wird nach Abgabe ausgiebig beschnuppert und anschließend sorgfältig zugescharrt. Es ist Katzen auch nicht gleichgültig, wo sie ihre Hinterlassenschaften deponieren, denn zuvor wird stets ein geeigneter Ort dafür gesucht.
Doch nicht immer geschieht alles im Verborgenen. An strategisch günstigen Orten in ihrem Revier lassen Katzen gern auffällige Botschaften zurück. Da werden zum Beispiel an erhöhter Stelle Kothäufchen offen platziert, sodass man sie nur ja sehen und riechen möge. Vor allem potente Kater tun Artgenossen damit ihre Präsenz kund.
© Charlotte Widmann/Kosmos
Zum Zweck der innerartlichen Kommunikation setzen sich Katzen – egal ob Kätzin oder Kater, ob intaktes oder kastriertes Tier – noch anderweitig auffällig in Szene: Mit hochgerecktem vibrierendem Schwanz vor markanten Gegenständen im Streifgebiet postiert, versprühen sie dort gezielt ihren Harn. Eine ganz natürliche Verhaltenweise.
© Charlotte Widmann/Kosmos
Frei laufende Katzen setzen Kot und Harn fast immer an getrennten Orten ab. Die meisten Wohnungskatzen sehen das nicht so eng und benutzen ein und dasselbe Klo für beides. Hauptsache ist: Es gibt genügend Toiletten im Haushalt, damit sich Rudelmitglieder beim Geschäft aus dem Weg gehen können und die ranghohen die tiefer gestellten dabei nicht drangsalieren. Unsauberkeit entsteht oft durch Machtdemonstrationen und Mobbinggehabe um das stille Örtchen, besonders in größeren Gruppen.
© Charlotte Widmann/Kosmos
Das Resultat wird einer genauen geruchlichen Kontrolle unterzogen, bevor es die Katze mit auffälligem Gebaren zudeckt. Schon die Allerkleinsten üben sich in diesem instinktiven Verhalten, und so ist nichts einfacher, als ein Kitten, wenn es mit zwölf Wochen in sein neues Zuhause kommt, ans Katzenklo zu gewöhnen.
© Charlotte Widmann/Kosmos
